Couchkartoffel
DANKE!!!
Es wird noch tragischer, glaub mir…. Bella und vor allem Renesmee werden noch einiges verkraften müssen… Aber nicht weinen, OK?
Viel Spaß
Schnelle Genesung
Bellas POV
Es ist schön, wieder in Phoenix zu sein. Aber ich hätte mir bessere Umstände gewünscht. Ich freue mich zwar, Renesmee endlich zu sehen, aber genauso beherrscht mich die Angst. Ich will nicht, dass sie sich verwandelt.
Aber ich habe nicht nur die Angst, dass sie sich verwandeln könnte, sondern, wie sie das alles aufnimmt. Wird sie uns verabscheuen? Wird sie mich, ihre Mutter, dafür hassen, dass sie bei ihrer Großmutter aufwachsen musste und sie all die Jahre angelogen wurde? Das wäre selbst für mich schwer zu akzeptieren.
Durch Phoenix zu fahren, weckt schöne, aber auch unschöne Erinnerungen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so freue, weil das Ballettstudio abgerissen wurde. Mich würde nicht wundern, wenn Edward da seine Finger im Spiel hatte. Er ist jeden Tag darauf bedacht, mich glücklich zu machen. Darin besteht bei ihm auch, negative Vergangenheit zu löschen.
Und dafür liebe ich ihn so. Ich fühle mich bei ihm geborgen, wohl behütet und geliebt. Mittlerweile kann ich gut auf mich selbst achten, aber mein lieber Gatte lässt sich nicht davon abbringen. Er hatte ja auch bei meinem menschlichen Dasein genug zu tun. Jetzt zählt er es zu seinen ehelichen Pflichten.
Als wir das Haus von Reneè erreichen, bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir richtig sind. Das Haus war früher weiß. Aber die kleine Schaukel, die schon in meiner Kindheit im Vorgarten stand, steht noch immer da. Etwas aufpoliert wurde sie. Ob Phil das war?
Im Haus brennt überall Licht. Was mich nicht wundert. Bemerkt hat uns aber dennoch niemand. Klingeln möchte ich auch nicht. Renesmee braucht ihren Schlaf.
Dann zuckt mein nicht schlagendes Herz zusammen. An der Haustür prangt ein großes Willkommensschild im Hause Dwyer. Auch Edward neben mir wird wütend. Aber ruhig Blut Bella, so ist es nun mal. Renesmee ist und bleibt trotzdem eine Cullen.
Ich hole aus meiner Tasche einen Schlüssel, den ich fast ein halbes Jahrhundert nicht benutzt habe. Dennoch passt er. Was mich wundert, da Reneè Weltmeisterin darin ist, Schlüssel zu verlieren. Aber Phil war wahrscheinlich so schlau, mehrere Exemplare von dem Schlüssel nachmachen zu lassen.
Kaum habe ich die Tür nur einen Spalt aufgemacht, läuft mir plötzlich ein Hund entgegen. Würde sagen, dass es ein Boxer ist. Ein niedliches Kerlchen. Allerdings überrascht mich sein hier sein, da Reneè noch nie Hunde mochte und Phil meinem Wunsch nach einem Haustier auch immer sehr mürrisch begegnete. Vielleicht ist es ja nur der Nachbarshund.
Wir müssen allesamt lachen, als der Vierbeiner an Emmett sein Revier markieren will. Emmett verscheucht das arme Tier mit einem lauten Knurren.
Und dann kommt uns auch schon Phil entgegen.
„Ihr habt Emmy also schon kennengelernt", sagt er.
Er hat sich, bis auf einige graue Haare, kaum verändert.
„Emmy?", fragt Emmett.
„Ja. Nessie hat ihn so genannt, als sie zehn war. Sie wollte uns aber nicht verraten, wie sie darauf kam."
Argh. Ich hasse es, wenn sie sie Nessie nennen.
„Kommt rein", sagt Phil, der Edward und den restlichen Cullens einen miesen Blick zuwirft.
