A/N: Okay, ihr Lieben. Es ist Samstag. Und ich hätte da etwas für euch. Unserer Meinung nach ist Sirius schon lange genug in seiner Zelle – und er will endlich raus. Also drücken wir ihm die Daumen, das sein Plan gelingt! Viel Spaß!

Soundtrack: „Der Kreis", Silbermond

Kapitel 3 - Flucht

Gib nicht auf

Du bist gleich da

Und dann vergisst du das, was vorher war

Du bist gleich da

Du bist gleich da

Am Ort wo vor Dir keiner war

Halte durch

Du bist ganz nah

Und dann vergisst du das, was vorher war

Und nichts hält Dich auf

Nicht bringt Dich zum Stehen

Denn Du bist hier, um bis ans Ende zu gehen

Kein Weg ist zu lang

Kein Weg ist zu weit

Denn Du glaubst an jeden Schritt, weil Du weißt

Irgendwann schließt sich der Kreis

Irgendwann schließt sich der Kreis

Seit der Nacht, in der er den Zeitungsartikel entdeckt hatte, hatte sich Sirius' Leben verändert. In dem Moment, in dem er die Augen wieder geöffnet hatte, wandelte sich der gesamte Mensch. Aus dem zuvor so gebrochenem Mann mit den blicklosen, tot wirkenden, dunklen Augen brach sich plötzlich ein eigenartiges Funkeln bahn. Die Wärter beobachteten diese Veränderung mit wachsender Sorge. Sie verstanden sie einfach nicht! Besonders, weil nichts, was sie taten, etwas daran zu ändern vermochte.

Sirius hatte wieder ein Ziel. Und demzufolge einen ganz neuen, immensen Überlebenswillen. Er musste hier raus, raus aus diesem Gefängnis, runter von dieser Insel. Zurück nach Hogwarts. Und dort würde er Peter finden und töten. Ihn dafür bezahlen lassen, was er ihm und allen Anderen angetan hatte! Und dafür sorgen, dass er Harry nichts antun konnte!

Mit einem grimmigen Lächeln hatte sich Sirius noch im Moment des Erwachens an die Worte des Wärters erinnert:

Die Dementoren können Black nicht mehr orten."

Offenbar überstieg es die Fähigkeiten dieser Monster, Tiere zu orten. Sehr gut! Das würde ihm mehr als nützlich sein. Und ein Plan reifte in den Tiefen seiner Seele. Er würde hier rauskommen.

Also begann er zu essen. Alles, dessen er habhaft werden konnte. Er verspeiste die kargen Rationen, die ihm zwei Mal täglich in die Zelle geschoben wurden und immer kleiner wurden, in dem Bestreben seiner Wärter, ihn erneut auszuhungern. Sirius aber klaute schlicht die Portion seines Zellen-Nachbarn, indem er sich fast die Schulter ausrenkte, um an die Schale wässrigen, übel riechenden Inhalts zu kommen. Er tötete sogar Ratten und verspeiste sie roh. Verdammt, ihm war klar, dass er immer weniger menschlich wirkte. Aber das war ihm egal! Alles, was wichtig war, war das er wieder zu Kräften kommen musste. Und das schnell! Wenn er dafür rohe Ratten essen musste, dann sollte ihm das Recht sein.

Er musste nach Hogwarts! Er musste Peter töten!

Das Foto aus dem Tagespropheten hatte er sorgfältig herausgerissen und in die Tasche seines mottenzerfressenen Umhangs gestopft. Und jedes Mal, wenn ihn bei seinen widerlichen Mahlzeiten die Übelkeit übermannen wollte und er drohte, keinen Bissen mehr hinabwürgen zu können, holte er es hervor und starrte mit brennenden Augen auf die Ratte auf der Schulter des großen, rothaarigen Jungen.

Und er begann zu trainieren – heimlich, in der Abgeschiedenheit seiner Zelle. Dehnungsübungen, Liegestütze ... alles, was ihm helfen konnte, stärker und schneller zu werden. Und in jener Nacht, in der es ihm seit der Zeit seiner Einkerkerung zum ersten Mal wieder gelang, sich am Gitter des hochgelegenen Fensters hochzuziehen und einen Blick auf die sturmgepeitschten Wellen der Nordsee zu werfen, hätte er beinahe den Fehler begangen, seine Begeisterung darüber für die Dementoren spürbar werden zu lassen ... Nur die Erinnerung an James' und Lilys Tod hatte ihn ein weiteres Mal vor ihrem Angriff bewahrt.

