Kapitel 3

Die Tage vergingen schnell und Sara freute sich darauf Greg und Nick bald wieder zu sehen. Schade war allerdings, dass Cath und Warrick nicht mitkommen konnten. Cath hatte schon vorher Urlaub genommen, weil Lindsey krank. Warrick hatte einen Familienvorfall und konnte auch nicht mitkommen.

„Sara, ich hole dich morgen früh um 5 Uhr ab.", Sara stand gerade an der Tür zu Grissom's Büro und verabschiedete sich.

„Oh, ja, das wäre prima, da kann ich mein Auto zu Hause lassen für die paar Wochen.", Sara lächelte erleichtert.

„Ist alles wieder in Ordnung bei dir?", fragte Grissom sie.

„Hm?", Sara sah in verständnislos an.

„Na ja mir schien es als ob du die letzten Tage etwas durch den Wind warst.", gab Grissom zurück.

„Uhm….. ja das hat sich geregelt, zumindest versuche ich es zu klären.", Sara blickte Grissom direkt in seine Augen.

Grissom erwiderte den Blick für einige Sekunden, dann nickte er und wand den Blick ab.

„Gut, dann sehen wir uns morgen früh. Gute Nacht Sara."

„Gute Nacht Grissom und arbeite nicht mehr so lange.", grinste Sara, aber wartete keine Antwort mehr ab, sondern ging nach Hause.

Ich freue mich irgendwie auf morgen, ich denke Grissom und ich könnten Freunde werden. Urlaub, 3 Wochen Urlaub, das wird einfach wunderbar. Ich freue mich auf das Skifahren, Snowboarden, auf Greg, Nick und Familie Stokes.

Wie ich ihr Lächeln liebe, aber das bringt alles nichts. Sie ist mit Greg zusammen und selbst wenn es nicht so wäre, bin ich immer noch ihr Vorgesetzter.

Sara schlief in der Nacht nicht gut. Sie hatte gestern noch bis spät in die Nacht hinein gegrübelt, ob es denn eine gute Idee war, mit zu fliegen. Das Kofferpacken erwies sich auch als langwierig, wie jedes Jahr. Aber diesmal war sie es einfach nicht gewohnt, so viele warme Sachen mitzunehmen. Letztendlich musste sie noch eine Reisetasche mitnehmen, da ihre Snowboardsachen nicht mehr in den Koffer passten.

Am nächsten Morgen, war Sara schon um 4 Uhr wach. Sie duschte ausgiebig und trank erstmal einen Kaffee, damit sie wach wurde. Als sie angezogen war, sah sie auf die Uhr, sie hatte noch eine halbe Stunde Zeit.

Warum bin ich nur so nervös, es ist nur Grissom, der mich abholt. Oder bin ich einfach nur nervös wegen Greg. Heute Abend werde ich ihn wieder sehen. Er hat mir schon gefehlt in der letzten Woche. Gott bin ich müde und schlechte Laune habe ich auch, toller Start in den Urlaub.

Dann klingelte es an der Tür und Grissom holte Sara ab.

„Guten Morgen Sara, ich hoffe du hast gut geschlafen und bist bereit für den Urlaub.", grinste er sie in guter Laune an.

Na toll, da hat jemand aber vorzügliche Laune. Er könnte mir ein wenig davon abgeben.

„Morgen Grissom, um ehrlich zu sein, habe ich nicht gut geschlafen.", sagte sie.

„Na ja du hast ja genug Zeit im Flugzeug zu schlafen. Hast du dein Ticket?", fragte Grissom.

„Ja Grissom, ich habe mein Ticket und behandel mich nicht wie ein kleines Kind.", entgegnete sie ihm gereizt.

„Sind das deine Sachen?", wich er ihr aus.

Sara nickte und Grissom schnappte sich ihr Skibag, ihren Koffer und trug die Sachen zum Auto. Sara selber nahm ihre Reistasche und ihr Handgepäck.

Der Flug nach Burlington, ging um kurz nach 7 Uhr. Sie hatten Zwischenlandung in Philadelphia und würden um 17 Uhr in Burlington landen. Von dort aus war es eine knappe Stunde mit dem Auto nach Keene Valley.

Sara schlief fast den ganzen Flug über. Sie hatte sich im Schlaf an Grissom geschmiegt und lächelte. Grissom betrachtete Sara fast den ganzen Flug über. Eigentlich wollte er ein forensisches Magazin lesen, aber die Wärme, die Sara ausstrahlte und die Tatsache, dass sie an ihn gelehnt war, machte seine Konzentration zu nichte. Am liebsten hätte er ihr die Haarsträhne aus dem Gesicht gestrichen, die sich widerspenstig über ihrem Gesicht kringelte.

