September
„Sie ist immer noch sauer auf mich", lamentierte Ron vor sich hin, als er mit seiner Schwester und seinem besten Freund vom Quidditchtraining kam.
„Kein Wunder, oder?", erwiderte Ginny. „Ich hätte dich an Hermines Stelle einen Kopf kürzer gemacht und zwar ohne mit der Wimper zu zucken."
Harry sah seine Freundin etwas verstört an. Das sollte er sich definitiv merken. Nicht, dass er vor hatte Rons Fehler selbst zu begehen, aber es war doch ganz gut vorgewarnt zu sein.
„Es ist doch jetzt schon eine Woche her."
„Und was hast du seitdem gemacht?"
„Ich hab versucht mich zu entschuldigen, aber sie lässt ja nicht mit sich reden."
„Ja, weil du sie verletzt hast", ging der Schwarzhaarige zwischen die Geschwister. „Du weißt doch noch, wie sie damals war, als du was mit Lavender hattest."
„Aber das war doch…"
„Nichts anderes, Ron. Du hast damals auch ihre Gefühle verletzt, so wie letzte Woche. Lass dir was einfallen", warf Harry ein.
„Und zwar besser etwas wirklich gutes", bemerkte Ginny mit einem wütenden Schnauben und gab ihrem Bruder einen Klaps auf den Hinterkopf.
Das war doch zum Verrücktwerden! Wie sollte er denn Granger, Blaise oder Severus zu verstehen geben, was hier los war, wenn alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren, er gar nicht wirklich an sie rankam oder sie ihn zertreten wollten?
Granger war seit einer Woche kaum noch zu gebrauchen. Das Wiesel hatte ihr wirklich zugesetzt mit seiner unsensiblen Aussage und es ärgerte Draco ungemein. Ja klar, es war Miss Oberschlau und eigentlich sollte ihm das vermutlich sonst wo vorbei gehen, aber das tat es nicht. Sah man einmal davon ab, dass ihm das Trio während der Schlacht doch das ein oder andere Mal den Hals gerettet hatte, behandelte sie ihn sehr gut. So rein aus Haustiersicht hatte er nichts zu meckern. Er durfte mit am Tisch essen, er schlief ihm Bett, er bekam Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit von ihr, eigentlich war er überall dabei. Na ja, fast überall.
Granger war also zu sehr mit ihrem Wieselproblem beschäftigt, mit ihr konnte er gerade kaum etwas anfangen, was Problem Nummer eins darstelle. Aber Nummer zwei, nämlich Blaise und Severus waren nicht einfacher. Sein Patenonkel bekam Schreianfälle, wenn er ihn in seinem Klassenzimmer entdeckte. Warum musste dieser Mann nur eine angeborene Abneigung gegen alles haben, was vier Beine und Krallen hatte? Und Blaise? Die verdammten Schulsprechertreffen schienen sich offenbar auf Dienstag nach dem Unterricht einzupendeln. Zumindest hatte er das so herausgehört beim Abendessen, aber da Severus ihn nicht in seinem Unterricht duldete und dies dienstags die letzte Stunde war, kam er auch nicht mit zu den Treffen. Irgendwie würde er sich da schon rein mogeln. Problem Nummer drei, das er ganz gerne verdrängte war, dass Granger, damit er nicht wieder während irgendwelcher Streifzüge im Schloss verloren ging, ihn nun während der Zaubertrankstunden bei Longbottom und Finnigan ließ. Was für eine Gesellschaft, obwohl er es dem Lahmarsch lassen musste, in Kräuterkunde hatte er wirklich was drauf, aber Finnigan schien immer noch alles in die Luft zu jagen, was nicht niet- und nagelfest war.
Doch, damit fassten sich seine Probleme ganz gut zusammen, sah man einmal vom hauptsächlichen ab, nämlich dass er fünfzig Zentimeter lang war, weißes Kuschelfell und Knopfaugen hatte.
Hermine saß an einem der Tische im Gemeinschaftsraum und brütete zusammen mit Neville über dem letzten Absatz für ihre Kräuterkundehausaufgaben. Sie mussten sie morgen abgeben und die Brünette fand, dass es sehr angenehm war mit Neville die Arbeit zu erledigen. Anders als Ron oder auch Harry, ja, das unterstellte sie auch dem Schwarzhaarigen, stellte er eher Verständnisfragen und erwartete keine komplette Lösung der Aufgabe von ihr und in Kräuterkunde war er wirklich gut.
Ob Ron wohl schon fertig war? Er ließ so was doch immer gerne schleifen. Ach, darum sollte sie sich nicht kümmern! So grob, wie er zu ihr gewesen war, sollte er ruhig mal merken wie es war, wenn sie ihm nicht alles hinterhertrug.
Franklin hockte auf ihrer Schulter.
„Liest er mit?" Neville deutete kurz mit seiner Feder auf das weiße Tier.
Hermine nickte und lächelte. „Ja, er guckt mir bei den Hausaufgaben immer über die Schulter."
