Verbeug

Meine lieben Reviewer! Dank, dank, immer wieder nur DANK!

Ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, wie schön (und aufbauend) es ist, mal so rein „zufällig" nach seinem Chappi zu gucken, das noch nicht einmal 24 h online ist und schon Reviews hat!

Es ist ein unglaubliches Gefühl. Es gibt Menschen, denen gefällt, was man schreibt. Eine GANZ neue Erfahrung... ich habe mal Freunden was von mir zu lesen gegeben und sie fanden's grauenhaft. Einer hat sogar erst mal den Rotstift gezückt und sich dran gesetzt, vermeintliche Kommafehler zu berichtigen, die aber letzen Endes gar keine waren...

Solche Erlebnisse schaffen nicht gerade Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten...

Ihr habt mir, schon jetzt, sehr viel gegeben!

Vielen, vielen, vielen Dank!

Und weil ich sooo dankbar bin, folgt jetzt das nächste Chappi.

P. S. : Dese Woche gibt's das Chappi schon in bissl eher. Hab am eine wichtigen Termin und deshalb keine Zeit zu schreiben. Macht euch doch nüscht aus, oder?

So, und nu geht's weiter:


3. Kapitel: „Zufälle"

Harry war für einen Moment zu verblüfft um überhaupt zu reagieren.

Also Potter, was willst du?

Wer war der Mensch vor ihm und was hatte er mit dem Draco Malfoy gemacht, den er ernsthaft hatte mögen können?

Sie war weg! Die ganze Vertrautheit, die sich so zaghaft zwischen ihnen aufgebaut hatte, war mit einem verfluchten Satz einfach so WEG.

Gut, räumte Harry innerlich ein nachdem die ersten Auswüchse des Schreckens leicht abgeflaut waren, bevor er nach Frankreich ‚evakuiert' worden war, war ihr Verhältnis auch eher verklemmt, als besonders herzlich gewesen und auch die ein oder andere Stichelei hatte ihre Renaissance erlebt, aber so frostig, so eiskalt hatte er Draco schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt.

„Potter! Starr mich nicht an wie ein Eichhörnchen, wenn's blitzt. Ich hab schließlich nicht den ganzen Tag Zeit."

Harry bewegte die Lippen wie ein Fisch, der auf dem Trockenen lag, aber kein Ton wollte ihnen entweichen. Er hörte nicht, was Draco zu ihm sagte, reagierte nicht einmal auf die für die Umstände gekonnte Beleidigung, die ihm an den Kopf geknallt worden war, er sah nur diese leblosen Augen, die ihn festnagelten und ihm jede Wärme aus dem Körper zu ziehen schienen.

Fast schon wie Dementoren... dachte Harry geistesabwesend und neigte seinen Kopf zur Seite.

Draco war es indessen leid. Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass Harry so leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen war. Er hatte den Eindruck, dass der Junge vor ihm gar nicht ihn, sondern einen Punkt irgendwo neben seiner rechten Schläfe ansah.

Was soll das? Was bezweckte er damit? Sollte er, Draco Malfoy ein schlechtes Gewissen bekommen, sich am Ende noch Vorwürfe machen? Wieso denn? Nein, er war nicht der, der den Fehler begangen hat. Er war lediglich derjenige, der das einzig Vernünftige tat. Er hatte seine ‚Phase' überwunden und verklickerte Harry das so unkompliziert wie möglich. Punkt.

„War dann noch was, Potter?" fragte Draco abschließend so gelangweilt wie möglich und wandte sich ohne Weiteres von dem sprachlosen Harry ab, der es ums Verrecken nicht fertig gebracht hatte, auch nur ein Wort über seine Lippen zu pressen.

Draco ließ ihn stehen. Einfach so. Wie du mir, so ich dir, schmollte er grimmig und machte sich auf den Weg zu Blaise, der im zweiten Stock in einer kleinen Nische auf ihn warten sollte.

Ist er etwa zu hart gewesen? Hätte es auch einen anderen Weg gegeben?

Nein! Er musste Potter von sich fernhalten, sonst hätte er nie wieder Ruhe vor ihm. Freundschaft... mit Potter... das wäre ja wohl das Letzte! Am Ende würde er ihm noch hinterherlaufen wie dieses Wiesel und den Sand unter seinen ach so heiligen Schuhen mit Freuden auflecken. Nein! Nicht mit ihm, Potter blieb „Potter, der Junge, der dummerweise immer noch lebte, verdammt"!