Ein paar Tage später war es dann soweit. Sirius wusste, dass die menschlichen Wachen sich irgendwann zur Ruhe begaben und die Dementoren die einzigen Wächter auf den Fluren blieben. Also wartete er mit klopfendem Herzen, bis er kein Klimpern von Schlüsseln mehr hören konnte, sondern nur noch das leise Rascheln der Stoffumhänge und das gequälte Wimmern, wenn diese Monster vor einer Zelle stehen blieben und die arme Seele dahinter aussaugten. Es schien an diesem Abend Ewigkeiten zu dauern, bis alle Menschen verschwunden waren.

Zur Sicherheit wartete Sirius schließlich nach dem Verstummen der anderen Geräusche noch ein paar Minuten. In Ermangelung einer besseren Idee begann er zu zählen, um sich die Zeit zu vertreiben. Erst als er bei 4523 angekommen war und bis auf die vorherigen Geräusche immer noch alles still war, atmete er tief durch. Er hatte nur einen Versuch. Das wusste er. Es musste klappen! Sonst wäre alles verloren!

Sirius versuchte, seine Angst nieder zu kämpfen. Gleich würde er den Dementoren gegenüber stehen. Und er musste es schaffen, an ihnen vorbei zu kommen, ohne zu zögern! Schnelligkeit war seine einzige Waffe.

Also atmete er noch einmal tief durch, ehe er die Augen schloss und – an Harry dachte. Das erste Mal, als er den kleinen Kerl auf dem Arm gehalten hatte. Kurz nach seiner Geburt. Die winzigen Fingerchen, die sich so vertrauensvoll um seine geklammert hatten. Wie er sich gefühlt hatte, als er ihn in Händen hielt. Stolz. Fast so stolz wie James, der ihn angestrahlt hatte.

Hey Padfoot! Das ist mein Sohn! Vergiss das bloß nicht! ICH bin sein Dad!'

Na und? Ich bin dafür sein Pate! Von mir wird er alles Wichtige lernen! Wie man Mädchen zum Beispiel unbemerkt unter den Rock guckt!'

Warmes, tiefes Gelächter.

Die Kälte nahm augenblicklich zu und er öffnete die Augen. Sein Adamsapfel hüpfte, als er das leise Quietschen der Türangeln hörte. Rasselnder Atem war zu hören. Doch plötzlich fiel die Angst von Sirius ab. Er funkelte die schleimige, halb verweste Hand an, die sich an dem Holz vorbei schob – und dann, als die Tür einen großen Spalt weit geöffnet war, verwandelte er sich.

Mit einem riesigen Satz war Padfoot an der Tür, quetschte sich an den Dementoren vorbei – und rannte. Er rannte, wie noch nie zuvor in seinem Leben, sich sehr wohl bewusst, das ihm höchstens ein paar Sekunden blieben, ehe der Alarm ausgelöst wurde. Er musste es nach draußen schaffen. Und dann – Merlin stehe ihm bei – würde er durch das eisige Wasser der Nordsee schwimmen müssen. Ihm schauderte bei dem bloßen Gedanken. Aber ihm blieb keine andere Wahl.

Er rannte Treppen hinauf und wieder hinab, hechtete um Ecken, und als ihn die Verzweiflung zu übermannen drohte, die Befürchtung, dass er wahrscheinlich im Kreis lief und er es nicht schaffen würde, entdeckte er endlich eine Tür nach draußen. Er kam auf die Hinterläufe und drückte die Klinke mit seinem gesamten Gewicht nach unten. Gott sei Dank war sie nicht verschlossen, sondern sprang auf – und öffnete ihm den Weg in die Freiheit.

