Warnings: Dezidierte Spoiler für Episode 3.1 und vage Spoiler für die nächsten paar Folgen

Extra-Pairing: Erw. von Coldatomwave und Ray/Mick/Amaya/Nate, Erw. von Eobard/Ray, und außerdem ist Coldwave hier präsenter als sonst


4. Nun, da ich Ihr Team in Aktion gesehen habe, Miss Lance….


Das Schwierigste war gewesen Rip dazu zu überreden ihnen dabei zu helfen die Waverider zu stehlen. Und das, obwohl er eigentlich der Hauptgrund dafür war, warum sie sie überhaupt stehlen konnten, da er sie mit diversen versteckten Programmen dafür gesorgt hatte, dass alles glatt gehen würde, und natürlich war er auch derjenige durch den die Legends erneut Zugang zum Time Bureau erhielten. Dass er sich quer stellte, als der Plan entwickelt wurde, bewies Sara, dass sie recht getan hatte daran zu zweifeln, ob es eine gute Idee gewesen war zuzulassen, dass er sich dem Time Bureau anschloss. Offenbar entwickelte er Loyalitätsprobleme, und das war nicht gut.

Ich wusste ja, dass wir Probleme haben, aber offenbar haben wir größere Probleme als ich dachte, stellte Sara nüchtern fest. Aber das war ein Problem für einen anderen Tag. Letztlich hatte sich Rip überreden lassen das Richtige zu tun, und es war ihnen gelungen ihr Schiff zu stehlen. Damit hatten sie Gideon zurück und auch ihr Zeitschiff. Da es zu beschädigt war um gleich durch die Zeit zu springen, hatte sie als erstes Jax abgeholt, der die diversen Systeme reparierte und sich ihnen dann gemeinsam mit Martin wieder anschloss.

Und dann konnte es auch schon losgehen. Von Cäsar angemacht zu werden, nachdem sie ihm zuvor im Kampf besiegt hatte, kam unerwartet und schmeichelte ihr doch ein wenig, aber natürlich zog sie seinen Vorschlag, mit ihm geneinsam die Welt zu erobern, niemals ernsthaft in Erwägung. Und seine Drohung sie zu kreuzigen, nahm sie hauptsächlich deswegen nicht ernst, weil sie sich sicher war, dass sie ihn nie wieder sehen würde, sobald sie ihn in seiner Zeit abgesetzt hätten.

Denn natürlich war er klar, dass er ein überaus gefährlicher Mann war. Er war zwar ein Beta, aber er war mit Mick fertig geworden und war auch für sie selbst kein so leichter Gegner gewesen, und sie traute ihm durchaus zu sie zu kreuzigen. Immerhin hatte sie die entsprechende Folge von Xena gesehen. Nein, sie war nicht dumm genug Cäsar zu unterschätzen.

Leider gelang es ihm trotzdem sie an der Nase herumzuführen. Obwohl sie ihm sein Gedächtnis löschten und ihn bei seinem Lager absetzten, gelang es ihm Nate das Geschichtsbuch zu klauen, wodurch alles noch schlimmer wurde und eine Einheit des Time Bureaus unter der Leitung von Agent Sharpe (ausgerechnet!) auftauchte.

Na wunderbar. Aber zumindest ist es diesmal nicht meine Schuld, sondern die von Nate. Auch wenn er das abstreitet.

Sara gelang es mit Rips Hilfe Agent Sharpe dazu zu überreden sie nicht gleich nach Hause zu schicken. Immerhin hatten sie die Cäsar-Situation verschlimmert, also wäre es nur richtig, dass sie sie auch lösen würden.

Und nachdem sie das getan hatten, wandte sich Sara stolz Agent Sharpe zu und erwartete sich ein Lob, doch was sie stattdessen zu hören bekam war: „Nun, da ich Ihr Team in Aktion gesehen habe, Miss Lance, muss ich sagen, dass Sie noch inkompetenter sind, als ich mir jemals hätte träumen lassen."