Ohne es zu merken, war er im zweiten Stock angekommen und wurde nur von zwei starken blassen Armen aus seinen Gedanken gerissen und gegen kalten Mauerstein gepresst, die seine hitzigen Überlegungen schockfrosteten.

„Das ging ja schneller als ich dachte..." hauchte ihm ein eindeutig erregter Blaise an den Nacken.

„Tja, Potter wird eben nie mit meiner Eloquenz mithalten können," grinste Draco und neigte den Kopf, um Blaise seinen eleganten Hals zu präsentieren. Er wusste, dass Blaise ihm kaum noch widerstehen konnte, wenn er das tat.

Blaise schmiegte sich enger an Dracos Körper und konnte die Wärme spüren, die von ihm ausging. Unbewusst leckte er sich über die Lippen und schloss die Augen.

„Du wist dich doch nicht etwa seinetwegen unnötig... erhitzt haben?" fragte Blaise mit Unschuldsmiene, doch die Doppeldeutigkeit in dieser Frage sprang Draco förmlich an. Ebenso wie Blaise, schmunzelte Draco innerlich und drängte Blaise sein Becken so entgegen, dass es diesen einfach wahnsinnig machen musste.

„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du bist eifersüchtig," mutmaßte Draco scherzhaft.

„Wegen Potter? Träum weiter. Der Milchbubi hat doch eh keine Chance gegen mich," entgegnete Blaise und verbiss sich mit diesen Worten in der weichen Haut zwischen Dracos Haaransatz und seinem blütenweißen Hemdkragen.

Genießerisch warf Draco den Kopf zurück, stöhnte ergeben in Blaises volles schwarzes Haar und verzichtete großzügig auf den Kommentar, der ihm gerade auf der Zuge lag...

X II X II X

Als Harry wieder zu sich kam, war Draco schon lange mit wehendem Umhang auf dem Weg in den zweiten Stock. Eigenartigerweise schwirrte nur eine einzige Frage in Harrys Gedanken umher.

Woher kannte Draco Eichhörnchen?

Er hatte noch nie welche in Hogwarts gesehen. Erst recht nicht bei Gewitter. Was also sollte dieser Spruch?

Harry blinzelte und realisierte, dass geheimnisvoller Weise keine Spur mehr von Draco zu sehen war. Er wollte doch mit ihm reden und Draco hatte zugestimmt. Oder so ähnlich. Wie sollte er Dracos Verhalten deuten? War er nun bereit, mit ihm zu reden oder nicht? Harry kam plötzlich ein ganz anderer Gedanke.

Ob Draco ihm irgendwann in den vergangenen vier Monaten verziehen hatte, dass er ihn so schroff in seinen Emotionen ihm gegenüber gebremst hatte, ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, sich in irgendeiner Form dazu zu äußern?

Im Nachhinein war Harry klar, wie blöd er ‚die Sache' geregelt hatte, aber wie sonst hätte er verhindern können, dass Draco sich bloßstellt, ihm möglicherweise noch mitteilt, was er für ihn empfindet und er zusätzlich die Schmach verkraften muss, abgewiesen zu werden? So war Draco wenigstens Schritt Nr. 1 erspart geblieben.

Harry stöhnte laut auf. Da hatte er doch tatsächlich den wichtigsten Punkt übersehen.

Es handelte sich um Draco Malfoy.

Er würde es nie verstehen. Nicht ohne Weiteres. Dieses ‚Reinblut – Ding' in Kombination mit dem ‚Malfoy – Stolz – Faktor' hinderte ihn sicher überzeugend daran. Und genau deshalb musste Harry ihn jetzt finden und ihm erklären, warum er so gehandelt hatte.

Genau. Die Entscheidung war gefällt und knapp zwei Sekunden später hatte Harry die Karte des Rumtreibers gezückt, sein Sprüchlein gemurmelt und Draco irgendwo im zweiten Stock erspäht. Er setzte sich in Bewegung und gerade, als er schon die große Treppe heraufsprang runzelte er noch einmal die Stirn.

Wie gucken Eichhörnchen überhaupt, wenn es blitzt?