„Im Unterricht hast du ihn ja auch immer dabei. Außer bei Snape."
„Ich finde, er hätte nicht so überreagieren müssen. Franklin hat niemandem was getan und die anderen Lehrer stört es schließlich auch nicht. Er sitzt doch meistens nur auf dem Pult und hört zu."
„Vielleicht solltest du ihn auch zu den UTZ-Prüfungen anmelden", witzelte Neville und grinsend strich Hermine ihrem Haustier über den Kopf.
„Danke, dass du auf ihn aufpasst."
„Klar, für dich doch immer."
Sie lächelte ihn dankbar an und sie wollten sich wieder ihren Aufsätzen zuwenden, als das Portraitloch aufschwang. Harry, Ginny und Ron kamen vom Training wieder. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stopfte die junge Hexe ihre Bücher und Papiere in die Tasche und verschwand nach oben.
Ron ließ sich auf den Stuhl fallen, auf dem sie gerade noch gesessen hatte.
„Sie wird nie wieder mit mir reden, egal, was ich mache."
„Wenn du nur jammerst, dann wird das natürlich nichts!", fauchte Ginny und knuffte ihren Bruder unsanft in den Arm. „Beweg deinen Hintern und lass dir gefälligst was einfallen, Ronald!"
„Du bist manchmal schlimmer als Mum, weißt du das?"
Ein funkelnder, unheilverkündender Blick traf den Rothaarigen und er sah zu, dass er wegkam. Mit seiner Schwester war, wenn sie dabei war wütend zu werden, nicht zu spaßen.
Draco hockte neben Hermine auf dem Bett und beobachtete, wie sie in ein kleines Buch schrieb. Das tat sie seit einer Woche täglich, seit ihr Freund diesen unsensiblen Spruch gebracht hatte. Er hatte sie vorher zu Hause bei ihren Eltern auch das ein oder andere Mal dort hineinschreiben sehen, aber nicht so regelmäßig.
Als die Tür zum Schlafsaal aufging, hoben die dunkelhaarige Hexe und ihr Haustier den Kopf und erblickten Ginny. Sie hatte die Quidditchuniform abgelegt und setzte sich zu ihrer besten Freundin.
„Hermine…"
„Nein, versuch es gar nicht erst. Rons Verhalten war unmöglich."
„Ich weiß, aber du kennst ihn doch. Er ist manchmal wie ein Troll im Porzellanladen."
Die Brünette packte das Büchlein in ihren Nachttisch und murmelte: „Soll das immer alles entschuldigen? Ich weiß, dass er sich bei so was keine Gedanken macht, aber das sollte er ab und an vielleicht mal tun. Ich mein, das war was Privates, etwas, was niemanden sonst auch nur im Geringsten etwas angeht und er lässt so was im Gemeinschaftsraum los. Seamus war noch da, Neville, Fay und noch einige aus den unteren Jahrgängen."
„Sei froh, dass Lavender und Pravati das nicht mitbekommen haben."
Hermine nickte, hob Franklin auf den Schoß und begann ihn zu kraulen. Das Tierchen schmiss sich augenblicklich auf den Rücken und als ihre Finger über seinen Bauch fuhren, blieb es regungslos liegen, gab nur ein paar wohlige Geräusche von sich.
„Die beiden nerven. Sie wollen die ganze Zeit wissen, was los ist."
„Nicht nur das. Lavender begegnet Ron seitdem auffallend zufällig oft auf dem Gang und so."
Als ihre Freundin auf die Aussage hin lediglich die Schultern hob, rutschte Ginny von der Bettkante ganz auf die Matratze und setzte sich Hermine im Schneidersitz gegenüber.
„Kann ich dich was fragen?"
Die Ältere nickte und die Rothaarige holte tief Luft, bevor sie wissen wollte: „Liebst du Ron noch?"
Hermine hörte auf das Frettchen zu kraulen, das augenblicklich ein unwilliges Knurren von sich hören ließ und sah Ginny ins Gesicht.
„Ich glaube schon."
„Du glaubst?"
Nun setzte sich auch Franklin auf und musterte sein Frauchen eingehend.
„Ich weiß nicht. Mir war klar, dass er manchmal unsensibel ist und dass er die emotionale Reichweite eines Teelöffels besitzt, aber ich hätte nie gedacht, dass es mich mal so stören würde und dass er jemals so taktlos sein könnte.", antwortete sie nach ein paar Sekunden des Zögerns.
„Hermine." Ginny strich ihr eine braune Locke aus dem Gesicht. „Gib ihm eine Chance sich zu entschuldigen, okay? Es tut ihm wirklich leid."
Langsam nickte die Brünette und bemerkte nicht den skeptischen Blick, den ihr Haustier ihr zuwarf.
Also nein, so hatte er sich die Samstagabende in seinem letzten Schuljahr nicht vorgestellt. Ganz und gar nicht. Reichte es denn nicht, dass er schon unter der Woche drei Stunden von Longbottom beaufsichtigt wurde? Jetzt auch noch der Samstagabend? Aber nun ja, Granger hatte sich die Bitte der Wieselette zu Herzen genommen und war jetzt irgendwo mit diesem dämlichen Karottenkopf unterwegs. Ob er es wohl wirklich schaffte, sich dafür zu entschuldigen?
