Disclaimer: Harry Potter gehört natürlich nach wie vor Joanne K. Rowling... und daran wird sich auch so schnell nichts ändern!
Dienstag, 3.11.1981. Vormittags
Am nächsten Vormittag begann der erste Abschnitt des neuen Lebens von Harry Potter. Harry hatte sehr lange geschlafen, da ihn der Mordversuch Voldemorts vor drei Tagen magisch sehr ausgelaugt hatte, und es brauchte einige Zeit, bis er sich vollständig davon erholen würde. Kaum war er wach, schrie er nach seiner Mama, und Rose war die Einzige, in deren Armen er ruhiger wurde. Ihr Gesicht, ihre dunkelroten Haare und auch ihre Stimme ähnelten sehr der von Lily, sodass er schnell Vertrauen zu ihr fassen konnte. Allerdings konnte sie nicht verstehen, wen oder was er mit dem Ausruf „Tadde" meinte, jedesmal, wenn er Bryans schwarzen Plüschhund sah. Vielleicht hatte er ein ähnliches Kuscheltier gehabt?
Am Frühstückstisch wurde Harry, der in einem Hochstuhl saß und zufrieden auf einem mit Käse belegten Brot kaute, neugierig von Bryan gemustert.
„Mama, wer ist das?"
„Das ist Harry, dein Cousin. Er wird von nun an bei uns leben.", sagte Rose.
„Ist er ein Muggel?", fragte Bryan.
„Oh nein, nein, er ist ein reinblütiger Zauberer wie wir alle.", antwortete Rose.
„Warum ist er jetzt hier?"
„Seine Mama und sein Papa sind gestorben und deshalb hat er kein Zuhause mehr. Er ist jetzt sowas wie dein kleiner Bruder, verstehst du?"
„Und dann bist du jetzt seine neue Mama?"
„Ja, so kann man das sagen. Seine Mutter war deine Tante Iris, die du nie kennengelernt hast."
„Tante Iris, war sie auch auf Hogwarts?"
„Ja, war sie."
„Kommt Harry später auch nach Hogwarts?"
„Das haben wir noch nicht entschieden. Vielleicht will er lieber nach Durmstrang."
Mit der Erklärung zufrieden machte sich Bryan über sein eigenes Brot her.
Als alle satt waren, legte Magnus den Tagespropheten zur Seite, in den er vertieft war und sagte:
"Es wird Zeit, wir müssen los.", und stand auf. Rose und Harry würden ihn heute zum Ministerium begleiten, um die Verwandtschaft zwischen ihnen und den Potters aufzuklären und Harry offiziell bei ihnen registrieren zu lassen.
Während Magnus direkt in das Ministerium apparierte, begab sich Rose mir Harry auf dem Arm auf die gleiche Weise zum Besuchereingang und benutze die magische Telefonzelle. Harry schlief friedlich unter dem Einfluss eines leichten Schlafzaubers, um das eingeengte Gefühl während des Appariervorgangs einzudämmen. In der Ministeriumshalle angekommen, übergab Rose Harry an Magnus, damit sie ohne Aufsehen zu erregen ihren Zauberstab registrieren konnte. Nachdem das geschehen war, ging sie zu Magnus hinüber, der mit Harry am Aufzug wartete. Es waren nur vereinzelte Angestellte unterwegs, da der morgendliche Ansturm schon vorüber war. Der Aufzug brachte sie in den vierten Stock, und sie begaben sich zur Zauberwesenbehörde in das Zaubererregistrierungsbüro. An der Tür war ein Messingschild angebracht, auf welchem Adam Pedigree, Zaubererregistrierung zu lesen war.
Auf ein Klopfen erklang ein gedämpftes „Herein!". Sie traten ein und ihre Blicke fielen als erstes auf riesige Regale, die sämtliche Wände vom Boden bis zur Decke einnahmen. Sie waren vollgestopft mit Aktenordnern, Pergamentrollen, und merkwürdigen Gegenständen, die große Ähnlichkeit mit großen Eierpieksern aufwiesen.
Hinter einem mit halbmeterhohen Papierstapeln bedeckten Schreibtisch saß ein kleinwüchsiger, rundlicher Zauberer mit weißen Haaren und einem Schnurrbart.
