Kapitel 3
Der Kuss
Wir gingen zurück in die Eingangshalle uns stiegen dann die Marmortreppe hoch. Aber gleich den ersten Gang gingen wir entlang. Sie öffnete die letzte Tür und deutete uns einzutreten. Sie sagte" Hier könnt ihr bleiben bis zum Zeitpunkt eurer Rückreise!" Dann fügte sie noch hinzu „Wenn ihr Hunger habt kommt zu den Essenszeiten in die große Halle!" Wir bedankten uns noch mal höflich und Helga lies uns alleine.
In diesem Raum standen vier Betten mit je einem Nachtkästchen und auch befand sich noch ein riesiger Kleiderschrank und ein Tisch mit vier Stühlen im Raum.
Ohne weitere Worte wählte ich eines der Betten und lies mich darauf nieder. Ich legte mich hin und schloss die Augen. Ich nahm nichts mehr um mich herum wahr meine Gedanken waren bei Salazar. Merkwürdig wie man jemanden vermissen kann, obwohl man nie mit ihm gesprochen hat. Eigentlich wollte ich jetzt bei ihm sein! In seinen Amen liegen, ihn kü.. Auch hör auf damit. Er ist dein Urahn und du kommst aus der Zukunft. Das Licht ging aus und ich hatte plötzlich das Gefühl von meinen Gefühlen erstickt zu werden. Ich muss hier weg.
Langsam öffnete ich meine Augen und sah mich um. Meine Freunde lagen schon in ihren Betten, aber ich wusste, dass sie noch nicht schliefen. Schnell stand ich auf und verschwand leise aus dem Raum. Keiner meiner Freunde fragt mich wo ich hingehe, aber ich wusste, dass ihnen diese Frage auf der Zunge brannte sie, sie aber nicht stellen wollten.
Meine Füße trugen mich aus dem Schloss und ich stellte mich ans Seeufer. Ich atmete tief ein und aus, aber dieses Erstickende Gefühl verschwand nicht!
Was ist bloß los mit mir? Meine Gedanken drehten sich im Kreis um am Ende wusste ich nur, dass ich mich tatsächlich verliebt habe. Denn egal wie sehr ich versuchte mich abzulenken meine Gedanken landeten bei ihm. Komisch ist es schon. Ich hab nie mit ihm gesprochen, aber dennoch... Nur dieser Blick! Diese Augen!
Plötzlich hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden und ich sah mich um. Einige Meter hinter mir stand ein Mann. Obwohl ich ihn nicht genau erkennen konnte spielten meine Gefühle verrückt und ich wusste wer dahinten im Schatten stand. Ich könnte so tun als hätte ich ihn nicht gesehen, aber meine Herz veranlasste mich dazu zu rufen „Sie können ruhig näher kommen! Ich beiße nicht! „ Langsam kam er näher und schließlich stand er neben mir. Zuerst standen wir schweigen nebeneinander und blickten auf den See hinaus.
„Sie kommen also aus der Zukunft?" fragte er plötzlich. Nach einigem zögern antwortete ich schließlich leise „Ja!" Kurz schaute ich zu ihm auf, aber da ich vermeiden wollte, dass sich unser Blick traf, wandte ich meinen Blick schnell wieder ab. „Hat sich die Zeit sehr verändert?" Wiederum zögerte ich kurz, denn ich durfte nichts erzählen, was die Zukunft verändern könnte. Aber schließlich erzählte ich doch „Wenn man damit beginnt, dass wir in unserer Zeit eine andere Sprache sprechen, dann hat sich die Zeit sehr verändert. Alles ist ganz anders als bei uns!" Nun hinterfragte er „Warum sprechen sie unsere Sprache so gut?" Nun antwortete ich ohne zu zögern, denn diese Antwort hatte ich mir schon zurecht gelegt „Ein paar ganz liebe Gemälde haben sie mir beigebracht!" Einen Augenblick sah es so aus als ob er fragen will wer die Personen von den Bildern sind, aber dann lies er es doch sein. Stattdessen sagte er „Kennen wir uns irgendwoher? Sie kommen mir bekannt vor!" Zuerst musste ich kurz nachdenken, aber dann kam ich zum Entschluss, dass es nicht so schlimm ist, wenn er von seinem Erben erfuhr. Schließlich antwortete ich „Das hängt vielleicht damit zusammen, dass wir verwandt sind!" Überrascht stieß er „WAS" aus und so fügte ich hinzu „Sehr, sehr entfernt verwandt!" Er schien sich mit diesen Gedanken schnell anzufreunden, denn er hinterfragte „Woher wissen sie das?" Schlicht erwiderte ich „Von meinen Vater!" Darauf hin wollte er wissen, woher mein Vater es wisse. Aber leider musste ich sagte „Sorry, aber das weis ich nicht!" Damit schien dieses Thema abgeschlossen und wir verfielen wider in ein schweigen.
