Hallo, ja da sind wir wieder mit einem Angriff auf eure Lachmuskeln. Das ist jedenfalls die Wunschvorstellung.
Das Harry-Potter-Universum gehört immer noch JKR und WB, wir tun aber bereits unser möglichstes um das zu ändern +irre lach+ Nur noch eine Frage der Zeit.
Tja, damit geht die fiction in die dritte Runde, viel Erfolg beim lesen.
Raumzeitkuriositäten oder: Präteritum, Fische und ein Ron zu viel
Frank Cellester war genervt. Nicht nur schien heute der Bahnhof voller abgedrehter Menschen zu sein (vorhin hatte er jemanden mit einer Eule sprechen sehen… und was diese Leute trugen! Aber gut, er als Yuppie war es ja gewohnt, dass der Rest der Welt keine Ahnung von Stilfragen hatte) und der Zug war zu spät (lass dir Zeit, lieber Zug, das Meeting in Wakefield Westgate fängt ja erst in 40 Minuten an, also keine Hetze), nein, er hatte sich zu allem Überfluss auch noch diese Quasselstrippe angelacht.
„…und ich sag zu ihm, Bitte, sag ich, wenn du mit mir nicht mehr in Heterodiskos tanzen willst, tanz ich eben nicht mehr in Homodiskos mit dir, mein Schlabbermaul…"
Er hatte nichts gegen Seymour. Er hatte auch nichts gegen Schwule – er wollte nur nicht jedes kleinste Detail aus Seymours Liebesleben erfahren, nein wirklich nicht! Wie hätte er denn ahnen sollen, dass seine höfliche Frage nach dem Privatleben des Produktentwicklungsleiters Sektion B selbigen in eine gurgelnden Wasserfall verwandeln würde, vom Coming-Out bis zu den neuesten Kondomempfehlungen?
Und Frank durfte dem ganzen jetzt noch zwei geschlagene Stunden Zugfahrt zuhören – apropos: Zug, wo bleibst du? Ach, was reg ich mich auf, es geht ja nur um die finalen Abschlussgespräche über die Massenlieferung an die neu eröffnende Drogeriekettekette, die mit 5 Filialen und einem großen Werbefeldzug in Großbritannien einsteigt. Wäre also gut, wenn unsere patentierte Hautfeuchtigkeitscreme da in den Regalen liegen würde… Aber nein, lieber ICE, lass dir ruhig Zeit, bist ja kein D-Zug!
„…dann seh' ich diesen muskulösen Typen und er kommt genau auf mich zu, glüht mich direkt an…"
Irgendwie musste er das Gespräch auf etwas anderes bringen; bevor sie in Seymours Privatbereich gestolpert waren, hatten sie durchaus interessante Konversation geführt und sich über Jeanette aus der Buchhaltung die Mäuler zerrissen.
„Wollen wir noch mal die Papiere durchgehen?", unterbrach Frank Seymours Redeschwall und griff, ohne eine Antwort abzuwarten, nach seiner Aktentasche.
Als er hineinlangte, spürte er etwas Glitschiges.
Und es quakte.
„In meiner Tasche quakt es", dachte sich Frank und merkte, dass er diese geniale Erleuchtung auch laut ausgesprochen hatte.
Er beeilte sich, souverän in die dunkle Tasche zu linsen, und erblickte kaum eine Handbreit von seinem Gesicht entfernt – eine Kröte. Nicht etwa einen süßen kleinen Frosch, grün und beinahe ästhetisch, nein, es war eine kackbraune, vollkommen fette Kröte, schmierig, schleimig und ekelig.
„Die ist ja süß", säuselte Seymour entzückt, im selben Moment, als Frank die Aktentasche mit einem angeekelten Igittigitt von sich werfen wollte. Seymour nahm Kröte respektive Kröterich behutsam aus dem dunklen Verließ und hielt sie sich auf Augenhöhe gegenüber, sodass das Krötchenschema seine volle Wirkung entfaltete.
„Nawieheißtdudennmeinekleine? Nawieheißtdudenn?", machte er mit oktavierter Stimme.
„Trevor", sagte plötzlich jemand neben ihnen.
Ein junger Mann mit unordentlichem schwarzem Haar war hinzugetreten. Er trug eine blaue Jeans und ein schwarzes Hemd – irgendwie nichtssagend; vielleicht ein Emo?
„Sie kennen die Kröte?"
„Ja, ein Freund von mir sucht sie schon ganz verzweifelt."