„Ah, guten Morgen Magnus, und deine Frau Rose, wie schön euch beide zu sehen. Was kann ich für euch tun? Grundgütiger, das ist ja Harry Potter! Wie kommt er denn in eure Hände?", sagte er fassungslos.
„Das ist eine etwas längere Geschichte.", begann Magnus.
„Um es kurz zu machen, wir haben herausgefunden, dass Lily Potter Roses verschollene Schwester Iris ist, und uns daher entschlossen, Harry aufzunehmen, als wir vom Tod der Potters erfuhren. Wir fanden Harry vor der Haustür eines Muggelhauses, kannst du dir das vorstellen? Wir konnten unseren leiblichen Neffen doch nicht von Muggeln großziehen lassen!" Während Magnus sprach, holte Mr. Pedigree die Akte der Potters hervor, schlug sie auf und begann sie zu studieren. Er blickte auf und sagte irritiert:
„Moment, sagtest du vor einer Muggelhaustür? Das kann nur Dumbledore gewesen sein, er war für die sichere Unterbringung Harrys verantwortlich, so steht es jedenfalls in seiner Akte. Hat er jetzt völlig den Verstand verloren, Harry Potter einfach so vor die Tür seiner Muggelverwandten abzulegen?"
Kopfschüttelnd runzelte er die Stirn.
„Wenn Lily Potter tatsächlich deine Schwester war, Rose, dann kann ich die Verwandtschaft ganz einfach feststellen, und nach magischem Recht habt ihr dann die volle Vormundschaft für Harry, und Dumbledore kann über den Aufenthaltsort Harrys nicht mehr bestimmen. Außerdem werde ich eine Beschwerde bei Ministerin Bagnold einreichen."
Leise vor sich hingrummelnd, seit wann man Kinder denn so behandeln könne, ging er zu einem der riesigen Regale, holte einen der eierpiekserähnlichen Geräte heraus und stellte es vor sich auf den Schreibtisch.
„Rose, ich brauche zuerst einen Tropfen Blut von dir und dann von Harry zum Vergleich."
Rose legte ihren Zeigefinger auf das Gerät, und mit einem leisen Surren stach eine winzige Nadel schmerzlos in den Finger. Der Stich verheilte augenblicklich wieder. Danach hielt Rose Harrys Hand über das Gerät, und die Prozedur wiederholte sich. Nach einer halben Minute piepte es, und der Apparat spuckte einen schmalen streifen Pergament aus einem Schlitz. Mr. Pedigree riss den Streifen ab und las vor:
„Verwandtschaft ersten Grades liegt vor, Zaubererjunge und erwachsene Hexe, sind verwandt als Neffe zu Tante."
Er nickte.
„Hiermit ist die Verwandtschaft von Harry James Potter zu Rose Amalia O'Dwyer nachgewiesen und die Vormundschaft wird auf Rose und Magnus O'Dwyer übertragen. Harry James Potters Wohnort ist mit sofortiger Wirkung als Dragon's Sheer Castle registriert. Da Dumbledore noch einige Erbstücke der Familie Potter aufbewahrt, wird er noch heute aufgefordert werden, diese an euch zu übergeben.", sagte er, während er mit einem Zauber einen Eintrag in Harrys Akte verschwinden ließ und mit einer Feder einen neuen hineinkritzelte. Auch Lilys Akte wurde ihre neu aufgedeckte Identität hinzugefügt.
„So, das wär's. Ich wünsche euch viel Glück für Harrys Zukunft und lasse euch wissen, wenn es doch noch Probleme geben sollte."
„Vielen Dank für die schnelle Hilfe, Adam. Einen schönen Tag noch.", verabschiedete sich Magnus, und sie verließen das Büro. Sie nahmen den Aufzug nach unten, und Rose verließ mit Harry das Ministerium, während Magnus in den 9. Stock, der Mysteriumsabteilung, weiterfuhr, um seiner Arbeit als Unsäglicher nachzukommen. Rose apparierte mir Harry zurück nach Dragon's Sheer Castle, und berichtete ihrer Mutter von ihrem Erfolg im Ministerium, welche sehr erfreut über den glücklichen Ausgang der Vormundschaftsübernahme war.
