Hallo,

obwohl ich schon seid Jahren FFs verschiedener Genres lese, ist dies meine erste eigene Geschichte.

Über Rückmeldung jeder Art würde ich mich sehr freuen.

DISCLAIMER: Außer meiner alternativen Storyline und meinem OC gehört Alles dem bewundernswerten J. R. R. Tolkien. Ich schreibe nur zu meinem Privatvergnügen und verdiene kein Geld damit.

Und jetzt, viel Spaß beim Lesen!

KAPITEL 3

und ein gewisser grauer Wanderer Bilbo einen guten Morgen wünschte.

„Wie meinen Sie das?" fragte Bilbo mit einer hochgezogenen Augenbraue. „Wünschen Sie mir einen guten Morgen, oder meinen Sie, dass es ein schöner Morgen ist, egal was Sie mir wünschen; oder dass Sie an diesem Morgen alles schön und gut finden, oder dass man an diesem Morgen gut oder schön sein muss?" *

Noch bevor Gandalf darauf antworten konnte, hörten die beiden eine weibliche Stimme aus der Hobbithöhle rufen: „Ach komm schon, Bilbo. Nimm Galdalf doch nicht so auf den Arm. Wir haben ihn schließlich längst erwartet. Bitte ihn doch auf eine schöne Tasse Tee herein!"

Anar hatte mit einem Schmunzeln Bilbos Antwort auf den Gruß vernommen und gratulierte sich selbst still, wie sie in nur zwei Jahren aus dem netten, unscheinbaren und unter allen Umständen höflichen Hobbit einen schlagfertigen Gefährten gemacht hatte.

Sie stellte noch eine weitere Tasse auf das Tablett und deckte den Esstisch mit Tee und Gebäck als die beiden Herrschaften sich zu ihr gesellten.

Gandalf zog beim Anblick der verhüllten Gestalt eine Augenbraue hoch, setzte sich aber zusammen mit Bilbo an den gedeckten Tisch.

Während Anar zunächst ihrem sehnlich erwarteten Gast, dann Bilbo und schließlich sich selbst den Tee nach den jeweiligen Vorzügen zubereitete - Gandalfs Tasse erhielt einen großzügigen Schluck Milch, Bilbos Tasse einen kleinen Schluck Milch dafür einen Löffel Zucker und Anars eigene Tasse keine Milch, dafür zwei Löffel Zucker – sprach sie Gandalf mit ihrer ruhigen Stimme an:

„Mir ist natürlich bewusst, dass ein Zauberer niemals zu spät ist. Er kommt genau dann an, wenn er es beabsichtigt, nicht früher und nicht später. Dennoch hatten wir schon eher auf Euer Erscheinen gehofft, Meister Gandalf."

Dies schien Gandalf dann doch ziemlich aus dem Konzept zu bringen. Schließlich war er gekommen, um den scheuen Nachkommen Belladonnas ein wenig aus der Reserve zu locken.

„Genauso ist es, meine Liebe. Entschuldigt bitte, aber ich habe nicht mit der Anwesenheit einer Menschenfrau gerechnet. Schon gar nicht mit einer so ungewöhnlichen. Möchtet ihr mir nicht verraten, wer Ihr seid?" fragte Gandalf.

„Aber gewiss doch, Meister Gandalf. Man nennt mich Anar und ich habe die letzten zwei Jahre damit verbracht, unseren lieben Bilbo für das Abenteuer zu trainieren, in das Ihr ihn so unvorbereitet schubsen wolltet. Weshalb ich hier aber tatsächlich hier bin, ist ein Mysterium, dem ich gerne mit Eurer Hilfe auf den Grund gehen würde. Da dies jedoch eine Weile in Anspruch nehmen wird, würde ich vorschlagen, dass Ihr jetzt der Gemeinschaft von Thorin Eichenschild Bescheid gebt, dass sie hier erwartet werden. Wenn Ihr uns jetzt entschuldigen würdet? Bilbo und ich haben ein Festessen für 13 Zwerge vorzubereiten."

