So vergeht der erste Abend in Hogwarts. Ziemlich interessant, nicht wahr?
Und jetzt, ganz heimlich, treffen sie sich. Mitten in der Nacht...
Ob das wohl gut geht?
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Die Nacht war klar und der kühle Wind lies die beiden Schwestern frösteln, als sie die Tür des Astronomieturms hinter sich schlossen. Beeindruckt traten sie an die Brüstung und ließen ihre Blicke über die, vom Mondlicht erhellte, Landschaft schweifen. Der "verbotene Wald" war trotz des silbrigen Scheins nur eine schwarze Masse und die Beiden kamen im Stillen überein, dass er es wert war, erforscht zu werden. Sie schwiegen noch eine Zeit lang, genossen die Ruhe der Nacht, bevor MJ das Wort ergriff. "Na? Willst du mir nicht etwas erzählen?" Mit einem breiten Grinsen setzte sie sich auf die Brüstung, ohne auf die immense Höhe zu achten. Jess grinste zurück und begann zu erzählen, was in den letzten paar Stunden passiert war. Als sie an die Stelle kam, an der sie Draco einen Korb gegeben hatte, konnte ihre Schwester ein Lachen nicht mehr unterdrücken. Mit Lachtränen in den Augen fragte sie: "Ist nicht war!? Wow! Ich würde alles geben, um dabei gewesen zu sein." Jess lächelte sie an und sagte dann, gespielt hochnäsig: "Tja, warst du aber nicht!" Sie wartete noch einen Moment, bis MJ sich einigermaßen beruhigt hatte, und setzte dann ihre Erzählung fort. Anschließend seufzte sie theatralisch. "Ich glaube, ich habe mir schon eine Feindin zugelegt! Irgend so ein Mädchen, dass mich anscheinend als Konkurrentin ansieht. Ich glaube sie is total in Draco verknallt." Ihr Zwilling zog belustigt die Augenbrauen nach oben. "Wow. Dass hab ja noch nicht mal ICH geschafft!! Gleich am ersten Tag… Der Typ muss ja wirklich beliebt sein." Nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: "Jetzt, da du offensichtlich fertig bist, kann ich ja erzählen! Meine Erlebnisse sind zwar nicht annähernd so spannend, wie deine… aber dafür ist MEIN Gemeinschaftsraum schöner als dein komischer Keller!" Mit einem kurzen Kichern begann sie ihre "langweilige" Geschichte.
Als sie geendet hatte, herrschte kurz Stille. Beide hingen ihren Gedanken über den vergangenen Abend nach. MJ war, wieder einmal, die Erste, die die Stille durchbrach. "Was hast du eigentlich morgen", sie unterbrach sich kurz um auf ihre Armbanduhr zu sehen, " nein, heute in der ersten Stunde?" Jess legte die Stirn in Falten und dachte nach. "Ich glaube… Zaubertränke! Doppelstunde…" Man hörte deutlich die unterdrückte Freude darüber, ihr Lieblingsfach schon morgens zu haben. Ihre Schwester verdrehte die Augen. Jetzt fing DAS wieder an! Sie mochte Zaubertränke zwar ebenfalls, aber Jess war schon fast besessen von diesem Fach. Und noch dazu immer die Klassenbeste. "Streberin…", murmelte sie laut genug, damit ihr Zwilling es auch verstand. "Pffff!", schnaubte Jess mit einem Grinsen im Gesicht. "Du bist doch nur neidisch, weil MEIN Lieblingsfach das Erste ist." Wieder entstand eine Pause. "Wir sitzen doch in Zaubertränke, nicht wahr?", fragte MJ. Ihr Atem stieg als weiße Wolke nach oben, den Sternen entgegen. "Natürlich! Ich kann es einfach nicht verantworten, dass du durchfällst!!", antwortete Jess lächelnd. Diesmal war es an MJ zu schnauben. "Hey! Soooo schlecht bin ich nun auch wieder nicht!" Obwohl es so um einiges leichter ist! Wieder blickte sie auf ihre Uhr und lies sich von der Brüstung des Turms gleiten. "Wir sollten zurück gehen… Es ist schon spät und ich glaube es macht keinen guten Eindruck, wenn wir morgen im Unterricht einschlafen!" Kichernd folgte Jess ihr in Richtung Türe. Leise scherzend machten sie sich auf den Weg zurück, die vielen vielen vielen Treppen nach unten. MJ blieb nicht stehen, als sie an "ihrem" Stockwerk vorbei kamen. Sie hatte sich vorgenommen gemeinsam mit ihrer geliebten Zwillingsschwester in die Eingangshalle zu gehen. Auch wenn das bedeutete, dass sie einen riesigen Umweg machen musste. Einen Umweg mit vielen Treppen. Leise seufzte sie und drängte diese Gedanken in den hintersten Winkel ihres Gehirns. Erst daran denken, wenn es tatsächlich soweit ist!
