So, da bin ich wieder. Aufgrund einiger Schwarzleser kriegt ihr jetzt das nächste Kapitel!
Wie immer, alles Rowlings, nix meins... Have fun!
2
Bill war überrascht sie lächeln zu sehen. Und freute sich, dass dieses Lächeln ihm galt. Er setzte sich wieder. Samara saß weit weg am Tisch, aber er konnte sie von seinem Platz aus gerade so sehen. Sie verfolgte den Rest der Auswahl nicht. Sie begrüßte die Erstklässler die sich einer nach dem Anderen neben ihr einfanden. Doch ansonsten starrte sie auf den Tisch.
Die Zeremonie war zu Ende und Dumbledore richtete ein paar Sätze an die Schüler bevor er das Essen eröffnete. Viele Schüsseln und Platten erschienen augenblicklich auf den Haustischen und gierig griffen alle Schüler nach ihren Lieblingsspeisen. Nach dem Essen wünschte der Schulleiter allen eine angenehme Nacht und die Vertrauensschüler riefen die Erstklässler zu sich um ihnen den Weg zu den Schlafsälen zu weisen. Bill reihte sich ein und sprach Samara an:
„Hey, Glückwunsch."
Samara sah ihn fragend an.
„Na, dass du in auch in Gryffindor bist. Ich hatte gleich so eine Ahnung, dass du in Ordnung bist."
„Danke." antwortete sie teilnahmslos.
Bill räusperte sich und meinte:
„Falls du mal Fragen hast oder so was, kannst du übrigens gern zu mir kommen, ja?!"
„Danke." wiederholte sie. Dann gingen sie schweigend den anderen Schülern hinterher. Bill half ihr durch das Portraitloch, dessen Passwort Basilisk war und wünschte ihr eine gute Nacht.
Sie sah Bill noch nach, wie er die Treppe zum Jungsturm hinauf ging. Sie fragte sich, ob er einer dieser Freunde werden würde, von denen der Hut gesprochen hatte.
Der erste Schultag begann für Samara mit aufgeregten Gesprächen. Die Mädchen, mit denen sie sich den Schlafsaal teilte waren früh wach und unterhielten sich darüber, was am ersten Tag wohl auf sie zu kommen würde. Lautlos stieg Samara auf und zog sich an. Es war ihr etwas unangenehm. Nie hatte sie sich vor anderen Menschen umgezogen. Doch die Mädchen beachteten sie nicht. Erst als sie sich räusperte bemerkten sie, dass sie wach war.
„Oh, haben wir dich geweckt?", fragte ein Mädchen, dass sich am Abend zuvor als Celine vorgestellt hatte.
Samara schüttelte den Kopf.
„Du bist ja schon angezogen." bemerkte eine Andere, deren Name Melanie war.
Sie nickte und bemerkte:
„Wir haben auch schon halb 8. In einer halben Stunde gibt es Frühstück und wir bekommen unsere Stundenpläne."
Die anderen Mädchen begannen zu strahlen und eilten sich, ihre Uniformen an zu ziehen. Gemeinsam gingen die Mädchen hinunter in den Gemeinschaftsraum. Samara erblickte sofort Bill, wie er mit 2 anderen Jungs die gegenüberliegende Treppe hinunter kam. Sie hob kurz die Hand und er lächelte sie an.
„Guten Morgen." begrüßte er sie. „Meinst du, du findest den Weg schon alleine?"
Sie zuckte mit den Schultern.
„Ich hoffe doch."
Gemeinsam gingen sie in die große Halle. Samara hätte den Weg gefunden und war erleichtert. Sie hatte schon Angst gehabt sich gleich am ersten Tag zu verlaufen.
Die Halle war schon sehr voll und die Mädchen aus ihrem Schlafsaal zogen sie mit sich zu den wenigen noch freien Plätzen. Bill setzte sich auf einen freien Platz zwischen seinen Klassenkameraden. Samara erspähte auch Charlie und grüßte ihn von weitem. Er lächelte sie an und fuhr damit fort einen Toast besonders schnell in seinen Mund zu stopfen.
„Kennst du ihn?", fragte Melanie neben ihr.
„Wir saßen im selben Abteil."
„Und dieser Andere, mit den langen Haaren?"
„Das ist sein großer Bruder. Wir haben uns gestern eine Weile unterhalten."
