Disclaimer: Nichts gehört uns, alle Figuren gehören J.K. Rowling. Wir wollen mit dieser Geschichte kein Geld oder sonst etwas verdienen.
Kapitel 4: Alltag (Teil 1)
Der neu gewählte Minister empfing sie jedoch freundlich.
„Guten Tag Mr. Potter"
„Guten Tag, Herr Minister", antwortete Harry, der innerlich ein wenig erleichtert aufatmete.
„Was führt Sie zu mir?", fragte er neugierig.
„Ich habe mir erlaubt, Ihnen und Ihren Freunden, Mr. Weasley undMrsGranger Ihre ZAGs vorbeizubringen" sagte Scrimgeour und überreichte Harry drei offiziell aussehende Umschläge.
„Das ist ja sehr nett, aber so eine Belanglosigkeit führt doch nicht den Zaubereiminister Englands zu uns."
„Mr. Potter" sagte Scrimgeour in tadelndem Ton. „ZAGs sind keinesfalls eine Belanglosigkeit, aber der Grund meiner Anwesenheit ist in der Tat ein anderer. Aufgrund der neuen Bedrohung durch Sie-wissen-schon-wen…"
Harry unterbrach ihn. „Wer? Tut mir Leid, aber damit kann jeder gemeint sein. Sie müssen sich schon verständlicher ausdrücken, Minister."
Scrimgeour geriet kurz aus der Fassung, nahm sich jedoch sofort wieder zusammen.
„Voldemort, Mr. Potter. Ich wollte Ihnen keine Angst einjagen, aber Sie scheinen das ja gefasster aufzunehmen als der Rest der Zaubererwelt", heuchelte der Minister.
Harry hob abwertend eine Augenbraue, doch der Minister fuhr gleich fort.
„Jedenfalls, aufgrund der neuen Situation habe ich beschlossen, Ihnen und ihren Freunden Privatunterricht zukommen zu lassen. Wir wissen aus Erfahrung, dass Voldemort immer wieder Personen aus dem näheren Umfeld seiner Feinde attackiert. Solche Leute sind oft noch gefährdeter als die eigentlichen Opfer selbst. Da die Auroren aber auch nicht immer zur Verfügung stehen können, ist die Fähigkeit zur Selbstverteidigung im Ernstfall ihr bester Beschützer." Mit diesen nicht ganz unwahren Worten beendete der Minister seinen Monolog vor den Dreien.
Harry antwortete gleich für seine beiden Freunde mit: „Danke, das Angebot nehmen wir drei gerne an".
„Natürlich Mr. Potter, es ging schließlich nicht um die Frage des Wollens." Dies wurmte die Drei zwar, doch sagten sie lieber nichts. „Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen", dachte Harry. Angesichts der gestrigen Ereignisse wollte er den Minister lieber nicht reizen.
Doch auch Scrimgeour erkannte, dass er wohl ein bisschen zu weit gegangen war, deshalb wechselte er abrupt das Thema: „Darf ich Ihnen Ihre Ausbilder vorstellen, Clifford Connery und John Smith, zwei hochrangige Ausbilder aus der Aurorenabteilung".
Zwei Auroren traten vor und nickten. „Es freut uns, Ihre Bekanntschaft zu machen", antworteten ihm die beiden.
„Das Vergnügen ist ganz auf unserer Seite", antwortete Harry höflich. Beide waren Männer von Remus Größe, trugen eine simple schwarze Uniform aus Drachenleder welche durch ein Wappen geprägt war, auf welchem ein Drache abgebildet war, der stark an einen walisischen Grünling erinnerte. Clifford hatte lange braune Haare, die er zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte, John dagegen hatte kurze schwarze Haare.
Der Minister räusperte sich „Nun Mr. Potter, Mr. Weasley undMiss Granger es gibt da noch einen dritten Ausbilder. Er ist eigentlich ein Undercover-Agent des Ministeriums, doch im Moment hat er keinen Auftrag, weshalb er sich bereitwillig für diese Aufgabe bereit erklärt hat. Außerdem hat er auch schon praktische Erfahrungen bei der Ausbildung von noch etwas jugendlichern Gemütern. Er müsste Ihnen aus Ihrem dritten Schuljahr aus Hogwarts noch bestens in Erinnerung sein. Es handelt sich hierbei um niemand geringeren als Professor Remus Lupin!"
Ein stillschweigendes, die Überraschung verbergendes Nicken des Trios war die einzige Antwort.
„Professor Lupin wird ihnen alles Weitere erklären, ich muss mich jetzt verabschieden."
Damit disapparierte er mit seinen Leibwächtern. Nur Clifford und Jon blieben noch eine Sekunde um sie zu beten, Punkt 8 Uhr fertig im Grimmauldplatz (abreisebereit) auf der Matte zu stehen. Dann verschwanden auch sie mit einem kaum hörbaren „Plopp".
Dumbledore verabschiedete sich ebenfalls, der, wie er sagte, nur dem Treffen beiwohnte, um den Minister und seinen Geleitschutz durch die Schutzzauber zu manövrieren. Mit einem Wehen seines Umhangs war er fort.
Nachdem der Schrecken vollendend verflogen war und die Drei begriffen, was für einen Glücksfall dies darstellte, begutachteten sie erstmal ihre ZAG-Ergebnisse. Ihrer Meinung nach hatten sie zufriedenstellend abgeschnitten, selbst Hermine teilte diese Auffassung. Jedoch schworen sie sich, dass in ihrem UTZ-Brief ein kleines, rundes „O" zu stehen hätte.
Daraufhin begann ein ernsthaftes Gespräch mit Remus.Tatsächlich war es so, dass Werwölfe in England immer einen dubiosen Ruf genossen. Dies ermöglichte es ihm, sich in zwielichtige Kreise einzuschleusen, nicht zuletzt um herauszufinden, welche Haltung die verschiedenen Werwolfsrudel gegenüber dem sich anbahnenden Krieg einnahmen. Dadurch wurde einerseits ein effektives Ausschalten potentieller Feinde des Ministeriums gewährleistet, andererseits erlaubte es das Anwerben neuer Verbündeter dank manch ministerieller Vergünstigungen. Dies war beispielsweise das Versprechen auf feste Anstellungen.
Nach diesen sich überschlagenden Ereignissen fiel Harry auf, wie sehr er durch das Joggen ins Schwitzen geraten war und wollte erstmal in seinem selbst hergerichteten Bad, bei den sanften Klängen guter Musik entspannen; doch da fiel ihm ein, dass er weder CD-Player noch CDs an sich besaß. Deshalb beschloss er, nur schnell zu duschen und sich nochmals zu Alain zu begeben. Er konnte sich selbst verfluchen. Da ging er in ein erstklassiges Metalgeschäft, kaufte Kleider für über zweihundert Pfund und vergaß dabei das Wichtigste: Die CDs.
Alain war einerseits überrascht Harry so schnell wieder zu sehen andererseits auch, dass dieser noch keine eigene CD Sammlung besaß. Er schaute ziemlich ungläubig, als Harry ihm erzählte, er habe bloß ein einziges Lied von Metallica gehört?
