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Kapitel 4
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Bereitwillig hatte sie ihm ihren Zweitschlüssel gegeben und ihn wissen lassen, wann sie vorhatte, das Haus zu verlassen. Und als er am kommenden Morgen vor ihrer Haustüre steht, ist es noch dunkel, dabei war er doch etwas unpünktlich. Jane klopft. Keine Reaktion. Schließlich lässt er sich selbst hinein und saugt die Mischung aus Lisbons Parfum und dem neuen Babygeruch in sich auf. Es war eine neue Mischung aber durchaus interessant.
„Lisbon?", ruft er vorsichtig, doch immer noch bekommt er keinerlei Reaktion. Vorsichtig schritt er die Treppe hinauf, schob die Türe, die nur angelehnt war, weiter auf. Und das Bild das sich im bot, wollte er niemals wieder vergessen – Teresa lag auf ihrer Seite, das Haar eine wilde Masse, neben ihr lag mit großen offenen Augen Madelaine.
Kurz überlegte er Jane, wie er reagieren sollte, erkannte aber, dass er sie nicht länger anstarren sollte, sondern aufwecken – Senior Agent Teresa Lisbon war niemals zu spät in der Arbeit. Niemals. Vorsichtig griff er über die Polizistin hinweg und hob Lanie aus dem Bett, welche gleich fröhlich gurgelte und ihn anlachte. Dann berührte er, nachdem er dreimal überlegt hatte, ob er sie wirklich wecken sollte, er sie auf der Schulter.
„Teresa." Janes Stimme war vorsichtig und doch bestimmt. „Teresa."
Wenige Momente später öffneten sich ihre großen Augen und starrten Jane an. Ihr hochgeschobenes T-Shirt offenbarte Jane etwas Haut ihres flachen, trainierten Bauches und den schwarzen Slip den sie trug, doch versuchte er, lediglich in ihre grünen Augen zu sehen und bemerkte zum ersten Mal, wie vielen Sommersprossen, die sie sonst unter Makeup zu verdecken schien.
„Du hast deinen Wecker scheinbar nicht gehört", erklärte er und konnte seine Augen nicht von Lisbon nehmen. Wieso war ihm ihre Schönheit, ihre natürliche Schönheit, nicht schon früher aufgefallen. Hatte er die Sommersprossen wirklich noch nie gesehen? „Ich kochte Kaffee, während du duschen gehst."
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Als Teresa Lisbon die Augen geöffnet hatte und Jane vor ihr stand, war sie sich nicht sicher, ob sie noch träumte oder bereits wach war. Er war mit seiner wilden blonden Lockenmasse vor ihm gestanden, ihre Nichte in seinen Armen, die sehr viel Freude zu haben schien. Und Patrick Jane trug keinen Anzug, nein. Er hatte Jeans an, die älter zu sein schienen, und ein weißes Hemd. Alleine um das zu verarbeiten, hatte sie einige Augenblicke benötigt.
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Wieder ein Kind an der Hüfte zu haben, fühlte sich wunderbar an, etwas ungewohnt aber wunderbar, zudem handelte es sich nicht um irgendein Kind, es war Teresas. Als er aufgewacht war in seinem einsamen Bett am Revier im kühlen Dachgeschoß, hatte er sich gefragt, ob das wirklich passiert war. Ob die starke Spezialagentin Lisbon wirklich beinahe zusammengebrochen war in seiner Anwesenheit.
Ihre zuvor wilde dunkelbraune Mähne hatte sie gebändigt, als sie in der Küche erschien. Auch wenn alles perfekt schien, kam es Jane so vor, als wäre etwas anders. Natürlich konnte er nicht wissen, wie sich Teresa Lisbon in den Morgenstunden zuhause verhielt.
„Ein neues Outfit", kommentierte sie, als sie ihm die Tasse abnahm, die er ihr reichte.
„Im Anzug malt man nicht aus", erklärte Jane und lachte. Hatte sie gedacht, dass das wirklich passieren könnte.
Jane beobachtete, wie Lisbon vorsichtig über das Gesicht ihrer kleinen Nichte strich, sanft und weich war die Berührung.
„Wir werden auf dich warten und das Kinderzimmer ist ausgemalt, wenn du nachhause kommst."
