Disclaimer: Alles JKR und Warner – mir gehört wie immer nix und ich mache auch kein Geld damit. seufz
Titel: Darling – Teil 4 von 4
Autor: loreleilee1968
Pairing: SS/RL (ihr kennt mich…)
Rating: ab 16
Warnungen: unter Umständen dezentes AU
Beitrag zur Kino-Challenge 2007
Darling
Teil 4
„Gut, wir fangen morgen mit den Tests an – ich werde zu unseren freiwilligen Testpersonen Kontakt aufnehmen und…", Belby unterbrach sich, trat auf Severus zu und schüttelte ihm mit feierlichem Ernst die Hand. „Wenn dieser Trank hält, was Sie sich davon versprechen, dann wird der Name Darius Darling – neben meinem eigenen - in die Geschichte eingehen!"
Mist.
Er hatte vergessen, dass er heute Morgen den Verwandlungstrank eingenommen hatte, weil Remus gesagt hatte, er würde ihn vielleicht zum Mittagessen abholen.
Severus hätte sich selbst ohrfeigen können.
OoooOoooOoooOoooO
Darius' Erfolg sprach sich in Windeseile im Institut herum und seine Kollegen waren hocherfreut und organisierten von irgendwoher Sekt.
Diese spontane Feier war für Severus eine Qual, doch Darius war sein übliches, charmantes, sonniges Selbst. Es fiel auch niemandem auf, dass Snape nicht anwesend war und diese Tatsache veranlasste Severus dazu, am nächsten Morgen als Severus seiner Arbeit fernzubleiben und sich krankzumelden.
Darius allerdings musste erscheinen und ungebührlich viel Zeit mit Belby verbringen.
Die Tests liefen – wie Severus das vorhergesehen hatte – hervorragend und die Werwölfe waren von dem Trank hellauf begeistert. Es gab auch keine unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen mit dem Wolfsbanntrank, weshalb einer Freigabe durch das Ministerium nichts mehr im Wege stand.
Eigentlich hatte Severus erwartet, dass auch Remus für Darius' Entdeckung dankbar sein würde und seine Dankbarkeit auch entsprechend zeigen würde, doch Remus war schon eine ganze Weile nicht mehr im Institut erschienen und tat es auch jetzt nicht.
Umso größer war Severus' Überraschung als Remus an einem schönen Samstag vor seiner Wohnungstür stand und ihn vage anlächelte.
„Hallo, Severus."
„Woher wissen Sie, wo ich wohne?", fragte Severus misstrauisch.
„Im Institut sagte man mir, du wärst krank. Ich habe deshalb nach deiner Adresse gefragt und man hat sie mir gegeben." Remus sprach schnell weiter, als sich Severus' Augenbrauen unheilverkündend zusammenzogen. „Aber wie ich sehe, geht es dir gut. Kann ich reinkommen?"
„Nein."
Diese knappe und schroffe Abfuhr schien den Werwolf etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen.
„Aber, Severus… du willst mich doch sicher nicht im Treppenhaus stehen lassen."
„Und warum nicht?", gab Severus unwillig zurück.
„Weil ich etwas mit dir zu besprechen habe und ich bin mir sicher, dass du nicht willst, dass jeder x-beliebige…"
„Doch", unterbrach ihn Severus rüde. Er hatte überhaupt kein Verlangen danach, Remus in seine Wohnung zu lassen. Auch wenn er andererseits nichts lieber getan hätte. Besonders das Schlafzimmer hätte er ihm liebend gern gezeigt… „Also, was gibt es so ungeheuer Wichtiges? Abgesehen davon hätten Sie sich auch jederzeit mit allen Ihren Anliegen an meinen Assistenten wenden können."
Remus scharrte nervös mit den Füßen.
„Genau das hätte ich in diesem Fall nicht tun können… denn es geht um ihn – um Darius."
„Ach", bemerkte Severus reichlich unintelligent.
„Ja… Severus, ich wollte dich fragen, ob es sein kann… dass Darius – Mister Darling – unter Umständen… deine Forschungsergebnisse… naja… geklaut hat."
Die unterschiedlichsten Gefühle durchströmten Severus bei diesen Worten. Wie aus weiter Ferne hörte er sich selbst sagen: „Nein – das hat er nicht."
„Aber, Severus…"
Severus riss sich zusammen und fand unter großer Anstrengung zu seinem sarkastischen Selbst zurück.
„Glauben Sie eigentlich allen Ernstes, ich würde mir Forschungsergebnisse stehlen lassen? Mister Darling verfügt über die gleiche Intelligenz wie ich. Er ist daher durchaus in der Lage einen solchen Trank zu entwickeln. Und selbst wenn es ihm irgendwie gelungen wäre, mich zu täuschen, dann wäre ich immer noch sehr gut in der Lage diesen Betrug aufzudecken oder mich in angemessener Form zu rächen. Was also wollen Sie hier?!"
Remus sah ihn mit einem traurigen und etwas mitleidigen Ausdruck in seinen Augen stumm an und schüttelte dann leicht den Kopf.
