°....° = jemand denkt
"...." = jemand sagt
{...} = in Basic gesprochen (Standardsprache der Neuen Republik bzw. des Imperiums)
Darth Saturn - The Dark Harvest
Teil 3
Auf dem Rückweg vom Senshi-Treffen bat Ami Rei darum, sie noch zum Hikawa- Schrein begleiten zu dürfen. Da es keinen Grund gab, dies abzulehnen, und auch weil sie neugierig war, was Ami von ihr wollen könnte, stimmte Rei zu.
Makoto, Minako und Usagi stiegen unterwegs an den Bushaltestellen aus, die ihren Wohnungen am nächsten gelegen waren, während Ami mit Rei zum Tempel weiterfuhr. Dort angekommen machte Rei für beide eine Kanne heißen Tee, die sie zusammen mit ein paar Sandwiches mit in ihr Zimmer nahm, wo Ami auf sie wartete.
"Dann laß mal hören, was du auf dem Herzen hast." meinte die junge Priesterin lächelnd, während sie den Tee eingoß.
Ami lächelte etwas verlegen, weil sie sich ertappt fühlte.
"Also ich wollte die anderen nicht beunruhigen." begann sie. "Insbesondere Usagi nicht, aber Hotaru erwähnte mir gegenüber, daß sie schlechte Träume gehabt hätte, die in irgendeiner Form mit mir zu tun hatten."
Rei schaute sowohl überrascht, als auch besorgt. Sie wußte, daß Hotarus Träume durchaus prophetische Qualitäten haben mochten.
"Warum hast du das nicht sofort vor den Anderen erwähnt ? Vielleicht wäre das ein Argument gewesen, um von Pluto doch ein paar Informationen zu ergattern."
"Tut mir Leid. Aber wie gesagt: Ich wollte euch nicht beunruhigen. Möglicherweise waren es ja tatsächlich nur Träume."
"Hmm." Rei war von dem Argument nicht sehr überzeugt. "Hat Hotaru irgendwelche Details erwähnt ?"
"Sie sagte nur, ich solle in der nächsten Zeit auf mich aufpassen."
"Dann werde ich es mit einem Feuerorakel versuchen." entschied Rei und erhob sich.
Ami folgte ihr in den dafür vorgesehenen Meditationsraum.
Die Priesterin entzündete das Feuer und ließ sich zur Meditation vor den Flammen nieder. Als sie sich geistig genug gesammelt hatte, begann sie, in Trance in die lodernden Flammen zu schauen und ihren Geist auf Ami zu fokussieren.
Es dauerte nicht lange, bis sich in den Flammen Bilder zu formen begannen. Bilder eines Kampfes zwischen den Senshi und einem nicht exakt erkennbaren, aber definitiv bösen Gegner. Sie sah plötzlich Sailor Merkur in einem Zustand großer Gefahr am Boden liegen. Eine fremde Gestalt stand über ihr, eine grell leuchtende Waffe zum Schlag erhoben. Dann verblasste das Bild schlagartig, und auch die größten Anstrengungen der jungen Priesterin brachten ihr keine weiteren Offenbarungen.
Schließlich beendete sie die Sitzung und warf ihrer Freundin einen sehr besorgten Blick zu.
"Wenn das, was ich gerade gesehen habe, tatsächlich eintrifft, dann hatte Hotaru absolut Recht, Ami." seufzte sie. "Aber da ich Bescheid weiss, werde ich ebenfalls ein Auge auf dich haben."
Ami grinste - auch um ihre eigenen Sorgen zu überspielen.
"Danke, Rei."
==============================
Jacen suchte nach einer angemessenen Beschreibung für seinen Gemütszustand. Die erste, die ihm spontan einfiel, war: Depressiv. Seit drei Tagen lungerte er im Grunde nur rum. Sicher, er hatte die Zeit genutzt, um sich besser über die Sprache der Einheimischen zu informieren. Aber ihm fehlte jegliche Zukunftsperspektive. Er besaß keine gültigen Papiere, keine gültige Währung, keine Wohnung, und was das Schlimmste war, er hatte keinen Schimmer, was er auf diesem Planeten tun sollte. Welche Verwendung gab es hier für einen ausgebildeten Jedi und Raumschiffspiloten ?
Nachdenklich saß er auf seiner Lieblingsparkbank, als er plötzlich etwas spürte. Überrascht riß er die Augen auf, sprang von der Bank, und drehte sich suchend im Kreis.
