Kapitel 3Ben, ein Wächter des Lichts

Ben stand vor dem Halliwell Manor und wartete auf ein Zeichen von Leo. Wie er die Warterei doch hasste. Er ging auf und wieder ab. Und das einige Male hinter einander.

"Mensch Leo!", sagte er leise zu sich selbst. Ein frischer Abend Wind fegte ihm ins Gesicht. Er schaute in den klaren Sternenhimmel und dachte zurück, an den Tag, als sie Litrok das erste Mal Gesehen hatten.

Ben lief kalter Schauer über den Rücken als er an die Vergangenheit, von vor 50 Jahren dachte. Er schüttelte sich. All das würde wieder auf ihn zu kommen. Das wusste er.

Leo stand immer noch auf der selben Stelle, wo er sich hin gelandet war. Piper, Phoebe und Paige bombardierten ihn mit Fragen. Mittlerweile wusste er nicht mehr, wo ihm der Kopf stand. Da hielt er inne. Er spürte eine mächtige Kraft, die ihn fast aus den Latschen kippen ließ.

"Oh nein!", brachte er nur heraus.

Er schaute sich um. Er kniete sich auf den Boden, legte das Buch der Schatten vor seine Füße und klappte es auf. Doch es reagierte nicht.

"Leo, in Gottes Namen, sag uns endlich was hier los ist!", fuhr Piper ihn an.

Sie hatte es nun endgültig satt. Sie über kreuzte die Arme und schaute Leo erwartungsvoll an.

"Und?"

Leo schluckte als er seine Frau ansah. Es blieb ihm keine andere Wahl als es ihnen zusagen. Er schaute nun auf Paige.

"Als du den Zauberspruch aufsagtest, hast du damit den mächtigsten aller Dämonen frei gesetzt!"

"Wie bitte?"

"Litrok ist sein Name!"

Leo stand auf.

"Was ist so gefährlich an diesem Dämon?", wollte Phoebe wissen.

"Sein Ziel ist es jeden Wächter des Lichts zu vernichten, um das Gute auf der Welt aus zu löschen! Mit jedem Wächter des Lichts, den er vernichtet, wächst seine Kraft. Mittlerweile ist er so mächtig, das es an zwei Wächter des Lichts bedarf ihn wieder zu verbannen."

"Aber wozu das Buch!"

"Nur das Buch konnte uns helfen die Hexe zu finden, die den Dämon frei setzte. In dem Falle du, Paige!"

"Auweia! Das wollt ich nicht! Ganz bestimmt!", jammerte sie.

"Das weiß ich Paige!"

"Ähm, momentmal, Leo, sagtest du nicht eben wir?"

"Vollkommen richtig!"

"Aber wer ist wir!"

"Ich und Ben!"

Ben wurde immer ungeduldiger.

"Leo!", jammerte er.

Doch in dem Moment, fühlte er die Verzweiflung und er wusste, das war das Zeichen. Sofort orbte er sich an Leos Seite. Als er wieder vollkommen zusammen gesetzt war, schaute er in die Verwirrten Gesichter der drei Hexen.

"Na das wurde auch mal Zeit, mein Lieber. Du weißt wie ich es hasse zu warten.", erboste sich Ben. Leo guckte ihn bittend an.

"Jaja schon gut!"

Ben stellte sich nun vor die drei Schwestern und stellte sich vor.

"Ich bin Ben!"

Piper schaute leicht verwirrt von einem zum anderen.

"Also du bist dann der andere Wächter des Lichts?"

"Genau, der Freund und Helfer von Leo!", grinste Ben schelmisch.

Leo knuffte ihn in die Seite.

"Ey! Lass das!" , knurrte er und schaute seinen Freund gespielt böse von der Seite her an.

"Aber was ist denn jetzt mit uns? Wie können wir Litrok aufhalten?"

"Wie Leo bereits so schön erwähnt hat, bedarf es mittlerweile uns zwei, die Hexe die ihn freigesetzt hat und dem Buch der Schatten.", erklärte Ben geduldig.

Plötzlich zuckten Leo und Ben zusammen. Keiner sagte ein Wort. Sie spürten nur diese ungeheure Kraft, die sie umgab.

"Leo, Ben, was ist los?", fragte Piper besorgt.

"Ein weiterer Wächter existiert nun nicht mehr!", sagte Ben betrübt.

"Uns bleibt nicht mehr viel Zeit!", sagte Leo.

"Moment, wie tötet Litrok euch? Euch kann man doch nicht so einfach umbringen. Ich meine, nur die Pfeile des Wächters der Dunkelheit, können euch wirklich schaden!"

"Das stimmt!"

"Litrok," begann Leo, "Entzieht uns erst die Kräfte und dann die Lebensenergie!" Piper schaute ihn besorgt an.

"Können wir euch helfen?"

Leo und Ben schüttelten mit dem Kopf. Leo ging auf Piper zu. Er umarmte sie. "Piper!"

Piper rann eine Träne über die Wange.

"Ich bin bald wieder daheim, versprochen!"

"Ich liebe dich Leo!"

"Ich dich auch!"

Sie küssten sich.

