A/N: Ich habs geschafft ^^ das zweite Chapter hat nicht 2 Jahre gedauert. Leider schreibe ich am Donnerstag eine Klausur und werde bis dahin kaum zum weiter schreiben kommen. Ich werde aber versuchen das nächste Chapter bis zum 19. April hin zu bekommen, da da dann mein 2. Semester beginnt. Das Gute ist, dass ich für dieses Kapitel annähernd vll. ne Woche gebraucht hatte, um es mit verbessern und schreiben hinzukriegen. Ich bin wirklich supermegafroh, dass einige doch noch dabei geblieben sind =) Ich hoffe, ich kriegs hin, dass danach zumindest monatlich 1 Chapter kommt. Danke und liebe Grüßle.
lady89: Hello back =) Jaaaaah, ehrlich gesagt, hab ich fast auch schon nicht mehr daran geglaubt, dass ich noch die Zeit finde, mich doch wieder hin zu setzen und mich freuts umso mehr dass ich tatsächlich meine früheren Leser wieder da hab. Ich finds erstaunlich, dass ihr noch immer bei der FF vorbei guggt, wo ich nun wirklich das letzte Mal vor über 2 Jahren geschrieben hatte. Thanks fürs dabei bleiben und lesen. Ich war auch mal kurz berufstätig vor dem Studium und weiß insofern, dass das auch ziemlich Freizeit frisst. Daher bin ich umso glücklicher, dass du dennoch Zeit findest, das noch zu lesen =). Oh, ich glaub, James wird schon sehr bald wieder freundlicher. Ich weiß, dass ich mal geschrieben hatte, dass er eine ganze Weile lang so bleibt, aber wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich nicht, was ich mir dabei gedacht hatte, denn wenn ich meinen roten geschriebenen Faden glauben darf, dann ist er gar nicht so lange ein Todesser.... Hm, wir werden sehen. Grüßle
Syb: Ebenfalls hello back =) Irgendwie schon, daher hoffe ich, dass ich CoX auch noch zu Ende bringen kann. Öhm.... Ich glaube.... im nächsten Chap müsste es dann kommen. Kommt drauf an, wie es mit dem Schreiben voran geht oder ob mir zwischendrin nicht was anderes einfällt, was ich da rein quetschen will ^^ Thx für dabei sein. Grüßle.
Seraph: Und auch hello back zu dir =) +g+ Jaaaah, es gibt eben doch noch kleine außergewöhnliche Geschehnisse in der Black Heart Welt ^^ Ich versuch mich zu bessern und regelmäßiger zu schreiben. Also das nächste Chap sollte nicht wieder 2 Jahre dauern. Thx fürs vorbei guggen =) Grüßle
Chap 4 – If you had told me the truth I would've been your friend anyway
Lilli saß neben James auf dem Bett und beobachtete ihn eine Weile lang. Die heulende Hütte war nun ihr neues Versteck geworden. Durch Annas Fluch war James noch immer außer Gefecht gesetzt. Für sie selbst klang es besser, wenn sie es als schlafen hin nahm und inständig hoffte, dass er keine Alpträume durchlebte. An seinem Ausdruck konnte man nichts erkennen. Sie wusste, dass sie selbst Alpträume durch litt seit Wochen, seitdem sie sich in 2 verschiedene Welten begeben hatten. Sie selbst in die der Auroren, in der Voldemort ständig aufkreuzte und die Dunkelheit und Gefahr ein ständiger Begleiter war und James in die Welt des Quidditchs, die Welt der unendlichen Freiheit weit weg von der Dunkelheit. Sie hatte an dem Tag an dem sie einander verabschiedeten es irgendwie gefühlt. Irgendwo tief in ihrem Herzen fühlte sie die Angst aufkeimen ihn zu verlieren. James hatte ihr gesagt, dass sie keine Angst zu haben brauche, dass er weiß, dass sie die Einzige ist, die er lieben würde, ganz egal auf wen er da draußen auch immer treffen mag. Es war der Tag, an dem er mit seiner Tasche zu den Cannons aufbrach, die ihn als Sucher für ihr erstes geheimes Training außerhalb von London geholt hatten.
'Lilli' hörte sie seine kräftige Stimme in ihren Gedanken klarer denn je. 'Hab keine Angst. Es ist doch nur ein Training.'
'Aber wir sehen uns jetzt 4 Wochen lang kein einziges Mal' hatte sie damals genau so stark protestiert, obgleich James sie die ganze Zeit über angelächelt hatte.
'Hast du etwa Angst, dass ich danach nicht mehr weiß, wie du aussiehst?' lachte seine warme Stimme in ihren Gedanken und Lilli schloss die Augen. Sie wollte sich seinen damaligen Ausdruck in Erinnerung rufen, wollte das charmante Lachen wieder sehen dürfen. Es war so real als er seine Hände nach ihr ausstreckte und liebevoll ihre Schultern umfasste.
'Wir werden und schreiben, okay? Hey, ich bin derjenige der Angst haben sollte, dass du mich vergisst! Immerhin bist du diejenige, die tagtäglich mit Todessern kämpfen wird und mit all den hoch angesehenen und mutigen Auroren zusammen arbeitet.'
'Stimmt,' hörte sie ihre eigene Stimme und fühlte ihr eigenes Grinsen. 'Ich bin diejenige, die mit all den starken, Gut aussehenden, Lebenrettenden -'
Weiter kam sie nicht mehr, denn James hatte ihre Lippen mit seinen verschlossen. Lilli versank in diesen Moment, in dieses Gefühl, von welchem sie noch genau wusste, wie innig und unglaublich es sich anfühlte. Jeder Kuss von ihm brachte sie in eine andere Welt. In eine Welt, die voller Wärme und Liebe war und sie ließ sich gerne von ihm dahin bringen.
'Ich verspreche dir Lilli, wir stehen das gemeinsam durch. Ich glaube an uns.'
Und wie er damals an sie geglaubt hatte. Nichts in seinen Hasselnussbraunen Augen zeigte ihr damals auch nur Ansätze von Zweifel, sondern viel mehr tief empfundene Sicherheit und Liebe. Er hatte damals doch an sie geglaubt? Was war passiert, dass er es nun nicht mehr tat? Sie hatten doch Kontakt gehabt, wenn auch sehr wenig, aber sie hatten und in keinem Moment hatte sie auch nur annähernd das Gefühl, dass es so schlimm um ihn stand. War es ihre Schuld? Was war sie für eine Freundin, wenn sie solche Veränderungen bei ihrem Freund nicht mitbekam? Ein schwerer Felsen legte sich auf ihrem Herzen nieder und drückte ihr Gefühle.
„Du könntest brav sein und dich bei Frank entschuldigen!" unterbrach Annas Stimme ihre Gedanken und Lilli öffnete ihre Augen. Sie sah James noch immer schlafen und dann traten auch schon ihre Freunde durch die hölzerne Tür des Zimmers herein.
„Niemals! Der Kerl soll erst mal von seinem Egotripp runter kommen bevor ich überhaupt noch ein Wort wieder mit ihm wechseln werde! Hey Lilli." Sirius hatte sich nun an Lilli gewandt, welche verdächtigt die Augen verengte.
„Was hast du jetzt wieder angestellt, Sirius?" fragte sie und hatte gleichzeitig das Gefühl, als ob sie das gar nicht erst hören wollte und schon jetzt auf Annas Seite stand noch bevor sie hörte was geschehen war.
„Sirius hat es geschafft dass Frank und Alice ausgestiegen sind."
„Du hast was?" fragte Lilli schockiert.
„Longbottem wollte Prongs auf der Stelle töten und Anna war dafür!"
„Du warst was?!" fragte Lilli noch schockierter diesmal an Anna gewandt, die daraufhin zurück zuckte und ihn in die Schulter schlug.
„War ich gar nicht!"
„Okay, war sie nicht," nahm Sirius das wieder zurück woraufhin Lilli ihn verunsichert ansah. „Aber das andere stimmt!"
„Tut' s gar nicht!" widersprach Anna. „Frank hat nur gesagt, dass wir andere Maßnahmen treffen müssen."
„Er hat nicht widersprochen als ich ihn verdächtigt hatte Prongs killen zu wollen!"
Anna hatte den Mund geöffnet um zu widersprechen, nur hatte Sirius mit diesem Satz Recht und so schloss sie ihn wieder.
„Ha! Gewonnen!" sagte er triumphierend.
„Das ist kein Wettbewerb," fauchte sie ihn an und hatte sich daraufhin aber Lilli und James zugewandt.
„Schläft?"
„Tief und Fest," bestätigte sie die Freundin. „Es scheint als ob Dumbledore wie vom Erdboden verschluckt worden ist."
„Wieso?" fragte Sirius düster.