Saras Miene verfiel und sie unterdrückte gerade noch ein wütendes Knurren. Ich kann diese Frau wirklich nicht leiden. Wenn das so weitergeht, dann werden wir bald einen Alpha-Kampf austragen müssen, dachte sie und atmete einmal tief durch, bevor sie Agent Sharpe darüber informierte, dass sie vorhatte die Waverider trotzdem zu behalten.

Wenn sich das Time Bureau weigern sollte, dann würden sie das Schiff einfach erneut stehlen. Das hatte sie bereits beschlossen, aber sie hatte nicht vor sich anmerken zu lassen, was sie plante. „Bleiben Sie hier, ich werde mit dem Direktor über Ihre Anfrage sprechen. Rekrut Hunter, kommen Sie", befahl Agent Sharpe kühl.

Rip warf Sara einen kurzen beruhigenden Blick zu und verschwand dann gemeinsam mit Agent Sharpe durch eines ihrer Portale. Den Rest ihrer Agenten ließ sie allerdings bei ihnen zurück. Nun, dumm ist sie ja nicht, das muss man ihr lassen, gestand ihr Sara zu.

„Ich warte nur auf dein Zeichen, Boss", murmelte Mick ihr zu.

„Noch nicht, geben wir Rip eine Chance das diplomatisch zu regeln", erwiderte Sara, „Vielleicht kann das alles hier ohne Blutvergießen ablaufen. Wenn nicht, dann können wir immer noch zuschlagen."

Sie mussten länger warten als Sara recht war, aber schließlich kehrten Rip und Agent Sharpe zurück. „Und?", wollte Sara sofort wissen.

Agent Sharpe wirkte nicht besonders glücklich, als sie meinte: „Wir haben die Lage mit dem Direktor besprochen, und er gestattet Ihnen das Verwenden der Waverider auf Probe. Rekrut Hunter wird Ihr Verbindungsmann zum Bureau sein."

„Nun, das hört sich doch gut an!", meinte Sara erfreut.

„Ich habe Einspruch gegen diese Entscheidung erhoben", fuhr Agent Sharpe fort, „Und ich bin sicher, dass man Ihnen nicht lange gestatten wird dieses Schiff zu behalten. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Sie uns allen beweisen werden, was für ein großer Fehler es ist darauf zu vertrauen, dass Sie wissen, was Sie tun."

Na toll. „Es ist immer eine Freude mit Ihnen zu reden, Ava", erwiderte Sara sarkastisch.

Agent Sharpe ersparte sich eine Antwort. „Kommen Sie nach, wenn Sie hier fertig sind, Rekrut Hunter", meinte sie noch, bevor sie mit ihren Männern durch eines der Portale verschwand.

Sara wandte sich Rip zu. „Was meint sie denn damit? Ich dachte, du bist unser Verbindungsmann zum Bureau?", wunderte sie sich.

Rip nickte. „Ja, aber das bedeutet nicht, dass ich hier an Bord bleibe", erwiderte er, „Das Bureau hat andere Aufgaben für mich, neben der euch zu überwachen."

Sara gefiel der Klang von dieser Aussage gar nicht. „Wollen die dich etwa als Geisel halten, um uns so daran zu hindern irgendetwas zu tun, was ihnen nicht den Kram passt?!", empörte sie sich, „Omega-Kidnapping ist eine schwere Straftat! Vergiss es, du gehst einfach nicht zu ihnen zurück!"

„Wenn ich das tue, dann nehmen sie uns die Waverider einfach wieder weg, und das zu Recht, weil von ihrem Standpunkt aus gesehen, dann ihr diejenigen seid, die einen ihrer Agenten gekidnapped haben", erwiderte Rip müde, „Ich muss zurück. Und das ist auch in Ordnung. Das Bureau ist nicht unser Feind. Ich wünschte, du würdest das endlich einsehen."

Mick, der bisher mit Sara in ihrem/Rips alten Büro gewartet hatte, räusperte sich lautstark. „Ich geh mal nach den anderen sehen", meinte er, „Ihr scheint hier noch etwas zu brauchen." Nun da Sara und Rip begannen zu streiten, hielt er es wohl für das Beste ihnen ihre Privatsphäre zu lassen. Auffällig schnell floh er aus dem Büro.

