Vielen Dank für dein Review, Marylein! Ich habe deine Verbesserungsvorschläge gleich übernommen - vielen Dank. Ja sie liebt ihn wirklich, unseren Severus, aber sie muss ihn noch ein bisschen weich kochen. ;-)

Liebe Grüße Gaby

4 Die 4. Lektion oder rette ihn aus seinem Turm.

Er sah auf sie. Wider seiner Natur war er ihrem Ruf gefolgt. Der Wind zerrte an seinem Haar und der Mond stand hoch am Himmel. Einzig der Ruf einer Eule durchbrach die Stille. Sie hatte ihn auf seinen Turm gelockt. Niemand außer ihr und ihm befand sich hier. Sie stand an der Brüstung und blickte hinaus in die Nacht.

„Ich mag den Mond. Er hat so etwas Geheimnisvolles, Verträumtes." Sagte sie ohne ihn dabei anzublicken. Sie hatte mit ihm fest gerechnet. Auf die Idee, dass er nicht kommen würde, war sie scheinbar nicht gekommen. War er für sie schon so durchschaubar? Unwillig legte er die Stirn in Falten. Sie war ihm überlegen und immer einen Schritt voraus. Stur stand er da, er wollte sich ihr nicht nähern, aber auch nicht gehen. So blieb er wo er war. Hermione drehte sich halb zu ihm um.

„Komm zu mir!" forderte sie ihn auf und winkte ihn zu sich. Er sollte nicht, aber ehe er sich versah stand er an ihrer Seite. Tief holte sie Luft und sah ihn an.

„Warum nur wehrst du dich so gegen das Unvermeidliche?" Eine Weile blickte er stirnrunzelnd auf sie herab, dann richtete er den Blick in die Ferne.

„Siehst du es so? Als unvermeidlich?" Stellte er die Gegenfrage. Statt einer Antwort suchte sie mit ihrer Hand die seine und hielt sie fest.

„Du hast mir gefehlt."

Der Mond und die Sterne. Sie hatte ihn, ohne es zu wissen, an seinen Lieblingsplatz gelockt. Vielleicht war es tatsächlich unvermeidlich?

*

Einen Tag zuvor – oder besser Nacht!

Zwei Wochen waren bereits vergangen seit er sie zuletzt vor dem Haus ihrer Eltern sah. Er schlich hinab in seinen Kerker. Wieder einmal dachte er, ohne es zu wollen, an sie. Es war still in Hogwarts. Die Nacht hatte sich bereits herabgesenkt und schickte ihre Schatten voraus. Ihn störte das nicht, er liebte die Dunkelheit. Er betrat seine Räume und begab sich direkt in sein Schlafzimmer. Gedankenlos entledigte er sich seiner Kleidung, warf sie einfach auf den Boden, was für ihn untypisch war. Er liebt die Ordnung bis zur Besessenheit, aber heute nicht.

Heute wollte er einfach zwischen seine Laken kriechen und vergessen. Sie war immer noch in seinem Blut und manchmal, wenn er ganz still stand und die Augen schloss, glaubte er sie beinahe hören zu können. Selbst jetzt bildete er sich ein ihren Geruch wahrnehmen zu können, noch so eine seltsame Sache. Ihr Duft hatte sich, wie es aussah, für alle Ewigkeit in sein Gehirn eingebrannt. Stöhnend vergrub er sein Gesicht in den Kissen. Das war verrückt! Er sollte sie einfach vergessen. Sie würde nicht wiederkommen und er würde sie ganz bestimmt nicht wieder besuchen. Seufzend richtete er sich noch einmal auf und löschte die Kerzen.

Ihn umgab vollkommene Dunkelheit. Er lag auf dem Rücken und starrte an die Decke und sah doch nichts als Schwärze. Plötzlich fühlte er eine Bewegung im Raum. Er war nicht länger allein. Sein Herzschlag beschleunigte sich automatisch und pumpte das Adrenalin durch seinen Körper. Lautlos tastete er nach seinem Zauberstab. Er würde sich nicht nackt und wehrlos in seinem Bett überfallen lassen. Schon richtete er sich halb auf, um den Eindringling niederzustrecken, als sich ein Körper auf ihn stürzte und ehe er protestieren konnte wurde sein Mund mit einem Kuss verschlossen.

