Kapitel III

Die nächsten zwei Jahre vergingen wie im Flug, obwohl Chewie Recht gehabt hatte, als er sagte, dass die Tage lang sein würden. Die beiden fielen bald in die Gewohnheit, sich jeden Abend zu treffen, nur um zu reden. Es beruhigte Chewie, dass Han den Tag überlebt hatte, und es gab ihm die Möglichkeit, etwas persönlichen Kontakt zu haben, was ihm wirklich fehlte, weil er den ganzen Tag lang von Droiden umgeben war. Und für Han war es das Mindeste, was er tun konnte – er wusste, wie besorgt er Wookiee seinetwegen war, wenn er draußen auf dem Schlachtfeld in einem ungeschützten TIE-Jäger saß. Und, das musste er zugeben, Chewie gab eine gute Gesellschaft ab. Er schien Han viel besser zu verstehen als es die meisten Crewmitglieder taten.

Eines Abends, nachdem Han von einem ihrer Treffen zurückgekehrt war und sich gerade bettfertig machte, erhaschte er einen Blick auf etwas in der Ferne im All. Er ging zum Fenster, um einen genaueren Blick darauf werden zu können, und verliebte sich.

Es war ein leichter YT-1300-Frachter und in Hans Augen war er wunderschön. Er zog sich wieder an und raste zur Aussichtsstation. Er musste den Namen des Frachters herausbekommen.

Eines Tages, versprach er sich selbst, als er durch die Korridore der Executor rannte und dabei alle Abkürzungen nahm, die er kannte, wird er mir gehören. Er grinste wie benebelt. Ich kann es gar nicht erwarten!

„Dieses Schiff", keuchte er, als er zum Schreibtisch eines Bekannten kam, der als Ausguck arbeitete. „Der Corellianische YT-1300-Frachter, der vor ungefähr fünf Minuten vorbeigekommen ist. Wie lautet sein Name?"

Der Mann durchsuchte eine Liste der Schiffe, die kürzlich an dem Sternzerstörer vorbeigekommen waren, wobei er halblaut Namen vor sich hin murmelte, bis er zum richtigen kam. „Millennium Falke", sagte er schließlich. „Im Besitz von Tomas Yrey."

„Danke", sagte Han und versuchte schon, sich etwas einfallen zu lassen, um Vaders Erlaubnis zu bekommen, ein eigenes Schiff an Bord haben zu dürfen.


„... und die Durastahlplatten am Rumpf..." Han war in seinem Element, als er Cap am nächsten Tag den Falken beschrieb.

Er bemerkte die verstohlenen Halt-die-Klappe-Blicke nicht, die der Captain ihm zuwarf, und sprang beinahe einen halben Meter in die Luft, als eine Bassstimme hinter ihm grollte: „Worüber reden Sie, Solo?"

„Ah...", Han schluckte. Zwei Jahre unter Vader hatten nichts gebracht, um die Einschüchterung zu mindern, die Han immer in der Gegenwart des Sith spürte. Der große, schwarz gekleidete Mann konnte genauso freundlich sein wie alle anderen Leute auch – und war es oft auch, wenn man einmal von seiner Neigung absah, extrem sarkastisch und arrogant zu sein –, aber das beruhigte Hans Nerven nicht im Mindesten.

Also, Solo?"

„Ich hab ein Schiff gesehen", murmelte Han und sah zu Boden.

„Was für ein Schiff?", wollte Vader wissen – er fragte nicht einfach nur, wie Han merkte, sondern er wollte es wissen, als wäre er tatsächlich an der Antwort interessiert.

„Einen YT-1300-Frachter."

„Die haben einen guten Hyperantrieb", bemerkte Vader mit so freundlicher Stimme, wie der Stimmverstärker eben erzeugen konnte.

Han war leicht schockiert, wenn auch nicht genug, um seine Nervosität nicht zu vergessen und von seiner neuen Leidenschaft zu schwärmen. „Modifizierte CEC, Klasse 0,5", sagte er und griff Vaders Antwort auf. „Normalerweise mit einem Klasse 10 Backup. Und bei diesem Schiff habe ich zwei AG-2G Vierlingslaserkanonen gesehen und Arakyd Vibroraketenwerfer..."

