Tanz der Vampire einmal anders
~ Weitere Proben ~
Am verabredeten Termin fanden sich alle Darsteller wieder in der großen Halle ein und begannen mit der Probe. Zunächst probten sie eine Szene zwischen Alfred und Sarah. Amanda war ein wenig aufgeregter als die Proben zuvor, denn später würden sie und Severus das erste Mal auch gemeinsam singen, doch nun musste sie sich erst einmal auf die Szene mit Alan im Badezimmer konzentrieren. Mit der Badeente in der Hand betrat sie schließlich das vermeintliche Badezimmer, sang ihre Bademelodie und sprach dann Alan an:
Amanda (Sarah):
Entschuldigung.
Alan (Alfred):
Oh! Guten Abend.
Amanda (Sarah):
Sie wollen baden? Störe ich?
Alan (Alfred):
Äh...nein! Überhaupt nicht.
Während Amanda nun anfing zu singen, machte sich Severus schon einmal auf den Weg hinter die Bühne, da auch er bald seinen Auftritt haben würde. Noch immer fand er es lächerlich, dass er sich als Vampir in dieser kleinen Klitsche von Haus zunächst verirren sollte, doch Dumbledore hatte sich bisher standhaft geweigert, das Drehbuch zu ändern. So blieb ihm also nichts anderes übrig als den Idioten zu spielen, der sich nicht orientieren konnte.
Amanda (Sarah):
Du bist wirklich sehr nett.
Drum wirst du mir verzeih'n.
Eingesperrt in mein Zimmer
voll Knoblauch bin ich immer allein.
Alan (Alfred):
Du meinst, dein Vater sperrt dich in dein Zimmer ein?
Amanda (Sarah):
Allerdings, obwohl ich fast schon achtzehn bin.
Alan (Alfred):
Du bist wirklich sehr nett.
Amanda (Sarah):
Manchmal breche ich aus.
Frag nicht wie. Ich komm raus.
Denn ich bin gerne frei,
mindestens einmal am Tag,
einmal am Tag.
Nun betrat auch Severus im Hintergrund den Schauplatz im Chagall'schen Haus und begann, noch immer etwas lustlos, durch das Treppenhaus zu gehen. Dumbledore rollte mit den Augen, als er das sah. „Ein bisschen mehr Enthusiasmus bitte, Severus! Entschuldigung! Weiter…", sagte er dann wieder an Amanda und Alan gewandt, die er gerade unterbrochen hatte. Beide sprachen dann auch gleich ihren Text weiter:
Alan (Alfred):
Eine Badeente…
Amanda (Sarah):
Sie ist so süß. Ich liebe sie.
Alan (Alfred):
Ja, das ist eine schöne Ente.
Amanda (Sarah):
Ich schenk sie dir. Ich hab zwei.
Sandra hatte sich währenddessen vorschriftsmäßig in ihr Bett gelegt und tat so, als würde sie schlafen. Bei Amandas Worten über die Ente musste sie leise vor sich hinkichern, bevor sie weiter darauf wartete, dass Snape das Zimmer betreten würde. Sie konnte dabei nicht leugnen, dass dies ein leichtes Kribbeln in ihrem Nacken verursachte.
Alan (Alfred):
Danke. Vielen Dank. Kann ich dir auch etwas geben?
Amanda (Sarah):
Darf ich mir was wünschen.
Alan (Alfred):
Ja. Was?
Nun war auch Snape als Graf von Krolock bei Magdas Zimmer angekommen und schlich sich hinein. Er fand sie im Bett liegend vor und ein Grinsen huschte ihm übers Gesicht, als ihm der Gedanke an David durch den Kopf schoss, den er nun auf äußerst außergewöhnliche Weise ärgern konnte. Dem gefiel dieser Teil des Drehbuchs nämlich überhaupt nicht, deshalb beobachtet er nun sehr skeptisch was im Zimmer der Magd ablief. Wieso hatte Dumbledore auch nur auf diesem Teil der Handlung bestehen müssen? Ausnahmsweise wäre er hier einmal Snapes Meinung gewesen. Im Vordergrund begannen Amanda und Alan derweil wiederum zu singen:
Amanda (Sarah):
Du hast, was ich gern hätt'.
Es zu tun ist gesund.
Mir tut's jedenfalls gut,
mindestens einmal am Tag,
einmal am Tag.
Drum sei lieb zu mir, lass es mich bitte haben.
Alan (Alfred):
Du...du...du...du...du meinst...
Während Alan im Vordergrund sprach, raunte Severus nun im Hintergrund Sandra seinen Text ins Ohr, während er sich über sie beugte und sein voluminöser Umhang, den er zu Übungszwecken bereits trug, das halbe Bett bedeckte. „Guten Abend, hab vor mir keine Angst. Ich bin der Engel, nach dem du verlangst." Als Sandra hörte und fühlte wie sich Snape der Vampir über sie beugte und sie dann auch noch so leise ansprach, lief ihr ein wohliger und vollkommen unerwarteter Schauer den Rücken hinunter.
Amanda (Sarah):
Schnell vor'm Schlafengeh'n, weil es so angenehm entspannt.
Alan (Alfred):
Doch dein Papa?
Amanda (Sarah):
Braucht nichts zu erfahr'n.
