So hier ist das Neujahrs-Kapitel.

Ich wünsche euch allen ein schönes 2008!

LG,

Amrei

Kapitel 4

Die Woche nach Schulbeginn war reibungsloser und vor allem nicht so schmerzhaft verlaufen, wie befürchtet. Scheinbar hatte Blaise bis zu einem gewissen Grad doch Recht gehabt, was er allerdings nie im Leben zugegeben hätte.
Die einzige Reaktion ihrer Eltern auf Edens Einteilung war am Morgen nach der Einteilungszeremonie in Form eines Heulers (DRACO LUCIUS MALFOY, WIE KONNTEST DU ZULASSEN, DASS DEINE SCHWESTER NACH GRYFFINDOR KOMMT?! Nichts gegen dich Eden- Wir wünschen dir viel Spaß in Hogwarts! WARTE ERST BIS DU MIR NACH HAUSE KOMMST! ICH UND DEINE MUTTER HABEN EIN ERNSTES WORT MIT DIR ZU REDEN!), bei dem er es glücklicherweise geschafft hatte, nach einem rekordreifen Sprint schon in der Eingangshalle angekommen zu sein, bevor er los ging, so dass ihn nur die halbe und nicht etwa die ganze Schule gehört hatte.
Was Eden anging, nun... Draco schüttelte den kopf. Er hatte nicht einmal gewusst, dass es möglich war in so einer kurzen Zeit so oft nachsitzen zu bekommen. Mit einem Seufzen stieß er die Tür zum Zaubertränkeklassenraum auf, in dem er die nächste Stunde das Nachsitzen beaufsichtigen sollte-
Und blieb wie vom Donner gerührt stehen, als er das rothaarige Mädchen mit dem Vertrauensschülerabzeichen sah, das an das Pult gelehnt mit Blick zu den Nachsitzenden da stand.
„Weasley, was machst du hier? Ich habe heute die Aufsicht."
Sie verdrehte die Augen, bevor sie sich zu ihm wand.
„Malfoy, wir haben beide Aufsicht, und das werden wir, so leid es mir um uns beide auch tut, in nächster Zeit öfter haben. McGonagall hat beschlossen die Vertrauensschüler in Pärchen aus verschiedenen Häusern einzuteilen," seufzte Weasley genervt.
Eine Woche konnte also noch schlimmer werden...
Draco wurde erst aus seinen düsteren Gedanken gerissen, als ein Aufschrei von einem der Nachsitzenden kam, der sich vor Schreck wohl den Kopf an dem Kessel mit Zaubertrankrückständen, den er eigentlich säubern sollte, gestoßen hatte.
Meine Schwester soll alleine mit Malfoy Runden gehen? Nachts? Das ist ja wohl-" setzte ein vor Entrüstung puterrot angelaufener Ronald Weasley an, der augenscheinlich genauso, wie zwei Ravenclaws und – Draco traf fast der Schlag- seine Schwester Slughorn schon in der ersten Woche dazu genötigt hatten ihnen Nachsitzen zu geben.
„Ronald Weasley! Wir sollen nur Runden zusammen gehen und wenn es hoch kommt gelegentlich Aufsichten machen! Was soll da schon passieren?!" fuhr ihn seine Schwester mit in die Seite gestemmten Armen und verströmte eine so einschüchternde Aura, dass ihr Bruder unwillkürlich zusammen zuckte.
Draco schenkte ihr einen anerkennenden Blick. Sie konnte ja wirklich ganz schön angsteinflössend werden, und wenn das ein Ex-Todesser sagte musste es schon etwas heißen.
„So, wo wir das geklärt wäre Weasley," fing er an Ron gewannt herablassend an, bevor er sich zu seiner Schwester wandte „warum bist dudenn hier, Eden?"
„Ach weißt du Draco," fing sie mit einem unschuldigen Lächeln an „das willst du gar nicht so genau wissen."
+
Draco verfluchte sein Leben, die Welt im Allgemeinen und McGonagall im Besonderen, da diese im Enteffekt Schuld daran war, dass er hier mitten in der Nacht mit Weasley durch Hogwarts patrolieren musste.
Verflucht sollte sie sein!
Obwohl, fügte er mit Blick auf das rothaarige Mädchen neben ihm, das kaum einen Meter vor ihm her lief in Gedanken hinzu, es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Zum Beispiel mit Granger oder – Gott bewahre – Weasley senior.
Just in diesem Moment drehte sich Weasley zu ihm um.
„Ich denke das bringt nichts mehr. Es ist schon nach eins und wir haben-"
fing sie an brach aber plötzlich ab, als ein Scheppern aus dem nächsten Korridor kam.