Phil umarmt mich zwar herzlich, aber ich will nur eins. Zu meiner Tochter.
„Wo ist sie?"
„Oben, in deinem alten Zimmer. Reneè ist bei ihr. Das Fieber ist in den letzten Stunden, glaube ich, nochmal gestiegen."
„Du glaubst?"
„Wie gesagt, unser menschlich abgestimmtes Thermometer", das Wort menschlich betont Phil extra deutlich, „reicht nicht mehr aus. Ich habe jedenfalls das Gefühl, sie verbrennt, wenn ich meine Hand auf ihre Stirn lege."
Die letzten Worte höre ich kaum noch, da ich mir Carlisle schnappe und die Treppen hoch rase.
Dort liegt sie, in meinem alten Zimmer. In einem viel größeren Bett, wie ich es hatte. Bis auf den Schaukelstuhl, den Reneè damals in mein Zimmer stellte, ist nichts wie früher. Reneè hat uns noch immer nicht gehört, zu angespannt sitzt sie am Bett von Renesmee. Die letzten Tränen noch immer nicht getrocknet.
Renesmee windet sich leicht hin und her. Ihr Gesicht, schweißbedeckt. Trotzdem blüht mein Mutterherz auf. Darauf habe ich so lange gewartet. Beziehungsweise hatte ich fast damit abgeschlossen, sie überhaupt wiedersehen zu können.
„Mom?"
Als sie hoch schaut, durchfährt mich ein noch größerer Schmerz. Das letzte Mal, dass ich Reneè so am Boden gesehen habe, war bei der Trennung von Charlie. Selbst, als sie erfuhr, dass ich ein Vampir bin und wir uns lange nicht sehen werden, war sie gefasster.
„Oh Bella."
Ich laufe auf sie zu und umarme sie stürmisch. Aber nur kurz, da ich mich sofort meiner Tochter widme. Ich habe sie wirklich wieder. Und nichts wird mich mehr von ihr trennen.
Carlisle ist an die linke Seite des Bettes getreten und beginnt, sie zu untersuchen. Ich kann mir nicht verkneifen, zu sagen, wie groß sie doch geworden ist. Das letzte Mal habe ich sie gesehen, da war sie noch ein wehrloser Säugling.
Die Bilder konnten mir nicht das geben, was ich gerade fühle.
Als ich Renesmee über die Wange streiche, spüre ich die Hitze, die sie ausstrahlt. Und als uns Carlisle sagt, wie hoch ihre Temperatur schon ist, wird mir ganz schlecht.
51°C ist nicht menschlich. Dann müsste sie schon tot sein. Ist sie etwa schon ein Vampir? Warum nur?
Phils Aussage ignoriert Carlisle gekonnt. Im Moment geht es mir ebenfalls gehörig gegen den Strich, wie er sich verhält.
Und mal wieder treiben Carlisle und Edward ihr gewohntes Spiel. Ich weiß genau, dass er Edward etwas mitteilt und so wie ich seine Körpersprache deute, nichts Gutes. Als er dann auch noch ein lautes ‚Nein!' knurrt, weiß ich, dass Renesmee schon bald eine von uns sein wird.
Das ist zu viel für mich. Ich wollte doch unbedingt, dass sie wie ein normales Kind aufwächst. Ich lasse mich sachte auf sie fallen und schluchzte, ohne Tränen, in Renesmees Bauch. Was hab ich ihr damit nur angetan? Aber Edward war und ist meine große Liebe. Und ich bin froh, dass Renesmee dabei entstanden ist.
Nur hatte ich nicht mit diesen Folgen gerechnet.
Wage bekomme ich mit, wie Phil hitzig fragt, was los ist und Carlisle ihn versucht zu beruhigen. Was er daraufhin sagt, lässt mich erstarren.
„Sie ist nicht DEINE Tochter", knurrt Edward laut auf.
Aber Phil zeigt keine Angst.
