Mit den ersten Morgenstrahlen kam wieder Leben in das alte Gemäuer, doch richtig wach wurden die meisten Schüler erst, als sie vor ihrem Porridge saßen und die ersten Eulen eintrudelten.

Eine solche hatte sich gerade am Slytherin Tisch niedergelassen, leider genau in der Schüssel eines sichtlich mies gelaunten Draco Malfoys.

Der Blonde war morgens vor der üblichen Zeit geweckt worden, nicht etwa von einem Liebhaber, sondern von einer feuchten Schnauze die sich in sein Ohr bohrte.

Wutentbrannt hatte er Blaise samt Faultier aus ihren Räumen geworfen.

Der Eule einen bösen Blick zuwerfend rollte er das Pergament auseinander.

Darauf stand in Pansys schnörkeliger Schrift:

Lieber Draco, Lieber Blaise!

Danke für die amüsante Schilderung des Zaubertrankunfalls – ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das Schlammblut durch den Raum flog!

Hier in Preston's Hall ist es sehr schön, auch wenn ich euch sehr vermisse.

Die Professoren sind auch ganz nett, naja, ich hatte ja erst einen Tag, aber das amerikanische Englisch ist eine Katastrophe!

Die Schüler sind ganz nett aber alle belagern sie mich, weil ich den Goldjungen kenne – ja, auch hier ist er eine Berühmtheit!

So weit so gut, ich melde mich hoffentlich bald wieder,

In Liebe

Pansy

Blais hatte sich von hinten angeschlichen und seinem Freund über die Schulter geschielt um mitzulesen.

„Pansy scheint ja nicht gerade sehr glücklich zu sein … Was meinst du Draco?" fragte er unschuldig und erntete dafür einen immer noch tödlichen Blick.

„Ja, glaub ich auch, sie wird sich aber sicher noch einleben. Spätestens dann, wenn sie einen neuen Angebeteten hat."

Nach einer kurzen Pause grinsten sich beide an, beendeten ihr Frühstück und mussten sich beeilen, rechtzeitig bei Hagrids alter Hütte anzukommen.


„Schau mal, halten es nicht einmal für Nötig, rechtzeitig zum Unterricht zu kommen!" raunte Ron Harry zu.

Die beiden Jungen standen lässig an die Hauswand gelehnt und betrachteten ihre Mitschüler.

„Welchen Lehrer wir wohl bekommen werden?" fragte Harry sich laut.

Schmerzlich wurde er daran erinnert, dass ihr alter Freund Hagrid im Krieg gefallen war.

Doch bevor seine Gedanken abschweifen konnten öffnete sich die Tür der Blockhütte und heraus trat eine junge Frau.

Sie hatte eine zierliche Figur, ihr schmales Gesicht wurde von schwarzen Locken umspielt und blauen Augen glitten über die versammelten Schüler.

„Meine Lieben, ich bin Professor Isobell Sciutto, eure neue Lehrerin für Pflege Magischer Geschöpfe. Ich hoffe doch sehr dass wir ein gutes Jahr miteinander verbringen werden und ich euch gut auf die UTZ Prüfung vorbereiten kann." begann sie mit einer samtenen Stimme zu sprechen.

„Außerdem" fügte sie hinzu „möchte ich gerne ein Projekt mit euch starten – ein ganz besonderes Projekt!"

Sie grinste die Schüler schelmisch an und bewegte sich Richtung See.

Die Schüler folgten ihr ohne Aufforderung, vollkommen in den Band der hübschen Lehrerin gezogen.

Dort angekommen stoppten sie und Professor Sciutto wandte sich wieder ihren Schülern zu und begann erneut zu erklären.

„ Das hier" sie zeigte hinter sich auf einen Haufen bunter Steine „sind Drachen -Eier. Mein Bruder René arbeitet mit Drachen und auch ich habe mich schon mit diesen wunderbaren Geschöpfen beschäftigt. Diese Eier sind aus verschieden Bruten, bei denen die Mütter abhanden gekommen sind. Wir machen es uns also zum Projekt, die Drachen Paarweise aufzuziehen!"

Interessiert beäugten die Schüler die blauen und grünen, steinähnlichen Eier, die neben einander im Gras lagen.

Manche schimmerten leicht Silbrig, wenn das Sonnenlicht darauf fiel und eins, ganz am Ende der Reihe war dunkel Grau.

„Professor Sciutto, sind Drachen denn nicht gefährliche und außerdem illegal eingeführte Tiere?" bemerkte eine ziemlich eingeschüchterte Lavender Brown.

Die Professorin ließ ein helles Lachen erklingen.

„Aber nein, meine Liebe! Betrachten wir es so: Es gibt wilde Drachen und so genannte Reitdrachen. Wir haben es hier mit Letzteren zu tun, um genau zu sein mit Arktischen Blaurücken – daher auch die Farbe der Eier. Ich möchte nun, dass sich die Gruppen zusammen finden – jeweils ein Ei und zwei Schüler. Doch passt auf, die Eier suchen sich ihre „Eltern" aus." ermahnte sie die Lehrerin.

Einige Schüler blickten die junge Frau fragend an.

„Professor aber woher sollen wir wissen…?" begann Blaise aber Rose Sciutto winkte ab.

„Das werden sie schon merken, Mr. Zabini, ich möchte ihnen nicht den Spaß verderben!"


Draco betrachtete die Eier eingehends.

Welches würde wohl ihn wählen.

Er berührte das erste Ei, ein Grünes mit dunklen Sprenkeln.

Er wartete auf irgendein Zeichen, vielleicht einen Funkenregen oder ähnliches, aber nichts passierte.

So ging er weiter und berührte jedes Ei, genauso wie die anderen Schüler.


Am anderen Ende der Reihe probierte Harry sein Glück und schloss seine Hand um das dunkel graue Ei.

Er wollte gerade seine Hand zurückziehen, als er etwas spürte.

Es war, als klebten seine Finger plötzlich an dem Ei und eine Hitzewelle schoss seinen Arm hinauf. Ihm wurde kurz schwarz vor den Augen.

Er war sich sicher, dass er sein Ei gefunden hatte und als er zur Probe ein gelb grünes Eis betastete, stellte er fest, dass die Reaktion aus blieb.

Draco Malfoy war bei dem letzten Ei angelangt und legte seine Hand darum.

Sofort schoss Wärme seine Finger empor und er fühlte sich plötzlich so, als wäre sein gesamtes Wesen an dieses Ei gebunden, sein Universum konzentrierte sich nur noch auf dieses runde Dingen.

Dieses Ei wollte ihn. Als er seinen Blick hob um zu schauen, welcher untalentierte Trottel sein Partner sein sollte, trafen seine stahlgrauen Augen auf Grüne.

- Nein! - dachte er bei sich. - Bitte nicht! -