Wortanzahl: 1048 Wörter
Kapitel 3
Schon bevor Sam die Tür zur Cafeteria öffnete, hörte sie die anderen Schüler.
Das Geschnatter ihrer Mitschüler hörte sich an wie in einem Bienenstock und nach der Lautstärke, schien der Saal brechend voll zu sein.
Als sie die Tür aufstieß, bewahrheitete sich leider ihre Vermutung.
Ein Seufzen unterdrückend, wegen der vielen neugierigen Blicken, strebte sie gleich die Schlange an der Essensausgabe an.
Schon hörte sie ihren Namen aus der Schlange vor ihr.
Sie blickte in die Richtung des Rufes und entdeckte Mike und ein ihr unbekanntes Mädchen an seiner Seite.
Als Zeichen, dass sie ihn gesehen hatte, nickte Sam nur kurz, blieb aber an ihrer Stelle stehen.
Der Geräuschpegel war einfach nur wahnsinnig laut.
Gott, haben die noch nie etwas von Ruhe gehört?
Innerlich den Kopf schüttelnd, rückte sie nach vorne ohne hinzusehen und stieß prompt jemanden an.
Aus ihren Gedanken gerissen, wollte sie sich gerade schnell entschuldigen, doch dann …
Dann blickte sie in die schönsten braunen Augen… nein, nicht braun … geschmolzenes Karamell passte viel besser, die sie je gesehen hatte.
Doch ihr Gegenüber, dem die wunderschönen Augen gehörten, schien diesen Zusammenstoß nicht so gut überwinden zu können.
"Äh … ttut mir leid … iich war in Gedanken."
Die kleine Brünette schaute sie immer noch panisch an.
Dann wandte sie sich abrupt um.
"Ich habe doch keinen Hunger." nuschelte sie und war dann aus ihrem Blickfeld verschwunden.
Verständnislos sah Sam der kleinen Brünetten hinterher, die in so einem schnellen Tempo aus der Cafeteria verschwand, dass man es schon fast eine Flucht nennen konnte.
Immer noch verwirrt, holte sich Sam ihr Essen und trat auf Mike zu, der schon auf die wartete.
"So, jetzt werde ich dich mit den anderen bekannt machen. Die sind schon alle sehr gespannt auf dich!" sagte er und lächelte sie dabei breit an.
Dann ging er voraus, zu einem Tisch an der Wand, wo schon die hälfte der Stühle besetzt waren.
"Das kann ich mir denken …" nuschelte Sam und folgte Mike zum Tisch.
Leich lächelnd und innerlich die Augen rollend wegen der musternden Blicke, erwiderte sie die Begrüßung mit einem "Hallo."
Mit einem dankbaren Nicken in Mikes Richtung setzte sie sich auf den Stuhl neben ihm, den er für sie hervorgezogen hatte.
Sobald sie saß, streckte das Mädchen, dass sie schon vorher mit Mike gesehen hatte, die Hand aus.
"Hi! Mein Name ist Jessica!"
Die Hand kurz schüttelnd, erwiderte Sam nur.
"Sam … aber ich denke, dass weiß ja schon jeder hier."
Leise lachend, nickte der Junge ihr gegenüber.
"Ja das stimmt. Du bist wie ein neues Spielzeug für die Schülerschaft der Colorado-High! Nebenbei. Hi, ich bin Eric. Hast du Lust auf ein Date?"
Ohne mit der Wimper zu zucken, wegen seiner Dreistigkeit, entgegnete Sam.
"Ich bin nicht die neue Barbie und nein, aber ich bin erfreut dich kennen zu lernen."
Lachend, schlug ein schwarzer Junge dem leicht enttäuschten Eric auf die Schulter und konnte sich einen etwas hämischen Kommentar nicht verkneifen.
"War wohl nix, Casanova. Ich bin sicher Samantha steht eher auf Männer, anstatt auf Milchbubies. Nicht wahr?" wandte er sich dann mit einem flirtenden Lächeln ihr zu.
Lachend stimmte sie ihm zu.