„Ach ja? Und wer hat sie die letzten 18 Jahre groß gezogen? Ihr das Leben erklärt, sie getröstet, wenn sie traurig war, ihr nach der Schule beim lernen geholfen? Reneè und ich waren das."
Und sofort schlägt mein schlechtes Gewissen wieder zu. Das hätten eigentlich Edward und ich tun sollen. Wir sind die Eltern. Ich kann Phils Wut verstehen, dennoch steht es ihm nicht zu, vor uns zu sagen, Renesmee wäre seine Tochter. Er begreift vor lauter Wut wohl nicht, wie weh er mir damit tut.
Reneè versucht zu schlichten, doch bevor es eskaliert, melde ich mich endlich zu Wort. Es geht schließlich um MEINE Tochter.
„Sie wird eine von uns", lass ich ihn wissen.
Das sind natürlich Nachrichten, mit denen sowohl Phil, als auch Reneè nicht gerechnet hat. Dementsprechend werden sie auch kreidebleich. Dennoch tobt Phil.
„Sie ist und wird keine von euch."
Er will es nicht wahrhaben. Ich weiß, Renesmee bedeutet ihm viel, das kann ich mittlerweile schon sagen. Und wie sehr er Vampire hasst, ebenso. Das wird noch eine schwere Geburt.
„Es ist wahr, Phil", sagt plötzlich Esme, die die ganze Zeit über still meine Mutter tröstete.
Ich schaue Carlisle kurz ins Gesicht, als er mal wieder mit Edward ‚spricht', dabei erkenne ich seine irritierte Miene. Irgendetwas stimmt nicht. Doch bevor ich etwas sagen kann, stößt erst Jasper Kraft auf mich und alle anderen, um uns zu beruhigen und dann übernimmt Carlisle das Wort.
„Wir sollten reden", wendet er sich an Phil.
„Willst du nicht erstmal etwas unternehmen, damit sich das Fieber senkt?", fragt Reneè.
„Ich kann leider nicht viel für sie tun. Sie ist nicht krank."
„Aber kannst du nicht irgendwas tun? Sie leidet jetzt schon seit einigen Tagen. Ich kann mir nicht mehr mit ansehen, wie sie sich quält."
Oh Mom. Es ist schwierig für mich, sie anzublicken. Sie ist so verzweifelt wegen Renesmee und will nicht wahr haben, was vor sich geht.
„Bitte!"
Mit einem Kopfschütteln kramt Carlisle etwas aus seiner Tasche.
„Ich kann dir nicht versprechen, dass es wirkt", sagt er, bevor er ihr eine Spritze in die Vene jagt.
Edward knurrt leise, als dies geschieht. Mir fällt es auch nicht leicht, zu sehen, wie die Nadel in Renesmees Haut verschwindet. Auch als Vampir sind mir diese Dinger nicht geheuer.
„Rose", ruft Edward unerwartet.
Erst jetzt merke ich, dass Rose und die Anderen nicht mehr im Zimmer sind. Es dauert nicht lange, bis Emmetts wunderschöne Ehefrau bei uns ist.
„Kannst du bei Nessie bleiben? Wir müssen mit Phil und Reneè über alles reden. Das sollten wir aber nicht hier in diesem Zimmer tun."
Was soll das? Ich werde Renesmee nicht mehr aus meinen Augen lassen. Und ich hasse es, wenn er unsere Tochter Nessie nennt.
„Ich bleibe bei ihr", sage ich, bevor Rose antworten kann.
Ich blicke zu meinem Liebsten und lasse ihn sehen, wie mitgenommen ich bin. Aber auch in seinen Augen spiegeln sich einige Gefühle wider, wie Schuldbewusstsein und ebenfalls Traurigkeit.
„Bella, Schatz. Wir…", beginnt er, doch Rose sieht mir direkt in die Augen und spricht.
„Sorg dich nicht, Bella. Ich bleibe bei ihr. Und wenn sich etwas verändert, rufe ich euch und du bist sofort bei ihr. Geh schon", lächelt sie mir zu.
