Chapter 2
Malfoy starrte sie an, noch immer konnte Hermine nicht sehen was in ihm vorging, doch sie wusste das es ihn verwunderte, dass gerade sie ihn bedrohte. Tja, wer rechnete auch schon damit plötzlich am hellichten Tag, mitten in der Schule angegriffen zu werden. Wie Hermine Malfoy einschätzte, war dieser eher der Typ der solche Dinge hintenrum erledigte. Schon bereute sie, ihren Zauberstab überhaupt nur gehoben zu haben, und hoffte inständig, dass er sich noch an ihr drittes Jahr erinnern konnte. Sie war wirklich nicht der Typ der andere verletzte, und es ärgerte sie, dass es immerwieder gerade Malfoy war, der sie dazu brachte über zu reagieren. Aber jetzt noch einen Rückzieher machen? Das würde aussehen als hätte sie Angst vor ihm. Nicht das sie ihm gerne abends in einer einsamen Gasse begegnen wollte, aber hier, umringt von Schülern wirkte er nicht halb so gefährlich. Womit sie sofort beim nächsten Problem wären. Was war eigentlich in sie gefahren? Wenn auch nur ein Lehrer hiervon erfahren würde, es war sowieso ein Wunder das noch keiner aufgetaucht war, würde sie Glück haben wenn sie mit Punktanzug kam. Gerade als Hermine entschied den Zauberstab wieder weg zu stecken hob Malfoy ebenfalls seinen Zauberstab, Hermine die nicht schutzlos dastehen wollte blieb stehen ohne den Arm zu senken und hielt den abschätzenden Blicken Malfoys stand. Auch er rührte sich nicht von der Stelle, sondern schien darauf zu warten was sie tuen würde. Würde sie es wagen, würde sie sich trauen, ihn, ihn einen Reinblüter, von dem sie wusste, dass er seit seiner Kindheit der schwarzen Zauberei unterrichtet wurde, anzugreifen?
Zuzutrauen war es ihr, sie war keine von denen, die sich selbst fast erledigten, sobald sie einen Zauberstab in die Hand bekamen, wie zum Beispiel dieser trottelige Gryffindor Longbottom, dass musste sich Malfoy eingestehen.
Auch war sie eine Streberin, konnte immer auf Anhieb alles perfekt, und wäre sie kein Schlammblut gewesen, hätte Malfoy sie fast als ebenbürtig gesehen. Allerdings nur fast, wie er in Gedanken rasch hinzufügte.
Sekunden die Hermine wie Minuten vorkamen vergingen, musterten sich die beiden.
„Was ist, kneifst du Schlammblut?", fragte Malfoy leise. Trotzdem konnte sei ihn einwandfrei verstehen, denn die restlichen Schüler waren Mucksmäuschen still geworden, und blickten gebannt, auf die beiden 6. Klässler.
Blitzschnell murmelte Hermine, die nur auf eine weitere Provokation gewartet zu haben schien, etwas unverständliches, und katapultierte Malfoy damit fast zehn Meter nach hinten. Erst schien es als wäre er ohnmächtig geworden, doch er fuhr wieder hoch, zielte auf Hermine, und öffnete den Mund, um ihr die Pest an den Hals zu fluchen, da dröhnte eine laute Stimme über sie hinweg.
„Stop", es war ein eiziges Wort, das reichte um Hermine so gut wie zu versteinern. Sie wusste wem diese Stimme gehörte – der Person von welcher sie am wenigsten in einer solchen Situation gesehen worden wollte. Ihr Blick zuckte zu Malfoy der ebenso wenig erfreut schien – auf jeden Fall hatte er den Zauberstab schon längst wieder eingesteckt, und langsam wie in Trance folgte Hermine seinem Beispiel.
Dumbledore stand am Fuß der Treppe und das fröhliche Lächeln war von seinem Gesicht verschwunden.
Entsetzt blickte Hermine zu ihrem Schulleiter auf. Warum hatte sie sich nur so gehen lassen, und einen ihrer Mitschüler angegriffen. Genau das hatte Malfoy doch provoziert. Was würde nun passieren? Würde man sie von der Schule verweisen? Würde sie mit einer Strafarbeit davon kommen?
Hermine hätte viel dafür gegeben, wenn sie Malfoy einfach ignoriert hätte und jetzt zusammen mit Harry und Ron im Unterricht gesessen hätte.
Für einige Sekunden herrschte völlige Stimme, dann meinte Dumbledore leise aber bestimmt „Wenn sie mir bitte folgen würden Ms Granger." Malfoy warf ihr einen höhnischen Blick zu und drehte sich um, doch er kam nicht weit. „Sie auch Mr Malfoy." Keiner der beiden wagte zu widersprechen, und auch wenn Hermine um einiges geschockter aussah wie Malfoy, folgten beide ohne ein weiteres Wort ihrem Schulleiter, in sein Büro.