Ben verdrehte gespielt die Augen.

"Es wird Zeit, Leo!", drängelte dieser.

Leo löste sich nur widerwillig von seiner geliebten Frau und trat zurück zu Ben. "Bist du soweit, Paige?"

"Ja, Leo!"

Ben hob das Buch vom Fußboden auf.

"Dann lasst uns mal los!"

Paige, Ben und Leo mit dem Buch der Schatten orbten sich davon. Piper und Phoebe, die neben ihre Schwester geeilt kamen, schauten den drei nach und wünschten ihnen viel Glück. Piper hatte unheimliche Angst um Leo und das spürte Phoebe, so dass diese sie tröstend in den Arm nahm.

Piper setzte sich in den Wintergarten, während Phoebe in der Küche stand. Sie stand gedankenverloren vor dem Kühlschrank. Da trat Cole hinter sie und umarmte sie. Sie drehte sich um.

"Phoebe?", fragte Cole besorgt, denn er bemerkte ihre Tränen.

Cole zog sie noch näher an sich ran. Phoebe erzählte ihm, in Tränen aufgelöst, was vorgefallen war und dass sie sich große Sorgen um Paige und Leo machte.

"Hey, es wird alles gut! Ich bin ja jetzt hier!", flüsterte er ihr ins Ohr.

Sie schmiegte sich an seine Brust und hoffte das er Recht behielt. Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und wischte ihr, mit dem Daumen, die Tränen ab.

"Komm, lass uns rüber zu Piper, in den Wintergarten, gehen!"

Phoebe und Cole verließen die Küche und traten in den Wintergarten. Piper saß an dem Tisch. Sie hatte ihr Gesicht in die Hände gestützt und schluchzte.

Leo, Ben und Paige erschienen in einer unterirdischen Katakombe. Ben schaute sich um. Ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken.

"Ich bin nicht sehr gerne hier!"

"Ich auch nicht!", meinte Leo zu Ben.

"Ihr wart schon mal hier?"

"Ja, Paige, vor ungefähr einem halben Jahrhundert. War kein leichter Spaziergang!"

Ben nickte zustimmend. Paige wurde bei dem Gedanken gar nicht gut.

"Also, wenn ihr mich fragt, möchte ich wieder nach Hause!", sagte Paige.

Leo hörte die Angst, die in Paiges Stimme mit schwang.

"Wir haben auch Angst, aber da müssen wir jetzt durch. Sonst sind wir alle verloren!", sagte Ben und füllte den Satz noch mit einem gewissen Nachdruck in der Stimme.

Leo hielt an. Er drehte Paige zu sich um, damit diese ihm in die Augen sehen konnte.

"Hör mal Paige, wir wissen, diese Aufgabe ist nicht gerade leicht, aber wir brauchen dich!"

Paige nickte, dass sie verstanden hatte.

"Ich hab solche Angst."

Leo drückte Paige fest an sich. Dann löste er sich wieder und sagte mit einem Lächeln.

"Hey, ich bin schließlich euer Wächter des Lichts! Ich passe schon auf, dass dir nichts passiert!"

Paige lächelte zurück.

"Danke!"

Leo zwinkerte ihr zu.

Ben, der schon einige Meter voraus war, blieb stehen.

"Wo sind die beiden denn?"

Er drehte sich um.

"Hey, hier wird nicht getrödelt, schließlich müssen wir die Welt retten."

"Du nun wieder!", sagte Leo zu seinem Freund und lächelte.

"Immer einen Spruch parat, egal in welcher Gefahr wir uns befinden!"

"Na bei so was muss man das auch. Sonst nimmt man das alles zu ...", weiter kam Ben nicht. Er wurde in einen plötzlich auftauchenden Sog gerissen.

"Was ist das denn jetzt schon wieder?", schrie Ben.

"Ben!", rief Leo.

Er wollte ihm helfen, doch Paige hielt ihn zurück.

"Wenn du jetzt da hingehst, wirst du mit rein gesogen und dann war es das mit der schönen Welt!"

Leo schaute sie betrübt an. Er rührte sich nicht mehr und musste hilflos mit ansehen, wie sein Freund im Sog davon getragen wurde.

"Leo!", kam noch von seinem Freund, bevor er ganz im Sog verschwunden war. Der Sog verschwand wieder und es war alles ruhig. Viel zu ruhig.

Leo schaute auf den Boden und schüttelte mit dem Kopf.

"Was nun? Wird Litrok ihn gleich töten?"

"Ich weiß es nicht!", gab Leo ehrlich zu.

Paige wurde noch blasser.

'Hoffentlich stehen wir das durch!', dachte sie, bevor sie Leo am Ärmel zog.

"Wir müssen weiter!", forderte sie ihn entschlossen auf.

Leo und Paige gingen die Tunnel in der unterirdischen Katakombe entlang. Das Buch war ihnen keine sehr große Hilfe, denn so wie beim ersten mal, zeichnete ihnen das Buch den Weg nicht mehr auf.

"Litrok hat dazu gelernt!", stellte Leo entgeistert fest.

"Was machen wir denn nun?"

Leo schwieg.