„Ich hab Kontakt mit dem Ministerium aufgenommen. Will ja meinen Job behalten, obwohl ich einen Tag unentschuldigt, dank Voldemort, gefehlt habe und laut Moody hat auch die Zaubereiministerin versucht Kontakt mit ihm aufzunehmen, ihn jedoch nicht erreicht. Er ist nicht in Hogwarts und nicht in London und ihn erreicht auch keine Eule."
Auf einmal hatte sich Annas Ausdruck verändert. Sie war besorgter als vorher.
„Und McGonagall sagt mir auch nicht wo er ist..." sagte sie leise. „Was ist... wenn ihm etwas passiert ist?"
„Wir sprechen hier von Albus Dumbledore," sagte Remus schließlich ruhig. „Er ist nicht irgendwer. Er ist der einzige Zauberer, den Voldemort fürchtet. Ich bin mir sicher, ihm geht es gut. Es wird ein Grund geben, warum er nicht erreichbar ist."
Obwohl Anna leicht nickte konnte man eindeutig sehen, dass sie nicht beruhigter als vorher war. Lilli musste ihr Recht geben, denn es war verwirrend, dass Dumbledore für niemanden erreichbar war, obwohl es im Ministerium drunter und drüber ging und die Zeiten gefährlicher nicht hätten sein können und man somit auch seine Hilfe dringender denn je brauchte.
„Und was jetzt?" fragte Lilli vorsichtig und deutete eigentlich auf James an, aber Annas Gedanken waren eindeutig nur bei ihrem Urgroßvater.
„Ich muss ihn suchen gehen."
„Was?" schoss es aus Sirius heraus.
„Ich muss ihn suchen gehen. Ich kann hier nicht bleiben, wenn die Gefahr besteht, dass er in Schwierigkeiten sein könnte!"
„Dumbledore kann auf sich selbst aufpassen, Anna. Prongs flackt hier und braucht deine Hilfe wesentlich dringender!"
„RAY!!!!!"
„RAY!" sagte er wieder übertrieben laut. „Dumbledore ist mächtig und ihm wird garantiert nichts passiert sein. James aber braucht jetzt Hilfe."
„Sirius hat Recht, Ray," sagte Remus sanft und sie hatte nun auch ihn angesehen. Er war schon immer der Besonnere von allen gewesen, der auch stets zu erst nachdachte, bevor er handelte.
„Okay," sagte sie schließlich aufgebend und setzte sich auf eines der Stühle gegenüber James und Lilli nieder.
„Auf die Gefahr mich zu wiederholen," begann Lilli nachdem Anna nichts mehr gesagt hatte. „Und was jetzt?"
„Wie was jetzt?" fragte sie verwirrt.
„Was tun um den dunklen Kloß da auf dem Bett wieder zu James Potter zu machen?" antwortete Sirius für Lilli.
„Danke, Sirius," sagte sie sarkastisch.
„Keine Ursache, Lils," trällerte er heiter zurück.
„Okay, okay, okay," begann Anna nachzudenken. Sie stand wieder auf und ging ein wenig auf und ab. Lilli stellte amüsiert fest, dass ihre Haltung ein wenig Dumbledore glich. Sie fragte sich wirklich, ob Anna eigentlich wusste, wie ähnlich sie dem Schulleiter von Hogwarts mittlerweile war und das obwohl Dumbledore und Anna im letzten halben Jahr noch weniger Zeit miteinander verbracht hatten, als Lilli es mit James tat oder auch wie sie beiden es taten. Eine einzige Karte hatte sie von Sirius und Anna bekommen, als sie in Europa waren und der Grußtext sagte nur das aus, was sie sich ohnehin schon gedacht hatte. Dass die beiden mächtig viel Spaß hatten und sich gegenseitig selbst in einem anderen Kontinent noch gegenseitig kabbelten.
„OKAY!" sagte Anna laut und riss Lilli wieder aus ihren Gedanken. „Zurück zum ursprünglichen Plan ohne Dumbledore."
„Es gab einen ursprünglichen Plan?" fragte Sirius misstrauisch, aber sie ignorierte ihn.
„Wir können James nur dann helfen, wenn wir wissen, was passiert ist und da er es mir nicht sagen will, muss ich mir eben Einlass in seine Erinnerungen verschaffen und es heraus finden."
"Wie in Hogwarts?"fragte Remus, der sich noch daran erinnerte, dass Anna das letztes Jahr schon einmal getan hatte.
"Das geht schlecht, denn zu Hogwarts Zeiten ließ er mich in seine Erinnerung und war nicht annähernd so resistent gegen meine Legilimentik wie heute und er war halbwach. Er schläft und ich will ihn auf keinen Fall aufwecken, bevor ich nicht annähernd sicher sein kann, dass er nicht wieder einen Weg findet sich zu befreien und uns angreift. Aber es gibt da einen Zauber, mit dessen ich mir mit..." Sie machte eine Pause und schien angestrengt nach einem passenden Wort zu suchen. "Magischen Mitteln ungehinderten Zutritt zu seinen Erinnerungen verschaffen kann und mir jede beliebige Erinnerung raussuchen könnte."
„Und das kannst du?" fragte Lilli überrascht.
„Ich hab' s noch nie versucht," gestand die Freundin ehrlich und unsicher.
„Warum nicht?" schoss es sofort ungläubig von Sirius heraus.
„Sagt mal für was haltet ihr mich eigentlich?" fragte sie ein wenig beleidigt. „Anna, die Alle-Zauber-Ausprobiererin? Es gab bisher einfach keinen Grund jemandens Hirn in ein offenes Denkarium zu verwandeln."
„Denkarium? Du willst den.... Schädel.... meines Freundes in einen Krug aus Stein verwandeln?"
„Bildlich gesprochen ja!" Auf die merkwürdigen Gesichter ihrer Freunde hin, rollte Anna kurz mit den Augen. „Im Grunde genommen soll der Zauber bewirken, dass wir in seine Erinnerungen rein gelangen und sehen, was in den letzten 6 Monaten passiert ist, in denen wir nicht bei ihm waren. In einem Denkarium legt der Zauberer seine Gedanken freiwillig ab, damit er sie später aus neutralem Standpunkt begutachten kann. Da James das nicht freiwillig getan hat, müssen wir... ihn so zusagen zwingen."
"Magischen Mitteln heißt frei übersetzt Gewalt?" sagte Remus langsam und Anna nickte zögerlich.
„U-Und wie machen wir das?" fragte Lilli verängstigt. Allein das Wort Gewalt hatte diese Unruhe in ihr ausgelöst.
„Du und Sirius müsst überhaupt nichts tun, Lils. Ich werde den Zauber aussprechen. Ich werde euch allerdings mit in die Erinnerung hinein ziehen, als Mitbeobachter. 6 Augen sehen mehr als 2. Ich weiß nicht mal, ob ich sofort zu Beginn die richtige Erinnerung treffe. Außerdem ist es gefährlich, weil ich in diesem Zustand absolut keine Kontrolle über meinen Körper und der Außenwelt besitze, was bedeutet, dass Remus und Pete aufpassen müssen, dass wir nicht gestört oder gar angegriffen werden. Und das geht noch besser, wenn auch Alice und Frank da sind, um aufzupassen!"
Es war jedem klar, warum das sein musste und jeder von ihnen hatte Sirius eindringlich angesehen, auch wenn er grummelte.
„Jaaaaaah OKAY!"
~*~
Während Lilli und Anna alles für den Zauber vorbereiteten, holte Sirius, zusammen mit Remus, Frank und Alice zurück. Anna hatte Remus mitgeschickt, damit Sirius sich auch wirklich bei Frank entschuldigte und nicht mit irgendeiner Ausrede zurück kam. Peter hatte Anna immer wieder mal die Bücher aus Bibliotheken oder aus Dumbledores Zu Hause gebracht, die sie verlangte. Während sie sich alle Zaubersprüche aus den Büchern raus schrieb, welches sie für den Zauber brauchte, hatte Lilli bereits begonnen, die Tränke zusammen zu brauen. Sie war darin eindeutig besser und auch schneller und präziser. Während die beiden also neben James auf dem Boden saßen, die eine etwas schrieb und die andere die verschiedenen Tränke in 3 verschiedenen Krügen zusammen braute, lag James Potter weiterhin regungslos und mit geschlossenen Augen neben ihnen auf dem Bett. Als Anna begann etwas vor sich hin zu murmeln fiel Lilli wieder ein, was mit Remus war und dass wenn Anna tatsächlich alle Gedanken von James durchforsten würde, sie garantiert auf diese Erinnerung stoßen würde. Sie befand es für besser, es ihr vorher zu sagen.
„Anna?"
„Hm?" machte diese ohne sie angesehen zu haben und kritzelte mit der Feder weiter auf ihrem Zettel.