Ich will Renesmee nicht verlassen, auch wenn ich weiß, dass sie bei Rose in guten Händen ist. Aber trotzdem bekomme ich schon beim Gedanken, sie aus meinen Augen zu lassen, Panik.
„Komm, Kleines. Wir sollten wirklich reden. Ich möchte wissen, was mit Renesmee jetzt passiert und wie es weitergeht."
Reneè hat ihre Hand auf meine Schulter gelegt und einfühlsam auf mich eingeredet, wie ich sie noch nie hab reden hören. Ich nicke nur kläglich und gebe meiner schlafenden Tochter einen Kuss auf die Stirn.
Mit Edward an der Seite verlasse ich mein altes Kinderzimmer. Wir haben kaum die Treppe erreicht, da lässt mich etwas erschaudern.
„Mom?", erkenne ich sofort, dass es von meiner Tochter kommt.
Ich blicke Edward erschrocken an, als wir es nochmal hören.
„Mom?"
Nur diesmal klingt sie noch schwächer.
Reneè läuft zurück ins Zimmer und ist sofort an Renesmees Seite.
„Ich bin hier mein, Schatz."
Ihre Worte lassen mich erneut zusammen zucken. Aber, als sie wieder aufsteht und sich mit einem Lächeln vor mich stellt, verwirrt sie mich.
„Sie schläft. Und wie du, redet sie im Schlaf."
Edward neben mir lacht leise. Und auch ich kann endlich wieder lächeln. Sie hat also noch mehr von mir, als nur mein Aussehen. Dass das nicht gerade eine positive Eigenschaft ist, kann mir herzlich egal sein.
Nachdem wir uns vergewissert haben, dass Rensmee wirklich schläft, gehen wir gemeinsam nach unten ins Wohnzimmer, wo wir auf Alice, Emmett und Jasper treffen. Alle drei machten ein eben so betrübtes Gesicht, wie alle in diesem Haus. Selbst Emmett, der sonst in jeder noch brisanten Situation einen Scherz macht, schweigt.
„Ich mach uns einen Kaffee", sagt Phil zu Reneè und wendet sich dann an uns.
„Wollt ihr…?", aber schnell fällt ihm wieder ein, dass wir nicht essen und nicht trinken.
Wir setzen uns alle in das sehr gemütlich eingerichtete Wohnzimmer, was trotz des nicht mehr ganz so jungen Alters Reneès und Phils, sehr modisch eingerichtet ist. Ich kann gar nicht aufhören, mich umzusehen, was auch meiner Mom auffällt.
„Renesmee hat es vor einem Jahr eingerichtet. Sie fand das alte Wohnzimmer zu… Wie sagte sie?"
„Schnöde", hilft Phil ihr auf die Sprünge und überreicht seiner Frau eine Tasse, gefolgt von einem liebevollen Kuss.
Es ist für mich nichts Neues, aber es tut gut, zu sehen, dass selbst nach diesen vielen Jahren, ihre Liebe weiterhin so blüht. Alice, Rosalie und Esme scheinen die gleichen Gedanken zu haben, da ich aus dem Augenwinkel sehen kann, wie sie vor sich her grinsen.
Dann fallen wir erstmal ins Schweigen. Jeder macht sich so seine Gedanken. Ich natürlich auch. Wobei ich mich schon festgelegt habe. Renesmee kommt mit uns. Es gibt eigentlich keine andere Lösung. Sie kann als Vampir nicht weiter bei Reneè leben, so ungern ich sie aus ihrem aktuellen Leben auch reiße.
Sie wird es verstehen. Edward und ich sind beide sehr verständnisvoll. Und ich bin mir sicher, dass wir das auch an Renesmee weiter gegeben haben. Zumindest hoffe ich, dass sie es versteht.
Gerade, als Carlisle etwas sagen will, klingelt ein Telefon.