Ich konnte seine Nähe direkt spüren. Mein Herz sagte mir ich soll mich umdrehen ihn in den Arm nehmen, aber mein Kopf sagt ich soll besser gehen. Was soll ich tun? Ich bin verliebt! Kann man sich gegen Liebe wehren? Mir kam es vor als zerspringe mein Herz. Ich stand hier neben dem Mann den ich liebte und ich konnte ihn nicht berühren, ich durfte nicht!
Schließlich sagte er „Wir sollten besser wider hinein gehen! Es ist schon spät" Darauf hin nickte ich nur. Ich drehte mich zum Schloss um und wollte schon gehen als er plötzlich leise meinen Namen sagte. Mein Verstand sagte mir ich sollte einfach weiter gehen, aber mein Herz veranlasste mich dazu mich umzudrehen. Wieder traf sich unser Blick. Ich versank förmlich in den Tiefen seiner eisblauen Augen. Er trat einen Schritt auf mich zu und wir standen ganz nah beieinander. Zu nah! Er beugte sich herunter und unsere Lippen trafen sich in einem wundervollen Kuss. Ich versuchte nicht mal mich dagegen zu wehren.
Um uns herum schien die Zeit still zu stehen. Ich versank in den Tiefen der Liebe und gab mich für diesen Kuss diesem Gefühl hin und jetzt weiß ich es. Ich bin wieder glücklich!
Als wir uns voneinander lösten lag ich immer noch atemlos in seinen Armen. Zu meinem Glück gesellte sich die Traurigkeit dazu und die Gewissheit, dass diese Liebe keine Chance hat. Ich schmiegte meinen Kopf an seine Brust und murmelte leise „Warum muss ich bloß aus der Zukunft kommen!"
Ich wusste nicht wie lange wir am See standen und einfach nur die traute Zweisamkeit genossen. Ganz plötzlich drang ein fürchterlicher Gedanke in meinen Kopf. Das hätte nicht passieren dürfen! Ich komme aus der Zukunft und wir sind ...
Wieder sah ich zu ihm auf und sagte leise „Du weißt, dass unsere Liebe keine Zukunft hat?" Bedauernd nickte er sanft und sagte dann „Können wir denn nichts daran ändern?" Nun traten mir Tränen in die Augen. Langsam schüttelte ich den Kopf!
Was sollen wir bloß tun? Dieser Gedanke -diese Frage- spukte immer wieder in meinen Kopf herum, aber niemand konnte sie uns beantworten. Es war Salazar, welcher diese Frage aussprach „Was sollen wir bloß tun?" Seine Stimme klang hilflos an meine Ohren heran. Meine erste Träne rann über meine Wange hinab und ich blickte traurig in seine Augen. Inzwischen genoss ich das Gefühl des Verliebtsein. Plötzlich wusste ich was ich zu tun habe! Um alles nicht noch schlimmer zu machen, um den Abschied nicht noch trauriger zu machen! Ich flüsterte leise „Das hätte nicht passieren dürfen!" Dann entriss ich mich seinen Armen und floh über das Gelände ins Schloss hoch. Alle Versuche mich zurück zurufen ignorierte ich. Schnell betrat ich das Schloss! Erst dann wurde ich langsam. Sehr langsam und sehr traurig ging ich die Marmortreppe hoch. Ich glaube es ist besser so! Sonst wird der Abschied nur noch schwerer. Leise betrat ich das Zimmer von meine Freunden und mir. Meine Freunde schliefen schon als ich mich ohne mich auszuziehen auf mein Bett fallen lies. Ich weinte still in mein Kissen hinein. Meine Gedanken kreisten um die unglückliche Situation und das Glücksgefühl vom Kuss war wie weggeblasen.
