Alle Charaktere und sämtliche Rechte an ‚NCIS: Los Angeles' gehören CBS und Shane Brennan Productions. Die folgende Geschichte dient keinerlei kommerziellen Zwecken, sondern wurde nur zum Vergnügen für Fans geschrieben. Eine Verletzung des Copyrights ist nicht beabsichtigt. Alle weiteren Personen gehören der Autorin.
Ich bin keine Fachfrau in Bereichen wie Medizin, Drogen, Flugzeugtechnik, Waffen oder Undercoverarbeit. Sollten Euch also Fehler auffallen, lasse ich mich gerne korrigieren.
Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.
Kapitel 4 - Aufräumarbeiten
Am nächsten Tag stand Joann vor dem Eingang zum Hauptquartier. Es war an der Zeit für einige Gespräche.
„Hetty?"
„Miss MacKenzie."
„Darf ich?"
„Sicher." Hetty deutete auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch.
Joann trat heran, blieb aber stehen. „Ich entschuldige mich für mein Benehmen. Meine Beschuldigungen waren absolut ungerechtfertigt und mein Ton unangemessen. Das wird nicht wieder vorkommen."
„Davon bin ich überzeugt, Miss MacKenzie. Und nun setzte Sie sich. Wir haben einiges zu besprechen."
Joanns nächstes Ziel war die Ops. Wie erwartet, fand sie dort Eric und Nell.
„Hallo, Ihr Zwei!"
„Joann! Geht es Dir gut?" Eric machte sich immer noch Vorwürfe wegen der verpatzten Überwachung.
„Ja, es geht mir gut. Ich muss mich bei Euch beiden entschuldigen. Ihr habt keinen Fehler gemacht. Wir wussten ja, dass wir es mit einem verdammt cleveren Gegner zu tun hatten. Man kann niemals auf alles vorbereitet sein. Ihr beide habt einen verdammt guten Job hingelegt." Spontan nahm Joann Eric und Nell nacheinander in den Arm. „Ohne Euch wäre meine Verstärkung nie rechtzeitig da gewesen. Danke."
Nate saß in seinem Büro, wie immer von einem Papierstapel umgeben.
„Hy."
„Joann." Nate sah sie ernst an. „Wie geht es Dir?"
Joann zuckte mit den Schultern. „Schon okay. Hast Du Zeit für mich? Für ein Gespräch?"
„Wie ich sagte, wann immer Du soweit bist."
Es wurde ein langes Gespräch.
Joann stand oben und sah sich um. Sie vermisste das alles hier, ihre Freunde, ihre Arbeit. Sie wollte wieder raus auf die Straße, Verbrecher festnehmen. Sie bemerkte den leisten Seufzer nicht einmal, der ihren Lippen entfloh. Das würde noch etwas dauern. Dann sah sie ihr Team hereinkommen. Sam und G waren in einer Diskussion vertieft, Kensi und Deeks neckten sich, nur Ray sah nicht so gut aus. Langsam ging sie hinunter.
„Hey, Leute."
Von der nun folgenden Umarmung durch Kensi wurde Joann total überrascht. Ebenso von ihrem Schlag in die Rippen.
„Autsch, Kensi! Das tat weh!"
„Das hast Du verdient! Mach nie wieder so einen Unsinn, hörst Du?"
Auch die anderen freuten sich, Joann zu sehen. Ray hörte gar nicht mehr auf, zu strahlen. Nachdem sie einmal rundum umarmt und geknufft worden war, kam Joann endlich wieder zu Wort. Ernst sah sie alle an.
„Es tut mir ehrlich leid, wie ich mich benommen habe. Ich wollte Euch keine Schwierigkeiten machen. Außerdem bin ich Euch dankbar. Dafür, dass Ihr mich unterstützt und zu mir gehalten habt."
„Du hast ganz schönen Mist gebaut." Sam erwiderte ihren Blick.
„Ja, Sam, habe ich. Ich würde gerne versprechen, dass dies nie wieder passiert, aber…" Joann zuckte verlegen mit den Schultern.
„Mach Dir keine Gedanken, wir werden Dir schon sagen, wenn Du Mist baust." Deeks grinste Joann an.
