Sorry das es ein bisschen gedauert hat! Bedanke mich für die Reviews, freu mich wenn ich Feedback (und dann auch noch so positives) bekomme. Viel Spaß beim Lesen!

3. Kapitel – Alte Bekannte?

Die Mittagssonne hatte bereits ihren höchsten Stand erreicht und brannte auf der weißen Haut unserer jungen Wanderin. Ginny Weasley war bereits seit Stunden, so kam es ihr vor, unterwegs. Sie war sich mittlerweile sicher, dass sie ein und denselben Baum bereits zum vierten Mal antraf, doch irgendetwas zog sie weiter in die unbekannte Ferne. Mittlerweile hatte sie ihre Jeans so weit wie möglich hochgekrempelt, trotzdem raubte ihr jeder Schritt mehr und mehr Kraft und ihre Schuhe glühten im Sand. Wüsste sie es nicht besser, wäre sie davon überzeugt in der Wüste zu laufen. Ihre Wasserflasche im Rucksack war auch fast alle und in ihrem geschrumpften Koffer befand sich keine weitere.

Während des gesamten Marsches hatte sie sich immer mehr in ihre Gedanken vertieft und bemerkte nur noch vage einige Vögel und Kleintiere um sich. Die Landschaft änderte sich kaum Wiese- Feld- vereinzelte Baumgruppen – Bäume. Vor sich nahm sie jedoch in ihrem Trott eine kleine Veränderung wahr, die sie näher hinschauen ließ. Sie kam auf eine Wasserstelle zu. Sie war zwar nicht breit aber dafür zog sie sich ziemlich lang durch die trockene Erde. Sie beschloss sich an einem Baum am Ufer niederzulassen und eine kleine Pause einzulegen. Sie dachte auch daran ihre Flasche aufzufüllen, entschied sich aber angesichts des dreckigen, schlammigen Wassers dagegen.

Wäre auch zu schön gewesen.

Jedoch erkannte Ginny, dass das Wasser relativ tief war, ein ausgewachsener Mensch könnte darin ertrinken.

Während sie ihre Füße zur Entspannung von den Schuhen befreite versank sie mal wieder in ihren Gedanken. Was sollte sie jetzt tun? Weitergehen? Oder sollte sie versuchen den Weg zurück zu finden. Sie könnte auch ihren Zauberstab benutzen. Nein! Das durfte sie nicht. Sie hatte ihn doch schon für den Koffer benutzt.

Nach einigen Minuten, die sie schon am Baum gelehnt gesessen hatte, spürte sie auf einmal ein seltsames Gefühl im Nacken, als würde jemand sie beobachten. Ginny drehte ihren Kopf zu allen Seiten, erblickte jedoch niemanden. Aber das Gefühl wollte nicht verschwinden. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf, sie bekam eine leichte Gänsehaut. Nochmals sah sie sich um. Dabei erblickte sie im hohen Gras ein seltsames Funkeln. Als sie näher hinschaute erkannte sie was es war. Es waren Augen! Augen eines Löwen, die auf sie gerichtet waren, klar und direkt.

Oh Merlin!

Er war zwar ein gutes Stück entfernt, doch er hatte sie im Visier, keinen Zweifel. Ihr Herz pochte nun heftig gegen ihre Brust und Panik machte sich in ihr breit.

Was nun? Vielleicht…Wenn ich es schaffe auf den Baum zu kommen…

Sie sah langsam hoch und erkannte den ersten Ast erst in weit entfernter Höhe.

Aber ich könnte mich ganz langsam entfernen, vielleicht bin ich ja in seinem Revier oder so ähnlich…

Ginny stand nun langsam auf, darauf bedacht den Löwen im Auge zu behalten und keine ruckartigen Bewegungen zu machen. Sie wagte es auch nicht ihre Schuhe anzuziehen und nahm sie stattdessen nur in die Hand. Als sie bereits einige Schritte entlang des Wasser gemacht hatte, sie wollte das andere Ufer erreichen indem sie die Wasserstelle umrundete, blickte sie wieder direkt zum Löwen. Mit Entsetzen stellte sie fest, das er ihr langsam folgte. Sie beschleunigte ihre Schritte nun. Ihr kam mittlerweile auch in den Sinn, dass noch mehr Löwen bzw. Löwinnen sich hier aufhalten könnten. Da sich zu ihrer Rechten nur das Wasser und zu ihrer Linken dichte Büsche und Baumgruppen befanden, saß sie somit in der Falle. Sie blickte nochmals hinter sich und erkannte das Tier, welches nun näher war und seine Schritte ebenfalls beschleunigt hatte.

