Disclaimer: Charakter, Orte und was alles dazugehört, sind Eigentum von J.K. Rowling und den entsprechenden Firmen. Ich verdiene kein Geld hiermit und erhebe auch sonst keinen Anspruch auf irgendetwas.
Warnungen: Immer noch SPOILER. Diesmal ein bisschen Blut und Gedärme. Evtl. mehr Rechtschreibfehler.
Mein Senf: Ein langes Kapitel, was uns endlich richtig in die Story reinbringt. Nachwort wäre vielleicht ganz interessant.
Kapitel 3: Initium - Anfang
Ich gehe die Stufen zur Tür hinauf, als ich eine Stimme hinter mir höre und wie angewurzelt stehen bleibe.
„Na, Potter", schnarrt es hinter mir.
Das kann nicht sein. So spricht nur eine Person auf diesem Planeten meinen Namen. Ich drehe mich ruckartig um und es ist tatsächlich wahr.
„Malfoy?", frage ich vollends verwirrt. Da steht er auf der anderen Straßenseite, in einem feinen schwarzen Anzug gekleidet, mit den Händen in den Hosentaschen und schaut zu mir rüber. Er hat an angedeutetes Lächeln auf den Lippen, wahrscheinlich weil ich so erschrocken schaue.
„Die Auroren haben an Niveau verloren, wenn sie dich aufgenommen haben. Jemand der so unfähig wie du ist, sollte sich lieber einen weniger gefährlichen Beruf suchen.", sagt er mit einer Kälte in der Stimme, die mich fast frösteln lässt. Er sagt es mit einer Ruhe, als hätte er alle Zeit der Welt.
„Was willst du hier und wie kommst du darauf?", frage ich ihn. Leider klinge ich nicht annährend so cool wie er, sondern eher aufgeregt. Ich greife nach meinen Zauberstab. Ich werde versuchen ihn zu provozieren und dann angreifen. Wenn er unachtsam ist, bekommt er einen Schockzauber ab.
„Es ist wirklich erstaunlich, dass du noch nicht einmal bemerkt hast, dass ich dich die letzten zwei Tage beschadet habe.", sagt Malfoy und grinst mich an. Seine spitzen Eckzähne sind nun sehr gut zu sehen.
„Du meinst wohl eher die letzten Nächte. Tagsüber würdest du zu einem elenden Häufchen Asche zerfallen."
Elegant zuckt er einfach mit den Schultern. Sein Schicksal scheint ihn nicht weiter zu stören.
„Was würden wohl deine Eltern sagen, wenn sie von ihrem missraten Sohn erfahren, der sich nicht einmal vor einem Vampir schützen kann. Ich würde fast sagen, dass du hier derjenige bist, der unfähig ist."
Darauf reagiert er. Sein Lächeln verschwindet augenblicklich und er schaut mich nun ernst an. Ah, Treffer versenkt.
„Du solltest aufpassen was du sagst, Potter. Ich könnte dich einfach so in tausend Stücke zerreißen.", knurrt mir Malfoy entgegen.
Okay, jetzt ist er eindeutig wütend. Er scheint mit sich zu ringen, mich nicht anzuspringen. Als er seine Augen schließt, wahrscheinlich um sich selbst zu beruhigen, ziehe ich meinen Zauberstab und schreie: „Stupor!"
Ich kann gar nicht so schnell pinseln und Malfoy ist verschwunden. Er ist appariert. Ich schaue die Straße auf und ab in der Hoffnung, dass niemand zu sehen ist. Wenn ein Muggel diese Szene gerade gesehen hätte, wäre ich jetzt dran.
Laut vor mich hinfluchend betrete ich mein Haus. Ich werde zum Schutz noch ein paar Zauber sprechen. Es gefällt mir gar nicht, dass Malfoy weiß wo ich wohne. Ich werde auch gleich noch mit Sullivan sprechen, denn jetzt ist es definitiv mein Fall.
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„Ich bin dagegen!", sagt Sullivan, hart an der Grenze zum Schreien. „Sobald ein Fall einen Auror persönlich betrifft muss er von dem Fall abgezogen werden. Das sind die Vorschriften, auch wenn ich weiß, dass dir Regeln gelegentlich egal sind."