„Es gibt da etwas, dass du wissen solltest."
Erst jetzt hörte sie auf zu schreiben und blickte sie auch neugierig an.
„Bevor du und Sirius gestern erschienen seid, bevor James uns Voldemort ausgeliefert hat, da habt ihr Remus und mich gerade bei einem Gespräch unterbrochen."
„Ich erinnere mich," sagte sie vorsichtig.
„Remus hat mir da gerade gestanden, dass er noch immer Kontakt zu Diana hatte."
„Diana? Diana Ayenterro? Die Phowlyrisprinzessin? Die Wirtin der gefallenen Phowlyris?"
Lilli nickte niedergeschlagen als sie sie ungläubig angesehen hatte. „Und James wusste von ihr und Remus."
Anna schien für einen Moment mit ihren Gedanken ganz woanders zu sein, dann ließ sie Feder und Papier auf den Boden nieder und stand auf. Sie ging einige Schritte auf das Fenster zu und Lilli konnte sich denken, dass sie etwas wusste, was keiner von ihnen vorher wusste oder vielleicht auch nur ahnte, aber es war alles andere als gut.
„Anna?"
Diese strich sich einmal durch die Haare und hatte tief eingeatmet, bevor sie sich wieder umdrehte und sich an die Wand neben dem Fenster lehnte.
„Und Remus hielt es nicht für wichtig es einem von uns zu sagen? Als ich fragte, ob irgendetwas passiert wäre, was Dark Breath ihn ihm ausgelöst haben könnte, da sagte jeder von euch: Nein!"
„Ich weiß es auch erst seit gestern," verteidigte sich Lilli sanft. Sie war gestern genau so aufgebracht gewesen gegenüber Remus und verstand die Reaktion ihrer Freundin voll und ganz. "Ich weiß nicht, warum Remus es nicht früher gesagt hat..."
Anna sagte nichts, sondern blickte nun besorgt zu James.
„Also hat es etwas mit ihr zu tun? Dass James böse geworden ist mein ich?"
„Lilli," sagte Anna aufgebracht und hatte sich zu ihr zurück auf den Boden gesetzt. „Das letzte Mal, als ich Diana Ayenterro sah, war sie die Wirtin von Shanoba und Shanoba ist die Phowlyris, die auf Voldemorts Seite steht und ihre eigene Königin umgebracht hat! Die Phowlyris sind diejenigen, die Dark Breath fühlen können und die James umbringen wollten aufgrund der Tatsache, dass er der Träger dieser Macht ist. Ich glaube, das hat sehr viel damit zu tun! Ich kann nicht fassen, dass Remus nichts gesagt hat."
Lilli hatte geschwiegen. Nachdem sie Annas Worte hörte, wurde ihr schmerzhaft bewusst, dass es wirklich Remus Schuld gewesen sein könnte und dass sie nicht halb so wütend auf ihn war, wie sie hätte sein sollen.
„Weiß Sirius davon?"
„Nein... Ich glaube nicht. Ich glaube, Ich war die Einzige, der Remus davon erzählt hat," antwortete Lilli verwirrt. „Wieso?"
„Sag' s ihm nicht," meinte Anna schließlich. „Er war derjenige, der von Anfang an gegen Ayenterro war und wenn er erfährt, dass es wirklich mit ihr zusammen hängen könnte, dass sein bester Freund amok läuft, dann ist die Hölle los."
Sie nickte verstehend. Das war wohl auch der Grund gewesen, weshalb Remus ihnen gegenüber kein Wort davon verlor. Er musste genau solche Angst vor ihrer Reaktion gehabt haben. Sie hörten plötzlich Stimmen von außen und verstanden, dass Sirius mit Remus, Frank und Alice zurück kamen.
„Wie meine geliebte Flamme gewünscht hat - " sagte Sirius laut, nachdem er die Tür zum Zimmer geöffnet hatte. „Bringe ich Longbottem und Stattler zurück!"
„Danke, mein Diener," witzelte sie kurz zurück. „Remus? Ein Wort!"
Und noch bevor er überhaupt ein Wort von sich geben konnte, hatte sie ihn hinaus gezogen und die Tür geschlossen.
„Was war denn das?" fragte Sirius verwirrt doch Lilli zog sie alle mit sich zu den Tränken zurück.
„Kommt, helft mir damit. Ich bin noch nicht fertig."
~*~
„Was zum Teufel ist in dich gefahren?!" fauchte Anna Remus an, als sie sicher war mit ihm weit genug von den anderen weg gegangen zu sein. Sie befanden sich ein wenig weiter weg in der Höhle innen. Man konnte anhand seines frustrierten Ausdrucks ansehen, dass er genau wusste, wovon sie sprach.
„Weißt du eigentlich, was du damit angerichtet haben könntest?!" Remus blickte sie verzweifelt an, ohne einen Versuch zur Entschuldigung gestartet zu haben.
„Diana Ayenterro! Remus, du hättest es mir sagen müssen! Bist du dir eigentlich im klaren, dass sie Schuld daran sein könnte, dass dein bester Freund da drinnen flackt und um seine Seele kämpft? Diana Ayenterro ist von Shanoba besessen und- "
„Nein, ist sie nicht mehr...." antwortete er endlich, obgleich sein Ausdruck noch immer schuldbewusst war.
„Was?"
„Diana... sie ist nicht mehr besessen von der gefallenen Phowlyris. James und Ich haben geholfen, sie auszutreiben."
„Wie?" fragte Anna nach einer Minute ernst und blickte ihn misstrauisch an, als ob sie vermuten würde,die Phowlyris könnte in ihm stecken.
„Diana war stärker als Shanoba und konnte sie in manchen Momenten in sich unterdrücken. Sie hat meine Hilfe gesucht und James war da. Wir haben Dumbledore aufgesucht und um Hilfe gebe-"
„Dumbledore? Er wusste von alle dem?"
„Ja," sagte Remus und hoffte inständig, dass sie dies ein wenig besänftigte.
„Wir haben daraufhin die Phowlyris wieder einsperren können. James und Dumbledore haben sich weiter um sie gekümmert, daher dachte ich..."
„Du dachtest?" fragte sie nicht wirklich netter, doch Remus hatte nicht geantwortet.
„Du dachtest es wäre nicht wichtig, weil Dumbledore sich darum gekümmert hat und er etwas gesagt hätte, wäre irgendetwas schief gelaufen?"
Das war wohl so die Kernaussage, denn Remus nickte ein wenig. „Ja...."
„Remus, mein Urgroßvater ist verschwunden!"
„Das kann nicht damit zusammen hängen," sagte Remus kleinlaut. „Das war vor über 5 Monaten. Dumbledore und auch James waren beide zwischenzeitlich einige male wieder hier in London und sie wirkten vollkommen normal. Nicht so wie James jetzt ist. Deswegen wollte ich das nicht mit Diana erwähnen, weil ich nicht wollte, dass ihr ihr wieder die Schuld daran gebt. Sie ist vielleicht gar nicht Schuld daran."
„Vielleicht?" fragte Anna mit einem Spur Zynismus in der Stimme. „Remus, James liegt da drin mit einer dunklen Seele, die böser nicht sein könnte. Er steht auf Voldemorts Seite, der das ganze letzte Jahr über versucht hatte ihn in seine Finger zu bekommen und zwar mit Hilfe einer Phowlyris, die deine Freundin besessen hatte, als wir sie zu Letzt gesehen haben und die von Voldemort schon einmal benutzt wurde, um James zu fangen und du glaubst, dass sie vielleicht gar nicht daran Schuld ist?" Das Wort vielleicht hatte sie mit Absicht extrem giftig betont.
„Ich wollte nicht, dass Diana schon wieder in Ungnade fällt, Anna!" Auch Remus hatte unabsichtlich seine Stimme erhoben. „Tut mir Leid," fügte er niedergeschlagen hinzu. Anna zögerte ein wenig, dann atmete sie frustriert aus.
„Ja, mir auch," flüsterte sie schließlich.
„Diana hat nichts damit zu tun," sagte er aufs neue ein wenig flehend und seine Augen blickten sie fast schon bittend an. „Ich hab noch immer Kontakt zu ihr, Anna und... ich weiß, dass sie mich nicht belügen würde. Sie würde sofort helfen, wenn sie könnte."
„Okay," sagte Anna schließlich und sah ihn ein wenig freundlicher als vorher an. War sie da noch aufgebracht und wütend, so wirkte sie jetzt mehr müde und traurig.
„Ich will mit ihr sprechen. Geht das?"
„Ja, mit Sicherheit."
„Gut... Ich... Ich habe überlegt es Sirius nicht zu sagen, aber... es wäre nicht fair."
Remus nickte bedrückt.
„Aber ich denke, du solltest derjenige sein, der es ihm sagt.... um eurer Freundschaft Willen."
