Einige Sekunden starrten sich beide an, keiner sagte ein Wort. Die blass-blauen Augen des Jungen huschten kurz verwirrt durch das Zimmer, versuchten zu verstehen wo er hier war und dann fixierte er wieder Sherlock. „Sie sind Sherlock Holmes!", stellte er unsicher fest. Dieser antwortete nicht gleich sondern betrachtete den Jungen noch ein paar Sekunden bis er plötzlich antwortete: „Ja, in der Tat das bin ich und mit wem habe ich das….Vergnügen?", Sherlocks Lippen kräuselten sich etwas spöttisch bei den letzten Worten. „Thomas", flüsterte der Kleine traurig, „Thomas Roy, Sir. Oh bitte sie müssen mir helfen, Mr. Holmes!" Thomas war plötzlich nach vorne geruckt und blickte Sherlock panisch an. Dieser beobachtete den Jungen immer noch von oben herab, drehte sich dann geschmeidig um und setzte sich in den naheliegenden Sessel. „Nun", begann Sherlock und faltete seine Hände unter seinem Kinn, wie immer, „fang an und versuche mich nicht zu langweilen, dann helfe ich dir vielleicht!"

Etwas sprachlos saß Thomas da, überrascht von der Kühlheit dieses Mannes, doch dann öffnete er den Mund und sprach stockend aus weshalb er hier war: „Meine,…meine Mutter, ich habe sie gestern tot in ihrem Schlafzimmer gefunden!" Stille, zitternd holte Thomas noch einmal Luft und sprach weiter: „Ich weiß, dass das nicht das ist, was sie wahrscheinlich erwartet hatten aber, aber die Polizisten sagten es war…." Der Kleine schluchzte kurz auf und wischte sich hartnäckig die Tränen aus den Augen, „Selbstmord, sie haben gesagt meine Mummy hat sich selber erschossen! Das stimmt nicht! Meine Mummy hätte sich nie erschossen, nie!" Thomas verdeckte sein Gesicht mit seinen Händen und versuchte nicht wieder zu weinen, Sherlock wollte gerade nach Details Fragen als plötzlich Schritte zu hören waren und John zusammen mit Mrs. Hudson in der Tür stand. Vollgepackt stand John da und hatte offensichtlich für sie eingekauft und trug nebenbei auch noch eine Einkaufstüte von Mrs. Hudson.

„Sherlock!", rief John verärgert, „du solltest mich doch sofort informieren wenn er aufwacht!" Schnell stellte John die Tüten auf den Boden und ging auf das Sofa zu. „Oh Sherlock, was haben sie denn gemacht?!", fragte Mrs. Hudson vorwurfsvoll und kam ebenfalls herein und stellte sich neben John. Irritiert wegen dem Aufstand und eingeschnappt gab Sherlock zurück: "Thomas hier, ist erst vor ein paar Minuten aufgewacht, außerdem verstehe ich nicht warum ich dich gleich hätte informieren sollen außerdem liegt mein Handy in der Küche! Und ich habe gar nichts getan Mrs. Hudson, er hat von alleine zu heulen begonnen!" „Tut mir leid ich, ich wollte nicht, ich wollte nicht das sie wegen mir Ärger bekommen Mr. Holmes!", schluchzte Thomas wieder und wischte mit seinen Ärmel die Tränen von seinem Gesicht, achtete aber darauf das keiner sein verweintes Gesicht sah. „Ooh, nicht doch!", rief Mrs. Hudson aus und ging auf den Jungen zu, sofort war ihr Mutterinstinkt erwacht, „daran bist du doch nicht schuld!" Sie ging vorsichtig auf die Knie und nahm den Jungen in den Arm und tätschelte seinen Kopf, leicht klammerte sich der Junge an Mrs. Hudson fest und schniefte leise.

Doch als sie Thomas über den Rücken strich zuckte dieser ruckartig zusammen und wimmerte. „Was ist, hast du Schmerzen?", meldete sich John sofort als er es bemerkt hatte. Thomas drückte daraufhin Mrs. Hudson schnell von sich und rutschte wieder weiter zurück ins Sofa. „Schon okay", antwortete er nur und hielt seinen Kopf weiter gesenkt. „Wir wissen dass dein Vater die schlägt!", warf Sherlock ein und erhielt einen scharfen Blick von John, Mrs. Hudson holte erschrocken Luft. Panisch sprang Thomas auf und stand unsicher da, sein Blick huschte immer wieder zu der Tür nach draußen. „Ich, ich, tut mir Leid wenn ich ihnen unnötig Zeit genommen habe aber ich sollte v-vielleicht wieder, ehm, gehen", stotterte Thomas und wollte zur Tür stolpern als Sherlocks Stimme ihn aufhielt. „Du bist doch zu uns gekommen weil du wissen willst was mit deiner Mutter passiert ist, nicht? Also, lass John auch noch deinen Rücken anschauen und dann helfe ich dir, höchstwahrscheinlich!", sprach Sherlock mit autoritärer Stimme und fixierte Thomas. Dieser blieb unsicher stehen und blickte ängstlich hin und her, nicht sicher ob er gehen sollte oder bleiben. „Versprechen sie mir, d-das sie mir helfen!", flehte der Junge und wischte sich wieder über die Augen. Eindeutig nicht begeistert voreilig ein Versprechen abgeben zu sollen, zog Sherlock seine Augenbrauen zusammen.

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Tja, wie wird sich Sherlock wohl entscheiden?

Ich würde mich wirklich über eure Meinung freuen