Verlust

Pure Dunkelheit und Totenstille herrschten im Raum. Es deutete nichts auf die Anwesenheit einer Gestalt hin, bis auf ein rotes Augenpaar, das gefährlich in der Finsternis aufblitzte. Gleichmäßige Schritte waren zu hören, die anschließend vor der Gestalt zum Stillstand kamen. Die Person kniete sich hin und senkte ergeben den Kopf. Lange, hellblonde Strähnen kamen durch diese Geste zum Vorschein.
„Ihr habt nach mir verlangt, mein Lord?"
"Wie gehen die Missionen voran? Habt ihr endlich etwas herausgefunden?" kam die barsche und fordernde Frage der Gestalt während sie ihren Untergebenen erwartungsvoll ansah.

„Mein Lord, bei einem Erfolg hätten wir Euch bereits unverzüglich Bericht erstattet. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um den Jungen ausfindig zu machen. Aus sicherer Quelle wissen wir, dass er sich nicht unter dem Schutz Dumbledores befindet und bei seinem Muggel Verwandten, war ebenfalls keine Spur von ihm."

"Wart ihr auch bei den Weasleys!?"
"Ja, mein Lord" kam die knappe Antwort Lucius. Mittlerweile hatte sich der Mann erhoben und blickte seinen Meister nun direkt in diese kalten Augen, welche ihn nachdenklich musterten.
"Wirklich äußerst eigenartig..." langsam erhob sich Voldemort von seinem Thron und ging auf seinen Diener zu.
"Wer konnte wohl von dem Attentat auf Potter gewusst haben, um ihm rechtzeitig und so kurzfristig vor dem Bevorstehenden zu retten? Schließlich waren doch nur Leute aus meinen engeren Kreisen eingeweiht, oder nicht?"
Lucius wusste genau auf was sein Meister anspielte. „Ich werde mich unverzüglich darum kümmern, was oder wer dahinter steckt!" erneut verneigte er sich tief vor seinem Meister. „Kann ich sonst noch etwas für euch tun?"

„Allerdings. Es geht um Narzissa."
„Narzissa mein Lord?" für einen kurzen Augenblick konnte man in Lucius Gesicht eine Spur von Verblüffung erkennen, jedoch hatte er sich schnell wieder im Griff.
„Es kommt selten vor, dass Frauen in meine engeren Kreise aufgenommen werden. Das sollte für gewöhnlich als große Ehre anerkennt werden, für jedermann natürlich. Und da du Lucius zu meinen engsten Vertrauten zählst habe ich mich damals entschlossen deine Frau ebenso auf zu nehmen. Doch mittlerweile zweifle ich doch sehr an ihrem Willen."

„Verzeiht meine Frau. Es ist weniger ihr Wille, als ihre Angst. Sie lässt sich mehrheitlich von Gefühlen Leiten als von ihrem Verstand Gebrauch zu machen. Aber seid gewiss, mein Lord. Narzissa hat nicht die Absicht euch jemals zu hintergehen. Sie steht voll und ganz auf unserer Seite!"

„Ich glaube dir schon, Lucius. Allerdings genügt das allein nicht. Was sind denn schon Worte? Wenn ich jedem allein durch Beteuerungen glauben würde, so wäre das Ende meiner Herrschaft nur eine Frage der Zeit. Ich möchte, dass du dich um deine Frau kümmerst und sollte sie sich immer noch weigern, dann weißt du was zu tun ist." Voldemort konnte sich ein kleines sadistisches Grinsen nicht unterdrücken.

„Ich habe verstanden" erwiderte Lucius monoton, ehe sein Meister fort fuhr. „Und bezüglich des Aufnahmerituals gibt es einige Veränderungen. Aufgrund der Umstände und Geschehnisse der letzten Zeit, findet die Zeremonie nun um einiges früher statt, als geplant. Macht euch bereit, ich lasse euch schon bald zu mir rufen."

Mit einem Wink seiner Hand deutete die Gestalt Lucius an zu verschwinden. „Das war alles" sagte dieser und Lucius schritt, mit einer leichten Verbeugung, rückwärts davon.
Seine Schritte hallten noch eine Weile im großen Raum wider, um auch sogleich zu verstummen.
Die Stille kehrte zurück und hinterließ keine Spuren, über das eben stattgefundene Gespräch.

