Der Flug nach Seattle war nicht annähernd so unangenehm wie ich gedacht hatte. Das einzige was genervt hatte war die Stewardess die mich beim vorbeigehen immer argwöhnisch angeschaut hatte. Wahrscheinlich dachte sie ich wäre ein Ausreißer oder etwas in die Richtung. Naja man konnte es ihr fast nicht übel nehmen, mit meinen zerrissenen Klamotten und dem alten Seesack, nervig war es trotzdem. Das warten auf den Anschlussflug war da schon schlimmer aber nichts im Vergleich zu den zweifeln die ich hatte als das Flugzeug zur Landung in Port Angeles ansetzte. Was war wenn Simon nicht da war? Was war wenn er mich nicht mehr mochte? Wenn er mir die Schuld gab dafür was passiert war? Ich wusste dass das albern war aber ich konnte nicht anders. Simon war mein Bruder, aber das musste nicht bedeuten dass er mich auch mochte.

In meinem Kopf ließ ich verschiedene Szenarien durchlaufen, wobei die schlimmste immer noch die war wo er mir mit einer Schrottflinte den Kopf weg schoss, oder es wenigstens versuchte.

Ich zitterte richtig als ich aus dem Flugzeug ausstieg.

Zum Glück war Simon schon da, denn sonst hätte ich mich bestimmt in irgendetwas reingesteigert.

Es war gut zu sehen das er sich, im Gegensatz zu mir, kein bisschen verändert hatte. Seine schwarzen Haare trug er immer noch kurz und seine dunkelbraunen Augen versteckte er hinter einer Sonnenbrille.

Auch charakterlich schien er sich wenn überhaupt nur wenig verändert zu haben. Lässig lehnte er an seinem Wagen und wartete bis ich zu ihm kam, er war so gelassen wie eh und je.

Das schlimmste daran war das er schon immer so gewesen war, selbst als ich noch jünger war. Das konnte einen richtig zur Weißglut treiben. Am heftigsten hatte ich das gemerkt als er Mom und Dad erzählt hatte das er sein Studium abgebrochen hatte und Polizist werden wollte. Mom war richtig ausgetickt, sie hatte ihn angeschrien und ihm mit allem möglichen gedroht, Hausarrest, Enterbung und Prügel. Dad war richtig rot im Gesicht geworden und brüllte fast noch Lauter als Mom, wenn das für einen normal sterblichen überhaupt möglich war. Das was die Sache nicht wirklich besser gemacht hatte war, das Simon nichts erwiderte. Er saß ruhig auf seinem Stuhl und wartete darauf das die beiden Heiser waren vom vielen Schreien, dann stand er auf und erklärte ihnen das es ihm herzlich egal sei das sie ihm mit Hausarrest drohten, er wohnte eh nicht mehr hier, dann fügte er noch sarkastisch hinzu das er den gesamten Reichtum, es waren wahrscheinlich hauptsächlich Schulden, der Familie mit Freuden seiner kleinen Schwester überlassen wollte.

Damals hatte ich ihn Anfangs bewundert, und später gehasst. Mom hatte mir das Leben noch mehr zur Hölle gemacht, und ich hatte keinen Bruder der mir helfen konnte da er nicht mehr erwünscht war.

Vier Jahre hatten sie kein Wort mehr mit einander gewechselt und wahrscheinlich hätten sie noch vier weitere Jahre gebraucht bevor sie es auch nur versucht hätten. Aber sie hatten nie die Gelegenheit dazu bekommen.

Wieder zuckte ich zusammen als ich an den Tag dachte. Ich wollte diese Bilder nicht sehen, die mir durch den Kopf schossen. Ich spürte wie die Welt um mich herum langsam verschwamm, es wurde schwerer sich zu konzentrieren und die Bilder wurden immer schärfer und dazu kamen auch noch andere Erinnerungen.

Nein!

Mit einem energischen Kopfschütteln holte ich mich zurück in die Wirklichkeit. Diese Bilder mussten warten bis ich alleine war. Denn hier mitten auf dem Flugplatz, direkt vor meinem Bruder, wollte ich mich nicht zusammen rollen und anfangen zu heulen.

Schnell nahm ich meinen Seesack und ging zu Simon.

