Disclaimer: Original Copyright © by Joanne K. Rowling, 1997-2006

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Warnung: Dark, Slash, Post-Hogwarts
Den bereits erschienenen sechsten Band, werde ich NICHT mit einbeziehen, schon alleine deshalb, weil einige Kapitel vor dessen Erscheinung entstanden sind.

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Teile: 10?

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Pairing: Draco/Harry und andere, jedoch werde ich mein Augenmerk mehr auf diese Beiden richten.

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Vorwort: In dieser FF werden euch Gestalten aus der germanischen Mythologie begegnen und womöglich noch aus anderen. Bitte denkt daran, ich leihe sie mir nur aus. Was ich damit sagen will ist, ich werde sie mir so zu Recht stutzen, dass sie in meine FF passen und sie womöglich nichts mehr mit verschiedenen Legenden und Sagen gemein haben werden. Außer den Namen. Außerdem werden einige der Harry Potter Charaktere ziemlich OOC sein. Ihr seid hiermit alle gewarnt. Im Übrigen wird es keinen Lemon geben.

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Widmung: Ich widme diese FF, GinnyMalfoy und vickysnape. Dafür, dass ich euch, ständig mit meinen Selbstzweifeln in den Ohren liege. Vor allem aber Gin, du musst beinahe jeden Tag mein Gejammere ertragen. Du weißt ja ich hab dich lieb und Vicky dafür, dass sie genauso wie Gin mein Versuchskaninchen ist. Ich hab euch lieb.

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Beta: Wie immer GinnyMalfoy schmatz

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Titel: Götterdämmerung

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Kapitel 2:

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Draco stand auf der Terrasse und ließ seinen Blick über den weitläufigen und mit den buntesten Blumen geschmückten Garten schweifen. Es war eine Passion seiner Mutter, sie kümmerte sich selber um den Garten, sie wollte ihn nicht in die Obsorge eines Gärtners geben. Natürlich hatte sie jemanden der ihr dabei half, aber das meiste machte sie selber. Er lächelte leicht, seine Mutter konnte stundenlang über die verschiedensten Blumen reden und es war nicht nur einmal vorgekommen, dass er auf dem schnellsten Weg verschwunden war. Er holte tief Luft und sog den Geruch der Blumen in sich auf.

Für einen kurzen Augenblick schloss er seine Lider, bald war es so weit und sie würden sich zu dritt auf machen. Es gab gestern Nacht noch einen riesen Streit zwischen Tom, Ron, Hermione und ihm. Sie drei waren dafür, dass Hermione hier bleiben sollte und sie alleine versuchen würden Harry da raus zu holen. Hermione hatte einen Aufstand gemacht, der seines Gleichen suchte.

Ein leichtes Lächeln umspielte seine blassen Lippen. Irgendwie erinnerte ihn dieser Streit an die seiner Eltern, auch seine Mutter, so still und rücksichtsvoll sie auch ansonsten war, sie konnte zur Furie werden wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte.

Letztendlich konnten sie Hermione doch noch davon überzeugen, dass sie hier mehr gebraucht wurde. Sie brauchten eine Rückversicherung und wer wäre da besser geeignet als das schlaueste Mädchen, dass es je in Hogwarts gegeben hatte.

Sie sollte versuchen sie rauszuholen, falls sie versagen sollten oder das Ganze doch eine Falle war wie sein Vater meinte. Draco schlug frustriert mit der Faust gegen die Wand, wieder einmal blieb er mit seinen Gedanken bei seinem Vater hängen. Draco verstand ihn nicht, zumindest nicht wirklich. Natürlich war seinem Vater die Reinheit des Blutes wichtig, aber selbst ihm mussten die Zeichen der Zeit aufgefallen sein. Es änderte sich in letzter Zeit so viel, nur der alte Malfoy hielt noch immer an seinem Glauben fest.