Harry saß, mit einem Stück Pergament und einer Feder am Tisch, um endlich Ron und Hermine zu schreiben. Allerdings stellte sich dies als äußerst schwierig heraus, da Draco ihm verbot zu erzählen, wo und bei wem er sich befand. Zur Sicherheit würde der Slytherin auch noch den Brief lesen. Natürlich hatte er versucht sich gegen diese Abmachung zu wehren, aber Harry war nicht in der Position und Lage um Forderungen zu stellen. Es blieb ihm also keine andere Möglichkeit.
Er wusste Hermine verbrachte den Großteil der Sommerferien bei Ron, wo er ja eigentlich auch hätte sein sollen. Doch ein gewisser Slytherin konnte es ja nicht lassen ihm nicht nur die Schulzeit sondern auch noch die Sommerferien zur Hölle zu machen.

Automatisch neigte er seinen Kopf etwas zur Seite um Draco, welcher im Bett lag und las, einen verärgerten Blick zu zuwerfen. Dieser wiederum spürte geradezu seinen Blick und hob den Kopf, um verwundert zurück zu blicken.

„Ist Irgendwas, Potter?" fuhr er ihn etwas gereizt an, wodurch sich der Gryffindor abwandte und erneut auf sein Pergamentstück starrte. Nach etlichen Minuten des Überlegens, fiel ihm endlich etwas ein.

Lieber Ron, liebe Hermine

Bitte macht euch keine Sorgen um mich, mir geht es soweit gut, auch wenn es hier wirklich unerträglich ist.
Versucht nicht mich zu finden.

Harry

Daraufhin ging er auf den Slytherin zu und drückte ihm den Brief in die Hand, ohne ihm in die Augen zu sehen. Die Sache mit Malfoy, war ihm immer noch extrem peinlich und zu seinem Glück hatte der Blonde dies auch noch nicht angesprochen.
Wie gesagt, noch nicht.

Der Blonde las sich den Brief durch, während Harry es sich im Bett gemütlich machte, möglichst darauf bedacht, mit seinem Gegenüber einen Blickkontakt zu vermeiden.

„Unerträglich?" fragte dieser auf einmal mit einer hochgezogenen Braue.
„Ganz Recht, Malfoy. Und das war noch milde ausgedrückt!" Malfoy war von Harrys Ärger und Beleidigung unbeeindruckt, im Gegensatz schien es ihn eher zu amüsieren.
„Hm… Kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, dass es dir hier ganz gut gefällt" meinte der Blonde spielerisch. Entsetzt und zornig zeitgleich, starrte er den, mittlerweile stehenden Slytherin, an, welcher Harry erst dreckig angrinste und ihm anschließend zu zwinkerte.
Als hätte er es nicht gewusst!

„Halt einfach die Klappe, Malfoy" Weniger aus Trotz als aus Scham sah er stur in eine andere Richtung. Er konnte deutlich spüren, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg.
Draco holte währenddessen grinsend seine graue Eule aus dem Käfig, band ihr den Brief ans Bein und ließ sie daraufhin aus dem Fenster nach Draußen frei.
Harry sah dem schönen Geschöpf noch eine Weile hinterher und seufzte.