Dumbledore deutete ihnen sich auf die zwei Stühle vor seinen breiten Schreibtisch zu setzen, er selbst ließ sich hinter seinem Schreibtisch nieder. Malfoy zögerte kurz und setzte sich dann missgestimmt neben Hermine. Wahrscheinlich war es unter seiner Würde, sich einen nur halben Meter von einer Muggel geborenen hinzusetzen.
„Ich muss sagen ich bin, ernsthaft enttäuscht von ihnen.", begann Dumbledore ohne Umschweife
Hermine wagte nicht ihn anzugucken. Niedergedrückt wartete sie auf die nächsten Worte des alten Mannes, während Malfoy ziemlich gelangweilt tat.
„Aber unter den Umständen, dass Ms. Granger erst einmal die Schulregeln die Schulregeln gebrochen hat, und wir auch Mr. Malfoy nicht mehr nachweisen können…", bei diesen Worten blickte er den Slytherin durchdringend an, „…werden die Konsequenzen nicht all zu streng ausfallen."
Malfoy atmete innerlich aus. Er wollte gar nicht erst wissen was seine Eltern zu einem Schulverweis gehalten hatten.
Immernoch scheinbar unberührt blickte er Dumbledore, welcher gerade fortfuhr, an.
„Allerdings stimmen sie mir doch bestimmt zu das solch ein Vorfall nicht unbeachtet bleiben darf, nicht wahr?"
Hermine nickte. Auch sie war unendlich froh, dass sie auf der Schule bleiben konnte. Dass sie zu weit gegangen, und auf Malfoys Provokation hereingefallen war, wusste sie selbst. All zu schlimm würde es schon nicht werden, dachte sie jedenfalls.
„Ich kenne den Streit zwischen Slytherin und Gryffindor schon seit ich das erste Mal die Schule betreten habe. Jedoch dachte ich bis jetzt, diese Angelegenheit würden friedlich beseitigt werden können. Wie dem auch sei, ich habe mich, sehr zu meinem Bedauern, getäuscht. Ein Duell geht wirklich zu weit!"
„Aber Granger hat mich angegriffen nicht ich sie", unterbrach Malfoy ihn aufbrausend. „es ist doch wohl nicht meine Schuld, wenn ich attackiert werde."
Hermine konnte ihn nur anstarren, wer hatte hier bitte angefangen?
„Ich stimme ihnen zu Mr. Malfoy", ging Dumbledore auf den Einwand ein, „aber ich nehme mir die Freiheit zu behaupten, nein sogar davon auszugehen, das Ms Granger sie nicht ohne jeglichen Grund verhexen wollte."
Malfoy schwieg, er wusste, dass Dumbledore es nun nicht unbedingt gutheißen würde, sollte er ihm erklären, dass er Schlammblüter als eine Schande für die Zauberei sah, und sie am liebsten alle Voldemord überlassen würde damit er mal etwas aufräumen konnte. Obwohl der wohl besseres zu tun hatte.
Da Malfoy nicht antwortete, übernahm Hermine diese Aufgabe. „Es ist doch offensichtlich, ich meine er ist ein Malfoy, ein Reinblüter. Er hält sich einfach für besser, nur weil sein Vater ein schwarzer Magier ist." Ihre Stimme klang scharf, und als müsse sie sich zurückhalten, nicht noch ein paar Dinge hinzuzufügen.
Sie hat's doch erfasst, ich bin mehr wert als sie, und wo diese Tatsache klargestellt wurde, können wir doch gehen, dachte Malfoy, doch er hielt es für klüger diesen Gedanken nicht in Worte zu fassen.
„Ja, ja, genau hier liegt der Punkt", riss Dumbledore Malfoy aus seinen Gedanken. „Die Verachtung", nachdenklich strich er sich über seinen langen silbrigen Bart. „Verachtung, kann unser größter Feind werden. Genau wie die Rache, kann sie einen dazu bringen, schlicht dumme Dinge zu vollbringen." Er blickte die beiden Schüler über seinen Schreibtisch an.
„Nun, denn, sie verstehen sich das ich das ganze nicht völlig unbeachtet lassen kann. Sie werden ab nun ihre Hausausaufgaben, zusammen verrichten. Ich werde dies überwachen. Und sollte ich noch einmal von einer Aktion, wie der vergangenen erfahren, wird es für sie beide noch härtere Folgen haben. Sie können gehen."