Er sank zurück und schloss die Augen. Sie war hier! Den Zauberstab den ließ er achtlos fallen um sie fest in seine Arme ziehen zu können. Sie war wie er nackt. Nicht einen Faden trug sie am Leibe wie er unschwer ertasten konnte und steigerte damit seine Erregung schier ins Unermessliche. Er musste sie auf der Stelle spüren.

„Wo bist du gewesen?" fragte er nach Atem ringend zwischen den Küssen.

„Niemals weit von dir!" kam von ihr ebenso atemlos die Antwort. Ungeduldig zerrte sie an der Decke. Sie wollte ihn auf der Stelle, sonst verging sie vor Lust. Er half ihr und gemeinsam schafften sie den störenden Stoff zur Seite. Haut berührte Haut. Er fasste sie um die Taille und drehte sich mit ihr herum. Auf ihr liegend suchte und fand er ihren feuchten, heißen Eingang. Mit einem Stoß war er in ihr.

Kurz hielt er inne, wollte dieses Gefühl einfach genießen und auskosten. Er sah auf sie herab, aber es war zu dunkel. Er konnte nichts erkennen, nur fühlen. Sachte strich er ihre Schulter herab, über ihre Brüste und wieder zurück. Ihr Körper schmiegte sich vollkommen an seinen. Unmerklich begann er sich zu bewegen, zwang ihr, obwohl sie ihn zur Eile trieb, sein langsames Tempo auf. Hektisch glitten ihre Hände über seinen Körper und streichelten jede erreichbare Stelle. Unwillig stöhnte sie unter ihm, wimmerte, biss ihm in die Schulter, doch er fing mit den Händen ihren Kopf ein und verschloss ihren Mund mit einem Kuss.

Immer noch kämpfte sie gegen ihn an, wollte bestimmen, doch er hielt sie fest und küsste sie solange bis sie nachgab, sich ihm ergab und ihn das Tempo bestimmen ließ. Gemeinsam erreichten sie einen einzigartigen Höhepunkt. Das Gesicht an ihres gelehnt sank er auf ihr zusammen und fühlte so wie ihr die Tränen über die Wangen liefen.

„Was hast du?" flüsterte er besorgt und richtet sich wieder leicht über ihr auf.

„Das war wunderschön." Wisperte sie unter Tränen.

Sie legte ihre Hände auf sein Gesicht und zog ihn zu sich herab. Sanft strich sie mit den Lippen über seinen Mund und küsste ihn. Er rollte sich mit ihr zur Seite, ohne sie dabei auch nur eine Sekunde loszulassen. Er hatte Angst, dass sie sobald er sie nicht mehr spürte, so leise verschwand wie sie gekommen war. Sie drehte ihm den Rücken zu und schmiegte sich an ihn. Er strich sanft über ihr Haar hinab über ihre Schulter bis zur Hüfte und begann wieder von vorne. Angenehm ermattet schloss er die Augen.

„Versprich mir hier zu sein,…" egal was er noch sagen wollte, ging unter da ihn der Schlaf überwältigte. Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, drehte sie sich zu ihm um. Tastend strich sie ihm über das Gesicht.

„Ich komme wieder. Versprochen!" Flüsterte sie, löste sich von ihm und verließ ihn. Schnell warf sie sich ihre Kleider über und huschte so leise wie sie gekommen war aus seinen Räumen. Nachdenklich zog sie sich ihre Kapuze tief ins Gesicht und sah sie noch einmal auf das dunkle Schloss zurück, dabei dachte sie an ihr Gespräch mit ihrer Mutter…

Gespannt, die Arme vor der Brust verschränkt, sah sie sie an als sie das Haus betrat. Tief holte Mrs. Granger Luft ehe sie sprach.

„Was geht hier vor?" Sie hatte so eine dunkle Ahnung und war sich auch fast sicher, dass Hermione sie mit ihren Worten zur Gewissheit machen würde.

„Ich liebe ihn." Meinte sie schlicht. Mrs. Granger brauchte nicht zu fragen, wen sie mit „ihn" meinte. Es war dieser finster dreinblickende Lehrer.