Nun tat Severus so, als ob er merken würde, dass er sich im Zimmer und somit auch in der Frau geirrt hatte, bevor er Sandra schließlich süffisant angrinste und dann ins Ohr flüsterte: „Dann wollen wir ihren Freund mal eifersüchtig machen." Dann biss er drehbuchgemäß zu. Sandra grinste kurz bei Snapes Worten, bevor sie bei dem Biss genüsslich die Augen schloss und leise seufzte. Auch Severus seufzte leise und das nicht nur, weil er damit seinen Schwager in spe ärgern konnte, oder es gut zu seiner Rolle passte. Er musste zugeben, dass er sich durchaus schlimmeres vorstellen konnte, als Sandra zu beißen und er war dankbar, dass sie vor ihm lag und nicht Minerva oder, was noch schlimmer wäre, seine Fast-Schwiegermutter. David hingegen verschränkte wütend die Arme vor dem Körper. Das war ja noch viel schlimmer als er gedacht hatte! Snape nutze die Situation ja schamlos aus! Vor sich hingrummelnd sah er weiter dem Treiben auf der Bühne zu. Alan sprach derweil unberührt vom restlichen Geschehen weiter:
Alan (Alfred):
Nun dann...vielleicht...
Amanda (Sarah):
Gut, also gut.
Dann zieh ich mich jetzt aus
und erfüll mir den Traum.
Wart, gleich stöhn ich vor Lust
in der Wanne voll Schaum...
Aaahaaahaaa...
Seinen Umhang theatralisch hinter sich herziehend war Snape nun lautlos auf dem Weg Richtung Badezimmer und zu Amanda. Als er jedoch hörte, was sie sang, musste er dunkel ein wenig lachen und sagte dann: „Warte nur, bis ich bei dir bin…" Bei diesem Kommentar musste wiederum Lucius lachen, denn so etwas hätte schließlich auch von ihm stammen können. Flitwick hingegen quiekte nur ein wenig peinlich berührt auf.
Eigentlich hätte Amanda nun ihre Bademelodie singen sollen, doch Severus Worte brachten sie dazu, laut loszulachen. Noch immer grinsend drehte sie sich zu ihm um. „Da muss ich ja glücklicherweise nicht mehr lange warten." „Oh nein", sagte er mit tiefer und sehr angenehmer Stimme und funkelte sie mit einem viel sagenden Blick an. Dann wartete er ein wenig zufrieden grinsend auf seinen Auftritt. David verdrehte derweil genervt die Augen bei dieser Unterhaltung. Nun ging das bei der nächsten Frau gleich weiter. Dumbledore mahnte hingegen nun alle wieder zur Konzentration und Ruhe. Was war nur heute in Severus gefahren? (A/N: Ich würde mal sagen, die Hormone. *rofl*)
Alan (Alfred):
Sie ist ziemlich kokett...
Aber lieb ist sie auch.
Ich blieb' gerne bei ihr
mindestens ein Leben lang,
ein Leben lang...
Nun war Severus Stunde gekommen und er trat aus dem Dunkel und an Amandas Badewanne. Seine Erscheinung ließ diese gespielt aufschrecken und schreien.
Amanda (Sarah):
Aaaahaaahaaaa...AH!
Severus (Graf von Krolock):
Guten Abend, hab vor mir keine Angst.
Ich bin der Engel, nach dem du verlangst.
Das Warten ist bald vorüber,
denn ich lade dich ein.
Beim Ball des Jahres tanzen wir durch die Nacht,
bis deine Sehnsucht eine Frau aus dir macht.
Während Severus sie so ansang, sah Amanda ihn schmunzelnd an. Es gefiel ihr sehr wie er sang und jetzt schon den überzeugenden Vampir darstellte. Sie brauchte doch einiges an Beherrschung, um gespielt erschrocken und ängstlich in der Badewanne sitzen zu bleiben und ihm zuzuhören. Severus sang währenddessen unbeirrt weiter und funkelte sie mit seinen schwarzen Augen begehrend an. Doch das musste bis später warten…
Oder willst du lieber, dass alles bleibt so wie es ist?
Glaubst du, das wäre dir genug?
Ich denke mir, das wär dir nicht genug.
Willst du lieber beten, bist du grau und bitter bist?
Glaubst du, das wäre dir genug?
Du weißt genau, das wär dir nicht genug.
Sie warnten dich vor Sünde und Gefahr.
Aber du hast immer schon geahnt,
dass ihre Sicherheit ein großer Schwindel war.
Es war alles gelogen, was man dir versprach.
Jeder hat dich betrogen, wenn er dich bestach.
Doch ich geb dir, was dir fehlt:
Eine Reise auf den Flügeln der Nacht in die wahre Wirklichkeit,
in den Rausch der Dunkelheit.
Mach dein Herz bereit.
Ich lad dich ein zum Mitternachtsball.
Sandra hörte Snape verträumt zu, während er Amanda ansang und war schon ein wenig neidisch auf sie. Es brauchte einiges an Selbstbeherrschung, damit sie schließlich die Bühne verlassen konnte. Alan hingegen sah den beiden schmunzelnd zu. Sie passten wirklich gut zusammen und Severus spielte seine Rolle sehr überzeugend.
Ich geb dir was dir fehlt:
Eine Reise auf den Flügeln der Nacht,
um dem Alltag zu entfliehen, in den Rausch der Phantasien.
Es ist bald so weit.
Ich lad dich ein zum Mitternachtsball.
Während Severus so sang, nahm Alan wiederum seine Rolle wahr und rief panisch nach Flitwick, der den Professor spielte. Als Severus diese Worte hörte, hüllte er sich augenblicklich wieder in seinen Umhang ein und war verschwunden. Nun trat wildes Stimmengewirr auf der Bühne ein, denn auch David und seine Mutter kamen wieder dazu und lamentierten gemeinsam darüber, warum Sarah bloß baden war. Flitwick faselte währenddessen ständig etwas über den Vampir Severus, der ihm wieder entwischt war und schenkte dem Rest keinerlei Notiz.
