Drittes Kapitel

In Konoha herrschte wie immer ein dichtes Gedränge und ein heilloses Durcheinander; Verkäufer standen hinter ihren Buden und boten laut ihre Waren an, wie z.B. Schmuck, Gewürze, Kleidung usw. Vor etlichen Restaurants tummelten sich die Leute, aßen, tranken und tauschten Klatsch und Neuigkeiten aus, Kinder rannten zwischen den Erwachsenen hin und her und spielten Fangen oder Verstecken. An einer Ecke wurde gerade ein Haus neu hochgezogen, während gegenüber ein altes Ehepaar heftig und wild gestikulierend über irgendwelche Nichtigkeiten stritt. Des Weiteren war das Dorf natürlich auch voller Shinobi; die einen machten sich gerade auf den Weg zum Tor, um auf eine neue Mission zu gehen, die anderen waren erschöpft und glücklich wieder in ihr Dorf zurückgekehrt zu sein.

In diesem Getümmel war Gaara gerade auf dem Weg zum Gebäude des Hokage.

Nachdem das Wetter jetzt deutlich besser war und Gaara es sogar geschafft hatte, mehr als zwei Stunden am Stück zu schlafen, fühlte er sich deutlich motivierter und aufgeschlossener gegenüber den anstehenden Gesprächen mit Tsunade. Es ging um die Sicherheit einiger Dörfer zwischen Konoha und Suna, die des öfteren von außerhalb angegriffen wurden. Keine großen Konflikte, aber auf die Dauer schadete die ständige Angst vor Überfällen den einfachen Bauern in dieser Gegend.

Temari hätte diese Angelegenheit auch alleine regeln können, aber Gaara war schon lange nicht mehr selbst in Konoha gewesen.

Er würde es nie zugeben, aber er war wohl etwas nostalgisch gegenüber dem Dorf im Feuerreich, hier hatte er zum ersten Mal an der Chunin-Auswahlprüfung teilgenommen, hier waren Menschen, allen vorran Naruto Uzumaki, die er selbst wie Freunde betrachtete, die ihm vor allem vor zweieinhalb Jahren das Leben gerettet hatten.

Seine verhältnismäßig gute Laune trug er allerdings wie immer nicht zur Schau. Sein Gesicht blieb ruhig und nach außen desinteressiert, während er mit gemächlichen Schritten durch die Massen schritt.

Einige Gesichter, die ihm entgegen kamen, kannte er; Lee und Sensei Gai hoben die Hand, als sie ihn sahen und Shikamaru fragte, wenn auch recht genervt, sogar nach Temari. Als sich die Menschenmassen etwas auflösten, fing er auch an seine Umgebung mit mehr Interesse zu betrachten. Die Anzahl der Imbissstände wurde kleiner und der Lärm nahm ab. Als er gerade aufatmen wollte und mit mäßigem Interesse eine kleine Bude musterte, riss eine laute Stimme ihn aus seinen Gedanken:

„Sieh mal Hinata, da ist Gaara. Hey Gaara, ich bin's Naruto!", schallte die Stimme nun zu ihm herüber. Naruto lief, gefolgt von Hinata, zügig auf den Kazekage zu. Als die drei beieinander standen, grinste Naruto breit und war gleich Feuer und Flamme: „Wir ham uns ja schon ewig nicht gesehen, echt jetzt! Was machst du hier in Konoha? Wenn es um eine gefährliche Mission geht, dann bin ich total dabei, das weißt..."

„Nein, es geht nicht um eine Mission, Naruto. Aber ab und zu sollte ich persönlich die Beziehungen zu Konoha pflegen. Wenn es eine Mission geben sollte, die mich einschließen würde, komme ich aber auf dein Angebot zurück." Dies alles sagte Gaara ganz normal und ruhig, nur ein kleines Lächeln lag in dem sonst so reglosen Gesicht.

„Och Mist, mir ist total langweilig hier. Ich hab übrigens ein paar ganz tolle neue Techniken gelernt, damit könnte ich dich total platt machen", freute Naruto sich auch schon weiter, jedoch legte Hinata dem ungestümen Blonden leicht eine Hand auf seinen Arm: „Naruto, ich dachte, Gaara wäre dein Freund. Willst du ihn nicht lieber auf eine Nudelsuppe einladen, statt gleich mit der Faust zu wedeln?"

Naruto errötete leicht, grummelte dann aber ein „ Ja, du hast recht, wie immer" vor sich hin und schaute Gaara wieder an, der nur scheinbar regungslos zugesehen hatte.