„Was meinst du, Neville? Glaubst du Ron bekommt Hermine wieder rum? Ich mein, sie war ja ziemlich wütend", sprach Finnigan seine eigenen Gedanken aus.
Sein Gegenüber zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Gegensätze ziehen sich an und so, du weißt doch." Mit diesen Worten wollte er sich eigentlich wieder dem Artikel über Donnerkraut zuwenden, den Professor Sprout ihm mit den Worten gegeben hatte, dass ihn das eventuell interessieren könnte. Aber der Ire schien Gefallen an dem Thema gefunden zu haben.
„Wo wir gerade dabei sind. Was ist eigentlich mit dir und Luna?"
Draco horchte auf. Lahmarsch Longbottom und Loony Lovegood? Oh Merlin, waren diese Gryffindors denn alle völlig Banane im Hirn?!
„Nichts", antwortete Neville einsilbig.
„Nichts? Komm schon, du warst doch vor der Schlacht total vernarrt in sie."
„So schlimm war es jetzt auch nicht", wiegelte er ab. War es ja auch nicht. Er mochte Luna, fand sie hübsch und unterhielt sich auch gerne mit ihr, aber verrückt war er nie nach ihr gewesen. Verknallt, ja, aber nicht verrückt nach ihr. Okay, während der Schlacht, als er befürchtet hatte, es würde vielleicht kein Morgen mehr geben, da war es mit ihm durchgegangen, allerdings hatten er und Luna sich in den Ferien ein paar Mal getroffen und hatten feststellen müssen, mehr als Freundschaft war da nicht.
„Also, wenn nicht Luna, wer dann?", bohrte sein Freund nach und Neville hob den Aufsatz noch ein Stück höher vor sein Gesicht. Draco sah trotzdem, dass er leicht rot geworden war. Longbottom war also verknallt, aber in wen?
Pansy würde jetzt bestimmt einiges geben, um an seiner Stelle Mäuschen oder in diesem Fall eher Frettchen spielen zu können. Das alte Tratschweib. Bei Gelegenheit würde er ihr noch mal ins Bein beißen.
„Neville", triezte Seamus weiter. „Wer?"
„Ich glaube nicht, dass dich das etwas angeht", brummte der Andere.
Ein paar Augenblicke herrschte Schweigen, dann fuhr der Ire fort: „Also, Luna nicht, aber wer könnte so schlimm sein, dass du es verheimlichst? Eine Slytherin?"
„Ich habe nicht gesagt, dass sie schlimm ist und bei Godrics fliegenden Unterhosen, nein, keine Slytherin! Wie kommst du denn bloß auf die Schnapsidee?"
„Wenn du es nicht sagen willst, muss ja irgendwas mit ihr sein und eine von den Schlangen würde ich auch verheimlichen wollen. Stell dir doch nur mal vor, Pansy Parkinson oder die Bulstrode oder so." Er schüttelte sich, während das Frettchen verstimmt dreinblickte. Also dass Pansy die Weisheit vielleicht nicht mit Löffeln gefressen hatte, ja, das stimmte wohl, aber zumindest äußerlich war sie nun wirklich nicht so abstoßend. Er musste es wissen, schließlich hatte er sie schon oft genug spärlich oder gar nicht bekleidet gesehen. Trotzdem kam ihm ein wütendes Knurren bei der Erwähnung ihres Namens über die Lippen.
„Ich sagte nein, keine Slytherin und schon gar nicht Bulstrode oder so. Da kannst du ja gleich Crabbe in ein Kleid stecken."
Die Vorstellung von Vince in Frauenklamotten war zu viel für Draco und er ließ sich auf die Tischplatte fallen, wo er flach liegen blieb. Diese Gryffindors! Das Bild würde er nie wieder aus seinem Kopf kriegen. Sein Kumpel schwebte vor seinem inneren Auge in einem Omakleid umher. Oh Merlin, warum war er nur mit so einer Vorstellungskraft gestraft?! Wobei, die hatte durchaus auch ihre Vorteile, nur jetzt gerade nicht.
„Okay, kein Kellerkind, schon verstanden. Was ist es dann? Ist sie hässlich oder so was?"
„Seamus, verdammt, hör endlich auf! Sie ist ganz und gar nicht hässlich und keine Slytherin oder was auch immer da noch in deinem Hirn rumspukt."
„Dann ist sie viel jünger als du?"
Neville ließ das Pergament fallen und schlug die Hände vor sein Gesicht. Das durfte doch nicht wahr sein!
„Oh, ich weiß, was es ist! Sie ist tabu für dich, oder? Sie hat einen Freund?", frohlockte sein Klassenkamerad, was Neville dazu veranlasste seinen Kopf auf die Tischplatte sinken zu lassen und ihn immer wieder leicht dagegen zu schlagen.
