"RON?? Bist du das? Wieso rufst du mich an?", fragte die Stimme am anderen Ende.

"Hallo Hermine, ich hoffe es geht dir gut. Neben mir stehen Ron und Arthur. Wir wollten dich fragen, ob du nicht zu uns in den Fuchsbau kommen willst", quasselte Harry los, wobei er Ron übertönen mußte. Auf der anderen Seite herrschte eine Stille und man hätte eine Stecknadel fallen hören können. "Hallo Harry! Na klar komm ich, wann holt ihr mich ab? Ich packe sofort meine Sachen und die Erlaubnis meiner Eltern kriege ich bestimmt. Ich habe da schon eine Idee", antwortete Hermine und sie schien richtig glücklich!

"Wir wollten dich heute Abend abholen, aber wenn es früher sein soll, können wir das auch einrichten", sprach nun Arthur, der sich den Hörer von Harry gegriffen hatte.

"OK, könnt ihr mich um 18. 00 Uhr abholen, ihr wisst doch wo ich wohne?", Hermine schrie schon beinahe, vor lauter Freude.

"Geht alles klar, wir sind dann um 18 Uhr vor deiner Haustür, bis dann und passe bitte auf dich auf", erwiderte Arthur auf Hermine's Frage. Und beide Seiten legten auf.

"JUHU, HERMINE KOMMT ZU UNS!!!", schrie Ron noch einmal. Harry und Arthur schreckten ein wenig zusammen, aber sie freuten sich auch mit Ron. Und so machten sie sich wieder auf den Weg zum Fuchsbau. Dort wurden sie schon von der ganzen Familie erwartet. Ron hatte immer noch ein breites Grinsen im Gesicht. Somit war allen klar, dass Hermine zu ihnen kommen würde. Ginny freute sich sehr, denn endlich würde sie jemanden haben, mit dem sie ihre Gefühle und Probleme bereden könnte.

So breitete sich auf ihrem Gesicht ebenfalls ein großes Lächeln aus. George und Fred freuten sich zwar auch, jedoch hielt sich das in Grenzen und so zogen sie sich wieder in ihr Zimmer zurück. Es waren also nur noch Harry, Ron, Ginny, Arthur und Molly in der Küche. Ron verabschiedete sich schnell, denn er wollte sich anscheinend schick machen für Hermine. Jetzt konnte auch der Dümmste erkennen, dass Ron etwas für Hermine empfand.

"Ich freue mich für Ron, er scheint endlich seine erste große Liebe gefunden zu haben, wollen wir nur hoffen das Hermine auch dasselbe für ihn fühlt", sagte Molly und sprach somit aus, was alle dachten. Nur Ginny wußte es und sie konnte es den anderen natürlich nicht sagen, schließlich hatte Hermine ja darum gebeten, es nicht weiter zu erzählen. Und Ginny konnte ja schließlich Geheimnisse sicher aufbewahren. So wurde nur ihr Lächeln größer, doch zum Glück bemerkten das die anderen nicht. Sie hatten sich nun alle an den Tisch gesetzt, während Molly Tassen aus dem Schrank heraus holte und diese auf den Tisch stellte. Sie kochte schnell Tee und goß allen etwas ein und holte Kekse heraus, die ziemlich lecker schmeckten. Harry griff begeistert zu und Ginny folgte seinem Beispiel. "Wie wollen wir eigentlich Hermine abholen?", fragte Harry. Arthur schien ein wenig belustigt von dieser Frage.

"Wir könnten das Auto nehmen, das ich mir letzten Monat zugelegt habe. Ich habe ein wenig herumgebastelt und es ist noch besser als der Ford, mit dem Ron und du ja nach Hogwarts geflogen seid! Es sei denn, Molly hat etwas dagegen", sprudelte es aus Arthur hervor, wobei er seine Frau bei den letzen Sätzen fragend angeschaut hatte. Molly nickte bloß und alle waren von der Idee hell auf begeistert. Sie redeten noch eine ganze Weile und dann war es schon Zeit für die Vorbereitung des Mittagessen. Molly scheuchte alle raus und somit ging Arthur noch einmal zum Auto, um nach zu schauen, ob alles soweit in Ordnung war. Harry wollte mal bei den Zwillingen rein schauen und er ging mit Ginny nach oben. Sie zeigte ihm wo das Zimmer der Zwillinge lag und ging dann in ihr eigenes Zimmer. Harry wollte nicht unhöflich sein, somit klopfte er an und nach dem Herein ertönt war, schlüpfte er durch die Tür. Fred und George begrüßten Harry und freuten sich über sein Besuch. Schließlich war er noch nie in ihrem Zimmer gewesen, auch nicht in der Zeit, die er sonst hier verbracht hatte. Sie zeigten ihm also alles und natürlich auch ihre Scherzartikel. Harry war begeistert, er hatte schon lange nicht mehr so gelacht und die Zwillinge genossen es richtig, denn endlich wurden ihre Artikel ausreichend gewürdigt. Ihre Mutter verbot es ja immer, dass sie mit ihren Erfindungen die Stimmung ein wenig bessern wollten. So verging die Zeit schnell.

