Nachdem ich unter einer blöden Schreibblockade gelitten habe und ihr eigentlich nur ein paar bestimmten Leutchen zu verdanken habt, dass ich weiter geschrieben habe... Hier jetzt das neue Kapitel. Have fun...

Verhängnisvolles Gebräu
Kapitel 4: Kontrolle und Enttäuschung

Es herrschte Stille in dem kleinen Klassenzimmer. Keiner wagte auch nur einen Laut von sich zu geben. Es war für beide viel zu schwer zu akzeptieren, wie sich die Situation plötzlich gewandelt hatte. Und mit jedem weiteren Gedanken, der sich in Hermines Kopf formte, machte sich mehr Angst in ihr breit. Ihr schien es, wie wenn sie nur als Zuschauer an einer Tribüne sitzen würde, die anderen beobachtend und sie es nicht selbst war, der dies alles geschehen sollte. Sie war Hermine Granger, Vorzeigeschülerin und Klassenbeste in fast jedem ihrer belegten Kurse. Sie war in ihrem letzten Jahr, wollte nach ihrem Abschluss studieren und eine erfolgreiche Medi-Hexe werden. Und jetzt? Sollte dieser Traum wegen einem missglückten Zaubertrank zerbrechen? Zerplatzen wie eine Seifenblase?

Immer noch stumm stand Draco auf und sammelte seine Kleidung zusammen. Eine drückende Stimmung hatte sich breit gemacht und keiner wusste damit umzugehen. Es schien, als hätte sich die Atmosphäre materialisiert und Blei würde auf ihren Schultern lasten. Wieso musste gerade ihnen so etwas widerfahren? Eine ganze Reihe von Schimpfworten wirbelte durch Dracos Kopf, die er jetzt am liebsten wild durch die Gegend geschrieen hätte. Aber er schwieg.

Hermine sah ihm einen Moment zu, wie er sich das Oberteil anzog und entschied dann, es ihm gleich zu tun. Doch kaum hatte sie ihren Rock gerichtet hörte sie schon draußen Schritte kommen. Ein lautes Poltern ließ sich vernehmen und beide sahen sich einen Moment erschrocken an. Die Erkenntnis traf beide wie ein Schlag in den Magen.

„Snape...!", flüsterte Draco als Erstes fassungslos und sah zur Tür. Was würde er sagen? Die Sauerei zierte immer noch den rauen Steinboden. Als dann temperamentvoll der Eingang geöffnet wurde und eine sauer dreinblickende schwarze Gestalt im Türrahmen stand. „Ich wollte sehen, wie weit...", begann Snape, hielt aber stockend inne. „Ich meine mich erinnern zu können, Ihnen aufgetragen zu haben, dies hier sauber zu machen!" Sein rechter Arm deutete mit einer schweifenden Bewegung über die Schulbänke, während er sprach und eine steile Falte zog sich über seine Stirn. Hermine wagte kaum daran zu denken, wie erbost er sein musste, nachdem er im Unterricht schon deutlich Zornesröte im Gesicht gehabt hatte.

Herausfordernd sah er seine Schüler an, sagte dann aber nichts mehr. Sein Blick wanderte deutlich über die Schulbank, die die beiden noch mehr als zwei Stunden zuvor im Eifer des Gefechts von ihrem ursprünglichen Platz verschoben hatten, über einen abgerissenen Hemdknopf, der nun sichtbar vor Snapes Pult lag und schließlich in die stark geröteten Gesichter der beiden, die versuchten so locker wie möglich dreinzuschauen. Erfolglos. Denn trotz größter Bemühungen behielten beide einen stark schuldbewussten Zug in ihrer Mimik. Ein Fehler?

Aber noch bevor sie etwas sagen konnte, sich rechtfertigen, kam schon die gefürchtete Reaktion: „Was zum Teufel ist hier geschehen?", donnerte die dunkle Stimme ihres Zaubertränkelehrers nun durch das Gewölbe und wäre ein Schüler 5 Kilometer entfernt gerade auf dem Weg zum Abendessen gewesen, dann würde er sich jetzt panisch umdrehen und versuchen, die Flucht zu ergreifen.

Hermine wollte im Boden versinken, sich ein tiefes Loch buddeln und hineinkriechen, doch alles blieb ihr verwehrt. Sie hatte Angst, das konnte sie ohne Zweifel sagen, aber wovor? Snape, Punkteabzug, Strafarbeit... Schwanger!? Immer wieder kreisten ihre Gedanken, wie ein ewiges Karussell, Wortfetzen blieben in ihrem Kopf hängen, nur um von anderen wieder durcheinander gewirbelt zu werden. Ihr wurde schlecht, das beklemmende Gefühl in ihrem Bauch schien sich auf ihre Lunge auszubreiten und es kam ihr fast so vor, als hätte jemand in ihrem Inneren einen großen Ballon aufgeblasen. Immer wieder stoßweise Luft holend, versuchte sie so ihre Atmung wieder zu normalisieren, doch schien diese ihr nicht ganz gehorchen zu wollen; es schien aussichtslos. Ihre Gefühle hatten die Oberhand gewonnen und sie hätte sich noch sooft darauf hinweisen können, ruhig zu bleiben, sie wäre immer wieder gescheitert.