Er sah mich immer noch mit derselben ruhe an, aber ich wusste das er mein zögern bemerkt hatte. Simon bemerkte einfach alles. Er hatte damals auch gemerkt das Dad, Mom betrogen hatte, das hatte wieder zu einem mega Streit geführt. Mom hatte ihm nicht glauben wollen, obwohl es so offensichtlich war. Als Dad davon wind bekommen hatte, hatte er sofort aufgehört sich mit der reizenden Miss Bloom zu treffen. Stattdessen war er dazu übergegangen Simon das Leben noch mehr zur Hölle zu machen.

Vielleicht war das der Grund warum Simon sich quergestellt hatte und Polizist geworden war, anstelle den ambitionierten Träumen unserer Eltern zu folgen. Das war eben Simons art, der passive Widerstand. Er war nicht frech und aufmüpfig so wie ich es gewesen war, nein, das war einfach nicht sein Stil.

Ein wenig zaghaft blieb ich vor ihm stehen, und sah auf den Boden. Es war mir irgendwie unangenehm ihn anzuschauen. Wieder sah ich ihn in Gedanken auf mich schießen.

„Hi…" war alles was ich herausbringen konnte, und das auch nur sehr leise. Ich war auf alles gefasst gewesen. Er konnte mich anschreien, mich ignorieren oder mir ein Messer in die Brust rammen, auch wenn er damit nicht sehr weit gekommen wäre.

Ich hörte wie er einen schritt auf mich zu machte, meine Muskeln spannten sich an und ich war bereit, und umarmte mich. Erschrocken sah ich ihn an, er strahlte immer noch diese unergründliche Ruhe aus.

„Ich hab dich so doll vermisst!" Ich drückte ihn so fest ich mich traute und vergrub mein Gesicht in seiner Jacke. Ich konnte meine Trennen nicht mehr unterdrücken und wieder wurde ich fest umarmt und heulte und schluchzte was das Zeug hielt, in aller Öffentlichkeit. Normal wäre mir das super peinlich, aber in diesem Moment war mir das so ziemlich egal. Es fühlte sich sogar richtig gut an. Simon mochte mich, sogar nach allem was ich getan hatte, sogar nachdem ich…

Jetzt schluchzte ich noch viel heftiger, und da wo mein Herz eigentlich sein sollte, tat sich ein riesiges Loch auf. Ich sah das Bild meiner Mutter, wie sich ihre Augen vor Angst und Überraschung weiteten, wie sie wegrannte und doch keine Chance hatte.

Ich spürte wie uns die Menschen angafften, wie sie sich verwundert zu uns umdrehten und mit dem Kopf schüttelten. So verzweifelt hatte ich versucht, es zu unterdrücken, zu verdrängen, aber am ende hatte ich selber keine Chance gehabt, genau wie meine Eltern.

Beruhigend streichelte Simon meine Haare. Verzweifelt versuchte ich in wegzudrücken, ich wollte nicht das er mich so sah, auch wenn es schon zu spät war, aber Simon sollte sich damit nicht belasten. Ich nahm meine ganze Kraft zusammen, die immerhin nicht unerheblich war, aber irgendwie war keine mehr da. Wie eine leblose Puppe stand ich einfach nur da und begann zu zittern, während sich meine inneren Organe langsam in Luft auflösten und nur Leere zurück ließen.

Ich bemerkte fast nicht wie Simon mich hochhob und auf die Rückbank seines Autos legte. Alles was ich noch wahrnahm waren die schmerzen. Sie durchzuckten mich wie Elektroschocks und schüttelten meinen ganzen Körper. Dumpf erinnerte ich mich daran das ich schon einmal ähnliche schmerzen empfunden hatte, schmerzen die nichts mit der Leere in mir zu tun hatten. Mit dem nächsten Schock war dieser Gedanke schon wieder verschwunden.

Verzweifelt krümmte ich mich auf der Rückbank zusammen und versuchte die Leere irgendwie zu füllen, sie war unersättlich. Wieder ein Schock und wieder schüttelte ich mich.

Vicky. Die ersten Nächte hatte sie immer vor meinem Zimmer gestanden und verzweifelt versucht zu verstehen was mit mir los war. Ihr hatten meine Schreie fast genau so weh getan wie mir. Sie gab sich die schuld dafür was mit mir passiert war, und in gewisser weise hatte sie auch recht.

Als sie versucht hatten mir zu erklären was passiert war, hatte ich sie angeschrien, versucht sie zu schlagen, zu töten.

Das zittern wurde jetzt immer schlimmer, und es fiel mir immer schwerer mich zu konzentrieren.