„Na toll", seufzte Rip, „Nun hast du es geschafft mit deiner uneinsichtigen Art sogar Mister Rory zu verscheuchen."

Sara blinzelte. „Wie bitte? Ich habe ihn verscheucht?!", wiederholte sie ungläubig, „Hörst du dich überhaupt reden?! Du bist es, der nicht klar sieht, mein Süßer, und das nicht zu knapp. Das Time Bureau hat uns unser Schiff weggenommen, Gideon zum alten Eisen gelegt, und die Waverider zu Ausbildungszwecken missbraucht, und hat nun vor dich als Geisel zu halten, um so Druck auf mich auszuüben, ganz zu schweigen davon, dass sie uns Amaya weggenommen haben!"

„Das Time Bureau hat nichts mit Amayas Entscheidung in die Vergangenheit zurückzukehren zu tun. Sie ist zu mir gekommen und hat mich um meine Meinung gebeten, und danach sind wir zusammen zum Bureau gegangen und haben sie dorthin zurückgebracht, wo sie hingehört", erklärte Rip hitzig, „Sie wollte in ihre eigene Zeit zurück!"

Sara konnte nicht fassen, was sie da hörte. „Das hast du mir nie erzählt", meinte sie dann vorwurfsvoll, „Wieso… nein, warte, vergiss es, ich will jetzt nicht auch noch darüber streiten."

Rip seufzte. „Ich bin keine Geisel, Sara", beharrte er.

„Doch, genau das bist du, und es ist tragisch, dass du das nicht sehen kannst", gab sie zurück.

Schweigen kehrte im Raum ein.

„Vielleicht ist es ja sogar das Beste so", meinte Rip dann, „Das hier funktioniert doch nicht mehr. Nicht so, wie es gerade läuft. Wir streiten nur noch. Du vertraust meinem Urteilsvermögen nicht und zweifelst an meiner Loyalität."

„Und du verbirgst Dinge vor mir und belügst mich", erinnerte ihn Sara.

Er stritt das nicht einmal ab, was alles umso schlimmer machte. Stattdessen meinte er: „Ein wenig Abstand könnte ganz gut für uns sein. Du kannst wieder der Captain der Waverider sein, und ich erfülle meine Aufgaben für das Time Bureau. Du lieferst deine Berichte bei mir ab, und ich sehe ab und zu vorbei um zu überprüfen, wie es läuft. Und bei meiner nächsten Hitze können wir über alles andere reden."

Das klang vernünftig und genau deswegen hasste Sara jedes einzelne Wort davon. „Und wenn wir uns nicht einigen, dann bittest du wohl Ava dir durch deine nächste Hitze zu helfen, oder wie?!", knurrte sie.

Rip starrte sie an. „Mach dich nicht lächerlich", meinte er dazu nur, „Mit dieser Reaktion beweist du nur, dass ich recht habe. Wir brauchen Abstand. Sag den anderen, dass ich mich bald melde." Mit diesen Worten verließ er ihr Büro.

Sara sah ihm einen Moment lang nach. Dann meinte sie nur: „Scheiße."


6 Monate zuvor


Mick führte Ray zu einer kleinen Wohnung in den Slums von Central City, oder zumindest der Gegend, die als Slums durchgingen.

„Das hier ist ein altes Versteck von mir uns Leonard", erklärte Mick, als er Axels Käfig auf dem Podest neben der Eingangstüre abstellte. Die kleine Wohnung bestand aus nicht mehr als drei Räumen, von denen einer eine winzige Toilette war, und auf den ersten Blick war klar, dass hier schon lange keiner mehr gewesen war. Leonard Snarts Geruch hing hier noch immer in der Luft.

„Hier hat wohl schon lange keiner mehr aufgeräumt", stellte Ray fest, als er sich im unordentlichen Wohnzimmer umsah. Leere Pizzakartons lagen am Tisch auf einem Haufen Magazinen, und daneben stand ein Laptop, der aussah als wäre er noch in den 1980ern gebaut worden. Staub zierte den Tisch, und das einzige Fenster, das von einer Rollladen abgedeckt wurde, hatte einen nicht zu übersehenden Sprung.