Melanie grinste.
„Gefällt er dir?"
Samara sah sie verdutzt an.
„Wie meinst du das?"
Melanie musste laut lachen und Celine, die zu gehört hatte, ebenfalls.
„Oh Sam, ich darf dich doch so nennen, oder? - Na, er ist doch süß und er ist schon fast in der Oberstufe." Celine grinste sie frech an.
Samara glotzte sie mit großen Augen an. Damit hatte sie nun gar nicht gerechnet.
„Nein. Ich bin zu jung, als das mich Jungs interessieren würden und er ist zu alt, als das er sich für mich interessieren würde. Ich halte ihn nur für sehr klug und sympathisch."
Sie griff nach einem Toast und begann ihn mit Butter zu bestreichen. Sie ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie kein Interesse an Bill oder Charlie hatte. Melanie und Celine grinsten sich noch einmal an und begannen dann ebenfalls zu frühstücken.
Wenig später kam Professor McGonagall zu ihnen und reichte ihnen ihre Stundenpläne. Samara sah darauf und ihre ersten beiden Stunden waren Zaubertränke. Professor Snape stand daneben geschrieben. Das musste ihr Lehrer sein.
Nach dem Frühstück kam Bill zu ihr und tippte ihr auf die Schulter. Sie sah sich um und er fragte:
„Und, wen hast du in der ersten Stunde?"
„Professor Snape in Zaubertränke."
„Dann musst du in die Kerker runter. Du hast bestimmt mit Slytherin zusammen."
„Wo sind die Kerker?"
„Komm mit, ich zeig dir, wo du lang musst."
Bill zeigte ihr den Weg und sie gingen noch zusammen hinauf zum Gryffindorturm. Dort teilten sich ihre Wege. Samara ging hinauf in ihren Schlafsaal um die Bücher für den Tag zu holen und ging mit den anderen Mädchen in den Kerker hinunter. Ein bisschen war sie Stolz, dass sie den Weg kannte und sie dank ihrer Hilfe nicht zu spät in die erste Stunde kamen.
Wie Bill gesagt hatte wohnte auch die Klasse von Slytherin dem Unterricht bei. Jetzt erst verstand sie, was Phineas damit gemeint hatte, dass die beiden Häuser sich hassten. Immer wieder beleidigten die Schüler sich gegenseitig und tauschten hasserfüllte Blicke aus. Sie ließ sich nicht auch dazu hinreißen. Sie folgte dem Unterricht von Snape, der offenbar Hauslehrer von Slytherin war. Samara entdeckte, dass sie auch in Zaubertränke recht bewandert war, obwohl sie sich nie sonderlich für die Kunst des Brauens interessiert hatte. Die beiden Stunden verflogen schnell und Samara trat mit ihren Mitschülerinnen wieder auf den Gang. Sie sah auf den Stundenplan. Als nächstes Stand Zauberkunst mit Professor Flitwick auf dem Plan. Die Mädchen sahen sie fragend an. In der Hoffnung, dass sie auch dieses Mal wusste, wo sie hin mussten. Doch sie zuckte mit den Schultern. Also gingen sie die Treppen hinauf und sahen sich um, ob ihnen jemand helfen konnte. Celine erspähte McGonagall und fragte sie nach dem Weg. Sie half ihnen freundlich weiter und auch zu den nächsten beiden Stunden kamen sie nicht zu spät. Diesen Unterricht fand Samara mehr als langweilig. Alles, was Professor Flitwick ihnen erzählte, wusste sie bereits. Ihr Vater und ihre Tante hatten ihr viel beigebracht und alles Andere hatte sie sich selbst angeeignet in den vielen Stunden, die sie in der Bibliothek der Blacks verbracht hatte.
Die Zeit bis zum Mittagessen wollte nicht vergehen. Sie fragte sich, ob die anderen Stunden wohl auch so ablaufen würden. Oder ob das gesamte Jahr so lange dauern würde.