Er sah verwirrt auf und schluckte. Diese grauen Augen hätten in diesem Moment trauriger nicht hätten aussehen können.
„Es braucht keinen Experten, um zu beurteilen, wie es um eure Freundschaft steht," sagte sie sanft. Keine Enttäuschung war mehr in ihrer Stimme oder ihrem Ausdruck und Remus verstand, dass Anna es bemerkt hatte, obgleich sie erst seit 2 Wochen wieder zurück war.
„Sirius Flucht aus London, obwohl er wusste, dass James ebenfalls nicht hier sein würde, um dir in deiner Zeit als Werwolf beizustehen. Ich bezweifle, dass Peter bei dir war?"
„Ein Mal," antwortete er leise.
„Es ist verständlich, dass du Diana vertraust und nicht willst, dass dir dieser eine Freund weg genommen wird. Aber deine Freundschaft zu Sirius und James ist noch nicht kaputt." Und endlich hatte er sie mit ein wenig Hoffnung in seinem Gesicht angesehen, obgleich seine gebeugte Haltung noch immer viel zu viel Leid aussagte.
„Obgleich James noch immer glaubt Voldemorts Diener zu sein. Vielleicht hat Dark Breath ihn deswegen so einnehmen können, weil auch er Zweifel bezüglich eurer Freundschaft zu ihm hattet? 6 Monate sind eine lange Zeit, in der man sich nicht sieht. Ich weiß nur, dass Sirius Zweifel hatte."
„..."
„Ich war 6 Monate mit Sirius in Europa und auch wenn er nie auch nur ein Wort darüber verloren hat, seine Gefühle sagten mir alles. 6 Jahre in Hogwarts festigten eure Freundschaft und dieses eine letzte Jahr hat euch einen Schlag verpasst. Dennoch... Ihr müsst lernen euch gegenseitig wieder zu vertrauen, sonst ist James derjenige, der darunter zu leiden hat."
„...."
„Ihr seid beide seine besten Freunde und verhaltet euch wie Konkurrenten."
„...."
„Schon mal daran gedacht, dass dies vielleicht ebenfalls dazu beigetragen hat, dass er jetzt auf Voldemorts Seite steht?"
Remus blickte erschrocken zu ihr rüber, doch Anna stand kopfschüttelnd auf.
„Seit dem er 12 ist herrscht um ihn herum nichts als Misstrauen und Zweifel und selbst nach Hogwarts hört das nicht auf. Ich will damit nicht sagen, dass dies der einzige Grund war oder ist, aber langsam bekomme ich ein Bild von dem, was in ihm drinnen vorgeht und ich kann dir sagen, diese Zweifel und das Misstrauen, dass ist etwas, an das sich Dark Breath nährt...... Komm, wir sollten zurück gehen."
~*~
„Ist dieser Zauber auch wirklich sicher?" fragte Frank Longbottem, während Anna die Becher mit den zusammen gemischten Tränken jeweils an Lilli und Sirius gab.
„Ich denke schon," antwortete sie, wenn auch etwas unsicher. „Zumindest... ohne dass er permanenten Hirnschaden davon trägt."
„WAS?!" stießen sowohl Sirius als auch Lilli schockiert aus und hatten Anna auch einen genau so warnenden Blick zu geworfen.
„Hey, das ist das erste Mal, dass ich so was überhaupt ausprobiere. Wir dringen im Grunde genommen in seine geistige Welt ein, sehen uns die Erinnerungen an und tun sie wieder irgendwo zurück. Ich kann nicht versprechen, dass ich sie richtig wieder zurück tue. Aber... ich trau mir zu, dass ich das schaffe."
„Ich meinte eigentlich, ob das ungefährlich für euch ist," sagte Frank unschuldig. „Nicht für ihn."
„Vollkommen," antwortete Anna sofort. „Wir dringen in ihn ein und ich hab vollständige Kontrolle darüber wo wir sind. Wir existieren in seinen Erinnerungen nicht mal und er wird uns auch nicht sehen. Es ist wie gesagt, wie ein Denkarium.... nur menschlich. Wir brauchen euch aber um auf unsere Körper hier aufzupassen. Ich bezweifle zwar, dass hier irgendeiner eindringt weil auch keiner weiß, wo wir uns hier befinden. Wir befinden uns auf sicherem Gelände, aber besser doppelt zu viel geschützt als einmal zu wenig. Also – Bereit?"
„In die wirre Gedankenwelt meines besten Freundes aka Voldemorts neuer Todesser einzudringen? Klar!" witzelte Sirius trocken.
„Ja, sind wir," bestätigte Lilli. Alle drei nahmen den Trank zu sich und hatten sich um James herum neben dem Bett aufgestellt. Anna zur rechten Seite, Lilli am Bettende und Sirius auf der linken Seite, so dass sie sich alle drei an den Händen festhalten und über ihm eine Art Dreieck bilden konnten.
„Expecto Memoria!"
~*~
Lillis Blick wurde für einen Moment schwarz und im nächsten Moment sah sie die eindeutige Umgebung vor sich. Es war eine grüne Wiese auf dem offenbar Quidditch gespielt wurde, doch noch war sie leer. Ihr Herz machte einen Hüpfer als sie James sah, der zufrieden auf einer Bank lag, die Hände unter seinem Kopf gelegen, die Augen geschlossen und die Haltung entspannt auf ausgeruht liegend.
„Cool, es klappt!" sagte Anna begeistert und erst jetzt bemerkte Lilli, dass sie und Sirius direkt neben ihr standen.
„Waoh, ist Madamme zuversichtlich!" kommentierte er amüsiert. „Dafür dass du dabei bist das Gehirn deines besten Freundes zu zermalmen, scheinst du erstaunlich experimentierfreudig zu sein."
„Ich zermalme sein Gehirn nicht!" fauchte sie böse.
„Und was jetzt?" fragte Lilli, bevor die beiden ihre Diskussion noch weiter führen konnten. Ihr war es wichtiger, James so schnell es ging zu retten. „Ich mein, was tun wir jetzt?"
„Wir beobachten," schlug Anna vor und ging ihnen voraus, so dass sie sich um James herum setzen konnten.
„Sollen wir auch dasselbe tun wie er?" fragte Sirius, der mit seinen Händen hinter seinen Kopf fuhr und sich genau so wie James entspannt und ausgeruht flach hinlegte. Anna und Lilli begannen sich an zu grinsen.
'Lilli....'
„Was?" fragte sie verwirrt und blickte James verwirrt an, der kein Wort von sich gegeben hatte.
„Ich hab das auch gehört," sagte Anna nachdenklich und auch Sirius war aus seiner Haltung aufgewacht und hatte sie verwirrt angesehen.
„Er hat Lilli gesagt? Was ist daran so ungewöhnlich?"
„Er hat seine Lippen nicht bewegt, Sirius," erklärte Anna verunsichert.
'Lilli... Wo bist du jetzt wohl?'
Die drei sahen sich verwirrt an, als sie seine Stimme hörten ohne dass er etwas sagte oder seinen Blick verändert hätte. Lilli senkte sich daraufhin neben ihm auf ihre Knie hab, um ihn sich genauer ansehen zu können.
'Ich vermiss dich so unglaublich... Ich denke jede einzelne Sekunde an dich.'
„Ich denke auch jede einzelne Sekunde an dich," flüsterte sie leise. Anna und Sirius warfen sich einen Blick zu und gingen schließlich ein paar Meter weg, um die beiden alleine zu lassen. James Gedanken konnten sie zwar dennoch hören, aber Lillis Worte dafür nicht.
'Mein Vater sagt, dir ginge es gut und dass er sich für mich freut, dass wir zusammen sind. Er hält dich für eine großartige Aurorin.'
„Ich habe deinen Vater auch sehr gerne gemocht, James... Es tut mir Leid, was mit ihm passiert ist..."
'Ich muss dich wiedersehen.... Jetzt.... Sofort!'
James hatte sich augenblicklich aufgesetzt, war aufgestanden und an Sirius und Anna vorbei gegangen, die mit Lilli zusammen die Verfolgung aufnahmen.
„Nur um eins klar zu stellen. Er befindet sich momentan beim Quidditchtraining mit den Cannons, richtig?" fragte Sirius, doch nicht die Mädels beantworteten ihm seine Frage, sondern die Erinnerung selbst, denn James war ein Quidditchsspieler der Cannons entgegen gekommen.
„Hey, Potter."
„Greg," rief er zurück. Sie blieben mit James vor ihm und einem blonden Mädchen, dass neben Greg gegangen war, stehen.
„Ich wollt dir unsere neue Jägerin vorstellen," sagte er und Lilli bemerkte wie Eifersucht in ihr hoch kroch, als das blonde Mädchen James anhimmelnd anlächelte.