Warum konnte sein Vater nicht einsehen, was ihm schon längst klar war? Warum musste Lucius Malfoy immer so abfällig über Hermione reden? Warum stellte er sich noch immer so vehement gegen alles, was nicht in sein Idealbild passte? Warum konnte Lucius Malfoy nicht akzeptieren, dass er einen anderen Weg gehen wollte? Dass Harry Potter nun einmal zu seinem Weg gehörte, dass es Harry sein sollte, mit dem er den Rest seines Lebens verbringen mochte, falls dieser das auch wollte, verstand sich. Draco schüttelte leicht seinen Kopf, dabei fielen ein paar Strähnen seines weißblonden Haares in sein Gesicht. Er blinzelte ein paar Mal und hob sein Gesicht dem Himmel entgegen. Sein Vater war schon immer sehr gut darin, sich den veränderten Verhältnissen anzupassen. Keiner wusste was in dem Kopf des älteren Malfoys wirklich vorging, wenn Harry endlich hier wäre, vielleicht sah sein Vater dann ein, dass er im Unrecht war. Vielleicht würde er ihm dann endlich seinen Segen geben. Er würde auch dann um Harry werben, wenn dem nicht so wäre, aber lieber wäre es ihm, wenn er wüsste, dass seine Familie hinter ihm stand. Denn trotz ihrer verschieden Vorgehensweise waren sie das nun einmal und Draco würde Harry gerne dazuzählen. Noch einmal atmete er tief durch und ging ins Haus zurück.

.oO9Oo.

Lucius Malfoy trat von dem Fenster weg, von dem aus er seinen Sohn beobachtet hatte. Das unergründliche Grau war hinter zusammengekniffen Lidern versteckt, als er den Weg seines Sohnes mit seinen Augen folgte. Er wusste, dass sich vieles verändert hatte, aber er konnte nicht aus seiner Haut. Die Erziehung seines Vaters war einfach zu perfekt gewesen, um sie von einem Tag auf den anderen zu vergessen. Natürlich hatte er sich immer ein anderes Leben für seinen Sohn gewünscht. Er hatte nie gedacht, dass er einmal wie sein verhasster Vater sein würde, aber an dem Tag, an dem Draco ihm sagte WEN, er lieben würde. Erst da, als sie diesen riesen Streit hatten und er seinem Sohn verbieten wollte jemals wieder mit Potter zu reden, als er kurz davor stand einen der Unverzeihlichen auf seinen Sohn zu sprechen. Erst da fiel ihm auf, dass er wie sein Vater war. Dass er genauso grausam und gefühlskalt war, wie dieser zu seinen Lebzeiten, wenn nicht sogar noch schlimmer. Nachdenklich starrte er auf den Fleck, wo vor einigen Augenblicken noch Draco gestanden hatte. Wie würde es sein wenn Potter dann hier war, würde er ihn genauso behandeln. Lucius Malfoy schüttelte den Kopf, wahrscheinlich. Er wusste, dass er ein Sturkopf war, Narzissa hatte es ihm mehr als nur einmal gesagt. Noch einmal ließ er seinen Blick über den Garten schweifen und sah wie seine Frau sich vor einen Rosenstrauch hockte, ein sanftes, kaum wahrnehmbares Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich von dem Fenster abwandte.

.oO9Oo.

Ihre feingliedrigen Finger strichen sanft über eine weiße Rose. Narzissa Malfoy konnte sich noch sehr gut an den Tag erinnern, als sie gerade diesen Strauch pflanzte, wie könnte sie den auch vergessen. Er war ein Geschenk ihres Mannes gewesen. Ob er damals wusste, dass es weiße Rosen sein würden die dort wachsen würden? Ihr ging es damals nicht gut, die Geburt von Draco stand kurz bevor und trotzdem wollte sie unbedingt diese Rosen noch in den Garten einpflanzen. Gerade als sie die letzte Handbewegung gemacht hatte, setzten ihr Wehen ein. An dem Tag kam Draco zur Welt und der Strauch wurde zu ihrem Liebling, erinnerte er sie doch ständig an ihren Sohn. Sie schnitt eine der Blüten ab und roch daran. Ob Lucius klar war, dass sie immer zu ihrem Sohn stehen würde. Er wäre selbst dann ihr Sohn, wenn er mit einer oder einem Muggel hier aufkreuzen würde. Sie würde sich jeder Zeit gegen ihren Mann stellen, wenn es um das Glück von Draco ging. Sie liebte Lucius, keine Frage, aber Draco war ihr Sohn, ihr Herzblut, ihr ein und alles. Wenn er Harry Potter wirklich liebte, würde sie ihn, so gut es ihr möglich war, unterstützen. Ein leises Knacken ließ sie hochsehen, sie legte ihren Kopf etwas schief. Anscheinend war sie nicht die einzige, die sich in ihren Gedanken verlor, Tom Riddle stand etwas entfernt von ihr und schien ebenfalls über etwas nachzudenken. Wahrscheinlich über seine erste wirklich Begegnung mit Harry. Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihre Züge und sie zog sich so leise wie nur irgendwie möglich zurück.