„Glauben sie etwa ich könnte nicht mit Malfoy fertig werden?", will ich von meinem Chef wissen.
„Ich bin mir sicher, du könntest ihn in die nächste Woche hexen, aber das ist nicht der Punkt. Pass auf, ich werde dich von dem Fall abziehen…", beginnt Sullivan, doch ich unterbreche ihn: „Ich will aber nicht!"
„Nun werde nicht kindisch und lasse mich ausreden! Ich werde dich von dem Fall abziehen und dir eine Woche frei geben. Wie du sicher weißt, kann ich nicht überprüfen was du in deiner Freizeit machst. Aber ich gehe natürlich davon aus, dass du zu Hause bleibst.", sagt er und zwinkert mich dabei an.
Eine Sekunde bin ich verwirrt, doch dann begreife ich. „Danke, Sir. Sie haben etwas gut bei mir."
Damit bin ich schon aus seinem Büro verschwunden. Dass Sullivan mir so traut freut mich sehr. Er glaubt wirklich, ich könnte Malfoy so schnell schnappen und ich bin ehrlich gesagt auch sehr motiviert ihn nicht zu enttäuschen.
Was hat den arroganten Sack Malfoy eigentlich dazu gebracht mich aufzusuchen? Wenn er mich weiter beschatten wollte, dann hätte er sich mir sicher nicht gezeigt. Vielleicht hat er es aber auch nur wegen seinem Ego getan und um mir unter die Nase reiben zu können, wie leichtsinnig ich doch bin. Er kann sich sicher sein, das werde ich ab jetzt sicher nicht mehr sein.
Ich nehme den Aufzug um in den Keller des Ministeriums zu kommen. Dort unten ist das Archiv. Nach dem Krieg wurde Malfoy verhört, da er ein Todesser war. Irgendwie haben sich die Malfoys wieder aus allem rausgeredet und sich frei gekauft. Doch die Aufzeichnungen lagern noch alle hier und die werde ich mir jetzt holen. Vielleicht findet sich ja so ein Anhaltspunkt wo er sich aufhält.
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„Es tut mir wirklich leid, aber ich habe jetzt den Fall mit Malfoy übernommen. Außerdem bin ich mir nicht mehr so sicher wie geschützt der Grimauld Platz wirklich ist. Bis ich nicht die Erlaubnis für ein paar stärkere Sicherungszauber habe, würde ich euch ungern hier haben.", erkläre ich gerade Ron durch den Kamin.
„Ist schon in Ordnung, Kumpel. Es ist jetzt wirklich wichtiger, dass du das Frettchen schnappst.", Ron klingt irgendwie kurz angebunden. Vielleicht hat er gerade einen Streit mit Hermine gehabt. Das könnte erklären warum er so schnell einverstanden war. Wenn ich sonst eine Verabredung wegen meiner Arbeit absagen muss, regt er sich immer noch ewig auf.
Ich nicke nur noch einmal kurz und komme dann aus meinen Kamin gekrochen. Ein Telefon wäre bequemer gewesen, doch ich habe in dem alten Haus Telefonleitung. Alles andere funktioniert mit Magie, deswegen habe ich noch nicht einmal Stromleitungen im Haus. Selbst die wenigen elektronischen Geräte sind verzaubert, obwohl es illegal ist, aber da ich keine Hausdurchsuchung in nächster Zeit erwarte, ist es wohl nicht so schlimm.
Ich mache es mir mit einem dampfenden Kaffe auf meiner großen gemütlichen Couch bequem und beginne die Akten der Malfoys durchzuforsten. Ich habe mir nicht nur die von Malfoy junior besorgt, sondern von seiner ganzen Familie. Es scheint, dass die sich für sehr vornehm halteten Malfoys schon immer eine Menge Dreck am stecken hatten. So lange es Aufzeichnungen über sie gibt, standen sie immer in Verbindung mit Schwarzer Magie.
Wenn die schwarze Magie eine Art Tradition der Malfoys war, dann kann ich nicht verstehen wie sich der blonde Bastard von einem Vampir beißen lassen und auch noch dessen Blut trinken konnte. Vampire werden immerhin als einige der dunkelsten schwarzmagischen Kreaturen dargestellt, die existieren. Er sollte also über sie Bescheid wissen.