X II X II X

Schon mit dem Erklimmen der letzten Treppenstufen hatte sich Harry alles zurechtgelegt. Er konnte nicht riskieren noch einmal vor Draco zu stehen und kein einziges Wort herauszubringen. Er würde wohlmöglich denken, dass ihm, Harry, nun endgültig die letzten Sicherungen durchgebrannt waren und sich gänzlich von ihm abwenden, bevor er den letzten Versuch in Angriff nehmen könnte, die vor vier Monaten zart aufgekeimte Freundschaft doch noch zum Blühen zu bringen.

Eine Sache, die dringend verhindert werden musste, denn schließlich lag ihm trotz allem viel an Draco und seiner Gesellschaft. Man konnte sich einfach unvermutet gut mit ihm unterhalten, wenn man erst einmal zu ihm durchgedrungen war. Wenn man es genau betrachtete, war Draco sogar hochgradig witzig, solange man nicht selbst das Opfer seiner schonungslosen Spötteleien war.

Harry schmunzelte in Erinnerung an einen Nachmittag am See, an dem Malfoy Ron erst mit einer Karotte verglichen hatte, die unkontrolliert aus dem Boden sprießt und sich dann in eine überreife Tomate in italienischer Hitze verwandelt, die bei der kleinsten Berührung in ihre Einzelteile zersprengt und ein nichts als ein ketschupbeschmiertes ‚Schlachtfeld' hinterließ.

Obwohl es im Nachhinein nicht mehr so witzig war, und obwohl Harrys bester Freund wieder einmal herhalten musste, hatte Harry an diesem Nachmittag Tränen gelacht. Noch Tage später erinnerte ihn ein schrecklicher Muskelkater an seinen ausgeprägten Lachkrampf.

Diese Seite an Draco mochte Harry. Das Wichtigste war allerdings, dass er sich in Dracos Nähe auf eine komische Art und Weise behaglich fühlte. Es war fast wie ... nach Hause kommen. Vor dem ‚Zwischenfall' wäre Harry sogar so weit gegangen zu sagen, er vertraue Draco 100 ig.

Eigenartig, ging es Harry durch den Kopf. Ich räume jemandem fast 100 iges Vertrauen ein, dessen Freundschaft ich selbst noch vor einigen Jahren entschlossen abgelehnt habe. Aber Menschen können sich doch ändern, oder? Hatte Draco sich verändert?

Wie auch immer, erst einmal musste er ihn finden und dieses schreckliche Missverständnis aus der Welt schaffen.

Geistesabwesend tapste er durch die Gänge den Hinweisen der Karte folgend. Im Grunde müsste Draco irgendwo hinter diesem Vorsprung sein.

Er ließ die Karte sinken und sagte sein Sprüchlein auf, um sie zu löschen. Oder besser er wollte sein Sprüchlein aufsagen, denn nachdem er der Szene gewahr wurde, die sich nur wenige Meter von ihm entfernt abspielte, versteifte sich sein Körper, weshalb ihm die Karte aus den Händen glitt und lautlos zum Boden segelte. Mehr als das Wort ‚Unheil' sollte ihm innerhalb der nächsten Stunde nicht über die Lippen kommen, soviel war klar.

Als das raue Pergament schließlich auf seinen Füßen zum Erliegen kam, bückte sich Harry eher automatisch und aus plötzlicher Scham heraus danach, als aus dem Grund, sie jetzt wirklich unbedingt aufheben zu müssen.

Harry wollte gar nicht hinsehen, wirklich nicht. Immerhin gab es ja immer noch so etwas wie Privatsphäre. Auch für Draco Malfoy.

Und doch kam es ihm vor, als stürbe er tausend Tode, weil er sich vier Sekunden von der Szenerie losgerissen hatte, um nach dem Pergament zu greifen und es hastig in seinem Umhang zu verstauen. Er musste es sehen. Er musste einfach. Zu gebannt war er von ...

Ja wovon eigentlich?

Sie standen keine fünf Meter von ihm entfernt engumschlungen in einer kleinen Nische. Blaise presste sich fest an Draco, küsste immer wieder seinen geschwollenen, kirschroten Mund und hatte seine Hände unter seiner Robe vergraben.

Von Draco selbst konnte Harry gar nicht viel sehen. Außer seinen schlanken, blassen Fingern, die sich durch Blaises Haar wühlten, war er fast vollkommen von ihm verdeckt. Ab und an entfloh ihm ein unterdrücktes Stöhnen, das jeden Zweifel an der Identität des Slytherin im Keim erstickte.

