Der Fang

Original: „The Catch" von Passo auf Mir gehört nichts – noch nicht mal die Idee für diese Story. Ganz schön schwachseufz

Wegen euch habe ich eine Nachtschicht eingelegt. Schämt euch! Oder schreibt Reviews.

Ich danke meiner Beta-Leserin Casija, die meine Grammatik überlebt hat.

Ich danke euch für die lieben Reviews! ailia1880, Cara, Malina

araglas16 ich kann nichts für die Geschwindigkeit, ich übersetze nur, aber danke für deine Kommentare. Ich hab mich voll schlapp gelacht.

Kapitel 3: Severus Snape

Professor Severus Snape trommelte mit seinen Fingern auf dem Tisch, sein Geist schweifte von seiner Arbeit ab. Er sah zurück auf seine Arbeit und entschied, dass er die Liste der neuen Zaubertrankintegrenzien (schreckliches Wort!) auch morgen früh noch als Erstes machen konnte. Es war sowieso zu spät, um sie heute Nacht noch zu bestellen.

Er sah zu der Uhr über seinem Bücherregal. Ein Uhr morgens! Sogar seine übliche Uhrzeit, zu der er zu Bett ging, war schon vorüber gestrichen und er hatte morgen früh Unterricht, aber unglücklicherweise war Schlaf im Moment das Entfernteste, wozu sein Verstand Lust hatte.

Er seufzte, als er darüber nachdachte, was früher an diesem Tag geschehen war. Er hatte den jungen Ron Weasley heute Morgen beim Frühstück gesehen. Normalerweise nahm er gar keine Notiz von Gryffindors. Ausnahme: Harry Potter ein oder zweimal am Tag verspotten! Dieser Junge war eine Plage, genauso schlimm wie sein Vater, als sie beide Schüler waren. Aber, seit gestern, konnte er die Augen nicht von Potters rothaarigen Freund nehmen. Für die letzten sechseinhalb Jahre hatte Ron Weasley nie wirklich für ihn existiert. Er war nur einer von Potters goody-goody Freunden; zusammen mit dieser unerträglichen Besserwisserin Granger. Er war nur ein winziger Dorn in Severus Auge. Er wurde nur bemerkt, wenn das Trio in seinen Augen genug Blödsinn und Mist gemacht hatte, wie dieses Ereignis mit Sirius Black vor vier Jahren. Aber auf einer alltäglichen Skala fiel Ron Weasley nicht wirklich auf im Gegensatz zu seinen älteren, Ärger machenden Brüder Fred und George.

Aber gestern…als Ron Severus Handgelenk in dem Gang hielt, fühlte der normalerweise jähzornige Zaubertrankprofessor einen elektrischen Schlag seinen Arm hinauf wandern. Was wahrscheinlich auch der Grund dafür war, dass er erst reagierte, als der junge Mann in schon mehrere Meter durch den Gang gezogen hatte. Vielleicht war es der Duft…Ron roch wie der Winter in der Mitte des Septembers. (B/N: Hilfe! Jetzt wird er hoffnungslos romantisch- oder komplett verrückt!- süüüß! ;-) Vielleicht waren es aber auch eher diese gewinnenden, hilflosen braunen Augen! In ihnen war etwas, was Severus mit seiner üblichen Antwort zögern und ihn fast freundlich zu dem Jungen sein ließ - bevor er ihn alleine in dem Gang ließ.

Später war er über sich selbst irritiert, dass er einem so reizenden kleinen Ding erlaubte seine Verfassung so zu beeinflussen. (B/N: ...reizenden kleinen Ding? Wieso wunderst du dich! g) Und Ron Weasley war zweifellos hübsch! Es war für ihn absolut überraschend, dass er das bemerkte, aber er stand diesem Jungen vorher noch nie so nah.

Hatte er nicht auf hartem Weg gelernt, dass es besser war alleine zu sein? Sein gesamtes Leben lang hatte Severus Snape seine Distanz zu allem und jedem behalten; selbst zu Dumbledore, dem er sein Leben anvertrauen würde. In seinem Lebensstil gab es keinen Platz für Zuneigungen oder Freundschaften. Seine Absonderung gegenüber der Welt machte ihn eher unpopulär und ließen ihn gemein erscheinen - vor allem gegenüber den jüngeren Schülern. Aber das war seine Methode um sie auf Abstand zu ihm zu halten.

