…ein Problem damit hast…
,,Was machst du denn hier?´´ wollte Lara wissen, als sie sich wieder voneinander gelöst hatten.
,,Ach ich wollte einfach meine beste Freundin besuchen! Ist doch kein Verbrechen, oder?´´ entgegnete die Polizistin lächelnd.
,,Nein, natürlich nicht. Ich bin bloß etwas…überrascht!´´
,,Also dann werde ich euch beide mal alleine lassen…´´ flüsterte Madeleine und ging lächelnd davon.
,,Oh…Okay, komm doch rein!´´ bot Lara ihrer Freundin dann an. Sara nickte fröhlich und betrat Laras Schlafzimmer.
,,Setz dich, wenn du möchtest…´´ schlug Lara vor, als sie die Tür schloss.
Sara setzte sich auf die Couch und merkte, dass sie sich auf etwas nasses gesessen hatte, also zog sie dieses Etwas hervor und hielt es hoch.
,,Ein nasser Lappen…?…´´ murmele sie und blickte Lara fragend an.
Lara setzte ein nervöses Lächeln auf und nahm ihn ihr ab: ,,…Naja, ich habe ein bisschen Kopfschmerzen…´´
…Ein `Bisschen´ ist da aber untertrieben… stellte Sara fest, als sie ihre Freundin ansah…Sie ist ziemlich nervös…und sie sieht ein wenig blass aus…
Lara ging ins Badezimmer und hängte den Lappen über die Heizung zum trocknen, dann kam sie zu Sara zurück.
,,Möchtest du etwas trinken?…´´ fragte Lara und steckte ihre Hände in die Hosentaschen.
,,Nein, danke. Madeleine hat mir eben schon etwas angeboten, aber du könntest dich auch hinsetzen! Dann wäre es sicherlich komfortabler sich zu unterhalten!´´ entgegnete die Polizistin lächelnd.
,,Ja, klar,…´´ Lara setzte sich ihr gegenüber auf die andere Couch, ,,…Also, wie geht es dir? Und Jack?´´
,,Also mir geht es bestens und Jack ebenfalls. Wir haben Urlaub bekommen. Er ist zu seiner Familie nach Los Angeles und ich…naja…´ne Familie hab ich ja nicht, also bin ich her gekommen. Ich hoffe es ist nicht unpassend. Ich hätte mich vielleicht vorher ankündigen sollen?´´
,,Nein, nein, gar nicht! Wirklich, Sara,…´´ versicherte die Archäologin lächelnd, ,,…ich freue mich immer über deinen Besuch und du kannst hier jederzeit aufkreuzen, wenn dir danach ist.´´
,,Okay,…´´ begann Sara lächelnd, doch es verging ihr dann, obwohl sie es nicht wollte, ,,…und wie geht es dir? Ich meine nach der ganzen Sache…
,,Mir? Mir geht's gut. Du weißt doch, mich kann nichts aus der Bahn bringen, egal wie schrecklich es auch sein mag!´´ lächelte Lara weiter, doch sie war sich sicher, das ihr Sara nicht glaubte.
…Verdammt, was red´ ich denn da für einen Mist?…
,,Du bist dir sicher?…´´ bohrte Sara nach, als sie bemerkte, das Laras Bein immer wieder auf und ab zuckte, ,,…Deine Freunde, haben aber gemeint, du hättest schon deine Probleme mit dieser Sache!´´
Einen Moment lang, schwiegen beide und sahen einander an, dann seufzte Lara. ,,…Okay, was ist los, Sara?… ´´ und als Sara sie daraufhin fragend ansah, sprach Lara weiter, ,,…Bitte korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber könnte dein plötzlichen Auftauchen hier, irgendetwas mit meinen Freunden zu tun haben?´´
,,Wieso? Glaubst du das denn?´´ wollte Sara wissen und wusste das Lara sie erwischt hatte.