°Da war eindeutig eine leichte Verschiebung der Macht.° dachte er aufgeregt. Konnte es sein, daß es außer ihm noch andere Jedi auf diesem Planeten gab ? Falls ja, konnten sie ihm vielleicht erklären, wie er hierher gekommen war. Und wenn sie das wußten, konnten sie ihm vielleicht auch verraten, wie er wieder zurückkam.
Voller Vorfreude machte er sich auf den Weg in die Innenstadt...
==============================
Es war früher Abend, einen Tag nach dem Senshi-Treffen, als plötzlich Amis Computer ein schrilles Alarmsignal von sich gab.
Das Mädchen zuckte überrascht zusammen, ließ sein Buch fallen und lief zu seinem Computer, um der Sache auf den Grund zu gehen. Geschockt riß sie die Augen auf, als sie die Werte ablaß.
°Das glaub ich ja nicht. Wo kommen die denn her ?°
Reflexartig griff sie nach ihrem Kommunikator und setzte einen Rundruf an alle Senshi ab:
"An Alle ! Ein Portal und mehrere Youma in der Nähe des neuen Einkaufszentrums geortet !"
Mehr Information war nicht nötig. Ami rannte aus dem Haus und suchte sich ein Versteck für ihre Verwandlung. Keine Minute später sprang Sailor Merkur bereits von Dach zu Dach, um ihre geliebte Stadt und die Menschen darin wieder einmal gegen das Böse zu verteidigen.
Dank ihrer magisch verbesserten Stärke und Geschwindigkeit erreichte sie den Ort des Geschehens in weniger als fünfzehn Minuten. Einen Block vor dem Einkaufszentrum sprang sie auf die Straße herunter und schaute sich nach den anderen um.
Von einer Seite kamen gerade Sailor Mars und Sailor Jupiter angerannt. Als sie Merkur entdeckten, änderten sie ihre Laufrichtung, um sich mit ihr zu treffen.
"Irgendwelche Infos über den Feind, Merkur ?"
Sailor Merkur fuhr ihren Visor runter und scannte die Umgebung.
"Ich habe drei Youma und ein Portal auf dem Schirm." erklärte sie.
"Wirklich Youma ?" fragte Jupiter überrascht. "Aber wir haben Beryl und ihre Truppen doch vernichtet."
"Scheinbar haben wir welche übersehen." knurrte Mars grimmig. "Also los, Mädels. Geben wir den drei Biestern was zu tun, bis wir Verstärkung bekommen."
"Was hast du gegen einen guten alten Kampf eins gegen eins ?" fragte Jupiter grinsend.
"Weiss nicht. Hab ein merkwürdiges Gefühl bei der Sache."
"Merkwürdig oder nicht." meinte Merkur besorgt. "Wir müssen sie davon abhalten die Gebäude zu zerlegen. Außerdem wohnen hier auch unschuldige Menschen."
Mars und Jupiter nickten grimmig und stürzten sich in den Kampf.
Als sie um die nächste Ecke bogen, sahen sie einen ihrer Feinde, ein halbhumanoides Monstrum, doppelt so groß wie ein Mensch und mit mehreren Tentakeln statt Armen ausgestattet. Das Monstrum erblickte sie im gleichen Moment, griff nach einem Auto, daß am Straßenrand parkte, und warf es nach den Senshi, die dem Angriff mühelos durch einen Sprung auswichen.
Beide Kriegerinnen für Liebe und Gerechtigkeit wollten sich gerade revanchieren, als Merkur sie mit einem Schrei vor einem Youma warnte, der aus einer Seitengasse hinter ihnen heraustrat.
Nur durch viel Glück und ihre magisch verbesserten Reflexe entgingen sie den ersten Hieben der mächtigen Tentakel.
"Shabbon Freezing Spray !"
Plötzlich bedeckte dichter, eiskalter Nebel die Straße rund um die zwei bedrohten Senshi. Merkur hatte ihren Freundinnen eine Atempause zur Neugruppierung verschafft.
Außerdem fügte der Nebel den beiden Youma Schaden zu und behinderte ihre Aktionen. Als Mars im Nebel den Schemen eines wehrlosen Youmas entdeckte, nutzte auch sie die Gelegenheit für eine Attacke.
"Burning Mandala !"
"Sparkling Wide Pressure !" stimmte Jupiter ein. "Ich mag meinen Tintenfisch zwar sonst nicht so verbrutzelt, aber in diesem Fall ist gut durch wohl besser."
Mars nickte zustimmend.
"Laß uns seine Kameraden suchen." schlug sie vor. "Dieser hier ist erstmal bedient."
Jupiter war einverstanden.