Severus, der mittlerweile seinen Umhang wieder abgelegt hatte, trat nun wieder vor die Bühne und ging in Richtung Lucius, der gerade ein Sandwich essend auf einem Stuhl saß und dem Treiben auf der Bühne zusah. Mrs. Brown als Rebecca jammerte lautstark herum, während David in seiner Rolle als Chagall gerade seine Tochter Amanda zusammenstauchte. Severus sah dem Treiben nun auch zu und als David sich anschickte, seiner Schwester nun laut Drehbuch zu verhauen, warnte ihn Snape: „Ich warne sie Brown… Schlagen sie nicht zu fest zu, sonst können sie was erleben." „Uuh… Das würde ich ernst nehmen", sagte Lucius daraufhin und grinste wissend.
Während Amanda über Severus Worte erneut lachen musste, sah David ihn nur genervt an. „Halten sie sich doch einfach da raus, Professor Snape!" Auf Davids Worte hin grinste Severus nur süffisant und setzte sich dann neben Lucius, der ihn sogleich etwas fragte, was ihm schon die ganze Zeit auf der Zunge gelegen hatte. „Und? Wie war es, die Kleine von deinem Schwager in spe zu beißen?" Er grinste und machte sich auch keinerlei Mühe, die Stimme soweit zu senken, dass es niemand sonst hören konnte.
David hörte Lucius Malfoys Worte und sah ihn und Snape wütend an. Er sah nur Snapes süffisantes Grinsen und warf ihm einen vernichtenden Blick zu, sagte aber nichts, sondern wandte sich wieder seiner Rolle zu und beschimpfte seine Schwester, um sie dann zu verhauen. Severus antwortete Malfoy währenddessen lediglich, dass er dazu keinerlei Stellung nehmen würde. Davids Reaktion ließ ihn dabei völlig ungerührt. Lucius grinste auf Snapes Worte schließlich wissend. „Ah ja, ich versteh schon… Ein Kavalier schweigt und genießt."
Nachdem David Amanda laut Drehbuch genügend zurechtgewiesen hatte, unterbrach Dumbledore die Probe für eine kleine Pause und David verließ die Bühne. Er ging zu Sandra hinüber, welche sich in der Zwischenzeit gesetzt hatte. „Snape spielt seine Rolle gut, findest du nicht? Hätte ich gar nicht so erwartet", meinte sie auch gleich, kurz nachdem David sich zu ihr gesetzt hatte. Dieser sah sie nur skeptisch an. „Jetzt sag bloß nicht, dir hat diese Beiß-Aktion gefallen!" Sandra konnte nicht vermeiden, dass sie etwas rot wurde. „Was? Nein, sicher nicht!", sagte sie so unbeteiligt wie möglich. David beäugte sie noch immer etwas kritisch, dann kam ihm ein schlimmer Gedanke. Was war nur, wenn Snape es auch gefallen hatte? Nachher kam er noch auf dumme Gedanken! Entsetzt und mit dieser Idee im Kopf sah er Snape an, welcher gerade Amanda lächelnd begrüßte, die sich neben ihm niederließ. Sandra folgte verwundert Davids Blick.
„Und?", wollte Severus gleich von Amanda wissen. „Wie stark hat er zugeschlagen? Muss ich meine Drohung wahr machen?" Allerdings schmunzelte er bei seinen Worten ein wenig, denn schließlich ging er einmal stark davon aus, dass David sich wenigstens in diesem Punkt im Griff hatte. Amanda lachte leise. „Nein, alles in Ordnung." Sanft küsste sie Severus. „Baden wir später?", flüsterte sie dann fragend in sein Ohr. Dabei bemerkte sie Davids und auch Sandras Blicke und lächelte ihnen deshalb zu. „Sandra fand eure Szene scheinbar ganz nett", meinte Amanda dann schmunzelnd zu Severus. „Mhm", brummte Severus zunächst nur als Antwort auf ihre Frage und grinste sie ein wenig an. „Gern", raunte er ihr dann ins Ohr. Dann sah er selbst auch kurz zu den beiden Jüngeren, bevor er seine Augen wieder auf Amanda richtete. „Meinst du?" „Ja, meine ich. Guck, sie ist ganz rot geworden, als du sie gerade angesehen hast", meinte Amanda schmunzelnd. Tatsächlich hatte Sandra ein wenig peinlich berührt den Blickkontakt abgebrochen. David hingegen sah, dass seine Schwester weder Snapes noch Sandras Verhalten sonderlich beeindruckte, was ihn wiederum noch etwas mehr beunruhigte. Nachher landeten sie noch zu dritt im Bett! Severus sah noch einmal zu Sandra und grinste dann ein wenig.
„Ihm ist nichts zu entlocken. Ich hab's auch schon versucht", mischte sich nun Malfoy ein wenig grinsend ein. „Es geht dich auch einen feuchten Dreck an, ob's mir gefallen hat, Malfoy", antwortete Severus provozierend. „Ach, dir hat es gefallen. Wem gefällt so was nicht", grinste Malfoy nur süffisant zurück, dann sah auch er kurz zu Sandra. „Und ihr offenbar auch. Na wenn da nicht jemand eifersüchtig wird… Oder schon ist." „Das ist nicht mein Problem", entgegnete Snape. „Nein… Dir ist das egal, ich weiß." „Blitzmerker, Lucius", grinste Snape, dann küsste er Amanda kurz. Für ihn gab es ohnehin nur eine Frau in seinem Leben und das war Amanda. Diese lächelte erst Severus an und wandte sich dann an Lucius. „Nur weil er dir nichts sagt, heißt das noch lange nicht, dass das bei mir auch der Fall ist", meinte sie schmunzelnd.