,,Sara! Ich kenne dich und ich kenne meine Freunde! Sag mir, haben sie dich hergerufen?´´ fragte Lara und blickte Sara eindringlich an.
Sara wendete den Blick von ihrer Freundin ab und murmelte: ,,…Ich habe ihnen gesagt, das du den Braten riechen würdest!…´´ dann Blickte sie wieder in Laras Augen, ,,…Ja, deine Freunde haben mich gerufen, um dir zu Helfen…´´ Lara wollte etwas sagen, doch Sara sprach einfach weiter, ,,…Sie haben mich vor ein paar Tagen angerufen und mir alles erzählt. Sie haben mich gefragt, ob ich dir helfen könnte und ich willigte ein. Ich habe mir Urlaub genommen und heute Morgen dann hat Zip mich vom Flughafen abgeholt!´´
Empört atmete Lara aus und blickte sie weiterhin an.
,,Was soll das?…´´ begann die Archäologin dann, ,,…Sind die denn jetzt total übergeschnappt?´´
,,Sie machen sich Sorgen um dich und ich doch auch…´´ entgegnete Sara.
,,Ich frage mich nur warum? Ich…Es geht mir bestens, also gibt es keinen Grund sich irgendwelche unbegründeten Sorgen machen zu müssen!´´ sagte Lara scharf.
,,Allem Anschein nach aber doch!…´´ gab Sara zurück, ,,…Ich merke doch wie du dich verändert hast. Du bist nervös, aber hast eigentlich keinen Grund dazu. Außerdem siehst du ziemlich blass im Gesicht aus…
,,Na und?…´´ verteidigte sich Lara, ,,…Ich habe eben schlecht geschlafen! Was ist schon dabei?´´
,,Wenn man deinen Freunden glaubt, schläfst du aber ziemlich oft ziemlich schlecht in der letzten Zeit! Madeleine hat mir auch erzählt, das du die ganze Zeit hier drin warst und nicht mal geantwortet hast, als sie dich gerufen hat! Und was war das mit dem kalten Lappen vorhin?´´ zählte Sara auf. Sie wollte Lara eigentlich nicht mit all den Dingen Konfrontieren, doch sie wusste, wie stur ihre Freundin sein konnte.
,,Selbst wenn ich schlecht schlafe, ist das kein Grund gleich meine Freundin aus New York hierher zuholen und wie ich eben schon sagte, ich habe Kopfschmerzen und wollte nicht gestört werden!´´ entgegnete Lara und stand auf.
,,Hey, wo willst du hin?´´ wollte Sara wissen und folgte ihrer Freundin, als diese den Raum verlies. ,,Na wo hin denn schon? Ich werde meinen `Freunden´ ein für alle mal sagen, dass sie mich in Ruhe lassen sollen!´´ sagte Lara wütend und eilte voraus…
Eilig stieg sie die Treppen zur Haupthall hinunter.
Sara folgte ihr ein paar Schritte dahinter und befürchtete, dass Lara sich nicht mehr unter Kontrolle hatte.
,,…Zip! Alister! Wo seid ihr? Wir müssen reden!´´ rief Lara durch das Gemäuer, als sie zum Computerraum ging. Er war durch Panzerglas von der Haupthalle getrennt, wodurch Lara erkennen konnte, dass Zip am PC saß und Alister ein Buch in der Hand hatte und neben ihm saß.
Doch die beiden blickten auf, as sie Laras wütende Stimme hörten und erhoben sich. Alister nickte zu Zip und er folgte ihm nach draußen in die Haupthalle Croft Manors.
Unmittelbar vor der Tür, war Lara bei ihnen eingetroffen. Alister schluckte, als er ihren wütenden Blick sah.
,,Hi, Lara! Was ist?´´ fragte Zip, wohl wissen, was sie gleich sagen würde.
,,Das wisst ihr ganz genau, oder habt ihr Sara etwas nicht hier herbestellt?´´ entgegnete Lara, nicht um den heißen Brei herumredend.