„Ah, sorry Gaara, hast du Hunger?Ich lad dich auf eine Nudelsuppe ein, Hinata und ich wollten sowie so gerade zum Ichiraku Ramen. Hast du dort schon mal gegessen?Du wirst ganz aus dem Häuschen sein, wenn du diese Suppe probierst!" /Naruto hat seine übertrieben gute Laune anscheinend nicht verloren/, dachte Gaara nur und musste beinahe schon wieder Lächeln.

„Nein, tut mir Leid, ich muss zu Tsunade, aber ich denke, wir sehen uns noch. Ich hab nicht vor das Dorf schon heute wieder zu – was ist?"

Naruto hatte plötzlich einen Punkt hinter Gaara anvisiert, und als der Kazekage sich ebenfalls umwenden wollte, spürte er plötzlich eine Hand, die sich um sein Handgelenk krallte.

Naruto schaute nur recht verwirrt, und Gaara versuchte seine Hand zurück zu erobern, als er verblüfft sah, dass die fremde Hand zu einer kleinen alten Frau gehörte, die mit einem Wort einfach nur spleening aussah. Sie schaute Gaara direkt in die Augen und grinste plötzlich.

„Was wollen Sie von mir?", herrschte Gaara sie etwas barsch an. Ihr linkes Auge schielte ein wenig, als sie erneut grinste und frohlockte: „ Oh, mein Junge, ich weiß nicht, ob du's weißt, aber gestern ist dir die Liebe begegnet. Ihr Name spricht für sich!"

Gaara schaute sie nur ziemlich säuerlich an, während Naruto mittlerweile begonnen hatte sich schlicht und einfach scheckig zu lachen und Hinata ihn nur mit einem gelegentlichen „Schhhh!" ruhig stellen wollte.

Gaara brachte nur ein „Aha" zustande und wollte seinen Arm ihrem Griff entreißen, als sie leise flüsterte: „Ich weiß nicht, ob du's weißt, aber ich weiß, dass die Liebe dir heute sogar das zweite Mal begegnet, dich stürmisch übermannt und dich ab da nicht mehr loslässt. Huuiii, sie versteht dich wie kein zweiter und ist dir doch sooo unähnlich!! Na dann, mach's mal gut und ich wünsch dir viel Glück, mein Junge!!"

Und schon zockelte die Alte los, kicherte noch ein bisschen und ließ die drei Shinobi einfach stehen.

Gaara starrte ihr komplett verwirrt nach, er schaffte es nicht einmal seine emotionslose Miene aufrecht zu erhalten, absolute Verständnislosigkeit lag auf seinem Gesicht. Naruto hatte die ganze Zeit kein Ende mit Lachen gefunden, wischte sich aber jetzt glucksend Tränen aus den Augen.

„Und? Wer ist denn die Glückliche?", wollte er dann wissen und versuchte weitere Lachanfälle halbherzig zu unterdrücken.

„Woher soll ich das wissen? Diese Alte hat vollkommenen Unsinn geredet! Wer war das?", fragte Gaara nun gereizt.

„Weiß ich auch nicht, sie geht hier öfter mal spazieren , kennen tue ich sie nicht. Aber witzig ist sie schon!"Naruto wollte schon wieder anfangen zu lachen, da hatte Gaara aber keine besondere Lust drauf.

„Also, ich gehe jetzt zu Tsunade, und hör auf zu lachen, Naruto. Das war nicht komisch.", meinte der Rothaarige nun wieder ruhig, aber mit einem leicht genervten Unterton in der Stimme.

„Ok, wir sehen uns geh alten Frauen heute lieber aus dem Weg.", lachte Naruto noch beim Gehen.

/Haha, sehr witzig. Was wollte die von mir?.....Soviel zu guter Laune.../, grummelte Gaara stumm vor sich hin und machte sich nun weniger motiviert auf zur Hokage.

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Es war mittlerweile früher Abend geworden. Aiko saß am Fenster ihres Krankenzimmers und schaute sich das Dorf an; die Budenbesitzer räumten langsam zusammen, viele Leute gingen mit ihren Einkäufen für's Abendessen nach Haus. Es herrschte eine friedliche Atmosphäre im Dorf und dieser Umstand beruhigte sie ungemein; hatte sie doch in den letzten Tagen genug Schrecken erlebt.