„Das ist sicher Scott. Er macht sich Sorgen", sagt Reneè und greift nach dem Telefon, was auf dem Wohnzimmertisch liegt.
Nach ihrem verkrampften Gesichtsausdruck, den sie auflegt, als sie aufs Display schaut, ist es wirklich Renesmees Freund.
„Hi Scott."
„Hi Mrs. Dwyer. Kann ich mit Renesmee sprechen?", kann ich ihn, dank meines Vampirgehörs hören.
„Tut mir Leid, Scott. Es geht ihr noch nicht besser. Sie schläft im Moment."
Ein wehleidiges Seufzen ist zu hören. Er scheint, enttäuscht zu sein.
„Meinen sie nicht, es ist besser, sie in ein Krankenhaus zu bringen?"
„Glaub mir Scott, wenn es nötig wäre, hätte ich sie längst in ein Krankenhaus gebracht."
Als Reneè das sagt, schaut sie grimmig zu Edward. Sie versteht es also immer noch nicht, dass eine Klinik alles nur noch schlimmer machen würde.
„Außerdem haben wir einen Arzt hier. Sie ist in guten Händen, Scott."
Ich habe das Gefühl, es fiel ihr schwer, es zu sagen.
„Oh. OK. Richten sie ihr bitte Gute Besserung aus und dass sie mich anrufen soll, wenn sie kann."
„Mach ich, Scott. Grüß deine Eltern von mir."
„Wird erledigt. Ein Gruß auch an den Coach. Bye, Mrs. Dwyer."
„Bye. Scott."
„Coach?", frage ich Reneè, als sie das Telefon wieder auf den Tisch legt.
„Ich trainiere das Baseball Team an Nessies Schule", antwortet Phil für Reneè.
„Dann kennst du diesen Scott also?", fragt Edward misstrauisch.
„Er ist ein guter Junge", sagt Reneè lauter, als gewollt.
„Scott behandelt Renesmee wie eine Lady. Es beschützt sie und bringt sie nie in Gefahr."
Das war definitiv ein Seitenhieb an Edward, der, an seinem schmerzenden Gesicht zu erkennen, gesessen hat.
„Mom!", schreite ich ein.
„Ich denke, dass haben wir durch. Ich habe mich damals für Edward entschieden, obwohl ich die Gefahr kannte."
„Gut, aber dann verurteilt Scott nicht, bevor ihr ihn überhaupt kennenlernen konntet. Renesmee liebt ihn."
„Lieben? Ist sie dafür nicht etwas zu jung?", mischt sich Edward ein.
Daraufhin lacht Reneè hysterisch und ich merke, dass dieses Lachen voller Sarkasmus steckt.
„Darf ich dich daran erinnern, dass du und Bella 17 wart, als ihr euch ineinander verliebt habt. Dass Bella 18 war, als ihr geheiratet habt. Dass sie nicht mal 19 war, als sie Renesmee bekam? Erzähl mir nicht, sie sei zu jung, um jemanden zu lieben."
„Mom!"
Mir gefällt nicht, in was für einen Ton sie mit Edward redet. Das hat er nicht verdient.
„Schon gut, Bella. Sie hat ja recht. Aber du musst auch verstehen, Reneè, dass sie nun mal unsere Tochter ist und ich nur sicher gehen will, dass sie nicht in Gefahr schwebt."
„Wir haben die letzten 18 Jahre Renesmee wie unsere Tochter aufgezogen. Sie ist für mich, wie eine eigeneTochter. Meinst du nicht, dass ich ebenfalls darauf bedacht bin, sie nicht in Gefahr kommen zu lassen? Das ich nicht stundenlange Gespräche mit Scott führte, um ihm klar zu machen, dass er nicht den nächsten Tag erlebt, wenn er Renesmee auch nur ansatzweise weh tut? Wenn ihr das von uns denkt, wie konntet ihr uns dann EURE Tochter anvertrauen?"
Ich gebe es ungern zu, aber Phil hat vollkommen recht. Natürlich würden er und Reneè alles tun, um sie zu schützen. Das saß auch erstmal. Alle schauten betrübt zu Boden.