Sie sieht so süß aus, wenn sie schläft. Grissom reiß dich zusammen, sie ist mit Greg zusammen und liebt ihn.

„Hey Sara, aufwachen, wir sind in Philadelphia.", Grissom rüttelte Sara sanft wach.

Sara setzte sich irritiert auf und war rot geworden.

„Uhm… es .. es tut mir leid, ich bin eingeschlafen.", stammelte Sara verlegen.

„Ist schon ok. Lass uns aussteigen und etwas essen gehen, wir haben jetzt eine Stunde Aufenthalt, bis unser Anschlussflug nach Burlington geht und ich habe seit dem Frühstück hier im Flugzeug nichts mehr gegessen.", Grissom hatte sich von seinem Platz erhoben und reichte Sara ihre Tasche aus dem Fach über ihnen.

Sara blieb einen kurzen Moment draußen stehen, als sie über die Landebahn zum Flughafengebäude gingen.

„Wow, so habe ich es nicht mehr in Erinnerung.", sagte sie strahlend.

„Du scheinst fasziniert zu sein vom Winter?", schmunzelte Grissom hinter ihr.

„Ja, das war ich schon immer. Schon als ich in Harvard Studiert habe, habe ich den Winter geliebt.", Sara strahlte übers ganze Gesicht.

„So habe ich dich das letzte Mal in San Francisco strahlen sehen.", sagte Grissom leise.

Sara drehte sich etwas erschrocken rum. Damit hätte sie nicht gerechnet.

Winter, es ist Winter! Wie schön, wenn alles weiß ist. Grissom hat es so leise gesagt, als wäre es ihm rausgerutscht. Hat er doch Gefühle für mich? Nicht jetzt bitte, nicht wo ich doch mit Greg reden wollte.

Als sie gegessen hatten, gingen sie zu ihrem Flugsteig, wo der Flug nach Burlington ging. Kaum hatten sie im Flugzeug Platz genommen, war Sara wieder eingeschlafen. Doch diesmal schlief sie sehr unruhig, wie Grissom feststellte. Sie versuchte immer wieder im Halbschlaf sich nicht an Grissom zu lehnen. Irgendwann war sie völlig unruhig eingeschlafen.

„Sara?", flüsterte Grissom leise.

Sara, die sowieso nicht richtig schlief, war sofort wach und schaute ihn mit ihren weit aufgerissenen braunen Augen verwirrt an.

„Es ist ok, wenn du mich als Kissen benutzt.", schmunzelte Grissom.

„Danke Grissom, aber ich benutze dich sicher nicht, schon gar nicht als Kissen.", konterte Sara etwas gereizt zurück.

Was ist denn jetzt mit ihr los? Ich dachte es fällt ihr leichter zu schlafen, wenn sie sich an jemanden lehnen kann.

„Entschuldige, ich wollte dich nicht verärgern, aber ich dachte, so schläfst du besser.", antwortete Grissom ehrlich.

„Uhm… ja entschuldige, dass ich dich so angeblafft habe, ich habe nicht wirklich viel Schlaf gehabt heute Nacht.", brachte Sara als Entschuldigung hervor.

„Schon ok Sara, mach einfach die Augen zu und schlafe noch ein wenig. In 2 Stunden landen wir in Burlington.", sagte Grissom und lächelte.

Was geht in ihm vor? Ich habe immer noch Gefühle für ihn.Jedesmal, wenn er mich so anlächelt oder anschaut, wird mir ganz anders. Aber es geht nicht, ich muss mit Greg reden. Es ist nicht fair ihm gegenüber. Sicher wird Grissom sich ganz schnell wieder von mir zurückziehen oder mich verletzten, da habe ich bei Greg besserer Chancen.

Sara schlief mit diesen Gedanken wieder ein. Nach einer Weile hatte sie sich wieder an Grissom gekuschelt, der sanft den Arm um sie legte. Doch er nahm ihn gleich wieder weg.

Ich darf das nicht, sie ist mit Greg zusammen und ich bin ihr Vorgesetzter.

Sara war kurz vor der Landung in Burlington wieder wach. Als sie in der Flughafenhalle waren und ihr Gepäck geholt hatten, ging Grissom zu der Autovermietung, wo Mr. und Mrs. Stokes das Auto für sie reserviert hatten.

Grissom bekam den Schlüssel und eine Beschreibung wo das Auto stand. Die Fahrt verlief erst im Schweigen, bis Sara unbedingt fahren wollte.

„Nein Sara, du bist es nicht gewohnt im Schnee zu fahren.", verneinte Grissom die Frage.