„Gut für einen Nahkampf", Vader nickte einmal. „Wie lautet der Name?"

Han widerstand dem Drang, dramatisch zu seufzen. Wenn Vader es nicht mochte, um den heißen Brei herumzureden, dann mochte er höchstwahrscheinlich auch keine Dramatiker.

„Der Millennium Falke, Sir."

Vader senkte nachdenklich den Kopf, dann verschwand er in dem Korridor, der zu seinen Privatquartieren führte. Han starrte ihm hinterher und fragte sich, was das alles sollte. Dann zuckte er mit den Schultern und wandte sich wieder seinen Kameraden zu, wobei er entschied, dass es wohl das beste wäre, es zu vergessen.


„Er ist wunderschön, Chewie", sagte Han später am Abend gefühlvoll. „Er hat diese weiche, schnelle Art, sich zu bewegen, da weißt du einfach, dass er ein Traum sein muss, verstehst du?"

Nein, erwiderte Chewie. Ich verstehe das nicht. Ich bin nicht viel geflogen. Zumindest nicht viel mit etwas anderem als diesem Sternenzerstörer.

Han war entsetzt. „Also, das müssen wir ändern! Du kannst doch nicht leben, ohne zu versuchen, jeden Planeten in der Galaxis zu sehen!"

Ich glaube nicht, dass es möglich ist, sie alle zu sehen.

„Also ich werde es mit Sicherheit versuchen! Willst du nicht auf Entdeckungsreise gehen, Chewie?"

Ich denke, es wäre interessant... es ist nur nicht so, dass ich mir das jemals für mich vorgestellt hätte.

„Wenn du vorhast, bei mir zu bleiben, dann gewöhnst du dich besser an den Gedanken", verkündete Han.

Chewie sah ihn schief an. Hast du nicht einen Job zu erledigen?

„Sicher, aber... sie werden uns schon frei geben."

Mit sie meinst du Vader, vergiss das nicht.

„Oh jaah... aber hey, sogar der Mann in Schwarz muss doch ein- oder zweimal Ferien haben, oder?"

Darauf würde ich mich nicht verlassen.


Vader versuchte, Gremm abzuwägen und einzuschätzen, was er tun würde. Der Spion war der beste Spieler in Vaders umfassendem Netzwerk, aber er war auch bekannt dafür, eine große Klappe zu haben. Mehr als eine Mission hatte wegen Gremms ungezügeltem Geschwätz abgebrochen werden müssen.

Jetzt, Auge in Auge mit dem beeindruckenden Sith Lord, schwieg er.

Vader betrachtete ihn noch einen Moment, dann sagte er: „Sie werden ein Schiff für mich abholen."

Gremm sah ihn vorsichtig an. „Ich? Ich bin wohl kaum ein Pilot, Mylord."

„Aber Sie sind ein Spieler", entgegnete Vader. „Genau wie der Besitzer des Schiffs. Sein Name ist Yrey und das Schiff ist der Millennium Falke. Sie werden Yrey finden, gegen ihn spielen und ihn dazu zwingen, sein Schiff zu verwetten. Wenn Sie gewonnen haben, werden Sie das Schiff hierher bringen, zu mir."

Jetzt war Gremm interessiert.

„Natürlich, Mylord." Er hielt inne. „Ist das nicht das Schiff, über das der junge Solo die ganze Zeit redet?"

Vader seufzte innerlich, aber er fühlte sich großzügig. „Ja", antwortete er knapp.

„Also... wollen Sie es für ihn?"

Vader biss hinter der Maske die Zähne zusammen. Offenbar nützte Großzügigkeit sich schnell ab. „Ja."

„Wenn ich so dreist sein darf, Mylord..."

Dafür ist es jetzt ein bisschen spät, dachte Vader gereizt.

„... warum?"

Vader dachte schweigend darüber nach und kam zu dem Schluss, dass der Schaden schon angerichtet war.

„Er erinnert mich an jemanden, den ich einmal gekannt habe."

Gremm sah ihn unverwandt an, er war wahnsinnig neugierig. „An wen?"

„Sein Name war Anakin Skywalker."

„Was ist mit ihm geschehen?"

„Ich habe ihn getötet."