,,Also, Em…Ich…Wir…´´ begann Alister stotternd. Er war sowieso eher der schüchterne Typ.
Zip atmete noch einmal tief aus und ergriff dann das Wort, um seinen Kumpel abzulösen: ,,…Ja, Süße, das haben wir. Um auf unser Gespräch von heute morgen zurückzukommen, wir denken immer noch, dass dir die ganze Sache ziemlich an die Nieren geht und dachten, wenn wir schon nicht an dich ran kommen, dann schafft es Sara vielleicht…
,,…und da holt ihr sie für nichts und wieder nichts einfach so hierher?…Ich weiß nicht, ob ich sauer, oder dankbar sein soll!´´
,,…wie wäre es denn mit dankbar?´´ schlug Alister fragend vor, doch Lara warf ihm einen Bösen blick zu.
,,..Hey, Süße, hör zu,…´´ begann Zip, ,,…wir haben uns einfach Sorgen um dich gemacht, Du redest doch mit niemandem mehr und es ist offensichtlich das du ein Problem hast, damit fertig zu werden. Das wissen alle hier und…
,,Meine Probleme gehen euch überhaupt nichts an!…´´ schnitt Lara ihm das Wort ab und verschränkte die Arme vor der Brust, doch man konnte hören, wie sie mit sich kämpfte diese Worte auszusprechen, ,,…Ihr sollt euch einfach nur aus meinem Leben raushalten! Ist das denn zu viel verlangt?…Außerdem braucht ihr euch nicht um `mich´ zu sorgen, ich komme schon klar! Wenn ich eure Hilfe brauche, dann sage ich es!´´
,,Nein das würdest du eben nicht. Sonnst hättest du es doch schon klängst getan, oder?´´ warf Alister ein.
Lara entgegnete erst nichts, dann schüttelte sie nur fassungslos den Kopf: ,,…Das hätte ich einfach nicht von euch gedacht!´´
,,Süße, wir wollten…´´ begann Zip und wollte ihr einem Arm um die Schultern legen, doch sie entzog sich ihm.
,,Zip, ich habe dir schon hundert mal gesagt, dass du mich nicht `Süße´ nennen sollt. Lass das bitte!´´ sagte sie und drehte sich von ihren Freunden weg.
,,…´Tschuldigung.´´ flüsterte Zip getroffen.
,,..Lara? Es tut uns Leid!´´ sagte Alister leise, als de Archäologin an ihrer Freundin vorbeiging, ohne sie anzusehen.
,,…Dafür ist es zu spät!…´´ murmelte Lara, als sie wieder Richtung Treppen ging. Allerdings konnten die anderen nicht sehen, das sich ihre Augen mit Tränen füllten…
Sie verschloss ihre Zimmertür - früher hatte sie das nie getan, stellte sie fest - und war bemüht ihre Tränen zurückzuhalten. Doch sie liefen ihr still über die Wangen und Lara ließ sich einfach an der Tür zu Boden gleiten.
Lara zog die Beine so weit an ihren Körper wie es ging und verschränkte die Arme darum. Den Kopf ließ sie dann in ihren Schoß sinken.
Ihre Freunde hatten ja recht und es tat ihr schrecklich leid, das sie die beiden eben so angefahren hatte. Sie hatten keinen Fehler begangen denn Lara war froh Sara hier zu haben.
,,…Es tut mir leid, aber ich konnte sie nicht anlügen. Sie hat es sofort gemerkt!´´ sagte Sara zu Zip und Alister.
,,Ist schon okay, wir hätten auch nie von dir verlangt, dass du sie anlügst!´´ entgegnete Alister.
,,Ja, trotzdem war das ein voller Schuss in den Ofen! Jetzt wird sie noch nicht einmal mit dir darüber reden!´´ murmelte Zip zu Sara.
,,Hast du denn wenigstens etwas aus ihr herausbekommen?´´ wollte Alister wissen.