Plötzlich raschelte das Gebüsch neben ihr und vor Schreck blieb sie wie versteinert stehen. Eine Gestalt sprang auf sie zu und packte Ginny am Arm.

„Mann Mädel, steh nicht rum, renn!"

Sie stellte nur fest, dass es sich um einen jungen Mann handelte, weiter kam sie jedoch in ihren Gedankengängen nicht, denn er zog sie nun auf das Wasser zu. Der Löwe war nun nicht mehr weit und rannte fast in ihre Richtung. Voller Panik lief sie so schnell sie konnte dem Fremden hinterher und fand sich mit einem Ruck seines Armes im Wasser wieder. Sie schrie kurz auf, verstand jedoch was er vorhatte. Sie erreichten eine tiefere Stelle und Ginny begann mit vollen Kräften zu schwimmen. Ihr Retter hatte sie losgelassen und schwamm direkt vor ihr.

Nach einigen Minuten befand sie sich wider auf festem Untergrund und keuchte sich buchstäblich die Seele aus dem Leib, während sie ihre Hände auf ihre Oberschenkel stützte. Mit einem Blick auf ihre nackten Füße stellte sie fest, dass ihre Schuhe sich jetzt wohl auf dem Grund dieses Gewässers befanden.

Wenigstens ist der Löwe nicht mehr zu sehen.

Doch sie wurde sich dessen bewusst, dass sie nicht allein war. Sie blickte auf um den jungen Mann genauer zu betrachten. Doch als sie erkannte wer es war, der sie gerettet hatte stockte ihr der Atem.

„Draco Malfoy?"

Draco schaute nun seinerseits auf und schaute sie ungläubig an.

„Was? Woher…. Weasley?"

Auch er war nun völlig überrascht.

Sie sahen sich einige Sekunden an, bis Ginny das Schweigen brach.

„Was machst du hier?"

„Die Frage ist wohl eher was du hier machst."

War ja klar, er ist immer noch der gleiche unfreundliche Kerl von früher.

„Tja, das geht dich nichts an."

Er jedoch zog die Augenbrauen hoch, drehte sich weg und ging mit aufgerichtetem Gang davon. Furcht plötzlich ganz allein zu sein, machte sich in ihr breit. Also lief sie ihm hinterher.

„Hey wo willst du hin?"

„Das Weasley, geht dich ebenso nichts an."

Ohne sich auch nur nach ihr umzudrehen, hatte er ihr mit einem sing-sang-Ton geantwortet.

„Du kannst mich doch jetzt nicht einfach so stehen lassen."

„Wieso nicht? Bis jetzt bist du doch auch allein klargekommen. Hör auf mir zu folgen, verschwinde."

Auf einmal hatte Ginny da so eine Ahnung.

„Ich weiß genau wo du hin gehst. Ich bin nämlich auch auf den Weg dorthin," sagte sie mit einem süffisantem Grinsen. Jedenfalls musste es geklappt haben, denn er blieb nun stehen und wandte sich herum. Sein Blick glich einer Mischung aus Zorn und Skepsis.

„Ich weiß nicht was du da redest, lass mich in Ruhe."

„Oh doch das weißt du wohl, Malfoy. Und ich werde dir jetzt folgen, allein würde ich nie dorthin finden."

„Das wagst du nicht."

„Du kannst mich wohl kaum daran hindern dir hinterher zu laufen, ich bin immerhin ein freier Mensch."

Gott, was fasel ich da?

Er schien jedoch mittlerweile vollkommen gelangweilt zu sein und ging weiter. Jetzt mehr überzeugt denn je, folgte sie ihm. Leider erwies sich das als sehr schwer, wenn man keine Schuhe in diesem heißen Sand hatte und er mit einem Affentempo verschwand. Nach nur kurzen Schritten stöhnte sie vor Schmerz auf und ließ sich im Schatten eines Baumes fallen.

„Hey Draco. Okay es tut mir leid. Warte doch bitte."

Das war gerade ziemlich schwer für sie gewesen, aber zum Glück hatte sie ja keine Zeugen. Er jedoch drehte sich um und blickte sie an.

„Was?"

„Kannst du mir helfen, bitte?"

Als er erkannte, was ihr Problem war kam er auf sie zu. Währenddessen zog er ein Bündel Stoff hervor und warf es ihr mit einer kleinen Schnur vor die Beine.

„Wickel das um deine Füße anstatt eines Schuhs, was besseres habe ich nicht."

Mit der Lösung mehr als zufrieden tat sie wie ihr gesagt. Draco ließ sich derweil neben ihr nieder. Erst jetzt erkannte sie, dass auch er noch ziemlich aus der Puste war. Als hätte er ihre Gedanken erraten wandte er sich an sie.