David sah noch einen Moment finster zu Snape und folgte dann schließlich Sandra zum Buffet. Das würde er noch genauer im Auge behalten! Severus erhob sich währenddessen auch, denn er hatte Durst. Im gleichen Moment betrat auch Dumbledore wieder die Halle und forderte ein paar Leute auf, noch einmal die eine oder andere Szene erneut zu proben. Er und Amanda blieben allerdings vorerst verschont, worüber Snape sehr froh war. Lucius erhob sich derweil ebenfalls, denn er gehörte zu den Bedauernswerten. „Verdammt… Eigentlich wollte ich noch was essen." Dann wandte er sich zu Amanda, bevor er Richtung Bühne ging. „Damit könntest du Recht haben…" „Kommst du mit?", wollte Severus kurz darauf wissen, während er Lucius ein wenig nachsah. Amanda nickte und folgte Severus zum Buffet, wo auch gerade David und Sandra nach etwas Essbarem sahen.
Als Severus plötzlich so dicht bei ihr stand, errötete Sandra erneut und beschäftigte sich zur Ablenkung etwas intensiver mit dem Essen vor sich. Amanda registrierte dies zwar, schmunzelte aber und unterhielt sich lieber mit Leon, der ebenfalls seinen Teller füllte. Severus bemerkte es bei einem kurzen Seitenblick auf Sandra und während er nach einem Stück Brot griff, sagte er mit gesenkter Stimme, damit es nicht alle Umstehenden mitbekommen würden: „Was ist, Miss Adams? Mache ich sie etwa verlegen?" Dann grinste er ein wenig süffisant, allerdings ohne boshaft zu wirken. Sandras Gesichtsfarbe wurde noch etwas dunkler, während sie Snape ansah. „Was? Nein", entgegnete sie lediglich verlegen lächelnd. Skeptisch sah David seine Freundin und Snape an, was wollte er schon wieder von ihr? „Dafür haben sie aber eine äußerst gesunde Gesichtsfarbe angenommen…", antwortete Severus, während ein Grinsen seine Lippen umspielte und er sie erneut mit seinen dunklen Augen ansah. David ignorierte er dagegen völlig, auch wenn er sich durchaus bewusst war, dass er sie beide beobachtete. „Das hat damit gar nichts zu tun", verteidigte sich Sandra.
„Och Severus, hattest du nicht genug von Sandra", mischte sich Amanda schließlich schmunzelnd in ihr Gespräch ein. „Ich weiß nicht…", entgegnete dieser und seine Augen blitzten Amanda neckend an. „Vielleicht bekomme ich ja nun nicht mehr genug von ihr und ihrem Hals." Er lachte ein wenig belustigt und legte sich dann ein paar Tomaten auf seinen Teller, die Sandras Gesicht gerade erschreckend ähnlich sahen. „Dein Glück wohl, dass wir nicht zum letzten Mal geprobt haben", antwortete Amanda. „Und falls ich nicht mehr reiche, sollte ich mir vielleicht Gedanken machen", fügte sie noch hinzu. Sandra hingegen sagte nichts mehr, nahm sich stattdessen noch peinlich berührt ein Stück Brot und setzte sich dann auf einen Stuhl in der Nähe, bald gefolgt von David, der sie wohl gerade nach Snapes letzten Worten so schnell nicht mehr aus den Augen lassen würde.
„Wirklich, welch ein Glück!", grinste Severus währenddessen Amanda an, dann küsste er sie kurz und flüsterte ihr ins Ohr. „Dein Hals ist allerdings noch immer deutlich verführerischer." Nach diesen Worten schnappte er sich noch eine Scheibe Wurst, legte sie auf seinen Teller und begab sich in Richtung des Tisches, an dem schon die anderen beiden saßen. Es war gerade einfach zu verlockend David weiter mit seiner bloßen Anwesenheit auf die Palme zu bringen. David präsentierte sich dafür auch als allzu williges Opfer, denn jeder Blick von Snape zu Sandra ließ ihn innerlich kochen, auch wenn er bemüht war, sich äußerlich nichts anmerken zu lassen. Amanda hingegen war kaum davon beeindruckt. Bei Sandra wusste sie nur zu gut, dass wirklich kein Grund zur Eifersucht bestand, sodass sie Severus einen kurzen Moment später schmunzelnd zum Tisch folgte, um ebenfalls zu essen.
Bevor Snape anfing zu essen, wünschte er noch einen guten Appetit in die Runde, dann legte er seine Wurst aufs Brot und biss hinein. Er wunderte sich ein wenig, dass David bisher noch keinen Wutausbruch bekommen hatte, aber es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es soweit wäre. Schon jetzt merkte man ihm an, dass es ihm alles andere als gleichgültig war, was hier gerade ablief zwischen seiner Freundin und seinem ehemaligen Lehrer.
Tatsächlich war David kurz davor die Beherrschung zu verlieren, doch als Dumbledore ihn auf die Bühne rief, war er für den restlichen Abend abgelenkt genug. Auch die restlichen Darsteller hatten noch ihren Auftritt im Laufe der Probe und so waren Amanda und Severus schließlich ziemlich erschöpft, als sie Chris abgeholt hatten und nach Hause kamen. Die nächste Probe würde wieder in einer Woche stattfinden.