„Er ist ein bisschen zu alt für dich, findest du nicht?" Unschlüssig zuckte Hermione mit den Schultern.

„Ich weiß nicht, ich denke über das Alter nicht nach wenn ich ihn sehe." Woran sie tatsächlich dachte, wenn sie ihn sah, konnte und wollte sie ihrer Mutter nicht sagen. Bei aller Toleranz, die einer Mutter hatte Grenzen. Mrs. Granger ging auf ihre Tochter zu und legte ihr den Arm um die Schultern.

„Pass auf das er dir nicht das Herz bricht." Meinte sie besorgt und küsste sie auf die Stirn.

„Keine Angst, Mutter, das werde ich." Schelmisch grinste Hermione vor sich hin. Sie hatte schon den nächsten Schritt zur Eroberung von Severus Snape geplant und wenn alles gut ging würde er schon bald gar nicht mehr anders können und sie genauso lieben wie sie ihn. Sie hatte einen Verbündeten gefunden im Kampf der Liebe. Auch dieser war der Meinung eine weibliche Hand würde dem finsteren Zaubertränkemeister sehr gut tun…

*

Er erwachte. Der Tag hatte bereits begonnen, auch wenn es im Zimmer immer noch sehr dunkel war und doch konnte er mit einem Blick erkennen, dass er alleine war. Sie war fort. Er drehte sich auf den Rücken und starrte zum Betthimmel hinauf.

Vielleicht ging es ihr nur um Sex, keimte plötzlich in ihm der Verdacht auf. Irgendwie war es genau das was immer passierte, wenn sie alleine aufeinander trafen. Sie betrachtete ihn scheinbar als Lustobjekt oder so? Auch ihre Anspielungen, wenn sie sich dennoch für einen kurzen Moment unterhielten, zielten genau darauf ab. Er hob die Decke und sah an sich herab. Er sah einen mageren, wenig trainierten Körper, der mit einigen Narben bedeckt war. Außerdem sah seine Haut nicht sehr oft die Sonne. Auf einen braungebrannten, muskelbepackten Adonis hatte Hermione es offenbar nicht abgesehen. Seufzend ließ er die Decke wieder fallen. Diesmal hatte sie es gar nicht gesagt.

Sie hatte ihm nicht ihre Liebe gestanden. Ob sie es sich anders überlegt hatte? Er hasste sich dafür und er hasste sie dafür. Er hing schon wieder merkwürdigen Gedanken nach. Energisch schob er die Decke fort und stieg aus dem Bett. Kurz überlegte er einen der Hauselfen zu bitten das Bettzeug zu wechseln, doch aus einem ihm völlig unerfindlichen Grund konnte er sich nicht dazu überwinden. Er blickte auf das zerwühlte Laken. Wie ein Traum war sie zu ihm gekommen und wie ein solcher wieder verschwunden. Schnell verließ der den Raum, duschte sich, kleidete sich an und machte sich auf dem Weg in die große Halle um mit Dumbledore zu frühstücken. Was er jetzt dringend brauchte, nach dieser Nacht brauchte, war ein bisschen Alltag.

Er hatte vor, nach dem Frühstück in den verbotenen Wald zu gehen, um Kräuter und Pilze zu sammeln. Wie war sie eigentlich in seine Räume gekommen?

Erstarrt blieb er mitten auf dem Gang stehen. Darüber hatte er bisher gar nicht nachgedacht. Ohne Passwort war es schlicht unmöglich seine Räume zu betreten. Hatte er ihr es unvorsichtigerweise verraten? Aber wann, wie? Diese Frau wurde ihm mehr und mehr zum Rätsel. Er mochte keine Rätsel. Er mochte klare Antworten und Fakten. Das Frühstück mit Dumbledore verlief wie immer. Nachdem sie kurz über das Wetter gesprochen hatten, schwiegen sie beide beharrlich. Mit dem Wetter hatte sich ihr ganzer Gesprächstoff erschöpft.