Ich wollte mich einfach nur ablenken, und dachte an alles mögliche, nur um nicht an die Schmerzen denken zu müssen. Mein Zimmer, wie ich es verwüstet hatte und Miles es immer wieder aufgeräumt hatte. An die Gitarre, die mir Lukas zum Geburtstag geschenkt hatte. Es war irgendwie seltsam, aber sein verhallten mir gegenüber hatte sich sehr verändert. Seine Schuldgefühle waren nicht zu übersehen, aber da war noch etwas anderes, etwas was mir bei allen Clanmitgliedern aufgefallen war. Die art wie sie mich ansahen, so als hätten sie mitleid mit mir. Als würden sie etwas wissen, das mir niemand sagen wollte. Dazu kam noch wie sie sich in meiner nähe aufführten. Sie waren wie Bodyguards, immer darauf bedacht mich zu Beschützen, mich vor weiterem Schaden zu bewahren.

Wieder und wieder brannten sich die Schmerzen in meinen Körper, das zittern wurde so Stark das ich mühe hatte nicht von der Rückbank zu fallen. Ein tiefes Knurren machte es noch schlimmer. Mein Gehirn war wie erstarrt, nein, das durfte nicht passieren, nicht noch einmal, nicht jetzt.

Gehetzt versuchte ich mich daran zu erinnern, wie ich das Monster beruhigen konnte, ich versuchte es wieder einzusperren, während das Nichts mich immer mehr verschlang. Ich durfte nicht zulassen dass es wieder die Kontrolle übernahm.

Mit ganzer Kraft wollte ich es zurück drängen, aber je mehr ich es versuchte je mehr wurde ich selber zurück gedrängt. Das Nichts war einfach überall, ich konnte nichts mehr sehen, nichts mehr fühlen, nur noch das Knurren konnte ich hören.

Panik! Ich atmete viel zu schnell und ich begann zu schwitzen. In meinem Kopf drehte sich alles, und ich zitterte jetzt so Stark das ich es nicht mehr kontrollieren konnte. Ich wollte schreien, ihn warnen, in Sicherheit wissen, aber nichts passierte.

Überall war Nichts.

Ich war allein, in einem Meer aus Dunkelheit und Schmerzen. Ich war einfach nur leer, tot.

Immer wieder tauchten fetzen aus meiner Erinnerung auf, dinge die ich vergessen wollte, Überreste von meinem alten Leben.

Unser Wohnzimmer das übersät war mit den zerfetzen, blutigen Körperteilen meines Vaters. Der Kopf meiner Mutter der vor mir auf dem Fußboden lag. Ihre Augen, die mich anstarrten, kalt, tot und anklagend. Simons Augen…das glitzern darin als ich aus dem Flugzeug stieg. Wie er mich in den Arm genommen hatte. Das Gefühl als ich bei ihm war.

Ich hielt daran fest. Ich wollte es nicht wieder verlieren, ich wollte ihm nicht Wehtun. Simon war alles was ich noch hatte, und er akzeptierte mich, so wie ich war mit allen meinen Fehlern. Simon war mein Bruder und ich würde ihm niemals etwas antun.

In diesem einen Moment, wusste ich dass es wahr war.

Mit all meiner Kraft klammerte ich mich an dieses Gefühl, das es nichts in der Welt gab wodurch ich ihn verletzen würde. Er hatte am Flughafen darauf gewartet das ich kam, er hatte auf mich gewartet, auf mich, seine kleine hipelige Schwester.

Es fühlte sich an wie eine halbe Ewigkeit, in denen ich zitternd und weinend in der Dunkelheit saß, gepeinigt vom Nichts in mir, aber dann ging es vorbei. Das zittern wurde schwächer und meine Atmung wurde ruhiger, regelmäßiger. Das Nichts verschwand und dann war ich wieder allein in der Finsternis, aber das war okay, es war nicht mehr schlimm, denn ich war immer noch da, ich war ich. Ich konnte wieder normal Atmen, meinen Herzschlag hören und fühlte alles um mich herum.

Ich fühlte wie mein Blut durch meine Adern floss, wie mein Herz es in einem gleich bleibenden Rhythmus in meinem ganzen Körper verteilte. Lange lauschte ich dem leisen Geräusch, es war entspannend ein Zeichen dafür das ich immer noch die Kontrolle hatte.