„Khaima Gladden, James Potter, unser Sucher."
„Ja, ich weiß," sagte sie und als James ihr die Hand reichen wollte, hatte sie sich umarmend auf ihn gestürzt.
„Na, dann lernt euch mal kennen," lachte Greg und hatte sich kaum umgedreht als James ihn aufhielt.
„Hey, warte mal, Greg. Ich wollte noch mit dir sprechen."
„Klar, worum geht' s?"
„Kann ich mir ein paar Tage frei nehmen bis zum nächsten Spiel? Dauert doch noch ne Weile und ich muss dringend jemanden sehen."
„Klar!" sagte Greg sofort grinsend. „Training brauchste ja eh nicht. Nimm dir ruhig ein paar Tage, aber komm rechtzeitig wieder. Musst dich mit Gladden auch noch einspielen."
„Klar. Danke!"
„Keine Ursache." Nachdem Greg die beiden verlassen hatte, wandte sich Khaima Gladden James zu.
„So, ich komme und du gehst?" fragte sie amüsiert, woraufhin auch James sie anlächelte.
„Ja, entschuldige, aber.... ich muss dringend meine Freundin sehen."
Obwohl James Khaima Gladden total charmant anlächelte und Lilli ihn am liebsten irgendwohin geschlagen hätte, weil er schon wieder flirtete, beruhigte es sie doch, dass er von vornherein klarstellte, dass er eine Freundin hatte.
„Er lächelt immer so," sagte Anna zu Lilli. „Das ist bei Sirius genau so. Hat nichts mit flirten zu tun. Sie können einfach nicht umhin in Gegenwart einer Frau den Helden raus hängen zu lassen."
„Das ist doch gar nicht wahr!" protestierte Sirius sofort entrüstet. „Er tut doch gar nichts außer nett zu sein? Soll er sie etwa ignorieren? Sie ist seine neue Teamkollegin!"
„Habt ihr etwa Probleme?" fragte Khaima James während sie ein wenig auf dem Quidditchfeld umher gingen, dicht gefolgt von Anna, Sirius und Lilli hinter ihnen.
„Probleme? Oh nein.... Nein..."
„Ich hatte auch einen Freund in London und wir waren seit über einem Jahr zusammen. Aber er hat Schluss gemacht als ich zu den Cannons gegangen bin. Quidditch und Auror sein, das sind 2 verschiedene Welten."
Lilli grummelte. Ihr fiel auf wie viel Ähnlichkeit Khaima Gladden eigentlich mit Melissa Kingcade hatte.
„Dein Freund ist Auror?" fragte James überrascht.
„Ex-Freund," verbesserte sie ihn. „Ja, ist er. Eigentlich befindet er sich in der Ausbildung zum Auror. Wenn du und deine Freundin es noch miteinander schafft, freut es mich für euch. Zwischen mir und ihm hat es nicht funktioniert. Du hast sehr viel Ähnlichkeit mit ihm weißt du das? Deine schwarzen Haare und deine braunen Augen erinnern mich total an ihn!!!"
„Die Tussie ist exakt wie Melissa Kingcade," ätzte Lilli aus Versehen laut los. Anna und Sirius lächelten sanft. Wo sie Recht hat, hatte sie Recht.
'Welch Wunder, ich und Millionen andere Zauberer. James Potter, verzieh dich schleunigst, bevor du irgendetwas tust, was hier nicht angebracht ist.'
„Weißt du ähm... es war nett mit dir. Wir sehen uns dann am Ende der Woche wieder."
„Ich hoffe es doch. Ich hab dich beim letzten Freundschaftsspiel gesehen und du warst großartig. Ich kann gar nicht abwarten mit dir zusammen gegen die Blizzard Adlers zu spielen."
„Ja.... Ich ähm... auch... Wir sehen uns Khama."
„Khaima!"
„Ja, genau..."
Und prompt war James schnellen Schrittes von ihr weg gegangen. Anna, Lilli und Sirius hinter ihm her.
„Danke, dass du nicht auf diese kindische Anmache angesprungen bist," sagte Lilli halb erleichtert, halb überaus erfreut und wäre ihn an den Hals gesprungen, wenn sie könnte.
„Das Quidditchspiel gegen die Blizzard Adlers fand knapp 2 Monate später statt, nachdem wir Hogwarts verlassen hatten. Ich nehm also an wir befinden uns knapp 1 Monat nach Hogwarts." James blieb stehen rührte sich nicht mehr vom Fleck. Eigentlich war alles um sie herum still geworden und nicht mal Wind wehte mehr, noch bewegte sich sonst irgendetwas in der Natur.
„Erinnerung zu Ende. Wir können also davon ausgesehen, dass 1 Monat nach Hogwarts nichts passiert ist," stellte Anna fest, woraufhin sich die Blicke von ihr und Lilli trafen und ihr bewusst wurde, dass Diana Ayenterro nach diesem Monat kam. Um ehrlich zu sein, genau in dieser Woche gewesen sein musste, als James zurück nach London reiste.
„Und nun?" fragte Sirius, der sich ein wenig blöd vor kam, da absolut nichts mehr passierte.
„Ich versuch die nächste Erinnerung zu erwischen in der Hoffnung, auf die Richtige zu stoßen."
„Ohne permanenten Hirnschaden. Schon kapiert," beendete Sirius ihren Satz.
~*~
Eine unglaublich gute Jägerin im Quidditch zu sein schien beim Treffen von Erinnerungen genau so viel zu bringen wie im Wasser schwimmen zu können und an Land dann zu gehen, denn Anna erwies sich im Treffen von Erinnerungen als nicht mal halb so gut wie beim Quidditch den Ball durch den Ring zu schießen.
Sie fanden sich in den langweiligsten Erinnerungen von James wieder. In seinen Trainingseinheiten mit dem Team, bei seinen Gesprächen mit Fans, bei seinem Spiel gegen die Blizzard Adlers, bei seinen nächtlichen Gesprächen mit dem Team, bei Teambesprechungen, beim essen mit dem Team, aus Versehen katapultierte Anna sie in die Zeit in Hogwarts zurück. („Hoppla! Sorry." - „Sag mal, gibt' s keine Zeitlinie bei deinem Streifengang durch seine Gedanken, Anna?" - „Ich war kurz abgelenkt, Lilli! Sorry!" - „Sicher dass diese Hirn-in-Denkarium-Wandel-Gedöns nicht dein Hirn manipuliert, Annalein?" - „RAY! Sirius, verdammt!" - „Wieso korrigierst du eigentlich immer nur mich und nie Lilli?" - „Hem Hem," räusperte sich Lilli. „Könnten wir uns bitte auf das wesentliche hier konzentrieren." - „Tschuldigung," murmelten beide. „Okay, nächste Erinnerung.")
Es ging weiter mit den langweiligen Szenen, die zwar nett waren zum ansehen, sie aber alle so überhaupt nicht weiter brachten bis auf ein paar schöne Szenen zwischen Lilli und James. („Hey, ihr Spanner!" - „Sorry, Lils! Nächste Erinnerung!" Nichts...... „Anna!" - „Äh,.... Entschuldige, aber ihr zwei seid einfach zu niedlich." - „Schon, das ist zum Karies kriegen, so süß ist das." - „Sirius!" - „Ups, hab ich das laut gesagt?")
Und sie stoppten diesmal bei einer Erinnerung, die eindeutig wichtiger war, denn nun befanden sie sich mit James vor der Tür zu einem Haus, welches Anna als das der Kingcades wiedererkannte.
„Oh großer Dumbledore," sagte sie schockiert.
„Was ist?" fragte Lilli, die das Haus der Kingcades nicht kannte.
„Wir befinden uns hier vor Melissas Haus," antwortete Sirius finster.
„Melissa? Melissa Kingcade?" Beide nickten. „W-Wann ist das hier? Er war bei ihr?! Was hat das zu bedeuten?"
Sowohl Anna als auch Sirius zuckten mit den Schultern.
„Wenn die Zeitlinie stimmt, war das... keine Ahnung... einige Wochen bevor ich und Sirius wieder zurück kamen? Ist nicht so, dass eine Uhr an der Erinnerung klebt, in die ich mich einfühle, wisst ihr."
James klingelte an der Tür und sie wurde ihm auch augenblicklich geöffnet. Melissa Kingcade sah noch genau so aus wie Lilli sie in Erinnerung hatte und genau das machte ihr Angst. Sie war noch immer so hübsch wie früher und dass sie James mit diesem sehnsüchtigen Lächeln ansah stach ihr förmlich ins Herz.
„Hey," sagte er sanft und Melissa hatte seine Hand genommen.