Nach diesem eher trostlosen Ereignis machte sich Severus sogleich auf den Weg in den Wald. Draußen traf er niemanden, nicht einmal Hagrid. Dieser war nach Frankreich gereist um Madame Maxime zu besuchen. Hagrid nannte es einen Liebesurlaub, wie er selbst das nannte wollte er nicht einmal laut aussprechen. Leicht schüttelte er sich, als er an dessen Hütte vorbei schritt. Er war gerade durch die ersten Bäume geschlüpft als ihn eine Stimme erschrocken herumfahren ließ.

„Guten Morgen, Severus!" gurrte eine, ihm schon viel zu vertraute Stimme.

„Hermione? Ich meine Miss Granger was machen sie hier?" unbewusst war er wieder auf das distanzierte „Sie" zurückgefallen, was Hermione unwillig die Stirn runzeln ließ.

Sie hatte noch einen weiten Weg, was ihn betraf, vor sich.

„Dich begleiten, wenn du mich lässt?" Elegant stieß sie sich von dem Baum, an dem sie gelehnt hatte um auf ihn zu warten, ab und trat auf ihn zu. Leicht verwirrt legte sich seine Stirn in Falten.

„Ich bin nicht zum Vergnügen hier. Ich sammle, um meine Vorräte wieder zu ergänzen." Meinte er schroff.

„Tust du eigentlich irgendetwas, außer mit mir zu schlafen, nur zum Spaß?" fragte sie ihn provozierend. Tief sog er die Luft ein und ließ sie stehen.

„Wenn du mitkommen willst, dann musst du dich beeilen! Ich will nicht den ganzen Tag im Wald verbringen. Und benimm dich gefälligst." Hastig eilte er zwischen den Bäumen hindurch. Sie hatte bedauerlicherweise Recht. Das einzige, was er momentan zum eigenen Vergnügen machte, war mit ihr zu schlafen und es war mit Abstand der beste Zeitvertreib, den er sich denken konnte.

Schnell holte sie ihren Korb hinter dem Baum hervor und lief hinter ihm her. Dieser Mann regte eindeutig ihren Jagdinstinkt an. Flink eilte er vor ihr her, bückte sich einmal nach einem Pilz, dann wieder nach einer Pflanze, oder Wurzel. Er schien sie nach wenigen Minuten vollkommen vergessen zu haben, was ihr wiederum gar nicht gefiel. Zu ihren Füßen entdeckte sie ein seltenes Kraut, grub es vorsichtig mit den Fingern aus und schritt zu ihm.

„Manche Dinge sind so rar, man sollte aufpassen sie nicht aus den Augen zu verlieren." Sagte sie leise zu ihm und legte ihm die Pflanze in den Korb. Ohne Hast entfernte sie sich wieder wohl des Wissens, das sie nun seine Aufmerksamkeit hatte, nicht länger würde er sie mit Ignoranz strafen, dafür hatte sie gesorgt. Er sah auf ihren Rücken und erneut quälten ihn die unterschiedlichsten Fragen.

„Woher wusstest du, das ich in den Wald gehe?" rief er ihr plötzlich hinterher. Sie drehte sich um und sah ihn verschwörerisch an.

„Das ist mein Geheimnis." Erwiderte sie leise lächelnd und zwinkerte ihm zu. Sie muss Hilfe gehabt haben. Jemand hatte es ihr verraten.

„War es Albus? Hat er dir gesagt das ich heute in den Wald gehe?" Sie schritt weiter zwischen den Bäumen hindurch und musste sich ein Schmunzeln verkneifen.

„Nein." Kam es knapp von ihr. Erfreut registrierte sie, dass er sie wieder duzte. Er war schwierig, aber lernfähig. Immer tiefer drangen sie in den Wald vor und unterhielten sich dabei über die unterschiedlichsten Pflanzen und Pilzarten. Sie kannte fast so viele wie er. Es hatte durchaus seinen Vorteil ein Streber zu sein. Die Sonne stand schon hoch am Himmel als sie plötzlich stehen blieb.

