Molly schnäuzte sich einmal die Nase und atmete tief durch. Dieser Lucius Malfoy war ein Schwein, sie durfte am besten gar nicht zuhören, wenn er den Mund aufmachte. Etwas anderes als schäbige Provokationen und Beleidigungen waren von diesem Menschen ohnehin nicht zu erwarten. Energisch schluckte Molly. „Für Sie zählt wohl nur das Aussehen, was?", giftete sie dann. Gelangweilt begegnete Lucius ihrem erzürnten Blick: „Und wenn schon. Für die Menschen ist das von Bedeutung, was sie in uns sehen, und nicht das, was wir gerne wären." – „Und Sie meinen, die Menschen würden Sie, Mr Malfoy, mehr respektieren als mich, weil Sie schlank sind und teure Umhänge tragen?" – „Sie machen es sich viel zu einfach, Mrs Weasley. Ganz so einfach funktioniert diese Gleichung nicht..." Molly unterbrach ihn erneut: „Aber im Prinzip schon, oder?" Kurzes Schweigen entstand, dann tönte es störrisch „Ja." von Lucius' Seite aus. Molly schüttelte den Kopf.

„Folglich müssen Sie davon ausgehen, dass Ihnen kein Respekt und keine Sympathie von Seiten der Menschen erhalten blieben, sobald Ihr Aussehen Einbußen erleiden würde?", erkundigte sich Molly mit harter und strenger Stimme. „Was jedoch nie der Fall sein wird.", erwiderte Lucius bestimmt. „Wie können Sie sich da so sicher sein? Was werden Sie im Alter machen?" Lucius schwieg. „Und was in Krankheit? Leiden nicht viele reinblütige Zauberer an den gefürchteten Drachenpocken? Was machen Sie dann?"

Erst nach längerem Schweigen ließ sich Lucius zu einer Antwort herab: „Dann sei es mein Schicksal. Ein Trost wird mir dann immerhin sein, dass ich dieses Schicksal nicht selbst herbeigeführt habe, denn Alter und Krankheit sind unaufhaltsam. Sie, Mrs Weasley, hingegen hätten die Möglichkeit, Ihr Aussehen zu verbessern, wenn Sie es nur wollten. Wenn Sie nur den Willen und die Disziplin dazu hätten..." In Lucius' Stimme war der Vorwurf nicht zu überhören. Molly seufzte erschöpft. „Ach Mr Malfoy, verstehen Sie denn nicht? Ich bin zufrieden mit meinem Aussehen. Und ich stehe dazu. Ich bin ein wenig kräftiger als andere Frauen, doch ich fühle mich wohl in meinem Körper. Nur dass Menschen wie Sie das einfach nicht akzeptieren können, dass nicht jeder mit dem Schönheitsideal gehen will..."

„Wie können Sie sich so wohl fühlen?", Lucius klang regelrecht erschüttert. „Ist es denn nicht so, dass Sie von anderen Frauen abwertend angesehen werden? Dass Männer Sie übersehen?" Molly seufzte. „Eigentlich nicht. In meinem Freundeskreis spielt das keine Rolle. Jeder wird akzeptiert, so wie er ist. Na gut, von Leuten wie Ihnen bekomme ich natürlich schon ab und zu eine negative Bemerkung... Und okay, in der Öffentlichkeit wird man schon mal schief angeschaut... Das kommt leider immer wieder vor. Aber beweist das nicht, dass nur die anderen ein Problem mit mir haben? Warum sollte ich mich deswegen nicht wohl fühlen?"

Zweifelnd betrachtete Lucius Mollys rotwangiges, freundliches Gesicht. „Aber wollen Sie daran nichts ändern? Wollen Sie nicht, dass Sie nicht mehr schief angesehen werden?" – „Nicht wenn ich mich deswegen verbiegen müsste. Wissen Sie, ich habe nichts dagegen, wenn mich jemand attraktiv findet, so wie ich bin. Arthur zum Beispiel. Er liebt mich so wie ich bin und sagt mir immer wieder, dass er froh ist, dass ich nicht bin wie eine Durchschnittshexe. Und alle anderen, denen es nur auf das Aussehen ankommt, die mich deswegen nicht akzeptieren können, tun mir im Grunde einfach nur leid. Denn eine Einstellung wie die ihre zeigt, dass sie oberflächlich sind und womöglich unter Minderwertigkeitskomplexen leiden. Sie zeigen mir damit, dass sie sich selbst nicht lieben. Sie lieben sich nur so lange, wie sie schön sind. Und dann nicht mehr. Zeugt das nicht von geistiger Schwäche? Ist das nicht bemitleidenswert?" In Lucius' Stimme klang Abwehr mit: „Stehen Sie wirklich so über allem, Mrs Weasley? Wollen Sie mir wirklich erzählen, dass Ihnen die Meinung anderer Menschen völlig egal ist?" – „Nicht völlig, ich arbeite noch dran.", entgegnete Molly fröhlich.