„Warum dann überhaupt die T-Shirts?"
„Weil sie mir gefielen und so schön rebellisch aussahen."
Alain sah aus als wolle er Harry sonst was erzählen, schien sich dann aber zu besinnen. Schließlich war Harry immer noch ein zahlender Kunde.
„Nun ja, normalerweise wissen meine Kunden ganz genau welche CD's sie wollen. T-Shirts tragen normalerweise solche Leute die eine Band bereits über längere Zeit hören und sich mit Ihr identifizieren. Die T-Shirts dienen dazu dies nach außen hin zu zeigen. Gleichwohl spielt dabei natürlich auch das Design eine Rolle". All dies brachte der Riese in einem gelinde gesagt tadelnden Ton hervor. Harry war eher kleinlaut und wiedersprach nicht einmal als der Langhaarige meinte:
"Schreib dir das hinter die Ohren, Kleiner!"
Harrywar in diesem Moment ziemlich kleinlaut und war nur froh, nicht als „Poser" bezeichnet zu werden. Genauso kam er sich nämlich vor und fragte sich sowieso in wie fern Geld die Toleranz seines Gegenüber beeinflusste.
Gerade als Harry auffiel, dass das Wort „Kleiner" bei der Größe dieses Mannes sowieso ziemlich berechtigt war, riss eben jener ihn aus den Gedanken mit den Worten
„Was stehst du da so rum? Ich soll dir doch bei deiner Auswahl helfen." „Ach so" war die verdutzte Antwort. „Tut mir leid, ich war etwas in Gedanken versunken".
Der Hüne ignorierte dies und meinte: „Ich werde dir ein paar einfach zu hörende Einstiegsbands mitgeben, später kannst du ja selbst entscheiden was du daraus machst".
Eine halbe Stunde später verließ Harry verließ den Laden mit zwei Tüten voller CDs aus dem klassischen Heavy Metal und Thrash Metal, überwiegend aus den Achtzigern. In seinen Einkaufstüten befanden sich unter anderem Werke von Judas Priest, Testament, Delirium Tremens, Destruction, Overkill, Onkel Tom, Motörhead, Megadeth, Metallica Scheiben, Slayer, Sodom, Saxon, Led Zeppelin, Blind Guardian, Black Sabbath, Iron Maiden, Kreator, und Machine Head (auf eindringliches Anraten des Verkäufers). Bands wie etwa Devourment hatte er ihm dringend abgeraten, damit täte er sich keinen Gefallen und es sei eh noch zu früh. Verstehen tat der angehende Rocker dies zwar nicht so ganz, aber da der Verkäufer dadurch ja auch auf eine Menge Geld verzichtete nahm Harry es mal so zur Kenntnis.
Danach schaute er noch bei einem Großelektrowarengeschäft vorbei, wo er einen schnuckeligen, kleinen Küchen-CD-Player verkleinerte und in die Tasche steckte. Doch es gab noch ein Problem: Die elektronische Sicherung. Allerdings kam Harry auf die Idee, die elektronischen Sicherheitssensoren mit einem Verwirrungszauber zu belegen. „Spriterus" In dem Laden fingen ungefähr die Hälfte der elektronischen Anlagen an, verrückt zu spielen. Der Sicherheitsdienst war sofort zur Stelle, um irgendwelche Omas und einen Jugendlichen mit sehr viel Bling Bling festzunehmen. Tatsächlich hatte dieser „Gangxta" einen billigen MP3 Player geklaut, so dass Harry sich ohne aufzufallen davon stehlen konnte.
Zu Hause saßen die anderen am Frühstückstisch, wo Harry ihnen von dem witzigen Vorfall erzählte. Schallendes Gelächter ertönte. Plötzlich wurden sie von einer fremden Eule unterbrochen. Harry betrachtete das Vieh und nahm ihr den Brief ab. Er öffnete ihn und las ihn laut vor:
Sehr geehrter Mr. Harry J. Potter
Die Testamentsverlesung der Familie POTTER findet am 31. Juli diesen Jahres statt. Das Testament der Familie BLACK wird gleich im Anschluss gehalten. Wir bitten sie pünktlich um 14 Uhr bei Gringotts zu erscheinen, wo der Kobold Griphook Sie in Empfang nehmen wird.
Ebenfalls anwesend bei der Verlesung des BLACKtestaments werden sein:
- Mr. Remus J. Lupin
- Mr. Rubeus Hagrid
- Mr. Severus Snape
- Mr. Ronald B. Weasley
- Ms. Hermine J. Granger
Mit freundlichen Grüßen
Bankeigentümer und offizieller Bankleiter
Sir Ragnarok von Cawdor
Endlich eine positive Nachricht, doch was zur Hölle hatte Snape dort zu suchen.
„Remus, sag mal, warum soll Snape eigentlich dort erscheinen?"
Remus räusperte sich: „Vielleicht hat Sirius vor, Snape unter dem sicheren Deckmantel des Todes einmal richtig zu verarschen."
Den Rest des Morgens trainierten sie alle noch ein wenig ihre Okklumentikschilde und der Rest des Tages verging ereignislos. Nach dem Mittagessen wollten Harry und Ron ihre Bäder fertig einrichten und Hermine las irgendwelche Bücher. Während seiner Arbeit riskierte Harry auch mal ein Ohr in seine neuen Platten und war begeistert. Die erste CD die er sich zu Gemüte führte war ein Album von Metallica mit dem einschlägigen Titel: „Kill 'em All". Passender hätte Harrys Meinung nach der Titel auch nicht sein können. Denn was er hier hörte konnte man nur als „Killermusik" bezeichnen. Während er sich von den Klängen dieser „todesmetallischen" Kunst berieseln ließ betrachtete er sein Werk.
Er hatte sich ein elegantes Schlafzimmer im Raum hinter seinem Bad geschaffen. Er hatte es in den Farben rot und golden gehalten, fast identisch mit Gryffindor da er dies kannte und ihm dies gefiel. Außerdem fehlte ihm die Fantasie, sich etwas neues auszudenken. Das Schlafzimmer enthielt einerseits eine Kopie seines Himmelbettes aus Hogwarts das er an der Mitte der Wand entlang aufgestellt hatte. Gegenüber befand sich ein Kamin, den er später wenn möglich ans Flohnetzwerk anschließen lassen würde.
Des weiteren befand sich hier ein Kleiderschrank aus antikem Eichenholz, der aber vorläufig leer stehen bleiben würde. Daneben befand sich ein Regal ebenfalls aus Edelholz, wo sich der Anfang einer Plattensammlung befand, die wie Harry beschloss, von nun an wohl stetig wachsen würde. Im mittleren Fach hatte er seinen CD-Player abgestellt. Bücher würden auch möglicherweise folgen.