Zu dumm nur, daß einer der Kameraden sie zuerst fand. Der Youma war in einem plötzlichen Anfall von Kreativität einfach die eingenebelte Straße entlanggestapft, wobei er mit seinen Tentakeln wild um sich schlug. Der Nebel war zwar schmerzhaft für ihn, aber als seine wirbelnden Tentakel schließlich Mars und Jupiter erwischten und quer über die Straße in eine Hauswand katapultierten, zahlte er diesen Schmerz doppelt zurück. Natürlich gab er sich damit nicht zufrieden. Er rannte hinter seinen Opfern her, um ihnen den Rest zu geben.
Merkur sah es entsetzt und hätte auch gern geholfen, aber da landete plötzlich donnernd der dritte Youma vor ihr und drängte sie ab.
"Au ! Mein Kopf !" stöhnte Jupiter, während sie sich mühsam aufrappelte.
"Und meine Rippen !" fügte Mars hinzu.
Beide waren von dem Aufprall noch völlig benebelt, fuhren jedoch wie von einer Nadel gestochen herum, als sie die dumpfen Schritte von etwas Gewaltigem vernahmen.
Unvermittelt tauchte der Youma aus dem Nebel auf und hob seine muskulösen Tentakelarme, die immerhin so dick wie Baumstämme waren, für den nächsten Schlag.
"Venus Love Me Chain !"
Aus dem Nichts flog eine Kette gelborange leuchtender Herzen heran und fesselte den Youma.
"Wird auch Zeit !" rief Mars.
"Tut mir Leid. Ich saß gerade in der Badewanne als Merkurs Alarm kam !" rief Venus gutgelaunt zurück.
"Jetzt fehlt nur noch Sailor Moon !" entgegnete Jupiter.
"Die steht im Einkaufszentrum vor dem Eiskremladen !" rief ihr Venus lachend zu.
"WAAAASSS ?" Sailor Mars stand kurz vor einem Anfall.
"Sie verteidigt den Laden gegen einen weiteren Youma."
"Dann laßt uns den hier rösten, und dann Moon helfen." entschied Mars.
"Sparkling Wide Pressure !"
"Burning Mandala !"
Feuer und Blitz vereinigten sich zu einer eindrucksvollen Attacke, die dem Youma fast alle seine Tentakel abriß. Bräunlichen, stinkenden Schleim blutend brach das Wesen zusammen.
Die drei Senshi ignorierten den Youma vorläufig. Ihre Anführerin war trotz ihrer mächtigen magischen Attacken nicht allzu geschickt im Kampf eins gegen eins. In der Regel war es zwar ihre Magie, die die Gegner endgültig ausschaltete, aber sie war dabei meistens auf den Schutz der anderen angewiesen.
°Wo ist eigentlich Merkur ?° Mars stockte kurz in ihrer Vorwärtsbewegung. "Hat eine von euch eine Ahnung, wo Merkur ist ?"
Die zwei anderen Senshi verneinten.
"Vielleicht bekämpft sie den ersten Youma." kam es Jupiter in den Sinn.
"Ich werde nach ihr sehen." entschied Mars. "Möglicherweise braucht sie Hilfe."
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, bog sie zur Seite ab und folgte den Spuren der Verwüstung auf der Straße durch den sich langsam auflösenden magischen Nebel.
Jupiter und Venus sollten in der Lage sein, zusammen mit Sailor Moon einen Youma mühelos zu erledigen.
Unbemerkt von ihr traten zwei weitere Youma aus dem Portal, die Zirkonite in Reserve gehalten hatte. Ihr Ziel war ja nicht, die Senshi zu besiegen, sondern den Kampf in die Länge zu ziehen, um sich über Hotaru Kaioh Gewissheit verschaffen zu können.
Daß beide Kreaturen jedoch knapp vor ihr aus einer Seitenstraße kamen, konnte an Sailor Mars nicht unbemerkt vorbeigehen.
Die Youma nutzten Überzahl und Überraschungsmoment, um sie von den Orten, an denen ihre Kameradinnen kämpften, abzudrängen.
Mars hingegen hatte in ihrer Lage nicht viele Möglichkeiten. Sich nur auf´s Ausweichen konzentrierend, versuchte sie, die Wesen in einem Bogen zum Einkaufszentrum zurückzuführen. Die Youma waren jedoch nicht dumm und durchschauten ihren Plan. Eines der Wesen bog unterwegs ab um der Gegnerin den Weg abzuschneiden.