Mit diesen Worten komplementierte Anar einen ziemlich stutzigen Zauberer zur Tür hinaus. Danach schickte sie Bilbo auf den Markt, um frisches Gemüse und Fleisch zu besorgen und machte sich selbst daran die Vorratskammern zu leeren. Es war ja nicht so, als dass nach dem morgigen Frühstück für das nächste Jahr viele Lebensmittel gebraucht werden würden.

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Anar hatte Bilbo vorgewarnt, dass der Besuch Gandalfs die Bewirtung vieler hungriger Zwerge mit sich bringen würde. Immer wenn sie ein neues Rezept ausprobierten und mit dem Ergebnis zufrieden waren, hatten sie es auf die „Festmahls-Liste" gesetzt.

So nannten die beiden im Scherz die Sammlung an Gerichte, die sie vorhatten, den Zwergen vorzusetzen.

Gandalfs Besuch setzte also eine wohlgeschulte Maschinerie in Bewegung. Anar würde die Vorbereitungen das Abschmecken übernehmen, während Bilbo das lautere Hantieren mit Töpfen und damit das eigentliche Kochen erledigen würde.

Anar und Bilbo hatten einen sehr vergnüglichen Nachmittag, während dem sie ein Gericht nach dem anderen auf den Tisch zauberten.

Als die letzten Aufläufe und Kuchen im Ofen waren, packten die beiden ihre Reisetaschen.

Da Anar ja zumindest im Groben wusste, was sie erwartete, hatten die beiden schon wetterfeste Umhänge, Bettrollen (in Anars Fall weich mit Lammfell gefüttert) und Wechselkleidung sowie Reiseproviant vorbereitet.

Sie hatten immer lange haltbare Lebensmittel im Haus. Diese tauschten die beiden zwar in regelmäßigen Abständen aus, aber Anar wusste, dass sie, wenn es einmal soweit war, relativ wenig Vorbereitungszeit haben würden.

Und so reichte sie Bilbo mit einem Schmunzeln gleich drei Taschentücher während sie ihn fragte: „Jetzt ist es also so weit. Bist du aufgeregt?"

Anar hatte Bilbo darauf vorbereitet, dass eines Tages seine Leichtfüßigkeit als Meisterdieb im Unterfangen des Zwergenkönigs Thorin Eichenschild gefragt sein würden, der ausziehen würde, um seine Heimat zurückzugewinnen. Was genau während der Reise passieren würde, hatte sie für sich behalten. Zum einen, weil sich einige Dinge ändern würden und zum anderen, weil sie nicht verhindern wollte, dass die Dinge geschehen, die geschehen müssen.

Sie hatten aber beispielweise in einem Gedankenexperiment durchgespielt, wie man wohl alleine mit drei Trollen fertigwerden würde.

„Natürlich, ein wenig. Aber ich fühle mich eigentlich ganz wohl bei dem Gedanken, endlich in die Welt hinauszuziehen und unser Training auch anzuwenden."

„Werde mir nicht zu übermütig, mein Lieber. Du weißt, was wir besprochen hatten. Unser Waffentraining basiert sehr stark auf Theorien. Keiner von uns hat bisher einen tatsächlichen Kampf austragen müssen."

„Ja, ich weiß. Sobald sich irgendwie die Gelegenheit ergibt, werde ich Dwalin bitten, mir ein wenig Nachhilfe zu geben," rezitierte Bilbo ihren Plan.

„Und wen fragst du in Bezug auf das Training mit dem Bogen?" fragte Anar.

„Kili," sagte Bilbo nach kurzem Zögern. „Ich freue mich schon sehr darauf, bald auch Gesichter zu den ganzen Namen, die du mir genannt hast, zu kennen."

„Das wirst du schon bald, mein Lieber." Bei diesen Worten klopfte es an der Tür. „Oder besser gesagt, jetzt!"

AN: * aus "Der Hobbit" von J.R.R. Tolkien