Zu gerne würde sie noch im Dorf spazieren gehen, und dabei sein, wenn das sonst geschäftige Treiben ausklang, und die Straßen von kleinen Lampions in ein gemütliches Lichte getaucht wurden.

Stattdessen saß sie seit Stunden in diesem sterilen Krankenzimmer fest, in welches andauernd Schwestern stürmten um ihre Bandagen zu wechseln, die Fenster aufzureißen oder ihren Blutdruck zu messen. Nachdem sie vor einer halben Stunde dann noch von Schwester Hiroko, die mit einer Trombosespritze bewaffnet war, halb zu Tode gestochen worden war – wenn sie etwas hasste, dann waren es Spritzen aller Art – war ihre Laune wieder gesunken. Bis auf einige Schmerzen, die Dank der vielen Salben und Schmerzmittel auch schon etwas abgeklungen waren, fühlte sie sich gut genug um sich zu Tode zu langweilen. Immer wieder stand sie auf, spähte in den Gang vor ihrem Zimmer, und setzte sich dann wieder ans Fenster, nur um nach ein paar verstrichenen Minuten wieder herumzulaufen. Langsam wurde sie wirklich zappelig; wenn sie daran dachte, dass sie gleich Sakura sehen würde, wurde sie ziemlich nervös. Sie freute sich Sakura wiederzutreffen, sie waren früher gut befreundet gewesen und hatten viel Spaß zusammen gehabt. Aber wer weiß? Vielleicht hatte ihre Cousine sich ja verändert, sie war immerhin nun viel älter und auch noch ein Kunoichi.

Aiko fürchtete, dass Sakura nun nicht mehr so ausgelassen und aufbrausend war, wie früher. Halb erwartete sie ein ernstes starkes Mädchen, dass sich vielleicht noch nicht mal mehr an sie erinnerte.

„Das wäre furchtbar...", sagte Aiko leise zu sich selbst.

Sie stand auf, um noch einmal auf den Gang zu spähen, in der irrigen Hoffnung, dass das Sakuras Eintreffen beschleunigen könnte.

Wenigstens war ihr nach gutem Zureden gestattet worden, in ihre eigene Kleidung zu schlüpfen, und das unangenehme Krankenhauskleidchen und die alles andere als bequemen Strümpfe auszuziehen. Sie trug nun eine einfache dunkle Hose und ein hellblaues Top. Darüber hatte sie sich in eine hellrote Kapuzenjacke gezogen. Nicht das schickste Outfit – eigentlich wollte sie vor Sakura und ihrer Familie einen guten Eindruck machen, aber alle anderen Sachen waren noch klamm und teilweise sogar pitschnass gewesen. Weil ihr Haar nach dem Marathon durch den Wald einfach wie ein zu groß geratenes Vogelnest aussah, hatte sie es kurzerhand zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst.

Auf dem Gang war es immernoch so ruhig, wie vor 5 Uhr an der Wand zeigte kurz vor halb 8.„Heute abend" war ein ziemlich dehnbarer Begriff. Warum hatte Tsunade keine genaue Uhrzeit erwähnt? Dann würde sie jetzt nicht hier herumtigern und die Schwestern nervös machen. Missmutig schlurfte Aiko wieder in ihr Zimmer und blieb mitten im Raum stehen.

„ Warum sind eigentlich alle Krankenhäuser so öde? Die Patienten sterben ja vor Langeweile!", meinte sie säuerlich zu der Zimmerpflanze in der Ecke.

Ihr Blick streifte erneut zum Fenster und seufzend wollte sie wiedermal auf die Straße vor dem Krankenhaus blicken, als es zaghaft an der Tür klopfte.

„ Das ist sie!", dachte Aiko plötzlich panisch und jetzt wo sie kurz davor war, Sakura wiederzusehen, wusste sie gar nicht mehr was sie ihr eigentlich sagen wollte.Zögernd öffnete sie den Mund und sagte leise „Herein", während all ihre Aufmerksamkeit nun unsicher der Tür galt.

/ Vielleicht ist es ja nur wieder eine Schwester.../, schoss Aiko der Gedanke durch den Kopf.

Die Tür glitt auf, und ein Mädchen mit rosafarbenem schulterlangem Haar und grünen Augen blickte sie genauso unsicher an, wie sie sich fühlte.

