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Kapitel 3
„Es ist doch völlig unmöglich, dass wir seine Spur so ganz und gar verloren haben."
Lucius Malfoy durchschritt zum unzähligsten Male in großen Schritten das Labor von Severus Snape, der mit verschränkten Armen hinter seinem Schreibtisch saß.
„Er denkt wie wir, Lucius. Ihm ist klar, dass wir nach der magischen Spur suchen, die er hinterlassen würde, wenn er intensive Magie anwendet – also lässt er es bleiben und hinterlässt keine Spur. Wir müssen uns etwas ausdenken, das untypisch für uns ist, so dass er uns nicht einen Gedanken voraus ist."
Der Ausdruck im Gesicht des Tränkemeisters zeigte mehr als deutlich, dass er trotz der scheinbaren Ruhe genauso aufgelöst war wie der Blonde.
„Wir sollen uns also von unseren normalen Gedankengängen abwenden. Wie sollen wir dass machen?" Malfoy blieb vor Snapes Schreibtisch stehen beugte sich nach vorne und stützte sich mit beiden Armen auf der Tischplatte ab, so dass er den Tränkemeister intensiver anstarren konnte. „Sollen wir es mit Dummheit versuchen, damit er uns nicht auf die Schliche kommt?"
Snape gab einen verächtliches Geräusch von sich.
„Mit deinem Zynismus kommen wir auch nicht weiter. Fakt ist, dass er uns keine Hinweise gibt. Es ist durchaus möglich, dass es ihn gar nicht mehr gibt und dass das Stundenglas fehlerhaft ist."
Er deutete auf eine Sanduhr, die anders aussah, als eine normale Sanduhr. Der Sand lief aus der oberen Kugel nicht in eine untere, sondern in zwei untere Kugeln. Doch nachdem ein gutes Viertel des Sandes durch die Enge hindurchgerieselt war, war der fallende Sand einfach stehengeblieben. Einige Körper schwebten noch in der Luft. Die Uhr war nicht verstopft, sondern die Magie darin war einfach zum Stillstand gekommen.
„Das hast du mir auch auf Malfoy Manor gesagt, als er dann plötzlich vor uns gestanden hat!"
Snape seufzte. Malfoy hatte Recht. Es gab immer noch keine Erklärung dafür, warum das Stundenglas, mit dessen Magie sie ihrer beider Essenzen aus den zwei Kugeln in die eine hatten zusammenfließen lassen den umgekehrten Vorgang nun nicht mehr ausführte.
Das Glas zu zerstören war keine Option, weil niemand wusste, welchen Effekt es auf Snape und Malfoy haben würde.
Eine Eule klopfte mit ihrem Schnabel an das Fenster des Labors.
Seerus erhob sich und ließ das Tier ein. Ein Briefumschlag fiel ihm in die Hände, die Eule bekam ihre obligatorische Belohnung und als sie wieder fortgeflogen war, schloss Snape das Fenster hinter ihr.
Erst als er wieder an seinem Schreibtisch saß, öffnete er den Umschlag und las die wenigen Zeilen die auf dem Briefbogen niedergeschrieben waren. An dem Bogen war ein Zeitungsausschnitt festgeklemmt.
„Man hat die Leichen entdeckt.", informierte er Lucius über den Inhalt des Artikels. „Man vermutet einen brutalen Raub. Die Polizei hat das Haus völlig verwüstet vorgefunden. Alle Männer erschossen. Von der Waffe fehlt jede Spur. Man hat okkulte Gegenstände vorgefunden und wundert sich, warum sechs so einflussreiche Männer sich mit Unsinnigem wie Okkultismus beschäftigen."
„Okkultismus?", unterbrach Malfoy ihn. „Wenn sie es so nennen, haben sie keine Ahnung, worum es ging. Gut."
Snape las den Rest des Artikels stumm und nickte dann.
„Ja – es hat genau so funktioniert, wie es sein sollte. Bevor er aus dem Ruder gelaufen ist, hat er seinen Auftrag perfekt erledigt, ohne Spuren zu hinterlassen. Das kann er wirklich gut ..."
Malfoy sah etwas erleichtert aus.
„Ich bin immer noch nicht sicher, ob es nicht besser gewesen wäre, die sechs mit ihrem Fund einfach machen zu lassen, was sie machen wollten. Wenn es funktioniert hätte – was ich nach wie vor bezweifel – wären sie ohnehin gestorben."
„Lucius!", rief Snape ihn zur Vernunft. „Ganz abgesehen davon, dass ein nicht unerheblicher Teil deiner Geschäfte davon ruiniert gewesen wäre, hätte es fatale Folgen für die gesamte magische Gesellschaft gehabt. Von den Muggeln die betroffen gewesen wären ganz zu schweigen. Es ist gut dass die Zauber die diese Dummköpfe sich für ihr unrechtmäßig erworbenes Geld in ihre beschränkten Muggelhirne haben pflanzen lassen nicht kombiniert werden konnten. Sie hätten Macht über die Entscheidungsfreiheit eines jeden magisch begabten Menschen gehabt! Und du weißt, was sie damit anrichten wollten! Dass wir durch deine Verbindungen mit ihnen in Kontakt gekommen sind, ohne dass sie wussten mit wem sie es zu tun haben, war reiner Zufall und ein großes Glück für uns alle."
Malfoy lachte hämisch.
„Da stehen sie endlich dem Zauberer gegenüber, von dem sie glauben, dass er ihre einzelnen Aspekte kombiniert und dann so was – ich wäre gerne dabei gewesen, um ihre Gesichter zu sehen, als ihnen klar wurde, dass sie mit der Einladung für ihn ihr Todesurteil ausgesprochen hatten."