Mars rannte um ihr Leben. Ihr Atem ging rasselnd und ihr Herz dröhnte bis in ihren Kopf. Plötzlich, knapp dreißig Meter vor ihr - bei ihrer Geschwindigkeit eine Entfernung, die sie in zwei Sekunden zurücklegen würde - trat ein Youma auf die Straße, die zum Einkaufszentrum zurückführte. Für eine Attacke blieb ihr keine Zeit mehr, als sie auch schon die Tentakel auf sich zukommen sah.
Im nächsten Moment wurde der Youma von hinten hell erleuchtet, und Mars hörte Worte, die ihr vor Erleichterung das Herz leichter werden liessen.
"Deep Submerge!"
"World Shaking!"
Die Attacken von Sailor Neptun und Uranus rissen gewaltige Löcher in den Leib des Youma. Plötzlich landete ein junges Mädchen neben ihm, das eine für seine Verhältnisse eigentlich überdimensionierte Waffe mit sich trug, die an eine Hellebarde erinnerte. Trotz ihrer offensichtlichen Jugend handhabte sie die Waffe mit einer Natürlichkeit, die man normalerweise mit Jahrzehnten der Übung verbinden würde. Ein routiniert geführter Streich Sailor Saturns beendete das Leben der Kreatur, die sich daraufhin in widerlichen Schleim auflöste.
"Gerade noch...rechtzeitig." japste Sailor Mars und fiel erschöpft auf die Knie, während Uranus, Neptun und Saturn sich mit einem aufmunternden Lächeln an ihr vorbeischoben, um den verbliebenen Youma zum Kampf zu stellen.
Dieser war trotz seines Hasses auf die Senshi nicht lebensmüde und wollte fliehen, doch eine weitere Kriegerin mit einem langen, an der Spitze mit einem großen Juwel geschmückten Stab, versperrte ihm den Rückweg.
"Death Scream !"
Sailor Plutos Attacke schmetterte den Youma zu Boden. Noch bevor er sich von diesem Angriff erholen konnte, bereiteten die drei anderen Senshi ihre nächsten Attacken vor.
Unterdessen war Mars jedoch wieder eingefallen, daß sie ja eigentlich nach Sailor Merkur hatte sehen wollen, und so erhob sie sich schwankend und rannte so schnell wie möglich zum Einkaufszentrum zurück.
Unschlüssig stand sie auf der verwüsteten Straße, auf der alles angefangen hatte. Wo sollte sie Merkur suchen ?
°Wenn das hier vorbei ist, soll Merkur in unsere Kommunikatoren ein Ortungsgerät einbauen, damit wir uns gegenseitig wiederfinden können.° beschloß sie.
Rechts führte der Weg ins Einkaufszentrum, aus dem noch immer Kampfgeräusche zu hören waren. Dorthin waren Jupiter und Venus gerannt, und wenn Merkur inzwischen auch dort war, war sie in relativer Sicherheit.
Einer Eingebung folgend wandte Mars sich nach links, bog dann schließlich nach kurzer Zeit nach rechts in eine Seitenstraße ab, und wandte sich nach ein paar hundert Metern wieder nach links.
Kaum war sie um die Ecke gebogen, als ihr der Atem stockte, und sich ihre Augen entsetzt weiteten. Sie schaute auf die Seitenwand eines zwanzig Meter entfernten Lagerhauses, in der ein breites Loch klaffte. Im Innern, auf einem kleinen Schutthügel, lag Sailor Merkur, die sich jedoch nur schwach bewegte.
Und praktisch über ihr stand die Gestalt aus ihrer Vision, eine stabförmige Waffe, die in einem tiefen Violetton leuchtete, in der zum Schlag erhobenen Hand.
"NEEEEEIIIIIINNNNN !!!"
Der Kopf der Gestalt ruckte überrascht herum, aber Sailor Mars wußte, daß sie ihrer Freundin damit bestenfalls ein paar Sekundenbruchteile erkauft hatte. Jetzt gab es nur eins zu tun.
"Burning Mandala !"
Ihr feuriger magischer Angriff würde den Fremden sicher stoppen. Mars sah, wie er eine Verteidigungshaltung in ihre Richtung einnahm. Ein freudloses Lächeln umspielte ihre Mundwinkel.
°Keine Chance, diesen Angriff auf diese Weise abzuwehren. Wer immer du auch sein magst.°
Ihre Augen weiteten sich entsetzt und ungläubig zugleich, als ihr Angriff plötzlich wenige Meter vor der Gestalt steil nach oben schoß und in die Decke des Lagerhauses schmetterte. Der daraufhin niedergehende Schutt verschloß das Loch in der Gebäudewand und entzog das weitere Geschehen Mars verzweifelten Blicken.
Jetzt konnte nur noch ein Wunder Sailor Merkurs Leben retten.