Er streckte lächelnd die Hand aus.
„Ich will sie aber behalten", rief Seymour kindisch und riss die Kröte, deren Gesichtsausdruck verriet, dass ihr das alles viel zu viel Action war, an seine Brust. Frank erwartete halb, dass Seymour den Kröterich küssen und dieser sich in einen Märchenprinzen verwandeln würde.
„Da könnte ja jeder ankommen und behaupten, dass das seine Kröte sei. Beweisen Sie das erstmal! Hat die Kröte irgendwelche besonderen Erkennungsmerkmale?"
„Nun, sie hat mehrere Warzen am Rücken", sagte der junge Mann, immer noch lächelnd.
„Hm", machte Seymour und prüfte den Rücken auf Warzen. „Das stimmt."
„Moment!", schrie Frank. Irgendetwas war hier faul – diese komische Narbe auf der Stirn… er war sich sicher, dieses Gesicht vor nicht allzu langer Zeit schon mal gesehen zu haben. Und dann diese komischen Leute. Gerade war er darauf aufmerksam geworden, dass dort mehrere in ihrer Gesamterscheinung etwas eigenartig anmutende Gestalten vor einer Absperrung Schlange standen – zumindest hatte es den Anschein. Und jetzt rannten zwei Rotschöpfe plötzlich voll auf die Mauer zu, sie würde noch dagegen kna-
„AUTSCH!"
Der junge Mann, der seinem Blick gefolgt war, war ihm ohne Vorwarnung volle Kanne auf den Fuß getreten.
„Oh, das tut mir Leid", sagte er mit Unschuldsmine.
„Sagen Sie mal, was soll denn das?" herrschte ihn Frank, auf einem Bein hoppelnd und den invaliden Fuß mit beiden Händen umklammernd, wütend an. „Wer sind Sie eigentlich?" – und da fiel es ihm ein. Plötzlich wusste er, woher er das Gesicht kannte.
Da gewann der kleine Wahnsinn, der bisher den als kleine Freuden des Yuppie-Alltags getarnten Langweiligkeiten des modernen Londoner Innenstadtlebens und den kleinen-aber-feinen Vorurteilen einer als moderne Ökonomieorientiertheit getarnten Engstirnigkeit das Feld überlassen hatte, in seinem Kopf die Oberhand.
Mit unheilvollem Flackern in den Augen und drohend erhobenem Zeigefinger machte er einen Schritt auf den jungen Mann zu. „Ich hab dich doch schon mal gesehen! In der Zeitung! Du warst doch vor ein paar Monaten bei dieser Party dabei. Wo so ein paar Emos übelst Party gemacht haben! Bei dieser alten Ruine in Schottland! Ich kenne dich!", schrie er mit feuchter Aussprache.
„Oh Mann, jetzt geht das bei Muggeln auch schon los", murmelte der Angeschriene mehr zu sich selbst.
Frank entschied instinktiv, nicht weiter darauf einzugehen, und wollte gerade mit einer neuen Beschimpfungsattacke ansetzen, als ein Blitz ihn blendete.
Und alle Sinne vernebelte.
Sein letzter Gedanke war, dass die Kröte vielleicht auch ein Emo war.
Dann Dunkelheit.
Ääääh…
Pffffffff.
Wo… Was….
Was war los?
Warum … verdammt, ihm lief eine Lefze aus dem Mund – schnell einholen, bevor sie jemand sah.
Wo war er überhaupt?
Ach ja, King's Cross, Gleis 10, da war ja auch der Zug nach Wakefield Westgate, pünktlich wie die Maurer oder so.
Und neben ihm stand der Produktentwicklungsleiter Mr. S. Wetfan - Frank erinnerte sich, dass er bei Gelegenheit mal fragen wollte, wofür das S. stand.
„Tja, Jeanette ist wirklich eine kompetente Mitarbeiterin, aber manchmal verwundert mich ihr Geschmack in Kleidungsfragen doch ein wenig", meinte der Abteilungsleiter Sektion B soeben.
„Pardon, welche Jeanette?", erwiderte er. Noch immer fühlte er sich, als wäre er gerade solange Achterbahn gefahren, bis sich sein Erinnerungsvermögen auf Nimmerwiedersehen durchs rechte Ohr verabschiedet hatte.
„Na, Jeanette aus der Buchhaltung."
„Ach so. Ja, das stimmt", entgegnete Frank und fügte mit träumerischem Blick in die Ferne hinzu: „Aber sie hat Möpse!"