Es schien perfekt. Doch, halt. Eine, nein zwei Sachen fehlten noch. Ersteres war ein Nachttisch neben seinem Bett. Harry beschwor einen kleinen, zur Einrichtung passenden Nachttisch, wiedermal aus Edelholz bestehend. Er beschwor ihn links von seinem Bett. Rechts, kam dasjenige Objekt das seine ersten, eigenen menschenwürdigen Gemächer formvollenden würde. Eine Minibar. Auch sie würde jedoch vorerst, im Hinblick auf Harrys morgige Abreise, leer stehen. Das gute Zeug das ihr später einmal innewohnen würde, wollte Harry irgendwann bei einem Edelhändler einkaufen.
Wie gesagt, der Tag verging ereignislos bis Harry und Ron am Abend ihre Koffer packen sollten. Hier traten die alten Chaoten in ihnen wieder hervor. Hermine die ihre Koffer längst gepackt hatte, schaute ihnen eine Weile belustigt zu, bis sie gnädigerweise beschloss die Beiden darauf aufmerksam zu machen, dass sie jetzt Magie benutzen dürften. Danach gingen sie bald zu Bett, da sie für den morgigen Tag fit sein wollten.
Am nächsten Tag wurden sie dann pünktlich von John und Cliff abgeholt.
„Moin Kids. Wir brechen gleich auf. Es sind lediglich noch ein paar Formalitäten zu erledigen. Bitte nehmt diese Anhänger. Es sind Portschlüssel, die euch immer an den Ort bringen werden wo wir euch ausbilden werden."
Harry betrachtete den Anhänger. Er ähnelte einem ungarischen Hornschwanz.
„Jedoch würdet ihr im Moment noch geradewegs in der Hölle damit landen. Wir bräuchten ein paar Tropfen von eurem Blut um sie zu aktivieren."
Drei verdutzte Gesichter waren die einzige Antwort.
„Somit werden eure bio-symmetrische sowie eure magisch-genetische Signatur erfasst. Somit könnt ihr die Schutzzauber ohne Umstände passieren. Ich muss euch allerdings noch warnen: Sobald ihr den Portschlüssel einmal verwendet habt, ist er nur noch für euch zugänglich. Sollte jemand anders ihn benutzen, wird er es wohl nicht überleben. Sollte ein anderes Mitglied von EBDA (europäischer Bund der Auroren) ihn berühren, wird er sich eine unschöne Verbrennung zuziehen. Dies dient für den Fall, dass jemand irrtümlicherweise etwa den Anhänger eines seiner Zimmergenossen zu benutzen versuchen sollte".
Daraufhin nahm Cliff ein Stück Pergament sowie einen Dolch hervor und einen Federkiel hervor.
„Wer macht den Anfang?" fragte Cliff.
Harry meldete sich. Nachdem er ein paar Tropfen Blut auf das Pergament tröpfeln ließ und sich alle gespannt über das Papier beugten erschien folgende Schrift:
Erkennungszulassung Nr. 39874621
Sie werden gebeten sich mündlich mit vollständigem Namen und Geburtsdatum sowie Herkunftsland zu erkennen zu geben.
Des weiteren benötigen wir ihre Unterschrift sowie die ihres autorisierten Zulassers.
Harry war zwar verdutzt aber tat was das Pergament verlangte.
„Harry James Potter"
31.07.1981
Großbritannien
Unter der vorherigen Schrift erschienen nun zwei weitere Zeilen:
Unterschrift des Neu-zugelassenen :
Unterschrift des Zulassers :
Harry setzte kurzerhand seine Unterschrift hinzu, jedoch als Cliff dasselbe tun wollte, meinte Remus sachlich: „Ich übernehme Harry", wogegen Cliff nichts einzuwenden hatte. Als dies geschehen war veränderte sich die Schrift erneut:
Neuzugelassen : Harry James Potter
31.07.1981
Großbritannien
Status: Mensch/Zauberer/Auszubidender der Stufe B1
Zulasser: Remus
27.09.1956
Großbritannien
Status: Werwolf/Zauberer/Absolvent der Ausbildungsklasse A1/sehr gut
Tätigkeit: Ausbilder
Anschließend erschien noch eine letzte Schrift:
„Das Hauptquartier von EBDA befindet sich 8060 in Sibirien."
Danach löschte sich das Pergament von selbst. Hermines Zulasser wurde Cliff, Rons John. Allerdings hatten die beiden nur die Zulassungsstufe A2, allerdings auch mit sehr gut. Während John nebenbei das Pergament verbrannte, erfuhr das Trio dann auch, dass A1 für britische Auroren nicht vorgesehen war, jedoch wurden in Ausnahmefällen die nationalen Parameter ausgesetzt, da diese sonst zur Verschwendung von Potenzial führen würden.Drei solcher Fälle waren James Potter, Sirius Black und Remus Lupin.
Anschließend wurden sie in das intereuropäische Ausbildungscamp für Auroren gebracht. Remus begleitete sie in ihre Unterkunft. Harry und Ron bezogen das gleiche Zimmer, während Hermine das gegenüber zugeteilt bekam. Ihr Zimmer war luxuriös eingerichtet und als erstes sprangen den Beiden Sachen wie eine Stereoanlage, einen Computer, einen Fernseher und eine Kaffeemaschine ins Auge. An das Zimmer grenzte ein Badezimmer mit Gemeinschaftsdusche, was das Problem bezüglich des Duschens aus der Welt schaffte.
Nachdem sie ihre Sachen niedergelegt hatten und die Frage wer wo schlafen dürfte geklärt war, führte Remus sie in einen speziellen Raum der voll gestopft war mit Nahkampfwaffen. Sie sollten nun die ihrigen zugeteilt bekommen. John und Cliff erwarteten sie bereits. Das erste was Harry auffiel, war das Fehlen von Schusswaffen. Ein Glück, dass Harry noch die eine oder andere Überraschung parat hatte. Während er und Ron sich nach den geeigneten Waffen umschauten, bemerkte der Schwarzhaarige wie Hermine schon fündig geworden war. Für sie war die Auswahl an Waffen stark begrenzt aufgrund ihrer Weiblichkeit. Es fanden sich jedoch für sie ein paar extra für Frauen angefertigte Dolche. Ron verschlug es eher zu den Äxten. Er wählte sich eine doppelte Wikingerstreitaxt aus. Harry wählte sich ein Ritter-Langschwert aus. Cliff begutachtete ihre Waffen und gratulierte ihnen für die passende Auswahl. „Sehr schön. Bedenkt, dass dies nicht eure einzigen Waffen bleiben müssen.Wir beginnen das Training morgen. Remus wird euch jetzt das Trainingsgelände zeigen".
DesweiternerhieltenHarry, Ron und Hermine ihre Ausrüstung.Die in simplen schwarz gehaltene Uniform war ausDrachenhautgeschaffen, da diese leichtere Flüche wie den Stupor oder den Reductio abblockte. Auch die Wirkung stärkerer Flüche (außer dem Avada Kadavra) wurde abgeschwächt, man sollte sich im Kampf aber nicht darauf verlassen. Sie bestand aus einer Hose, einem Unterhemd, und einer Jacke. Die Jacke war das einzige Kleidungsstück was nicht ganz in schwarz gehalten war. Auf der rechten Brust wurde sie durch die Abbildung eines walisischen Grünlings, dem Nationaltier Englands, geprägt. Zudem erhielten sie ein paar Springerstiefel, äußerlich identisch mit denen der Muggelarmee allerdings aus Drachenleder und um eines leichter als die, die Harry sich bei Alain gekauft hatte.