Dumbledore begann die folgende Probe mit der Wiederholung des Liedes „Wahrheit" von Professor Flitwick, was Amanda Zeit ließ ihr Abendbrot am Buffet nachzuholen. Sie belud gerade ihren Teller mit Essen, als sie von Steven McLane angesprochen wurde. „Du hast ja scheinbar auch eine sehr passende Rolle abbekommen. Nur mit dem falschen Partner", sagte er grinsend. Amanda sah ihn kühl an. „Ich denke, es ist der beste Partner für mich, in jeglicher Hinsicht." Stirn runzelnd sah Steven sie an. „Ja, scheinbar glaubst du das wirklich." „Natürlich glaube ich das und ich weiß auch nicht, was dich das noch angeht." „Och komm", meinte Steven charmant lächelnd. „Kannst mir doch nicht erzählen, dass du mit dem", er warf einen Blick Richtung Severus, „glücklich bist." Amanda stellte ihren Teller ab und sah ihr Gegenüber an. „Doch Steven, dass kann ich sehr wohl. Sehr glücklich sogar, ob du es glaubst oder nicht." Mit diesen Worten ließ sie Steven stehen und wollte mit ihrem Essen zurück zu Severus gehen, aber kaum hatte sie zwei Schritte gemacht, rief Dumbledore sie auf die Bühne. Leise seufzend stellte sie ihren Teller auf einen nahen Tisch und ging zur Bühne.
Steven sah Amanda etwas finster nach und gesellte mit seinem eigenen Teller schließlich zu einer Gruppe von Statisten, unter ihnen auch Amandas und Severus ehemalige Schulkameraden.
Lucius, der sich gerade mit Severus unterhalten hatte und dabei ganz geschickt gestanden war, um alles zwischen Amanda und Steven sehen zu können, machte nach einer Weile stillen Beobachtens seinen Freund auf diese Unterhaltung aufmerksam. Dieser wiederum sah sich um und blickte Amanda nach, als diese kurz darauf auf die Bühne gebeten wurde. Dann folgten seine Blicke Steven, der sich nun zu den anderen Statisten gesellte. Was wollte er von Amanda? Hatte er wieder einmal Bedarf nach einer Abreibung, weil er ihr nicht fern bleiben konnte? Als Lucius ihn wieder ansprach, wandte sich Snape vorerst wieder ab. Aber er beschloss Steven im Auge zu behalten.
Während Amanda und Alan sich nun auf der Bühne gegenseitig anschmachteten, unterhielt sich Steven mit Amandas alten Schulfreundinnen, die sich gerade darüber gewundert hatten, dass Amanda noch immer mit Severus zusammen war und sie auch noch ein Kind zusammen hatten. Das bewegte Steven nach der deutlichen Abfuhr von Amanda zu erzählen, dass er ja auch mal mit ihr zusammen gewesen war und wie Snape damals die Dreistigkeit besessen hatte, sie als glückliches Paar auseinander zubringen.
Severus beobachtete Steven währenddessen weiter, was Lucius irgendwann fragen ließ, wieso er gerade nicht mehr so ganz bei der Sache war. „Mich würde gerade brennend interessieren was McLane dort drüben erzählt", antwortete dieser daher. Malfoy sah kurz zur Gruppe hinüber. „Tja, das lässt sich herausfinden", grinste er dann verschwörerisch. „Warte hier, ich bin gleich wieder da." Dann ließ er Snape stehen und ging in Richtung der Gruppe, die nahe dem Büffet stand. Dort bediente er sich schließlich in aller Seelenruhe, während er genau zuhörte, was von Steven und den anderen gesprochen wurde.
„Das ist doch nicht dein Ernst?", meinte eine Freundin von Lauren Corey. „Doch natürlich. Amanda und ich waren glücklich zusammen und der Typ hatte nichts Besseres zu tun, als sie mir wegzunehmen!" „Na das ist ja mal wieder ganz typisch Snape", sagte Amy Corey. „In jedem Fall", bestätigte Steven. „Als ich versucht habe, Amanda zur Vernunft zu bringen, hat er mich auch noch bedroht." „Kann ich mir gut vorstellen", meinte Amy erneut. Steven nickte und berichtete dann weitere Details. Lucius runzelte kurz die Stirn, als er das hörte, dann hatte er Mühe nicht schadenfroh zu grinsen, als Steven berichtete, dass Severus ihn angeblich schon bedroht hatte. Mit ein paar Leckereien kehrte er schließlich zu Snape zurück. „Also… Die Zielperson macht dich gerade vor versammelter Mannschaft schlecht. War der wirklich mal mit Amanda zusammen und du hast sie ihm ausgespannt?" Lucius grinste und schob sich eine Traube in den Mund. „Was? Erzählt er das?" Snapes Gesicht verfinsterte sich augenblicklich und er fixierte wieder Steven, der mit dem Rücken zu ihm stand. „Offenbar legt er es noch einmal auf eine Auseinandersetzung an", knurrte er dann. Lucius sah seinen alten Freund an. „Willst du ihn foltern? Ich bin dabei." Doch Snape war mittlerweile schon auf dem Weg zur Gruppe und baute sich schließlich drohend hinter Steven auf, während er sich noch ein wenig anhörte, welche Lügen dieser verbreitete.
Steven wunderte sich zunächst, warum seine Zuhörer so ruhig wurden und immer größere Augen bekamen, bis er sich schließlich umdrehte und Snape bemerkte. Er sah ihn nur unbeeindruckt an. „Kann ich etwas für sie tun, Professor?" „Allerdings", antwortete Snape kalt und schneidend. „Sie könnten es unterlassen, Lügenmärchen zu verbreiten." „Wer hat denn hier etwas von Lügen gesagt? Ich sicherlich nicht." „Wollen sie etwa behaupten, dass es tatsächlich der Wahrheit entspricht, dass ich ihnen Amanda ausgespannt habe?" Severus sah in scharf an. Dieser Mann war doch wirklich dreist! „Natürlich! Wie könnte es denn anders gewesen sein?" Steven ließ sich kaum von Snape beeindrucken, denn er wusste, dass er hier eher derjenige war, dem man glauben würde. Severus lachte kurz eisig auf, ohne das er den Blick von Steven wandte. Es war doch nicht zu fassen, wie dreist dieser McLane war!