„Zu gerne würde ich Dumbledores Gesicht sehen, wenn er davon erfährt!", sagte Linda gehässig.
Eine halbe Stunde später erschien plötzlich ein Kopf im Feuer des Kamins im Salon.
„Hallo? Ah, Guten Tag Mrs. Moore und Mrs. O'Dwyer, ich bin Rita Skeeter, Sonderkorrespondentin des Tagespropheten. Ich habe gehört, dass Harry Potter bei ihnen ein neues Zuhause gefunden hat. Wenn es ihnen nichts ausmacht, würde ich ihnen gerne ein paar Fragen stellen."
„Sicher", sagte Linda mit einem fiesen Lächeln, „Sie können gerne herüberkommen."
„Vielen Dank." Rita Skeeters Kopf verschwand, und einige Augenblicke später fauchte es im Kamin, und in einer grünen Stichflamme tauchte sie im Kamin auf. Sie stieg galant aus dem Kamin, lies mit einem Schwenker ihres Zauberstabes die Asche von ihrer Kleidung verschwinden und reichte Linda und Rose mit einem gekünstelten Lächeln die Hand. Sie ließen sich in der gemütlichen Couchgarnitur nieder, das mit einem Bezug aus Leder, das von schwarzen Hebriden stammte, bezogen war. Linda rief einen Elfen, der eine Minute später ein Tablett mit Teeservice und Gebäck brachte.
Während der Elf den Tee einschenkte und das Gebäck auf den Tisch stellte, zückte Rita Skeeter ihre Flotte-Schreibe-Feder und begann mit einem raubtierhaften Lächeln ihr Interview.
„Wie geht es dem kleinen Harry, hat er sich von dem Schrecken erholt? Vermisst er seine Eltern? Und wie kommt es, dass Harry nun bei Ihnen wohnt, wo wir gestern erfahren haben, dass Dumbledore ihn zu Muggelverwandten schickt? Und wo steckt er denn eigentlich?"
Linda antwortete.
„Harry macht gerade seinen Mittagsschlaf. Ihm geht es denn Umständen entsprechend gut, wenn man bedenkt, dass er den Todesfluch überlebt hat. Natürlich vermisst er vor allem seine Mutter, aber wir tun natürlich alles, um ihm zu helfen. Wir haben ihn zu uns genommen, da dies unsere Pflicht als seine einzige magische Verwandtschaft ist, die er noch hat."
Die Feder kritzelte in Windeseile auf das Pergament.
„Sie sind mit Harry Potter verwandt? Wie ist das möglich, laut Dumbledore hat er keine magischen Verwandten mehr. Sollte er sich dann wohl geirrt haben?"
„Wir haben einige Stunden vor dem Tod der Potters herausgefunden, dass Lily Potter meine vor 22 Jahren verschwundene Tochter Iris ist. Adam Pedigree, der Zuständige des Zaubererregistrats, hat heute morgen erst mit einem Verwandtschaftsmessgerät des Ministeriums eine Verwandtschaftsüberprüfung zwischen meiner Tochter Rose und Harry durchgeführt, und die Verwandtschaft bestätigt. Daher sind wir nun Harrys offizieller Vormund und seine Familie. Dass Dumbledore ihn bei Muggeln aufwachsen lassen wollte, war eine äußerst kurzsichtige Entscheidung seinerseits, da er bei den Muggeln niemals seinem Potential entsprechend gefördert worden wäre und unwissend wie ein Muggelstämmiger in unsere Welt eingetreten wäre. Kann man so etwas bei jemandem verantworten, der von seiner Abstammung her ein Recht hat, in unserer Welt aufzuwachsen, aus welcher er schließlich auch stammt? Erst recht, wenn er so berühmt geworden ist, dass jeder von uns seinen Namen kennt?"
„Hmm, dass sind natürlich schlagfertige Argumente. Glauben Sie, dass Dumbledore ihn bewusst aus unserer Welt fernhalten wollte?"