Dann hörte ich noch etwas anderes, ein flüstern jemand ganz in der nähe, aber es war zu dumpf als das er im selben Raum hätte sein können. Eine Tür ging leise quietschend auf und kleine Füße schlurften herein.

Ein wenig benommen machte ich die Augen auf, und zuckte überrascht zusammen als ich in die großen neugierigen Augen eines kleinen Mädchens starrte, leicht erschrocken schrie ich auf. Auch sie zuckte erschrocken zurück und fiel dabei rücklings auf den Fußboden.

Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck, kämpfte sie sich wieder auf die Beine. Ein kleines Schmunzeln konnte ich mir einfach nicht verkneifen.

Die kleine war wirklich süß, mit ihren dunkelbraunen Löckchen und den strahlend blauen Augen wirkte sie fiel jünger als sie wahrscheinlich in Wirklichkeit war. Der rosarote Pyjama den sie trug, ließ sie sogar noch niedlicher erscheinen.

„Holly?!" Simons stimme drang durch die Tür. Aufgeregt schaute die Kleine zur Tür und dann wieder zu mir. Schnell schlug ich die rote Bettdecke zurück und sie kletterte zu mir ins Bett und versteckte sich, dicht an mich gekuschelt.

Ich konnte gerade noch meine Augen schließen, als Simon schon seinen Kopf durch die Tür steckte und verstohlen zu uns rein schaute. Für ihn schien alles normal auszusehen, denn schon nach wenigen Sekunden hatte er die Tür wieder geschlossen.

Vergnügt kichernd kam Hollys Kopf unter der Decke zum Vorscheinen und grinste mich breit an. Vielleicht hätte ich ihr sagen sollen das Simon immer noch vor der Tür stand und lauschte, denn als dieser mit einem lauten „Aha!" ins Zimmer gesprungen kam, zuckte sie zusammen und verkroch sich sofort wieder.

„Holly!" sagte Simon aufgebracht. „Ich hab dir doch gesagt das du deine Tante in ruhe lassen sollst!"

„Tante?" verwundert sah ich meinen Bruder an. „Dann ist das deine Tochter?" Ich zeigte auf den kleinen Hügel unter dem Holly lag.

Überrascht und ein wenig verlegen nickte Simon. „Ich hab ganz vergessen dass wir lange nicht mit einander gesprochen haben."

Ein wenig beleidigt versuchte ich das erst einmal zu verkraften. Ich war also schon eine Tante, Pah! Holly war zwar echt süß und alles, aber ich und Tante? Das war wie der versuch einen Hai zur Patenschaft mit einem Wahlbaby zu zwingen, das Wahlbaby würde das mit Sicherheit nicht sehr lange überleben.

Also wenn Simon schon Vater war, dann musste er ja auch...

Leicht geschockt merkte ich dass wir nicht ganz allein waren. Nur wenige Meter von uns entfernt spürte ich noch einen Menschen, eine Frau.

„Jetzt sag nicht das du...?" Irgendwie konnte ich den Satz nicht zu ende bringen, das war alles viel zu viel auf einmal, aber Simon hatte schon verstanden und zeigte mir seinen Ringfinger, wo ein schlichter Goldring zu sehen war.

„Schon seit fast vier Jahren." Das schockte mich jetzt fast noch mehr als die Tatsache dass ich eine Nichte hatte. Wir hatten wirklich lange nicht mehr mit einander geredet.

Zum Glück spürte ich nicht noch jemanden im Umkreis von ein paar hundert Metern, also auch kein anderer Nachwuchs über den ich mir den Kopf zerbrechen musste.

„Und wie alt ist sie?" Wieder zeigte ich auf den kleinen Holly-Hügel. Diesmal war sie es die Antwortete. Flink kam sie wieder aus ihrem Versteck gekrochen und überlegte einen Augenblick.

„So alt bin ich!" Stolz hielt sie mir drei ihrer kleinen Fingerchen vor die Nase, wobei sie die andern beiden mit der anderen Hand runter drückte, wieder musste ich schmunzeln.

Seltsam, sonst hatte ich nach meinen Anfällen nie so gute Laune. Eigentlich war ich danach immer total deprimiert und unausstehlich, rollte mich auf dem Bett zusammen und gab mich ganz dem Selbstmitleid hin. Holly hatte mir wahrscheinlich den Tag gerettet und ich war ihr extrem dankbar dafür.

„Komm schon Holly!" Simon stand jetzt wieder an der Tür und sah Holly lächelnd an. „Deine Mom hat das Essen gleich fertig."