/Sie ist es wirklich...sie sieht hübsch aus/, dachte Aiko gerade, während sich die beiden Mädchen einfach nur ansahen./Was denkt sie? Erinnert sie sich an mich?/ Eine Frage zeichnete sich auf Aikos Gesicht ab, ohne dass sie selbst es fühlte sich plötzlich so glücklich, wie schon lange nicht frohes Gefühl breitete sich wie eine Blase in in ihrem Inneren aus, aber die Unsicherheit sorgte dafür, dass sie nichts von diesem Gefühl in Worte fassen konnte. Sakura sah dabei nicht anders aus, auch sie schaute sie zwar fasziniert, aber etwas eingeschüchtert an.

/Ach, Aiko, stell dich nicht so an!Sag irgendwas, sonst hält sie dich für ein komplett zurückgebliebenes scheues Reh!/

Gerade als Aiko sich einen hübschen Satz ausdenken wollte, um nicht so bescheuert im Raum rumzustehen, fing Sakura an zu sprechen.

„ Es ist echt lange her...du siehst noch genau so aus wie früher."

„ Schade, ich dachte meine grenzenlose, überirdische Schönheit würde dich jetzt beeindrucken.", antwortete Aiko wie aus der Pistole geschossen und musste grinsen. Das frohe Gefühl hatte endlich den Weg in ihr Gesicht gefunden. Sakura schaute sie allerdings ziemlich perplex an.

/ Hat sie das jetzt falsch verstanden?Das war doch nur ein Witz?.../, dachte Aiko unruhig. Sie hatte das Gefühl, ihr Grinsen sähe jetzt nur noch dämlich aus, also ließ sie es fallen.

„Was ist?", fragte sie darauf schüchtern.

Sakura grinste plötzlich: „ Ich warte darauf, dass ich blind werde, aber du hast wohl vergessen den Hebel für „blendende Schönheit" umzulegen."

/Aha, sie hatte es doch verstanden.../

„Naja, die Lampen in Krankenhäusern werfen einfach kein gutes Licht. Da kommt das nicht so zur Geltung wie sonst", lachte Aiko nun und plötzlich rannte sie auf Sakura zu und umarmte sie fest.

Nachdem sich die beiden Mädchen dann irgendwann beruhigt hatten, sprich sie aufgehört hatten sich lachend im Kreis zu drehen und fast schon dümmlich auf und ab zu hüpfen vor Freude, packten sie Aikos Sachen zusammen und machten sich plaudernd auf den Weg zu Sakuras Haus.

„Ich fass es nicht, dass du immernoch zu Hause wohnst", frozzelte Aiko gerade, „ich dachte, Ninjas sind so stark und schlau und vor allem BESONNEN genug, um sich selbst bekochen und Wäsche waschen zu können."

„Tja, Aikolein, ich bin eben eine so hervorragend ausgebildete und dazu noch überaus intelligente Kunoichi, dass ich Missionen und Aufträge ohne Ende bleibt einfach nicht die Zeit für derlei Kleinigkeiten, wie Haushalt und Selbstständigkeit.", konterte Sakura kess lächelnd und fuhr sich mit der freien Hand wichtigtuerisch durch's Haar. Aiko konnte darauf nur noch mehr grinsen, obwohl sich seit Sakuras Auftauchen ohnehin ein beständiges Lächeln in ihrem Gesicht hielt. Sie gingen eher schlendernd durch die von den bunten Lämpchen erleuchteten Straßen und während Aiko die Augen über vertraute und weniger vertraute Gebäude gleiten ließ, spürte sie irgendwo tief in sich so etwas wie Wehmut aufsteigen. Sakura hatte noch die Möglichkeit hier in den vertrauten Gassen zu bummeln, hatte auch noch die Möglichkeit zu Hause zu wohnen und unselbstständig zu sein.....Sakura bemerkte den Stimmungswandel und fragte nach ein paar Minuten Schweigen zögerlich: „Sag mal...es sind so viele Jahre vergangen, seit eurem letzten Besuch hier...ich...war auf der Beerdigung von deiner Mutter und Manabe...du warst nicht da...was....ist damals eigentlich passiert? Du bist nie mehr hier im Dorf aufgetaucht und ich war seitdem nur zweimal im Wellenreich und beim ersten Mal hatte ich keine Gelegenheit zu fragen, wo du steckst und beim zweiten Mal sgate man mir, dass du schon vor Jahren fortgelaufen bist....

