Hey leute ^^
sry, dass es etwas länger gedauert hat, aber ich bin seit ner woche krank und ernähre mich nur noch von tee und zwieback. deswegen fällt auch mein vorwort diesmal etwas kürzer aus. Ich hoffe, euch gefällt die Story noch immer und wer fragen, anmerkungen oder sonstiges in petto für mich hat, einfach mailen.
Jack'n'Jules: Thanks für dein review *verbeug* Sag bescheid, wenn die OCs zu unübersichtlich werden.
Na dann, viel Spaß beim lesen.
Kapitel 3: Last Christmas I Gave You My Heart
„Du hast es wieder mal versaut, Black."
Sirius ließ ein unwilliges Knurren aus seiner Kehle dringen, was aber auf Ava Kingston nicht im Geringsten Eindruck machte.
„Spiel dich nicht so auf und gib einfach zu, dass du MAL WIEDER zu langsam warst."
Sirius schnaubte genervt.
„Würde es dir eigentlich irgendwas abbrechen, wenn du einmal deine Futterluke halten würdest?"
Die Sechstklässlerin schob ihren Kaugummi von einer Backe in die andere und neigte dann den Kopf kurz überlegend etwas nach rechts.
„Keine Ahnung, vielleicht?"
Es hatte keinen Sinn, diese Diskussion weiterzuführen und sehr, sehr unwillig gestand sich Sirius dann schließlich ein, dass es eventuell doch ein kleines bisschen seine Schuld gewesen sein könnte, dass das Team von Gryffindor nun seiner Trainingsapokalypse entgegen fieberte.
Besagte Apokalypse wurde – wie eigentlich immer - von einem übereifrigen Teamkapitän mit Brille, braunen Augen und Haaren, die aussahen, als wäre er gerade vom Blitz getroffen worden (die Haare, nicht die Augen), verkörpert. Auch als James Potter bekannt.
Dieser baute sich gerade gewichtig vor seiner davon ziemlich unbeeindruckten Mannschaft auf und verkündete mit einer Stimme, die so kräftig war wie es die Biochemie eines pubertären 16-Jährigen zuließ:
„Leute, das letzte Spiel der Saison steht an und ihr wisst, was das heißt-"
Eine bedeutende Pause folgte.
„-Genau! Wir müssen noch mal alles geben, denn in zwei Wochen steigen wir mit Ravenclaw in den Ring um den Pokal!"
Zweite bedeutende Pause, obwohl es für die Mannschaft wohl eher so etwas wie geistige Leere war, denn am Ende eines jeden Schuljahres hieß es immer das Gleiche. Noch mal richtig reinhauen! Noch mal alles geben, sich von seinem Kapitän an den Rand des körperlichen Leistungsvermögen treiben und dann erschöpft in die Sitze des Schulzuges fallen lassen.
Nur eins war dieses Jahr komisch.
Sie spielten im finalen Match gegen Ravenclaw und nicht Slytherin!
Nun ja, das ließ sich aber im Grunde recht einfach erklären: Der Sucher der Schlangen hatte einen Klatscher abbekommen (alle hatten ganz furchtbar getrauert) und erfreute nun seit einer Woche die Krankschwester mit seiner bewusstlosen Anwesenheit.
Soweit dazu . . .
James beendete gerade seine Motivationsrede, welche sein gesamtes Team bereits auswendig konnte - selbst Oceane de Malherbe, obwohl die zierliche Viertklässlerin erst seit letztem Jahr dabei war – und die wohl auch nur für ihn allein pures Koffein und Aufputschmittel war.
„In Ordnung, Leute!"
Das ‚Auf geht's, Männer!' hatte er sich nach einer ernsten Diskussion mit Ava irgendwann abgewöhnt.
„Ab in die Umkleidekabinen, Umziehen und in einer Viertelstunde will ich euch startbereit auf dem Feld sehen – mit Besen, versteht sich", schmetterte James und die Mannschaft verabschiedete sich mit einem allgemeinen Gemurmel in die getrennten Umkleiden.