„Wir möchten mit Professor Dumbledore sprechen!", brachte Hermine dann etliche Sekunden später mutig hervor, doch ihre Stimme klang nicht besonders fest, so wie sie es beabsichtigt hatte. Draco hingegen zog eine Augenbraue hoch und versuchte in ihrem Gesicht irgendeinen Hinweis darauf zu finden, was sie damit bezwecken wollte. Doch da war nichts. Aufregung, Nervosität, Angst. All dies konnte er erfassen, aber welchen Plan hatte sie jetzt ins Auge gefasst? Er zweifelte stark an ihrem Verstand. Was wollte sie jetzt von einem senilen, alten Schulleiter, der sowieso nichts zustande brachte?

Snape hingegen schien ins Grübeln zu kommen und lief vollends in den Raum hinein, geradewegs an den beiden vorbei. Vor einer der größeren Pfützen ging er in die Knie und betrachtete die Flüssigkeit. „Wie kann man einen meiner Tränke nur so verhunzen?", flüsterte er mehr zu sich selbst als zu irgendwem anders. Trotzdem sprach er laut genug, dass die beiden es durchaus verstanden hatten, jedoch schlau genug waren, nichts darauf zu erwidern. Zu oft hatten sie sich selbst eine ähnliche Frage gestellt. So schlecht waren beide nicht in diesem Fach und konnten sie ahnen, dass mit einer einzelnen falschen Zutat ein so krasses Ergebnis entstehen konnte?

Geschwind zog Snape seinen Zauberstab und murmelte ein paar unverständliche Worte, die eine graue Wolke zur Folge hatten. Schweigend stand er dann wieder auf und mit einer letzten schwingenden Bewegung war auch das Klassenzimmer wieder sauber. „Ja, ich denke wir sollten wirklich zu Albus gehen!" Hermine dachte noch zuvor, etwas wie Sorge in seinen Augen zu erkennen, doch so schnell wie es da war, verschwand es auch schon wieder und keinerlei Emotionen zeichneten sich auf dem Gesicht ihres Professors ab. Es war wieder diese Maske, die er allzeit aufzuhaben schien.

-.-

Es war ihnen eindeutig peinlich gewesen mit dem alten Mann zu sprechen, der sie fast belustigt durch die Halbmondgläser seiner Brille hindurch ansah. Sein rechter Mundwinkel zuckte verdächtig und die ineinander gefalteten Hände lagen friedfertig auf seinem Schoß. Snape hatte ihm kurz bevor er wieder gegangen war nur etwas ins Ohr gemurmelt und ein verkrampftes Lächeln hatte kurz seine Züge gezeichnet.

Draco war froh, dass Hermine großteils das Reden übernommen hatte. Er hätte sich insbesondere nie getraut Sachen wie: „Ja und dann haben wir bemerkt, dass etwas von dieser Pflanze wohl dabei gewesen sein musste und es vielleicht sein könnte... Dass ich... schwanger bin!" Er konnte es ja selbst kaum fassen und irgendetwas schien sich innerlich dagegen zu sperren. Was würde bloß sein Vater dazu sagen? Ein Malfoy und ein Schlammblut? Womöglich würde er ihn ungespitzt in den Boden rammen, ihn bis zur Besinnungslosigkeit verfluchen und später angekettet in den Kerkern foltern. Er mochte sich das gar nicht alles ausmalen.

Seine Hände krallten sich an der Stuhllehne fest; Die Knöchel traten weiß hervor, während er fast zu zittern begann. Sein Leben war ruiniert! Ruiniert wegen einem Schlammblut! Wütend stand er auf, warf einen zornigen Blick auf Dumbledore, dann auf Hermine und stieß dann ein vor Zorn bebendes „Ihr könnt mich mal! Granger, verdammt, ich hasse dich!", hervor, bevor er dann aus dem großen Büro rannte.

Fassungslose Blicke folgten ihm. Auf einmal fühlte Hermine sich ganz allein, hilflos und viel zu erschüttert, als dass sie noch irgendetwas tun konnte. Sie hatte versucht keine Einzelheit auszulassen während sie die Zutaten erklärte und wie sie den Trank zubereitet hatten, sie hatte von der Explosion erzählt, wie sie aufräumen sollten und wie sie dann bemerkt hatten, dass etwas mit ihren Körpern nicht stimmte. Viel schwerer war ihr dann gefallen wiederzugeben, was darauf passiert war und was sie nun vermuteten. Draco hatte kein Wort gesagt und auch Dumbledore machte es ihr fast schwer, sich den nächsten Satz zu Recht zu legen. Und jetzt war Draco einfach davon gelaufen! Warum tat er das? War er nicht genauso betroffen wie sie?

Ok, ich weiß… Eigentlich sollte dies das letzte Kapitel sein, aber es scheint als würde noch eins kommen. :-) So und jetzt bitte fleißig Reviews schreiben…Grüße, Monja

HermyBookworm: Ich denke, wenn du dir noch einmal das Kapitel ganz deutlich durch liest werden sich ein paar deiner Fragen vielleicht beantworten. Denn die beiden haben ja den eigentlichen Trank (Den Verhütungstrank), den sie brauen sollten, mehr oder weniger versaut. Snape wusste ja bis zu diesem Kapitel nicht, was die beiden da stattdessen angestellt haben…Ein Fruchtbarkeitstrank... ;-)