Viel zu schnell waren sie wieder an ihrem Ausgangspunkt angelangt. Es war Zeit sich zu trennen. Wenn auch nur für wenige Stunden. Jess drehte sich um, legte einen Finger leicht auf MJs Nasenspitze und flüsterte: "Wir sehen uns später in Zaubertränke!" Dann war sie, schnell wie ein Schatten, in Richtung der Kerker verschwunden. MJ seufzte abgrundtief, als sie sich umdrehte und das Treppenhaus in ihr Blickfeld geriet. Wieso musste diese Schule auch so viele Treppen haben? SIE konnte gut darauf verzichten.
So leise sie konnte schlich MJ an den schlafenden Gemälden vorbei, jeden Schatten als Versteck nutzend. Es war riskant nachts außerhalb der Gemeinschaftsräume herumzugeistern, doch ihr blieb nichts anderes übrig. Schließlich musste sie irgendwie wieder in ihr warmes Bett kommen. Sie hatte so ein komisches Gefühl, manche würden es wahrscheinlich "weibliche Intuition" nennen, in der Magengrube. Als ob sie nicht heil aus diesem kleinen Regelverstoß herauskommen würde.
Ein dicker Kloß bildete sich in ihrem Hals und ihre Augen begannen hinter jeder Ecke einen Lehrer zu sehen.
Mit klopfendem Herzen blieb sie stehen. Wie versteinert, so flach wie möglich atmend, lauschte sie in die Stille des Schlosses. War da nicht eben das Geräusch von Schritten gewesen? Angestrengt horchte sie in die Dunkelheit. Da war das laute Schlagen ihres Herzens, das leise keuchen ihres Atems und… Mit einem entsetzten Keuchen und einem spitzen, aber leisen, Schrei fuhr sie herum, als sie einen warmen Atem im Nacken spürte. "Was machen Sie um diese Uhrzeit außerhalb Ihres Bettes?"
Mit großen Augen sah sie in das Gesicht eines großen, hageren Mannes. Kinnlange, schwarze Haare umrahmten sein ernstes Gesicht. Seine große Hackennase lies ihn bedrohlich wirken und seine dunklen Augen musterten sie kalt. "I-i-i-ch war… ich m-m-eine i-i-ch…", begann sie fast tonlos zu stottern, brach aber ab, als sie sich seines eisigen Blickes bewusst wurde. Sie hatte Angst, nein, sie hatte panische Angst. Wahrscheinlich lag es nur daran, dass es ziemlich dunkel war und er sie gerade bei etwas Verbotenem erwischt hatte. "Sparen Sie sich die Ausreden, Miss…" Er hob fragend eine Augenbraue, wandte den Blick jedoch nicht ab. "Carter…", antwortete sie so leise, dass sie sich selbst kaum verstand. "Wie bitte?" Er machte einen Schritt auf sie zu.