„Sie ist jünger und vergeben und keine Slytherin und sieht gut aus", zählte Seamus derweil an einer Hand ab und riss dann ungläubig die Augen auf. „Ginny?! Alter, Harry killt dich!"
In genau diesem Moment ließ der Andere einen verzweifelten Schrei los. Konnte man Seamus nicht manchmal einfach das Maul stopfen?!
Draco, der die Diskussion verfolgt hatte, rollte sich auf den Rücken und schlug die Pfoten gegen die Ohren, dabei schüttelte er den Kopf. Die waren doch alle verrückt! Er wollte wieder nach Slytherin. Sofort!
Dieser Wunsch blieb ihm allerdings vorerst verwehrt und Draco hatte auch noch keine Idee, wie er etwas daran ändern sollte. Immer, wenn er auf den Berichten über sein Verschwinden herum hüpfte scheuchte Granger ihn weg. Er würde die Zeitung kaputt machen. Das war aber auch eine vertrackte Situation. Allerdings hatte der Hut ihn ja nicht umsonst nach Slytherin gesteckt. Kam Zeit, kam Rat. Es musste sich nur eine Möglichkeit ergeben.
Die erste, um zu zeigen, dass er bei weitem kein gewöhnliches Frettchen war, bekam er dienstags im Verwandlungsunterricht. Wie immer saß er bei Hermine auf dem Pult und folgte den Ausführungen von Professor McGonagall. Anders als sein Pate schien sie nichts dagegen zu haben, dass er ihrer Stunde beiwohnte. Nur weil er momentan vier Pfoten hatte, würde er wenn möglich am Unterricht teilnehmen. Wer wusste schon, wie lang er noch in dieser Gestalt bleiben würde und das Schuljahr noch mal wiederholen, das kam so ganz und gar nicht in Frage!
Bevor die Lehrerin den Raum betrat wurde er, zu seinem Leidwesen, mal wieder Zeuge dessen, dass, was auch immer das Wiesel am Samstagabend gemacht hatte, seine Wirkung nicht verfehlt hatte. Granger hatte ihm offenbar verziehen. Zum gefühlt hundertsten Mal ließ Draco ein Würgegeräusch hören, als Ron sie küsste.
„Blödes Vieh", brummelte der Rothaarige und Draco wandte sich ab. Das wollte er wirklich nicht weiter beobachten. Nein, er verstand die junge Hexe da kein Stück weit. Aber so ganz sicher war sie sich während ihrer Sendepause ja auch nicht gewesen, wie er mitbekommen hatte.
Er ließ die Frischversöhnten links liegen, wuselte über Potters Buch zum andern Ende des Tisches und sah sich um. Da war sie ja, Pansy! Direkt am Nachbartisch, nur eine Reihe weiter hinten.
‚Los, sieh rüber du kleines Miststück! Sieh dir an, was du verbrochen hast. Wenn ich dich in die Finger kriege!', fiepte er mit dem Ergebnis, dass Potter ihn von seinem Verwandlungsaufsatz runter schob und die Slytherin zu ihm rüber blickte. Er fixierte sie aus zusammengekniffenen Knopfaugen. Die Frettchenversion des patentierten Malfoy'schen Todesblicks und seine Ex schien das zu merken. Schnell wandte sie sich wieder ab.
„Franklin hat wirklich eine Abneigung gegen Slytherins", stellte der Schwarzhaarige fest und prompt landete die Miniausgabe des Todesblicks auf ihm. Harry verzog kurz das Gesicht. Dieses Tier benahm sich einfach nur seltsam, aber gut, die Verkäuferin hatte behauptet, es sei magisch. In welcher Form genau, wusste er zwar nicht zu sagen, aber irgendetwas war mit dem Fellknäul vor ihm. Auf jeden Fall schien es Parkinson gefressen zu haben.
McGonagall betrat den Raum und alles Gemurmel und Getuschel erstarb.
„Sie haben in den letzten Jahren viel über Verwandlung gelernt und auch viele schwierige Zauber mehr oder minder gut ausgeführt. In den letzten Stunden habe ich mit Ihnen ein wenig Wiederholung betrieben. Angesichts des, nun ja, Unterrichts des letzten Jahres erschien mir dies angebracht, um Ihr Gedächtnis ein wenig aufzufrischen. Heute widmen wir uns einem recht komplizierten Zweig dieses Faches. Sie können leblose Dinge in andere leblose Dinge verwandeln, sie können auch Lebewesen dazu bringen eine andere Gestalt anzunehmen", leitete sie die Stunde ein.
Franklin gab ein schnaubendes Geräusch von sich.
„Sehr viel komplexer ist es allerdings ein Lebewesen in einen Gegenstand oder umgekehrt zu transformieren. Dies soll nicht das Schwierigste sein, womit wir uns in diesem Jahr beschäftigen. Glauben Sie mir, die Beschwörung aus dem Nichts wird Ihnen noch genug Probleme machen, aber für den Anfang soll dies reichen."