Padfoot stürzte nach draußen, kopflos, vollkommen panisch bei dem Gedanken, dass man ihn wieder einfing. Er stürzte auf den kleinen Steg zu, der ins Wasser ragte und an dem die kleinen Bote mit neuen Gefangenen, Magie-Advokaten oder Ministeriumsleuten anlegten. An dessen Ende angekommen hielt er kurz inne. Das Wasser vor ihm toste laut, die Wellen schlugen gegen die Felsen, auf dem Askaban erbaut worden war. Kein Boot war zu sehen. Nicht einmal etwas, das ansatzweise als so etwas hätte dienen können. Was sollte er jetzt tun? Er hatte so gehofft …

Hinter ihm ertönte das durchdringende, jaulende Geräusch des Alarms, riesige Fackeln brandeten auf und er hörte die Rufe der Wächter. Seine Flucht war also bemerkt worden. Einen letzten Blick warf er auf das schwarze Wasser. Vermutlich würde er elendig ertrinken. Aber das war immer noch besser, als jämmerlich in Askaban zu verrotten. Er wich zwei Schritte zurück. Drei. Dann rannte er los und stürzte sich in die riesigen Wellen.

Das eiskalte Wasser presste ihm alle Luft aus dem Körper und er kam japsend und prustend, immer noch in der Gestalt des Hundes, zurück an die Oberfläche. Fest die Zähne aufeinander beißend begann er zu paddeln, nur beseelt von einem einzigen Gedanken: WEG! Er musste fort von hier! So weit wie möglich!

Er paddelte, prustete, ging unter und kämpfte sich zurück an die Oberfläche. Padfoot hatte keine Ahnung, in welche Richtung er schwimmen sollte, trotzdem gab er nicht auf, hoffte, betete, dass ein Wunder geschehen möge und er irgendwo ans Ufer gelangte. Egal wo! Doch irgendwann verließen ihn die Kräfte. Die mühsam erkämpfte Kraft reichte einfach nicht. Und ehe eine besonders große, eisige Welle ihn erfasste und er unterging, glaubte er eine leise Stimme zu hören. Seltsam vertraut.

Gib nicht auf', flüsterte sie ihm zu. Dann wurde alles dunkel.

- - - - -

„Ob er immer noch schläft?"

„Garantiert. Wenn es nach Pads ginge, würde er das Bett nur zum Essen verlassen."

„Und um Mädels aufzureißen."

„TONI!"

„Wieso, James? So ist es doch! Dieser Junge braucht nicht mehr als eine ordentliche Portion Futter und ein Mädchen, das ihn warm hält! Seit seine gebündelten Hormone mit zwölf erwacht sind, ist es doch so!"

Sirius blinzelte schwerfällig. Sein Kopf schmerzte heftig und er glaubte Blut zu schmecken. Was war passiert? Wo war er? Und wer war hier bei ihm?

„Siehst Du, er wird wach. Ich hab´s doch gesagt."

Padfoot schaffte es, die Augen einen Spalt breit zu öffnen. Nur sehr langsam nahm seine Umgebung schärfere Konturen war. Er lag in einem alt vertrauten Bett, mit roten Bettvorhängen und weißen Laken. Und zu seinen Füßen lümmelten sich zwei Menschen. Noch halbe Kinder. Höchstens 13 oder 14 Jahre alt.

„Hey Pads. Wurde auch Zeit!"

Er kannte diese Stimme. Und er kannte auch diesen Jungen, mit den unordentlichen Haaren und den blitzenden braunen Augen, der ihm entgegengrinste.

„James?"

Wie konnte das sein? James Potter war tot. Und ganz sicher keine 13 mehr. Aber hier saß er vor ihm. Das war unmöglich!

Außer … was, wenn …? Eine unsinnige Hoffnung stieg in Sirius auf. Hatte er Askaban und all die Geschehnisse etwa nur geträumt?

„Du hast lange geschlafen. Und das wird eine ziemliche Beule geben." Diese Worte sprach der Andere an seinem Bett. Auch so jung, kinnlanges, dunkles Haar und große, babyblaue Augen. In einem ziemlichen Milchgesicht. Er grinste nicht, sondern sah ihn nur an. Sirius kannte auch ihn. Aber er war eine dunklere Erinnerung als James.

„Toni und ich haben uns ganz schön Sorgen um Dich gemacht. Fast hättest Du es nicht geschafft, mein Freund."

Der Name befreite Sirius dunkle Erinnerung ein Stück. Toni! Natürlich! Ein sehr guter Freund, fast ein Marauder-Mitglied! Dann aber drangen die letzten Worte in seinen Geist. Er runzelte die Stirn. Wovon redeten sie denn da? Ein missglückter Streich?