Zu der Ausrüstung gehörte ebenfalls ihr Portschlüssel der Sie falls nötig, automatisch ins Hauptquartier bringen würde (bspw. falls Flucht von Nöten sein sollte oder sie zum einem Einsatz gerufen werden sollten).
Damit war alles geklärt. Was jetzt folgte war eine kleine Führung durch die neue,vorübergehende Heimat des Trios, unter Remus Führung. Er zeigte ihnen einige wichtige Dinge, wie Ausbildungsräume, die Speisesäle und natürlich die Aula. In Gedanken zog Harry Parallelen zu Hogwarts. Einerseits war dieses Gebäude einfach übersichtlicher, es war moderner und trotzdem wusste es zu gefallen.
Unter anderem erfuhren sie auch, dass es auf der Welt einige Ausbildungszentren dieser Art gab, normalerweise 1-2 pro Kontinent. Die Quartiere waren nach Ländern unterteilt. Bei den Speisesälen kamen normalerweise Leute von ein paar verschieden Nationen zusammen. Wie etwa Briten und Iren oder Deutsche, Schweizer und Österreicher. Serviert wurde das Essen normalerweise auf Buffets. Das Essen darauf erschien auf die gleiche Weise wie in Hogwarts und wurde ebenfalls von Hauselfen zubereitet. Diese Länderaufteilung erfolgte einerseits aus Gründen der Übersichtlichkeit, andererseits weil immer auch heimat-typische Speisen serviert wurden.
Außerdem klärte Remus sie kurz über die administrative Funktionsweise der Einrichtung auf. Jedes Land hatte seinen Direktor, der die Interessen seines Landes im Vorstand der Einrichtung vertreten würde. Der Vorstandsvorsitzende war der Leiter des Gebäudes und musste mehrheitlich von den Zaubereiministern der vertreten Länder gewählt werden. Um einen Job bewerben konnte man sich hier nicht. Man wurde angeworben. Eine eigens zu diesem Zwecke eingerichtete Abteilung überwachte die Schulabschlüsse weltweit und versuchte die besten anzulocken. Dies taten allerdings sämtliche Ausbildungszentren wodurch ein gewisser Konkurrenzkampf bestand.
Angeworben wurden jedoch nicht nur Zauberer. Da viele Länder auch Muggel in ihre Streitkräfte, bsw. im Bereich der Scharfschützen aufnahmen wurden zB. auch Militärs angeworben. Andere waren Wissenschaftler etwa aus dem Bereich der Informatik, die ihre Kenntnisse mit denen magischer Wissenschaftler kombinierten. Dies verlieh in vielen Bereichen eine ganz neue Effektivität.
„Im Allgemeinen werden also Muggelspezialisten in sämtlichen nicht magischen Bereichen angeworben. Zwar ist der Schock bei den Betroffen meist groß, doch locken die attraktiven Gehälter und mit der Zeit gewöhnen sie sich daran", fuhr Remus seine Erläuterungen fort.
Auf die Frage der Drei woher dieser ungewöhnliche Liberalismus gegenüber Muggeln denn stamme, beklagte sich Remus, Großbritannien sei sowieso das rückständigste Land jenseits der westlichen Hemisphäre. Dies nicht nur gegenüber Muggeln sondern allen Menschen nicht reinblütiger Abstammung. Hier seien nicht nur Werwölfe, sondern auch bsw. Vampire beschäftigt. Nur nicht im Dienste Großbritanniens. „ Ich hatte höllisches Glück, dass der Zaubereiminister damals kein Veto gegen meine Ausbildung hier eingelegt hat. Ich bin mir fast sicher, dass ich das dem Einfluss deines Großvaters verdanke Harry."
Danach führte Remus sie hinaus auf die gemeinsamen Trainingsgelände. Wiederum verglich Harry es mit Hogwarts, welches aber klar den Kürzeren zog. Das gesamte Gelände umfasste laut Remus sowieso fast vierzig Quadratkilometer. Sie sahen allerdings nur ihren eigen Trainingsbereich für Ausdauertraining. Dieser erstreckte sich bereits über mehrere Quadratkilometer. Auf dem Gelände selbst befanden sich zudem eine Menge kleinerer Gebäude. Dies, so Remus seien zum Teil Lager oder Trainingsräume. Er führte sie eines dieser Gebäude wo sich ein topmodernes Fitnessstudio befand.
„Hier werde ich euch die nächsten Wochen etwas in Form bringen", meinte Remus hinterhältig grinsend.
Anschließend führte er sie zurück in ihre Schlafgemächer damit sie sich erst mal häuslich einrichten könnten. Ein paar Fragen hatten sie allerdings noch.
„Weshalb eigentlich diese untypische Einrichtung. Ich meine man erwartet sich keine Stereoanlage in einer Kaserne?" fragte Harry.
„Die Leute hier Harry, sind zu dem Entschluss gelangt, dass man seine Leute so besser bei Laune halten würde. Und ich glaube sie haben Recht."
Auch Hermine hatte noch eine Frage, nämlich die nach der Frage der Kommunikation. Darüber bräuchten sie sich keine Sorgen zu machen, hier wäre ein Sprachzauber aktiv. Jeder könnte seine Muttersprache benutzen und würde alles in seiner Muttersprache hören. Damit entließ er sie.
Am Abend wurden die drei dann noch mal zu ihren Trainern gerufen. Dort fanden sie erstaunt heraus, dass sich noch eine weitere weibliche Person im Raum aufhielt. Sie war brünett, hatte braune Augen und trug eine ernste Miene und bedachte die neuen Rekruten mit ausdruckslosem Blick. Sie trug eine simple, schwarze und figurbetonte Uniform. Sie wurde ihnen als Tamara vorgestellt. Dann erhielten sie erst einmal den Trainingsplan. Ihre Kinnlade fiel zu Boden.
„Ähh… Ich glaube ihr habt uns die falschen Pläne ausgestellt, das hier schaffen wir nie und nimmer. Das hier wird wohl eher für eine Spezialeinheit gedacht sein." sagte Ron. Ein bleicher Harry nickte zustimmend.