"...." = jemand sagt
{...} = in Basic gesprochen (Standardsprache der Neuen Republik bzw. des Imperiums)
Darth Saturn - The Dark Harvest
Teil 3
Auf dem Rückweg vom Senshi-Treffen bat Ami Rei darum, sie noch zum Hikawa- Schrein begleiten zu dürfen. Da es keinen Grund gab, dies abzulehnen, und auch weil sie neugierig war, was Ami von ihr wollen könnte, stimmte Rei zu.
Makoto, Minako und Usagi stiegen unterwegs an den Bushaltestellen aus, die ihren Wohnungen am nächsten gelegen waren, während Ami mit Rei zum Tempel weiterfuhr. Dort angekommen machte Rei für beide eine Kanne heißen Tee, die sie zusammen mit ein paar Sandwiches mit in ihr Zimmer nahm, wo Ami auf sie wartete.
"Dann laß mal hören, was du auf dem Herzen hast." meinte die junge Priesterin lächelnd, während sie den Tee eingoß.
Ami lächelte etwas verlegen, weil sie sich ertappt fühlte.
"Also ich wollte die anderen nicht beunruhigen." begann sie. "Insbesondere Usagi nicht, aber Hotaru erwähnte mir gegenüber, daß sie schlechte Träume gehabt hätte, die in irgendeiner Form mit mir zu tun hatten."
Rei schaute sowohl überrascht, als auch besorgt. Sie wußte, daß Hotarus Träume durchaus prophetische Qualitäten haben mochten.
"Warum hast du das nicht sofort vor den Anderen erwähnt ? Vielleicht wäre das ein Argument gewesen, um von Pluto doch ein paar Informationen zu ergattern."
"Tut mir Leid. Aber wie gesagt: Ich wollte euch nicht beunruhigen. Möglicherweise waren es ja tatsächlich nur Träume."
"Hmm." Rei war von dem Argument nicht sehr überzeugt. "Hat Hotaru irgendwelche Details erwähnt ?"
"Sie sagte nur, ich solle in der nächsten Zeit auf mich aufpassen."
"Dann werde ich es mit einem Feuerorakel versuchen." entschied Rei und erhob sich.
Ami folgte ihr in den dafür vorgesehenen Meditationsraum.
Die Priesterin entzündete das Feuer und ließ sich zur Meditation vor den Flammen nieder. Als sie sich geistig genug gesammelt hatte, begann sie, in Trance in die lodernden Flammen zu schauen und ihren Geist auf Ami zu fokussieren.
Es dauerte nicht lange, bis sich in den Flammen Bilder zu formen begannen. Bilder eines Kampfes zwischen den Senshi und einem nicht exakt erkennbaren, aber definitiv bösen Gegner. Sie sah plötzlich Sailor Merkur in einem Zustand großer Gefahr am Boden liegen. Eine fremde Gestalt stand über ihr, eine grell leuchtende Waffe zum Schlag erhoben. Dann verblasste das Bild schlagartig, und auch die größten Anstrengungen der jungen Priesterin brachten ihr keine weiteren Offenbarungen.
Schließlich beendete sie die Sitzung und warf ihrer Freundin einen sehr besorgten Blick zu.
"Wenn das, was ich gerade gesehen habe, tatsächlich eintrifft, dann hatte Hotaru absolut Recht, Ami." seufzte sie. "Aber da ich Bescheid weiss, werde ich ebenfalls ein Auge auf dich haben."
Ami grinste - auch um ihre eigenen Sorgen zu überspielen.
"Danke, Rei."
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Jacen suchte nach einer angemessenen Beschreibung für seinen Gemütszustand. Die erste, die ihm spontan einfiel, war: Depressiv. Seit drei Tagen lungerte er im Grunde nur rum. Sicher, er hatte die Zeit genutzt, um sich besser über die Sprache der Einheimischen zu informieren. Aber ihm fehlte jegliche Zukunftsperspektive. Er besaß keine gültigen Papiere, keine gültige Währung, keine Wohnung, und was das Schlimmste war, er hatte keinen Schimmer, was er auf diesem Planeten tun sollte. Welche Verwendung gab es hier für einen ausgebildeten Jedi und Raumschiffspiloten ?
Nachdenklich saß er auf seiner Lieblingsparkbank, als er plötzlich etwas spürte. Überrascht riß er die Augen auf, sprang von der Bank, und drehte sich suchend im Kreis.