„Gib mir mal was von deinem Wasser."

Was fällt dem ein…-

„Erstmal heißt es bitte. Außerdem habe ich nichts mehr."

Als Beweis nahm sie den durchnässten Rucksack und zeigte ihm die leere Flasche.

„Soll das etwa heißen du hattest nur die eine Flasche?"

„Ja und? Du hast anscheinend gar nichts."

„Tja und das nur, weil so eine dumme, naive Gans daran dachte mit einem Löwen eine Runde Verstecke zu spielen. Deswegen sah ich mich gezwungen alles stehen und liegen zu lassen."

Okay, das war jetzt selbst für ihn ziemlich fies.

„Was heißt hier dumm und naive, woher konnte ich denn wissen, dass so ein Tier nach mir lauern würde?"

„Na vielleicht hätte man sich, bevor man in ein fremdes Land geht mehr informieren müssen. Dann wüsste man nämlich, das man in der Mittagszeit sich von einem Wasserloch fern hält und allgemein nicht länger als nötig dort bleibt," er stöhnte nun auf und raufte sich die Haare, „Kann es sein, dass du kein Ahnung hast wo du bist?"

„Doch ich weiß wo ich bin, sonst hätte ich es nicht bis hierher geschafft," antwortete Ginny ihm.

„Du hast es nur wegen dem Zauber so weit geschafft."

Jetzt war sie völlig verwirrt und schaute ihn fragend an.

„Oh Merlin, du hast nicht einmal davon gewusst?" Der Blick ihrerseits war Antwort genug, doch bevor sie fragen konnte fuhr er fort.

„Das Dorf ist von Zauberern angelegt worden. Magier, egal ob Halb- oder Reinblut, die der Zauberei entsagen und aus dem alltäglichen Leben fliehen wollen, finden von ganz allein hierher. Sie dürfen nur keine Magie verwenden um herzukommen. Die Kraft die von dem Dorf ausgeht zieht jeden an, dem es bestimmt und erlaubt ist dort zu leben."

Nun da er seinen Vortrag beendet hatte war sie baff. Doch bevor sie noch irgendetwas erwidern konnte stand Draco auf um weiter zu gehen. Sie erhob sich ebenfalls, seufzend. Die neuen „Schuhe" an ihren Füßen erfüllten ihren Zweck, auch wenn sie sich lächerlich vorkam. Während sie neben ihm lief, bemerkte sie erst ihren Aufzug. Die Jeans war dreckig und nass und das Shirt sah auch nicht besser aus. Etwas verlegen fuhr sie sich durchs Haar und über das Gesicht.

Mit einem kleinen Seitenblick musterte sie ihn unauffällig. Er sah fast noch so aus wie früher, nur viel erwachsener. Seine Gesichtszüge waren immer noch hart und seine Figur hoch gewachsen und schlank. Doch ist er wohl durch die Sonne etwas farbiger geworden, aber wirklich braun konnte man es nicht nennen. Auch sein Körper war erwachsener, irgendwie athletischer. Ginny warf auch einen Blick auf seine Kleidung. Sie war einfach, passend zu dem Land und der Temperatur. Er trug eine braune Hose und dünne Stiefel in denen die Hose steckte. Ein dreckiges Hemd bedeckte seinen Oberkörper, es musste wohl mal weiß gewesen sein. Es war etwas länger, wie eine Tunika, hatte kurze Ärmel und wurde an der schlanken Taille mit einem einfachen Gürtel zusammengehalten. Eigentlich passte alles perfekt zu ihm und sie musste sich eingestehen, dass er sehr reif und attraktiv wirkte. Er hatte schon immer ein gewisses, schönes Aussehen gehabt, doch wurde man meist durch den Charakter geblendet. Aber das, was sie jetzt sah war noch besser als früher.

Mit einem kleinen Lächeln verdrängte sie ihre wirren Gedanken, schüttelte kurz den Kopf und konzentrierte sich auf etwas anderes.

Es kam ihr in den Sinn, ihn zu fragen, warum er vor der „Welt" geflohen ist, doch das würde ihn sicherlich nur wütend machen und sie bekäme nur eine patzige Antwort.

Trotzdem versuchte sie sich an die Vergangenheit zu erinnern. Sie wusste nur, dass er kurz nach Dumbledores Tod verschwunden war. Man hatte nur gehört, dass wenig später sein Vater von Voldemort getötet wurde. Ginnys Vater hatte ihr auch erzählt, dass Dracos Mutter sich wohl kurz darauf selbst getötet haben soll, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. Sie erschauderte bei diesen Gedanken und sah ihn wieder an.

Ich würde nur zu gern wissen, was sein großes Geheimnis ist. Warum ist er hier?

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