Widerlichkeit wurde mit der Zeit zu einer einfachen Angewohnheit. (Anm.: Jaja, fies sein ist immer leichter. B/N: Ich weiß wovon er redet! Hab´s selber ausprobiert! fies grins)

Aber das Gefühl von Rons langen, schmalen Fingern auf seinem Handgelenk schockte ihn., Es machte ihm klar, was er nicht hatte…was er sich eingeredet hatte, nicht zu wollen. Und das ärgerte ihn, diese momentane Schwäche. Denn das war es - eine momentane Schwäche. Schließlich war er so seit langer Zeit nicht mehr angefasst worden.

Er hatte sich bald darauf entschieden dieses Vorkommnis zu vergessen. Es nütze nichts über diesen flehenden Jungen nachzudenken, wenn man versuchte seinen Job zu behalten. Aber an diesem Morgen hatte er Ron wieder gesehen. Er hatte bezaubernd ausgesehen mit seinen stylisch zerstubbelten roten Haaren. Aber dennoch, dieses zurückhaltende und unschuldig-hilflose Benehmen war es, was ihn für Snape gestern so attraktiv gemacht hatte.

Während er den Ausblick bewunderte, drehte sich der Junge um und sah ihm in die Augen. Severus hatte sich selbst überrascht als er diesen fragenden Blick mit einem kleinen Lächeln erwiderte, er war zu schwach um es zu stoppen. Plötzlich fühlte er sich gedemütigt bei dem, was er tat und schnell drehte er sich zu Professor Flitwick, in der Hoffnung, dass Ron es nicht bemerkt hatte. Als er später einen verstohlenen Blick zum Gryffindor Tisch warf, hatte Ron sich zurück zu seinem Frühstück gedreht und riskierte keinen weiteren Blick zum Lehrertisch diesen Morgen. Severus wusste nicht, ob er sich erleichtert oder enttäuscht fühlte.

Er verließ sein Büro und ging zu seinen Gemächern in den Kerkern. Es war dunkel hier und ein bisschen kälter als im Rest des Schlosses. Er bevorzugte diesen Weg. Er schien…privater zu sein. Er zog seinen Mantel aus und hing ihn auf. Severus erhaschte einen flüchtigen Blick von sich im Spiegel, als er sich drehte. Auf einmal fühlte er den unerwarteten Wunsch sein eigenes Gesicht zu sehen…er hatte völlig vergessen wie es aussah.

Langsam, mit bebenden Fingern strich er seine Haare hinter die Ohren. Das schulterlange Gewirr bedeckte sein halbes Gesicht. Er starrte sein blasses ovales Gesicht an und war leicht erstaunt. Er sah gar nicht schlecht aus! Eben nur ein wenig…distanziert. Er ignorierte seine tiefliegenden schwarzen Augen. Er war in diesem Moment etwas verletzlich. Aber er wusste, sobald er diese Räume verließ und durch die Gänge der Schule wanderte, würden sich seine Gesichtszüge wieder in die selbe finstere Maske, die er immer trug, verwandeln. Diese Angewohnheit begann ihn manchmal zu ermüden.

Er dreht dem Spiegel seine Rückseite zu. Die Angewohnheit beschützte ihn. Er durfte das niemals vergessen.

Der nächste Morgen, Zaubertrankunterricht. Ron war unfähig, sich auf die Lektüre von Professor Snape zu konzentrieren. Das war eigentlich nicht so überraschend, schließlich hatte er dem Unterricht des Professors, während der letzten Jahre in Hogwarts nie Aufmerksamkeit geschenkt. Aber heute hatte er andere Gründe für seine Unaufmerksamkeit.

Er war sehr interessiert an Severus Snape, so sehr wie noch nie zuvor.

Er hatte schon immer eine Vorstellung von seinem meistgehassten Professor gehabt. Und er hatte sie schon immer mit der finsteren, gehässigen Person verknüpft, wann immer er an Snape dachte. Aber nun, wenn man sich die realen Dinge ansah, war er ein wenig überrascht zu entdecken, dass seine Vorstellung von Snape ein bisschen fehlerhaft war. Beim nächsten Mal musste er sich die Personen gründlicher ansehen.