„Entschuldige, Phil, dass ich daran gezweifelt hab, dass du Renesmee nicht genügend beschützt. Es ist sehr schwer für mich, da ich, was Bella und Renesmee betrifft, sehr beschützend bin."
Das war mein Edward, wie ich ihn liebe. Er weiß genau, wann es Zeit ist, nachzugeben und zu akzeptieren, wenn er im Unrecht ist. Fast immer.
„Entschuldigung angenommen", sagt Phil und reicht Edward die Hand.
Wäre das geklärt.
„Wie geht es jetzt weiter?", fragt Alice und brachte uns wieder darauf, über was wir eigentlich reden wollten.
Alle blicken sich zu Carlisle um, in Erwartung einer Erklärung. Doch zum ersten Mal sehe ich Unsicherheit in dem, sonst so für alles eine Antwort habenden, Doktor.
„Noch müssen wir erstmal abwarten. Ihre Verwandlung gibt mir Rätsel auf. Sie zeigt zwar Symptome an, wie das Fieber und die typische Änderung ihrer Vitalzeichen, dennoch ist einiges anders. Sie scheint, keine Schmerzen zu verspüren."
Jeder im Raum, bis auf Phil und Reneè, wissen, was er meint, da die Verwandlung äußerst schmerzhaft ist. Schmerzen, die ein Mensch nicht ertragen könnte.
„Ihre Augen zeigen auch keine typischen Anzeichen. Sie müssten rot sein, aber ich habe eher das Gefühl, dass ihre braunen Augen noch kräftiger leuchten."
„Das stimmt", wirft Reneè ein, der das wohl auch aufgefallen war.
„Kann es dann nicht sein, dass sie doch einfach nur krank ist?", fragt Phil voller Hoffnung, doch Carlisle zerschmettert seine Hoffnung mit einem Kopfschütteln.
„Ihr Körper hat begonnen, sich zu verändern. Ich konnte spüren, wie ihr Muskeln wachsen."
Ich kam irgendwie immer besser mit dem Gedanken klar, dass Renesmee bald eine von uns ist. Es würde bedeuten, dass sie bei mir bleiben kann. Und das ist alles, was ich mir wünsche.
„Das heißt, wenn Renesmee eine von euch ist, werdet ihr sie mitnehmen? Wir werden sie nie wieder sehen?", fragt Reneè unter Tränen.
Es tut mir so Leid, Reneè. Ich stehe auf und setze mich neben sie. Selbstverständlich zieht sie mich in ihre Arme und ich fühle mich wie früher, als ich noch in Phoenix lebte. Mit entschuldigender Miene schaue ich sie an, bevor sie mich erneut an sich ran zieht und in meine Schulter schluchzt.
„Wir müssen abwarten, Reneè. Die erste Zeit muss sie definitiv an einem anderen Ort, da es zu gefährlich ist. Jung-Vampire haben einen unbändigen Durst nach Menschenblut und sind unberechenbar in ihren Handlungen."
„Nessie würde uns nie etwas antun."
„Reneè lass mich erklären. Als ich Bella damals kennenlernte, war ich sofort verliebt. Nie würde mir in den Sinn kommen, ihr etwas anzutun. Aber der Vampir in mir dürstete immer nach ihrem Blut. Ich musste mich noch nie in meinem Leben so beherrschen. Es war schwer, im selben Raum mit ihr zu sein, oder darüber nachzudenken, wie ich sie am besten töte, um an ihr Blut zu kommen.
Und ich bin seit über 100 Jahren ein Vampir. Bei Jung-Vampiren gibt es keine Selbstbeherrschung. Sie wissen nicht, was richtig oder falsch ist. Das ist ihnen egal."
Reneè schluckt schwer, doch genau so ist es leider.
„Aber Bella war doch auch nicht so", warf Phil ein.
„Das stimmt", sagte Esme.