Aufmerksam beobachtete Harry, wie auf einmal Bewegung in die Sache kam. Dracos Hände glitten tiefer bis zu Blaises Hüfte. Dort angekommen packten sie fest zu und befreiten den dazugehörigen Körper durch eine geschickte Drehung.

Nun war es Blaise, der sich an die Wand gepresst wiederfand. Er schien kein bisschen überrascht und Harry verstand.

Draco konnte nicht ewig in der passiven Rolle bleiben. Es war so untypisch für einen Malfoy, die Dinge einfach so geschehen zu lassen.

So kam es, dass Draco in Windeseile die Führung übernahm und nun Blaise bearbeitete.

Zunächst fing Draco seine Lippen mit einem Kuss, der ihn ausgezeichnet davon ablenkte, dass sich der Blonde an seiner Krawatte zu schaffen machte. Nachdem sie achtlos zu Boden gefallen war, widmete sich Draco dem nackten Hals vor ihm. Federleichte Küsse und eine schnelle, spitze Zunge brachten Blaise fast um den Verstand. Harry sah, wie er verzweifelt um Fassung rang, doch es kam ihm so vor, als sei dieses Unterfangen komplett sinnlos, was er an Blaises keuchendem Atem festmachte.

Draco war inzwischen dazu übergegangen, Blaises Hemd zu öffnen und strich mit den Fingerspitzen über die erhitzte Haut.

Der Slytherin krallte sich in den unnachgiebigen harten Stein hinter sich, aber auch der wollte ihm nicht die ersehnte Linderung bringen.

Er schlug die Augen auf.

Noch nie hatte Harry einen solchen Augenaufschlag gesehen.

Es ging weniger um die Form und die Farbe der Augen. Schließlich gab es an Hogwarts nur wenige Schüler die nicht irgendeinen Braunton als Augenfarbe hatten, aber der Ausdruck, der genau in diesem Moment in Blaises lustverhangenen Augen schimmerte, war unglaublich einmalig für Harry. Mit einer schier unübertrefflichen Intensität heftete sich dieser Blick an Draco und sprach das aus, was Blaise fühlte, ohne auch nur ein Wort zu sagen.

Er liebte Draco.

Aufrichtig.

Irgendwie schmerzte Harry diese Erkenntnis und auch wenn er sich alle Mühe gab, sich für Draco zu freuen, war ihm doch nicht wohl dabei. Er fühlte sich erbärmlich.

Nicht, dass dies hier nicht der heißeste Ausblick gewesen wäre, den Harry je zu Gesicht bekommen hatte, aber tief in seinem Inneren gab es etwas, das Harry ganz massiv störte. Wenn er nur wüsste, was das war...

Seine Gedanken wurden jäh von einem erstickten Schrei unterbrochen. Draco hatte sich über Blaises Schlüsselbein zu seiner Brust vorgearbeitet und seine Zähne sanft auf seine harten Nippel gesenkt.

Oh süße Qualen ... ,sinnierte Harry vor sich hin, verfluchte sich selbst aber sofort für den Gedanken, als er bemerkte, wie der ‚Gequälte' den Kopf in den Nacken legte und das Gesicht in gespieltem Schmerz verzog...

Er musste das Gleiche, oder zu mindest etwas Ähnliches gedacht haben, überlegte Harry. Derart in Gedanken versunken, bemerkte er nicht sofort, dass er ebenso genau gemustert wurde, wie er selbst es getan hatte. Die Erkenntnis ließ jedoch nicht lange auf sich warten und kam schlagartig mit voller Wucht, als er noch einmal Blaises innigen Blick betrachten wollte.

Aber was war das?

Blaise starrte ihm direkt in seine grünen, vom Schreck erwischt worden zu sein geweiteten Augen und grinste ihn an.

Blaise grinste ihn an!

Es war kein freundschaftliches ‚Wir sehen uns später, Potter – Grinsen'. Nein, was hier auf seinen Lippen ruhte, war grausiger Hohn...

Als wollte er sagen, du hättest hier an meiner Stelle stehen können, aber du hast es versaut... Pech gehabt Potter!

Für Harry war dies das unausgesprochene, aber unmissverständliche Zeichen zu gehen. Er wandte sich ab und verschwand so leise wie möglich vom Ort des Geschehens in den Gryffindorgemeinschaftsraum.

X II X II X


Na? Wie gefällt's? Ich hab immerhin wertvolle Stunden meines Schlafes dafür geopfert... schnief.. reviewen zum trösten?