Als ich ihn rief, blieb er stehen und antwortete mir. Doch er wollte immer noch gehen. Mein Herz hatte einen Schlag ausgesetzt, denn ich wollte nicht dass er ging. Mir lag so viel an ihm, darum bat ich ihn mich mit sich zu nehmen. Doch er meinte meine Oberflächlichkeit würde ihn nerven, obwohl ich ihm gestanden hatte, dass ich ihn liebte. Ich wäre nur ein Klotz am Bein, waren seine Worte. Schmerzhaft zog sich mein Herz zusammen, plötzlich stand er hinter mir. Er war ganz nah, so nah wie noch nie. Ich spürte seinen Atem an meinem Ohr, ein leises flüstern drang daran. Er hatte mir gedankt, dann spürte ich nur noch seinen Ellenbogen, dann verlor ich mein Bewusstsein.
Als ich aufwachte standen zwei Shinobis vor mir, ich lag auf einer Bank. Alles tat mir weh, doch ich wusste sofort dass er gegangen war. Verzweifelt schrie ich nach ihm, obwohl ich es wusste, dass er weg war. Sofort machten sich unserer Chaos Ninja auf die Suche nach ihm, während ich nur zusammenbrach und weinte. Es fühlte sich wie ein großes Loch in meiner Brust an, schon jetzt fehlte er mir unendlich.
Sehr lange wartete ich, keine Nachricht kam, niemand kehrte zurück. Mit gedrückter Stimmung ging ich durchs Dorf, versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen. Ich ging zur Hokage, doch auch bei ihr konnte ich keinen Trost finden.
Es dauerte ewig bis die Sanitäter mit den verletzten GeNins zurück kamen. Ich machte mir große Sorgen, sehr große. Von meinem Team war keiner dabei. Ich saß nun schon eine Weile an einen Baum gelehnt, meinen Kopf auf meinen angezogenen Knien liegend. Meine Augen waren rot von dem vielen Weinen. Es tat weh, noch viel mehr als erwartet. Ich war mir nicht sicher ob ich nun beide verloren hatte oder nicht. Immer wieder kamen Sanitäter mit Verletzten wieder, doch sie waren einfach nicht dabei.
So wartete ich weiter, langsam versiegten meine Tränen, die Kraft reichte einfach nicht mehr dafür. Endlich kam mein Sensai mit unserem Chaos Ninja auf dem Rücken wieder. Erleichtert, stand ich auf, doch er war nicht dabei. Dennoch fühlte ich mich ein Stück weit besser, als zuvor.
Die Nacht verbrachte ich allerdings weinend. Bis die Sonne am nächsten Morgen aufging, hatte ich keine Minuten lang geschlafen.
In der Nacht hatte ich erkannt, dass es ein Abschied für immer gewesen war, doch mein Herz wollte es nicht Recht glauben. Ein großes Loch war in meiner Brust geblieben. Ob es schnell heilen würde? Wohl eher nicht.
Ich besuchte meinen übrig gebliebenen Teamkamerad im Krankenhaus, dieser versprach mir ihn zurück zu holen. Ich wusste dass er nicht aufgeben würde, bis er sein Versprechen gehalten hatte. Ich versuchte ihm zu glauben, doch in meinem inneren wusste ich, dass es unmöglich war. Denn er hatte seine Entscheidung getroffen.
Mein Verstand zwang mich etwas zu unternehmen, also packte ich mein Zeug zusammen um mich eigenständig auf die Suche zu machen, allerdings wurde ich aufgehalten. Niemand durfte das Dorf verlassen. So versank ich in meiner Trauer.
Ein Jahr später hatte ich mich gefasst. Mein Team war nicht mehr vorhanden, auch mein letzter Kamerad war auf Reisen mit dem anderen Legendären SanNin gegangen. Nun entschied auch ich etwas zu unternehmen. Ich ging zur Hokage und bat sie mich zu unterrichten. Sie war die dritte im Bunde der legendären SanNin. Sie unterwies mich. Ich erlernte die Heiljutsus und auch ihre Stärke. So bestand ich die ChuNin Prüfung. Was ich nun war? Eine starke Shinobi, aber nur von außen in meinem inneren versuchte der Schmerz immer noch durch die Mauer zu brechen die ich in dem Jahr meiner Trauer verzweifelt aufgebaut habe. Selten passierte es mir, dass ich es für einen kurzen Moment zu ließ, aber in letzter Zeit wurde es schlimmer. Ich ließ es keinen merken. Ein weiteres Jahr verging...
Feste Aufgaben regelten meinen Alltag, sowie bei allen anderen, seit kurzem ging ich wieder auf schwierigen Missionen mit, aber es fühlte sich falsch an, denn sie führten nicht zu dem Ziel, dass ich eigentlich verfolgte.
Es verging fast ein weiteres Jahr, als ich morgens die Liste der Besucher am Eingang holte. Schnell flog ich über die Namen, plötzlich las ich einen... der Chaos Ninja war zurück gekehrt. Meine Augen weiteten sich, schnell rannte ich in Richtung Zentrum, endlich erblickte ich ihn. Dort stand er, viel größer, stärker und erwachsener. ...
Wir wurden wieder zu einem Team zusammen mit unserem Sensai. Als wir dann eine anstrengende Mission hinter uns hatten und unser Sensai im Krankenhaus lag, bekamen wir einen neuen Sensai, einer von den Anbus, er hatte das meiste Vertrauen der Hokage. Aber das war nicht alles wir sollten auf eine weitere Mission, zusammen mit einem Anbu Neuling, den wir auch noch ins Team bekamen.
Als ich ihn das erste Mal sah erschrak ich. Er sah ihm so ähnlich. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Schon nach kurzem stellte ich fest das er auch gewisse Ähnlichkeiten mit ihm hatte.
Nach dieser Mission befreundete ich mich gut mit ihm an. Vielleicht nur damit er mir als Ersatz für ihn diente, doch er verstand mich gut. Es verging noch ein weiteres Jahr. Vor kurzem hatte ich ihn auf einer Mission gesehen, nun war die Mauer endgültig gefallen, er hatte mich nur kalt angesehen. Nun kam ich gerade von der Mission wieder, bis jetzt hatte ich mir noch nichts anmerken lassen, doch jetzt...
Abschied.