Jetzt stand er so nah vor MJ, dass sie den Kopf in den Nacken legen musste um ihm weiterhin in die Augen sehen zu können. Zentimeter trennten ihre Brüste von seinem Oberkörper und sie machte unwillkürlich einen Schritt rückwärts. "Carter…! Mary-Jane Carter.", sagte sie diesmal lauter. Sein Gesicht war immer noch genauso ausdruckslos wie zuvor. "Nachsitzen, Miss Carter! Morgen Abend. Sechs Uhr, in meinem Büro. Kommen Sie nicht zu spät." Mit diesen Worten drehte er sich, mit wehendem Umhang, um um in der Dunkelheit zu verschwinden. An der Ecke des Ganges blieb er stehen und wandte sich der erstarrten MJ zu. "Und gehen Sie jetzt endlich in Ihren Gemeinschaftsraum, bevor ich Ihrem Haus noch Punkte abziehe." Das lies sich MJ nicht zweimal sagen. So schnell sie konnte stolperte sie durch die Finsternis in Richtung der langen Wendeltreppe. Ihr Herz klopfte wie wild und sie war schon nach einigen Minuten außer Atem. Es war wohl doch keine so gute Idee gewesen die enge Treppe hinauf zu LAUFEN. Schon vor der Hälfte musste sie schwer atmend stehen bleiben. Kleine schwarze Punkte tanzten vor ihren Augen und sie setzte sich vorsichtshalber auf die Stufen. Nicht dass sie das Gleichgewicht verlor und den zurückgelegten Weg NOCHMAL gehen musste. Ganz zu schweigen von den Kopfschmerzen, die der Aufprall auf den Stufen nach sich ziehen würde.
Als sich ihre Atmung wieder einigermaßen beruhigt hatte, stand sie auf und setzte den Aufstieg fort. Diesmal war sie klug genug nicht zu rennen. Als sie nach einer Ewigkeit, so kam es ihr zumindest vor, die Tür zum Gemeinschaftsraum erreichte, atmete sie auf. Der Kloß in ihrem Hals war verschwunden, ihr Herzschlag wieder einigermaßen normal. Hastig beantwortete sie das Rätsel des Türklopfers und durchquerte den runden Raum dahinter. So leise sie konnte schob sie sich in den Mädchenschlafsaal.
Angespannt sah sie sich um, doch niemand war aufgewacht. Niemand hatte ihre Abwesenheit bemerkt und diese Tatsache war ungemein beruhigend. Ohne mehr als die Schuhe auszuziehen schlüpfte sie unter die warme Decke ihres Himmelbetts und kuschelte sich in ihr Kissen. MJ hoffte inständig, dass ihre Schwester ungesehen in die Kerker gekommen war.
Der Morgen kam einfach zu schnell. Jess schlug verschlafen die Augen auf und war froh, dass ihr Schlafsaal keine Fenster hatte. Dadurch war es angenehm schummrig und keine nervigen Sonnenstrahlen blendeten ihre morgens empfindlichen Augen.
Ihr war rundherum warm, von der Nasenspitze bis zum kleinen Zeh und sie hatte nun wirklich nicht das Bedürfnis aufzustehen. Doch der Unterricht wartete nicht auf sie und schließlich musste sie wissen, ob ihre Schwester genauso wenig Schwierigkeiten gehabt hatte, zurück zu gehen. Also kletterte sie flink aus dem warmen Bett und ging, für diese Uhrzeit schon fast zu gut gelaunt, in den großen Waschraum. Anscheinend war sie die Erste, denn sie hatte das ganze Bad für sich. Ein breit grinsendes Mädchen starrte ihr aus dem Spiegel entgegen, während sie sich der zerknitterten Kleider des Vortags entledigte. Leise summend stieg sie in die Dusche, drehte das Wasser auf und begann damit, sich zu waschen. Anschließend tänzelte sie strahlend vor einem der riesigen, Silber gerahmten, Spiegel herum und kämmte sich die nassen Haare. Unentwegt summte sie einen ihrer Lieblingssongs.
Kaum war sie damit fertig, schlüpfte sie in frische Sachen, trocknete ihre rot-blonde Mähne mit einem einfachen Zauber und hüpfte zurück in den Schlafsaal. Dort waren einige andere Mädchen gerade dabei aufzuwachen und reagierten leicht genervt auf Jess ununterbrochenes Gesumme. Ganz wie Zuhause!, dachte sie belustigt.
Gerade als sie sich überlegte, was sie wohl zum Frühstück essen könnte, begann ihr Magen lautstark nach eben diesem zu verlangen. Leise kichernd nahm sie ihre Schultasche, verstaute hastig ihre Zaubertrankbücher und einige Schreibutensilien darin und ging in den Gemeinschaftsraum.