„Ich dachte nur, ich könnte dir helfen."
„Sie haben wirklich geglaubt, dass ich die Hilfe eines Gryffindors benötigen würde?", entfuhr es Severus, dem dieses deutliche gezeigte Mitleid mehr zu schaffen machte, als er jemals zugegeben hätte.
„Offensichtlich nicht", sagte Remus leise, drehte sich um und ging.
Severus sah sprachlos zu, wie der Werwolf mit – wie es ihm vorkam - hängenden Schultern die Treppe hinab stieg. Alles in ihm drängte danach, ihn aufzuhalten – mit einem Wort, mit einem Räuspern… doch er brachte es einfach nicht über sich.
Grenzenlose Wut übermannte ihn und er warf seine Wohnungstür mit einem lauten Knall ins Schloss.
OoooOoooOoooOoooO
Die Freigabe des neuen Trankes war mittlerweile vom Ministerium offiziell bestätigt worden und außerdem sollte Darius Darling noch der Merlin-Orden 2. Klasse verliehen werden.
Als Belby davon Wind bekam, ließ er sich durch nichts in der Welt davon abhalten, diesen Erfolg gebührend zu feiern.
Für Severus war das alles ein nicht enden wollender Alptraum. Remus ließ sich weder bei ihm selbst, noch bei Darius blicken – stattdessen wurde er (oder besser gesagt Darius) mit Dankesschreiben von Werwölfen förmlich überschüttet und von neugierigen Reportern geradezu erdrückt. Seine Kollegen klopften ihm ständig freudig erregt auf die Schulter und Belby's kleiner Festakt begann monströse Ausmaße anzunehmen.
Severus gewöhnte sich an, ständig ein Fläschchen seines Verwandlungstrankes mit sich herumzutragen – was bei ihm heftige Assoziationen zu den Vorkommnissen mit dem falschen Mad-Eye Moody auslöste – und ab und zu ein Schlückchen daraus zu nehmen… sicherheitshalber.
OoooOoooOoooOoooO
Endlich war der große Tag da.
Belby strahlte wie die Sonne im August an der Riviera und platzte vor Stolz aus allen Knopflöchern. Die Verleihung des Merlin-Ordens fand im Foyer seiner Forschungseinrichtung statt, das für diesen Zweck festlich herausgeputzt und dekoriert worden war.
In Severus' Augen war das alles heillos übertrieben, doch mit dieser Ansicht schien er völlig alleine dazustehen dazu kam noch, dass er von Belby ständig vor irgendwelche Reporter oder Fotografen gezerrt wurde und das allerschlimmste war, dass ein Alter Ego Darius diesen ganzen Wirbel unendlich zu genießen schien.
Innerlich nahm Severus dies alles mehr oder weniger teilnahmslos hin, denn er fühlte sich schon seit Tagen seltsam betäubt. Wie in Trance ging er dann auch auf die improvisierte Bühne um seinen Merlin-Orden in Empfang zu nehmen. Ohrenbetäubender Beifall brandete auf und Darius verströmte wie auf Kommando seinen ganzen Charme in einer hinreißenden Dankesrede, die Severus innerlich distanziert und ungerührt verfolgte.
Erst als er ganz hinten in der Menge Remus entdeckte, fiel diese Lethargie von ihm ab und er bemerkte, wie Darius ein wenig ins Stottern geriet und schließlich ganz verstummte.
Irgendetwas veränderte sich, doch erst einige erschreckte Ausrufe aus der Menge ließen Severus ahnen, dass sein Verwandlungstrank just in diesem Moment aufhörte zu wirken. Ein kurzer Blick auf seine Hände genügte, um diese Vermutung zu bestätigen. Er schloss für einige Sekunden die Augen, bis er fühlte, dass die Rückverwandlung abgeschlossen war. Erst dann richtete er seinen Blick wieder auf die Menge, die ihn entsetzt und verwirrt anstarrte.
„Ja, ihr seht ganz richtig", fing Severus mit giftiger Stimme an. „Darius Darling war ebenso ein Produkt meines Könnens wie der neue Linderungstrank für Werwölfe. Ich habe diesen Trank entwickelt. Ich – Severus Snape – der Todesser, der gehasste Lehrer, der unbeliebte Kollege. Verbittert, zynisch und abstoßend. Ein Jammer, nicht wahr?" Severus ließ seinen Blick hasserfüllt und höhnisch über die Menge schweifen. Plötzlich war ihm alles egal. „Darius Darling wäre euch als Erfinder, Preisträger, Cover-Boy und Idol sicher lieber gewesen, aber so wie die Dinge liegen, muss die Zauberer-Welt wohl mit mir vorlieb nehmen." Er verzog seine Lippen zu einem bösen Lächeln, trat von der Bühne und verließ unbehelligt das Foyer.
Erst als er das Gebäude verlassen hatte, brach hinter ihm der Tumult los.