Er lehnte sich ein wenig über seinen Tisch um einen besseren Blick zu bekommen. Snape hielt einen Ast mit Eukalyptusblättern in seiner rechten Hand und war sicherlich gerade dabei seine Vorzüge beim Herstellen von Entspannungs- und Liebestränken zu erklären. Ron ertappte sich dabei wie er dem Professor auf den Mund schaute, während er sprach. Seine Lippen sahen weich aus. Und sie waren hell…ein helles, helles Pink wie die Unterseite von Blütenblättern. Er wusste gar nicht, dass er so poetisch sein konnte. (B/N: Wusste ich auch nicht!)

Und seine Augen. Ron liebte Snapes Wimpern. Sie waren lang und gebogen. In dem gedämpften Licht des Kerkerklassenraumes warfen sie Schatten auf seine blassen Wangen. Und seine Nase…Ron verengte seine Augen. Er verneinte ja nicht, dass Snapes Nase eher hakenförmig und überlang war, aber immerhin war sie schmal und es sah nicht mehr so unattraktiv aus wie früher. Er meinte, dass es seinem Gesicht einen Charakter gab. Um genau zu sein, wenn seine Nase kleiner wäre, würde Snape eher weibisch und ordinär aussehen. Ron entschied, dass Snape im Moment sehr sexy ausssah.

„Mr. Weasley, ich habe ihnen gerade eine Frage gestellt."

Ron erschreckte aus seiner Schwärmerei auf. Snape sah ihn mit linker hochgezogene Augenbraue an.

„Ich entschuldige mich. Könnten sie die Frage noch mal wiederholen?"

Snapes Nasenlöcher blähten sich vor Ärger.

„Zehn Punkt von Gryffindor, wegen geistlicher Abwesenheit während des Unterrichts, Weasley. Ich habe gerade gefragt, welcher Trank durch Hinzugabe von Eukalyptusblättern besonders wirksam wird."

Ron nahm einen tiefen Atemzug: „ Ich glaube, dass das der Amore war, gewöhnlich als Liebestrank bekannt. Diese einzelne Beimischung wurde von dem französischen Alchimisten Pierrepont im zwölften Jahrhundert entdeckt. Schuld daran war der Wunsch, die Liebe der wunderschönen Hexe Míenna zu erobern. Mit seinen normalen Zutaten spielt der Amore eine Schwärmerei vor. Aber mit zwei fein zerhackten Eukalyptusblättern macht der Trank den Trinker besessen, nicht lieben, nach der beabsichtigten Person."

Zwei schwarze Augenbraunen hoben sich erstaunt wegen Rons akkurater Antwort. „Sehr gut, Mr. Weasley. Fünf Punkte für Gryffindor. (Wunder! Wunder!) Nun, Klasse…" Professor Snape drehte sich zurück zu Klasse um mit seinem Unterricht fortzufahren.

„Sehr eindrucksvoll. Studierst du im Moment Zaubertränke?", wisperte Harry zu Ron.

Ron grinste verlegen. „Ich entschied mich letzte Nacht ein paar Minuten zum Vorbereiten auf diese Stunde zu nutzen. Es schadet niemals zu beeindrucken."

„Hmmm". Harry lächelte. „Nun ja. Hast du dir nebenbei auch einen guten Plan ausgedacht? Du weißt schon worüber…"

„Ja, ich werde ihn nach dem Unterricht ansprechen. Nun halt dein Klappe bevor er noch mehr Punke abziehen kann."

Harry entfernt sich gerade als Snape sich zu ihnen umdrehte. Er blickte sie kurz verdächtigend an, bevor er den Unterricht beendete und die Klasse entließ.

Als die Schüler ihre Sachen eingesammelt hatten und ihren Weg raus durch die Tür gefunden hatte, saß Snape hinter seinem Schreibtisch, bewegte Stücke von Pergament umher, um sich seine rechte Schläfe mit seinen Fingern zu massieren. Ron ergriff sein Buch nervös und näherte sich ihm.

„Professor?"

„Was, Mr. Weasley?" Snapes dunkle Augen huschten kurz über ihn, bevor sie sich wieder den Papieren auf dem Tisch zuwendeten. Es sah aus, als ob er nach etwas suchen würde.

