Mein erster Dank geht an meine beiden Mitschreiberinnen, durch die dieses Projekt so richtig an Leben und Substanz gewonnen hat.
Es ist immer noch jedem der Lust hat - und den Slash und detaillierte Gewaltszenen nicht stören - möglich, nach Absprache mit mir an dieser groß angelegten Trilogie mitzuwirken.

Ich kann nur noch einmal auf das Vorwort verweisen.

Zwar noch nicht in diesem Kapitel, aber durchaus explizit in späteren, wird es Slash (also Sex zwischen Gleichgeschlechtlichen) Gewalt- und Folterszenen geben.

Das Rating habe ich daher mit Absicht auf das höchst mögliche gestellt und kann nur jedem empfehlen, der schwache Nerven hat und mit obigen Handlungen nichts am Hut hat, dieseGeschichte lieber nicht zu lesen.

Kinder und Jugendliche sind ausdrücklich gewarnt und mögen doch bitte auch nicht weiter lesen.

Allen anderen wünsche ich mindestens genau so viel Spaß am lesen und - hoffentlich auch reviewen - wie wir beim schreiben der Szenen hatten. :-)

Morti

Kapitel 2 – Mitgerissen

Diese Trottel im Ministerium wurden doch wirklich mit jedem Tag dekadenter und von sich selbst eingenommener. Es war so verdammt leicht, sich bei ihnen einzuschleichen und an Informationen zu kommen, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis die dunkle Seite endlich ihren rechtmäßigen Platz einnehmen und die gesamte Zaubererwelt beherrschen würde.

Mit einem selbstzufriedenen Grinsen auf den falschen, durch simplen Vielsafttrank veränderten Zügen erschien Lord Voldemort mit einem leisen Plopp in der Telefonzelle, die der Zugang zum Ministerium von der Muggelwelt aus war.

Doch das Gefühl, diesen letzten und wichtigsten Coup endlich erfolgreich erledigt zu haben, wich zuerst einem für ihn doch recht untypischen Staunen. Irgendetwas war verdammt weich unter seinen teuren Schuhen und dieses etwas sollte sich nicht hier befinden. Langsam sah er hinunter.

Die Ursache war ebenso schnell gefunden, wie sie abstoßend war, als er sich in einer Schachtel mit offensichtlich schon gammelndem Muggelessen stehend fand.

Als nächstes blickte er in die schmutzigen Gesichter zweier Gossenjungen, die ihn vollkommen verdutzt anstarrten. Mit einem Geräusch, das an das wütende Knurren eines Wolfes erinnerte, zog er seinen Zauberstab aus der abgenutzten Robe und richtete ihn auf die beiden Knaben, die sicher nicht einmal zehn Jahre alt sein konnten.

Doch bevor er in seiner Wut den tödlichsten aller Sprüche auf sie jagen konnte, spürte er etwas, das ihn zögern ließ. Etwas Vertrautes streifte seinen Geist und sein Blick verschmolz mit dem des hellhäutigen Knaben.

Konnte es sein?

Im Bruchteil einer Sekunde gingen ihm so viele Gedanken und Möglichkeiten durch den Kopf, dass es kaum auszuhalten war. Darüber musste er erst einmal nachdenken.

Da der Vielsafttrank bald seine Wirkung verlieren würde, griff er nun blitzschnell zu und packte beide Jungen bei den Haaren. Es scherte ihn wenig, dass er ihnen damit Schmerzen zufügte.

Nach einer kurzen Konzentration spürte er wieder dieses Gefühl des Zusammen-gedrückt-werdens, als er mit den beiden Kindern apparierte. Im nächsten Moment standen sie in der Eingangshalle seines Hauptquartiers.

„McNair!", donnerte seine Stimme durch die leere Halle, was ihr einen schaurigen Hall verlieh. Innerhalb von Sekunden erschien wie aus dem Nichts ein Todesser. Dieser wirkte zwar verdutzt über das Aussehen des Mannes vor sich, erkannte aber zu seinem Glück die Stimme seines Meisters und sank sofort auf die Knie.