Hier war der Plan:
Montag – Samstag Sonntag
6:00 Aufstehen und Frühstück Erholung
7:00 Ausdauertraining mit Remus/Tamara Aufstehen und Frühstück
8:00 Ausdauertraining mit Remus/Tamara Ausdauertraining mit Remus/Tamara
9:00 Krafttraining mit Remus/Tamara Krafttraining mit Remus/Tamara
10:00 Krafttraining mit Remus/Tamara Krafttraining mit Remus/Tamara
11:00 Nahkampftraining mit Remus/Tamara Nahkampftraining mit Remus/Tamara
12:00 Mittagessen Mittagessen
13:00 Theorie: Allgemeine Magie mit John Mittagessen
14:00 Praxis: Allgemeine Magie mit John Animagie mit Minerva
15:00 Praxis: Allgemeine Magie mit John Animagie mit Minerva
16:00 Theorie: Duellieren mit Cliff Übung im Umgang mit Waffen mit Jos
17:00 Praxis: Duellieren mit Cliff Übung im Umgang mit Waffen mit Jos
18:00 Praxis: Duellieren mit Cliff Duschen und Abendessen
19:00 Theorie: Spezifische Magie mit Pit Freizeit
20:00 Praxis: Spezifische Magie mit Pit Freizeit
21:00 Duschen und Abendessen Freizeit
22:00 Freizeit Freizeit
23:00 Nachtruhe Nachtruhe
Remus lächelte. „Keine Sorge, das ist nur der Plan für die ersten drei Wochen. Im Übrigen sind wir noch nicht fertig mit unseren Ausführungen."
Erstmals trat Tamara vor und sprach Hermine an: „Wir beide trainieren morgens zusammen, da es bei Frauen schließlich nicht so schön aussehen würde wenn sie als Kraftprotze durch die Gegend laufen würden. Deshalb bin ich dein „Personal Trainer"."
Cliff redete weiter: „Seht ihr diese Tränke dort…" Er zeigte auf einen benachbarten Tisch auf dem 3 gefüllte Phiolen lagen. Zwei von ihnen hatten eine dunkelgrüne, die andere eine dunkelrote Farbe. „Das was ihr hier seht, ist ein Aufbautrank. Er wird eure Belastungsfähigkeit, eure magische sowie körperliche Ausdauer um ein Vielfaches steigern. Auch werdet ihr merken, dass euer Appetit größer sein wird, als jemals zuvor. Zudem wird die körperliche Reife in 6 Wochen abgeschlossen sein. Dann lässt auch die Wirkung nach. Möglicherweise kann es zu einer kleinen Nebenwirkung kommen. Der Aufbautrank kann eine Koffeinsucht bewirken, deshalb sind eure Zimmer auch mit einer Kaffeemaschine ausgestattet."
Der Wecker klingelte laut und unbarmherzig. Binnen weniger Sekunden waren Harry und Ron hellwach. Schnell sprangen sie unter die Dusche und schlüpften in ihre Militäruniform und die dazu passenden Springerstiefel um sich in den Esssaal A1 zu begeben. Dieser Speiseraum war für die Elite unter der Elite und für die, die den Aufbautrank verabreicht bekommen hatten.
Kurz darauf gesellte sich Hermine ebenfalls zu ihnen.Die befürchtete Koffeinsucht hatte sie alle drei erwischt. Remus hatte ihnen erklärt, dass sie eine obligatorische Ration an Spezial-Müsli zu sich nehmen mussten, damit ihre Körper während des Trainings nicht in sich zusammenklappen würden. Dies war aber auch schon die einzige Regel. Sonst konnte man sich so viel von dem recht ansehnlichen Buffet holen, wie man wollte.
Anschließend verabschiedeten sie sich von Hermine und begaben sich zu Remus. Dieser erwartete sie schon. Es begann mit dem üblichen Lauftraining mit Hindernissen und Remus Extraeinlagen.
Es war ein besonderer Tag, so wie jeder Tag ein besonderer Tag war. Ein besonders anstrengender Tag mit neuen Gemeinheiten seitens Remus.
Sie liefen mit gut 25 Stundenkilometern über das schlammige Gelände, Remus war stets neben ihnen und trieb sie zu Höchstleistungen an.
„Halt!" rief Remus. „50 Kniebeugen… Los! 45 Sekunden!"
Seine Stoppuhr lief unbarmherzig mit. Harry und Ron gaben ihr Bestes. Mit rasendem Puls versuchten sie, Remus Anforderungen gerecht zu werden.
„50" schrieen die beiden gleichzeitig. Remus warf einen Blick auf seine Stoppuhr.
„48 Sekunden" bellte Remus „Wiederholen… Los!"
Mit doppelter Anstrengung legten sich die beiden ins Zeug. Diesmal reichte es. Sie schafften die Aufgabe mit einer Zeitdifferenz von 0,1 Sekunden.
„Gut" sagte Remus. Noch ließ der Drillsergeant das durchgehen. „So… 50 Strafkniebeugen wegen verpatztem ersten Versuch."
Kaum hatten sie ihre Strafe abgelegt raste Remus auch schon weiter, die zwei Sprösslinge direkt hinterher.
„Los, los. Weiter! Das ist hier kein Picknick."
Damit beschleunigte Remus sein Tempo. Harry warf einen Blick auf seine Spezialuhr, welche ihm eine Laufgeschwindigkeit von 31 km/h bei einem Puls von 136 anzeigte.
„Das geht ja noch" dachte Harry, als er seine Puls-anzeige betrachtete. Doch als hätte Remus seine Gedanken gehört blieb er plötzlich abrupt bei einer großen Schlammpfütze stehen und bellte den Befehl:
„30 Liegestützen, erst mit der linken, dann mit der rechten Hand… mit dem Bauch bis zum Boden. Los! Los! Los!" Remus stand daneben und zählte 1, 2, 3…, 16… schneller".
Es war eine Riesensauerei. Mit jeder Liegestütze tauchte man mit dem Gesicht in die Schlammpfütze. Dies war auf der einen Seite schon eine Schikane und außerdem hinderte es die beiden am regelmäßigen Atmen, genau wie von Remus beabsichtigt.
Während sie sich nach der schweißtreibenden Aufgabe wieder aufrichteten, hatte Remus bereits 20 fliegende Ziele heraufbeschworen, die sie möglichst schnell mit dem Reduktor vom Himmel holen sollten.
„Abschießen" befahl Remus.
Remus hatte den Befehl noch nicht ausgesprochen, als schon die ersten Reduktorfüche los flogen. Sie lagen gut in der Zeit und schließlich war die Herausforderung gemeistert. Harry hatte 11 fliegende Untertassen zerschmettert, Ron die restlichen 9. Remus nickte. Beide wussten, dass dies die höchste Anerkennung war, die sie von Remus erhalten konnten.
Dies hier war Alltag.
Seit sie vor gut zwei Wochen mit dem Training begannen, wurden sie ziemlich hart rangenommen. Sie wurden um einiges härter rangenommen als die Auroren, allerdings war das Training der Elite noch einige Grad härter. Dies kam jedoch nur daher, weil sie noch Jugendliche waren.
Allerdings hatten sie sich durch den Aufbautrank schon merklich verändert. Hermine war in den letzten zwei Wochen drei Zentimeter gewachsen. Ihr Körper war sehr viel femininer geworden und Harry und Ron wussten schon jetzt, dass Hermine in Hogwarts viele Blicke auf sich ziehen würde. Die beiden bereuten es schon fast, dass die drei ein so tiefes Band der Freundschaft verband.