„Er hätte sicher eine Zaubererfamilie finden können, die Harry aufgenommen hätte, wenn es tatsächlich keine magischen Verwandten mehr gegeben hätte, wie er dachte. Außerdem hat er Harry den Muggeln einfach so vor die Haustür gelegt, und das auch noch mitten in der Nacht! Wer weiß, was da nicht alles hätte passieren können, wenn nun irgendein Muggel ihn mitgenommen hätte! Das war doch sehr riskanter Plan von Dumbledore, und auch höchst unhöflich, man kann einem doch nicht einfach ein Kind vor die Tür legen!"
„War es nicht Lily Potters Schwester und ihr Mann, die Harry ursprünglich aufziehen sollten?"
„Das ist richtig, aber Lily beziehungsweise Iris, wie sie eigentlich geheißen hat, hatte sicher nicht geplant, dass Harry in der Muggelwelt aufwächst. Ihre Zwillingsschwester Petunia ist eine Squib, die ebenfalls keinerlei Ahnung von ihrer wahren Abstammung hat. Sie verschwand damals zusammen mit Iris spurlos."
Inzwischen hatte die Feder schon zwei Pergamente vollgekritzelt und begann nun mit dem dritten.
Und dann begann Linda der Reporterin die Tragödie zu erzählen, die sich vor 22 Jahren im St. Mungo Hospital abgespielt hatte.
Nach einer langen Stunde, in der Linda und Rose Rede und Antwort gestanden hatten, und Rita Skeeter am Schluss sogar ein Photo von Harry und seiner neuen Familie schießen durfte, verließ sie hochzufrieden durch den Kamin das Schloss.
Am nächsten Tag überraschte ein ausführlicher Bericht über Harrys neu gefundene Verwandtschaft, die Aufklärung der wahren Identität Lily Potters und den kuriosen Plan Dumbledores, Harry bei Muggeln nachts vor die Tür zu legen, die Zaubererwelt. In der Schlagzeile hieß es:
DER-JUNGE-DER-LEBT FINDET DOCH NOCH AUFNAHME BEI MAGISCHEN VERWANDTEN
DUMBLEDORE LEGTE HARRY POTTER NACHTS VOR DIE TÜR VON MUGGELN AB: WIRD ER LANGSAM SENIL?
MINISTERIN BAGNOLD RÜGTE DUMBLEDORE FÜR EIN SOLCH UNPROFESSIONELLES, NICHTMAGISCHES VERHALTEN
Darunter hatte Rita Skeeter in ihrer berühmt-berüchtigt bissigen Art und Weise einen fünf Seiten langen Bericht und ein großformatiges Photo von Harry und seiner neuen Familie eingefügt. Zusätzlich hatte die berüchtigte Reporterin einen sehr detaillierten Bericht über die Dursleys abgefasst, Petunias Abneigung gegenüber Magie und Vernons Temperament. Offensichtlich hatte sie es geschafft, auch die Dursleys zu einem Interview über dessen Meinung zum Thema Magie und Übernatürliches zu überreden und es als harmlose Umfrage zu tarnen, wobei Vernon mehr als einmal seine nicht vorhandene Geduld verlor und sehr rüde geworden war, wenn man dem Bericht trauen durfte.
Rose sagte dazu sarkastisch:
„Endlich mal ein brauchbarer Bericht von Rita Skeeter. Dass ich das noch erleben darf."
Der Aufruhr in der Zaubererwelt war gewaltig, was man in unzähligen Leserbriefen am nächsten Tag sehen konnte. Viele forderten den Rücktritt Dumbledores aus allen Diensten, die er bestritt, manche waren sogar der Ansicht, es sei an der Zeit, ihn ins St. Mungo in die geschlossene Abteilung einweisen zu lassen. Harrys Familie bekam dagegen viele Glückwünsche und positive, aber auch negative Post. Den ganzen Tag über flogen im Anwesen die Eulen ein und aus, und die auf den Türmen lebende Rabenkolonie begann mit lauten Protestgekrächze, als 23 Eulen auf einmal in den Salon wollten, und sich zum Warten auf die Türme setzten mussten. Durch den Tumult wurden die Aethons auf der Koppel aufgeschreckt und flatterten aufgeregt wie ein Schwarm übergroßer schwarzer Tauben in der Koppel herum, so dass Jeffrey, der Squibbruder des inzwischen verstorbenen Aaron Moore, Lindas Ehemann, vergeblich versuchte, die Tiere zu beruhigen. Erst mit der Dunkelheit kehrte wieder Ruhe auf dem Anwesen ein.