Kaum hatte sie die Türe des Schlafsaals hinter sich geschlossen, war es, als ob eine Art unsichtbarer Scheinwerfer auf sie gerichtet war. Denn alle Köpfe, obwohl es um diese Uhrzeit nicht besonders viele waren, drehten sich nach ihr um. Kurz ging sie im Kopf alles durch, was sie bis jetzt erledigt hatte. Ein prüfender Blick nach unten zeigte ihr, dass sie nicht vergessen hatte, sich etwas anzuziehen. Plötzlich kam ihr der Gedanke, dass sich ein überdimensionaler Pickel in ihrem Gesicht befinden könnte. Aber sie verwarf ihn schnell. Schließlich war ihr vor dem Spiegel nichts aufgefallen und ein Pickel konnte ja nicht innerhalb von fünf Minuten wachsen. Zumindest kein überdimensionaler. Das hoffte sie jedenfalls. Uns so ging sie, den anderen ein strahlendes Lächeln zuwerfend, um die vielen Sessel herum und auf den feuchten Kerkergang hinaus.
Erleichtert atmete Jess auf. Sie hasste es angestarrt zu werden. Es hatte sie viel Selbstbeherrschung gekostet, die anderen Slytherins nicht genervt anzufauchen. Aber sie hatte es ja geschafft und darauf war sie irgendwie stolz. Sie hatte ja in solchen Dingen nicht die göttliche Ruhe ihrer Schwester.
Noch etwas verschlafen, aber trotzdem gut gelaunt, gesellte sie sich zu den wenigen anderen Schülern, die sie auf dem Weg zur großen Halle traf. Anscheinend war es wirklich noch ziemlich früh.
Manchmal wünschte sie sich eine Uhr, aber da sie trotzdem nie wusste wie spät es war, hatte sie es aufgegeben eine zu tragen. Nicht, dass sie die Uhrzeit nicht ablesen konnte. Nein, sie vergaß einfach schlichtweg, dass sie eine trug und fragte ihre armen, genervten Mitmenschen nach der Uhrzeit.
In der großen Halle war noch nicht viel los und doch waren die Tische überschwänglich beladen. Ein unglaublich leckerer Duft wehte Jess entgegen und wieder machte sich ihr Magen bemerkbar. Sie hatte HUNGER! Also machte sie sich schleunigst auf den Weg zu ihrem Tisch, schwang sich auf einen freien Platz und sah sich einer übermächtigen Auswahl gegenüber. Waaah! Was soll ich nur nehmen?… Ich hasse Frühstück! Eigentlich frühstückte sie nur am Wochenende, was unter anderem an ihrem Problem mit Entscheidungen lag, aber ihr leerer Mangen sprach für sich. Seufzend griff sie nach einer Scheibe Toast, strich ein wenig Butter darauf, nahm sich einen kleinen Klecks Honig und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein. Doch schon nach ungefähr der Hälfte ihres Honigtoasts legte sie diesen wieder auf ihren Teller zurück. Das genügte.
Während sie langsam und genüsslich ihren Kaffee schlürfte, lies sie ihren Blick über die anderen Schüler schweifen. Am Tisch der Ravenclaws blieb er schließlich hängen. Natürlich war ihre Schwester noch nicht da. MJ war eine notorische Langschläferin und würde frühestens eine halbe Stunde vor dem Unterricht auftauchen. Also musste sie sich gedulden und schlug aus reiner Langeweile eines ihrer Zaubertrankbücher auf. Jess begann zu lesen, trank zwischen einzelnen Absätzen einen Schluck Kaffee und hoffte inständig, dass MJ bald auftauchte. Vor dem Unterricht zu lernen war, sogar wenn es sich um ihr Lieblingsfach handelte, irgendwie unnatürlich.
MJ öffnete verschlafen die Augen und musste sie auch schnell wieder schließen: "Mérde! Voll in die Sonne geschaut…" Grummelnd zog sie sich die Decke über den Kopf und versuchte wieder einzuschlafen. Aber es half nichts. Sie war wahrscheinlich sowieso zu spät dran.