Harry und Ron waren 5 bzw. 8 Zentimeter gewachsen, ihre Schultern waren merklich breiter geworden, ihr Bauch hatte schon die ersten Anzeichen eines Sixpacks, ihre Stimme war tiefer geworden und auch die Haare wuchsen schneller, etwas was besonders Harry sehr wunderte, da seine Haare früher sein ganzes Leben lang die selbe Länge besaßen. Ihr Brustkorb war merklich stärker und die Muskeln ihrer Arme und Beine ausgeprägter geworden.
Das Trainingsgelände war magisch, somit auch magisch veränderbar. Remus hatte sich noch jeden Tag eine andere Überraschung ausgedacht. So mussten Harry und Ron bereits eine hundert Meter tiefe Schlucht mit Hilfe eines Seils hinab und wieder heraufklettern, ein anderes Mal mussten sie in einem Fluss gegen den Strom schwimmen. In ihrer ersten Trainingsstunde war er noch gnädig, als er sie eine halbe Stunde lang durch eine magisch erschaffene künstliche Wüste trieb. Am nächsten Tag waren all diese Begebenheiten jedoch wieder verschwunden.
Auch heute hatte Remus wieder etwas geplant. Vor ihnen erstreckte sich ein Wald und genau davor standen zwei große Rucksäcke. Remus wies sie mit einem Kopfnicken dazu an, die Rucksäcke auf ihre Schultern zu hieven. Das Gewicht zog sie einen Moment nach hinten. Es hatte den Anschein, als wären sie mit Ziegelsteinen gefüllt.
Remus blickte sie ausdruckslos an.
„Ich erwarte euch in 55 Minuten auf der anderen Seite."
Mit einem „Plopp" disapparierte er und ließ sie stehen.
„Auf geht's Kumpel", meinte Ron. „So schwierig wird's schon nicht sein", sagte Harry. Damit liefen sie los, wenn auch anfangs etwas schwerfällig. Der Weg war uneben und holprig und er umfasste viele Steigungen und Neigungen. Nach rund 400 Metern erreichten sie das erste Hindernis. Harry und Ron stießen auf einen Sumpf, der sich über rund 80 Meter erstreckte.
„Scheiße", fluchte Harry, als er die einzige Überquerungs-Möglichkeit ins Auge fasste.
„So schwierig wird es schon nicht sein, nicht Harry?" sagte Ron trocken.
Über den Sumpf spannten sich zwei stabile Seile in einem seitlichen Abstand von ungefähr 90 Zentimetern, auf denen die beiden sich auf die andere Seite balancieren mussten.
„Das wird schon klappen" sagte Harry.
Er schwang sich als erster auf die beiden Seile. Er stützte sich mit je einem Arm auf einem Seil ab und begann sich langsam fortzubewegen, eine Hand vor die andere setzend. Ron hielt sich 1 ½ Meter hinter seinem Kumpel. Trotz des Tranks litten sie ab etwa der Hälfte des Weges Höllenqualen. Ihre Arme brannten und drohten jeden Moment zu bersten. Harry schloss seine Augen. Sein Atem ging stoßweise, der Schmerz war unerträglich. Er wollte überhaupt nicht mehr wissen, wie weit es noch war, deshalb beschloss er einfach, seine Augen zu schließen um den quälenden und demoralisierenden Anblick der noch zu bewältigen Entfernung zu vergessen. Dies fiel ihm aufgrund der von Sekunde zu Sekunde wachsenden Schmerzen nicht schwer. Am liebsten würde er sich der Dunkelheit hingeben. Nach einer schier endlosen Zeitspanne sah er Licht am Ende des Tunnels. Allerdings endete die „Brücke" plötzlich über dem Sumpf und von dem Gewicht des Rucksacks nach unten gezogen, musste Harry nachgeben.
Mit einem lauten „Splash" fiel er in den Schlamm. Sekunden später hörte er auch Rons Ankunft, sah ihn jedoch nicht, da sie beide im Schlamm untergegangen waren. Harry kämpfte gegen die ansteigende Panik, die in ihm aufstieg. Er musste seine Ruhe bewahren.
„Denk nach Potter, was kann mich aus dieser Misere hier befreien?"
Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Wortlos spürte er die Zauberstabbewegung des Evanescozaubers aus, was sich jedoch als kompliziert erwies. Scheiße dachte Harry panisch. Er würde in diesem Drecksloch ersticken. In seiner Verzweiflung führte er die Bewegung immer wieder aus. Schwarze Punkte fingen an, vor seinen Augen herumzutanzen, seine Lungen brannten. Plötzlich verschwand die oberste Schlammschicht über ihm und er sog die rettende Luft in sich hinein. Noch nie hatte sich die Luft so gut und so klar angefühlt.
Langsam blickte Harry sich um. Er stand in einem Becken, das sich über etwa 100m erstreckte und eine Tiefe von 10m besaß. 10 Meter weiter erkannte er Ron, der den Kopfblasenzauber angewandt hatte. Harry war wütend auf sich selbst und seine Dummheit. Ron schien erraten zu haben was Harry dachte und fügte spöttisch hinzu:
„Harry, du siehst echt scheiße aus."
Ron duckte sich schnell, um einem Reduktor auszuweichen, der ein Teil der Beckenmauer zum Einsturz brachte.
„Pass auf was du sagst", murrte Harry.
Mit der Hilfe von Ron legte er den Rest des Beckens trocken und sie hielten erst wieder an, als sie das Beckenende erreicht hatten.
„Hat Remus uns eigentlich verboten, zu apparieren?", fragte Ron.
Harry grinste. Mit einem „plopp" apparierten sie nicht nur aus dem Becken heraus, sondern kurzerhand an den Rand des Waldes, wo Remus gerade mit einer Tasse „Earl Grey" in den Tagespropheten vertieft war. Als er die Ankunft seiner beiden Sprösslinge bemerkte, legte er die Zeitung beiseite und fragte sie ungehalten:
„Seit wann ist es üblich, dass man sich an einer Aufgabe vorbeiappariert? Ihr hättet es besser wissen müssen… Zurück zum Anfangspunkt. Ach ja… und vergesst nicht, die Zeit läuft."
Als Harry und Ron wieder an ihrem Startpunkt angelangt waren, bemerkten sie schnell, dass sich der Wald verändert hatte. Der Weg war versperrt durch dorniges, wild wucherndes Gestrüpp. Der Wald schien sich in einen tropischen Regenwald verwandelt zu haben. Die Feuchtigkeit war unerträglich. Harry und Ron verwandelten zwei Steine in Macheten, mit denen sie sich nun den Weg freikämpften. Dies war zeitraubend und mühsam. Sie begannen zu schwitzen. Harry merkte, dass, je weiter sie in den Wald vordrangen, eine nicht unbedeutende Anzahl von stechenden Insekten um sie herum versammelt war.
„Autsch", rief Ron. „Diese verdammten Biester."
Verzweifelt versuchte Harry, die Mücken loszuwerden.
„Framea Ignis" brüllte er und eine Feuersbrunst entstand, die alles in der Entfernung von drei Metern dem Erdboden gleichmachte. Harry nickte zufrieden. Jetzt würden sie ihre Ruhe haben. Die restlichen Fliegen stoben in Angst davon.