Die Professorin sah sich im Raum um und Draco behagte es gar nicht, als ihr Blick an ihm hängen blieb.
„Miss Granger, wären Sie so freundlich mir Ihr Tier für eine Demonstration zur Verfügung zu stellen?"
„Ähm, natürlich, Professor."
Was? Sie ließ das auch noch zu? Kam ja gar nicht in Frage!
Aber schon richtete McGonagall ihren Zauberstab auf ihn. „Passen Sie gut auf, ich werde es nun in einen Kerzenhalter verwandeln und Ihnen danach genau erklären, wie dieser Zauber auszuführen ist."
Ein Kerzenhalter? Von einem Menschen in ein Frettchen verwandelt zu werden, das war ja schon mal die Höhe, aber jetzt sollte er ein verdammter Kerzenhalter werden?
Er richtete sich auf die Hinterbeine auf, überkreuzte die Vorderpfoten so gut es ging und warf der Schulleiterin einen empörten Blick zu. Niemand, auch keine Minerva McGonagall würde ihn in einen Kerzenhalter verwandeln. Auf keinen Fall!
Die ältere Frau wollte gerade die entscheidende Handbewegung machen, um die Transformation auszulösen, da gingen scheppernd und scherbenfliegend die drei Tintenfässchen auf dem Pult, an dem Harry, Hermine und Ron saßen, zu Bruch. Niemand hatte seinen Zauberstab angerührt oder die Glasbehälter angefasst oder sonst irgendetwas getan, was diese Explosion hätte auslösen können.
Professor McGonagall brauchte ein paar Sekunden, um ihre Fasson wiederzuerlangen. Sie ließ ihren eigenen Stab sinken.
„Erstaunlich", meinte sie schließlich. „Ihr Tier scheint in der Lage zu sein, kindliche Spontanzauber auszulösen. Wirklich faszinierend. Professor Lupin sagte mir bereits, dass er dieses Frettchen für außergewöhnlich hielte, aber so etwas… Nun, vielleicht… Longbottom, haben Sie Ihre Kröte dabei?"
Kindlich? Ach ja? Wenn er wieder ein Mensch war, dann würde er… Moment, er war in der Lage Spontanzauber auszulösen. Das könnte neue Chancen eröffnen, wenn er die ihm verbleibende Magie irgendwie würde steuern können. Das musste doch möglich sein, irgendwie. In letzter Zeit kam dieses Wort nach seinem Geschmack viel zu oft vor.
Nachdem die Aufmerksamkeit der Klasse und auch der Professorin auf Trevor lag, huschte Draco, der sich nach dem Zubruchgehen der Tintenbehälter auf die Sitzbank verzogen hatte, runter auf den Boden und wuselte eine Reihe nach hinten. Die Gelegenheit würde er sich nicht entgehen lassen.
„Ahhhh!", schrie Pansy erschrocken auf und rieb sich das Bein.
„Miss Parkinson, was ist los?", wollte McGonagall wissen.
„Mich hat etwas gebissen!" Ihr Blick wanderte zu Draco, der, als wäre nichts gewesen, wieder auf der Bank hockte. Ach ja, ein Frettchen zu sein hatte also auch gewisse Vorzüge, wie Draco feststellte. Er war ziemlich flink und wendig.
Nach dem dritten Mal riss der Lehrerin der Geduldsfaden.
„Miss Parkinson", herrschte sie die Schülerin an, die sich den Unterschenkel rieb. „Entweder Sie bekommen das in den Griff, oder Sie verlassen den Raum!"
„Aber er hat mich gebissen!"
Anschuldigend deutete sie auf das weiße Frettchen.
„Reden Sie keinen Unsinn. Das Tier sitzt schon die ganze Zeit hier auf der Bank."
„Aber…"
„Wenn Sie nichts weiter zu tun haben, als den Unterricht zu stören, dann bitte ich Sie jetzt zu gehen."
Verstimmt nahm Pansy ihre Tasche, warf Draco, der innerlich Purzelbäume vor Freude schlug, noch einen vernichtenden Blick zu und verließ das Zimmer. Verdient, dachte er bei sich.
„So, wir waren bei der Wirkungsweise von…", setzte die Professorin erneut ein.
Als die Stunde beendet war, rief McGonagall Blaise und Hermine noch mal zu sich. Draco saß wieder auf der Schulter der Braunhaarigen und musterte seinen Freund, der neben ihr stand, eindringlich.
‚Komm schon, Blaise', flehte er. ‚Erkenn mich! Ich bin dein bester Freund. Du musst mich doch erkennen.' Aber der Slytherin ignorierte ihn einfach. Natürlich, er ignorierte alles, was ihm unter seiner Würde erschien und er war verdammt noch mal ein Frettchen. Eigentlich kein Wunder und trotzdem…
„Ich wollte Sie beide vorab informieren, da die Organisation bei Ihnen liegen wird", begann die ältere Hexe mit strengem Blick. „Leider war sich das Kollegium zu Schuljahresbeginn noch nicht einig, ob diese Feierlichkeit stattfinden soll oder nicht. Gestern Abend fiel die Entscheidung, dass dieses Jahr, zur Feier des Wiederaufbaus, ein Weihnachtsball stattfinden wird. Ich möchte, dass Sie beide als Schulsprecherpaar die Vertrauensschüler informieren und mit ihnen und anderen freiwilligen Schülern die Vorbereitungen treffen. Die offizielle Ankündigung werde ich später machen. Ich möchte nur, dass Sie schon mal genug Zeit haben."