„Und ich wäre gerne wieder sicher, dass meine Geheimnisse auch meine Geheimnisse bleiben. Eine Selbstverständlichkeit, die im Moment keineswegs mehr sicher ist. Lucius, er weiß nicht nur von unserem Tun, er weiß auch alles andere von uns. Lass uns überlegen, wie wir seiner habhaft werden können!"
Malfoy seufzte einmal, dann setzte er sich in den bequemen Stuhl auf der anderen Seite des Schreibtisches und sie begannen Ideen zu sammeln.
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Duncan hatte inzwischen gefühlte drei Liter Kaffee an verschiedenen Rastplätzen getrunken und als morgens die ersten Apotheken geöffnet hatten hatte er sich einen guaraninhaltigen Wachmacher gekauft, dessen Wirkstoff er mit kleinen magischen Ergänzungen konzentriert hatte, bis er die Wirkung der einzelnen Kapseln um etwa das zehnfache erhöht waren.
„Ein hoch auf meine Erfahrung im Umgang mit Zutaten", murmelte er vor sich hin, als die Wirkung des Guaranin einsetzte und es ihm vorkam, als habe ihm jemand einen Eimer kaltes Wasser ins Gesicht geschüttet. Er schüttelte den Kopf und lachte erstaunt auf.
„Wow... das war schnell..."
Er sah auf die Uhr und dann die Straße hinauf.
Es würde keine Viertelstunde mehr dauern, bis Narcissa sich auf den Weg zu ihrem wöchentlichen Besuch der Winkelgasse machen würde. Man konnte die Uhr danach stellen, wann sie montags morgens aufbrach, um kleinere Besorgungen zu machen, Bestellungen aufzugeben und bestellte Dinge bereitstellen zu lassen, damit die Hauselfen sie später abholen können würden. Und er hatte sie oft genug begleitet, um zu wissen, dass sie stets den Eingang neben der exklusive Boutique in die Gasse benutzte, der sie direkt zu ihrem Lieblingscafe brachte.
In der Zeit die er bereits hier verbracht hatte, hatte er sich einige winzige Phiolen mit effektiven Zaubertränken gekauft, die er in der Muggelwelt problemlos als homöopathische Medikamente ausgeben konnte und hatte eine Liste mit sämtlichen Kontakten erstellt, die er auswendig niederschreiben konnte. Da sein Zauberstab, im Gegensatz zu ihm selber, nach Ablauf des Tages zerfallen war, hatte er sich obendrein bei Ollivander einen neuen Zauberstab besorgt.
Die letzten Minuten zogen sich so sehr in die Länge, dass er glaubte die Zeit sei stehen geblieben, aber dann endlich war es so weit.
Er hatte sich gegen die Wand des Hauses gelegt, von dem aus er einen guten Blick auf den Duchgang hatte. Als das Tor sich öffnete, stieß er sich sofort von der Wand ab und stellte sich gerade hin. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals.
Da war sie...
Narcissa Malfoy betrat die Winkelgasse.
Sie sah perfekt aus. Und wie nicht anders zu erwarten, zog sie Blicke auf sich von bewundernden Männern und neidischen Frauen.
Duncan fühlte Stolz in sich aufsteigen und entgegen allem was er geplant hatte, ging er einfach auf sie zu, als sei das das Normalste auf der Welt.
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„Wenn ich an seiner Stelle wäre, hätte ich längst das Land verlassen", erklärte Lucius nicht zum ersten Mal.
„Das ist richtig, aber wir waren uns einig, dass wir beide dafür sorgen würden, dass wir weder mittellos, noch nackt, noch ohne Gepäck, noch ohne Identität gehen würden. Aber was würde auf jeden Fall zu unserem Gepäck gehören.", Snape rieb sich die Stirn während er sprach „Was mich betrifft, würden mir Geld und Ausweispapiere ausreichen zumal der Start ganz sicher erst einmal ausschließlich in der Muggelwelt stattfinden wird. Aber wir müssen immer uns beide berücksichtigen . Ich bin sicher, dass du mehr mitnehmen wollen würdest. Was müsste in dein Gepäck also unbedingt hinein, dass du dir aus der Magischen Welt erst einmal besorgen oder das du holen müsstest?"
„Das habe ich mir immer schon einmal gewünscht, Severus. Mit dir ‚ich packe meinen Koffer' zu spielen."
Jetzt musste sogar Snape, trotz der angespannten Situation grinsen.
„Dann leg ich mal vor. Ich nehme mit: meinen Zauberstab."
Lucius grinste ebenfalls.
„Ich packe ein: meinen Zauberstab und eine Liste mit meinen Kontakten."
Snape schüttelte den Kopf.
„An die kommt er nicht, er muß aufschreiben, was er aus dem Kopf weiß. Aber machen wir weiter. Ich nehme mit: meinen Zauberstab, eine Liste mit meinen Kontaktdaten und ein paar als Medikamente getarnte Zaubertränke."
„Typisch" murmelte Malfoy, bevor er das bitterernste Thema weiter in spielerischer Form aufnahm.
„Ich nehme mit: meinen Zauberstab, eine Liste mit meinen Kontaktdaten, ein paar als Medikamente getarnte Zaubertränke und..." plötzlich wurde er blass.
„... und was?", fragte Snape auf der Stelle, der sofort sah, dass dem Blonden etwas ganz entscheidendes eingefallen war.
Lucius starrte Snape entsetzt an.
„... und meine Frau ..."
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TBC?