Aiko war stehen geblieben und ließ den Blick noch einmal über die Dächer und Gassen schweifen, ein trauriges Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Sakura hatte nie von ihren Fähigkeiten, oder wie sie selbst es eher nannte, von ihrer „Krankheit", gewusst. Wenn sie ihre Tante und Cousine hier in Konoha besuchte, war Aiko immer glücklich gewesen. Sie erinnerte sich an keinen traurigen Moment, den sie im Beisein von Sakura gehabt hätte. Wie sollte sie also auch von dem dunklen Fleck erfahren, der auf ihrer Familie lastete? Von dem was sie, Aiko, anrichtete, was sie ihrer eigenen Mutter und ihrem noch winzigen Bruder angetan hatte?

Sakura blickte Aiko entschuldigend an. Sie hatte sie nicht so deprimieren wollen und sie wünschte, sie hätte Aiko einfach ihren Gedanken nachhängen lassen, aber diese hob von sich aus den Blick und sagte nur: „Ich erinnere mich selbst nicht gut daran, was passiert ist. Für mich war nur entscheidend, dass meine Familie tot war, dass sie nicht mehr da war, dass ich...zurück blieb... Ich wollte nicht mehr in meinem alten Umfeld bleiben, wo mich alles an sie erinnert; also bin ich noch in der Nacht, als Mama und Manabe gestorben sind, fortgegangen. Ich weiß nur, dass sie in unserem Haus waren, und dass man sie irgendwann aus den Trümmern von genau diesem Haus, verschüttet und mit zerschmetterten Gliedern, herausholte." Sakura schaute sie mit weit aufgerissenen Augen an und auch in ihr regte sich die alte Trauer um die guten Freunde, die damals gestorben waren. Aiko hatte das alles sehr nüchtern berichtet blickte ihr immernoch ins Gesicht; es schien, als würde der Todesfall ihrer Familie Aiko nur oberflächlich berühren. Sakura wusste nicht was sie davon halten sollte. Sie spürte, dass Aiko die Sache noch nicht überwunden hatte, aber sie fragte sich dabei, wieso ihre Cousine sich so viel Mühe gab, es als eine belanglose Begebenheit in ihrem Leben zu schildern.

Was Sakura nicht erkennen konnte, war die Absicht ,die hinter der gewollten Gleichgültigkeit Aikos steckte; denn diese brachte es einfach nicht über sich, Sakura mehr als dieses vage Zugeständnis zu machen. War sie doch nach Konoha gekommen, um hier erst einmal Ruhe zu finden....

Aiko seufzte noch einmal bedeutungsvoll, sagte dann jedoch leicht lächelnd: „Ach, wir stehen hier rum und grübeln über längst vergessene Zeit....wir sollten uns etwas beeilen, sonst kommen wir bis morgen nicht bei deinem trauten Heim an. Außerdem will ich deine Mutter doch auch endlich wiedersehen."

Mit diesen Worten trabte Aiko, ganz bewusst fröhlich und eifrig gehend, los und ließ die verwirrte Sakura zurück. Die Kunoichi blickte ihr noch einen kurzen Moment traurig nach, rannte aber auf Aikos erneuten Zuruf hinterher, und zusammen gingen die Mädchen den Rest des Weges.

An der Haustür angekommen drehte Sakura sich zu Aiko um, und verkündete ihr lächelnd: „ So, da wären wir. Ich weiß nicht, ob meine Mutter schon schläft; ich kam vorhin direkt von einer Mission, als Tsunade mir Bescheid sagte. Deshalb – vielleicht hast du Glück und du wirst heute noch von der Liebe deiner Tante verschont.", meinte Sakura grinsend und schloss die Tür auf. Aber Aiko hatte ihre gute Laune wohl größtenteils wieder entdeckt und erwiderte nur, dass sie sich sehr auf Sakuras Mutter freue und fügte noch hinzu, dass sie auch Ino gerne wiedersehen wollte. „Schließlich wart ihr damals die besten Freundinnen. Oder umgibt sich eine so wichtige, gut ausgebildete Kunoichi, wie du es ja zweifelsohne bist, mittlerweile nur mit den wirklich wichtigen Leute hier? Wenn du schon die großartige, strahlende Schülerin der Hokage bist...", meinte Aiko sarkastisch. Darauf erwiderte Sakura nicht minder scherzhaft: „Klar, ich sitz regelmäßig bei allen wichtigen Leuten zum Tee, bei der Hokage, den Ältesten,dem legendären San-Nin Jiraiya und natürlich nicht nur hier, der Kazekage ist fast schon mein bester Kumpel..." - „ ….........Du kennst den Kazekage???"