„Du wirst sie doch nicht ins Zimmer setzen … ich meine all die Dämpfe …"
„Lisbon", begann Jane und schnaufte auf. „Sie ist nicht das erste Kind …"
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Genau das wollte Lisbon nicht implizieren. Nachdem er gesehen hatte, wie leicht es Jane fiel, mit Lanie umzugehen, hatte sie erkannt, dass er nicht nur gerne half, sondern auch Abwechslung und Gefallen daran fand, sich um jemanden kümmern zu können. Dass jemand zuließ, dass er sich kümmern durfte.
Sie trank ihren Kaffee in Ruhe, so viel Zeit nahm sie sich, Lanie dabei zu beobachten, wie Jane sie fütterte, mit frischen Früchten und Baby-Frühlingsflocken. Das Mädchen strahlte, ihre grünen Augen funkelten vor Freude, sie gurgelte, lachte und aß artig. Kaum etwas landete auf Janes Jeans oder auf dem Lätzchen, welches er ihr umgebunden hatte.
Jane in Jeans. Lisbon hatte nicht gedacht, dass sie diesen Augenblick erleben würde, an dem er keinen dunklen Anzug tragen würde. In Jeans sah er beinahe unwiderstehlich aus, sie saßen locker auf seine Hüften, ließen seinen Po besonders interessant erscheinen.
Im selben Moment überkam sie wieder Trauer und Tränen stiegen ihr in die Augen, sie musste an Adam denken und die Probleme, die er ihr gemacht hatte, als er in die Highschool ging und sich nicht passend kleiden wollte. Die Jeans sollten seiner Ansicht nach beinahe bei den Knien hängen und sie hatte viel Mühe, ihm genau das abzugewöhnen und ihm zu erklären, dass er so niemals einen Samstagsjob bekommen würde, nachdem er sich so sehnte, um finanziell aushelfen zu können.
Um Adam hatte sie sich die längste Zeit kümmern, immerhin war er ein Baby gewesen, als ihre Mutter verstarb und für ihn war es am schwierigsten gewesen, immerhin verstand er nicht, wieso seine geliebte Mutter, die jeden Abend an seinem Bett saß, um ihm eine Geschichte vorzulesen, nicht mehr nachhause kommen würde. Er war so klein gewesen, als all das passierte und auch der Selbstmord des Vaters war für ihn hart gewesen. Teresa hatte es teilweise als Erleichterung wahrgenommen, obwohl sie das niemals jemandem gesagt hat.
Auf der Arbeit konnte sie kaum einen klaren Gedanken fassen, immer musste sie an Lanie denken, Adam und ihre anderen Brüder.
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„Also Lanie", erklärte Jane, der gerade mit dem Baby an der Hüfte in den ersten Stock ging. „Jetzt werden wir dein kleines Zimmer verschönern …" Und genau in diesem Tonfall erzählte er der Kleinen, was er vorhatte. Wo er abkleben würde und welchen Teil der Wand er wie streichen würde. Gemeinsam trugen sie die Farben und anderen Utensilien hinauf. Er merkte, dass der Kopf des Kleinkindes immer schwerer wurde und so legte er sie auf das ungemachte Bett. Als er so in ihrem Zimmer stand, konnte er nicht anders, als einmal kurz an ihrer Bettwäsche zu riechen. Es war ein blumiger frischer Geruch, der Hauch eines Parfums und Teresas ganz spezieller Geruch. Er sog ihn in sich auf. Lanie lag schlafend in der Mitte des Bettes, die Decke war rund um sie drapiert, dass sie nicht hinabrollen konnte.
Sorgfältig klebte er das kleine Zimmer ab, strich innerhalb weniger Minuten die ersten beiden Wände, schob den Tisch aus dem Zimmer und wartete, dass die gelbe Farbe trocknete. Währenddessen ging er zurück ins Schlafzimmer, beobachtete Lanie, die so friedlich auf dem Bett lag. Waren Babys doch wunderbare Wesen – unschuldig, rein, perfekt.
Natürlich wusste Jane, dass er sich eigentlich nicht hier aufhalten sollte, trotzdem setzte er sich in den am Fenster stehenden alten Ohrensessel. Auf dem kleinen Tisch lag ein großes schwarzes Buch, der Einband war abgenutzt und neugierig wie Patrik war, griff er danach. Es war ein Fotoalbum.