Wenig überzeugt und eine Spur verächtlich hielt Lucius dagegen: „Sie sprechen so scheinheilig von Selbstliebe... Wenn diese vorhanden ist, wäre es dann nicht naheliegend, dem eigenen Erscheinungsbild etwas mehr Wertschätzung zukommen zu lassen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Selbstachtung ist, wenn Sie Ihren Körper so fahrlässig verkommen lassen." – „Naja, gut, ein bisschen was für meine Figur könnte ich schon tun, ein bisschen mehr Gartenarbeit, ein bisschen sportliche Bewegung, ein bisschen weniger naschen, ich weiß schon... Aber mir ist viel wichtiger, dass ich mich mit meinem Leben wohl fühle. Ich möchte mich nicht in das Korsett irgendwelcher Konventionen zwängen. Wenn ich keine Lust auf Bewegung habe, habe ich keine Lust. Und wenn ich den Schokoladenpudding gerne essen möchte, warum sollte ich verzichten? Das Leben ist doch viel zu kurz um unglücklich zu sein.", bekannte Molly.

„Das ist ja eben der Punkt. Mit Übergewicht kann man nur unglücklich sein.", äußerte Lucius. Molly hielt aufgebracht dagegen: „Oh nein... Jetzt machen Sie aber den entscheidenden Fehler, von sich auf andere zu schließen. Sie wären vielleicht unglücklich. Aber damit wären Sie der Einzige. Und auch nur, weil Sie viel zu viel Wert auf die Meinung von anderen geben." Lucius funkelte Molly kühl an: „Sie irren sich gewaltig. Ich gebe nur etwas auf die Meinung von anderen, wenn ich dieselbe Meinung vertrete. So gesehen könnte ich jeden verstehen, der mich ob etwaigen Übergewichtes kritisiert... Denn das ist der Punkt. Ich würde mich selbst kritisieren. Genauso wie ich auch jetzt jede andere Person mit Übergewicht kritisiere. In meiner Meinung bin und bleibe ich konsequent. Ich wäre mit mir selbst nicht zufrieden."

„Das Argument gilt schon eher.", gab Molly widerwillig zu. „Aber warum nicht? Was ist so schlimm daran, etwas fülliger zu sein?" Lucius zuckte hilflos die Schultern, bevor er ablehnend entgegnete: „Fragen Sie das nicht mich, ich war immer schon schlank..." Wortlos blickte ihn Molly nur durchdringend an. „Kommen Sie schon, Sie werden doch wohl irgendetwas dazu sagen können. Oder muss ich annehmen, dass Ihr Gerede auf keinerlei Grundlage aufbaut?"

„Also gut... Aber nur weil wir gerade mitten im Wald fernab von jedweder Zivilisation stehen, werde ich mich dazu herablassen, das doch eigentlich so Offensichtliche zu benennen.", gab Lucius, im Versuch, diesem würdelosen Thema wenigstens ein Mindestmaß an Würde zu verleihen, um einen hoheitsvollen Tonfall bemüht, zurück. „Der Grund ist so einfach wie offensichtlich: Übergewichtige Menschen tun sich selbst keinen Gefallen, sondern schädigen einzig ihre Gesundheit und schränken ihre eigene Bewegungsfreiheit ein. So sehr sie auch vorgeben, sich damit wohl zu fühlen; gut tut es ihnen nicht. Und langfristige Gesundheit ist wohl als höheres Gut einzustufen als der kurzfristige Genuss eines... wie sagten Sie noch gleich... Schokoladenpuddings. Und dass Sie mit negativen Reaktionen Ihres Umfeldes rechnen müssen, wenn Sie Ihre Gesundheit mutwillig zerstören, dürfte auf der Hand liegen. Ist es da nichts anderes als Selbstbetrug, wenn Sie sich einreden, dass alle anderen im Unrecht sind und nur Sie im Recht?"

„Na, das ist doch schon einmal was." Molly klang ermunternd. „Auch wenn ich bezweifele, dass Sie sich für die Gesundheit anderer Menschen interessieren, geschweige denn selbst so besonders viel Wert auf Ihre Gesundheit legen, aber nun ja... Selbst wenn Sie diesen Ausspruch aus irgendeinem Lehrbuch auswendig gelernt haben sollten; Unrecht haben Sie ja damit auch nicht, aber das mit der Bewegung ist einfach nur Gewohnheitssache. Und ungesund... na ja, so dick bin ich nun auch wieder nicht, dass ich mir Sorgen machen müsste. Ich fühle mich sehr gesund. Kein bisschen weniger gesund als Sie wahrscheinlich."