Die Schüler vor ihr nickten zustimmend.
„Dann ab mit Ihnen in den nächsten Unterricht", entließ sie die zwei.
Beim Rausgehen hörte Hermine ihre Lehrerin noch murmeln: „Spontanzauber… Unfassbar. Das muss ich Remus mitteilen."
Im Gang verabschiedete sich schließlich auch Blaise mit den Worten: „Wir besprechen das nachher."
Draco konnte es nicht fassen, dass sein bester Freund keine Notiz von ihm genommen hatte. Er sah ihm nach, während Hermine mit ihm in die andere Richtung lief, zu Alte Runen.
Sie mochte Luna. Sie mochte sie wirklich, aber manchmal fragte sie sich schon, was das Mädchen wohl genommen hatte. Hermine hatte ihr von Franklins Spontanzauber erzählt und natürlich hatte Luna wieder mit ihrer Theorie über die Nieselspringer angefangen. Das sei ein ganz eindeutiges Zeichen, hatte sie gemeint.
Okay, ihr Haustier schien äußerst magisch zu sein. Magischer, als sie bisher angenommen hatte, aber dafür musste es doch eine andere Erklärung geben als diese komischen Geschöpfe, die Lunas Kopf entsprangen. Sie würde nach dem Treffen mit Zabini wohl mal die Bibliothek aufsuchen. Sie musste eh noch etwas für Zauberkunst nachschlagen, da konnte sie sich auch mit magischen Tierwesen befassen und wenn sie die Bücherei im Stich lassen sollte, konnte sie immer noch Hagrid fragen. Der kannte sich immerhin mit allerhand Kreaturen aus.
Nach dem Mittagessen überließ sie Franklin wie immer Neville und mal wieder fiel ihr auf, dass der Kleine darüber nicht glücklich zu sein schien. Ein paar Mal schon hatte sie ihn wieder aus ihrer Tasche gefischt. Snape würde seine Drohung aus der ersten Stunde vermutlich wahr machen und sie hatte keine große Lust wieder ein Haustier zu verlieren, noch dazu eines, was genau wie Krummbein ziemlich außergewöhnlich war.
So verbrachte sie Zaubertränke ohne ihren kleinen Begleiter und versuchte irgendwie Rons Gebräu zu retten. Harry, der sich seit Jahresbeginn hinter den Tränkebüchern regelrecht verschanzt hatte, kam auch alleine relativ gut voran. Zumindest endete das, was er zusammenmischte nie so tragisch wie der Inhalt im Kessel ihres Freundes.
Es war also mal wieder eine anstrengende Stunde gewesen, in der sie quasi wieder zwei Tränke zubereitet hatte, um Ron vor einer Katastrophe zu bewahren. In den ZAGs hatte er doch gar nicht so schlecht abgeschnitten, warum vermasselte er jetzt nur alles so? Vielleicht lag es an Snape? Er war dieses Jahr wirklich unleidlich. Hermine konnte es ihm aber kaum übel nehmen, bestimmt machte er sich Sorgen um seinen Patensohn. Sie selbst fragte sich auch ab und an, was wohl mit dem Malfoy-Erben geschehen war. Auf die Idee, dass sie ihn tagtäglich mit sich rumtrug kam sie nicht. Als die Stunde vorüber war, packten sie alle ihre Sachen. Bloß raus aus den Kerkerräumen.
Vor der Tür wartete bereits Zabini auf sie.
„Der schon wieder", maulte der rothaarige Gryffindor.
„Ron", mahnte ihn Hermine. „Du weißt doch…"
„Ja ja, Schulsprecher und so." Er musterte den dunkelhäutigen, hochgewachsenen Jungen vor sich, der seinen Blick mit unbewegter und unergründlicher Mine erwiderte.
„Wir sehen uns beim Abendessen", unterbrach die junge Hexe den vollkommen lautlosen Kampf, drückte dem Rothaarigen noch einen Kuss auf und machte sich dann mit dem Slytherin auf den Weg zum Vertrauensschülerraum.
Es war eine Art Büro mit zehn Schreibtischen. Die beiden der Schulsprecher standen an den Fenstern. Hier hielten sie ihre wöchentlichen Treffen ab, so war es auf jeden Fall vorgesehen, und Hermine war mehr als erleichtert gewesen, als sie bereits bei ihrer ersten Zusammenkunft herausgefunden hatte, dass Blaise Zabini ein ziemlich umgänglicher Partner war. Er war vernünftig und sachlich. Das machte es einfach mit ihm zu arbeiten. So auch heute. Alle Punkte, die auf ihrem Plan gestanden hatten, bekamen sie abgearbeitet und waren zu einer befriedigenden Lösung gekommen. Unter anderem wollten sie ein Treffen mit den Vertrauensschülern ansetzen, um sie von dem Weihnachtsball zu unterrichten.