„Tu dir keinen Zwang an", meinte Mick, „Fühl dich hier nur wie zu Hause."

Das war leichter gesagt als getan. Ray entsorgte als erstes die Pizzakartons und machte sich dann auf die Suche nach einem Staubsauger, ohne Erfolg. Mick hatte auf dem mottenzerfressenen Sofa Platz genommen und sich eines der Magazine geschnappt und blätterte darin.

„Ich glaube, ich brauche eine neue Brille", murmelte er, „Oder ist diese Schrift hier verschwommen?" Er hielt Ray das Magazin unter die Nase, als dieser auf der Suche nach dem Staubsauger am Sofa vorbeikam. Ray warf einen Blick in das Magazin. Das Bild einer nackten Frau prangte über den Artikel, was Ray dazu veranlasst sich zu fragen, warum Mick überhaupt an dem Text auf dieser Seite interessiert war, doch er meinte nur: „Nein, alles klar lesbar. Wo ist der Staubsauger?"

Mick zuckte die Schultern. „Es gibt keinen, glaube ich", meinte er, „Ich habe zumindest noch nie einen hier gesehen." Na wunderbar. Es ist ja nur für eine Nacht, redete sich Ray ein und erforschte die Wohnung dann weiter. In den Kästen fand er eine Kochplatte sowie eine Packung Cornflakes, die man aber vermutlich nicht mehr essen konnte.

Dann ging er weiter ins Schlafzimmer. Darin befanden sich ein großes Bett, ein Nachtkasten auf dem eine Brille lag, und ein Kleiderschrank, der aber bis auf einem Mantel leer war. Ray schnappte sich die Brille und brachte sie Mick. „Hier, ich habe deine Brille gefunden", meinte er und reichte seinem Alpha die Lesehilfe.

„Oh, das war Leonards Lesebrille, nicht meine, aber zur Not tut die es auch", erwiderte Mick, setzte die falsche Brille dann aber auf seine Nase, „Ja, schon viel besser."

Ray konnte diese Meinung nicht teilen. Mit Brille sah Mick normalerweise ganz gut aus, aber mit Leonard Snarts Brille auf seiner Nase wirkte er einfach nur seltsam. Ray beschloss das Gefühl, das bei diesem Anblick in ihm aufstieg, zu ignorieren. „Ich bin müde", erklärte er, „Ich glaube, ich gehe ins Bett."

Diese Worte veranlassten Mick von seinem Magazin aufzublicken und die Brille wieder abzunehmen. Ein gewisses Funkeln war in seinen Augen zu erkennen, was darauf hinwies, dass ihm diese Idee sehr gut gefiel. „Ich komme gleich nach", meinte er.

Ray nickte und begab sich wieder ins Schlafzimmer. Das Bett roch nach Mick, aber auch nach Leonard. Und es ist ein Doppelbett… Hatten die beiden Partner hier oft zusammen geschlafen? Und hatten sie dabei nur geschlafen, oder war das hier ihr Liebesnest gewesen? Denn zu mehr war es wohl nicht zu gebrauchen. Der Geruch schien Ray einen Moment lang zu erdrücken. Ich kann hier nicht schlafen, wurde ihm klar. Im Moment wusste er nicht einmal, ob er hier überhaupt nur noch eine Minute länger bleiben konnte.

Was stimmt nur nicht mit mir? Ich war doch noch nie eifersüchtig. Ich meine, ich wusste immer, was Leonard Mick bedeutet hat, und damit hatte ich doch auch recht, da er sich für ihn und gegen uns entschieden hat, aber er hat eingesehen, dass das ein Fehler war. Und ich habe ihn verziehen, weil ich weiß, dass er uns nie weh tun wollte. Ich liebe ihn doch, und ich weiß, dass ich ihm wichtig bin. Was also ist mit mir los?