„Was noch zu beweisen wäre.", Lucius rümpfte die Nase. „Doch seien Sie einmal ehrlich... Wenn Sie es sich aussuchen könnten, wären Sie dann nicht doch lieber schlank?", hakte Lucius nach. Molly dachte kurz über die Frage nach. „Ehrlich gesagt... nein." Sie lachte. „Ich glaube, da habe ich die gleichen Vorurteile wie Sie gegenüber dickeren Menschen. Ich verstehe jetzt, was Sie meinen... Nein, ich würde mich schlank auch nicht wohl fühlen. Mir würde etwas fehlen. Ich wäre mir zu dünn. Ich möchte gar nicht so aussehen wie diese ganzen magersüchtigen jungen Hexen. Das würde einfach nicht zu mir passen, verstehen Sie? Das wäre nicht ich. Und das würde vermutlich auch Arthur und den Kindern nicht gefallen... Nicht umsonst sagt man doch, dicke Menschen sind die warmherzigsten, die gemütlichsten, die mütterlichsten. Was übrigens seinen Grund hat; bringen Sie erstmal sieben Kinder zur Welt, danach ist der Körper auch nicht mehr das, was er mal war..." Lucius wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Dass es tatsächlich eine Frau gab, die so wenig Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild legte? Die sich tatsächlich wohl fühlte, so plump wie sie war? Und dass Arthur eine solche Frau begehrenswerter fand als jede schlanke?

Molly setzte nach: „Aber das heißt ja nicht, dass ich irgendjemandem meine Lebenseinstellung aufzwingen will. Wenn Sie sich, so schlank wie Sie sind, gut fühlen, dann bitte. Und wenn Sie nur eine schlanke Frau attraktiv finden und lieben können, dann bitte. Nur Mr Malfoy, eines: Beleidigen Sie mich nie wieder wegen meines Aussehens. Sie wissen jetzt, dass ich Sie dann nur bemitleiden kann." – „Vielleicht ist es mir ja auch egal, was Sie von mir denken. Wenn es Ihnen egal ist, ob ich Sie aufgrund Ihres Äußeren verachte und dies als Zeichen mangelnder Selbstdisziplin werte, dann ist es mir vielleicht auch egal, ob Sie mich bemitleiden oder schlecht von mir denken."

„Touché", lachte Molly. „Gut, wenn es Ihnen egal ist, wenn es zu Ihrer Art der Selbstverwirklichung dazu gehört, andere nieder zu machen, dann bitte, tun Sie sich keinen Zwang an. Mich werden Sie jedenfalls durch keines Ihrer Worte jemals kränken oder verletzen können." – „Das beruht dann wohl auf Gegenseitigkeit. Und noch eines, Mrs Weasley: Weder meine Frau noch ich müssen auf irgendeine Freude im Leben verzichten um unser Aussehen zu wahren. Uns geht es prächtig und wir genießen unseren Luxus. Dünn zu bleiben ist wirklich kein Hexenwerk. Nur damit das klargestellt ist.", war es Lucius ein Anliegen zu verkünden. Molly lächelte: „Nein, bei Ihnen sind es ja immer die guten Gene und das gute, reine Blut, die alles Positive ausmachen, oder?" Nun musste auch Lucius belustigt auflachen: „Richtig."

...

Verwirrt versuchte Arthur mit Narcissa Schritt zu halten. Noch immer konnte er es nicht recht begreifen, dass der zu allen unfreundliche, überhebliche, selbstverliebte und herzlose Lucius seine Frau gut behandelte. Wenn man die beiden zusammen sah, dann machte es doch immer den Eindruck, als nähmen sie einander kaum wahr, als begegneten sie einander voller Kälte und Lieblosigkeit, als könnten beide nur das Materielle und sich selbst lieben... Doch jetzt, allein mit Narcissa, weit außerhalb der Augen der Öffentlichkeit, wirkte die kalte Malfoydame wie verwandelt. Fast... Arthur wagte es kaum auszusprechen... nett. Er seufzte leise, so verwirrt war er.