Ich habe mir auch noch Bücher über Vampire besorgt in der Hoffnung mein doch eher angestaubtes Wissen aufzufrischen. Es gibt viele Bücher darüber wie man sich vor den Blutsaugern schützt, aber die Literatur im Allgemeinen ist etwas spärlich. Scheinbar wissen die Biester wie man Dinge für sich behält oder es traut sich nur niemand nachzuforschen. Trotzdem gibt es einige bekannte Punkte.
Um zum Vampir zu werden, zum Beispiel, reicht es nicht einfach, von ihnen gebissen zu werden. Man muss das Blut des Vampirs trinken und dann sterben. Das macht meistens der große Blutverlust und wenn nicht, erledigt das Vampirblut den Rest. Man kann sich natürlich auch von einer Brücke schmeißen.
Junge Vampire sind unglaublich durstig und gefährlich. Sie agieren die ersten Nächte alleine durch ihren Instinkt. Und der stärkste unserer Instinkte ist Fressen. Normalerweise bleibt der Ältere Vampir deswegen auch eine Weile bei dem Jungen.
Sie vertragen kein Sonnenlicht. Sie würden verbrennen. Knoblauch und Kreuze tun ihnen nichts, trotzdem haben sie eine natürliche Abneigung dagegen. Tagsüber schlafen sie in Särgen und nachts sind sie auf der Jagd.
Es gibt nur einen Spruch der bei ihnen wirkt und das ist ein Schockzauber. Endgültig töten kann man sie nur durch Sonnenlicht oder Enthauptung. Mit einem Pflock im Herzen ist der Vampir unter Umständen nur paralysiert. Zieht man ihn wieder raus, steht der Vampir vielleicht auch wieder auf. Es scheint darauf anzukommen wie mächtig er ist.
Während meiner Ausbildung schien das immer auszureichen. Ich wusste wie man sie fängt und wie man sie beseitigt. Doch nun erscheint mir mein Wissen lückenhaft. Und ob es überhaupt stimmt, ist eine ganze andere Frage.
Malfoy hat mich jetzt einmal überrascht und ich will nicht, dass es wieder passiert nur weil ich nicht bescheid weiß. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie es ist, in gefährlichen Situationen nicht alles Wichtige zu wissen. Diese Lektion war das Letzte was mir Sirius beigebracht hat.
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Die Nacht ist kalt. Es sind keine Wolken am Himmel, doch ich sehe keine Sterne. Die Lichter der Stadt sind einfach viel zu hell. Es ist gerade erst dunkel geworden und die Straßen sind voller Menschen. Der Herbst hat erst begonnen die Blätter zu färben, aber trotzdem ist es dieses Jahr schon so kalt. Ich ziehe meinen Mantel noch etwas enger an mich.
Ich habe auf Zaubererkleidung verzichtet, da ich mich in Muggel-London aufhalte. Zwar bin ich nicht unter den Leuten, aber das kann sich ja noch ändern. Ich stehe auf dem Dach eines Hauses und schaue nach unten in die Straßen. Von hier oben kann ich nicht so einfach beobachtet werden. Den ganzen Tag habe ich mich mit den Akten rum geschlagen, doch konnte ich nichts in Erfahrung bringen.
Ich habe mir gedacht, dass ich das Opfer spielen könnte. Ich weiß zwar noch nicht genau warum, aber Malfoy hat sich mir nicht einfach nur gezeigt um mich runter zu machen. Er wollte etwas Bestimmtes und ich bin mir sicher er hat es noch nicht bekommen. Deswegen habe ich mich selbst zum Köder gemacht.
Ich bleibe nicht nur auf diesem Haus. Ich appariere zum nächsten Dach und schaue mir auch hier die Umgebung an. Ich weiß, dass es der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich kommt. Doch ich bin mir sicher, Malfoy wird mich schon finden. Und wenn er das tut, dann will ich wenigstens den Ort festlegen. Hier oben habe ich freie Bahn und muss mir keine Gedanken machen ob ich jemanden verletze oder ob wir gesehen werden.