OoooOoooOoooOoooO
„Severus! Severus! So warte doch!", rief eine Stimme hinter ihm. Doch Severus hatte nun wirklich keine Lust, sich auf seinem Heimweg aufhalten zu lassen. Er wollte packen und verschwunden sein, bevor das Ministerium und die Presse sich von ihrer Überraschung erholt hatten und an seine Tür klopfen würden.
„Severus!"
Severus wurde am Ärmel seiner Festrobe gepackt und musste nun notgedrungen anhalten. Er drehte sich unwillig um - eine spitze Bemerkung lag ihm schon sehr locker auf der Zunge - als er in die bernsteinfarbenen Augen eines ihm wohlbekannten Werwolfs blickte.
„Was wollen Sie noch von mir, Lupin?", fragte er mit bitterem Unterton. Bestimmt wollte der Werwolf sich dafür rächen, dass er ihn so an der Nase herumgeführt hatte und wenn er es sich recht überlegte, konnte er es ihm nicht verdenken. Es war von Anfang an eine völlig bescheuerte Idee gewesen.
„Ich will dich, Severus!", stieß Remus hervor und schien über diesen Ausbruch selbst am meisten überrascht zu sein.
Severus schüttelte wütend den Kopf.
„Was Sie wollen, befindet sich hier drin", erwiderte er kalt, holte das Fläschchen mit dem Verwandlungstrank aus seiner Robentasche und schwenkte es vor Remus' Gesicht.
„Nein", sagte Remus schlicht, entwand Severus das Fläschchen, entkorkte es und schüttete seinen Inhalt auf die Straße. „Ich wollte immer nur dich."
Severus starrte ihn ungläubig an.
„Aber… aber…", stammelte er und riss sich dann zusammen. „Sie haben gesagt, Darius wäre der charmanteste Mensch, den Sie je…"
„Na und?", unterbrach ihn Remus. „Das bedeutet doch gar nichts. Natürlich war er charmant, aber hast du eine Ahnung, wie anstrengend so etwas sein kann? Natürlich fühlte ich mich geschmeichelt, dass sich jemand wie Darius für mich schäbigen Werwolf interessierte… aber sonst…" Er schüttelte lächelnd den Kopf. „Mehr war da nicht – er fing auch schon an, mir gehörig auf die Nerven zu gehen."
Severus schluckte krampfhaft.
„Aber unsere erste Verabredung war eine Katastrophe!", gab er zu Bedenken.
Remus zuckte mit den Schultern.
„Das haben erste Verabredungen so an sich. Obwohl ich zugeben muss, dass es mich gestört hat, wie du den Kellner niedergemacht hast. Das hätte ich schon ganz alleine gekonnt. Ich habe nichts dagegen, dass du dich um mein Wohlergehen sorgst… aber deshalb will ich von dir nicht entmündigt werden."
„Lupin…"
Remus rückte etwas näher.
„Glaubst du nicht, es wäre an der Zeit, dass du mich Remus nennst?"
„Remus…", flüsterte Severus benommen.
„Übrigens… dieser Linderungstrank ist absolut fantastisch. Könnte es sein, dass du ihn sozusagen… für mich erfunden hast?", raunte Remus ihm ins Ohr und Severus erschauerte wohlig.
„Nein…", flüsterte er heiser zurück. „Ich habe ihn erfunden, weil ich es konnte."
Remus lachte leise.
„In diesem Moment hätte ich gegen eine kleine Lüge nichts einzuwenden gehabt." Seine Lippen streiften Severus' Wange. „Dennoch bin ich dir für diese Erfindung unendlich dankbar… wenn du verstehst, was ich meine…"
Und ob Severus verstand! Allerdings galt es - vor gewissen Aktivitäten - noch einige wichtige Details zu klären.
„Ähm… Remus?"
„Ja?"
„Ich liege normaler Weise nicht unten…"
„Oh", machte Remus und sah Severus mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an.
„Ja – und er… er ist in Wirklichkeit nicht ganz so groß…", beichtete Severus weiter.
„Gott sei Dank! Ich liege nämlich normaler Weise nicht oben und ich fürchte, dieses Kaliber hätte ich nicht verkraftet."
„Du bist nicht enttäuscht?", fragte Severus sicherheitshalber nach. Sein Herz klopfte heftig. Sollte es das Schicksal endlich einmal gut mit ihm meinen?
„Grenzenlos erleichtert trifft es eher", meinte Remus lächelnd. „Und jetzt küss mich endlich!"
ENDE
Dann will ich das Rätselraten um die Filmvorlage zu dieser Story mal beenden…
... es handelt sich hier um eine Version von „der verrückte Professor" wobei ich mich eher auf das Original mit Jerry Lewis gestützt habe und nicht so sehr auf das Remake von Eddie Murphy.
Jetzt bleibt mir nur noch, euch viel Spaß bei der deutschen Ausgabe der 7. Harry-Potter-Bandes und kündige schon mal „Wahrheit oder Wagnis – Teil 5" an. Demnächst auf diesem Kanal!