„Nicht geschafft? Beule?"

James nickte, ehe er leise seufzte. „Jetzt wird es Zeit für Dich zu gehen."

„Wohin?" Hatte man ihn etwa aus Hogwarts raus geworfen? Das musste ja ein ganz schöner Streich gewesen sein!

James erhob sich vom Fußende des Bettes und ging neben Sirius in die Hocke. „Du hast nicht mehr viel Zeit. Du musst Dich beeilen. Geh´ nach Little Whinging. Dort wirst Du ihn finden."

„Wen?" Sirius´ Kopfschmerzen dröhnten mittlerweile in seinem Schädel. Und James Worte waren so seltsam! Ergaben einfach keinen Sinn. Wovon sprach er?

„Meinen Sohn."

Sirius starrte ihn nur mit offenem Mund an.

„Du musst Harry finden, Sirius", fuhr James jedoch unbeirrt fort. „Du hast es uns versprochen. Geh´ und rette ihn."

„Aber … aber …"

James schüttelte den Kopf. „Viel Glück, Pads! Wir vertrauen auf Dich!"

Und dann schob sich wieder Toni in sein Gesichtsfeld. Er lächelte. „Und jetzt … wach auf, Sirius."

„Was?"

Wach auf, Sirius!'

Der Schmerz in seinem Kopf wurde fast übermächtig, verwandelte seine Welt in einen konzentrierten Klumpen blendendweißen Schmerzes. Sirius ächzte, spuckte Salzwasser und hustete erbärmlich, rollte sich zur Seite – und erst jetzt spürte er den Rest seines brennenden, schmerzenden Körpers. Nur mit fast übermenschlicher Kraftanstrengung schaffte er es, die Augen abermals zu öffnen. Der vertraute Schlafraum war verschwunden. Um ihn her war nur schmutzig-grauer Kies, der zusätzlich in seinen mageren Körper stach. Und er konnte kaltes Wasser fühlen, das um seine Beine schwappte.

Alle Hoffnung schwand dahin. Er hatte nichts von den schrecklichen Dingen geträumt, gar nichts. Alles war geschehen. Und James und Toni waren fort. Nur noch eine blasse Erinnerung an bessere Tage, die es gegeben hatte.

Sirius rollte sich wie ein Ungeborenes zusammen und gab ein ersticktes Geräusch von sich. Oh Gott. Alle tot! Er war ganz allein. Er wollte sterben! Jetzt und hier! Einfach tot sein!

Wir vertrauen auf Dich.'

Nur sehr langsam drangen diese in seiner Ohnmacht gehörten Worte zu ihm durch, und er entspannte sich allmählich. James hatte Recht! Er war sicherlich nicht aus Askaban ausgebrochen, um jetzt am Strand von wo auch immer zu krepieren. Oder zu warten, bis ihn die Dementoren und die Suchtrupps aufgespürt hatten.

Ganz sicher nicht!

Der letzte Gedanke brachte ihn schlotternd auf die Füße und er sah sich gehetzt um. Zu seiner Erleichterung war nichts zu sehen, was irgendwie eine Verfolgung annehmen ließ. Jetzt musste er nur noch herausfinden, wo ihn das Meer hin verschlagen hatte. Und das schnell! Er durfte keine Zeit mehr verlieren. Das hatte er in den letzten zwölf Jahren schon zur Genüge getan.

Er war fast an der nächsten Siedlung angekommen, als ihm ein beunruhigender Gedanke kam. Seine jetzige Erscheinung wirkte vermutlich wenig vertrauenserweckend. Verfilztes Haar, schmutzige Sträflingskleidung. Er war zurzeit wohl niemand, den man ohne Bedenken zum Tee einlud. Merlin, warum hatte er daran nicht gedacht? Ganz zu schweigen davon, dass es ihn vielleicht ausgerechnet in eine der kleinen Zauberer-Siedlungen verschlagen hatte und man ihn sofort als den Hochsicherheitsgefangenen erkennen würde!