Plötzlich fühlte er, wie sich das Bett ein wenig runter drückte und ihm wurde gleich klar, dass Malfoy sich zu ihm gesetzt hatte. Genervt schloss er für einen kurzen Moment seine Augen.
Konnte der Typ ihn nicht mal in Ruhe lassen?
Harry wunderte sich warum der Slytherin die ganze Zeit über denn schwieg? Kein einziges Wort des Hohnes oder Spottes überkam bis jetzt seinen Lippen. Ein neuer Rekord, dachte er sich sarkastisch.
Unsicher drehte sich der Schwarzhaarige nun doch zu Draco um, welcher nur da saß und Harry mit einem Grinsen anstarrte.
Misstrauisch beäugte der Gryffindor den Jungen neben sich.
„Was soll das denn jetzt werden?" fragte Harry, doch bekam er nur ein lüsternes Starren als Antwort. „Hau ab, Malfoy! Ich hab genug von deinen Spielchen" forderte er ärgerlich. Trotzdem starrte der Blonde ihn weiterhin, mit einem Hauch von Amüsement an.
„Das ist mir echt zu blöd!" murmelte Harry und wollte gerade aufstehen um sich von Malfoy zu entfernen. Allerdings wurde er zuvor von dem Blonden am Oberarm genommen und mit einer Kraft, die Harry ihm nicht zugetraut hätte, herum gewirbelt und an sich gerissen.
Erschrocken starrte der Gryffindor in zwei sturmgraue und amüsierend funkelnde Augen. „Was zum….?!" „sscchhhhh…" kam ihn sein Gegenüber schon beinahe sanft dazwischen und Harry konnte seinen Atem an der Wange fühlen, was ihm eine leichte Gänsehaut bescherte.
Noch nie war er dem Gesicht Malfoys so nahe und ohne es zu bemerken huschte sein Blick an seine sinnlich geschwungenen Lippen, wo er dann auch verharrte.
Bildetet sich Harry das nur ein oder kam ihm der Blonde immer näher?

„Draco?!" Ein Klopfen und die aufgeregten Rufe einer Frauenstimme rissen die Zwei schlagartig auseinander. „Draco Schatz? Bist du da?"

„Schnell da runter!" flüsterte Malfoy und zeigte unters Bett. Etwas Besseres fiel ihm auf die Schnelle nicht ein. Ohne zu Zögern ging der Schwarzhaarige dem nach und Draco ging zur Türe um diese verärgert zu öffnen. Das ihm auch immer etwas dazwischen kommen musste?!
„Was denn, Mutter?! Ich hoffe doch sehr, dass es wichtig ist!?" ohne auf seine Worte einzugehen, schritt Narzissa in das Zimmer ihres einzigen Sohnes. „Draco.." seufzte sie und allein an ihrem Blick konnte man erahnen, dass seine Mutter nichts Gutes zum Mitteilen hatte.
„ Ich hatte gerade ein langes Gespräch mit deinem Vater. Aufgrund diverser Umstände wurde beschlossen, dass deine Aufnahme bereits um einiges früher stattfinden wird."
„Wie viel früher?" fragte Draco in einem eher gelangweilten Ton, denn seine Gedanken waren jetzt ganz wo anders. Er wollte dieses Gespräch einfach nur schnell hinter sich bringen, um dann dort weiter zu machen, wo er gezwungen war auf zu hören.
„Wann genau weiß ich nicht. Höchstens bleibt dir noch eine Woche…" Abrupt veränderte sich der teilnahmslose Blick Dracos. Seine Augen wurden groß und deutlich erkannte seine Mutter eine leichte Panik. Aus diesem Grund ging Narzissa auf ihren Sohn zu und legte jeweils eine Hand auf seine Schulter. Mitfühlend starrte sie ihm in die Augen „Schatz, sag mir die Wahrheit. Ist es das was du willst?"
Mittlerweile hatte sich Draco wieder im Griff und sein üblicher Ausdruck hatte seinen Platz gefunden.
„Und wenn ich es nicht wollen würde? Was sollte ich deiner Meinung nach denn bitte machen?"
„Es gäbe schon einen Ausweg. Du musst mir nur sagen was du willst. Ehrlich gesagt Draco, ist mir bei der ganzen Sache schon immer ein wenig unwohl gewesen. Und jetzt wo es um dich geht, mein Schatz, weiß ich nicht ob ich dich das wirklich machen lassen kann."
„Ich glaube es ist immer noch meine Entscheidung, was ich mache!" erwiderte der Blonde kühl, was Narzisse einen kleinen Stich versetzte, sie sich dies jedoch nicht anmerken lies.
„Nimm das nicht so auf die leichte Schulter, Draco! Das ist kein Spiel! Versteh doch, ich…. Ich habe wirklich Angst um dich!"
Der Blonde machte gerade Anstalten zu antworten, allerdings hielt er inne. Vielleicht hatte seine Mutter doch Recht? Bis jetzt hatte er sich noch nie so wirklich überlegt, ob das wirklich der Weg war, den er einschlagen wollte. Für ihn war es immer selbstverständlich gewesen. Schon mit jungen Jahren hatte er begonnen mit seinem Vater zu trainieren, um so viel und schnell wie möglich Wissen an zu eignen. Und über die Jahre hinweg wuchs sein Ehrgeiz immer mehr an. Sein Vater versicherte ihm, dass er all seine Ambitionen mit der Hilfe Voldemorts erreichen würde.
„Danke für deine Fürsorge Mutter, aber auch wenn ich das wirklich nicht wollen würde, könnte ich nun keinen Rückzieher mehr machen. Es wäre alles umsonst gewesen und was würde Vater nur von mir denken?"
Leicht enttäuscht – mehr von sich selbst – musterte Narzissa ihr Kind. Sie hätte schon viel früher etwas unternehmen sollen, denn jetzt war es zu spät. Durch ihre Naivität und ihre Liebe zu ihrem Mann hatte sie sich blenden lassen und nun verlor sie ihren Sohn ebenso an Voldemort. Sie versuchte die aufkommenden Tränen zurück zu halten.
„Gut, wenn das deine Entscheidung ist. Ich hoffe du bist dir wirklich sicher…"