Plötzlich höre ich einen furchtbaren Schrei, der mich zusammen schrecken lässt. Ich kann nicht genau sagen woher der Schrei kam, trotzdem appariere ich nach unten in eine Gasse und beginne zu laufen. Ich höre noch einen Schrei, leiser und viel schwächer, aber es reicht aus, um zu erkennen wo ich hin muss.
Die Gasse ist verwinkelt und ich kann immer nur ein paar Meter weit sehen, deswegen lasse ich mich von den Wimmern leiten, welches immer schwächer an meine Ohren dringt. Ich höre gerade jemand beim sterben zu, wird es mir bewusst.
Ich biege um eine Ecke und plötzlich stehe ich einer großen, in einem schwarzen Umhang gekleideten Gestalt gegenüber. Die Kapuze ist so tief ins Gesicht gezogen, dass ich nichts erkennen kann. Vor der Gestalt, auf dem Boden liegt eine Frau, deren Bauch aufgeschnitten ist. Sie ist tot. Die dunkle Gestalt war gerade dabei die Frau aus zu weiden. Ein Teil ihres Darmes schaut schon aus der Bauchhöhle raus.
Ich hebe meinen Zauberstab, den ich schon beim Laufen aus meinem Mantel gefischt habe, doch die Gestalt appariert bevor ich auch nur überlegen könnte welchen Spruch ich spreche. Langsam bin ich es leid, dass jeder appariert wenn ich meinen Zauberstab ziehe. Will sich denn keiner mit mir auch mal duellieren?
Ich verdänge die Gedanken schnell und laufe ich zu der Frau, knie mich neben sie und versuche ihren Puls zu fühlen, aber da ist nichts mehr. Sie ist noch ganz warm und ich fühle mich schuldig, dass sie bald eine kalte Leiche sein wird. Wäre ich eher da gewesen…
„Expecto Patronum!", rufe ich in die dunkle Nacht und mein Echo schalt mir furchtbar laut entgegen. Ich schicke meinen Patronus los um die Auroren zu benachrichtigen. Sie werden wissen von wem er kommt, aber ich bleibe nicht hier. Das hier ist nicht der Mörder den ich suche.
...-...-...-...
Die Woche die mir Sullivan gegeben hat, ist morgen vorbei und ich habe immer noch keine Spur. Inzwischen zieht sich eine blutige Spur durch die Straßen Londons, denn sowohl dieser mysteriöse Mörder, als auch Malfoy sind noch nicht geschnappt.
Jede Nacht finden die Auroren wenigstens 7 Vampirleichen. Der andere ist nicht ganz so blutrünstig mit gerade mal 2 neuen Leichen, dafür ist er umso brutaler. Zwei Tage nachdem ich den New Ripper, so wird er inzwischen betitelt, gesehen habe tauchte eine neue, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte, Leiche auf. Finger, Zehen, Hände, Füße, Arme, Beine und Kopf lagen in einem ganzen verdammten Hinterhof verstreut. Die Eingeweide haben wir etwas später auf einer Wäscheleine aufgehängt in einem Nachbarhof gefunden.
Leiche Nummer 4 wurde einen Tag später gehäutet in einem Park entdeckt. Die Haut haben wir noch nicht gefunden.
Alle vier Personen scheinen nichts gemeinsam zu haben, außer dass sie Zauberer waren. So eine unglaubliche Mordserie mit gleich zwei Mördern gab es noch nie in der Zaubererwelt. Genau deswegen und weil sie immer noch nicht geschnappt sind, wird die Öffentlichkeit langsam immer wütender. Der Tagesprophet hat gestern einen Artikel über die ganze Sache veröffentlicht in der unsere ganze Abteilung im Allgemeinen und Sullivan als Leiter des Aurorenbüros im Besonderen kritisiert wird.
Teddy springt gerade wild durch das Wohnzimmer und in meine Arme. Da ich tagsüber nicht viel machen kann und ich immer noch frei habe, gehe ich eben meinen Freunden auf den Geist. Heute allerdings kümmere ich mich um mein Patenkind. Er ist ein quirliges kleines Monster. Ständig springt er rum und braucht etwas zu tun. Und wenn ich da bin, dann bin ich die Beschäftigung.
Nur manchmal, wenn sein Blick zufällig auf das Hochzeitsfoto von Remus und Tonks fällt wird er für einige Augenblicke ganz ruhig und sein Gesichtausdruck nachdenklich. Doch so schnell diese Momente auch kommen, so schnell sind sie auch wieder verflogen.