Er hatte keine Ahnung, warum er das gesagt hatte.
Sie verbrachten die Zugfahrt schweigend.
„Schau mich nicht so an", sagte Harry zu der Kröte.
Er kannte diesen Blick. Er kannte Trevor mittlerweile recht gut, und immer wenn man ihn mal wieder in verwinkelten Ecken aufgestöbert hatte, um ihn zu seinem Besitzer zurückzubringen, setzte das Warzenwesen seinen Du-bringst-mich-doch-jetzt-nicht-wieder-zu-Neville-zurück-oder?-Dackelblick auf.
„Hör zu, seit ich dich eine Woche lang in meinem Bett versteckt habe, bin ich gegen dich immun." Es war furchtbar gewesen; das schleimige Bett war nicht mal das schlimmste gewesen, denn zum Fäkalienausstoßen war Trevor immer in Harrys Schultasche gehopst. Snape war noch nie dermaßen unzufrieden mit einer Hausaufgabe, und das mochte schon etwas heißen. Er hatte sogar eine neue Notenstufe für Harry eingeführt, V: Vollkommen unterbelichtet. Beinahe, so hatte Snape damals gesagt, hätte er sie P getauft: Potter.
„Sag bloß, du hast Karsel gelernt?", verträumte es von hinter ihm.
Harry wirbelte herum.
„Luna!", rief er freudig und umarmte sie. „Schön dich zu sehen, wie geht es dir?"
„Gut, warum fragst du?", erwiderte sie verdutzt.
„Ääh… och, nur interessehalber."
Luna kramte in ihren Taschen und drückte Harry nacheinander ein paar Traumfänger, die hastig Reißaus zu nehmen versuchten, ein Glas mit eingefangenen Träumen, einen Kompass mit stoppuhrartigen Knöpfen und eine auf ein Achtel ihrer Größe zusammengefaltete Zeitschrift in die Hand.
„Das ist der neueste Quibbler, dürfte dich interessieren"
Harry faltete ihn auseinander. Die Titelseite verkündete in aufmerksamkeitsdefizit-verdächtigen Lettern: „Albus Dumbledore, Genie oder Wahnsinn? – Exklusiv-Interview enthüllt: Beides, im Verhältnis 4:3!"
„Da ist auch ein individueller Genie-Wahnsinn-Test zur Selbsteinschätzung drin", meinte Luna werbend, "musst du auch mal machen, bei mir kam 8:13 raus. – Ah, und hier sind die Ufel-Knufel-Körner, um die du mich gebeten hast, Trevor."
Die Kröte quakte vergnügt.
„Harry, Luna, jetzt aber los", rief Ron, der zusammen mit Hermine den Abschluss der Weasley-Familie bildete.
„Hallo, Luna", rief Hermine winkend und mit einem entschuldigenden Lächeln, als müsste es ihr Leid tun, dass Ron jede Form der Begrüßung vergaß.
Dann rannten die beiden durch die Absperrung, unauffällig aber dicht gefolgt von Luna und Harry – Trevor versuchte clever, wie er war, direkt vor der Absperrung von Harrys Hand herunter zu springen, doch dieser hielt Trevors kleinen Finger fest umklammert, sodass die Flucht von vornherein zum Scheitern verurteilt war.
Kaum auf der anderen Seite, ging es auch schon los.
„Hallo, Harry!"
„Hey Potter-the-Wonderwand, was geht?"
„Huuhuu, Haaarryyy!"
„Harry, altes Haus, was macht die Kunst?"
„Mr. Potter, könnten wir vielleicht ein Autogramm haben?"
Drei schüchterne Halbwüchsige, wie sie im Buche stehen, standen vor Harry. Er seufzte und holte drei der fertigen Autogrammkarten hervor, die er seit ein paar Wochen immer mit sich herumtrug – er wollte eigentlich nicht zu lockhartschen Verhältnisse übergehen, aber es war einfach nötig geworden, nachdem es ihn gelinde gesagt zu Tode genervt hatte, überall abgelichtet zu werden und seinen Namen auf das Foto kritzeln zu müssen.
„Mittlerweile kennen sogar Muggel mein Gesicht", sagte er düster.