°Da war eindeutig eine leichte Verschiebung der Macht.° dachte er aufgeregt. Konnte es sein, daß es außer ihm noch andere Jedi auf diesem Planeten gab ? Falls ja, konnten sie ihm vielleicht erklären, wie er hierher gekommen war. Und wenn sie das wußten, konnten sie ihm vielleicht auch verraten, wie er wieder zurückkam.
Voller Vorfreude machte er sich auf den Weg in die Innenstadt...
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Es war früher Abend, einen Tag nach dem Senshi-Treffen, als plötzlich Amis Computer ein schrilles Alarmsignal von sich gab.
Das Mädchen zuckte überrascht zusammen, ließ sein Buch fallen und lief zu seinem Computer, um der Sache auf den Grund zu gehen. Geschockt riß sie die Augen auf, als sie die Werte ablaß.
°Das glaub ich ja nicht. Wo kommen die denn her ?°
Reflexartig griff sie nach ihrem Kommunikator und setzte einen Rundruf an alle Senshi ab:
"An Alle ! Ein Portal und mehrere Youma in der Nähe des neuen Einkaufszentrums geortet !"
Mehr Information war nicht nötig. Ami rannte aus dem Haus und suchte sich ein Versteck für ihre Verwandlung. Keine Minute später sprang Sailor Merkur bereits von Dach zu Dach, um ihre geliebte Stadt und die Menschen darin wieder einmal gegen das Böse zu verteidigen.
Dank ihrer magisch verbesserten Stärke und Geschwindigkeit erreichte sie den Ort des Geschehens in weniger als fünfzehn Minuten. Einen Block vor dem Einkaufszentrum sprang sie auf die Straße herunter und schaute sich nach den anderen um.
Von einer Seite kamen gerade Sailor Mars und Sailor Jupiter angerannt. Als sie Merkur entdeckten, änderten sie ihre Laufrichtung, um sich mit ihr zu treffen.
"Irgendwelche Infos über den Feind, Merkur ?"
Sailor Merkur fuhr ihren Visor runter und scannte die Umgebung.
"Ich habe drei Youma und ein Portal auf dem Schirm." erklärte sie.
"Wirklich Youma ?" fragte Jupiter überrascht. "Aber wir haben Beryl und ihre Truppen doch vernichtet."
"Scheinbar haben wir welche übersehen." knurrte Mars grimmig. "Also los, Mädels. Geben wir den drei Biestern was zu tun, bis wir Verstärkung bekommen."
"Was hast du gegen einen guten alten Kampf eins gegen eins ?" fragte Jupiter grinsend.
"Weiss nicht. Hab ein merkwürdiges Gefühl bei der Sache."
"Merkwürdig oder nicht." meinte Merkur besorgt. "Wir müssen sie davon abhalten die Gebäude zu zerlegen. Außerdem wohnen hier auch unschuldige Menschen."
Mars und Jupiter nickten grimmig und stürzten sich in den Kampf.
Als sie um die nächste Ecke bogen, sahen sie einen ihrer Feinde, ein halbhumanoides Monstrum, doppelt so groß wie ein Mensch und mit mehreren Tentakeln statt Armen ausgestattet. Das Monstrum erblickte sie im gleichen Moment, griff nach einem Auto, daß am Straßenrand parkte, und warf es nach den Senshi, die dem Angriff mühelos durch einen Sprung auswichen.
Beide Kriegerinnen für Liebe und Gerechtigkeit wollten sich gerade revanchieren, als Merkur sie mit einem Schrei vor einem Youma warnte, der aus einer Seitengasse hinter ihnen heraustrat.
Nur durch viel Glück und ihre magisch verbesserten Reflexe entgingen sie den ersten Hieben der mächtigen Tentakel.
"Shabbon Freezing Spray !"
Plötzlich bedeckte dichter, eiskalter Nebel die Straße rund um die zwei bedrohten Senshi. Merkur hatte ihren Freundinnen eine Atempause zur Neugruppierung verschafft.
Außerdem fügte der Nebel den beiden Youma Schaden zu und behinderte ihre Aktionen. Als Mars im Nebel den Schemen eines wehrlosen Youmas entdeckte, nutzte auch sie die Gelegenheit für eine Attacke.
"Burning Mandala !"
"Sparkling Wide Pressure !" stimmte Jupiter ein. "Ich mag meinen Tintenfisch zwar sonst nicht so verbrutzelt, aber in diesem Fall ist gut durch wohl besser."
Mars nickte zustimmend.
"Laß uns seine Kameraden suchen." schlug sie vor. "Dieser hier ist erstmal bedient."
Jupiter war einverstanden.