In diesem Moment schlossen sich starke Arme von Hinten um ihn, und er zuckte erschrocken zusammen. „Ich bin's nur", murmelte Mick in sein Ohr, „Was machst du denn?" Mick schnupperte an seinem Hals und begann diesen dann zu liebkosen. Ray versuchte das zu genießen, doch er Geruch, der ihn störte, lag immer noch schwer in der Luft.

Mick versuchte Ray mit sanfter Gewalt in Richtung Bett zu schieben, doch Ray blieb wie angewurzelt stehen, was dazu führte, dass Mick aufhörte seinen Hals und sein Gesicht zu küssen und fragte: „Stimmt was nicht, Schmalzlocke? Bist du wirklich so müde, dass du nur schlafen willst?"

Ray atmete tief ein und atmete damit auch Leonard Snart-Geruch ein. Das hier ist das Schlafzimmer von dem Mann, der gestorben ist damit ich leben kann. Und das hier ist sein ehemaliger Liebhaber, der mir gerade an die Wäsche will.

Er befreite sich entschieden aus Micks Umarmung. „Weißt du, Mick, mir ist gerade eingefallen, dass ich weiß, wo man um diese Zeit noch schnell einen Staubsauger herbekommt", verkündete er, „Geh du schon mal schlafen, ich geh ihn holen und komme dann zurück. Schlüssel gibt es für diese Wohnung sowieso keinen, und ich habe mir den Code gemerkt also…"

Mick musterte ihn verwirrt. „Schmalzlocke, es ist halb zehn am Abend, und wir haben einen langen Tag hinter uns", erinnerte er ihn.

„Ja, ich weiß, aber ich kann nicht schlafen, wenn ich weiß, dass es nebenan so aussieht. Tut mir leid. Ich bin zurück, bevor du merkst, dass ich weg war. Versprochen!", behauptete Ray und floh regelrecht aus dem Schlafzimmer.

Mick starrte ihm mit äußerst verwirrter Miene hinterher. „Nun, wenn du wirklich nicht anders kannst…", meinte er dann.

„Okay, klasse, ich bin gleich zurück. Bis dann!", rief Ray ihm über die Schulter zu und floh aus der Wohnung. Kaum als er die Türe hinter such zugemacht hatte, hielt er inne, atmete tief durch, und sammelte seine Gedanken.

Was mach ich hier nur?, fragte er sich, Was soll das alles werden? Er wünschte nur, er wüsste die Antwort darauf.


Ray Palmer wurde immer seltsamer. Eines der größten Hindernisse für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mick und der Schmalzlocke war immer schon dessen neurotischer Ordnungsfimmel gewesen, aber Mick hatte begonnen sich wirklich Mühe zu geben.

Er verstand zwar nicht, wie man sich über Krümel im Bett aufregen konnte, nachdem man gerade wunderbaren Morgensex gehabt hatte, aber er war nun mal kein Omega und schon gar kein Ray Palmer, also hatte er darauf geachtet keine Krümel mehr in Rays Bett zu hinterlassen. Oder sonst wo auf dem Schiff. Weil er wusste, dass Ray sich über diese Dinge aufregte, auch wenn es nicht verstand, warum er sich aufregte.

Aber mitten in der Nacht wenige Momente nach dem Beginn des Vorspiels zu türmen, weil es zu unordentlich in der Wohnung war? Das war neu. Und beunruhigend. War das ein Überbleibsel von Doomworld? Ist er wirklich erschrocken, als ich ihn angefasst habe? Hat er gerade an Thawne gedacht? Mick wüsste nicht, was genau an seinem Verstecke Erinnerungen an Eobard Thawne wecken sollte.

Auf jeden Fall blieb Ray länger als nur kurz weg. Von wegen sofort zurück. Irgendwann schlief Mick ein. Er träumte einen verwirrenden Traum, in dem er im Bett mit seinem Omega und seinem toten besten Freund lag. Etwas, das natürlich absurd war.