Ginny hatte sich statt dessen auf ihrem Bett niedergelassen. Sie schrieb zwar täglich in ihr Tagebuch, jedoch zuerst am Abend. Darum hatte sie sich nur ein Buch aus ihrem Bücherregal genommen. Doch sie konnte sich kaum auf das Buch konzentrieren, da ihre Gedanken immer wieder abschweiften. Und ständig um Harry kreisten, so mußte sie die erste Seite immer wieder von vorne lesen. Es nutzte ihr aber nicht besonders viel. Man freue ich mich auf Hermine, mit ihr kann ich mich wenigstens ordentlich unterhalten. Jetzt wo Percy nicht mehr da ist, sondern auf seinen Reisen, ist hier doch kaum jemand, der etwas in der Birne hat. Fred und George haben ja nur ihre Scherzartikel im Kopf und machen ständig nur Blödsinn. Ron, der träumt eh nur den ganzen Tag vor sich hin. Und Mum und Dad sind immer so beschäftigt, dass ich sie auch nicht mit meinen Sorgen belasten will. Also ist es richtig gut, wenn Hermine kommt, obwohl.....die wird sich dann wohl eher um Ron kümmern, da die beiden in einander verliebt sind. Bleibt also nur noch Harry! Er ist schließlich auch nicht so blöd wie Ron, sondern eigentlich sehr schlau. Nur wie kriege ich ihn mal von den anderen alleine zu Gesicht?, dachte Ginny und über ihre letzte Frage grübelte sie noch, als ihre Mutter zum Essen rief. So nahm sie sich vor, später weiter zu grübeln und jetzt lieber etwas zu essen. Sie traf auf dem Weg zur Küche auf Harry und sie gingen nun wieder gemeinsam zum Essen, jedoch schien es, als seinen beide noch tief in ihren eigenen Gedanken versunken. In der Küche angekommen, setzten sie sich schweigend nebeneinander, doch das war eher unabsichtlich geschehen.

Jetzt betraten auch die anderen Familienmitglieder die Küche und sie alle setzten sich um den Tisch. Molly schwenkte ihren Zauberstab und alle Speisen, die sie zubereitet hatte, flogen nur so auf den Tisch. Sogar die Getränke kamen angeflogen, schenkten allen etwas ein und stellten sich wieder auf dem Küchentisch ab. Alle schienen richtigen Hunger zu haben und so langten sie kräftig zu. Am Ende waren nur noch Krümel übrig, denn alles andere hatte die große Familie aufgegessen. Das Geschirr spülte sich auch alleine ab und stellte sich zurück in den Schrank. Molly war richtig begeistert, denn schließlich ersparte ihr das die Arbeit. Es saßen alle noch ein wenig beieinander, Fred sowie George unterhielten Ginny, während Ron und Harry über Qudittch redeten. Arthur und Molly hatten sich bereits nach dem Essen zurückgezogen und saßen nun im Wohnzimmer. "Ich geh mal ins Zimmer, ich will schnell noch einen Brief an Sirius schreiben", flüsterte Harry nun Ron zu, dieser war zwar enttäuscht das Harry weg wollte aber trotzdem nickte er. Harry verabschiedete sich kurz von der Runde und verdrückte sich aus der Küche. Hoffentlich komme ich unbemerkt in Ron's Zimmer., dachte Harry, als er schon von Arthur bemerkt wurde. "Hallo Harry, komm setz dich zu uns! Wir wollten uns noch mal mit dir unterhalten", sprach nun Molly, Arthur bot Harry einen Platz auf der Couch an.

Mist! Jetzt muß ich mich auch noch mit den beiden unterhalten, obwohl ich gar keine Zeit habe. Aber, na ja der Brief muß dann halt einen Moment länger warten, dachte Harry erneut und setzte sich dann auf die Couch, um sich nichts anmerken zu lassen. Arthur und Molly lächelten ihn an, als ob sie ihm irgendwie Mut geben wollten. Harry lächelte schüchtern zurück.