„Ich denke, das muss ich jetzt nicht zum Besten geben", antwortete er dann nur kalt. „Wir beide wissen, wie es wirklich war und im Gegensatz zu ihnen habe ich es nicht nötig, mir zweifelhafte Anerkennung zu verschaffen." Nun trat auch Lucius hinzu und stellte sich neben Severus. „Gibt es Probleme?", wollte er dann belanglos wissen und steckte sich noch seine letzte Traube in den Mund. Dabei wusste er ganz genau, dass Snape gerade kurz davor war, in die Luft zu gehen. „Das ist wohl ihre Sicht der Dinge, würde ich sagen", meinte Steven ebenso kühl und mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Seine vorherigen Zuhörerinnen sahen dem Gespräch schweigend zu und waren natürlich noch immer mehr auf Stevens Seite.
Severus schwieg auf diese Worte und das war für Lucius kein gutes Zeichen, doch offensichtlich war sich McLane dieser Gefahr nicht bewusst. Da es ihm aber egal war ob dieser Typ eine verpasst bekommen würde oder nicht, war er natürlich auf Snapes Seite. Um die Sache noch etwas auszureizen, legte er ihm deshalb eine Hand auf die Schulter und sagte enthusiastisch: „Ich hole mal kurz mein Stöckli, dann können wir ihm seine Hirnwindungen wieder etwas zurechtrücken, Severus. Mir scheint, da ist einiges durcheinander geraten..."
Snapes Augen verengten sich auf Lucius Worte hin lediglich ein wenig, dann entgegnete er gefährlich leise: „Nimm deine Hand von meiner Schulter, Lucius - sofort!" Doch andererseits konnte er nicht umhin, innerlich ein wenig amüsiert darüber zu sein, wie sein blonder Freund nun in das Ganze mit einstieg.
Steven sah Lucius ein wenig verwundert an. Was wollte denn der nun noch. „Scheinbar bin ich immerhin so wichtig, dass sie nicht alleine mit mir klarzukommen scheinen." „Oh, wissen sie", sagte Snape scheinbar gelassen, „Malfoy lässt sich ohnehin nichts sagen und ich habe ihn sicherlich nicht gebeten, herzukommen. Sie können versichert sein, dass ich es mit fünf von ihnen aufnehmen könnte, wenn ich wollte. Aber ich will ja nicht ihr hübsches Gesicht verunstalten, sonst finden sie gar keine Frau mehr", fügte er dann noch bissig und boshaft grinsend hinzu. Lucius grinste mit und machte derweil keinerlei Anstände, seine Hand von Snapes Schulter zu nehmen. „Oh ja... Wo er Recht hat, hat er Recht. Mit allem. Ich gebe ihnen einen guten Rat, mein Lieber... Legen sie sich nicht mit ihm an. Ich hab's mal übertrieben und jetzt habe ich eine zehn Zentimeter lange Narbe am Arsch. Geht nicht mehr weg. Keine Chance... Aber besser am Hintern als im Gesicht."
Natürlich stimmte diese Geschichte mit der Narbe nicht, doch das musste Steven ja nicht wissen. Es machte nur gerade Spaß, diesen Unsinn zu reden und Malfoy hatte Mühe, sich ein verräterisches Lachen zu unterdrücken. Auch Snape hatte nun Mühe, nicht loszulachen, aufgrund dieser absurden Geschichte. Lucius war doch wirklich ein Idiot und eigentlich hätte er diese Narbe wirklich noch verdient, für die unzähligen Male, die er ihn schon auf die Palme gebracht hatte. Doch nun tat er gerade sein Bestes, um zu verhindern, dass er, Snape, noch wirklich vor versammelter Mannschaft ausrastete und Steven verfluchte. Skeptisch sah Steven Lucius an. „Bei manchen Menschen soll das ja kaum einen Unterschied machen ob Gesicht oder Hintern", meinte er unbeeindruckt und warf einen Blick auf Snape.
Amanda war währenddessen mit ihrem Lied fertig geworden und kam mit den anderen von der Bühne. Verwundert ging sie auf die kleine Gruppe zu und stellte sich neben Severus. „Was ist denn hier los?" „Dein Freund verdreht hier nur etwas die Tatsachen", meinte Steven kühl zu ihr. „Sie wissen offenbar nicht, wann es genug ist, McLane", sagte nun auch Lucius kühl. „Ich habe sie im Guten gewarnt. Aber bitte... Ich überlasse sie Severus. Viel Spaß! Wobei ich denke, der liegt in diesem Fall ganz auf Severus Seite." Dann wandte er sich ab, während sich auf Snapes Gesicht ein unheilvolles Grinsen abzeichnete. Oh ja, dachte er sich. Spaß würde er in der Tat haben. „Sie haben eine ziemlich große Klappe McLane, nur leider steckt rein gar nichts dahinter. Pech für sie, dass meine Verlobte das gemerkt hat." Severus betonte das Wort Verlobte absichtlich und bohrte dabei seinen Blick in Stevens.
Tatsächlich überraschte es Steven, dass sie verlobt waren. Scheinbar hatte sich Amanda tatsächlich vollkommen von diesem Typen blenden lassen, dass konnte schließlich nicht mit rechten Dingen zu gehen. „Ist wohl die Frage, wer hier zu viel heiße Luft verbreitet." Amanda verdrehte entnervt die Augen. „Könntet ihr bitte mal euren Kindergartenstreit beenden hier?" „Ich denke, du solltest vorher wissen, dass du mit Mr. McLane hier eine glückliche Beziehung geführt hast, bevor ich kam und bösartig wie ich bin, dich ihm ausgespannt habe", antwortete Snape nur auf Amandas Worte hin und sah sie an. „Ach ja... Und bevor ich's vergesse...", wandte er sich dann wieder an Steven und versenkte seinen Blick in seinen. „Darüber hinaus habe ich dich natürlich unter Drogen gesetzt, um mir ein Ja-Wort zu erschleichen. Wie ich es geschafft habe, mich auch noch mit deiner Hilfe fortzupflanzen, kannst du Mr. McLane selbst fragen. Er gibt dir sicher genauso bereitwillig darüber Auskunft, wie den Damen hier." Mit einem vernichtenden Blick ließ er seinen Blick schweifen.