„Was soll das Grissom, warum behandelst du dich immer wie ein kleines Kind? Ich bin nicht mehr die „kleine" Studentin aus San Francisco, die du mal eben abservieren kannst, wie es dir gefällt.", Sara war wütend geworden.

„Sara.. ich….", versuchte Grissom zu erklären.

„Nein Grissom, lass das ewige Sara und behandel mich endlich wie eine Kollegin und nicht wie eine deiner Studentinnen. Cath würdest du nie so behandeln.", funkelte sie ihm wütend entgegen.

Grissom seufzte auf. Er konnte gegen Sara nicht ankommen, wenn sie wütend war. Er hielt an und tauschte mit Sara die Plätze.

Es lag sehr viel Schnee. Sara aber konnte mit dem Jeep, bestens umgehen. Sie hatte das während ihrer Studienzeit gelernt. Es dauerte eine kleine Weile und Grissom war eingeschlafen. Sara war erleichtert, sie entspannte sich ein wenig.

Nach weiteren 45 Minuten waren sie in Keene Valley angekommen. Dank dem Navigationssystem fand sie schnell das Haus der Stokes. Grissom wurde kurz vor der Ankunft wieder wach und wunderte sich wo sie waren. Sara schenkte ihm ein Lächeln.

„Hey, gut geschlafen? Wir sind in 5 Minuten am Ziel", lächelte Sara.

„Oh, habe ich so lange geschlafen?", fragte Grissom verwundert.

„Ja. So schlecht fahre ich wohl doch nicht.", grinste Sara ihn an.

Grissom aber sagte nichts, denn sie waren vor dem Haus der Stokes angekommen. Nick und Greg hatten das Auto die lange Auffahrt rauffahren gesehen und stürmten gleich aus dem Haus. Als Sara ausgestiegen war, fand sie sich sofort in Gregs Armen wieder.

„Schön, dass du endlich hier bist Sunshine.", begrüßte er sie überschwänglich und küsste sie.

Als Grissom das sah, zog es ihm innerlich alles zusammen. Er wurde unterdessen herzlich von Marybeth und Charles Stokes begrüßt.

„Sara, toll dass du da bist, ich habe dich schon vermisst.", Nick umarmte sie ebenso stürmisch wie Greg.

„Sara, Kleines, komm und lass dich umarmen.", rief Charles Stokes und breitete die Arme aus.

Sara lachte und umarmte den Vater ihres besten Freundes herzlich. Sie freute sich ihn zu sehen.

„Willkommen Dr. Grissom.", begrüßte Marybeth Stokes Grissom mit einem warmen Lächeln.

„Danke für die Einladung Mrs. Stokes, aber bitte nennen sie mich Gil.", gab Grissom zurück.

„Sara, meine Kleine, wie geht es dir? Du siehst ja ganz schön abgemagert aus, es wird Zeit, dass wir dich ein wenig aufpäppeln.", lachte Marybeth und umarmte Sara herzlich.

„Hallo Mary, hallo Charles, ist das schön euch wieder zu sehen.", gab Sara lachend zurück, als sie von Nicks Eltern ins Haus geführt wurde.

„Angela ist noch auf der Piste, aber sie wird froh sein, dass du endlich da bist.", erzählte Nick Sara.

Angela war Nicks kleinste Schwester. Sie war 27 Jahre und noch immer Single, was ihren Eltern überhaupt nicht passte. Genauso wenig, dass Nick keine Freundin hatte.

„Gil was tun sie das ganze Jahr mit Sara, fordern sie sie so sehr? Sie sieht so blass und abgespannt aus.", beschwerte sich Marybeth.

„Marybeth, lass doch Gil in Ruhe, die beiden haben eine lange Reise hinter sich. Sara bekommen wir bis sie abreißt schon wieder auf die Beine.", sagte ihr Mann und grinste Gil an.

Sara war das Ganze etwas peinlich vor Grissom. Das war aber immer so. Auch wenn sie nach Texas kam, wurde sie so empfangen und ihr wurde immer gesagt, dass sie zu dünn sei. Sara genoss es so umsorgt zu werden. Sie selber hatte keine so glückliche Kindheit und liebte Nick's Familie als wäre es ihre eigene.

Was soll Grissom nur denken. Er sieht mich die ganze Zeit schon so komisch an.

Sara ist wie ausgewechselt. Sie lächelt die ganze Zeit schon. Sie hat Nick's Familie sicher gern und ich froh wieder bei Greg zu sein.

Was würde ich dafür tun, jetzt an Greg's Stelle zu sein und Sara in die Arme schließen zu können. Gil es ist besser du hörst auf zu Träumen du bist ihr Vorgesetzter, da könnte nie gut gehen. Außerdem liebt sie Greg, das sieht man ihr an, wie sie lächelt.