#+#+#+#+#+#+#
Genau sechzehn Minuten und 45 Sekunden später stand die gesamte Mannschaft vollständig umgezogen auf dem vom letzten Spätfrühlingsschauer noch leicht matschigen Feld und begann bereits vom bloßen Rumstehen zu schwitzen.
„Was eine scheiß schwüle Luft."
„Japp." Sirius nickte bestätigend.
„Höre ich da etwa Beschwerden?"
„Nein, Chef, wie kommst du nur wieder auf so etwas unglaublich absurdes?"
Skeptisch musterte James seinen Hüter Justin Caldwell, einen schlaksigen braunhaarigen Sechstklässler, der ihm versonnen zulächelte.
„Okay", fuhr James dann schließlich leicht zögernd fort und richtete sich wieder an sein Team, behielt Justin jedoch im Augenwinkel im Blick. „Also, meine Damen und Herren!".
Der Braunhaarige hatte sich seit seiner Ernennung zum Teamkapitän mehrere Arten ausgedacht, seine Mannschaft anzusprechen, was durch die wachsende Frauenquote immer schwieriger geworden war.
„Wir werden das Training heute mit einer lockeren Spielsimulation beginnen – so zum Aufwärmen – dann werden wir zu Reflexübungen in zwei Zweier- und einer Dreiergruppe übergehen, daran schließen die positionsspezifischen Übungen an, zur Abrundung des Ganzen noch etwas Langstreckenfliegen für die Kondition und zum Schluss . . . ."
Bedeutende Pause.
„Backst du uns Waffeln?"
Irritiert blickte James zu Ava – der Ältesten der drei Jäger – und blinzelte ein paar mal.
„Bitte was?"
Doch die Sechstklässlerin winkte nur amüsiert ab und meinte belustigt:
„Keine Panik, Chef, mach weiter. Lass dich nicht stören."
James, der völlig aus seinem Konzept gebracht worden war, starrte seine Jägerin noch einige Momente länger an, bis er sich dann kopfschüttelnd wieder der gesamten Truppe zuwandte, die vollzählig grinsend vor ihm stand. Er murmelte noch etwas von 'Restalkohol' und fuhr schließlich fort; jedenfalls so gut es ging.
„Ähm . . . also, wo war ich? Ach ja, äh, zum Schluss gibt's noch eine Teambesprechung und langes Duschen ist keine Entschuldigung."
Er betonte den letzten Teil besonders und sein eindringlicher Blick lag dabei auf einem gewissen schwarzhaarigen Treiber, der sich betont lässig auf seinen Besen stützte und den rechten Spielfeldrand tierisch interessant zu finden schien.
„Na, dann, auf in die Luft!"
Als alle von hektischen Sauerstoffmolekülen umschlossen waren, verteilte James neongelbe und -pinke Trikots zum Umhängen, auf denen hinten die Nummern der jeweiligen Spieler gedruckt waren und teilte somit die Teams für das Aufwärmspiel ein.
Es wurde immer auf die drei Tore einer Seite gespielt. Die einen waren die Angreifer, die anderen die Verteidiger, nach dem ersten Tor gab es eine Fehleranalyse und wenn es länger als ein gesetztes Zeitlimit dauerte, bis das Tor fiel, wurde gewechselt.
Manöver wurden immer und immer wieder geübt, bis sie den Spielern zu den Ohren herauskamen.
Nach einer Stunde setzte James die erste Pause an. 10 Minuten.
Diana, Remus und Peter sahen meist beim Training zu und kümmerten sich um ausreichend Trinkwasser und so saßen sie meistens auf den Tribünen und schauten zu oder machten währenddessen Hausaufgaben oder ähnliches.
„Ich finde es echt übel, dass wir trotzdem noch Hausaufgaben in Wahrsagen aufbekommen haben, obwohl doch Prüfungen und alles in dem Fach schon vorbei sind!"