Je länger Amanda zuhörte, desto finsterer wurde ihr Gesicht. „Hab ich das, beziehungsweise hast du das? Ich hatte bisher eher den Eindruck, dass ich das alles sehr freiwillig getan habe." Kalt sah sie Steven an, der langsam ahnte, dass er aufgeflogen war, aber sich weder von Amanda, noch von Snape so bloß stellen lassen wollte.
„Komm, lass uns gehen. Mir ist das zu blöd hier", sagte Amanda schließlich beruhigend zu Severus. Steven hingegen witterte eine neue Chance. „Ist es wirklich das was du willst Amanda? So einen jähzornigen Typ, mit dem keiner gerne redet?" Nun hatte Severus wirklich genug. Schlagartig verfinsterte sich sein Gesicht und seine Aura wurde noch einmal deutlich bedrohlicher als zuvor. Er ging einen letzten Schritt auf Steven zu und mit ihm auf Tuchfühlung, ohne ihn jedoch zu berühren und bohrte seinen Blick in Stevens. „Noch ein Wort McLane und ich bringe sie hier vor versammelter Mannschaft dazu, die Wahrheit zu sagen", zischte er dann äußert eisig und gefährlich. „Und ich versichere ihnen, dass das sehr unangenehm werden wird für sie."
Dumbledore hatte gerade zwei Szenen abgeprobt, in denen Sandra David biss und später ein Solo sang, als er bemerkte, dass es scheinbar gerade bei manchen der Mitwirkenden nach Streit roch. Da er für die nächste Szene ohnehin wieder Severus Mitwirkung brauchte, unterbrach er nun die Proben für einen Moment und ging mit eiligen Schritten auf die kleine Gruppe zu. Schon von weitem bemerkte er, dass Snape äußert geladen war und er fragte sich, was oder wer ihn soweit gebracht hatte.
Snapes Worte verfehlten indes am Ende doch nicht ihre Wirkung auf Steven und zumindest in seinem Blick konnte man erkennen, dass er Snape nicht weiter provozieren würde. Das lag allerdings auch daran, dass er hinter ihm Professor Dumbledore auf sie zu kommen sah. Daher trat er gleich einen Schritt zurück. Amanda war währenddessen einerseits sauer auf Steven, dass er nach all den Jahren einfach so einen Blödsinn erzählte und andererseits auch wütend auf Severus, dass er sich wegen so etwas so schnell provozieren ließ. Der ließ derweil Steven nicht aus den Augen, rührte sich jedoch nicht weiter. Wie er diesen Menschen hasste! Da war ja Remus noch erträglicher! „Severus?", sprach Dumbledore ihn dann an und er drehte sich zu ihm um. Der Schulleiter sah ihn nur fragend an, ohne ein Wort zu sagen, doch Snape verstand auch so. Allerdings würde er ihm seine stumme Frage, was vorgefallen war, nicht beantworten. Stattdessen ging er ohne ein weiteres Wort zu sagen davon und Richtung Bühne. Allerdings hatte er gerade alles andere als Lust noch zu proben.
Etwas hilflos sah Amanda Severus hinterher. Das war ja wieder einmal ganz prima gelaufen. Steven hingegen fühlte sich, nun wo Severus verschwunden war, wieder stärker und konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen: „Tja, sonderlich standhaft war er ja noch nie." Amanda sah ihn daraufhin mit einem vernichtenden Blick an. „Steven, du hältst nun besser ganz den Mund und übrigens: Severus war und ist sehr viel standhafter als du - in jeglicher Hinsicht", zischte sie ihn an und folgte dann Severus in Richtung Bühne.
Dumbledore sah kurz Severus nach, dann Steven an. In ruhigem und ernstem Ton sagte er dann, nachdem Amanda geendet hatte: „Nun, Mr. McLane... Ich denke, sie sollten es in Zukunft unterlassen Professor Snape derart zu provozieren. Ich zweifle nicht daran, dass er sonst seine Drohungen irgendwann wahr machen wird - ganz gleich was er ihnen gerade zugeflüstert hat, bevor ich kam. Abgesehen davon sollten sie wissen, dass sein Verhalten gerade nichts mit mangelnder Standhaftigkeit zu tun hatte, sondern mit Größe. Schließlich hätte er mir meine Frage, was vorgefallen ist, auch beantworten können und mir scheint, dass es kein gutes Licht auf sie geworfen hätte. So... Und jetzt wäre es überaus wünschenswert, wenn sich alle wieder ein wenig beruhigen und sich darauf konzentrieren würden, wofür wir eigentlich hier sind." Mit einem letzten, mahnenden Blick in die Runde wandte sich Dumbledore schließlich wieder um und ging zurück zur Bühne und zu Minerva, die gerade mit Filch das Bühnenbild wechselte.
Amanda holte Severus ein, als er bereits hinter der Bühne war. „Severus?"
Steven hingegen sah Dumbledore schweigend hinterher und ging hinüber zum Buffet, um zumindest etwas aus dieser unangenehmen Situation zu entkommen, denn die Frauen, welche er zuvor unterhalten hatte, hatten hinter seinem Rücken angefangen sich leise zu unterhalten. Hoffentlich nahmen sie Amandas Bemerkung nicht zu ernst, dachte Steven, aber wer glaubte schon einer Frau, die freiwillig mit Snape verlobt war?