Beruhigt kämpften sie sich langsam weiter vor. Plötzlich drang wieder ein lästiges Summen an ihr Ohr. „Oh nein, nicht schon wieder" stöhnte Ron „Lernen die es denn nie?" fragte Harry kopfschüttelnd. Das Summen schwoll an. „Was zur Hölle…?"
In einem Abstand von zehn Metern hinter ihnen befand sich eine schwarze, summende Wolke. Verflucht, hätte ich bloß eine Drachenhaut… Moment Mal… Drachen! Zwar hatten sie noch nicht gelernt, wie man Möbel in Tiere verwandeln konnte, doch da dies auf dem Programm für das sechste Schuljahr stand, konnte das doch nicht so schwierig sein.
„Ron, ich brauche ein Möbelstück."
„Harry, einrichten kannst du dein Zimmer später; ich habe gerade ein anderes Problem", sagte Ron und deutete auf den Schwarm von Fliegen, der immer weiter herannahte.
„Was? Äh, nein, nein, ich will das Möbelstück in einen Drachen verwandeln. Wenn uns dies gelingt, dann stellen diese kleinen Viecher wohl kein Problem mehr für uns da."
„Okay, wenn du meinst. Hoffentlich behälst du Recht. Diffindo". Damit hatte Ron auch schon zwei größere Äste von einem Baum getrennt. Mit einem Schwenker seines Zauberstabs hatte Ron seinen Ast auch schon verwandelt und vor ihm stand ein großer Kleiderschrank aus scheinbar sehr teurem, altem Holz. „Cool" sagte Ron. Harry folgte Rons Beispiel, nur dass sein Ast sich nicht in einen Kleiderschrank, sondern in eine teure Vitrine mit einer Minibar verwandelte. Auch Harrys verwandelter Gegenstand war aus sehr edlem und altem Holz. Sie mussten wohl einen sehr alten Baum erwischt haben. Gemeinsam versuchte jeder von ihnen, einen womöglich jugendlichen Drachen zu beschwören, der noch mit dem Imperio zu kontrollieren war.
Nach einigen missglückten Versuchen wurden Harry und Ron so langsam nervös, da die Fliegen ihre Angst vor dem Feuer so langsam überwunden zu schienen hatten. Sie spürten schon die ersten Mückenstiche, als plötzlich eine Stichflamme aus Harrys Vitrine sie wieder etwas zurückschrecken ließ. Immerhin verschaffte ihnen dies noch etwas Zeit.
Beim neunten Versuch gelang es ihnen schließlich. Plötzlich leuchteten ihre Möbelstücke auf, schossen in die Höhe und „peng!". Plötzlich standen zwei ausgewachsene Drachen vor ihnen. Harry und Ron fielen die Kinnladen herunter und bekamen runde Augen. Exemplare dieser Größe hatten sie nicht erwartet. Harry wurde mulmig zumute.
Vor Ron und Harry standen ein ungarischer Hornschwanz und ein norwegischer Stachelbuckel. Plötzlich blickte der Hornschwanz ihn an und Harry dachte schon dies sei sein Ende. In gerade diesem Moment hörte Harry eine Stimme in seinem Kopf:
„ Wovor fürchtest du dich, mein Schöpfer?"
Harry kontrollierte schnell seine Okklumentikschilde, doch diese waren alle in bester Ordnung. Er blickte den Drachen geschockt an.
„Vor diesen Fliegen."
„Wenn es sonst nichts ist."
Mit einer gigantischen Stichflamme verbrannten die Mücken zu Staub.
„Ähh, danke", sagte Harry etwas nervös.
„Du hast immer noch Angst vor mir, wie es scheint. Hattest du dir ein harmloseres Tier erwartet?", fragte der Hornschwanz.
„Nein, aber ich wollte einen kleineren Drachen erschaffen."
„Wie, du wolltest? Seit wann sucht sich ein Zauberer das Tier aus, das er gerne hätte? Dir ist doch bewusst, dass man sich seinen magischen Partner nicht heraussuchen kann?"
Harry drehte sich zu Ron um und fragte diesen: „Magischer Partner?"
Ron zuckte seine Schultern und meinte: „Dann haben wir ja echt Schwein gehabt. Stell dir vor, unser magischer Partner wäre eine Ratte gewesen. Was das jetzt genau bedeutet müssen wir wohl Hermine fragen."
Dann sprach der Hornschwanz wieder zu ihm: „Ich bin jetzt mit dir verbunden."
„Wie?" fragte Harry.
„Ganz einfach, du hast das Ritual der magischen Bindung durchgeführt und dabei wurde ich als dein Beschützer ausgewählt."
„Eine Frage noch: Wie heißt du?"
„Das musst du entscheiden, mein Meister."
„Ich? Bist du männlich oder weiblich?"
„Ich bin ein Weibchen."
„Gut, dann nenne ich dich…Raskena."
„Klingt gut, danke", sagte der Drache.
In Rons Kopf gingen ähnliche Dinge vor. Er nannte seinen Drachen Tayara.
Allerdings befanden sie sich bald vor einem neuen Hindernis. Der Wald fiel plötzlich ab. Sie standen an einem Abgrund. Unten war Wasser und darin wuchsen Bäume. Sie standen etwa auf halber Höhe der Bäume und die ersten Bäume wuchsen drei Meter entfernt. Es führte eine Brücke hinüber und diese endete in etwas das so ähnlich aussah wie ein Vogelnest, es konnte jedoch auch einem anderen Vieh zugehörig sein.
Ihre Drachen weigerten sich auf jeden Fall konsequent sie hinüber zu bringen. Es wäre ja schließlich der Sinn der Sache dass sie lernten auf eigenen Beinen zu stehen. Als sie die Brücke überquert hatten stürzte sie hinter ihnen ein. Nach vorne ging es jedoch auch nicht weiter. Ein paar Äste über ihnen sahen sie ein paar Lianen.Sie kletterten also hoch und griffen danach, um sich weiter zu schwingen. Etwas anderes als diese Primatenmethode war ihnen nicht eingefallen. Allerdings schien es sowieso so von Remus geplant gewesen zu sein. Das bestätigte sich dadurch, dass die Linianen die beiden sofort in die entgegengesetzte Richtung wegrissen.
Dadurch landeten sie auf verschieden Bäumen und es schien als sei jeder auf sich allein gestellt. Ihre Drachen fanden es auf jeden Fall ganz amüsant. Als Harry jedoch einige Bäume mit viel Mühe und Kletterei überwunden hatte tauchte plötzlich vor ihm ein Affe auf. Sogar ein sehr spezieller Affe. Er hatte goldenes Fell und rote Augen. Instinktiv schleuderte Harry einen Reductor auf den rasend schnell mit der Liane herannahenden Affen. Der Affe hatte eine klaffende Wunde auf der Brust und stürzte hinab. Doch es gelang ihm sich irgendwo weiter unten an einem Ast festzuhalten. Harry schnappte sich seine Liane schwang blind drauf los und schleuderte einen „Diffindo" was als Konsequenz hatte dass der Affe sich an den Ast festklammernd in den Tod stürzte. Kurz bevor Harry landete, sah er noch wie der Affe lebendig von Pirhanas verspeist wurde, die sich anscheinend in großer Zahl im Wasser tummelten. Dies mahnte Harry zur Vorsicht. Remus schien wirklich wütend auf sie gewesen zu sein.
