3. Kapitel

"Grissom... Grissom hören sie mich?
Kommen sie schon alter Junge.
Wachen sie auf."
"Sara?"
Grissoms Augen waren noch geschlossen.
Er glaubte zu träumen. Jemand rüttelte an ihm.
"Was ist Sara?"
"Gil machen sie endlich die Augen auf." forderte eine tiefe ruhige Stimme.
Grissom fiel es schwer seine Augenlider zu öffnen.
Sein Körper zitterte vor Kälte.
Er fühlte irgendetwas war anders.
Das Gewicht auf seinem Körper war nicht mehr zu spüren.
"SARA!" schrak Grissom mit weit aufgerissenen Augen hoch.
"Beruhigen sie sich Grissom."
Jim Brass war mit den Rettungskräften zum Unfallort gekommen, weil er persönlich sicher stellen wollte, dass es seinen Kollegen und Freunden gut geht.
"Wo ist sie, Brass? Sie ist schwer verletzt. Ihr Arm..."
Grissom rang nach Luft.
Seine Sorge um Sara schnürte seinen Hals zu.
"Sie ist schon im Helikopter.
Jetzt sind sie dran. Können sie aufstehen?"
Brass reichte ihm die Hand und half ih aus dem Wagen zu steigen.
Im Schnee angekommen, zitterten Grissom die Knie und sackte zusammen.
Brass schaffte es gerade noch Grissom aufzufangen, damit dieser nicht in den Schnee fiel.
"Kann mir hier mal jemand helfen?" brüllte Brass Richtung Sanitäter.
"Geht schon Brass." sagte Grissom, als er seine Beine wieder unter Kontrolle hatte.
"Die Kälte hat wohl für kurze Zeit jegliches Gefühl aus meinen Beinen genommen." versuchte er Brass zu beruhigen.
Doch der ließ sich nicht beeindrucken von Grissoms Worten.
"Kommt hier mal endlich jemand." rief er verärgert.
2 Sanitäter kamen ihm entgegen.
Einer legte Grissom eine Decke über, während der anderen Grissom stützend unter den Arm griff.
Im Helikopter war Grissom froh, wieder bei Sara zu sein.
"Ist sie bewusstlos?" fragte er nervös.
Sara war in Rettungsdecken eingehüllt und nur noch ihr Gesicht war zu erkennen.
"Wir haben, um Miss Sidle den Transport so leicht wie möglich zu machen, ihr ein starkes Schmerz- und Beruhigungsmittel gegeben."
Der Arzt sah, wie argwöhnisch Grissom die Schläuche betrachtete, die zu Sara unter die Decke führten.
"Durch diesen Schlauch führen wir Miss Sidle eine Kochsalzlösung zu, um ihren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
Ihre Temperatur war bedrohlich nah weit unten.
Wenn sie sich nicht gegenseitig gewärmt hätten, wäre sie vielleicht schon nicht mehr am Leben.
Das hat ihr das Leben gerettet."
Grissom riss entsetzt seine Augen auf.
Sie hätte tot sein können.
Allein der Gedanke daran brach ihm das Herz.
"Aber sie wird wieder gesund?"
"Ich kann hier im Helikopter noch keine genauen Untersuchungen machen, aber es sieht gut aus.
Ihre Temperatur ist schon wieder gestiegen.
Was ihren Arm betrifft, müssen wir die Röntgenbilder im Krankenhaus abwarten."
Grissom atmete erleichtert aus.
Er hatte mit dem Schlimmsten gerechnet.
Noch im Helikopter verbesserte sich Saras Zustand weiter.
"Ich hab dir doch gesagt Brass hat dich gehört."
Sara wurde wach und suchte Grissoms Blick.
Grissom lächelte sie an.
"Ja, da hattest du recht."
Grissom blickte zu Brass, der sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
Brass wusste schon immer, dass zwischen Grissom und Sara etwas Besonderes war.
Ihm entfielen nicht die Blicke, die sich die Zwei gerade zuwarfen, wenn der andere gerade nicht hinsah.
Grissom ignorierte Brass Grinsen und wandte sich wieder Sara zu.
Doch diese hatte schon wieder ihre Augen geschlossen und schlief.
"Ihr habt verdammtes Glück gehabt." sprach Brass Grissom an, der noch immer mit seinem Blick an Sara fest hing.
"Wie bitte?"
"Ich sagte, ihr hattet verdammtes Glück, Gil.
Ihr hättet tot sein können." sagte Brass ernst.
"Ich weiß Jim. Sara wäre fasst erfroren.
Hoffentlich wird ihr Arm wieder hergestellt."
Grissom war am Ende.
Fast wäre er und seine Mitarbeiterin ums Leben gekommen.
Nicht irgendeine Mitarbeiterin.
Sara. Seine große Liebe.
Nur wusste sie nichts davon, dass er genauso fühlte wie sie selbst.
Ich muss es ihr unbedingt sagen, sonst wird sie recht behalten und es wird zu spät sein.