Sam konnte jedoch einen Seitenhieb nicht vermeiden.
"Du hast recht, nur leider sehe ich hier keinen echten Mann. Und nebenbei … es heißt Sam."
Damit tat sie so, als würde sie sich nach etwas passendem umsehen.
Es brauchte ja niemand zu wissen, dass sie im Moment eher nach einem bestimmten braunen Augenpaar suchte.
Vielleicht … vielleicht ist der Besitzer dieser Augen ja wiedergekommen.
Diesmal war es an Mike und Eric zu lachen, als der Vorstadtcasanova leicht schmollte, während die beiden Mädchen nur mit den Augen rollten.
Das ihr unbekannte Mädchen wandte sich ihr nun mit einem Lächeln zu.
"Keine Sorge. Die Jungs sind nicht immer so aufgedreht. Nebenbei … ich heiße Angela und der Junge von eben ist Tyler."
Leicht zurücklächelnd, nickte Sam und wandte sich nun endlich ihrem Essen zu.
Jedoch wurde sie immer wieder unterbrochen, durch die Fragen ihrer Tischnachbarn.
Erst durch das Vorbeigehen von 5 ihr unbekannten Schülern (nun ja, eigentlich waren das fast alle hier für sie).
Diese schienen jedoch eine seltsame Wirkung auf ihre Umgebung zu haben, denn jedes Gespräch stoppte zwar nicht, aber wurde ruhiger, durch ihre Präsenz.
Diesmal war es an Sam, eine Frage zu stellen.
"Wer ist das denn ? So was wie eure Homecoming Queens und Kings ?"
Jessica lächelte sie nachsichtig an.
"Ja … so in etwa. Das sind die Cullens."
Mehr musste wohl dazu nicht gesagt werden.
Dachten zumindest die anderen.
"Also … und wer sind nun die Cullens?" fragte Sam nun wirklich interessiert, denn sie hatte das karamellfarbende Augenpaar wiedergefunden.
"Also, die Blonde ist Rosalie und der, mit dem sie Händchen hält, ist Emmett. Dann ist da noch die kleine Aufgedrehte. Das ist Alice und der, mit dem verkniffenen Gesichtsausdruck, ist Jasper. Sie sind alle zusammen … also sie gehen miteinander aus und so, du verstehst?"
"Das sind die Adoptivkinder von Dr. und Ms. Cullen. Er ist sozusagen , ein Pflege/Kuppelvater. Ob das überhaupt erlaubt ist?" meinte Jessica nun.
"Naja … sie sind ja nicht wirklich miteinander verwand." wandte Angela ein.
"Und die kleine Brünette ?"
Sam versuchte, so desinteressiert wie möglich zu klingen.
Nun meldete sich Mike zu Wort.
"Das ist Janet …"
Tyler beugte sich zu Sam.
"Sie ist die Einzige ohne Anhängsel. Für sie ist hier niemand gut genug."
"Ah …" kommentierte Sam die Ausführung und konnte den Blick nicht von Janet fernhalten.
Sie hatte etwas an sich.
Sam konnte es nicht beschreiben.
Sie war … ja anders konnte sie es nicht nennen … faszinierend und doch …
Tyler riss Sam aus ihren Gedanken.
"Hey Barbie! Bist du noch anwesend?"
Sam knuffte ihn in den Oberarm und grinste ihn dabei an.
"Klappe, Tyler!"
Die anderen fingen an zu lachen und Sam warf noch ein Mal einen Blick auf Janet.
Als wenn diese es gespürt hätte, blickte sie genau in diesem Moment auf.
Ihre Blicke trafen sich und Sam schaute verlegen weg.
Eine leichte Röte zog sich über ihr Gesicht.
Plötzlich kam Bewegung in den großen Saal.
Sam sah sich verwirrt um.
"Was nun?"
"Wir haben gleich wieder Unterricht. Du hast jetzt mit mir zusammen Bio." antwortete Mike, auf ihre bekloppte Frage, ganz gelassen.
"Oh … klar doch!"
Ende Kapitel 3