„Hey," sagte sie sanft zurück, was bewirkte dass Lilli sich erschrocken weg drehte. Anna und Sirius warfen sich einen kurzen Blick zu, dann hielt Anna die Erinnerung an. Sie und Sirius begaben sich zu Lilli, die sie verunsichert angesehen hatte. Sie schien Probleme mit dem Atmen zu haben oder überhaupt ihre Worte zu finden.
„Lils, ich bin mir sicher, es gibt eine logische Erklärung dafür," hatte Sirius sofort versucht die Situation zu entschärfen. „Ich kenne Prongs und... er hatte bestimmt nichts mit Melissa. Lass uns die Erinnerung zu Ende sehen, dann entscheiden wir, okay?"
Sie zögerte einen Moment, dann nickte sie und ging mit ihnen zurück. Oh, wie gerne würde sie Anna und Sirius sagen, was sie wirklich fühlte, wie groß ihre Angst tatsächlich gewesen war, dass James zu Melissa zurück gegangen ist. Sie hatte doch schon die ganze Zeit über befürchtet, dass sie ihn wieder an dieses Mädchen verlieren würde, welches sie all die Jahre in Hogwarts gehasst hatte und welches sie selbst nach ihrem Verlassen noch nicht in Ruhe lassen wollte. Lilli hatte immer gewusst, dass Melissa Kingcade und James etwas verband, was er ihr, Lilli, immer verschwiegen hatte und auch Anna hatte es ihr nie wirklich gesagt, aber sie hatte immer geglaubt, dass dies, was sie miteinander verband, ihn eines Tages wieder zu ihr zurück bringen konnte. Anna ließ die Erinnerung weitergehen und Melissa ließ James in ihr Haus hinein. Das Haus der Kingcades war anders, als die Zaubererhäuser, in denen Lilli schon gewesen war. Das Haus der Potters war prunkvoll und elegant eingerichtet und doch hell und warm. Das Haus der Kingcades aber war prunkvoll, elegant und dunkel. Die Wände waren schwarz und die Gemälde an den Wänden zeigten hauptsächlich Menschen, die arrogant und finster herum blickten.
'Bitte Merlin, lass mich hier das Richtige tun.'
Melissa führte ihn in ihr Zimmer hinauf und setzte sich dort angekommen auf ihr eigenes Bett. Selbst ihr Zimmer war düster und kalt eingerichtet. Die Wände und Möbel waren auch hier größtenteils schwarz.
„Danke, dass du gekommen bist," begann Melissa. Ihre Stimme war sanft und freundlich, warum auch immer. James war nicht zu ihr hergekommen, sondern mitten im Raum stehen geblieben.
„Du hast alles entfernt, was dich an uns erinnert," stellte er fest.
'Ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, dass du vielleicht doch wieder zu uns zurück kommst.'
„Idiot," sagte Anna niedergeschlagen. „Nach all dem was sie getan hat..."
„Adam... hat alles entfernt..."
„Bitte sag mir nicht, dass er ihr das glaubt," flehte Anna und sah zu Sirius, der das finster beobachtet hatte und noch kein Kommentar von sich gab. Noch nicht.
„Okay, ich bin hier..." sagte James und hatte seine Hände in seinen Hosentaschen vergraben. „Fang an."
Melissa seufzte. „Du hältst es nicht länger mit mir aus?"
„Ich würde vielleicht, hättest du nicht versucht Anna und Lilli umzubringen und Remus dafür zu benutzen, sowie Sirius und mir einen Fluch auf zu halsen, sei es nun von dir selbst oder Snape, aber angesichts der Situation verstehst du mich sicherlich, wenn ich nicht sehr viel Lust habe, länger als nötig zu bleiben."
Sie hatte ihn eine Weile lang angesehen und Anna konnte sagen, es war dieselbe Blickänderung wie damals, als sich Melissa zuerst bei Anna entschuldigt hatte, und den Ausdruck beim Thema Lilli sofort giftig verändert hatte. Sie war wütend gewesen, doch was noch merkwürdiger wurde, war die Tatsache, dass sich Melissas Ausdruck binnen weniger Sekunde wieder zurück in das traurige Mädchen verwandelte. Spielte sie das etwa auch?
„Melissa, der einzige Grund warum ich hier bin ist, weil du sagtest, dass Voldemort hinter meinen Freunden her ist und du es verhindern willst. Das ist der einzige Grund, warum ich hier bin."
„Hattest du keine Angst, dass es auch eine Falle gewesen sein könnte?"
James verzog seinen Mundwinkel.
„Gegen Dark Breath? Wohl kaum."
„Ich dachte, Dumbledore sagte, James wüsste nicht, wie er mit der Macht umzugehen hat?" fragte Lilli verwirrt. Keiner von beiden konnte ihr antworten.
„Ich bin nicht dein Feind, James," begann Melissa und Anna war sich nicht mehr sicher, ob sie ihr nun glauben sollte oder nicht. Sie zog es vor, ihr nicht zu glauben.
„Er weiß wo sich all deine Freunde befinden. Er weiß dass Sirius und Anna momentan in Paris sind, oder Julia, wie sie sich gerade nennt. Er weiß, dass Lilli mit deinem Vater genau in diesem Moment in Catherington sind, er weiß, dass deine Mum genau in diesem Moment im Zaubereiministerium ist, dass Peter und Remus in Hogsmeade in den Drei Besen sitzen und dass dein Großvater mit dem Minister der Muggel bei einem Cafe in London ist. Er weiß wo sie sich alle befinden. Er mag nicht hinter dir her sein, aufgrund von Dark Breath, aber das schützt deine Freunde nicht."
„Soll das etwa eine Drohung werden?" fragte er aufgebracht und klang sicherer als er sich wirklich war.
'Bitte lass keinem von ihnen etwas passiert sein. Bitte, Merlin'
„Nein!" sagte Melissa sofort. „Ich sagte doch, dass ich dir helfen will."
„Wieso?"
„Was?"
„Komm schon, Lissy. Du hast in den letzten Monaten in Hogwarts dein wahres Gesicht gezeigt. Warum jetzt der Sinneswandel? Warum sollte ich dir auch nur Ansatzweise Glauben schenken?"
„Weil ich 3 Monate lang ausflippe wirfst du 6 Jahre Freundschaft weg? Waren wir nicht auch Freunde?"
James biss sich auf die Lippen.
„Meint sie das ehrlich?" fragte Sirius die beiden Mädels. Lilli sah ihn unsicher an und er wusste, dass sie damit andeutete, dass sie sich kein Urteil darüber bilden könne. Sie kannte Melissa Kingcade nicht wie sie und ihre Meinung wäre alles andere als unparteiisch gewesen. Anna jedoch antwortete genau so wenig.
„Wir hatten uns mal etwas versprochen... Erinnerst du dich noch daran?"
„Komm mir nicht damit, Lissy."
James war aus seiner starren Haltung aufgewacht und hatte sich auf einen Stuhl am anderen Ende des Zimmers niedergelassen.
'Sie hat versucht Lilli und Anna zu töten! Sie hat Padfoot verhext und Snievellus auf dich gejagt und sie hat Moony benutzt, um Anna zu töten.... Aber... Sie war mir 6 Jahre lang eine Freundin...'
Sie hatte sich mittlerweile vor ihrem Bett auf den Boden gesetzt und ein wenig den dunklen Himmel draußen angesehen.
„Ich weiß, dass ich vieles Falsch gemacht habe in diesen 3 Monaten," begann sie ohne ihn angesehen zu haben. Aber Anna, Sirius und Lilli konnten ihren Ausdruck sehen und er war ehrlich gemeint.
„Aber es waren 3 Monate. Ich war nicht mehr ich selbst als ich bemerkte, dass ich dabei war, meine beste Freundin zu verlieren und den Menschen, den ich liebe und dann auch noch Sirius. Wo meine Eltern erst gestorben waren. Adam sagte, die Whites hätten sie umgebracht... Und da keimte in mir ein unglaublicher Hass gegen Anna auf. Ich... Ich hatte mich einfach nicht mehr unter Kontrolle."
'…. Ja, Lissy... ich weiß...'
„Aber... 6 Jahre, James," sagte Melissa Kingcade mit trauriger Stimme und hatte ihn angesehen und auch James hatte sie endlich angesehen. „Du hast das einfach weg geschmissen und dann hatte ich einfach den Boden unter meinen Füßen verloren."
„Du wolltest vorher mit mir Schluss machen, Lissy. Ich bin dir nur zuvor gekommen als ich heraus fand, dass du Anna umbringen wolltest."
„Ja... ich weiß... Aber... hattest du je daran gedacht, dass ich das wirklich getan hätte? Du hast mich bei einem Gespräch belauscht, dass ich mit Cord Malfoy geführt hatte."
„Du hast mit ihm in dieser Nacht geschlafen, Lissy."
„Weil ich eine Idiotin war, weil Adam wollte, dass ich mich ihm zu wende!"