Die ersten Bilder zeigten eine junge dunkelhaarige Frau, die ein Bündel in Händen hielt und strahlte – Ana Beatrix Lisbon erkannte Jane sofort. Das Kind musste Teresa sein. Patrick schätzte, dass Ana nicht viel größer als Teresa war und sie hatten eine unglaubliche Ähnlichkeit, nur selbst auf der Nahaufnahme konnte Jane keine Sommersprossen bei ihrer Mutter kennen.
Darauf folgten Babyfotos von Teresa – wie sie auf einer Decke lag, krabbelte, die ersten Schritte machte. Ihr Vater war auf keinem der Bilder zu erkennen, erst als ihre Brüder auch auf der Welt waren, änderte sich das.
Rasch blätterte er weiter und entdeckte Blätter, die lose im Album lagen, mit der Hand beschriebene Bögen – Briefe. Jane erkannte, dass er ihr Vertrauen missbrauchte, doch sagte er sich, dass er in all den Jahren nichts über sie erfahren hatte, alles im Verborgenen geblieben war, was Teresa Lisbons Privatleben anging. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie keine Beziehung führte, aber auf der anderen Seite gab sie auch nichts preis. Sie schätzte ihre Privatsphäre.
*Teresa,
auch wenn ich etwas spät dran bin, hoffe ich, dass du einen schönen 17. Geburtstag feiern konntest. Trotzdem bezweifle ich, dass dein Vater ein Fest zugelassen hat. Wahrscheinlich hat er wie so oft darauf bestanden, dass du zuhause bleibst. Hat Greg dir wenigstens ein schönes Geschenk gemacht?*
Der junge Mann – zumindest sah die Handschrift so aus – erzählte von seiner kleinen Tochter, die vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen war, wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag auf die Welt gekommen war. Er erzählte ihr von der Hochzeit mit Kathy, auf die seine Familie bestanden hatte und seinem Traum, wieder auf das katholische Jugendsommerlager zu fahren, stattdessen würde er mit den Marins nun ins Ausland gehen, um seiner Familie etwas kaufen zu können. Teresa solle sich aber keine Sorgen machen.
*Teresa, du musst dich endlich gegen ihn wehren. Du kannst nicht zulassen, dass er dich, wenn er betrunken ist, in die Ecke drängt und nur Tommy oder James ihn dazu bringen können, von dir abzulassen und all das nur, weil du ihr so ähnlich siehst. Dabei bist du viel schöner, das solltest du wissen. Hoffentlich sagt es dir Greg oft genug, vielleicht glaubst du es ihm, wenn du es mir schon nicht glaubst.
Du hast geschrieben, dass er Adam so geprügelt hat, dass du ihn einige Tage aus der Schule nehmen musstest, damit die blauen Flecken und die aufgeplatzte Lippe nicht auffallen. Teresa, so kann es nicht weitergehen! Es gibt Möglichkeiten.
Ich weiß, dass du jetzt wieder sagen wirst, dass es für alle schlechten Taten eines Menschen Gründe gäbe und das bestreite ich auch nicht, aber sieh dich an. Du hattest eine gebrochene Hand. Einige Male waren deine Brüder die letzte Chance, dass er sich nicht an dir vergeht. Du ziehst dich von Greg immer mehr zurück.*
Und in diesem Tonfall ging es weiter. Jane war verwundert, über die klaren Worte. Die Unterschrift ließ den jungen Mann Elliot heißen, Datum stand keines auf dem Brief, doch konnte Jane sich anhand der Angabe – Teresas 17. Geburtstag – ausrechnen, von wann er stammte. Dieser schien keinen großen Gefallen an seiner eigenen Ehe zu finden, aber er schien sich große Sorgen um Teresa zu machen und genauso empfand Jane, als er die Zeilen über ihren Vater las. Wie konnte ein Vater nur solche Sachen machen? Seiner hatte ihn auch missbraucht, aber niemals körperlich, zumindest nichts Vergleichbares.
Er stieß auf ein Bild von Teresas Abschlussball, ihr Kleid war schlicht und sie wirkte zerbrechlich. Der junge Mann an ihrer Seite musste Greg sein. Er entdeckte ein Lächeln auf ihren Lippen. Das Polaroid war verblichen und die Farbe des Kleides konnte er kauf noch ausmachen.