Das Abendessen hätte sie fast verplant, so vertieft hatte die junge Hexe nach der Besprechung in der Bibliothek gesessen. Die Aufgabe für Zauberkunst war aber auch knifflig. Flitwick ließ sich nicht lumpen und dann war sie auf sehr viel mehr Bücher über Tierwesen und ihre magischen Eigenschaften gestoßen, als sie je gedacht hätte. Es würde eine Weile dauern da etwas zu finden, was ihr dabei half, den Zauber zu verstehen, der ihrem Haustier inne wohnte.
Zusammenfassend ließ sich sagen, dass Hermine einen recht vollgestopften und anstrengenden Tag hinter sich hatte. Dazu kam noch, dass Lavender es ihr offenbar übel nahm, dass sie sich wieder mit Ron vertragen hatte und abends, als sie den Schlafsaal betrat, abrauschte. Vermutlich runter zu Pravati, die eh im Gemeinschaftsraum saß. Fay und Kellah zuckten lediglich mit den Schultern.
Die Brünette beschloss, dass ihr das jetzt mehr als egal war. Sie wollte den Tag einfach nur ruhig ausklingen lassen und ging ins Bad.
Granger kam wieder aus dem angrenzenden Badezimmer und wühlte in ihrem Koffer herum. Draco, der am Fußende des Bettes lag, hob den Kopf und schnüffelte. Mhhh, das roch nach Schaumwasser. Ein Bad. Oh Merlin, ein Bad! Er wollte auch und zwar ganz dringend! Mehr als dringend. Seine letzte Dusche war schon Ewigkeiten her. Klar, die letzte hatte er ja auch als Mensch genossen.
Er hüpfte vom Bett und huschte durch den Spalt der nur angelehnten Tür. Neugierig sah er sich um. Fünf Waschbecken, drei Duschkabinen, ebenso viele Toiletten und da hinter einem Wandvorsprung versteckt war die Wanne. Die Ausstattung schien sich in den einzelnen Häusern nicht sonderlich zu unterscheiden, nur ihr Design. Aber das war ihm jetzt vollkommen schnuppe, er wollte in die Wanne und wuselte auf das Schaumbecken zu. Es war kreisrund und wie im Vertrauensschülerbad in den Boden eingelassen, lediglich kleiner. Der Wandvorsprung schützte vor neugierigen Blicken.
Den Duft des Schaums einatmend, er roch nach Jasmin und Vanille, genau wie Granger, beugte er sich weiter vor und – plumps – ehe er sich versah war er schon kopfüber hineingefallen. Draco streckte sich aus und ließ sich auf dem warmen Wasser treiben. Das tat gut, mehr als gut sogar. Das war wunderbar.
Er horchte auf, als er die Tür hörte und plötzlich wurde ihm wieder bewusst, für wen das hier eigentlich war. Nicht für ihn, das war für Granger und… Ohhhh, da war sie ja schon und nein, sie würde dieses Handtuch jetzt nicht fallen lassen. Sie würde nicht… Doch, natürlich! Bei Salazar, Granger stand nackt vor ihm und… Er legte den Kopf ein wenig schief. Also eigentlich sah sie wirklich gut aus, besser als Pansy. Bestimmt nicht besser als Astoria, was er jetzt einfach mal unterstellte, aber ansehnlich. Warum hatte er sieben Jahre seines Lebens damit verbracht sie zu hassen? Er hätte ganz andere Dinge mit ihr anstellen können. Ahhhh, was dachte er denn da?! Hätte er sich ihr auch nur einen Zentimeter falsch genähert, sie hätte ihn einen Kopf kürzer gemacht und jetzt, heilige Mutter Merlins, er starrte sie an!
Sofort kniff er die Augen zu, spürte, wie sich das Wasser bewegt, hörte ein leises Auflachen und fühlte ein Paar weicher Hände die ihn umfasste. Vorsichtig hob er ein Lid einen wenig an und stellte fest, dass das Mädchen nun völlig vom Schaum eingehüllt war. Puh, Gefahr gebannt.
Er konnte nun mal auch nichts dafür. Er war ein achtzehnjähriger Junge und er hegte eine Vorliebe für brünette Schönheiten. Also das hieß, eigentlich war er das. Im Moment war er ein badendes Frettchen.