Sara nickte: ,,…Sie sagte, dass es ihr gut geht!´´
,,Also das ist völliger Quatsch!…´´ begann Zip, ,,…Soll ich dir mal sagen, wie gut es ihr geht?…Seit sie aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat sie mit niemandem über die Ereignisse in Paris und Prag geredet. Keiner von uns weiß genau, was da abgegangen ist und der Polizeibericht ist auch nicht gerade hilfreich. Sie verkriecht sich seit Wochen und meidet den Kontakt zu uns. Sie trainiert auch nicht mehr, geschweige denn dass sie sich für irgendetwas interessiert. Alles ist ihr egal! Ist euch denn aufgefallen, dass sie abgenommen hat?…Das kommt daher, dass sie kaum noch etwas isst, oder schläft…
,,…ja,…´´ fügte Alister hinzu, ,,…sie scheint irgendeine Art `Trauma´ zu haben. Außerdem hat sie - wenn sie mal schläft - diese Alpträume. Vor einer Woche war das…da ist sie wohl beim lesen in der Bibliothek eingeschlafen. Ich kam zufällig hinein und hörte sie im Schlaf fürchterlich schreien. Ich habe mir Sorgen gemacht und sie geweckt, doch als ich sie darauf angesprochen habe, hat sie alles abgestritten und ist einfach gegangen!´´
,,Verstehst du jetzt, warum wir dich so dringend baten hierher zu kommen?…´´ sprach Zip weiter, ,,…Du bist ihre beste, engste und wahrscheinlich auch einzigste Freundin. Wenn du ihr nicht helfen kannst, dann weiß ich nicht, was wir tun können…
,,Ja ich verstehe euch! Und ich bin genauso besorgt um Lara, wie ihr, doch wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Man redet gegen eine Mauer!…´´ entgegnete Sara, ,,…aber ich meine, das hat schon vor Paris und Prag angefangen, oder?´´
Alister nickte: ,,…Genau genommen ist das schon so, seid…naja…
,,…seit Chases Tot…´´ beendete Zip Alisters Satz.
,,Ja ich weiß…´´ begann Sara, ,,…vielleicht hätte ich doch noch länger bei ihr bleiben sollen, nachdem er gestorben war. Ich hätte sie einfach nicht alleine lassen dürfen!…
Sara machte sich Vorwürfe.
Sie war nach Chases Tot fast drei Wochen bei Lara geblieben und hatte gedacht, dass sich die Archäologin wieder gefangen hat. Immerhin war Chase alles für sie gewesen. Sara hatte geglaubt, Lara käme schon wieder klar mit sich und der Welt, also war Sara nach New York zurückgekehrt, doch Lara antwortete kaum auch ihre Mails. Da wusste Sara, dass sie einen Fehler gemacht hatte.
Kurz darauf wurde Lara nach Paris gerufen, von ihrem ehemaligen Mentor Werner von Croy. Sara wusste das die beiden immer noch Streit hatten wegen der Sache in Ägypten. Doch anscheinend musste Lara, nach dem Tot ihres Lehrers, in Paris und Prag regelrecht die Hölle erlebt und durchgemacht haben, denn jetzt war sie so anders. So hart und kalt, das ewige Feuer tief in ihr, die Lebenslust und der Kampfgeist, waren erloschen.
Sara spürte das und sie wusste, dass sie ihrer Freundin helfen musste.
Sie saß noch immer zusammengekauert gegen die Tür gelehnt und ein kühler Schauer durchlief ihren Körper. Sie fröstelte, obwohl das ungewöhnlich war, um diese Jahreszeit - Hochsommer.
Plötzlich klopfte es an der Tür und Lara schreckte hoch. Sie war ohnehin so schreckhaft in der letzten Zeit.
,,Lara?…Lara, ich bin´s. Komm mach auf!…´´ Saras stimme drang in ihre Ohren, ,,...Komm schon. Du brauchst gar nicht so zu tun, als würdest du mich nicht hören!´´
Seufzend und Augenrollend erhob sie sich und ging wieder zur Couch. Erschöpft lies sie sich darauf fallen und schloss kurz die Augen. Dann hörte sie nichts mehr und bedankte sich im Geiste, dass sie endlich ihre Ruhe hatte.