Missmutig starrte Diana auf das Blatt Pergament vor sich, auf dem verschiedene Nebelgestalten untereinander abgebildet waren und leicht hin und her waberten. Daneben waren Erklärungen dazu aufgeschrieben.
„Jetzt mach das Ganze nicht schlimmer als es ist und außerdem bist du doch eh schon fast fertig", erwiderte Remus ruhig, wobei er einen Blick auf Dianas Hausaufgaben warf.
Doch das Mädchen ließ sich nicht beschwichtigen. Es schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Moons, es geht dabei ums Prinzip!", meinte sie stur.
Plötzlich hörte man von Peter ein geschnaubtes Lachen, welcher daraufhin beide Augenbrauen einer Art hob, die soviel sagte wie „Das überrascht dich doch jetzt nicht wirklich?", als Diana ihn irritiert ansah.
„Du klingst schon wie diese eine Großcousine von dir, Marylin, oder so."
„Katelyn."
„Wie auch immer."
Diana und James hatten eine gewisse Katelyn Potter in ihrer Familie. Sie war heißblütige Verfechterin der Menschenrechte, der Tierrechte und einer Muggelstiftung namens ‚Green Peace', sie aß kein Fleisch, trank keine Milch, war tödlich beleidigt, wenn man es doch tatsächlich wagte, ihr Eier zu servieren und demonstrierte auf jeder Familienfeier gegen das Buffet. Peter, Sirius und Remus hatten sie auf der Geburtstagsfeier von James' Mutter in den vergangenen Herbstferien kennen gelernt.
Diana seufzte und gab es auf noch weiter eine Diskussion anzustrengen, da bereits beide Jungs anfingen belustigt zu grinsen.
#+#+#+#+#+#+#
(Derweil einige Luftschichten weiter oben)
„Wie läuft's denn so?"
Sirius brachte zu Domenicos mit zweideutigem Unterton gestellter Frage nur ein fragendes Augenbrauenheben zustande.
„Was meinst du?"
Er warf den Quaffel so, dass Domenico einen Rückwärtssalto mit seinem Besen hinlegen musste, um ihn noch zu bekommen. Der Südländer fing den Quaffel jedoch mit Leichtigkeit und meinte mit einem Kopfrucken in Richtung Tribünen unter ihnen:
„Na, das mit dir und Lupin."
Sirius zuckte mit den Schultern.
„Och, eigentlich ganz o – Moment mal!"
Er fing den geworfenen Quaffel und stützte sich mit den Unterarmen darauf, während er Domenico streng musterte.
„Du weißt es?"
„Ja, klar, ich dachte, dass sei ein offenes Geheimnis."
Sirius seufzte schwer, was sofort eine enorme Unsicherheit über das Gesicht seines Teamkameraden huschen ließ.
„I-ist das etwa nicht so? Wenn das so ist, dann-"
„Nein, nein, schon okay, ich seufze nicht deswegen."
Deutlich war das Fragezeichen zu erkennen, welches gerade durch Domenicos Kopf waberte.
„Weshalb dann?"
„James."
„Oh mein Gott! Sag bloß, du fährst zweigleisig!"
Sirius sah ihn an, als hätte er ihn gerade nach einem Tortenrezept seiner Mutter gefragt.
„Neiiiiiiin, wie kommst du denn auf den Mist?"
„Das, mein Lieber, möchtest du garantiert nicht wissen.", erwiderte Domenico breit grinsend und fing den Quaffel, den Sirius mit leicht skeptischem Blick geworfen hatte.
„Wahr-"
„Was ist denn das hier für ein lahmes Training, Jungs! Ich will Einsatz sehen, in zwei-"
„-Wochen geht es gegen Ravenclaw und bis dahin gibt es noch Unmengen zu tun, von der Form der Spieler ganz zu schweigen und unsere Technik ist auch nicht hervorragend", führten Sirius und Domenico James' Schimpftirade synchron gelangweilt aus, während besagter Kapitän sie irritiert musterte.