Es klingelt an der Tür und Andromeda steht auf und geht zur Tür, während Teddy versucht meine Haare glatt zu streichen. Ich höre an der Tür eine Frauenstimme und kann nur an eine Person denken, die jetzt vorbei kommen würde.
Drei Sekunden später steht Narzissa Malfoy in der Tür. Teddy quietscht erfreut auf und rennt zu ihr hin. Sie geht in die Hocke und umarmt ihn liebevoll. Ich frage mich ob sie das auch früher bei ihrem eigenen Sohn gemacht hat und ob sie da denn gleichen gütigen Gesichtausdruck hatte.
„Harry, ich würde dich gern für einen Augenblick sprechen.", sagt sie in einer sehr melodischen, aber auch traurigen Stimme. Ich habe sie noch nie direkt hier getroffen und deswegen weiß ich nicht ob es ihre übliche Art zu sprechen ist oder ob sie wegen ihres Sohnes traurig ist. Ich vermute mal stark, genau das ist es auch worüber sie mit mir sprechen möchte.
„Teddy bleibst du mal kurz bei Oma Andromeda?"
Der kleine nickt einfach nur und verlässt das Zimmer mit Andromeda, die verspricht ihm einen Kakao zu machen. Ich sitze einfach nur da und schaue Narzissa erwartungsvoll an.
„Ich weiß, dass du Draco erst vor kurzem gesehen hast. Die Auroren die uns befragt haben, sagten es uns.", erzählt sie, während sie ihre zart grüne Robe glatt streicht, durch das Zimmer läuft und sich neben mich setzt.
„Ich habe ihn nicht nur das eine mal gesehen. Vor 6 Tagen ist er beim Grimmauld Platz aufgetaucht und hat mit mir gesprochen.", sage ich. Ich weiß nicht warum ich ihr das erzähle, immerhin ist es streng vertraulich. Doch ich fühle mich ihr gegenüber verpflichtet. Während ich ihr das erzähle werden ihre Augen immer größer.
„Du hast mit ihm gesprochen? Wie geht es ihm und stimmt es wirklich was die Auroren erzählt haben? Ist er… ist er… ein… Vampir?"
Ich kann sie nicht ansehen. Die Sorge die in ihrer Stimme mitklingt ist furchtbar erdrückend. Plötzlich packt sie meine Hände und ich schaue ihr doch noch ins Gesicht. Ich erkenne die tiefen Augenringe, die sie versucht hat zu überschminken. Ich bin mir sicher, dass sie sich seit Monaten Sorgen macht.
Ich traue meiner Stimme nicht und nicke einfach. In ihren Augen beginnen sich Tränen zu sammeln und sie lässt eine meiner Hände los um sie sich abzuwischen. Einige Sekunden schaut sie an mir vorbei, zu den Bildern auf dem Kamin. Ich kann nicht sagen an was sie denkt, doch sie fängt sich schnell wieder und schaut mich mit festem Blick an.
„Du musst mir etwas versprechen. Egal… was er jetzt ist, versprich mir, dass du ihn mir zurück bringst."
Das kann sie doch nicht ernst meinen. Ich soll einen blutrünstigen Vampir einfach dem Ministerium vorenthalten und ihr überlassen? Ganz davon abgesehen, dass es mich meinen Job kosten könnte, könnte Malfoy sie einfach töten. Wenn er sie nicht mehr erkennt oder es ihm egal ist, was würde er dann wohl tun?
Ich schaue in ihren azurblauen Augen und weiß nicht was ich machen soll. Ich kann ihr das nicht einfach versprechen. Er muss für seine Taten bestraft werden. Aber könnte ich ihr auch einfach so diesen verzweifelten Wunsch abschlagen, wenn ich die Möglichkeit hätte ihn ihr zu erfüllen? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht.
...-...-...-...
Die Nacht ist eingebrochen und wie die Nächte zuvor bin ich auf den Dächern Londons unterwegs. Das Gespräch mit Narzissa lässt mich einfach nicht mehr los. Noch immer bin ich zu keiner Entscheidung gekommen.