„Danke, dass hoffe ich doch, Marty."
„Wann kommst Du wieder?" Ray konnte die Antwort kaum abwarten.
„Du wirst Dich noch ein wenig gedulden müssen. Ich bin immer noch suspendiert."
Die Enttäuschung war Ray deutlich anzusehen.
„Da ist noch etwas, dass ich Euch sagen wollte. Ich habe so etwas wie eine Ersatz- oder Adoptivfamilie, einen Vater und einen Bruder. Mein Bruder ist ein Marine und ein JAG-Anwalt. Er wird hierher versetzt und in ein paar Monaten folgen seine Frau und seine Kinder. Mein Pops ist ein ehemaliger Seal, aber inzwischen in Rente. Er lebt in New York und bei ihm bin ich gewesen. Auch wenn es schwierig wird, will ich in Zukunft mehr Zeit mit ihnen verbringen. Ihr solltet das wissen, aber mehr werde ich dazu nicht sagen."
Die Kollegen wussten nicht, was sie von dieser Mitteilung halten sollten und nahmen es daher zuerst einmal nur zur Kenntnis. Schließlich verabschiedete sich Joann.
…
G setzte sich neben Joann in den Sand. „Du weißt, dass es ein Risiko ist, immer an den selben Ort zu kommen. Du wirst berechenbar."
„Ja, aber ich halte mich an die Protokolle und wähle immer einen anderen Weg, ich nutze immer einen anderen Parkplatz und einen anderen Zugang. Außerdem gehe ich immer erst über die Promenade, um Verfolger oder Beobachter zu entdecken."
„Gut."
„Du gehst auch ein Risiko ein, wenn Du mich immer hier suchst."
„Ja, aber ich halte mich auch an die Protokolle."
Einen kurzen Augenblick lag ein Grinsen auf seinen Mundwinkeln. Dann wurde er wieder ernst.
„Wie sauer bist Du auf mich, G?"
Er brauchte einen Moment, um zu antworten. „Ziemlich. Manches kann ich verstehen. Deinen Ausraster bei Davenport zum Beispiel. Oder das Du uns angegiftet hast. Anderes nicht. Abzuhauen, ohne mir etwas zu sagen. Oder das Du Deine Familie nicht erwähnt hast. Du und Sam, Ihr werft mir immer vor, nicht genug Vertrauen zu Euch zu haben. Was ist mir Dir und Deinem Vertrauen zu mir?"
Joann schwieg. G sagte ihr nichts, worauf sie nicht schon selber gekommen war. „Darauf läuft es immer hinaus, nicht G? Wer vertraut wem. Wir beide leben mit Geheimnissen und im Laufe der Jahre werden es noch mehr werden, solange wir beide uns nicht einen anderen Job suchen. Etwas, dass für uns beide keine wirkliche Möglichkeit ist. Hast Du mir alles erzählt, was Du mir erzählen könntest? Wahrscheinlich nicht. Habe ich damit ein Problem? Manchmal. Hat das Einfluss auf mein Vertrauen in Dich? Nicht für eine Sekunde. Es nervt mich, wenn wir beide immer und immer wieder über Vertrauen diskutieren müssen. Diesen Punkt in unserer Beziehung sollten wir ein für alle Mal klären."
Callen war überrascht. Das Gespräch ging in eine Richtung, die er nicht erwartet hatte. Langsam stand er auf. „Vielleicht hast Du Recht. Da gibt es Klärungsbedarf." Er war schon ein paar Schritte weg, als er sich noch mal umdrehte. „Sehen wir uns zu Hause?"
„Natürlich. Soll ich etwas kochen?"
„Nein, Jo, ich weiß noch nicht, wann ich komme."
Sie nickte und sah ihm zu, wie er langsam am Wasser längs ging.
…
„G?" Joann klang verschlafen.
„Schlaf weiter, Jo, ich wollte Dich nicht wecken."
„Wie spät ist es?"
„Es ist früh. Du kannst noch schlafen, Jo."
Sie spürte eine Kuss auf ihrer Stirn, dann schlief sie wieder ein. Gefühlte fünf Sekunden später klingelte der Wecker. Knurrend schlug Joann nach dem Störenfried. Es dauerte einen Moment, bis sie merkte, dass es G's Wecker war, nicht ihrer.