„Ähm . . . . ja, auch wenn ich euch das mit der Technik gar nicht vorwerfen."
James war bei seinen endlos langen Reden über Moral, Einsatz, Anstrengung und Teamwork immer recht leicht aus dem Konzept zu bringen, wenn die betroffenen Personen ein geringfügiges Bisschen an Ernst vermissen ließen.
„Hey, Potter, wusstest du, dass Black und Lupin was miteinander haben?", warf Domenico plötzlich unerwartet ein, woraufhin sich James Gesichtsausdruck augenblicklich verdunkelte.
„Ja, seit gestern Abend."
Sirius seufzte erneut, während ihn der Todesblick seines Kapitäns durchbohrte. Daraufhin flog James wortlos von dannen und schimpfte mit Ciara Lindskold über ihre Wurftechnik. Diese jedoch blies sich nur unbeeindruckt eine Haarsträhne aus der Stirn und blieb bei ihrer alten Technik.
„Er benimmt sich aber sehr betrogen, mein Lieber."
Domenico grinste wissend und bekam dafür den Quaffel in die Magengrube.
#+#+#+#+#+#+#
„Jahames, jetzt komm schon."
Entnervt klopfte Sirius gegen die Badezimmertür; so langsam begann er eine Abneigung gegen weißen Lack zu entwickeln.
„Mach AUF! Verdammt! Du Kleinkind, Domenico hat davon angefangen, ich hab's ihm nicht unter die Nase gerieben!"
Er trat gegen die massive weißlackierte Holztür und es splitterte sogar ein bisschen Farbe ab, da wurde besagte verhasste Tür geöffnet und um ein Haar wäre Sirius ins Bad gefallen, da er sich gegen die Tür gelehnt hatte.
James erschien im Türrahmen und meinte nur leicht giftig.
„Darum geht es ja gar nicht. Ich putze mir nur eben meine Zähne gründlich."
„Oh, dann pass auf, dass du sie dir nicht wegputzt."
Sirius' Antwort war nicht weniger giftig, doch James ließ das kalt. Er starrte nur finster ins Gesicht seines Freundes, welcher ebenso stur zurück starrte.
So verharrten sie . . . verharrten, verharrten und verharrten.
Nicht mal die knarrende Schlafsaaltür ließ sie ihre Kinderei beenden.
‚Was ist denn hier los?', fragte Remus wortlos an Peter gewandt, doch dieser schüttelte nur den Kopf und legte warnend einen Zeigefinger auf die Lippen. Remus nickte verstehend.
Dann schlich er zu Peter und ließ sich neben ihm auf dessen Bett nieder.
„Seit wann?", flüsterte er so leise es ging.
„10 Minuten", war die ebenso leise Antwort.
„Bequemst du dich jetzt aus dem Bad raus, damit auch noch andere Personen ihre Zähne putzen können?"
„Aber natürlich."
Finsteren Blickes stolzierte James aus dem Bad zu seinem Bett, während Sirius den nun frei gewordenen gekachelten Raum betrat. Die weißlackierte Holztür wurde zugeknallt und dann herrschte wieder bleierne Stille.
James stand unbeweglich vor seinem Nachttisch und schaute tranceartig auf das polierte dunkelbraune Holz. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und rauschte mit einem gemurmelten „Brille vergessen" zurück ins Bad.
Dort erwartete ihn bereits rücklings an ein Waschbecken gelehnt Sirius.
„Wir müssen reden.", stellte James geschäftsmäßig fest und schloss die Tür.
Sirius nickte seufzend.
Ja, das mussten sie auf alle Fälle, ansonsten würde diese Freundschaft in absolute Zickerei ausarten und Sirius graute es auch nur vor der Vorstellung.