Beim Mittagessen begann sie, sich mit den Mädchen aus ihrem Schlafsaal zu unterhalten. Sie schienen recht nett und Samara fing an, sich wohl zu fühlen. Doch bemerkte sie, wie jung sie noch wahr und wie wenig sie über soziales Leben wusste. Sie hatte zuvor noch nie darüber nachgedacht ob jemand sie mochte. Sie ist immer allein gewesen. Das einzige Wesen dem sie vertraute war ihr Hauself und die Menschen mit denen sie sich umgeben hatte, waren mehr ihre Lehrer als ihre Familie oder Freunde gewesen. Verloren, naiv und dumm kam sie sich zwischen den Mädchen und Jungs ihrer Klasse vor.
Die Wochen vergingen, aber eine richtige Freundschaft konnte sie nicht aufbauen. Bill und Charlie sah sie auf dem Gang und im Gemeinschaftsraum und sie grüßten sich, aber dabei blieb es. Ihre Freizeit verbrachte sie am liebsten in der Bibliothek und sie sehnte sich nach den Weihnachtsferien, wenn sie wieder nach Hause konnte.
Als es endlich soweit war und sie ihre Koffer für den nächsten Tag packte fragte Celine:
„Verbringst du Weihnachten zu Hause bei deiner Familie?"
Sam musste kurz überlegen. Familie? Ja, Kreacher war ihre Familie. Sie nickte und Celine lächelte sie an.
„Dann wünsche ich dir schon mal schöne Ferien."
Sie nickte wieder und Celine wand sich unschlüssig ab. Sie hatte Sam in dem halben Jahr nie lächeln sehen. Ein zynisches Lächeln oder Grinsen hier und da, aber eher selten. Ein richtiges Lächeln, darauf wartete sie. Celine hatte die ganze Zeit versucht an sie heran zu kommen. Eine Freundschaft zu schließen, aber vergeblich. Celine mochte auch die anderen Mädchen und mit Melanie verstand sie sich hervorragend, doch sie war auch eher verschlossen und still und verstellte sich gegenüber der Anderen um jemanden zum reden zu haben. Wenn Sam sich öffnen würde, wäre da vielleicht jemand, der sie verstand. Oft saß sie neben Sam in der Bibliothek, doch redeten sie dort nicht miteinander. Celine war auch ein sehr kluges Mädchen. Sie musste viel lernen, um mit Samara mit halten zu können, aber sie tat das lieber, als sich mit den anderen Mädchen zu amüsieren und sinnlose Gespräche zu führen. Und sie hoffte, wenn sie genauso klug war wie Sam, würden sie sich vielleicht anfreunden.
Samara blieb die Enttäuschung über ihre spärliche Antwort nicht verborgen. Sie seufzte und fragte schließlich:
„Und du? Bleibst du hier?"
Celine drehte sich überrascht um. Und nickte.
„Ich bin froh, wenn ich hier bleiben kann. Allerdings gehen die Anderen auch alle nach Hause. Also werde ich mir die Zeit in der Bibliothek tot schlagen."
„Warum bist du froh?"
Das war die persönlichste Frage, die Sam je an einen ihrer Mitschüler gerichtet hatte.
„Naja, ich wohne bei meinem Vater, einem Muggel, und seit meine Mutter, eine Hexe, gestorben ist und er weiß, dass ich auch eine Hexe bin, ist es zu Hause nicht sehr angenehm. Er betrinkt sich nur und schreit mich an."
Samara begann Mitleid zu empfinden. Etwas, dass sie auch nicht kannte. Einen Moment dachte sie daran Celine einzuladen mit ihr zu kommen. Doch dann viel ihr ein, dass sie Celine dann einweihen musste. Und das ging nicht. Niemand durfte etwas erfahren.
„Das tut mir Leid." antwortete sie ehrlich. „Könntest du nicht bei Melanie Weihnachten feiern?"
Sie lächelte.
„Sie hat mich schon eingeladen. Aber ich will ihr nicht zu Last fallen."
„Wenn sie dich eingeladen hat, fällst du ihr nicht zur Last. Nimm die Einladung doch an."
Celine lächelte wieder und nickte.
„Vielleicht hast du recht. Ich geh sie gleich mal fragen ob die Einladung noch steht."
Glücklich huschte sie aus dem Zimmer.
Sam war zufrieden mit sich. Sie hatte eine gute Tat getan, indem sie jemandem zu gehört hatte und war nicht einmal schwer. Sie hatte ein vertrautes Gespräch geführt ohne sich öffnen zu müssen. Vielleicht sollte sie sich in Zukunft öfter mit Celine unterhalten.