„Pause?" schlug sie vor und sah ihn an. Er war auch stehen geblieben und sah hinauf zum Himmel. Er hatte völlig die Zeit vergessen. Eigentlich wollte er gegen Mittag wieder im Schloss sein, um mit Albus zu Mittag zu essen. Als seine Augen wieder auf sie fielen, sah er wie sie eine große Decke auf den Boden legte und Essen darauf verteilte. Wieder versetzte sie ihn in Erstaunen. Sie war sich seiner schon sehr sicher. So musste sich eine Fliege im Netz der Spinne fühlen, es gab kein Entrinnen.

Andererseits war er sich schon längst nicht mehr sicher, ob er überhaupt entkommen wollte. Nachdenklich setzte er sich zu ihr auf die Decke und stahl sich eine kleine Kirschtomate, um sie genüsslich zu verspeisen. Gespielt entrüstet sah Hermione ihn an.

„He ich bin doch noch gar nicht fertig." Wies sie ihn scherzhaft zurecht, doch er schnappte sich noch eine Tomate und steckte sie ihr in den offenen Mund.

„Du redest zuviel." Erwiderte er und strich dabei mit dem Daumen über ihren Mund. Schlagartig vergaß sie alles, was sie hatte sagen wollen und sah ihn mit großen Augen an. Vergaß beinahe zu kauen und zu schlucken und musste husten. Sie war gar nicht so tough wie sie sich gab. Irgendwie beruhigte ihn das und auch das Wissen, das er die gleiche Wirkung auf sie ausübte, wie sie auf ihn. Er schenkte ihr einen Schluck des mitgebrachten Weines in einen der Becher und reichte ihn ihr. Vorsichtig trank sie davon und schon ging es ihr wieder besser. Er nahm sich selbst davon und nippte prüfend daran. Sie hatte eine gute Wahl getroffen.

Schweigend saßen sie nebeneinander und aßen. Er genoss ihre Nähe und auch die Stille zwischen ihnen. Sie hatte nichts gezwungenes, nichts peinliches, wie er es sonst gewohnt war, außer natürlich mit Dumbledore. Zwischen ihnen war Schweigen etwas Normales. Irgendwo hatte er mal gelesen, dass es nicht leicht war sich mit anderen zu unterhalten, aber vergleichsweise tausendmal schwieriger war es, mit anderen in Harmonie zu schweigen. Aus dem Augenwinkel betrachtete er sie. Sie steckte sich gerade ein Stück Käse in den Mund und kaute genüsslich.

Sie schien das Leben zu nehmen wie es kam. Ein Vorzug der Jugend. Er hatte diese Eigenschaft, wenn er sie überhaupt je besessen hatte, schon vor Äonen verloren.

Er holte tief Luft. Es wurde an der Zeit über einiges zu reden. Sie konnten nicht ständig miteinander schlafen, obwohl sein Körper in diesem Punkt anderer Meinung war, ohne sich darüber zu unterhalten. Nicht unbedingt darüber, eher so generell.

„Verrate mir eines. Wieso ich?" fragte er leise.

Hermione war gerade dabei in einen Apfel zu beißen, doch seine Frage ließ sie innehalten.

„Wieso was du?" stellte sie wenig geistreich die Gegenfrage, was in ihm den Verdacht auslöste sie stellte sich absichtlich dumm.

„Du weißt schon, du – ich, wieso?" Sie zuckte mit den Schultern.

„Ich liebe dich." Meinte sie sachlich und selbstverständlich.

Also doch noch, seine Sorge, dass sie es nicht mehr tat, war unbegründet gewesen.

„Du hast das schon sehr oft gesagt. Du kennst mich doch gar nicht." Er musste sie davon überzeugen, dass sie eigentlich keine Ahnung hatte wer er wirklich war. Hermione legte den Kopf leicht schräg und sah ihn an.

„Oh doch ich weiß wer du bist." Meinte sie selbstbewusst.

„Ach ja und wer? Wer bin ich deiner Meinung nach?" er wollte wissen wie sie ihn sah, oder was sie sah, wenn sie ihn, wie jetzt, ansah.

„Du bist ein wunderbarer, verschlossener und ich muss es ehrlich sagen bissiger Mann, den ich liebe und den ich beschlossen habe aus seinem Turm, oder besser seinem Kerker zu erretten."

Unwillig runzelte er die Stirn.