Abgrundtief seufzend schlug sie die Decke zurück und stand hastig auf. Nicht, dass sie sich am Ende wieder hinlegte. Die Augen zu Schlitzen zusammengekniffen, die Haare wild vom Kopf abstehend und mit einem Stapel frischer Klamotten torkelte sie in den Waschraum. "Es ist einfach zu hell hier oben…", murmelte sie genervt. Ein Blick in den Spiegel; Augenringe, furchtbare Frisur, böses Gesicht… Wieder seufzte sie, was fest zu ihrem Morgenritual gehörte, und riss sich schnell die Kleidung vom Leib. Sie wusste, ohne auf die Uhr gesehen zu haben, dass sie nicht viel Zeit hatte. Schnell die Haare hochgesteckt und in die Dusche gesprungen. Für mehr als eine schnelle Katzenwäsche reichte es leider nicht, aber das musste eben genügen. Danach die Zähne geputzt, die Haare mehr schlecht als recht gebürstet und, nach einem weiteren ungeliebten Blick in den Spiegel, doch lieber hochgesteckt. Ein paar Strähnchen herausgezogen, die Augenringe überschminken, Augen auf, Mundwinkel nach oben; und fertig!
Das mit den Augen und den Mundwinkeln hatte MJ zwar nicht so ganz hinbekommen, um diese Uhrzeit wirklich ganz normal, aber nach dem Frühstück würde sich das legen. Meistens jedenfalls.
Missmutig ging sie zurück zu ihren Bett, schmiss einige, brauchbar aussehende, Dinge in ihre Schultasche und machte sich auf den Weg durch den leeren Gemeinschaftsraum, runter in die große Halle, was leider mit viel zu vielen Treppen verbunden war, und an ihren Tisch.
In ihrem morgendlichen Trancezustand merkte sie gerade noch so, dass Jess sich zu ihr gesellte, als sie sich todmüde auf einen Platz an ihrem Tisch fallen lies.
Frühstück! Das rüttelte sie wieder etwas wach. Die erste Mahlzeit am Tag. Da musste man anständig zuschlagen. Nicht so wie diese, mit ihr verwandte, Anti-Frühstückerin. Also angelte sie sich gleich mehrere Scheiben Toast, bestrich sie mit Butter und fing an sie zu verzieren. Die Erste bekam ein nettes Herzchenmuster aus Honig, die Zweite eine dicke Schicht Erdbeermarmelade, die Dritte einen leckeren Nutellaüberzug und die Vierte wurde ganz einfach so mit einer kalten Tasse Kaffee runtergespült. Anschließend nahm sie sich noch eine kleine Schüssel Joghurt, warf ein paar Erdbeeren hinein und aß diesen ebenfalls. Noch eine Tasse Kaffee und sie konnte sich endlich ihrer Schwester zuwenden. "Na?", fragte diese. Sie hatte sich extra zusammengenommen und ihre Schwester während dem Essen nicht angesprochen. "Wir war deine Nacht?" MJ grunzte missmutig, stand auf und fegte die vielen kleinen Toastkrümel von ihrer Uniform. "Hatte schon bessere… ein Lehrer hat mich erwischt. Muss Nachsitzen. Lass uns gehen!" Jess störte der genervte Unterton nicht im geringsten. Sie war es ja schon gewohnt, dass ihr Zwilling morgens übel gelaunt war und nur in abgehackten Sätzen sprach. Zu mehr war sie eben um die sie Uhrzeit noch nicht fähig. Aus Rücksicht hatte sie sogar aufgehört zu Summen. MJ konnte es nicht ausstehen wenn jemand Morgens schon in irgendeiner Weise melodische Töne von sich gab, außer es handelte sich um ein Radio, oder wenn jemand zu viel redete.
Vergnügt hopste Jess neben ihrer Schwester her, während diese die umstehenden Lebewesen mit bösen Blicken bombardierte, wenn diese nur in ihre Richtung schielten. "Wie kann man morgens schon so gut drauf sein?! Das ist richtig abartig!!", beschwerte MJ sich, wie jeden Morgen, bei ihrer Zwillingsschwester. Die grinste jedoch nur und zuckte mit den Schultern: "Könnt ich dich auch fragen. Nur eben andersrum!" Mary-Jane schnaubte. "Verwirr mich nicht, ja? Ich hatte heute etwas wenig Schlaf! Kann ja nicht jeder so komisch sein, wie du." Damit war die Unterhaltung beendet und die Beiden setzten ihren Weg in die Kerker fort. Die Eine fröhlich lächelnd, die Andere mit dem Todesblick um sich schießend.