„Es muss schwer sein, mit so vielen Kindern, oder?", erkundigte sich Narcissa plötzlich. Arthur sah verwirrt auf. „Nun ja... manchmal schon. Vor allem finanziell. Ich versuche wirklich, jedem einzelnen meiner Söhne und natürlich auch meiner Tochter alles Nötige zu bieten, ihnen eine ordentliche Schulausrüstung zu verschaffen und all das wie Taschengeld, damit sie mit ihren Freunden mithalten können, aber leider schaffe ich das nicht immer." Arthur wirkte plötzlich sehr müde, dann fügte er, fröhlicher, hinzu: „Aber was soll's. Geld ist nicht das Wichtigste. Ich weiß, dass meine Kinder allesamt glücklich sind. Ich liebe meine Familie." Er lächelte stolz und glücklich vor sich hin. Narcissa betrachtete nachdenklich Arthurs Gesicht. Wenn sie so darüber nachdachte, hatte sie noch nie in ihrem Leben Geldsorgen gehabt, hatte sich noch nie etwas nicht leisten können. Hatte Draco noch nie einen Wunsch abschlagen müssen. Sie konnte es sich gar nicht vorstellen, wie es war, in Armut zu leben.

„Sie können stolz auf Ihre große Familie sein...", flüsterte Narcissa leise, mit einem Hauch von Sehnsucht in ihrer Stimme. Manchmal träumte sie davon, ebenfalls von so vielen Kindern umringt zu sein, doch das Schicksal hatte es ihr und Lucius nicht beschieden. Dafür war Narcissa umso glücklicher mit ihrem einzigen Sohn. Arthur sah etwas verwundert zu ihr. „Sie doch auch, Ma'am. Ron, mein Jüngster, beschwert sich zwar immer über Draco, doch ich glaube, er ist ein ganz vortrefflicher Junge." Das war nicht ganz die Wahrheit. Laut Ron schlug Draco ja sehr stark nach Lucius, was Arthur natürlich nicht guthieß, doch andererseits kannte Arthur Draco ja gar nicht persönlich und da sollte man die Vorurteile, die man gegen dessen Familie hegte, nicht automatisch auf den Jungen übertragen. Und Ron hatte ohnehin manchmal einen Hang zur Dramatik...

Narcissa lächelte. „Ja, Draco ist mein Ein und Alles." Einen Moment herrschte Schweigen, dann fügte Narcissa hinzu: „Und Lucius ebenso. Ja, ich liebe Lucius. Der Unterschied zu Ihnen ist nur, dass ich es nicht gerne ausspreche, sondern eine solche Kostbarkeit lieber tief in meinem Herzen verschließe." Nur das leise Rascheln der Bäume im Wind war zu hören. Arthur starrte Narcissa an. Nun wusste er, dass er sich getäuscht hatte. Narcissas Stimme war so voller Aufrichtigkeit und Wärme, dass es keinen Zweifel gab. „Verzeihen Sie mir, Mrs Malfoy... ich habe Sie falsch eingeschätzt.", gab er zu.

„Nein, das haben Sie nicht. Sie haben Lucius falsch eingeschätzt.", verbesserte Narcissa ihn. „Ich weiß ja, dass Lucius Ihnen das Leben schwer macht, aber so ist er nicht immer. Und es ist schon gut, Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Wir sind quitt. Ich habe auch noch nie zuvor daran gedacht, wie sich Ihre Frau für ihre Familie aufopfert." Narcissa biss sich auf die Lippen. Sie hatte Molly Weasley immer verachtet, eine Frau, die so wenig Wert auf ihr Äußeres legte, die nicht einmal imstande war, es zu einer angemessenen Figur zu bringen, die in der Öffentlichkeit repräsentabel war. Eine Frau, die ihren Mann durch ihr Aussehen nicht mit Stolz, sondern mit Scham erfüllen musste. Narcissa war es gewohnt, die Blicke aller Männer auf sich zu ziehen, war es gewohnt, dass man Lucius ihretwegen voller Neid ansah. Für Narcissa war das Gefühl, begehrenswert zu sein, genauso selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Sie riskierte einen vorsichtigen Blick zu Arthur Weasley. In dessen auf ihr ruhendem Blick lag kein Begehren, kein Neid, und das obwohl Arthur von seiner eigenen Ehefrau gewiss nicht mit den besten körperlichen Vorzügen verwöhnt war. Doch all das schien für Arthur keine Rolle zu spielen. Er liebte seine rundliche, unansehnliche Frau so sehr, dass er keine Augen für Narcissa hatte. Für einen Moment überkam Narcissa so etwas wie ein romantisches Gefühl. Für Molly Weasley musste es ein wunderbares Gefühl sein, so geliebt zu werden. Zu wissen, dass sie immer geliebt wurde, in Alter und Krankheit, ganz egal, was ihr Aussehen verzehren mochte. Konnte sie, Narcissa, auch in dieser Gewissheit leben? Ja, das konnte sie, sie fühlte es...