Später wurden die Bilder weniger. Hie und dort lag ein Bild nicht eingeordnet im Buch. Dann erneut ein gefalteter Brief.
*Auch wenn es jetzt schwer für dich Rese, du wirst sehen, dass ihr ohne deinen Vater besser zurechtkommen werdet. Ich kann für dich bei meinem Bekannten bei der Polizei in San Francisco ein gutes Wort einlegen, für mich wird die Polizei in New York die einzige Option nach den Marines sein. Welche Optionen habe ich? Du ernährst deine Brüder, ich meine Frau und Tochter. Einst lagen Welten zwischen uns, heute haben wir dieselben Probleme.
Du hast geschrieben, dass du das Haus aufgeben wirst und nach San Francisco ziehen möchtest, dass dich nichts mehr in Chicago hält. Vielleicht ist es das, was ihr braucht. Ich sehne mit nach New York. Im Moment sitze ich in der arabischen Wüste, frage mich, wann es zu einer Mission kommt. Ob ich diese Nacht durchschlafen kann oder nicht. Oftmals stellt sich mir auch die Frage, ob ich meine Kleine jemals wiedersehen werde.
Ich soll dich ablenken? Wie denn? Ich bin dankbar, dass dein Vater diesen Weg gewählt hat. Rese, dieses Mal wäre es beinahe passiert! Du schreibst, dass er dir bereits die Kleidung vom Leib gerissen hatte, du blaue Flecken überall hattest und wäre Tommy nicht gekommen, dann wäre das Unaufhaltbare, das Unentschuldbare passiert. Kein Vater hat das Recht seine Kinder zu schlagen und noch weniger da Recht, sich an seinen Töchtern sexuell zu vergehen. Tommy schlug ihn, da war sein gutes Recht, aber dass Victor ihn verprügelt war auch nicht verwunderlich. Es passierte nur alles so schnell. Im nüchternen Zustand muss er bereut haben, was er getan hat, ansonsten hätte er nicht diesen Ausweg gewählt, nicht als Katholik.*
Einige Augenblicke saß Jane starr da. So weit war ihr Vater also gegangen. Vielleicht vertraute sie deshalb Männern nur im geringen Maße und führte keine Beziehungen. Mashburn war die einzige sexuelle Bekanntschaft, die ihm untergekommen war, in all den Jahren gewesen. Vielleicht verheimlichte sie es auch nur gut.
Weiter hinten im Buch befanden sich noch die Hochzeitskarte von Elliot und Kathy, und einige Geburtsanzeigen seiner Kinder, neure Fotos. Jedoch kein weiterer Brief. Nichts.
Fotos der jungen Teresa in Polizeiuniform lagen noch darin und ein Automatenstreifen mit Portraits – sie lachte, herzlich und unbeschwert. Jane steckte es ohne lange nachzudenken ein. Sie trug ihre Kappe und auf ihrer Schulter waren Hände zu erkennen. Vielleicht war sie gerade zwanzig Jahre alt? Jane konnte es nicht genau zuordnen.
Nachdem er einen Blick auf seine Uhr geworfen hatte, wurde ihm bewusst, dass er weiterarbeiten musste. Er legte das Album so hin, wie er es vorgefunden hatte, kontrollierte noch einmal Lanies Position, ließ alle Türen offen und strich die restlichen Wände, die Decke und lackierte die Innenseite des Fensters neu. Der Raum wirkte frisch, freundlich und ganz anders. Er hatte sich entscheiden, die Wände bis über die Hälfte in einem sonnigen Gelb zu streichen, der Rest und der Plafond war weiß. Über den Übergang klebte er eine gekaufte Bordüre – Sonnen.
Als die Kleine aufwachte, hatte Lisbon bereits dreimal angerufen und gefragt, ob alles in Ordnung sei und jedes Mal musste Jane ihr sagen, dass das Baby schlief und das Zimmer bereits trocknete. Sie versprach früh aus dem Büro wegzugehen, sich einige der Überstunden zu nehmen, um mehr Zeit mit Lanie verbringen zu können. Patrick erinnerte sie zudem, dass sie an den Kindergarten denken sollte.