Zu dumm nur, daß einer der Kameraden sie zuerst fand. Der Youma war in einem plötzlichen Anfall von Kreativität einfach die eingenebelte Straße entlanggestapft, wobei er mit seinen Tentakeln wild um sich schlug. Der Nebel war zwar schmerzhaft für ihn, aber als seine wirbelnden Tentakel schließlich Mars und Jupiter erwischten und quer über die Straße in eine Hauswand katapultierten, zahlte er diesen Schmerz doppelt zurück. Natürlich gab er sich damit nicht zufrieden. Er rannte hinter seinen Opfern her, um ihnen den Rest zu geben.
Merkur sah es entsetzt und hätte auch gern geholfen, aber da landete plötzlich donnernd der dritte Youma vor ihr und drängte sie ab.
"Au ! Mein Kopf !" stöhnte Jupiter, während sie sich mühsam aufrappelte.
"Und meine Rippen !" fügte Mars hinzu.
Beide waren von dem Aufprall noch völlig benebelt, fuhren jedoch wie von einer Nadel gestochen herum, als sie die dumpfen Schritte von etwas Gewaltigem vernahmen.
Unvermittelt tauchte der Youma aus dem Nebel auf und hob seine muskulösen Tentakelarme, die immerhin so dick wie Baumstämme waren, für den nächsten Schlag.
"Venus Love Me Chain !"
Aus dem Nichts flog eine Kette gelborange leuchtender Herzen heran und fesselte den Youma.
"Wird auch Zeit !" rief Mars.
"Tut mir Leid. Ich saß gerade in der Badewanne als Merkurs Alarm kam !" rief Venus gutgelaunt zurück.
"Jetzt fehlt nur noch Sailor Moon !" entgegnete Jupiter.
"Die steht im Einkaufszentrum vor dem Eiskremladen !" rief ihr Venus lachend zu.
"WAAAASSS ?" Sailor Mars stand kurz vor einem Anfall.
"Sie verteidigt den Laden gegen einen weiteren Youma."
"Dann laßt uns den hier rösten, und dann Moon helfen." entschied Mars.
"Sparkling Wide Pressure !"
"Burning Mandala !"
Feuer und Blitz vereinigten sich zu einer eindrucksvollen Attacke, die dem Youma fast alle seine Tentakel abriß. Bräunlichen, stinkenden Schleim blutend brach das Wesen zusammen.
Die drei Senshi ignorierten den Youma vorläufig. Ihre Anführerin war trotz ihrer mächtigen magischen Attacken nicht allzu geschickt im Kampf eins gegen eins. In der Regel war es zwar ihre Magie, die die Gegner endgültig ausschaltete, aber sie war dabei meistens auf den Schutz der anderen angewiesen.
°Wo ist eigentlich Merkur ?° Mars stockte kurz in ihrer Vorwärtsbewegung. "Hat eine von euch eine Ahnung, wo Merkur ist ?"
Die zwei anderen Senshi verneinten.
"Vielleicht bekämpft sie den ersten Youma." kam es Jupiter in den Sinn.
"Ich werde nach ihr sehen." entschied Mars. "Möglicherweise braucht sie Hilfe."
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, bog sie zur Seite ab und folgte den Spuren der Verwüstung auf der Straße durch den sich langsam auflösenden magischen Nebel.
Jupiter und Venus sollten in der Lage sein, zusammen mit Sailor Moon einen Youma mühelos zu erledigen.
Unbemerkt von ihr traten zwei weitere Youma aus dem Portal, die Zirkonite in Reserve gehalten hatte. Ihr Ziel war ja nicht, die Senshi zu besiegen, sondern den Kampf in die Länge zu ziehen, um sich über Hotaru Kaioh Gewissheit verschaffen zu können.
Daß beide Kreaturen jedoch knapp vor ihr aus einer Seitenstraße kamen, konnte an Sailor Mars nicht unbemerkt vorbeigehen.
Die Youma nutzten Überzahl und Überraschungsmoment, um sie von den Orten, an denen ihre Kameradinnen kämpften, abzudrängen.
Mars hingegen hatte in ihrer Lage nicht viele Möglichkeiten. Sich nur auf´s Ausweichen konzentrierend, versuchte sie, die Wesen in einem Bogen zum Einkaufszentrum zurückzuführen. Die Youma waren jedoch nicht dumm und durchschauten ihren Plan. Eines der Wesen bog unterwegs ab um der Gegnerin den Weg abzuschneiden.