James atmete einmal tief ein und ließ die Luft dann schnaubend entweichend.
„Also? Was ist das da mit euch beiden?"
Er lehnte sich gegen die gekachelte Badwand neben der Tür und ließ sich schließlich daran auf den ebenso gekachelten Boden gleiten.
„Okay, also, es hat alles in den Weihnachtsferien angefangen-"
„Die letzten?"
„Nein, die vor einem Jahrzehnt, James."
„Is ja gut, mach weiter."
Sirius seufzte, während James eine leicht beleidigte Schnute zog.
„Naja, jedenfalls sind du und Diana zur Weihnachtsfeier irgendwelcher Verwandten nach Hause gefahren-"
„Großonkel Earls und Großtante Mariettas Weihnachtsfeier", fiel James seinem Freund mit düsterem Blick ins Wort.
Earl und Marietta Potter waren das Paar schlechthin der Familie Potter und James wie auch Diana hassten die Besuche bei den beiden. Sie waren steinalt und schwebten noch immer auf Wolke sieben. Alle sieben Jahre veranstalteten sie eine potter'sche Familienfeier und letztes Jahr hatten sie sich für Weihnachten als Anlass entschieden. Jeder Verwandte, der nicht einwandfrei vorweisen konnte, dass er abgelebt war wurde eingeladen und mit sanftem Psychoterror zweier steinalter Leute zum Kommen gezwungen.
James hatte Sirius erzählt, dass Diana und er bei der letzten Osterfeier versucht hatten ihre Todesurkunden zu fälschen, aber erwischt worden waren.
Der Punkt jedoch, warum die beiden diesen im Endeffekt unnützen Aufwand betrieben hatten war, dass auf diesen Feiern ständig versucht wurde sie irgendwie mit wem auch immer zu verkuppeln und die Tatsache, dass man wusste, dass NUR Verwandtschaft eingeladen wurde, machte das Ganze auch nicht so wirklich besser.
„Da ihr nicht da ward und Peter ja an Weihnachten eh immer heimfährt, sind Remus und ich allein hier gewesen."
„Echt? Völlig allein?"
„Ja, James, die Lehrer haben das Schloss geräumt, damit wir ungestört sein konnten."
Als James erst geschockt, dann nachdenklich und schließlich beleidigt dreinblickte, verdrehte Sirius die Augen, fuhr dann jedoch fort.
„Wie auch immer, jedenfalls war das Schloss so gut wie ausgestorben und Remus und ich saßen gelangweilt im Gemeinschaftsraum, nachdem wir unsere Geschenke ausgepackt hatten. Irgendwann habe ich dann angefangen, ihm von den Weihnachtsfesten bei mir zu Hause zu erzählen, bevor ich nach Hogwarts gekommen bin, weißt du?"
James nickte.
„Naja, und dann hat er schließlich auch angefangen, so diverse Dinge zu erzählen."
„Echt?", brach es überrascht aus James heraus, denn Remus hatte sich bisher dadurch ausgezeichnet sehr, sehr verschwiegen mit privaten Geschichten zu sein.
Diesmal war es Sirius, der bestätigend nickte.
„Ja, von zu Hause, Familienausflüge und so."
„Wie hast du das aus ihm heraus bekommen?", bemerkte der Braunhaarige schließlich jedoch zweifelnd; sein Gegenüber zuckte daraufhin nur mit den Schultern.
„Wahrscheinlich bin ich ihm mit der detaillierten Ausführung der Kochsünden meiner Mutter etwas zu sehr auf die Nerven gegangen."
James grinste breit, denn es war nur zu gut unter den Marauders bekannt, dass Sirius sich nicht selten in den Schimpftiraden über seine Familie verlor und dann extrem ausschweifend wurde, wenn man ihm nicht den Mund verbot.
„Und was ist dann passiert?"
„Nichts."
„Wie nichts?"
„Nichts nichts, was soll schon passiert sein?"