„Wirf die zwei bis auf weiteres in den Kerker."

Damit ließ Voldemort die Haarschöpfe der zwei Jungs los und verschwand in seinem Arbeitszimmer, da er schon spüren konnte, wie der Trank nachließ und er dafür keine Zuschauer haben wollte. Außerdem würde keiner seiner Anhänger wagen, ihn irgendwie zu enttäuschen oder seine Befehle nicht nach besten Kräften zu befolgen.

Die Schmerzen der Rückverwandlung ertrug Voldemort dann mit einem Grinsen, das nichts Gutes verhieß, weil er bereits wieder an all die Möglichkeiten dachte, die sich ihm nun eröffneten. Er konnte sich zwar noch nicht wirklich sicher sein... aber wenn ihn sein Sinn nicht täuschte, hatte er wohl gerade seinen wahren Stellvertreter gefunden.

Die Frage war nur, woher kam der Junge und wie kam er zu Slytherins Erbe.

Immer noch vollkommen fassungslos und nicht begreifen könnend, was soeben mit ihnen geschehen war, starrten Sasch und Vor dem davoneilendem Mann hinterher, welcher sie mitgerissen und dann einfach inmitten einer großen Halle hatte stehen lassen. Wie sie so plötzlich hier her gelangt waren, daran dachte in diesem Moment weder der eine, noch der andere Junge. Zu viel war zu plötzlich in den vergangenen Minuten geschehen.

Während Vor reflexartig mit einer Hand zu der Stelle an seinem Kopf fuhr, an der er nun sicherlich einige Haare weniger besaß, starrte Sasch mit einem Ausdruck wachsendem Entsetzens auf seinem unnatürlich grau gewordenem Gesicht auf den Mann, der kurz zuvor noch am Boden gekniet hatte. Dieser Typ entsprach eindeutig dem Schlag Mensch, dem er und Vor bisher immer ausgewichen waren. Groß, sichtlich muskulös und ein Nacken wie ein Stier.

Vor hingegen war immer noch damit beschäftigt, dem schon längst verschwundenen Mann nachzusehen, der – obwohl er eindeutig in einem Kleid zwischen ihm und Sasch erschienen war – in dem Jungen keineswegs das Gefühl hinterlassen hatte, dass dies irgendwie komisch zu bewerten wäre.

Nein – was er von dem Augenblick an, an dem er diesem Mann in die Augen gesehen hatte, empfunden hatte, war alles andere als lustig. Es war weder Angst, noch Entsetzen, wie er es von Sasch's Gesicht hatte ablesen können. Nein – Vor fühlte sich merkwürdig angezogen. Fasziniert … so als müsste er wissen, wer das war, auch wenn er sich sicher war, so jemanden noch nie zuvor gesehen zu haben.

Nur kurz glitt sein Blick über den Hallenboden, an welchem ab und zu einige Reste ihres Abendessens klebten, welches nun leider nicht mehr stattgefunden hatte. Nur kurz überlegte Vor, ob er das, was herumlag, aufsammeln sollte. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass er so etwas getan hatte. Doch nun lenkte ihn ein entsetztes Aufkeuchen Saschs von diesem Vorhaben ab.

Sich zu seinem Freund umdrehend, erblickte nun auch Vor den auf sie zukommenden Hünen, welcher in eine schwarze Hose und etwas Sack- oder Kleidähnlichem bekleidet war, das an ihm ebenso wenig komisch wirkte, wie an dem Mann zuvor. Fast schon instinktiv trat er schützend vor den, immer noch am Boden kauernden Sasch, auch wenn alles in ihm schrie, sich sofort umzudrehen und so schnell wie irgend möglich zu verschwinden.