„Du kannst nicht alles auf deinen Onkel schieben," sagte James fest. Er war jedoch aufgestanden und hatte sich zu ihr neben das Bett gesetzt. Damit signalisierte er allen, dass er ihr nicht mehr so abgeneigt war, wie davor. Vielleicht wegen dem, was Melissa gesagt hatte und wegen der Tatsache, dass sie doch 6 Jahre lang befreundet waren. So was warf man nicht mal eben für immer und ewig weg, das hatte Lilli verstanden.
„Ich weiß..." flüsterte sie zurück. „Ich weiß, ich habe Mist gebaut und ich versuche sie wieder gut zu machen."
„Okay," sagte er schließlich wesentlich besänftigter. „Also... Voldemort hat es auf meine Freunde und Familie abgesehen?"
„Ich habe Adam neulich bei einem Gespräch mit Lucius Malfoy belauscht. Sie werden deinen Vater und Lilli in eine Falle locken."
„Wann?" fragte er sofort aufgebracht.
„Heute Abend."
„Und du wartest bis jetzt es mir mitzuteilen?!"
„Ich weiß es selbst erst seit gestern. Also willst du sie retten oder nicht?"
„Natürlich!"
„Wir gerieten auch in einen Hinterhalt..." sagte Lilli und sah von den beiden zu Sirius und Anna auf.
„Aber James und Melissa waren weit und breit nicht zu sehen. Warum nicht?"
Anna schwieg einen Moment. „Werden wir gleich sehen... Denke ich."
„Gut, wo und wie?"
„Ich werde dich hin bringen."
Sie war aufgestanden und hatte ihm ihre Hand hin gereicht, doch er zögerte misstrauisch.
„Mir missfällt das Ganze," stieß Sirius brummig aus. „Sie lockt ihn in eine Falle und er wird von Voldemort verflucht, richtig?"
„Ich weiß es nicht," antwortete Anna ehrlich. Sie konnte über Melissa Kingcade absolut nichts mehr aussagen. Sie wusste, dass sie sie ein Mal in eine Falle gelockt hatte und sie hatte damals gefühlt, dass sie Böse geworden war, aber etwas winzig kleines in ihr sagte ihr, dass dennoch etwas Gutes weiterhin in ihr irgendwo existierte, wenn es auch noch so klein und unerkennbar war. Melissa seufzte.
„Fragst du dich nicht, warum ich dir jetzt tatsächlich helfe, statt nie zu helfen oder warum ich nicht schon früher zu dir gekommen bin, wo ich auch schon von dem Angriff auf Anna davon gewusst hatte?"
'Dieser Gedanke ist mir durch den Kopf geschossen. Aber ich weiß nicht, ob ich die Antwort wirklich wissen will, Lissy.'
„Weißt du, warum meine Eltern gestorben sind, James?"
„Sie wurden von Annas Eltern getötet, das ist kein Grund das an der Tochter raus zu lassen."
Sie schluchzte leise und aus irgendeinem Grund hatte Anna das Gefühl, dass es ein ehrlich gemeintes Zeichen von ihr war.
„Nein, James," sagte Melissa Kingcade schließlich traurig und leise. „Das Alles hatte absolut gar nichts mit Anna zu tun."
Er starrte sie verwirrt an.
„Meine Eltern sind tot, weil sie sich dem dunklen Lord gegenüber geweigert haben, dich auszuliefern."
„Mich?" Und sein Ausdruck hatte sich schlagartig geändert.
„James?!"
„Prongs?!"
„Moment mal!" stieß auch Lilli schockiert aus. „Haben James Eltern damals nicht gesagt, es wäre ein interner Machtkampf unter den Todessern gewesen?"
„Das dachte ich auch," gestand Anna schockiert und offensichtlich erging es Sirius nicht besser.
„Ich habe mich geweigert zu helfen, weil ich Angst habe, James. Ich habe Angst davor ebenfalls von irgendjemanden grausam getötet zu werden, nur weil..."
Sie stoppte eine Sekunde und schloss traurig die Augen, vielleicht, um ihre Worte besser zu wählen. Anna konnte sich vorstellen, was sie sagen wollte, so wie sie es immer tat. Sie kannte Melissa länger als James und auch wenn sie die letzten Monate nichts mehr miteinander zu tun hatten, die letzten Jahre ließen sich nicht innerhalb eines Momentes auslöschen.
„Meine Eltern dachten nicht, dass er soweit gehen würde und ihren Tod befehlen würde. Sie mochten Muggel gehasst haben, aber sie liebten dich wie einen Schwiegersohn."
'Ich habe deine Eltern auch sehr gemocht, Melissa.... obwohl sie Todesser waren.'
„Ich bin nicht wie ihr, James... Ich bin nicht wie Sirius, Anna, Remus oder du. Ich bin nicht stark! Ich habe Angst vor dem Tod, ich habe Angst vor den Schmerzen und ich habe Angst vor der Einsamkeit. Du willst wissen, warum ich nichts unternommen habe, als der dunkle Lord das alles mit Anna getan hat? Weil ich Angst hatte. Du willst wissen, warum ich jetzt ankomme aber Evans helfen will?"
Sie schwieg wieder und atmete einmal tief auf. „Weil ich weiß, auf wen der dunkle Lord es wirklich abgesehen hat. Und entgegen dessen, dass ihr mich alle für eine willenlose Marionette von ihm haltet... Entgegen dessen, dass du dein Versprechen mir gegenüber gebrochen hast... Ich halte mein Versprechen. Also lass uns jetzt gehen oder wir kommen zu spät."
Wieder reichte sie ihm ihre Hand und diesmal nahm er sie an und legte seine auf ihre.
„Danke..." sagte er nun sanfter. Melissa Kingcade nickte. Dann schloss sie ihre Augen, wie auch James es tat und sie apparierten.
„Okay," begann Sirius langsam und hatte sie beide angesehen. „Die nächste Erinnerung?"
„Ja..... natürlich," sagte Anna zögerlich und hatte Lilli einen etwas längeren Blick gegeben, den diese auch genau so nachdenklich erwiderte.
Und als Anna sie zu der nächsten Erinnerung katapultierte, tauchten sie mit James und Melissa in einem Waldstück wieder auf.
„Das ist eine Falle," sagte Lilli sofort, während sie den beiden hinter her gingen. „James Dad und Ich sind im Zaubereiministerium in einen Hinterhalt der Todesser gelangt. Nicht im Wald."
„Wie wollen wir sie warnen?" fragte James als Melissa ihre Schritte beschleunigte und auch er schneller ging.
„Wir müssen sie vorher abfangen," sagte Melissa und hatte sich ihm zugewandt. „Du musst mit deinem Va-"
„Expelliarmus!" James und Melissa wurde beiden der Zauberstab aus der Hand gerissen und von ihnen weg geschleudert. Erschrocken blieben beide stehen und wurden in nur wenigen Sekunden von Todessern umzingelt. Sirius hatte seinen Zauberstab gezogen, doch Lilli hatte seine Hand sofort wieder runter gedrückt.
„Das ist eine Erinnerung, Sirius. Du kannst hier nichts tun!"
„Ich bin sehr enttäuscht von dir, Melissa," sagte einer der Todesser, dessen Gesicht von seiner Maske verdeckt wurde. James konnte sehen, dass sie zu zittern begann und ihr Ausdruck die Angst mit sich trug.
„Schwach, wirklich, schwach. Dachtest du wirklich, ich hätte nicht bemerkt, dass du deine Tränke nicht mehr nimmst? Dachtest du, ich bin so blöd nicht zu bemerken, dass meine Nichte mich belauscht?"
„Nein.... bitte...." begann sie zu flehen und war zögerlich einige Schritte von dem Todesser zurück gewichen, bei dem sich James sicher war, dass es nur Adam Kingcade, ihr Onkel, sein konnte.
„Du bist genau so wertlos, wie deine Eltern als Diener des dunklen Lords. Erbärmlich!"
„Lass sie zufrieden!" brüllte James ihn an und hatte sich vor Melissa aufgebaut, damit sie sich hinter ihm verstecken konnte. Es mag nicht viel gebracht haben, da sie von Todessern nur so umzingelt waren, aber Lilli war klar, dass es einfach James Art war, seine Freunde zu beschützen und in diesem Moment war sie sich sicher, dass er erkannt hatte, dass Melissa Kingcade immer eine Freundin gewesen war.
„Du, Potter, kommst noch früh genug dran."
Und damit hatten sich alle Zauberstäbe erhoben und sie wurden von lauter hellen Lichtern geblendet.
„Anna? Was ist passiert?" fragte Sirius Stimme. Alles um sie herum war weiß und man konnte nicht mal die eigene Hand vor dem Gesicht sehen.