Im Krankenhaus angekommen, stellte sich heraus, dass Saras Arm zwar an 2 Stellen gebrochen war, aber sie keine bleibenden Schäden davon tragen würde.
Ihr Arm war bis zur Schulter in einem dicken Gips eingepackt und ihre Platzwunde wurde mit 8 Stichen genäht.
Sara war erfreut zu hören, dass sie noch am selben Tag wieder nach Hause durfte.
Sie blieb für ein paar Stunden im Krankenhaus bis ihr Körper wieder normale Temperatur erreichte.
Brass fuhr mit Grissom Sara nach Hause.
Sie saß auf dem Rücksitz und war schon längst wieder eingeschlafen.
Besorgt sag Grissom immer wieder zu ihr nach hinten.
"Es geht ihr gut Grissom.
Sie haben die Ärzte gehört.
Ihr Arm wird wieder wie vorher und die Gehirnerschütterung wird sie in ein paar Tagen schon wieder vergessen haben."
"Aber hätte sie nicht mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus bleiben müssen?"
"Nicht wenn man Sara Sidle heißt und Krankenhäuser hasst."
Grissom seufzte auf.
Das war wieder typisch Sara.
Aber er konnte ihre Abneigung zu Krankenhäusern verstehen.
In ihrer Kindheit hatte sie zu viel Zeit an solchen Orten verbracht und ihr Erinnerungen beschert, auf die sie gerne verzichten wollte.
Brass hielt, als sie vor Saras Wohnung ankamen.
Der Detective wollte gerade ansetzten um Sara zu wecken, ihn Grissom aber die Hand auf die Schulter legte um ihn daran zu hindern.
"Ich mach das schon. Schließen sie die Tür auf." sagte Griss und gab Brass Saras Wohnungsschlüssel, die er ihr zuvor abnahm.
Die beiden Männer stiegen aus und gingen zu Saras Tür.
Brass hielt die Autotür auf, während Grissom die schlafende Sara in seine Arme nahm und sie zu ihrer Wohnung trug.
Schnell ging Brass zur Wohnungstür und schloss sie auf.
Er war verwundert, dass Grissom sofort wusste in welche Richtung er gehen musste um in Saras Schlafzimmer zu gelangen.
Kurz bevor Grissom Sara in ihr Bett legte, wurde sie wach.
"Es wird langsam zur Gewohnheit, dass du mich in deinen Armen hältst." sagte sie noch recht schläfrig, brachte aber trotz ihrer Müdigkeit ein Lächeln heraus.
Grissom grinste sie an.
Ihr Lächeln brachten seine Gefühle wieder in Wallung.
Vorsichtig legte er sie in ihr Bett und sah weiter in ihr lächelndes Gesicht.
"Danke für alles Griss." schaffte sie noch mit halb offenen Augen zu sagen.
Grissom drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
"Schlaf gut Sara. Wir sehen uns später."
Er wusste nicht, ob Sara seine Worte noch war nahm, denn ihre Augen waren wieder geschlossen.
Behutsam legte er ihre Bettdecke über sie.
Der Kuss auf die Stirn war ihm nicht genug.
Er wollte noch einmal ihre weichen Lippen spüren.
Wer weiß ob ich je wieder in den Genuss komme ihr so nah zu sein.
Einmal mehr küsste er die schlafende Sara.
Nur leicht um sie nicht doch zu wecken.
Wie schön wäre es, wenn sie meine Küsse erwidern würde.
Grissom löste sich von ihr und betrachtete sie eine Weile.
Sie ist so wunderschön.
Mit seiner Hand strich er ihr über die Wange.
Es ist schön endlich wieder Wärme von ihr zu spüren.
Gedankenverloren ging Grissom aus Saras Schlafzimmer und stieß dabei fast mit Brass zusammen, der die ganze Szene mitbekam.
"Sie sollten ihr es endlich sagen." gab Brass ernst von sich.
Grissom trat ganz aus dem Zimmer und schloss leise die Tür.
"Wovon sprechen sie?"
"Kommen sie Gil. Sie wissen genau was ich meine.
Dass Sara ihnen mehr bedeutet, als nur eine Kollegin, weiß ich wahrscheinlich länger als sie selbst.
Sara wird nicht ewig warten. Sagen sie ihr es endlich.
"Habe ich schon."
"Und?"
"Sie hat geschlafen."
Grissom schaute betrübt.
Brass hingegen grinste.
Das ist so unverkennbar.
"Dann sagen sie ihr es schnellst möglich im wachen Zustand." grinste er Grissom weiter an, der daraufhin mitlachen musste.
Die beiden Männer gingen in Saras Wohnzimmer und setzten sich auf das Sofa.
Brass sah sich ein wenig um.
"Sara hat mit Weihnachten nicht viel am Hut." bemerkte er.
In Saras Wohnung konnte Brass nichts Weihnachtliches entdecken.
Da kam Grissom eine Idee und lächelte.
"Was?" fragte Brass.
"Haben sie ein paar Stunden Zeit?"
"Es ist ruhig im Moment.
Hoffen sie, dass keine Leiche dazwischen kommt.
Weihen sie mich ein." forderte Brass ungeduldig.
Grissom erzählte ihm von seinem Vorhaben, wobei Brass große Augen machte.
"Mensch Grissom, sie werden ja noch zum Romantiker." lachte er ihm entgegen.
"Meinen sie, es wird Sara gefallen?"
"Wäre ich eine Frau, würde es mir gefallen."
"Sara ist keine normale Frau."
"Das stimmt Gil.
Sara ist eine besondere Frau, die es endlich verdient hat glücklich zu sein.
Es wird ihr gefallen, da bin ich mir sicher." sagte der Detective ernst.
"Gut. Dann lassen sie uns mal anfangen, bevor Sara aufwacht."
Grissom schnappte sich seine Jacke und verließ mit Brass Saras Wohnung.

TBC