Als Dumbledore an diesem Morgen wie gewohnt seinen Tagespropheten in die Hand nahm, verschluckte er sich kräftig an seinem morgendlichen Tee. McGonagall klopfte ihm mit gerunzelter Stirn auf den Rücken. Albus Dumbledore konnte eigentlich nichts derartig überraschen. Was war nur los? Ein Blick auf die Titelseite des Tagespropheten beantwortete ihre Frage. Dumbledore seufzte währenddessen innerlich auf.
So war das eigentlich nicht geplant gewesen.
Nun würde es wesentlich schwieriger werden, Harry auf sein Schicksal vorzubereiten, wenn er in einer schwarzmagischen Umgebung aufwächst und er hatte keine Möglichkeit mehr, ihn von dort wegzuholen. Das magische Recht war in dieser Sache sehr eindeutig, und Harrys Vertrauen würde sehr viel schwieriger zu erringen sein. Die einzige Beruhigung war, dass Dragon's Sheer Castle ein sehr beschützter Ort war, da die Bewohner immer sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt hatten und dies immer noch taten. Angeblich soll sogar eine Reihe Peitschender Weiden um das Grundstück herumstehen, die unerwünschte Besucher und Teediebe fernhalten sollen. Immerhin war der Bestand des Wintersonnentees sehr wertvoll und fast schon legendär, da er nur an ganz wenigen Orten wuchs.
„ALBUS!?", brüllte jemand in sein Ohr. Der Angesprochene schrak zusammen und ließ die Teetasse fallen, so dass sie mit lautem Klirren auf die Untertasse fiel und sich der kalte Tee über dem Tisch ergoss.
„Hörst du mir überhaupt zu? Wo warst du überhaupt mit deinen Gedanken?", fragte eine aufgebrachte McGonagall.
„Oh, tut mir leid, Minerva. Ritas Bericht hat mich doch sehr überrascht, wie ich zugeben muss. Ich hoffe nur, dass der kleine Harry eine Kindheit hat, die nicht zu sehr von der dunklen Seite der Familie beeinflusst wird."
„Ich habe dir ja gleich gesagt, dass diese Muggel kein geeignetes Zuhause für ihn sind. Aber du wolltest ja nicht hören. Und jetzt sieh dir diesen Bericht mal an! Selbst wenn diese Muggel nur halb so schlimm sind, wie hier beschrieben wurde, dann wäre es die Hölle auf Erden gewesen, wenn er dort hätte aufwachsen müssen. Schlimmstenfalls hätten die Dursleys ihn überredet, seine Magie zu leugnen oder gar abzulehnen. Zumindest hättest du vorab mit ihnen Kontakt aufnehmen können, um sie auf Harry vorzubereiten. Nun ja, jetzt ist er ja nicht mehr dort. Ich hoffe nur nicht, dass er nun vom Regen in die Traufe gekommen ist."
„Genau das befürchte ich, Minerva. Auch wenn Petunia ihm kein liebevolles Zuhause gegeben hätte, so hätte sie ihm nie diesen sogenannten Reinblüterstolz beigebracht, der bei den Moores und O'Dwyers Gang und Gebe ist.", erklärte Dumbledore und schenkte sich eine neue Tasse Tee ein.
„Ich glaube kaum, dass er Du-weißt-schon-wem Gefolgschaft schwören wird, schließlich ist er für den Tod seiner Eltern verantwortlich.", wandte McGonagall ein.
„Und das könnte der einzige Grund sein, der ihn davon abhalten wird, wenn Harry sich so entwickelt, wie seine neue Familie es erwartet, und Voldemort wird ihn lieber tot als lebendig sehen wollen.", vermutete Dumbledore.
„Dann können wir also nur abwarten?", fragte McGonagall.
„Ich fürchte ja, Minerva. Bei den Dursleys hätte ich ihn überwachen können, auf Dragon's Sheer Castle ist dies nicht möglich. Wir dürfen nur die Hoffnung nicht verlieren.", seufzte Dumbledore.