„Weißt du Franklin, manchmal frage ich mich schon, ob das alles so richtig ist", begann sie leise zu erzählen und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. Draco sah sie aufmerksam an. Er hatte schon festgestellt, dass sie wohl gerne mit ihm sprach, vor allem, wenn sie das Gefühl zu haben schien, dass sie es niemandem sonst anvertrauen konnte. Ein ziemlich großer Vertrauensbeweis, wie er feststellte. Granger würde ihm das alles nie erzählen, wenn sie wüsste, wer er wirklich war. Er schwor sich, wenn er wieder ein Mensch war, dann würde er das alles für sich behalten. Sie hatte ihn immerhin aus dem Käfig geholt und behandelte ihn gut, da wäre es nur fair, wenn er ihre Geheimnisse nicht weitertrug. Irgendwie fühlte er sich in ihrer Schuld. Nur Merlin selbst wusste wohl, was aus ihm geworden wäre, hätte sie ihn nicht gekauft. Das hätte einen sehr viel böseren Verlauf nehmen können.
„Ich meine, Ron ist mir wichtig. Sehr sogar und ich wusste doch, worauf ich mich einlasse." Sie biss sich auf die Unterlippe. „Er tritt öfter mal in solche Fettnäpfchen."
‚Fettnäpfchen?! Hermine, das war ein ganzer Pool voller Fett!', quiekte er. Er hatte ja nicht mal den Jungs aus seinem Schlafsaal erzählt, was genau so mit Pansy lief und die waren immerhin seine Freunde. Nein, eine gewisse Wahrung der Privats- und Intimsphäre war einfach eine Sache des Respekts und den hatten ihn seine Eltern durchaus gelehrt. Nun gut, nicht allen Mitmenschen gegenüber, aber er wusste sehr wohl, was sich gehörte und das ganz definitiv nicht.
Moment, hatte er sie gerade Hermine genannt?
„Er hat sich am Samstag wirklich viel Mühe gegeben", unterbrach sie ihn. „Er war mit mir im Raum der Wünsche. Er meinte, er hat extra noch nachgesehen, ob das Dämonenfeuer nur die eine Ebene zerstört hat, damit nichts schief geht", sie lächelte leicht, „und es ging wirklich alles nach meinen Bedürfnissen."
Die Dunkelhaarige begann das Tier einzuseifen, wobei es zufriedene Geräusche von sich gab.
„Ich frage mich nur, warum er nicht öfter mal darauf achtet. Es war schön, dass er mir einen ganzen Abend geschenkt hat, aber eigentlich wäre es mir lieber, er würde diese Kleinigkeiten in den Alltag einbauen. Ich möchte doch nur, dass er aufmerksamer und einfühlsamer ist. Von Zeit zu Zeit. Ich weiß ja, wie er ist und… Er soll sich doch nicht um hundertachtzig Grad wenden, aber mir so ein bisschen entgegenkommen. Verlang ich zu viel?"
Draco hob skeptisch die Augenbraun. Zumindest hätte er das getan, hätte er denn welche. Sie verlangte seiner Meinung nach nicht zu viel. Nicht, dass er immer gut mit Pansy umgegangen wäre, aber er hatte ihr auch nie erzählt, sie wären fest zusammen. In einer richtigen Beziehung war das seiner Meinung nach nochmal etwas anderes. Allerdings wusste er eh nicht, was sie mit der rothaarigen Sumpfkröte wollte. Sie brauchte jemanden, der ihr mehr Respekt entgegenbrachte, der ihr intellektuell gerechter war, der sie insgesamt besser behandelte, nämlich so wie sie es verdiente. Er war immer noch der Meinung, der Teelöffelvergleich war äußerst treffend. Witzig, dass sie beide ihn so bezeichneten, bemerkte er.
„Ginny hat vermutlich Recht, ich sollte ihm noch eine Chance geben. Vielleicht hat er es ja auch jetzt verstanden."
Oh ja, vielleicht, aber auch nur vielleicht, würde aus Weaselbee auch irgendwann mal ein Meister der Zaubertränke, der Severus den Rang ablief.
Nach dem Bad, Draco hatte wieder die Augen geschlossen gehalten, bis Hermine wenigstens ihr Nachthemd übergestreift hatte, hatte sie ihn kräftig mit dem Handtuch abgerubbelt. Jetzt saß er auf der Ablage neben dem Waschbecken, was offenbar ihr gehörte und musterte sich missbilligend im Spiegel. Er stellte sich auf die Hinterbeine und versuchte sich von allen Seiten zu betrachten. Also ehrlich, er sah aus, als wäre er ein explodierter Knuddelmuff. Mühlseelig versuchte er das Fell an seinem Kopf mit der Vorderpfote glatt zu streichen.
„Ich fass es einfach nicht. Franklin, du bist aber ganz schön eitel", kicherte die Hexe und stupste ihn an. Verärgert drehte er sich um.
„Wenn alle Frettchen so sind, dann wundert es mich nicht, dass Malfoy damals bei Moodys Zauber zu einem wurde. Liegt wohl am Karma. Aua! Hey, werd ja nicht frech", schimpfte sie und rieb sich über das Handgelenk. Franklin hatte nach ihr geschlagen. Ganz schön empfindlich, das musste man ihm lassen. Ein kleines, narzisstisches, magisches Frettchen und sie war froh, ihn zu haben.