Nach einigen Minuten wurden ihre Augen immer schwerer und dann fielen sie ihr zu. Doch richtig einschlafen konnte Lara nicht.
,,…Woww!…Ich hab´s geschafft!´´ es war Saras Stimme, die Lara hochschrecken lies. Verblüfft setzte sich die Archäologin auf und starrte ihre Freundin an, die dort vor ihr stand. Konnte ihre Freundin etwa durch Wände gehen?
,,Sara? Wie bist du…? Ich hab doch abgeschlossen…´´ murmelte Lara.
,,Ach das? Naja, ich hab mich zu dir projiziert!´´ antwortet Sara knapp.
Lara schien sich verhört zu haben: ,,…Du hast was?´´
,,Mich zu dir projiziert!…´´ wiederholte die Polizistin und blickte in Laras fragendes Gesicht, ,,…Ach so, davon weißt du ja noch gar nichts. Ich habe seit knapp drei Wochen eine neue Fähigkeit, dank der Witchblade. Aber ich muss sie noch ein wenig trainieren. Ich kann mich in Trance versetzten und meinen Geist irgendwo anders hinschicken, wie zu dir zum Beispiel!´´
,,Äh?…Wie…meinst du, du bist ein Geist?´´ stammelte Lara vor sich hin, nicht recht wissend, ob sie das glauben konnte.
,,Ja, mein Geist ist hier bei dir und mein Körper ist draußen vor der Tür. Ich kann in diesem Zustand - also als `Geist´- auch nur von den Menschen gesehen werden, die mich sehen sollen.´´
,,Du meinst, du könntest auch unsichtbar sein?´´ wollte Lara erstaunt wissen.
Sara nickte eifrig.
Lara schluckte: ,,Aber du projizierst dich nicht einfach zu irgendwelchen Freunden, um diese zu beobachten oder auszuhorchen, oder?´´ hinterfragte Lara und meinet sich selbst damit.
Sara lächelte: ,,Nein meinen besten Freunden würde ich nie so etwas antun. Ich vertraue einfach darauf, das sie mir ihre Probleme selbst erzählen, wenn sie so weit sind!´´
Lara wusste, das Sara sie gemeint hatte und erwiderte: ,,Und wenn deine besten Freunde noch etwas Zeit brauchen?´´
Sara schwieg einen Moment und blickte Lara an, dann antwortete sie: ,,Ich respektiere es, obwohl ich es nicht gut finde. Wenn man mit etwas abschließen will, dann muss man auch mit jemandem darüber reden! So schwer es einem auch fällt!´´
Lara nickte leicht, stand auf und ging zur Fensterfront, die auf ihren Balkon führte und blickte nach draußen. Es war später Abend und die Sonne war am Untergehen. Sie ertränkte den Himmel in Orange und Rot.
,,Und wenn man glaubt, man würde an den Worten ersticken, wenn sie einem aus dem Mund kommen?´´ wollte Lara wissen und verschränkte die Arme.
,,Lara…´´ begann Sara und kam näher, doch Lara hörte ihre Schritte nicht, ,,…wieso probierst du es nicht einfach?…Ich bin doch bei dir…
Lara schüttelte den Kopf und lies ihn hängen. ,,…Ich kann nicht…Bitte lass mich allein…´´ flüsterte sie so leise, wie sie konnte, doch Sara hörte es trotzdem.