McNair stand wieder auf, als sein Lord die Halle verlassen hatte. Mit einem Blick, der eindeutig Abscheu, ob des Zustandes der beiden Jungen, beinhaltete, kam er sofort auf sie zu. Dass der eine sich schützend vor den anderen stellte, war ihm völlig gleichgültig. Der Todesser wäre nie auf die Idee gekommen einen der beiden zu berühren. Wer wusste schon, was er sich da für Ungeziefer einfing, ganz zu schweigen davon, dass die beiden so dreckig waren, wie eine ganze Hundemeute.

Ohne mit der Wimper zu zucken, holte McNair seinen Zauberstab unter der Robe hervor und richtete ihn auf die beiden Jungen. „Stupor!", rief er und schon erstarrte der Hellheutige und Mutigere der beiden. „Imperio, sagte er als nächstes zwei Mal und schwang den Stab jeweils kurz.

Dann drehte er sich einfach um und ging in Richtung einer Tür, die zu den Kerkern und der Folterkammer hinunter führte.

„Folgt mir beide!"

Die zwei Jungen konnten nichts dagegen tun, dass sich ihre Füße fast von allein bewegten und sie die Treppe hinunter folgten, die nur von einer Fackel in McNairs Hand erhellt wurde. Doch der Fluch sorgte dafür, dass sie nicht daneben traten und sich womöglich die dürren Hälse brachen.

Am Fuß der Treppe angekommen folgten sie einem düsteren Gang, der rechts und links von schweren Türen gesäumt war, hinter denen zum Teil Stille, zum Teil aber auch klagende Laute zu hören waren.

Es war feucht hier unten und man hörte hin und wieder das Quieken von Mäusen oder Ratten. Ganz am Ende des Ganges, direkt neben der Tür zur Folterkammer, öffnete McNair eine der wenigen freien Zellen.

„Hier hinein!", befahl er kalt und knallte, als die beiden willenlosen Kreaturen eingetreten waren, die Tür hinter ihnen zu. „Amüsiert euch gut..."

Sasch und Vor befanden sich in fast absoluter Dunkelheit, als sie der Fluch endlich freigab und mit ihren Ängsten allein ließ.

Voldemort saß derweil noch immer in seinem Büro und grübelte nach, während er auf das Eintreffen seines inneren Kreises wartete.

Doch dann sah er an sich herab und verzog das Gesicht beim Anblick der verschlissenen Kleider, die ihm als Maskierung gedient hatten. Ein kurzer Schlenker mit dem Zauberstab reinigte ihn und versorgte ihn mit Kleidern, wie er sie gewohnt war. Nur das Beste vom Besten war gut genug.

Im Gegensatz zu vorher unter dem Einfluss des Vielsafttranks war sein Haar nun wieder lang und seidig, wie er es immer trug.

Mit einem deutlichem ‚Plumps' landete Sasch auf seinem Hinterteil, den kurzen Schmerz ob des harten Aufpralls gar nicht erst beachtend. „H …. Ha … hast d … du das …eben mm … mit gekriegt?", stammelte der nun durch und durch entsetzte, mehr grau- als dunkelhäutige Junge voller in seiner Stimme mitschwingender Panik.

Vor, der sich beinahe ebenso geschockt, aber keineswegs in Panik versetzt fühlte, konnte nur stumm nicken, ehe ihm einfiel, dass sein Freund dies in der Dunkelheit um sie herum, gar nicht würde sehen können und so nuschelte er schließlich das einzige, was ihn gerade am meisten bewegte: „Das … das war … beeindruckend."

„Beeindruckend?", kiekte Saschs Stimme, im Gegensatz zu der von Vor, alles andere als ‚beeindruckt' wirkend.

Wieder nickte Vor – diesmal um einiges heftiger - und versuchte den Grund seiner Empfindung mit fast schon verträumtem Tonfall zu erklären: „Hast du das denn nicht gespürt?"