„Tja, selbst die müssen mitgekriegt haben, dass der schlimmste aller schwarzen Magier besiegt wurde." Seamus Finnigan war soeben mit Dean Thomas hinzugetreten. „Wie geht's, wie steht's, allerseits? Ferien gut überstanden? Fit fürs neue Schuljahr? Sagt mal, habt ihr den Hausaufsatz geschrieben, den uns Snape nach der großen Schlacht noch schnell aufgegeben hat?"
„Ach, bitte", sagte Hermine schnippisch. „Von der finalen Schlacht haben die Muggel bestimmt nichts mitgekriegt, im Umkreis von Hogwarts wohnt ja meilenweit kein einziger, aber die Feiern danach waren sehr ausgelassen, und da haben eben auch die Muggel mitbekommen, dass Harrys Bild omnipräsent ist."
„Oouuh jaah, das waren Partys", seufzte Ron wohlig. „Du solltest Du-weißt-schon-wen öfter mal ins Jenseits befördern, Harry."
„Weißt du, sieben Mal hat mir eigentlich gereicht. – Wo ist eigentlich Neville?", fragte Harry und betrachtete die Amphibie in seiner Hand, die immer noch verzweifelt versuchte sich aus eben dieser herauszuwinden. Selbstverständlich ohne Erfolg. „Jetzt haben wir endlich mal Trevor gefunden und fürs erste dingfest gemacht, das verschwindet sein Besitzer spurlos vom Bahnsteig."
„Naja, er muss ja hier gewesen sein, sonst wäre Trevor ja nicht da," klugschisste Ron.
„Gut kombiniert, Sherlock", meinte Hermine.
„Ja und wo ist er dann, wenn du so schlau bist?", giftete Ron zurück.
„Woher bitte soll ich das wissen? Bin ich seine Mami?"
„Ach, für jeden willst du da sein, nur für den armen Neville nicht, oder wie versteh ich das?"
„Offensichtlich mal wieder gar nicht, und was willst du jetzt eigentlich von mir?" Kurz wurden sie von Lavender abgelenkt, die mit einem überfröhlichen „Hallo, Ron" erschien und gleich wieder abtauchte, dann sprach Hermine weiter: „Anstatt mich anzumaulen solltest du lieber nach unserem Verschollenen suchen."
„Dann man ich das jetzt auch!"
„Ja mach doch!"
„Ja, du wirst schon sehen, das mach ich jetzt!"
„Schön!"
„Wunderschön sogar!"
Und Ron trabte wütend von dannen, direkt an Ron vorbei, sogar sehr direkt, der flötete ihm ein „Huuuuhuuuu!" ins Ohr. Ron blieb kurz stehen, starrte sich selbst verdutzt an, zuckte mit den Schultern und setzte seinen Weg fort.
Was sich zugetragen hatte, war Folgendes:
Neville hatte bei dem Versuch, durch die Absperrung zu kommen, eine falsche Abzweigung genommen, die so eigentlich auch gar nicht existierte. So kam es, dass er in Brusthöhe auf eine Bruthöhle von Präteritumsschnecken traf, soll heißen er stieß dagegen. (Wer rechnet auch damit, dass in einer nicht existierenden Abzweigung eines magischen Wurmlochs zwischen zwei Bahnsteigen eine Präterumsschneckenbruthöhle schwebt?) Einige der Präteritumsschnecken fielen herunter und im Herumgestolper traten Nevilles fettnäpfchengeübe Füße natürlich sofort auf sie. Das wiederum führte dazu, dass die Präteritumsschnecken bis auf den letzten Tropfen ausgequetscht wurden und die halbverdaute Vergangenheit, die jetzt kein gemütliches Zuhause im Magen-Darm-Trakt der Schnecken mehr hatte, sich ihren Weg in die Gegenwart suchte. Leicht verwirrt nahm sie die erste Gestalt an, die sie auf dem Bahnhof sah und verwandelte sich in Ron, eine denkbar schlechte Wahl. In ihrer Not versuchte die Vergangenheit auf sich aufmerksam zu machen, und das möglichst freundlich. So kam es zu dem oben genannten „Huuuuhuuuu!"
Nachdem Ron sich nicht weiter darum kümmerte und auch niemandem sonst aufgefallen war, dass sich gerade ein zusätzlicher Ron herumtrieb (die anderen versuchten gerade Hermine zu beruhigen, welche sich mittlerweile in ein keifendes Ungetüm von gefühlten 3 Metern Höhe verwandelt hatte und Harry anmaulte, weil sein Schnürsenkel rechts- und nicht linksherum geschnürt war), machte sich die Vergangenheit heimlich davon, um ein neues Leben als Desinger für Retromode zu beginnen.