Mars rannte um ihr Leben. Ihr Atem ging rasselnd und ihr Herz dröhnte bis in ihren Kopf. Plötzlich, knapp dreißig Meter vor ihr - bei ihrer Geschwindigkeit eine Entfernung, die sie in zwei Sekunden zurücklegen würde - trat ein Youma auf die Straße, die zum Einkaufszentrum zurückführte. Für eine Attacke blieb ihr keine Zeit mehr, als sie auch schon die Tentakel auf sich zukommen sah.
Im nächsten Moment wurde der Youma von hinten hell erleuchtet, und Mars hörte Worte, die ihr vor Erleichterung das Herz leichter werden liessen.
"Deep Submerge!"
"World Shaking!"
Die Attacken von Sailor Neptun und Uranus rissen gewaltige Löcher in den Leib des Youma. Plötzlich landete ein junges Mädchen neben ihm, das eine für seine Verhältnisse eigentlich überdimensionierte Waffe mit sich trug, die an eine Hellebarde erinnerte. Trotz ihrer offensichtlichen Jugend handhabte sie die Waffe mit einer Natürlichkeit, die man normalerweise mit Jahrzehnten der Übung verbinden würde. Ein routiniert geführter Streich Sailor Saturns beendete das Leben der Kreatur, die sich daraufhin in widerlichen Schleim auflöste.
"Gerade noch...rechtzeitig." japste Sailor Mars und fiel erschöpft auf die Knie, während Uranus, Neptun und Saturn sich mit einem aufmunternden Lächeln an ihr vorbeischoben, um den verbliebenen Youma zum Kampf zu stellen.
Dieser war trotz seines Hasses auf die Senshi nicht lebensmüde und wollte fliehen, doch eine weitere Kriegerin mit einem langen, an der Spitze mit einem großen Juwel geschmückten Stab, versperrte ihm den Rückweg.
"Death Scream !"
Sailor Plutos Attacke schmetterte den Youma zu Boden. Noch bevor er sich von diesem Angriff erholen konnte, bereiteten die drei anderen Senshi ihre nächsten Attacken vor.
Unterdessen war Mars jedoch wieder eingefallen, daß sie ja eigentlich nach Sailor Merkur hatte sehen wollen, und so erhob sie sich schwankend und rannte so schnell wie möglich zum Einkaufszentrum zurück.
Unschlüssig stand sie auf der verwüsteten Straße, auf der alles angefangen hatte. Wo sollte sie Merkur suchen ?
°Wenn das hier vorbei ist, soll Merkur in unsere Kommunikatoren ein Ortungsgerät einbauen, damit wir uns gegenseitig wiederfinden können.° beschloß sie.
Rechts führte der Weg ins Einkaufszentrum, aus dem noch immer Kampfgeräusche zu hören waren. Dorthin waren Jupiter und Venus gerannt, und wenn Merkur inzwischen auch dort war, war sie in relativer Sicherheit.
Einer Eingebung folgend wandte Mars sich nach links, bog dann schließlich nach kurzer Zeit nach rechts in eine Seitenstraße ab, und wandte sich nach ein paar hundert Metern wieder nach links.
Kaum war sie um die Ecke gebogen, als ihr der Atem stockte, und sich ihre Augen entsetzt weiteten. Sie schaute auf die Seitenwand eines zwanzig Meter entfernten Lagerhauses, in der ein breites Loch klaffte. Im Innern, auf einem kleinen Schutthügel, lag Sailor Merkur, die sich jedoch nur schwach bewegte.
Und praktisch über ihr stand die Gestalt aus ihrer Vision, eine stabförmige Waffe, die in einem tiefen Violetton leuchtete, in der zum Schlag erhobenen Hand.
"NEEEEEIIIIIINNNNN !!!"
Der Kopf der Gestalt ruckte überrascht herum, aber Sailor Mars wußte, daß sie ihrer Freundin damit bestenfalls ein paar Sekundenbruchteile erkauft hatte. Jetzt gab es nur eins zu tun.
"Burning Mandala !"
Ihr feuriger magischer Angriff würde den Fremden sicher stoppen. Mars sah, wie er eine Verteidigungshaltung in ihre Richtung einnahm. Ein freudloses Lächeln umspielte ihre Mundwinkel.
°Keine Chance, diesen Angriff auf diese Weise abzuwehren. Wer immer du auch sein magst.°
Ihre Augen weiteten sich entsetzt und ungläubig zugleich, als ihr Angriff plötzlich wenige Meter vor der Gestalt steil nach oben schoß und in die Decke des Lagerhauses schmetterte. Der daraufhin niedergehende Schutt verschloß das Loch in der Gebäudewand und entzog das weitere Geschehen Mars verzweifelten Blicken.
Jetzt konnte nur noch ein Wunder Sailor Merkurs Leben retten.