"Also wir wollten eigentlich nur wissen, ob es dir gut geht. Außerdem wollten wir dir noch einmal sagen, dass du nicht an dem Tot von Cedric Diggory Schuld bist. Er starb glücklich, schließlich hatte er ja das Trimagische Turnier gewonnen. Also gib dir keine Schuld!", wollte ihn Arthur aufmuntern. Jedoch bewirkte er das genaue Gegenteil bei Harry. Vor dessen Augen lief nun das Vergangene erneut ab, wie Voldemort den Auftrag gegeben hatte, Cedric zu töten. Einfach alles und Harry verfiel in seine Gedanken. Arthur und Molly machten sich Sorgen und wollten schon etwas unternehmen, als das glitzernde grün wieder in Harry's Augen trat. Zwar strahlten sie nicht mehr so stark, wie vor ein paar Minuten, jedoch leuchteten sie ein wenig.

Doch das hatte aber nur damit zu tun, das Harry krampfhaft an seine Eltern dachte. "Ja mir geht es gut, also macht euch keine Sorgen um mich. Und jetzt würde ich gerne in mein Zimmer gehen", sagte Harry wie in Trance. Molly und Arthur nickten nur, so stand Harry auf und stieg langsam die Treppen hinauf. Beide Erwachsene machten besorgte Gesichter, jedoch erwiderten sie kein Wort.

Harry war endlich in seinem Zimmer angekommen, na ja eigentlich war es ja Ron's Zimmer. Er legte sich kurz auf seinem Bett und verlor sich wieder in seinen Gedanken, plötzlich war er sehr müde. Er schlief ein und die schrecklichen Geschehnisse, an die er eben noch gedacht hatte, folgten ihm in seine Träume. Harry sah alles erneut vor sich, so als ob er auch selbst wieder dort wäre. Er zuckte zusammen, als Diggory von einem Todesfluch getroffen wurde. Er wollte schnellstens weg von hier, jedoch schienen seine Beine das nicht zu erlauben.

Harry schreckte zuerst wieder zurück, als Ron herein kam und ihn wach rüttelte.

"HARRY, was ist los mit dir, wieso schreist du so? Hattest du einen Alptraum?", sagte Ron besorgt zu Harry. Allerdings schien Harry noch immer nicht richtig da so sein und so rüttelte Ron seinen besten Freund erneut. "Was ist? Wieso schüttelst du mich so? Bin ich eingeschlafen?", schreckte Harry nun auf.

"Ja Harry, du hast geschlafen und du hast wie am Spieß geschrienen, was hast du denn geträumt?", hakte Ron nach.

"Ach nichts besonders", antwortete Harry halbherzig. Ron wollte auch nicht weiter tiefer graben, denn er kannte seinen Freund und wenn er soweit wäre, würde er schon von sich alleine erzählen. Harry schaute plötzlich auf die Uhr, es war schon 17.00 Uhr!

"Müssen wir nicht bald los, um Hermine ab zu holen? Schließlich wohnt sie nicht grade um die Ecke!", fragte Harry nun seinen Freund.

"Ja, darum bin ich eigentlich hier, ich sollte dich nämlich holen. Ginny und Dad warten schon unten auf uns. Ich weiß ja auch nicht, wieso Ginny mitkommen will, aber sie ist nun einmal ein Mädchen.... und Mädchen kann man ja kaum verstehen", plapperte Ron. Harry statt dessen hatte sich kurz ins Bad verdrückt und kam auch schnell wieder. Dann gingen die beiden schnell hinunter zu Ginny und Arthur, die im Garten warteten. "Da seid ihr ja endlich! Dann können wir ja los!", freute sich Ginny.

Oh, jetzt habe ich gar nicht an Sirius geschrieben! Naja dann muß ich das nachher machen, dachte Harry mißmutig. Gleich darauf stiegen alle in das Auto und es war einfach klasse! Von außen hätte man gar nicht bemerkt, wie groß es von innen war. Das war ja eindeutig magisch, dachte Harry, der ja normale Muggelautos kannte. Als alle im Auto waren, Arthur saß alleine vorne und die Jugendlichen hatten es sich hinten bequem gemacht, startete das Auto und die Fahrt konnte beginnen. Arthur hatte an diesem Wagen auch einen Knopf, um das Auto unsichtbar zu machen. Schließlich war es um diese Zeit im Sommer noch hell draußen und man konnte nicht vorsichtig genug sein. Er drückte den Knopf, das Auto wurde unsichtbar, ebenso wie sämtliche Insassen auch. Sie flogen eine ganze Weile so und unterhielten sich sehr angeregt, bis Arthur sich in einen Sturzflug begab.