„Ich würde gerne wissen, ob sie mir Nachhilfe geben könnten. Sehen Sie, ich finde diesen Unterricht herausfordernder als der Rest und ich würde es wirklich zu schätzen wissen, wenn sie mir helfen könnten, manche der Rezepten besser zu verstehen."

Ron hielt seinen Atem an, als er auf die Antwort von Snape wartete. Die Hände des Professors standen still. Die Sekunden tickten vorbei. Es war so still, dass Ron „hören" konnte, wie die Schweißtropfen von seinen Brauen fielen. Dann hob Snape seinen Kopf und traf seine Augen.

„Normalerweise würde ich einem Nachhilfeunterricht nicht zustimmen. Unter normalen Umständen, hätte ich jemand anderes, der sie regelmäßig unterrichten würde. Wie auch immer…" Seine schlanken Finger trommelten auf dem Tisch. „In dieser Sache bin ich völlig mit ihrem unerwarteten Interesse und Widmung des Themas zufrieden. Ich denke, dass sie es dadurch verdienen, wenn ich Unterrichtsstunden gebe. Ich werde ihnen schreiben, wenn ich Platz in meinem Stundenplan gefunden habe."

„D-Danke schön, Professor." Ron drehte sich langsam um. Er hat zugestimmt! Es war zwar ein langer Weg, aber er hat zugestimmt.

Als er gerade dabei war sich vom Schreibtisch zu entfernen, hörte er Snape hinter sich murmeln und den Klang von Pergamenten, die geräuschvoll umhergeräumt werden.

„Wo in Merlins Namen ist diese Liste?"

Ron sah nach unten. Er war auf irgendetwas drauf getreten, ein Stück Pergament. Er hob es auf und entstaubte es leicht. Es hatte Snapes lange, spinnenartige Handschrift. Er ging zurück zum Professor.

„Umm, Sir, ist es das was sie suchen?" Er zeigte Snape das Pergament.

„Ja. Danke schön, Mr. Weasley." Er streckte seine Hände danach aus. Als sich seine Finger über dem Pergament schlossen, streiften seine Hände leicht die von Ron.

Rons Augen weiteten sich. „Ich…ich…" Hatte Snape das auch gefühlt?

Snape sah ihn merkwürdig an. „Was ist nun?"

„Nichts." Ron trat einen Schritt zurück. „Ich werde jetzt gehen." Er rannte aus dem Klassenzimmer.

Ein Paar schwarze Augen folgten seinem Rückzug, bevor sie sich mit unruhigem und starrem Blick dem Tisch zuwandten.

Snape seufzte, als Ron ging. Er konnte gerade noch die Schritte des Jungen hören, wie er den Gang entlang rannte. Und wieder einmal hatte er sich selbst enttäuscht. Oder hatte er nicht? Er berührte das Pergament, wo er Rons Finger vorher berührt hatte. Er wurde schwach. Er hätte irgendeinen anderen in Zaubertränke talentierten Schüler ernennen können, wie z.B. Draco Malfoy oder Hermine Granger, um Ron zu unterrichten. Aber nein… er hatte es, in einem Moment der Schwäche, selbst übernehmen müssen. Das bedeutete menschliche Interaktionen.

Gut, der Junge brauchte eine Kontrolle durch einen Lehrer. Er war sicherlich damit zufrieden, dass Ron Interesse an Zaubertränken gezeigt hatte. Natürlich, es kam erstaunlich spät, schließlich war der Junge schon in seinem siebten Schuljahr, aber Snape war nichtsdestotrotz zufrieden. Ja, genau, das war er. Er war gerade nur mit dem Interesse seiner Schüler an seinem Unterricht zufrieden. Was sonst könnte der Grund für das warme Gefühl sein, dass er im Moment erlebte?

Er schnupperte. Es lag eine Spur von Kiefer in der Luft. (B/N: Dort muss es Bäume geben – mit roten Haaren ...ääh Nadeln:-D)

Ende des Kapitels

Das nächste wird leider länger dauern. Denn ich habe nächste Woche kaum Zeit. Meine Lehrer waren der Meinung, dass man Lk's immer als Gruppenverband schreiben sollte. Ich werde mich aber bemühen, dass es in zwei Wochen da ist.