„Du hast gesagt, es ist noch früh…wieso geht jetzt schon der Wecker?", muffelte sie G an, der schon aus dem Bett war.
„Joann, Du hast inzwischen schon wieder vier Stunden geschlafen. Schlaf weiter und hör auf, zu nörgeln."
Aus halb geöffneten Augen sah Joann G nach, der im Bad verschwand. „Vier Stunden…wann bist Du denn zurück gekommen? Und wo warst Du so lange?"
Aber G stand schon unter der Dusche und hörte sie nicht mehr.
Es wurde ein langer Tag für Joann. Sie konnte nicht wieder einschlafen, nachdem G zur Arbeit gegangen war. Also stand sie auf und lief. Nach einem ausgiebigen Frühstück, legte sie im Haushalt los. Anschließend ging Joann einkaufen, ins Fitness-Studio, las ein wenig auf der Terrasse, ging schwimmen, las am Strand, machte ihre Katas auf der Terrasse, las auf der Couch und wartete. Als G endlich nach Hause kam, war es spät und er sah müde aus. Ein wenig schwerfällig ließ er sich neben Joann auf der Couch nieder.
„G? Was ist passiert?"
„Eine Verfolgungsjagd durch Hinterhöfe und ein Kampf mit ein paar viel zu optimistischen Schlägern."
Erleichtert grinste Joann. „Wie viele Eisbeutel musste Hetty verteilen?"
Jetzt musste auch G grinsen, aber er zuckte dabei zusammen. „Reichlich!"
Mit geschlossenen Augen saß G neben Joann, genoss ihre Nähe und schaltete endlich ab. Zögernd und vorsichtig kuschelte sich Joann an ihn.
„Jo?"
„Ja?"
„Ich möchte Scott und Jason gerne kennen lernen. Aber das ganze ist ein bisschen schwierig."
Joann wartete ab.
„Unsere Abteilung existiert offiziell gar nicht. Wir arbeiten so erfolgreich, weil nur wenige von uns wissen. Je mehr von uns wissen, um so größer das Risiko für alle."
„Das ist mir klar. Ich habe den beide damals nur gesagt, dass ich jetzt beim NCIS tätig bin und das meine genaue Tätigkeit geheim ist. Sie haben keine weiteren Fragen gestellt, schließlich sind sie beide selber Geheimnisträger. Sie werden Dir auch keine Fragen stellen, nicht zu unserer Arbeit. Als besorgter Vater und Bruder interessiert sie mehr, was Du für ein Mann bist und wie Du mit mir umgehst."
G schmunzelte. „Du bist doch kein kleines Mädchen mehr."
Joann kicherte. „Für die beiden schon, zumindest bei diesem Thema."
„Und unser anderes Thema?" Nachdem beide eine Zeitlang geschwiegen hatten, traute sich Joann, diese brisante Frage zu stellen.
Langsam nickte G. „Ich vergesse manchmal, dass auch andere Menschen nicht über alles reden wollen. Du hast ein Recht auf Deine Geheimnisse. Da ist aber immer noch der Punkt, warum Du gegangen bist, ohne mit mir zu reden. Ich hätte Dich nicht aufgehalten, aber Du hättest mir lange Stunden voller Sorge ersparen können." G runzelte die Stirn. „Jo, wenn Du mit etwas fertig werden musst, bei dem ich Dir nicht helfen kann, unterstütze ich, dass Du Dir anderweitig Hilfe holst. Ich will für Dich da sein, aber das heißt auch, dass ich Dich manchmal jemand anderem überlassen muss. Bisher waren das meistens Nate und Kensi, manchmal Deeks oder Sam. Wenn das in Zukunft auch noch Scott und Jason sein sollen, ist das für mich in Ordnung." Dann wurde sein Blick sehr hart. „Nur lass mich nie wieder im Ungewissen. Ich will mich nicht fragen müssen, ob Du einen Unfall hattest, entführt wurdest oder in anderen Schwierigkeiten steckst, wenn das nicht notwendig ist."
Joann richtete sich auf, sah G offen und direkt an. „Versprochen."