Mick hätte Ray niemals mit Leonard geteilt. Einmal vielleicht, zum Spaß, aber selbst das eher nicht. Und nach allem, was auf Doomworld passiert war, sowieso nicht. Ja, er hätte nichts gegen einen Vierer mit Amaya und Nate, oder vielleicht auch mit Sara und dem Engländer, aber das war etwas anderes. Alphas mit ihren eigenen Omegas würden nachher keine Ansprüche stellen. Leonard war ein gieriger Arsch gewesen, und er hatte Ray bereits einmal zutiefst verletzt, als er mit ihm geflirtet hatte, dann aber bereit gewesen war ihn sterben zu lassen nur um seinen eigenen Hals zu retten. Typisch Beta, eben. Betas hatten Omegas nicht verdient. Im Normalfall zumindest nicht.

Mick schüttelte den Traum ab und sah sich nach seinem Omega um. Ray war nicht im Schlafzimmer, sondern im Wohnzimmer und er wirkte nicht so als hätte er besonders viel geschlafen. Und offenbar hatte er tatsächlich aufgeräumt.

Alles war sauber und blitzte. Neben Axels Käfig stand eine Packung Futter, die Magazine lagen geordnet am Tisch, auf dem außerdem Frühstück vorbereitet worden war. Eine Kaffemaschine stand auf einem der niedrigeren Kästen und blubberte vor sich hin. Und frische Waffeln erwarteten Mick.

Der Anblick des Wohnzimmers versetzte Mick einen unerwarteten Stich und führte dazu, dass er seinen Omega am liebsten sofort bestiegen hätte oder zumindest umarmt und geküsst, denn das hier … war neu, aber es gefiel Mick.

Doch nach letzter Nacht näherte er sich Ray eher vorsichtig an. „Guten Morgen", begrüßte er den Omega, der gerade Obst auf den Küchentisch stellte.

Ray hob den Kopf und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. „Morgen, Mick." Er kam tatsächlich auf Mick zu und gab ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen, was Mick als gutes Zeichen deutete. Was auch immer gestern Abend los gewesen war, vielleicht war es schon wieder vorbei.

„Du hättest dir nicht so viel Mühe geben müssen", meinte Mick.

„Aber ich wollte es", erwiderte Ray und nahm seine Hand, „Komm lass uns frühstücken." Er zog den Alpha zum Tisch und deutete ihn sich auf einen der Stühle zu setzen.

Mick fand, dass er noch nie bessere Waffeln gegessen hatte. „Es ist kaum zu glauben, aber offenbar bekommst du hierher sogar Post", merkte Ray an, während er ihnen Kaffee einschenkte, „Ich habe ein paar neue Ausgaben von diesem seltsamen Playboy für Arme im Postkasten gefunden. Ich hätte dich nicht für jemanden gehalten, der so was abonniert."

Mick zuckte die Schultern. „Es ist besser als der Playboy, aber ich finde selten was drinnen, was mich interessiert", erklärte er, „Nackte Omegas kombiniert mit echtem Journalismus, eine seltsame Mischung, ich weiß, aber Leonard stand drauf. Es war sein Abo. … Ich sollte das wohl besser kündigen, jetzt da…"

Er unterbrach sich und wandte sich Ray zu. „Was hast du für heute Vormittag eingeplant? Nachdem wir uns erst am Nachmittag im Hauptquartier treffen, könnten wir doch…"

„Oh, nein, sorry, ich habe Amaya versprochen, dass ich heute mit ihr einkaufen gehe, weil Nate ja bald Geburtstag hat, und ich sie wegen eines Geschenks beraten wollte", erklärte Ray schnell, „Aber du kannst ja mit uns mitkommen."

Mick starrte ihn an. Warum nur hörte sich das so sehr nach einer Ausrede an? Offenbar hatte er sich geirrt. Was auch immer gestern Abend geschehen war, es war noch nicht vorbei.

„Nein, geht ihr beide nur", brummte er, „Ich kann mir ja inzwischen eine neue Brille besorgen."

Ray nickte und protestierte nicht. Verdammt. Und ich dachte es läuft gut.

Wenn er nur sensibel genug wäre um zu wissen, was in seinem Omega vorging. Ja, wenn nur… Verdammt.


A/N: Ja, Beziehungsdrama an allen Fronten zu allen Zeiten. Nächstes Kapitel springt die Gegenwartshandlung nach Folge 3.2.

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