„Ähm, najaaaa . . ."
Plötzlich dämmerte es Sirius, worauf James anspielte und er schüttelte theatralisch den Kopf.
„Also wirklich, Prongs, aber mir immer vorwerfen, ich hätte nur versaute Gedanken."
„Pff. . . aber was um Himmels Willen ist denn dann zwischen euch passiert, dass es jetzt das ist, was es eben jetzt ist, Padfoot?"
„Hmmmm . . .", nachdenklich blickte Sirius in Richtung der zwei Duschkabinen und rieb sich in fachmännischer Manier das Kinn. Er tat das in letzter Zeit öfter, seit er irgendwo mal gehört hatte, es würde unglaublich intelligent wirken.
„Hmmmm?", machte James schließlich fordernd, nachdem sein Gesprächspartner eine ganze Weile gedankenverloren vor sich hin gehmmmmmmt hatte.
Sirius seufzte.
„Es ist nicht so, wie du vielleicht denkst, dass es ist und genau diese Tatsache macht es so schwierig, dir zu erklären, was e tatsächlich ist. "
Der Schwarzhaarige rang überdeutlich nach Worten und sah dabei ungemein verzweifelt aus, während ihn sein bester Freund kritisch musterte und schließlich trocken bemerkte:
„Du weißt es selbst nicht?"
„Ja."
James verdrehte grinsend die Augen.
„Oh, man, das scheint ja echt was Ernstes zu sein."
„Na ja, ich würde eher sagen, dass es eine sich entwickelnde Faszination ist."
„Aha."
„Du glaubst mir nicht.
„Nein, denn bevor du Remus kanntest hättest du das noch nicht mal buchstabieren können."
„Aber genau das ist es eben, verstehst du? Es ist diese kalte, distanzierte Seite an ihm, wenn er über emotionale Dinge spricht, die er unter normalen Umständen niemals erzählen würde."
James' Augenbrauen zuckten überrascht in die Höhe, als Sirius plötzlich unglaublich enthusiastisch zu erzählen begann, wie gerne er sich von Remus etwas vorlesen ließ, oder es einfach mochte, die Ruhe des anderen auf sich einwirken zu lassen.
„Okay-"
Ein zaghaftes Klopfen gegen die Badezimmertür ließ James augenblicklich verstummen.
„Ja?", fragte derweil Sirius.
„Ähm, ich möchte ja nicht unhöflich sein, aber so langsam wird es spät und Peter und möchten unsere Zähne auch noch putzen", drang Remus' ruhige Stimme mit einem leicht mahnenden Unterton durch das weißlackierte Holz.
James und Sirius grinsten sich an und schließlich erhob sich der Braunhaarige vom gekachelten Boden und öffnete die Tür.
„Ist gut, Moons, ihr könnt rein, wir sind fertig."
Zweifelnd blickte dieser jedoch von einem zum anderen, doch als auch Sirius bestätigend nickte, zuckte er nur einmal kurz mit den Schultern und meinte zu Peter in den Schlafsaal hinein:
„'kay, Peter, das Bad ist jetzt frei."
„Glaubst du, Diana ist schon raus?"
Sirius streifte sich gerade sein Schlafanzugoberteil über den Kopf, als James gedankenverloren diese Frage stellte. Sein Blick war auf den sichelförmigen Halbmond gerichtet, welcher draußen am leicht bewölkten Himmel hing.
Der Schwarzhaarige ließ sich auf die weiche Matratze seines Bettes fallen.
„Hm, keine Ahnung, ich hab noch kein Heulen oder so gehört."
Ein leises Klicken erschallte hinter ihnen, als Peter als Letzter die Badezimmertür schloss. Remus blickte derweil von seinem Buch auf, das er seit Neuestem vor dem Einschlafen las.
„Bestimmt, denn alles andere wäre unverantwortlich."
James nickte leicht abwesend und ließ sich dann in seine Kissen sinken.