Snape griff gerade noch ein wenig geladen nach seinem Umhang als Amanda ihn ansprach und warf ihn sich um. Dann seufzte er leise, drehte sich zu ihr um und sah sie an. „Was ist?" „Lass dich von dem doch nicht ärgern", sagte Amanda ruhig und kam näher zu ihm, ohne ihn allerdings zu berühren. Sie war nicht ganz sicher, wie gereizt er nun noch war. „Dein Ratschlag klingt nicht gerade glaubhaft, nachdem du dich auch geärgert hast", entgegnete er daraufhin. „Weil du dich geärgert hast." Severus schnaubte ein wenig. „Ach so?" So richtig konnte er nicht glauben, dass sie sich nur deshalb geärgert hatte. Sicherlich hatte sie sich auch über Steven und seinen Schwachsinn geärgert, den er verbreitet hatte. „Ich hab mich auch über den Blödsinn geärgert, den Steven verbreitet hat, aber hättest du da drüber gestanden, hätte ich es auch getan." Amanda sagte dies ruhig und ohne Vorwurf, denn sie wollte auf keinen Fall auch noch Streit mit Severus anfangen. „Du magst mir verzeihen, dass ich über manchen Dingen nicht so einfach drüber stehen kann", antwortete Severus ein wenig kühl, denn er wollte eigentlich nicht mehr über Steven und alles was damit zusammenhing reden. Je länger er sich damit beschäftigte, umso wütender machte es ihn wieder und nährte einen unbestimmten Drang noch einmal zu ihm zu gehen und ihn fertig zu machen. „Ja, natürlich." Sanft berührte sie ihn am Arm, in der Hoffnung ihn doch noch etwas mehr beruhigen zu können. Nun kam Dumbledore dazu. „Severus? Bist du bereit, jetzt die Szene vor dem Schloss zu proben?" Der Angesprochene wandte den Blick von Amanda ab und sah den Schulleiter an. „Wenn du so fragst - Nein. Mir ist gerade nach allem anderen, aber nicht nach proben." Dumbledore nickte. „Gut. Das wollte ich wissen." Danach verschwand er wieder und stürzte Filch wieder einmal in Verzweiflung, weil er ihn bat, noch einmal das Gasthaus-Bühnenbild aufzufahren, da sie noch einmal Szenen wiederholen wollten, die dort spielten.
Severus hingegen wandte sich wieder Amanda zu als Dumbledore verschwunden war, bevor er schließlich wieder das Wort ergriff. „Dann ist ja gut."
Amanda beobachtete schweigend die Szene zwischen Severus und Dumbledore und nickte dann auf seine Worte, bevor sie seinen Arm wieder los ließ. „Soll ich dich lieber alleine lassen?" Severus seufzte leise als sie ihre Hand wieder sinken ließ und wandte sich ein wenig ab, während er seinen Umhang wieder auszog und ihn zur Seite legte. „Nein", antwortete er dann knapp, nach kurzem Schweigen und überlegen, was ihm gerade lieber sein würde. Amanda seufzte ebenfalls leise. „Wir könnten auch einen Moment nach unten gehen, dann hättest du etwas mehr deine Ruhe."
Zur gleichen Zeit betrat Carl Brown mit seinen beiden Enkelkindern die Große Halle in Hogwarts. Er musste recht plötzlich arbeiten und konnte daher nicht länger auf seine Enkel aufpassen, so leid ihm das auch tat.
Severus nickte auf Amandas Vorschlag hin nur noch und machte sich mit ihr dann wieder auf den Weg vor die Bühne. Schweigend folgte ihm Amanda und entdeckte vorne angekommen auch gleich Carl und Chris. „Schau mal wer da ist, Severus", meinte sie lächelnd, als Chris auch schon auf sie zugelaufen kam. Als Snape seinen Sohn Christopher sah, wie er noch etwas unbeholfen auf sie beide zugelaufen kam, konnte er nicht umhin zu lächeln. Niemals hätte etwas so tolles entstehen können, würde Amanda ihn nicht wirklich lieben und er sie. Als der Kleine fast bei ihm war, ging Severus in die Hocke, um seinen Sohn in Empfang zu nehmen. „Hallo Papa", begrüßte der ihn und ließ sich auf den Arm nehmen, dann sah er seinen Vater an. „Bist du traurig?" Amanda lächelte, als Chris so auf sie zugelaufen kam. Wie konnte Steven bei einem so wundervollen Kind noch an ihrer und Severus Liebe zweifeln? „Hallo, großer Mann", sagte Snape und küsste seinen Sohn, dann lächelte er ihn ein wenig an. „Nein. Jetzt, wo ich dich sehe, bin ich nicht mehr traurig." Sanft drückte er Christopher kurz an sich. Er war froh, dass er nun gekommen war, denn das war das beste Mittel gegen seinen Ärger gewesen, der nun völlig verflogen war. Sollte doch McLane an seinem Neid ersticken!
Chris drückte seinem Vater einen Kuss auf die Wange. „Schön", meinte er strahlend. „Willst du dir mal genauer ansehen wie Papa arbeitet?", fragte Amanda, woraufhin Chris nur nickte. „Gut. Dann gehen wir!" „Also komm... Ich zeige dir mein Büro", sagte nun auch Severus und ging dann mit seinem Sohn auf dem Arm Richtung Tür, während Amanda noch kurz ein paar Worte mit ihrem Vater wechselte und dann hinterher kam. Für heute war die Probe für beide beendet und auch die anderen probten nicht mehr allzu lange. Dumbledore hielt es schlussendlich für besser, die Versammlung aufzulösen, da die Hälfte der Leute nach dem von Steven angezettelten, unerfreulichen Intermezzo ohnehin nicht mehr richtig bei der Sache waren.