Auf einmal höre ich hinter mir ein Geräusch. Es klingt als würde jemand apparieren. Ich drehe mich so schnell um, wie ich nur kann und mein Herz beginnt zu rasen. Draco Malfoy steht keine zwei Meter von mir entfernt. Leider stehe ich genau an der Hauskante und er bräuchte mich nur anzutippen damit ich 13 Stockwerke in die Tiefe stürze.
„Malfoy!", sage ich. Leider klinge ich verdammt überrascht und das ärgert mich etwas.
„Potter.", sagt Malfoy da schon viel gelassener und mit einem Grinsen im Gesicht. „Ich dachte mir, da du ja jede Nacht so verzweifelt nach mir suchst, erfülle ich dir den Wunsch und beehre dich mit meiner Anwesenheit."
‚Arroganter Bastard!', ist alles was mir dazu einfallen will. Natürlich sage ich das nicht laut, will ihn ja nicht verärgern. Wie das letzte Mal als er aufgetaucht ist, trägt er auch heute einen Anzug. Dieser hier ist allerdings in einem tiefen Rot mit schwarzen Nadelstreifen.
„Nein, wie komme ich denn zu dieser Ehre?", frage ich gespielt gerührt. Wenn Malfoy spielen will, dann kann er das haben. Das verschafft mir nur umso mehr Zeit.
„Weißt du, ich dachte, da ihr Auroren ja offensichtlich so völlig bescheuert seid, helfe ich euch und gebe euch die Chance mich zu erwischen. Also los Potter, du hast genau jetzt die Gelegenheit die winzige Ehre deiner Kollegen zu retten.", spottet er weiter.
„Und genau das werde ich tun. Stupor!", schreie ich in die Stille. Malfoy scheint überrascht. Ich schwöre er versucht zu apparieren, doch ich habe in der Zeit in der er gesprochen hat einen Anti-Apparations-Zauber auf das Dach gelegt.
Malfoy liegt bewusstlos vor mir. Ich weiß leider nicht wie lange der Schockzauber bei ihm halten wird. Für einige Sekunden betrachte ich das Gesicht des Vampirs und mir fällt seine vollkommene Perfektion auf. Ich schicke wieder meinen Patronus los um die Auroren zu holen.
Ich kann nicht glauben, dass das der Junge von damals sein soll. Malfoy sieht viel erwachsener aus, männlicher. Eigentlich weiß ich, dass seine Haut weiß wie ein Blatt Papier ist, doch im Dämmerlicht der Nacht sieht es einfach nur aristokratisch aus.
Und da schießen mir wieder die Worte von Narzissa in den Kopf, die ich die letzten fünf Minuten erfolgreich verdrängt hatte. Sie ist einfach nur eine sich sorgende Mutter und sie hat mir damals geholfen. Ich würde mich jetzt gerne revanchieren, doch dieser Bastard hier hat den Tod verdient. Helfe ich ihr, helfe ich auch ihm. Außerdem, übergebe ich ihm den Auroren, dann wird Narzissa sicherlich daran zerbrechen.
„Harry bist du da oben? Du musst den Apparations-Schutz aufheben, damit wir zu dir rauf können. Harry hörst du mich?", ruft Lester mir von unten zu. Egal wie ich mich entscheide, es muss jetzt sein.
Entweder Malfoys verdienten Tod oder das Wohlergehen seiner Mutter…
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TBC
Ich liebe Cliffhanger. Allerdings könnte es passieren, dass ihr eine Weile nichts von mir hört. Ich habe angefangen zu Arbeiten und komme unter der Woche nicht an meinen PC. Mir bleibt nur das Wochenende. Das nächste Kapitel könnte also zwei, drei Wochen auf sich warten lassen.
Reviewantworten:
zissy: Nun, dann hoffe ich mal, dass dich meine Story im Guten überzeugt hat. Aber rumkritisieren kannst du gerne. Also 9 Deutschlehrer hatte ich nicht. Dafür annährend so viele Französischlehrer. Weiß also, dass man bei so was nicht viel lernt. Die Deutschlehrerin die bei mir den Durchbruch geschafft hat, war einfach mal total durchgeknallt. Ich war so fasziniert, dass ich jede Stunde an ihren Lippen hing.