Sich hastig aufrappelnd entgegnete Sasch heftig: „Vor! Das war … das war … einfach nur schrecklich!", brach es schließlich aus dem deutlich zitternden Jungen hervor, der einfach nicht begreifen konnte, wie sein Freund so etwas auch noch gut finden konnte.

Als dieser nicht reagierte, sondern weiterhin völlig in sich gekehrt, mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen dastand, was Sasch natürlich nicht erkennen konnte, versuchte er es erneut: „Ich … ich hab .. hab gedacht, der … der tut uns sonst was an!"

Das wiederum brachte Vor schlagartig wieder zurück und riss ihn aus seinen Gedanken. „Mir hat es auch nicht gerade gefallen, einfach so … so …", er brach ab, weil ihm nicht einfallen wollte, wie er die letzten Ereignisse hätte umschreiben können.

„Willenlos?", half Sasch auch gleich aus, der in solchen Dingen einfach eine weitaus stärkere Vorstellungskraft besaß, das Zittern in seiner Stimme aber nicht wirklich unter Kontrolle bringen konnte.

Seufzend stimmte Vor dem zu: „Ja – willenlos. Aber … da war noch mehr."

Sichtlich beunruhigt rückte Sasch näher zu seinem Freund, bis er diesen schließlich berührte. „Da war überhaupt nichts.", erklärte er fest, überzeugt von dem, was er sagte. Er würde seinem Freund nicht gerade auf die Nase binden, dass er nur den Wunsch verspürt hatte, alles zu tun, was dieser Riese von ihm verlangt hätte. Dass eben dieses bereit sein, alles zu tun, ihn vor Entsetzen kaum richtig atmen ließ.

Schweigend, da er wusste, dass Sasch ihn nicht verstehen würde, – nicht bei dem, wie er sich jetzt verhielt, nicht wenn er weiter so voller Furcht war – löste Vor den Kontakt zu ihm und begann sich an den feucht glitschigen Steinen des Raumes, in den sie gebracht worden waren, entlang zu tasten. Vier Schritte gerade aus an der Türe entlang. Sechs Schritte nach hinten und zwei Schritte gegenüber der Türe war er bereits gegangen, ehe seine tastenden und sich vor dem, was immer die Wände bedeckte, nicht zurückhalten lassenden Hände auf etwas anderes, als hastig von seinen Berührungen davon krabbelnden Spinnen stieß. Eisen – oder ein anderes Metall, schwer und an einem Ring in der Mauer eingelassen, erkundete er mit einer Mischung aus Schrecken und langsam immer stärker werdendem Unbehagen.

Die Faszination, die zuerst von dem Mann ausgegangen war, der sie aus ihrem Unterschlupf hinfort gerissen hatte, und dann anschließend von dem, was der Andere mit seinem … was auch immer er getan hatte … Gefühlen gemacht hatte, verschwand langsam, aber sicher vor dem Bewusstsein, hier in einem Zimmer eingesperrt zu sein, in welchem es offenbar notwendig war, eiserne Ketten an den Wänden zu befestigen.

Das Gefühl der Bedrohung nahm immer weiter zu und ließ alles, was er zuvor empfunden hatte, nur umso unwirklicher erscheinen. Langsam beendete er seinen Rundgang. Zwei, dann wieder vier Schritte und .. er stand wieder bei Sasch, der ihn wortlos packte und zu sich nach unten zog. Schweigend kauerten die beiden Jungen sich dicht an eine der Wände gedrängt zusammen. Wartend und bangend, was als nächstes geschehen würde.

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TBC

An dieser Stelle ein weiterer Aufruf:
Auroren und Todesserzwecks Mitwirkung gesucht! Obim Canon vorkommend, oder eigens entworfene Charaktere - alles ist erlaubt. Bei Interesse bitte eine Eule an mich (Morti - lantashgmx.de ) senden.

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