.oO9Oo.

Tom Riddle stand einfach nur da und starrte irgendeinen imaginären Punkt an. So oft in den letzten zwei Jahren hatte er darüber nachgedacht, wie es sein würde, wenn er wirklich Harry Potter gegenüberstehen würde. Jedes Mal war es anders, dass eine Mal ließ ihn Potter erklären was passiert war, aber meistens war dem nicht so. Er konnte es ihm nicht verdenken. Wäre er an seiner Stelle, er würde sich selber auch nicht zuhören wollen. 50 Jahre hatte er gebraucht um sich von diesem Unding zu befreien und dann stand er vor den Scherben seines Lebens. Sie hatte es ihm schier unmöglich gemacht, ein normales Leben zu führen. So viele Jahre hatte er damit verbracht die Welt der Zauberer in Angst und Schrecken zu versetzen. Sie würden ihm nie verzeihen und er konnte es ihnen nicht übel nehmen. Tom ballte seine Hände zu Fäusten, diese Schlange hatte sich in ihn geschlichen, hatte von ihm Besitz ergriffen und alles zerstört. Das einzige was er noch tun konnte, war so viel wie möglich wieder gut zu machen. Danach sollten die Zauberer über ihn richten, aber zuerst musste diese Bedrohung aus dem Weg geräumt werden. Sie waren ansonsten alle ihrem Untergang geweiht. Seitdem sie wussten, dass Potter noch lebt und sie eine Chance hatten ihn lebend zu sich zu holen, fragte er sich, wie er sich ihm gegenüber verhallten sollte, aber er kam auf keinen grünen Zweig. Frustriert darüber, dass sich seine Gedanken wieder einmal im Kreis drehten, wirbelte er herum und stampfte missmutig zurück zum Haus.

.oO9Oo.

Hermione schnaufte frustriert auf und blickte auf die schwarze Schatulle in ihrer Hand. Fast schon zärtlich strich sie über den samtenen Bezug. Sie fragte sich, ob Harry ihr verzeihen könnte. Sie hatte es damals gut gemeint mit ihrem Geschenk, aber es hatte nichts gebracht. Er war niemals bei dem Medizauberer in der Nokturngasse, er wurde schon vorher entführt. Egal was die anderen sagten und taten, sie gab sich trotzdem die Schuld. Nicht nur, dass Harry trotz allem noch die Brille brauchte, es war auch nicht nötig sich für den Kampf gegen Voldemort vorzubereiten. Sie hatte ihn in Gefahr gebracht, ohne sie wäre er noch bei ihnen und nicht irgendwo gefangen.

.oO9Oo.

Ron stand in der Tür und beobachtete Hermione. Anhand ihrer Gesichtszüge wusste er sofort, an was sie gerade dachte. Ron vermisste seinen Freund, er wusste, dass es zwischen ihnen nie wieder so sein würde wie vorher. Sooft in den letztem Jahr hatte er sich gefragt, ob er je ein richtiger Freund gewesen war. Er fragte sich, ob es besser gewesen wäre, wenn er damals mit ihm gegangen wäre. Wäre es dann nicht passiert? Hätten sie zusammen eine Chance gehabt? Ron verscheuchte die Gedanken mit einer Handbewegung, er wollte jetzt nicht darüber nachdenken. Wenn Harry hier war und sie wussten wie schlimm es tatsächlich war, konnte er sich Gedanken darüber machen. Langsam schritt er auf Hermione zu und umarmte sie von hinten. Hermione schmiegte sich in die Umarmung.
"Wir sollten zu den anderen gehen.", murmelte Ron an ihrem Ohr und erhielt ein Nicken als Antwort von ihr.