„Sara, kann ich dich mal sprechen?", fragte Greg, als sie im Haus Kaffee getrunken hatten.

„Klar Greggo, wollen wir ein wenig draußen spazieren gehen?", fragte Sara.

„Ja, gerne, ich kann schon mal dein Gepäck mit rüber zum Haus nehmen.", begann Greg.

„Wie rüber zum Haus?", wunderte sich Sara.

„Na ja du und Grissom ihr wohnt ca. 800m weiter den Weg entlang in einem Haus.", erklärte ihr Greg.

„Bitte?", Sara sah Greg entsetzt an.

„Tut mir ja leid Sunshine, normal sollten Cath und Warrick noch bei euch wohnen, aber die konnten ja nicht mitkommen.", sagte Greg.

Sara seufzte entnervt auf. Das kann ja ein toller Urlaub werden. Jetzt muss ich auch noch mit Grissom im gleichen Haus wohnen. Und ich dachte ich habe meine Ruhe vor ihm. So habe ich mir meinen Urlaub nicht vorgestellt.

Sara holte ihre Winterjacke aus dem Auto. Sie war froh, dass sie sich in Philadelphia am Flughafen schon ihre Stiefel angezogen hatte, denn jetzt wo sie mit Greg durch den hohen Schnee lief, zu dem Haus in dem sie wohnen sollten, hätte sie mehr als gefroren.

Greg trug ihren Koffer und ihre Tasche. Ihr Skibag hatten sie im Auto gelassen. Sie beschloss es später zu holen. Er stellte ihre Sachen ins Haus. Beide gingen dann wieder nach draußen um das Haus herum, wo sich eine Bank befand.

Greg und Sara setzten sich und Greg nahm Saras Hand und sah ihr in die Augen.

„Sara, wir haben uns geschworen ehrlich zu sein.", begann Greg.

Greg war wohl etwas nervös, denn er strich Sara immer wieder schnell über ihren Handrücken.

„Greg, was ist los, warum bist du so nervös, was ist passiert?", fragte Sara.

„Sara du weißt, dass ich dich unheimlich gerne habe…"

Greg schluckte, er wusste nicht wie er es Sara sagen sollte.

Hoffentlich ist nichts passiert. Greg ist so seltsam, so kenne ich ihn nicht.

„Greg, bitte sag mir doch endlich was los ist. Ich muss auch etwas Wichtiges mit dir besprechen."

„OK. Ich meine du weißt, wie meine Gefühle für dich sind und ich will dir auch nicht weh tun, aber ich will ehrlich zu dir sein. Ich habe mich verliebt.", sagte Greg und sah Sara direkt an.

Oh Greg hat sich in mich verliebt, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.

„Greg du weißt, wie sehr ich dich mag. Aber ich habe über uns nachgedacht und ich kann so nicht weiter machen. Greg ich bin nicht in dich verliebt. Es wäre nicht fair dir gegenüber. Du bist einer meiner besten Freunde und wenn wir so weitermachen, zerbricht unsere Freundschaft.", sagte Sara mit fester Stimme.

Jetzt lachte Greg. Sara sah in irritiert an.

„Oh Sunshine, weißt du, dass mir gerade ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ich wollte dir sagen, dass ich mich verliebt habe. Es ist Angela.", sagte Greg.

Jetzt war es Sara die lachte und Greg stürmisch umarmte.

„Oh Greggo, das ist wundervoll. Ich wünsche dir das Allerbeste. Lass uns einfach Freunde sein, ich glaube auf dem Gebiet sind wir besser.", grinste Sara.

„Was ist mit dir Sara? Wie lief der Flug mit Grissom?", Greg sah Sara fragend an.

„Ja, war ganz ok. Hätte schlimmer sein können.", wich Sara Greg aus.

„Sara, erinnerst du dich, wir haben uns versprochen uns immer die Wahrheit zu sagen, auch wenn wir nicht mehr zusammen sind. Sind wir Freunde, die das gleiche Versprechen haben. Du liebst Grissom immer noch, oder?", Greg durchbohrte Sara fast mit seinem Blick.

Sara aber konnte nur nicken, ihr kamen die Tränen.

Greg nahm sie zärtlich in den Arm und tröstete sie.

„Schtt.. Sunshine, ist es so schlimm?", fragte Greg sie.

Grissom kam gerade den Weg zum Haus entlang und sah Sara und Greg auf der Bank sitzen. Ihn durchfuhr ein Schmerz, als er sah, dass Greg Sara zärtlich in den Arm nahm.

Ich hätte es wissen sollen. Sie haben sich vermisst. Greg liebt Sara sicher genauso wie sie ihn. Warum nur kann ich mich nicht für beide freuen?

.... TBC