„Das hoffe ich doch auch!" Erschrocken zuckten Narzissa und Draco zusammen und drehten sich synchron zu der offen stehenden Türe hin, an dessen Türrahmen sich Lucius Malfoy lässig gelehnt hatte.
Schließlich war es Narzissa, welche das Schweigen durchbrach und auf ihren Mann zu ging „Lucius…" seufzte sie, nahm sein Gesicht in ihre Hände und streichelte seine Wange, in der Hoffnung ihn dadurch etwas zu beruhigen „Du musst doch verstehen, er ist unser einziger Sohn…" erklärte sie und versuchte ihn mit ihrem Blick zu besänftigen.
Doch Lucius griff nur nach ihren Handgelenken und sagte eisern: „Im Gegensatz zu dir weiß Draco ganz genau wo sein Platz ist." Narzissa sah ihren Mann mit großen Augen an und wollte bereits etwas erwidern, doch ihr Mann kam ihr zuvor. „Geh doch bitte in mein Büro, wir haben noch einiges zu besprechen. Ich komme sofort nach." Nach einem letzten liebevollen Blick auf ihren Sohn ging die blonde Frau schließlich dieser Aufforderung nach.
Lucius betrat allmählich den Raum und sah sich argwöhnisch um. Er schritt gefährlich nahe an das Bett heran, unter dem sich Harry gerade mit lautem Herzklopfen befand.
Nachdem er den Teller mit Essen am Nachttisch musterte, wandte er sich schließlich an seinen Sohn.
„Ich hoffe durch das überflüssige Gespräch mit deiner Mutter hast du dich nicht verunsichern lassen."
„Natürlich nicht." Sagte Draco überzeugend und nachdem Lucius seinem Sohn noch einen vielsagenden Blick zuwarf, ging er langsamen Schrittes wieder aus dem Zimmer.
Der Slytherin atmete ein Mal ganz tief aus und schmiss sich dann erleichtert auf sein Bett und schloss die Augen.
Als er sie nach einiger Zeit abermals öffnete, bemerkte er, dass Harry schweigend neben ihm saß und Löcher in die Luft starrte.

Dieser eben, wusste nicht recht, was er sagen sollte. Oder ob er überhaupt etwas sagen sollte.
Er hatte dem Gespräch zwischen Draco und seinen Eltern neugierig und aufmerksam zugehört. Und er wusste auch ganz genau, um was es sich handelte.
Normalerweise würde er dem Blonden wahrscheinlich eine Predigt halten, wie dumm sein Verhalten und Handeln seiner Meinung nach doch ist. Allerdings würde das niemanden etwas bringen. Draco hatte sich entschieden und ihm selbst müsste es eigentlich egal sein, was er aus seinem Leben machte.

Demzufolge schwieg er, ebenfalls wie Malfoy, weiter.