„Vielleicht hat Renesmee es mit ihrer Mutter gemeinsam."
„Dennoch wird sie nicht unter so vielen Menschen leben können. Es war schwer für mich, als ich Charlie das erste Mal begegnete. Und noch schwerer war es, als mehrere Menschen um mich waren. Selbst heute muss ich mich beherrschen. Renesmee wird es genauso gehen, Mom. Aber das heißt nicht, dass du sie nie wieder sehen wirst. Das kann ich dir nicht antun", ließ ich sie wissen.
„Hat Renesmee auch ein Wort dabei mitzureden? Ich meine, es geht um sie. Sie hat sich extra ein College in Phoenix ausgesucht, weil sie nicht weg möchte", kam es von Phil.
So kommen wir nicht weiter. Und das bemerkte auch Carlisle.
„Wir sollten jetzt erstmal von Moment zu Moment denken. Aber zuerst sollten wir vom Schlimmsten ausgehen, um nichts zu riskieren. Phil, Reneè, das war vor allem für euch gedacht. Uns kann sie nicht viel antun, euch schon. Auch, wenn sie ein noch so liebes Kind ist. Es ist nur zu eurer Sicherheit."
„Ihr schmeißt uns doch jetzt nicht aus unserem Haus?", fragt Phil entsetzt.
Manchmal ist Phil einfach zum Schießen. Aber genau aus diesem Grund liebt Reneè ihn so sehr. Obwohl mich die Scheidung meiner Eltern sehr getroffen hatte, finde ich, dass Reneè und Phil ein wundervolles Paar sind.
„Nein Phil. Das würden wir uns nicht erlauben. Wir werden nur dafür sorgen, dass Renesmee euch nichts antun kann. Also habt Obacht wenn sie wieder aufwacht. Sie wird nicht dieselbe sein, wie ihr sie kennt. Alles wird sich ändern."
Phils Blick verfinstert sich, während Reneè in meine Schulter schluchzt. Das ist ein harter Schlag, für beide. Während es für mich einen Neuanfang bedeutet. Trotzdem herrscht in mir weiter die Angst, wie Renesmee auf die Tatsache reagieren wird, dass sie meine Tochter ist und 18 Jahre dachte, bei ihren Eltern zu leben und nicht bei ihren Großeltern.
Wie würde ich reagieren? Ich kann es mir gar nicht ausmalen.
Plötzlich schaut Jasper merkwürdig in unsere Runde, und bevor er etwas sagen kann, hören wir von oben Stimmen.
„Wer bist du?"
War das etwa Renesmees Stimme?
„Ich bin Rosalie."
„Und was machst du hier?"
„Das erkläre ich dir am besten, mit allen Anderen. Sie warten im Wohnzimmer."
„Die Anderen?"
„Komm,
Renesmee. Sie warten unten. Dann wird sich alles aufklären." „Woher
kennst du meinen Namen?"
„Ich war bei deiner Geburt dabei und habe mich um dich gekümmert, als es deiner Mutter noch nicht so gut ging."
„Oh. OK."
In mir steigt plötzlich Panik auf. Endlich kommt der Augenblick, dass Renesmee mir gegenübertreten wird. Jasper versucht ein wenig, mich zu beruhigen, aber ich bin nicht die Einzige, die seine Beruhigung braucht.
„Sie ist wach und kommt gleich mit Rosalie runter", sagt Edward, der wohl Rosalies Gedanken gelesen hat.
Carlisle und Emmett machen sich bereit, für den Fall, dass Renesmee Reneè oder Phil angreifen will. Alice, Esme und Jasper sind ebenfalls in Alarmbereitschaft. Ich sitze nur steif da und warte auf den Moment, dass sie die Treppen hinunter kommt.
Ich setzte mich wieder zu Edward, wobei er mir ein aufmunterndes Lächeln zuwirft. Und es hilft. Mit ihm an der Seite weiß ich, dass alles gut gehen wird.
TBC
PLEASE REVIEW!!!!!