Schnell wie der Wind raste die kleine an ihm vorbei und in die Küche.

Simon schüttelte den Kopf. „Du kannst auch kommen wenn du soweit bist. Wir heben dir was auf." Und dann lief er ihr hinterher.

Ich hörte Hollys leises kichern als Simon sie hochhob und knuddelte. Ein wenig beschämt zog ich meine Sinne zurück und beschränkte sie nur auf mein kleines neues Zimmer.

Es war wirklich hübsch, die rosa Blümchentapete war zwar etwas kitschig aber damit konnte ich Leben. Generell war die ganze Einrichtung sehr hell und einladend, helle Holzdielen, ein großes Fenster und eine große Lampe. Das einzige was heraus stach waren der Schrank, das Bett und der Schreibtisch, alles aus massivem Eichenholz gemacht und dunkel Lackiert. Ich liebte es jetzt schon. Es bildete einen so starken Kontrast zu meinem alten Zimmer, das ich keine Angst haben musste das es mich daran erinnerte.

Schon viel besser gelaunt verteilte ich den Inhalt meines Seesacks auf dem Bett und suchte mir meine alte schlabber Hose raus, dann noch ein Schwarzes Tank Top, Duschkram, Unterwäsche und ein Handtuch, und schon war ich im Bad verschwunden.

Als ich in die Küche kam, waren schon alle fleißig am Essen.

Zuerst fiel mein Blick auf die Frau. Sie war wirklich Hübsch, nicht auf eine so übertriebene art und weise, sondern auf eine einfache, schlichtere weise. Sie hatte die gleichen strahlend blauen Augen wie Holly, und auch dieselben Locken, nur heller. Als sie mich ansah, merkte ich das ihr blick etwas Aufmerksames hatte, etwas tiefes, so als würde sie einem direkt in die Seele blicken.

Leise setzte ich mich auf den einzigen freien Platz, neben Simon und Holly. Ich fühlte mich unwohl, wie ein Eindringling der, mit einer tickenden Zeitbombe um den Bauch, das idyllische Leben dieser Familie störte.

„Emily, das ist Valerie" sagte Simon.

„Hi" war das einzige was ich herausbringen konnte.

„Hallo, ich freu mich dich endlich kennenzulernen." sagte Sie, dann widmete sie sich wieder Holly und dem Essen. Sie schien bemerkt zu haben dass ich mich unwohl fühlte, also hatte ich mich nicht getäuscht was ihre Augen anging, das könnte vielleicht zu einem Problem werden. Auch wenn Viktor darauf bestanden hatte das ich hierher ziehe, hätte er bestimmt was dagegen wenn ich aufflog.

Das Essen war wirklich gut, auch wenn es nicht unbedingt etwas besonderes war, schlicht und gut schien die Devise im ganzen Haus zu sein. Alles war sehr simpel und in hellen und freundlichen Farben gehallten. Die Wände waren vorwiegend in einem warmen weis gestrichen und mit bunten Blumen bemalt, die zufällig verteilt waren. Die Möbel waren bunt zusammengewürfelt, sogar die schränke in der Küche waren alle einzigartig. Es war irgendwie lustig, die Einrichtung stand so im Kontrast zum Haus unserer Eltern, wo alles geordnet war, das ich mich auf Anhieb pudelwohl fühlte.

Das unangenehme Gefühl von vorhin war verschwunden, und ich fühlte mich seltsam befreit. Simon und Valerie unterhielten sich über den neuesten Klatsch der Stadt, irgendeinen Grizzly der in der nähe gesichtet worden war, während Holly mir alles über ihre Katze Stinky erzählte, der Name war Simons Idee gewesen.

Als alle fertig gegessen hatten half ich, trotz Valeries Protesten, beim abräumen und abwaschen, was mir wiederum einige überraschte Kommentare von Simon einbrachten. Zu Hause hatte ich nie auch nur einen Finger krumm gemacht. Ich fand es wäre unhöflich wenn ich es nicht tun würde.

Nachdem wir fertig waren, verkroch ich mich in meinem Zimmer und ließ mich aufs Bett fallen. Erleichtert atmete ich Tief ein, und genoss die frische Luft, das Gefühl endlich einen Platz gefunden zu haben an dem ich mich wohl fühlte.

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Tihi der iss jetzt länger als die andern beiden, hoffe gefällt euch… Büdde lasst mirn kommii da ^^