.oO9Oo.

Draco drehte nervös seinen Zauberstab hin und her, während seine Augen unablässig die Gegend überprüften. Bisher hatte er gedacht, dass ihr Plan eigentlich nur gelingen konnte, jedoch war er sich mittlerweile nicht mehr so sicher. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Tom und er die Wachposten abgelenkt hätten und Weasley Harry da rausgeholt hätte. Draco fragte sich, ob Harry überhaupt mit ihm kommen würde. Vor seinem Verschwinden gab es nur ein paar kleinere Begegnungen, die Harry gezeigt hatten, dass er sich geändert hatte, aber würde Harry ihm trotzdem so viel vertrauen? Vorsichtig lugte Draco um eine Ecke, die Luft war rein. Dicht an die Wand gedrückt und auf die Umgebung horchend, schlich er weiter.

Draco kam gerade an einer Nische vorbei, als er leise Schritte hört. Noch bevor er reagieren konnte, legte sich eine Hand auf seinen Mund und er wurde in eben diese gezogen. Der Duft nach Wind und Wildnis stieg ihm in die Nase. Lippen bewegten sich nahe an seinem Ohr.

"Sei leise!", murmelte eine tiefe, angenehme Stimme.

Dracos Augen richteten sich auf den einsehbaren Teil des Ganges, genau in diesem Moment sah er eine Gestalt daran vorbei gehen. Der Mann sah in die Nische und Draco hielt gespannt den Atem an. Er erwartete, dass der Wachposten sofort Alarm schlagen würde und Draco spannte jeden Muskel in seinem Körper an, um genau das zu verhindern. Der Augenblick verging und die Wache ging, ohne etwas zu unternehmen, einfach weiter. Draco ließ den Atem zischend aus und die Hand auf seinem Mund verschwand. Langsam drehte Draco sich um und sah in bernsteinfarbene Augen. Er hob seine Hand, die noch immer verkrampft seinen Zauberstab hielt, hoch und drückte die Spitze des Stabes auf die Brust des Mannes.

"Wer sind sie?", zischte er und verengte seine Augen.

"Ein Freund?"

Draco setzte bereits zu einer Antwort an, wurde jedoch von einer erhobenen Hand davon abgehalten.

"Es ist nicht wichtig wer ich bin, nur so viel, es ist an der Zeit, dass sich etwas ändert.", er holte ein vergilbtes Pergament aus seiner Manteltasche hervor und hielt es Draco hin.

Draco nahm es in die Hand und sah unschlüssig darauf hinab. "Was soll ich damit?"

"Es gehört dem jungen Mann, wegen dem du hier bist." Draco riss die Augen auf. Konnte es sein? War das die Karte von der ihm Hermione erzählt hatte?

"Man hat ihn woanders untergebracht, er ist nicht mehr in demselben Raum." Der Mann machte ein paar Schritte rückwärts. "Hilf ihm.", waren seine letzte Worte, bevor er sich in einem schwarzen Nebel auflöste.

Draco starrte auf den Fleck, wo der Mann bis vor kurzem noch gestanden hatte. Er riss mühsam seinen Blick von der Stelle und tippte die Karte in seiner Hand an: "Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut.", murmelte er und hoffte, dass er Hermiones Worte richtig im Kopf behalten hatte. Fein geschwungene Linien bewiesen ihm, dass er richtig lag. Sofort suchte er nach dem richtigen Namenszug und atmete erleichtert auf, als er ihn las. Harry war in einem Raum weiter unten in den Kerkern. Das einzige was Draco beunruhigte, war, dass er sich nicht zu bewegen schien. Immer wieder musste er bei seinem Weg zu Harry einigen Wachposten ausweichen, aber letztendlich stand er in dem Korridor, in dem auch Harry sein musste. Er steckte die Karte in die Innentasche seiner Robe und schritt langsam den Gang hinab. Seine Schritte wurden von den Wänden zurückgeworfen und verhallten in der Dunkelheit. Er zählte in Gedanken die Türen ab und blieb vor der stehen, hinter der sich Harry befinden musste. Draco streckte seinen Arm aus und entriegelte die schwere Eichentür, vorsichtig drückte er die Klinke hinunter und öffnete sie.