„Ich bin kein Hauself den du befreien musst. Ich habe nicht um Hilfe gebeten!" Entrüstete er sich und doch ahnte er, war sie der Wahrheit gefährlich nahe gekommen.

„An dir ist alles ein Hilfeschrei und ich habe mich dazu entschlossen ihn zu hören, ob du das willst oder nicht." Erwiderte sie selbstsicher. Nichts was er sagte konnte sie in ihrer Überzeugung erschüttern, das sah er ihr an der Nasenspitze an. Verärgert erhob er sich.

„Ich bin keines deiner Rettungsprojekte und wollte es auch nie sein. Das ist idiotisch! Halte dich fern von mir!" grob herrschte er sie an, packte seinen Korb und stapfte Richtung Schloss davon.

Hermione ließ sich davon nicht einschüchtern und aß in Ruhe weiter. Sie würden einander schon bald wieder sehen. Was ihre Beziehung anging, er mochte noch anderer Meinung sein, so kamen sie gut voran. Er ließ sie in sein Bett und fast schon in sein Leben. Severus hatte einfach zu lange alleine gelebt, er musste sich einfach nur daran gewöhnen das es da jetzt sie gab. Sie würde mit ihm geduldig sein müssen.

*

Achtlos stellte er den Korb ab und schritt unruhig in seinen Räumen auf und ab. Er musste bestimmt vor nichts, rein gar nichts gerettet werden. Das war die kindische Idee eines unreifen Teenagers. Sein Leben war völlig in Ordnung. Sein Leben war toll. Andere würden ihn glatt darum beneiden.

Er hatte seine Räume wieder verlassen und stieg, ohne es zu merken, die Stufen zum Astronomieturm hoch. Dort blickte er über die Zinnen zum verbotenen Wald. Andererseits war es eindeutig besser geworden seit sie in seiner Welt herum spukte. Er mochte ihre Ideen ihn zu erobern, wie sonst sollte er sich erklären, dass er es zuließ. Lange stand er da und starrte in die Ferne.

Die Sonne begann sich bereits gegen den Horizont zu neigen, als er wieder hinab in sein Reich stieg. Nachdenklich setzte er sich auf seine Couch. Sie in seiner Welt war tausendmal besser, als sie nicht in seiner Welt. Er schloss die Augen und dachte an letzte Nacht. Wer hätte sich träumen lassen, das er einmal so etwas erleben würde. Eine Frau verschaffte sich gewaltsam Zutritt in seine Räume, um mit ihm Sex haben zu können und es war fantastisch.

Stöhnend legte er bei der bloßen Erinnerung den Kopf in den Nacken. Er sollte das vergessen. Auf Dauer würde das niemals gut gehen, mit ihm und ihr. Verwirrt wischte er sich mit der Hand über das Gesicht und erhob sich. Es war Zeit für das Abendessen mit Dumbledore und dieser würde sich wundern, wenn er nicht pünktlich erschien.

Er nahm wie immer neben dem Schulleiter Platz, ihre ganze Unterhaltung hatte sich bisher auf ein kurzes Zunicken beschränkt und es war zu erwarten, dass dem nichts mehr hinzugefügt werden würde. Schweigend aßen sie. Es war wie immer angenehm ruhig zwischen ihnen. Severus mochte das.

Eine Eule schwirrte herein und flog auf sie zu. Diesmal war Severus gerüstet und erwartete gar nicht, das sie zu ihm kam und doch tat sie genau das. Elegant landete sie vor ihm und streckte ihm ihren Fuß entgegen. Daran war eine Nachricht gebunden. Seine Hände zitterten unmerklich als er das Band löste. Er ahnte, er hoffte, von wem die Nachricht kam. Vorsichtig rollte er das kleine Stück Pergament auseinander. Von ihr.

Folge mir zu den Sternen. Ich erwarte dich auf dem Astronomieturm um Mitternacht.

Ihre anmutige und doch so kühne Handschrift würde er selbst unter tausenden wiedererkennen. Sie hatte nicht unterschrieben, aber das war für ihn auch nicht notwendig. Still saß er da, studierte die Nachricht und stellte sich selbst die Frage ob er hingehen sollte!