,,Nein, Lara,…´´ widersprach die Polizistin, ,,…ich werde dich nicht allein lassen. Das habe ich schon einmal gemacht und es hat dir nicht gut getan!…Ich will dich nicht bedrängen oder reizen, aber deine Freunde haben recht. Deine Erinnerungen werden dich zerfressen, wenn du nicht darüber redest!´´
Lara drehte sich zu der Amerikanerin um und eine Träne rollte ihre Wange hinunter: ,,…Glaubst du etwas, das weiß ich nicht?…Wie gerne würde ich alles hinter mir lassen, einen Schlussstrich ziehen, doch es gelingt mir einfach nicht, als würde irgendetwas in mir sich immer wieder dagegen wehren und einfach nicht zulassen, dass ich mich davon befreie!´´
,,Du musst den ersten Schritt machen, Lara, du musst anfangen zu reden und du darfst dich nicht weiter verschließen!´´
Lara stürzte die Lippen und schüttelte abermals den Kopf: ,,…Bitte Sara, ich möchte jetzt alleine sein!´´
,,Damit du wieder Depressionen und quälende Erinnerungen ertragen musst?…Nein, das kannst du vergessen. Ich werde hier bleiben!´´ beharrte Sara.
,,Gut, dann bleib hier, aber ich werde gehen!´´ beschloss Lara, es wurde ihr zu viel und sie machte Anstalt das Zimmer zu verlassen.
Sara stellte sich ihr in den Weg: ,,Es hilft dir nicht, wenn du davor wegläufst!´´
,,Sara, lass mich vorbei!´´ drängte Lara.
Sara schüttelte den Kopf: ,,Ich kann dich nicht gehen lassen…Ich liebe dich wie eine Schwester und ich kann es nicht mit ansehen, wie du zugrunde gehst!´´
,,Du bist erst ein paar Stunden hier und schon glaubst du das beurteilen zu können?´´ warf ihr Lara entgegen.
,,Was ist bloß los mit dir?…´´ fragte Sara, ,,…Ich erkenne dich kaum wieder! Du bist so kalt geworden!´´
,,Ja ich habe mich verändert, okay! Und du weißt gar nicht wie sehr…Du weißt nicht, wie sehr man sich verändert, wenn man all das erlebt hat!…´´ Laras Worte schockierten ihre Freundin, was ihre Gesichtsausdruck zeigte, doch Lara sprach weiter, ,,…Jetzt lass mich durch, oder…Moment, du bist ja ein Geist, ich kann ja einfach durch dich hindurchgehen, oder?´´
,,Lara…´´ begann Sara, doch Lara ging los, geradewegs durch sie hindurch.
Sara zuckte zusammen, als sie all die Gefühle und Ängste der Archäologin spürte. Es fühlte sich an, als würde sie irgendwo nackt und verlassen auf kaltem Stein stehen und brausender, eisiger Wind und Regen würde sie umgeben. Sie spürte Laras Angst davor allein gelassen zu werden, die Zerbrechlichkeit und seelische Schwäche. Mit einem mal verstand sie ihre Freundin und drehte sich zu ihr um.
Sie stellte fest, dass Lara stehen geblieben und ebenfalls zusammengezuckt war, ihr ging es offenbar nicht anders.
Doch Lara spürte die Besorgnis und die Verbundenheit Saras zu ihr. Da war irgendwo ein wohliges, warmes Feuer in ihrem kalten Herzen entsprungen und eine Gänsehaut breitete sich über ihren Rücken aus. Langsam drehte sie sich zu ihrer Freundin um und blickte sie an. Sie verstand nicht, was da gerade passiert war.
,,Lara…?…´´ flüsterte Sara fragend, das Ereignis gerade, ebenfalls nicht recht verstehend. Sie sah, das Lara erneut Tränen in den Augen hatte.
,,…Was?…´´ wollte Sara sanft wissen und blickte ihre Freundin besorgt an.
Lara senkte den Blick und schüttelte leicht den Kopf: ,,…es tut mir leid…´´ ihre Tränen liefen ihr übers Gesicht und diesmal hielt sie sich nicht zurück, ,,…es tut mir so leid…
Lara sank auf die Knie und weinte leise. Sara wünschte sich nicht sehnlicher, als sie in den Arm zu nehmen…