Es war spät in der Nacht und der Stille nach zu urteilen, schien es, als ob jeder in Malfoy Manor schlafen würde.
Ein schriller und laut hallender Aufschrei ließen Harry und Draco synchron aufwachen. Ahnungslos starrten sie sich einige Sekunden an, als Draco schließlich seinen Zauberstab nahm, aufsprang, Harry befahl, er solle hier auf ihn warten und aus dem Zimmer verschwand.
Hektisch lief der Slytherin Gänge entlang, rannte Stiegen abwärts und durchsuchte so ziemlich jeden Raum. Er konnte nicht sagen, von wo der Schrei herkam.
Letztendlich rannte er stürmisch Richtung Haupthalle. Er übersprang die letzten drei Stufen und blieb dann mitten im Raum stehen. Aufgrund der Dunkelheit konnte er kaum etwas erkennen und seine Augen brauchten noch ein wenig um die Umrisse in seiner Umgebung erkennen zu können.
„Lumos" flüsterte er und ein helles Licht erschien an der Spitze seines Zauberstabes. Langsam ging er durch die große Halle und sah sich sorgfältig um. Von wo kam bloß dieser Schrei? Er war sich sicher, dass er aus diesem Haus stammte, sonst hätten er und Harry ihn nicht so deutlich gehört.
Plötzlich konnte er ein Schemen an der Wand erkennen. Vorsichtig ging er auf diesen zu und bereits nach wenigen Schritten stellte sich dieser als seine Mutter heraus, welche an der Wand kauerte. Warum saß sie mitten in der Nacht am Boden? Weinte sie etwa?
„Mutter was ist passiert?" fragte er sie sanft, doch er bekam keine Reaktion, weshalb er noch näher an sie heran ging und seine Hand auf ihre Schulter legte und die Frau leicht schüttelte. Erschrocken zuckte er einen Schritt zurück, als die Frau plötzlich seitwärts rutschte und auf den harten Boden aufprallte. Regungslos lag sie da und erst jetzt erblickte der Junge die Blutlache auf dem Boden, die von ihrem schön geformten Körper ausging. Einzelne Blonde Strähnen verdeckten ihr Gesicht, doch Draco sah deutlich die leblosen aufgerissenen Augen, die ins Nichts starrten.
Ein großer Kloß bildete sich in Dracos Hals und sein Puls sowie sein Atem beschleunigten sich so sehr, dass er glaubte er würde gleich kollabieren. Geschockt schlug er sich die Hand vor den Mund, ließ den Zauberstab fallen und stolperte einige Schritte zurück. Sein ganzer Körper begann unaufhörlich zu zittern, wodurch er nicht mehr in der Lage, sein eigenes Gewicht zu tragen und er auf den Boden fiel.
„Nein…" keuchte er. Sein Gesicht verzerrte sich und ein Tränenstrom rann seinen Wangen entlang.

Ohne dass er es wirklich wahrnahm, spürte er eine Hand auf seiner Schulter. „Schon gut, Draco." Hörte er die Stimme seines Vaters. „Ich weiß dieser Verlust ist äußerst schmerzvoll, aber du sollst wissen, dass manchmal Opfer gebracht werden müssen, mein Sohn. Sie hat ihr Leben für uns geopfert. Du solltest ihr dankbar sein."

Die Worte seines Vaters drangen nur sehr schwach zu ihm hindurch. Die ganze Zeit über starrte er fassungslos seine tote Mutter an, während ihn immer noch die Tränen übermannten und er ununterbrochen schluchzte.
„Geh in dein Zimmer, Draco." Befahl Lucius beinahe sanft und half seinem Sohn sogar auf die Beine. Er gab ihm einen kleinen Anstoß, da er von selbst keine Anstalten machte sich zu bewegen.
Langsam ging er wieder in Richtung seines Zimmers. Die Tränen und der Stich in seiner Brust ließen nicht nach. Das Bild seiner toten Mutter hatte sich in seinem Kop festgesetzt. Auf halbem Weg, blieb er auf einmal mitten im Gang stehen. Seine Beine zitterten so stark, dass er es nicht schaffte noch einen weiteren Schritt zu gehen. Somit ließ er sich auf die Knie fallen und vergrub laut schluchzend das Gesicht in den Händen.

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