Derweil hatte sich Neville, der natürlich nicht nur lässig auf die Schnecken getreten, sondern spektakulär ausgerutscht war, wieder aufgerappelt und suchte verzweifelt den Weg auf das Gleis neundreiviertel. Er tastete sich langsam an der Wand entlang und seine Finger trafen plötzlich auf etwas glitschiges. Es war ein Voralpenseefisch namens Xafer, der hier eigentlich gar nicht hingehörte.
„Xafer, was machst du denn hier?", fragte Neville.
Daraufhin sahen sich beide sehr verwundert an. Xafer war Nevilles erstes Haustier gewesen, bevor er Trevor bekommen hatte. Allerdings war der Fisch durch die wohlgemeinte Fütterung irgendwann zu groß für das Aquarium geworden und Großmutter Longbottom hatte den Kiemenatmer kurzerhand die Toilette heruntergespült. Seitdem trieb sich Xafer in der Kanalisation herum und ernährte sich von Kanalkrokodilen, was zu einem bemerkenswerten Wachstumsschub geführt hatte.
Nachdem der Fisch Neville pantomimisch eben diese Geschichte erzählt hatte, schlossen sie sich in die Arme respektive Flossen und weinten leise vor Glück über das lang ersehnte, aber kaum erhoffte Wiedersehen.
„Xafer," schniefte Neville schließlich, „ich bin ja so froh, dass du noch lebst, aber ich muss wieder gehen. Ich muss doch nach Hogwarts und der Zug fährt gleich. Weißt du, wie ich wieder auf das Gleis komme?"
Er nickte und bedeutete Neville auf seinen Rücken zu klettern, was dieser auch Tat, natürlich nicht ohne sich und dem Fisch einige blaue Flecken und Schrammen zuzufügen. Hätte Xafer stöhnen können, hätte er es getan, genervt versteht sich. Nichts gegen sein Exherrchen, aber Feinmotorik war seine Sache nicht. Grobmotorik eigentlich auch nicht.
Nachdem der junge Longbottom endlich auf seinem Fisch saß, konnte die Reise losgehen.
Sie dauerte geschlagene drei Minuten, dann schlitterte der Fisch auch schon über den Bahnsteig. Einige Schüler wurden ohne große Mühe zu Seite geschubst, während der Fisch fröhlich über den Boden… äh… schwamm.
Schließlich legte er eine gekonnte Bremsung ein und wollte sich gerade das Lob seines ehemaligen Besitzers abholen, als er bemerkte, dass dieser nicht mehr auf ihm saß, viel mehr lag er quer auf den Gleisen, weil er das plötzliche Bremsmanöver nicht vorhergesehen hatte.
Panisch versuchte der Fisch auf den Verunglückten aufmerksam zu machen, hatte damit allerdings wenig Erfolg. Harry versuchte eifrig zu verstehen, was das schuppige Tier im mitzuteilen versuchte.
„Okay, ein Käse, kein Käse? Mh, hast du Schmerzen? Auch nicht. Ah, du willst einen dicken Drücker?" Diesmal bekam er einen kräftigen Flossenschlag auf den Kopf. „Ja ja, schon gut schon gut, mh. Ach so! Neville war in einer seltsamen Zwischenwelt gefangen, wo er auf Zeitschnecken getreten ist, was etwas Vergagenheit freisetzte, die sich in Ron verwandelt hat um Kontakt aufzunehmen, dann hat er sich an der Wand entlang getastet und dich gefunden, sein lang verschollenes Exhaustier, und du hast ihn auf seinen Wunsch hin wieder auf das Gleis gebracht, im wahrsten Sinne des Wortes, weil Neville sich bei deinem Bremsmanöver nicht halten konnte und auf die Schienen gefallen ist. Sag das doch gleich!"
Harry ging an Xafer vorbei zum Bahnsteig und grinste zu Neville hinunter.
„Kann man behilflich sein?"
Es tönte ein hauchdünnes „Jahhhh" herauf und Harry, der Retter der Witwen und Waisen, sprang zu Neville hinunter, der zwar nur im übertragenen Sinne Waise war, den genannten Personen aber, was Hilflosigkeit anging, in nichts nachstand – um genau zu sein war er sogar noch hilfloser.
Harry half dem armen Kerl auf und bugsierte ihn und sich wieder auf den Bahnsteig, anschließend schob er Neville in den Zug und schloss die Tür hinter ihm.