Viel zu beschäftigt war er mit den Eindrücken um sich herum gewesen. Die reine, von Salz geschwängerte Meeresluft. Das gleißende Sonnenlicht, auch wenn der Himmel bedeckt war. Das Gefühl von Wind auf seinem Gesicht. Das durfte ihm eigentlich nicht passieren, wenn er nicht schon bald zurück in Askaban sein wollte!

Und ihm wurde auch klar, dass – selbst wenn er auf Muggel traf - die Bewohner der kleinen, gedrungenen Häuser einem streunenden Hund wohl freundlicher gesinnt sein würden, als einem abgemagerten Mann in Sträflingskleidung.

Also verwandelte er sich hastig in Padfoot, ehe er zum ersten Haus hinüber schlich. Und er brauchte all seine Willenskraft, um an den überquellenden Mülleimern vorbeizugehen, ohne einen davon umzuwerfen und sich gierig über die duftenden Reste herzumachen. Er starb fast vor Hunger.

Die meisten der Häuser waren dunkel und verschlossen. Er umrundete sie alle, um irgendetwas zu finden, was ihm sagen würde, wo er gestrandet war. Wenn er an die französische Küste gespült worden war, dann hatte er schließlich ein ganz neues Problem!

Schließlich war die Versuchung der Mülltonnen einfach zu groß. Er blickte vorsichtig nach links und rechts, ehe er mit der Schnauze gegen den metallenen Behälter stupste. Er rührte sich nicht. Offenbar war er verschlossen oder zumindest so justiert, dass er als Hund nicht weiterkam. Er seufzte innerlich, ehe er sich kurzerhand zurückverwandelte, die leise Stimme der Vernunft, die zur Vorsicht ermahnte ignorierend, und am Deckel der Mülltonne zerrte. Sie gab ein hässliches, schepperndes Geräusch von sich, aber sie ließ sich öffnen.

Mit einem begehrlichen Blick und knurrendem Magen griff er nach einer zusammengeknüllten Tüte eines bekannten Fastfood-Restaurants, das er früher geliebt hatte! Und das Glück schien auf seiner Seite – ein Hamburger, nur einmal abgebissen und eine noch fast volle Tüte mit Pommes Frites.

Grade, als er seinen Schatz aus der Tonne gefischt hatte, ertönte ein quietschendes Geräusch und ließ ihn mitten in der Bewegung erstarren. Sein Kopf ruckte hoch und für eine Sekunde blickten er und eine pummligen, älteren Dame in Leggins sich nur stumm an. Vielleicht hielt sie ihn ja nur für einen harmlosen …

„KEEEEEEEAAAAAATTTTTTTHHHHH! DER MÖÖÖÖÖÖÖÖRDER!"

Ihre Stimme war dermaßen schrill, dass er die erbeutete Tüte fast fallen ließ, um sich beide Hände gegen die Ohren zu pressen. Soviel also zur Hoffnung. Er sollte diesen Begriff wohl aus seinem Wortschatz streichen.

Endlich gehorchten ihm seine Glieder wieder und er spurtete los. Grade noch rechtzeitig, denn im nächsten Augenblick polterte eine weitere Tür und etwas pfiff nur knapp an ihm vorbei. Kein Fluch, sondern eine dieser Metallkugeln, mit der sich Muggel zu verteidigen pflegten. Er schlug nur wenige Zentimeter neben ihm in einen Baum. Sirius rannte – zum zweiten Mal in so kurzer Zeit – um sein Leben!

Erst in einem kleinen Wäldchen blieb er keuchend stehen, die Papiertüte fest an die Brust gedrückt – er hatte keine Sekunde auch nur erwogen sie in seiner Flucht fallen zu lassen - und lauschte angestrengt auf verräterische Geräusche. Knacken von Zweigen zum Beispiel, die verfolgende Schritte verraten würden. Oder Stimmen.

Als nichts davon ertönte zerfetzte er hastig die Verpackung, ließ sie achtlos fallen und stopfte sich das kalte Fastfood in den Mund. Er hatte noch nicht fertig gekaut, da war er schon wieder im Hund. Und er schwor sich, seine Animagusgestalt nicht mehr so schnell aufzugeben …

Guter Plan. °Seufz!° Tja, da ist das Widersehen mit der „normalen Welt" ja gründlich daneben gegangen. Mal sehen, wie es weiter läuft. Wir sind selbst schon ganz gespannt.