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Müde und verschwitzt kam Teresa gegen drei Uhr nachhause. Am aktuellen Fall konnte sie nicht arbeiten, da sie immer noch auf die DNA Ergebnisse und andere Befunde wartete, somit machte es keinen Sinn, Zeit im Büro zu verbringen.
„Jane, ich bin zuhause", rief sie durch das Haus, erhielt allerdings keine Antwort.
Sie hatte dem Team mitgeteilt, dass es eine kleine Veränderung in ihrem Leben gab und sie sich ab nun mehr ihrem Privatleben widmen würde, müsse. Grace war begeistert, Rigsby bot an mit seiner Erfahrung gerne auszuhelfen und Cho, selbst Cho hatte kurz gelächelt und gemeinsam hatten sie sich für den kommenden Tag zum Grillen eingeladen.
Teresa ging quer durchs Haus, sah aber weder Kind noch Jane, bis sie schließlich in Richtung Garten schritt. Seit Monaten hatte sie keinen Fuß mehr auf die hintere Terrasse gesetzt.
Jane hatte das Baby in einem Tragetuch. Wann hatte sie so etwas gekauft? Er hatte sie an seinem Rücken und war dabei den Rasen zu mähen.
„Jane?", rief Teresa ihm zu.
Jetzt drehte er sich um und sah sie, ließ den Griff des Rasenmähers aus und somit verstummte dieser. Sie gingen aufeinander zu. Teresas Blick glitt sofort zu Lanie, die sie entdeckt hatte und ihr die kleinen Hände entgegenstreckte. Sie hob sie aus dem Tuch. Es bedarf keiner Worte zwischen Teresa und Jane, sie kommunizierten mit ihren Augen.
„Hat sie gegessen?"
„Spinat", erklärte er. „Frischen Spinat, eine wirkliche Feinschmeckerin."
„Man sieht es", sagte sie schließlich und lachte. Sie hatte die Spinatspuren auf Janes T-Shirt erkannt. Eindeutig Spinat.
„Ich könnte ein kaltes Glas Eistee vertragen", sagte Jane und ging in Richtung Haus. Eistee? Sie hatte Eistee zuhause?
Teresa gestand sich ein, dass es sich gut anfühlte, zu wissen, dass er für sie da war, doch musste sie sich bewusst sein, dass es nichts von Dauer sein würde. Jane war niemand, der abermals eine Bindung eingehen würde, egal wie er empfand. Red John würde es nicht zulassen. Jane ebenso nicht.
Dieser Augenblick fühlte sich so normal an. Zwei Menschen, die einander wertschätzten, mit einem Kleinkind. Perfekt. Der Schein trübte natürlich. Niemand wusste, was Jane bereits durchgemacht hatte, niemand konnte ahnen, welche Torturen sie in ihrer Jugend erlebt hatte. Und so sollte es auch bleiben. Niemand musste darüber Bescheid wissen, niemand. Kein Mann würde sie jemals wieder so ansehen, wenn er es wüsste. Wahrscheinlich sogar Jane.
Er reichte ihr ein Glas mit dem braunen Liquid, Eiswürfeln.
„Ich habe ihn frisch gemacht, nachdem wir einkaufen waren."
„Das war nicht notwendig", kommentierte sie.
„Doch das war es. Es tut mir gut, Zeit mir zu verbringen."
„Dann wirst du dich freuen, dass der Kindergarten Lanie erst aufnimmt, wenn sie zumindest ein halbes Jahr alt ist und keinen Tag früher. Ich muss morgen noch mit Bertram sprechen, was ich inzwischen machen kann, wenn wir einen Fall bekommen, der uns ins Umland führen wird."
Jane lächelte sie aber nur an, kommentierte nichts. Sie stand vor ihm mit ihrem hochgebundenen Haar, Schweiß hatte sich auf ihrem Hals gebildet und ließ ihr dezentes Dekolleté hinab. Sie hatte ihre Bluse rasch ausgezogen und trug nun nur noch Jeans, abgesehen von dem grünen Trägershirt.
Teresa lächelte einfach zurück.
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Ende Kapitel 4
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A/N: Und gefällt es noch immer? Bis wir in das „M"-Rated Genre kommen, wird es noch etwas dauern, trotzdem werde ich inzwischen das niedrige Rating beibehalten, so lange es nur möglich ist.
Also … Review schreiben!