„Anna?" ertönte auch Lillis unsichere Stimme. Das helle Licht verschwand mit einem Male und beide erkannten Anna vor sich stehen. Sirius und Lilli hatten zuerst einander einen Blick zugeworfen, dann gingen sie die wenigen Schritte zu der Freundin rüber. Wenige Meter vor ihnen sahen sie die Körper von James Potter und Melissa Kingcade.
James hatte sich gerade versucht zitternd vom Boden wieder auf zu stützen und sich auf seine Beine gekämpft. Er humpelte die wenigen Meter zu dem anderen Körper rüber und fiel förmlich vor Melissa wieder auf seine Knie. Mit zitternden Händen hatte er sie in seine Arme gezogen, denn sie hatte sich keinen Millimeter gerührt. Ihre Augen waren geschlossen, ihr Körper mit Schnitten und Wunden übersät, der Boden unter ihrem Körper war getränkt in Blut. Er hatte ihren Puls gefühlt und sie wussten anhand seiner leidenden Miene, dass Melissa tot war.
„Nein...." flehte er leise und hatte seinen Kopf in ihrer Schulter vergraben, während er ihren leblosen Körper ganz fest an sich drückte.
Lilli und Sirius fehlten die Worte und auch Anna sagte nichts. James hatte keine Kontrolle über Dark Breath, das wurde ihnen nun klar, denn sonst hätte er dieses Szenario verhindern können. Anna hatte sie sich zu James und Lilli hinab gekniet und ihre rechte Hand ganz sanft an die blutende Wange ihrer toten Freundin gelegt.
'Ich bin nicht wie ihr, James... ' Sie hörten die Worte von Melissa in James Gedanken und Lilli glaubte für einen Moment, dass diese Worte ihr gleich Tränen in die Augen treiben würden. 'Ich bin nicht wie Sirius, Anna, Remus oder du. Ich bin nicht stark! Ich habe Angst vor dem Tod, ich habe Angst vor den Schmerzen und ich habe Angst vor der Einsamkeit..... Ich halte mein Versprechen...'
„Ich...." begann Sirius sehr gedrückt. „Ich wusste nicht, dass sie tot ist..."
Anna nickte sanft. „Ich auch nicht," flüsterte sie leise.
„Ich auch nicht," gestand Lilli ihnen genau so traurig. Sie war nie eine große Freundin von Melissa Kingcade, aber wo sie sie jetzt hatte sterben sehen, da war all die Wut, die sie mal für sie empfunden hatte, mit einem Schlag verschwunden. Zurück blieb ein leeres großes Loch mit einem unbeschreiblich tiefem Gefühl.
'Ich habe... mein Versprechen nicht gehalten... Es tut mir Leid, Lissy... Es tut mir Leid....'
„Ja..." flüsterte Anna sanft. „Ich habe... mein Versprechen ebenfalls nicht gehalten... Lissy... Es tut mir.... so Leid...."
James hatte seinen Kopf wieder von ihr weg genommen und war mit ihr in seinen Armen aufgestanden. Die Erinnerung war wieder beendet. Anna war ebenfalls wieder aufgestanden, doch sie hatte sich ihren Freunden nicht zugewandt. Lilli war sich sicher, dass sie versuchte ihre Tränen zurück zu halten.
„Es...." sagte sie mit einer Stimme, die Lilli nur bei ihr wahr genommen hatte, als sie einmal zu zerbrechen drohte. „Es... gibt noch eine andere Erinnerung, aber... Ich glaube, es ist unnötig sie anzusehen."
Sirius und Lilli schwiegen.
„James hat Melissa alleine beerdigt... Ich denke, wir sollten ihm diese Erinnerung für sich lassen..." Sie machte eine merkwürdige Bewegung mit ihrer Hand und beide waren sich sicher, dass sie ihre Tränen weggewischt hatte, denn als sie sich umdrehte, waren noch immer Reste dieser Tränen in ihren Augenwinkeln.
„Lasst uns eine Pause einlegen, ja?"
Sie nickten.
Die drei tauchten aus der Erinnerung wieder auf und öffneten in der Realität ihre Augen. Sie standen noch immer über James um das Bett herum und hatten sich gegenseitig an den Händen festgehalten. Sie ließen einander zögerlich los und alle drei wussten, dass sie noch immer tief bedrückt waren.
„Alles in Ordnung?" fragte Alice besorgt. Anna nickte etwas fassungslos, entschuldigte sich und verließ das Zimmer. Die anderen warfen den beiden verwirrte Blicke zu, doch sie hatten sich gegenseitig angesehen.
„Könntest du?" fragte Sirius und Lilli nickte. Sie verließ daraufhin ebenfalls das Zimmer und Sirius wandte sich seinen Freunden zu.
„Melissa Kingcade.... ist tot."
„Was?" fragten alle drei gleichzeitig und gleich ungläubig. Während Sirius ihnen davon erzählte, hatte Lilli Anna auf den Stufen der Treppe vor dem Zimmer gefunden. Sie schloss die Tür hinter sich und setzte sich zögerlich neben sie hin. Der Kopf ihrer Freundin war an der Wand gelehnt und ihre Arme vor ihrer Brust verschränkt...
„Es tut mir Leid..." begann Lilli sanft. Sie wusste nicht wirklich, was sie hätte sagen können. Alles würde falsch ankommen. Was konnte man in diesem Augenblick schon sagen? Seitdem Melissa Kingcade Hogwarts verlassen hatte, fühlte Lilli stets, dass Anna und auch James noch immer öfters an sie gedacht hatten und dass in diesen Erinnerungen oftmals das Gute dem Schlechten überwog.
Sie wusste einfach nicht, was sie sagen sollte, um der Freundin zu helfen. Sie wusste es nicht mal damals, was sie James sagen konnte, als seine Schwester starb, oder als sein Vater und sein Großvater hatte ihre Eltern noch, hatte nie jemanden verloren, der ihr so nahe stand wie Melissa James und Anna nahe gestanden hatte, aber sie erinnerte sich an die Zeit, als sie glaubte, James für immer verloren zu haben. Sie beschloss dasselbe zu tun, was auch Anna bei ihr letztes Jahr noch getan hatte und was das Einzige war, was ihr wirklich geholfen hatte. Sie schlang ihre beiden Arme um die Schulter der Freundin und hatte sich fest an sich gedrückt und Anna hatte nur wenige Augenblicke später Lillis Hand mit ihrer erfasst und gedrückt.
"James und Melissa... und Ich hatten einander versprochen uns gegenseitig zu beschützen...." sagte Anna nach einer ganzen Weile ohne, dass Lilli sie los gelassen hatte. Ihre Stimme war leise, aber Lilli konnte sie hören. "Nachdem Melissa beide Geschwister verloren hatte... fiel sie in ein tiefes Loch und... Sie hat versucht sich umzubringen. James und Ich hatten sie rechtzeitig daran hindern können. Er versprach ihr sie zu beschützen, aber sie dürfe nicht aufhören zu leben.... Er hatte ihr dann von seinem Erlebnis mit Voldemort erzählt, dass ihn dieser jagen würde und im Sommer vor dem 2. Schuljahr gefangen hatte. Und sie sagte dann ebenfalls, dass sie ihn beschützen würde und dass sie lebt und kämpfen würde.... Ich hatte ihnen ebenfalls geschworen sie zu beschützen... Weil sie für mich meine Familie waren. James wie ein Bruder und Melissa wie eine Schwester. Ich fühlte mich von ihr verraten... und hab mich abgewandt... Weil ich einen Bruder nicht verlieren wollte, habe ich eine Schwester geopfert. Anstatt weiter zu versuchen, sie zum leben zu ermuntern... habe ich aufgegeben. Und nun... ist sie tot... " Anna machte eine kleine Pause, die Lilli dazu nutzte, um ihr die Wahrheit zu sagen, denn es war die Wahrheit, nicht nur von ihrem Standpunkt aus.
"Du hast sie nicht getötet... Es war nicht deine Schuld." Denn sie wusste, wäre sie an Annas Stelle, sie hätte genau so gehandelt....
"Voldemort wird dafür bezahlen... stimmt doch... Lilli?"
"Ja... wird er..." sagte sie leise, doch die Wahrheit war, dass sie es nicht wusste. Sie wünschte sich, dass sie mit ihren Freunden gemeinsam gegen Voldemort ankämpfen würde, dass sie es schaffen würden, James zurück zu bringen, dass sie Voldemort danach gemeinsam besiegen und ihn von dieser Welt verbannten, so dass endlich wieder Frieden einkehren konnte, aber die Tatsache war, dass die Angst in Lilli nun größer wurde, dass sie als nächstes einen Menschen verlieren würde, der ihr so nahe stand und sie klammerte sich noch fester an Anna in der Hoffnung, dass es nicht passieren möge.