„Licht aus!" zischte sie, während sie mit schon erloschenem Zauberstab und noch im dunkeln leuchtenden rotem Haar zur nächsten Ecke huschte.
Was dachte sie eigentlich, wer sie war, ihm Befehle erteilen zu können?
Dass sie mit dem, was sie sagte auch noch Recht hatte machte die Sache auch nicht gerade besser...
Verstimmt schlich er ihr hinterher und versuchte über ihre Schulter einen Blick um die Ecke zu erhaschen. Sie zuckte zusammen und sah ihn mit gerunzelter Stirn an.
„Was?" zischte er verwirrt.
Was sollte das denn nun schon wieder?
Sie verzog nur das Gesicht, schüttelte den Kopf und drehte sich wieder dem Geschehen zu.
Dort erwachten gerade drei Schatten wieder zum Leben.
„Sind sie weg?" fragte ein Junge, den Draco der Stimme nach auf nicht älter als zwölf geschätzt hätte.
„Ich glaube schon." Entgegnete nun der mittlere Schatten und kicherte.
Die Stimme kannte er doch...
„Stupor!"
Die Schatten fielen synchron vorne über und schlugen mit einem dumpfen laut auf dem Boden auf.
„Weasley, mach mal Licht!" befahl Draco wahrend er auf sie zu trat.
Diese kam dem zwar nach funkelte ihn allerdings wütend an.
„War das denn wirklich nötig? Schau, es sind doch nur Erstklässler! Was hätten die denn schlimmstenfalls tun können?"
Draco ignorierte sie geflissentlich.
„So, so. Schon in der ersten Woche mitten in der Nacht durch das Schloss streifen. Hast du irgendetwas zu deiner Verteidigung zu sagen, Eden?"
Mit einem Schwung seines Zauberstabes löste er den Fluch und augenblicklich sprang die mittlere der drei Erstklässler auf, um ihn anzufunkeln.
„Was sollte das Draco?! Das tat weh! Vater wird dich-"
Du schleichst mitten in der Nacht herum und ich soll dafür die Verantwortung übernehmen? Entschuldige, aber ich verstehe deine Logik nicht."
Weasley hatte unterdessen die anderen Beiden eingesammelt und festgestellt, dass es sich bei dem sommersprossigen Jungen mit den braunen Korkenzieherlocken um Nathaniel McLaggen und bei dem offensichtlich ziemlich schüchternem honigblonden Mädchen, das schon die ganze Zeit auf ihre Füße blickte, während es an der blassblauen Spitze an ihrem Ärmel herumnestelte um Meredith Brown handelte.
Weasley schenkte den beiden ein freundliches Lächeln und meinte an Draco gewandt:
„Wir sollten sie wohl zur Schulleiterin bringen."
„Das sollten wir wohl." Grummelte Draco, während er Eden vor sich her trieb.
„Ich weiß gar nicht, wie die drei es geschafft haben sich davon zu schleiche." Stellte Weasley mit einem Blick auf die Erstklässler , die tuschelnd vor ihnen herliefen fest.
„Hermine hat nämlich beschlossen sie unter ihre Fittiche zu nehmen. So ein nettes, kleines, beeinflussbares Mädchen muss doch vor schlechten Einflüssen beschützt werden." Sie lächelte ihn vielsagend an.
„Weasley du hast keine Ahnung, wie nervtötend Geschwister sein können." Seufzte Draco.
Sie schaute ihn ungläubig an.
„Du hast zwar noch nicht alle meine Brüder getroffen, aber eigentlich kennst du doch genug, um zu wissen, dass dem nicht so ist."
Beim Gedanken an den Weasley-Teil des goldenen Trios verzog er das Gesicht.
Vielleicht hatte sie da sogar Recht...
auf die Gesprächspause der beiden Älteren aufmerksam geworden hackte sich Eden, ungeachtet der Tatsache, dass sie in naher Zukunft Bergen von Strafarbeiten entgegensehen müsste, fröhlich, wie eh und je, bei Draco ein.
„Du, Draco? Weißt du, was wir uns gerade überlegt haben? Da ihr euch gerade so nett unterhalten habt und beide keinen Freund oder auch keine Freundin habt, warum geht ihr nicht einmal zusammen aus? Ginny ist doch auch ziemlich hübsch, das kannst du doch nicht abstreiten."
Draco verdrehte die Augen, während Weasley zuerst zu ersticken drohte und dann bis über beide Ohren rot anlief.
Vielleicht hatte Weasley doch keine Ahnung, wie es war mit einer so nervtötenden Schwester geschlagen zu sein...