„Molly ist eine wunderbare Mutter. Und ich bin mir sicher, dass Sie das auch sind, Mrs Malfoy." Lucius konnte sich wirklich glücklich schätzen, eine Frau wie Narcissa zu haben. Eine Frau, die weit weniger oberflächlich und materiell eingestellt zu sein schien, als Arthur gedacht hatte. Und hübsch war sie obendrein. Auch wenn er, Arthur, ja mehr auf Rundungen stand... Zuerst hatte Arthur ja gedacht, es könne nur Glück sein, das Lucius gehabt hatte, dass ihn das Leben mit einer Frau wie Narcissa zusammen gebracht hatte. Zuerst hatte er Mrs Malfoy gar bedauert, hatte sich immer vorgestellt, wie quälend es für sie sein musste, in einer Ehe mit so einem tyrannischen Mann zu leben. Doch so langsam begann sich Arthur für diese Gedanken zu schämen. Vielleicht hatte er Lucius wirklich Unrecht getan und dieser hatte nicht bloß Glück gehabt oder Narcissas Loyalität so unverdient erhalten. Vielleicht hatte Lucius sich Narcissas Gefühle wirklich verdient. Vielleicht liebte Lucius Narcissa wirklich. Vielleicht hatte Lucius auch andere Seiten als die skrupellose, die Arthur kannte? Es war schwer vorstellbar, doch Narcissas Glück strahlte so unmittelbar vor ihm, dass Arthur nicht mehr daran zweifeln konnte, dass sie freiwillig und gerne mit Lucius zusammen lebte.

Narcissa lächelte ihn kühl an. „Schon gut, Sie können sich das ganze Süßholzraspeln auch schon wieder sparen. Es wird sich ohnehin nichts daran ändern, dass Weasleys und Malfoys verfeindet sind. Sie werden bestimmt der Letzte sein, der damit aufhört, Lucius das Leben schwer zu machen." Die Art, wie Narcissa sprach, ließ in Arthur wieder die alte Selbstsicherheit aufsteigen, die alte Vertrautheit, in der er mit einem oder einer Malfoy rivalisierte. Somit verkündete er entschlossen: „Sie verwechseln da was, Mrs Malfoy. Lucius ist derjenige, der mir das Leben schwer macht. Meinetwegen könnten wir die alte Feindschaft auch begraben, doch ich denke nicht, dass Lucius dazu bereit wäre sich zu ändern..." Narcissa lächelte spöttisch, froh, dass sie auf diese Ebene des Gesprächs zurückgekehrt waren: „Warum sollte er auch? Wenn Sie sich genauso gut ändern könnten? Lucius ist immerhin im Recht."

„Pah! Wissen Sie was, Mrs Malfoy? Es würde mich nicht wundern, wenn Lucius heute Nacht einer der maskierten Unruhestifter gewesen ist, der die Muggelfamilie gequält hat. Vielleicht ist das ja der Grund, aus dem er jetzt nicht hier bei Ihnen ist?" – „So ein Unsinn. Lucius kämpft auf der Seite des Ministeriums gegen die Gesetzeslosen, genauso wie Sie auch. Deshalb ist Lucius nicht hier. Er wird den Zeltplatz gerade vor den Todessern beschützen, während Sie hier mitten im Wald herumlaufen, sich mit einer Frau austauschen und den Gentleman abgeben." Arthur lachte: „Das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Ich weiß schon, was ich von Lucius zu halten habe und dass sein Handeln gestoppt werden muss. Glauben Sie mir, Ma'am, um Sie und Ihren Sohn würde es mir leid tun, Lucius nach Askaban schicken zu müssen, aber das hat sich Lucius dann selbst zuzuschreiben. Mag sein, dass er ein ganz ordentlicher Familienvater ist, aber hier in der Welt richtet er Schaden an. Und dafür wird er früher oder später zur Verantwortung gezogen werden. Wenn Sie ihn lieben, Mrs Malfoy, dann sprechen Sie mit ihm und halten Sie ihn auf. Machen Sie ihm klar, wenn er schon nicht einsieht, dass es Unrecht ist, wehrlose Muggel zu quälen und unschuldigen Erstklässlerinnen gefährliche schwarzmagische Gegenstände zuzustecken, dass er seine Freiheit riskiert und auf dem besten Wege ist, sein Leben künftig nicht mehr mit Draco und Ihnen, sondern mit Dementoren zu teilen."