Doch Harry blieb keine Zeit, zu verschnaufen, denn schon hörte er ein weiteres aggressives Kreischen. Ein weiterer Affe stürmte ihm entgegen, doch der sollte Harry kennen lernen. Es war an der Zeit, seine Nahkampfkenntnisse auszuprobieren. Er griff sich eine Liane, und schwang mit voller Kraft dem Vieh entgegen. Er bemerkte, dass seine Entscheidung, die Stelle zu wechseln, ein großes Glück war. Ein Affe hatte sich hinterhältig von oben auf ihn hinabgestürzt, in der Absicht beide in den Tod zu stürzen: ein Kamikaze-Affe. Jedoch war sein Glück nur von kurzer Dauer, denn als er dem herannahenden Affen die Faust ins Gesicht rammen wollte, fing dieser die Hand einfach ab und schleuderte ihn in Richtung eines Baumes davon. Harry merkte durch das Zischen des Windes, dass der Killeraffe ihm direkt auf den Fersen war. Noch in der Luft war Harry gezwungen zu handeln. Mit der einen Hand klammerte Harry sich fest an die Liane während er mit der anderen nach seinem Zauberstab griff, eine 180° Drehung vollführte und dem auf einen halben Meter entfernten Affen ein „Destructio Mortis" verpasste. Ehe der Affe wusste, was mit ihm geschah, war von ihm nur eine blutige, formlose Masse übrig, die leblos ins Wasser klatschte.
„Urgh" Harry gab einen angewiderten Laut von sich, als er von Blutspritzern und Innereien übersät wurde.
„Ratzeputz"
Harry überschaute das Gelände. Er bemerkte, dass sich der Kamikaze-Affe noch immer auf Harrys altem Platz befand. Wild fuchtelnd drohte er Harry aus der Entfernung und gab äffisches Gekreisch von sich.
Harry fing an zu grinsen. Er hob seinen Zauberstab, richtete ihn auf den Affen und sprach:
„Dilanio simia"
Harry beobachtete, wie der Spruch den Affen traf, der plötzlich unerwartet einen Schmerz verspürte. Der ahnungslose Affe hielt inne und schaute an sich herunter. Es befanden sich zwei rote Linien auf seinem haarigen Körper, eine vertikale und eine horizontale Linie, schön symmetrisch angeordnet; sie verzierten seinen Körper. Was der Affe nicht wusste, war dass sich die horizontale Linie auch bereits durch sein Gesicht zog. Ehe der Affe auch nur irgendetwas realisieren konnte, stürzten jeweils zwei gleichgroße Körperpaare hinab in die Tiefe.
„Ach", dachte Harry bewundernd „Ich liebe die Geometrie."
Doch jetzt es war an der Zeit, sich aus dem Staub zu machen. Harry griff seine Liane und mit einem instinktiven „Diffindo" durchtrennte er den Ast, von dem er kam. Eine Sekunde später sah er einen Affen mit einem schrillen Kreischen hinter ihm in den Tod stürzen. Leider hatte dieser Affe heute nur Pech, denn er entschied geradewegs, an Raskena vorbeizustürzen, die ihm noch einen rasenden Hieb mit dem Schwanz verpasste bevor er endgültig das Zeitliche segnete.
Als Harry erneut auf einem breiten Ast landete, sah er Ron auf einem Baum ganz in der Nähe. Er machte ihn auf sich aufmerksam indem er seinen Namen rief und deutete auf einen Riesenmammutbaum vor ihnen. Ron verstand. Ron war der erste der den Baum erreichte. Jetzt nahte auch Harry heran, doch dann erkannte er ein goldenes Schimmern einige Äste über Ron. Ohne zu zögern rief er seinen Lieblingszauberspruch:
„Destructio Mortis"
In seinem Eifer bekam er nicht mit, dass kurz nach seinem Fluch etwas an ihm vorbeisirrte. Der Fluch jedoch tat seine Wirkung. Ron wurde einem Blutregen ausgesetzt.
„Soviel zu Slayers Raining Blood."
Ron landete als Erster. Er drehte sich zu Harry um und grinste ihm zu. Dieses Grinsen jedoch fiel gleich in sich zusammen, als er einen Affen bemerkte, der mit unglaublicher Geschwindigkeit hinter seinem besten Freund her schwang.
„Verdammt, gleich hat dieses Vieh Harry eingeholt. Na warte… Da hast du die Rechnung aber ohne mich gemacht, Freundchen."
„Dilanio simia"
Als die nach Harrys Nacken ausgestreckte Hand noch etwa 1-2 Zentimeter entfernt war, fielen drei von vier Scheiben des Affen hinab während Ron zur gleichen Zeit einem Blutregen ausgesetzt wurde.
Harry landete neben Ron, der gerade seine Kleidung betrachtete und einen lustigen Eindruck machte. Als er sich umblickte, sah er eine leicht hin- und her schwingende Liane an der ein Viertel eines Affenkörpers hing.
„Diffindo"
Die Liane stürzte mit den Überresten ins Wasser.
Ron blickte auf seine Kleidung, die sich rot färbte. Aus Reflex schaute er nach der Quelle der Sauerei und sah einen Affenschädel und einige Innereien in den Zweigen hängen, die unnütz den schönen Baum und Rons Kleidung besudelten. „Evanesco" Der Schädel mit den Überresten verschwand.
Ron reinigte sich noch schnell mit einem „Ratzeputz".
Die grinsenden Blicke der beiden Freunde trafen sich.
„Danke!"
Ihr Grinsen wurde breiter.
Sie wandten sich um zum Gehen. Doch daraus wurde nichts. Vor ihnen waren die Bäume auf einmal übersät mit Affen, die überheblich und angriffslustig auf sie herabgrinsten.
„Upps", sagten beide synchron.
Aus Reflex drehten sie sich wieder um. Jetzt erst merkten sie, dass sie in eine Falle getappt waren. Hinter ihnen und neben ihnen befanden sich mindestens 160 weitere Affen und rund um sie herum wurde der Kreis langsam geschlossen. Langsam richtete sich ihr Blick nach oben, wo weitere drei Dutzend Affen auf sie lauerten, um sie hinterhältig in den Tod zu stürzen.
„Ron"
„Harry"
„Wir sitzen in der Falle. Es wäre gut, wenn wir uns so langsam einen guten Plan mit einer dazugehörigen Strategie ausdenken", sagte Ron.
„Nein, wir müssen improvisieren", konterte Harry.
„Diffindo maxima" rief er, seinen Zauberstab etwa einen Meter über seinen Kopf auf den Stamm des Baumes gerichtet. Dies war jedoch keine gute Idee. Der Stamm fing langsam an, sich in ihre Richtung zu neigen. Neben sich hörte er Ron ein verzweifeltes „Portus" rufen. Doch es schien um sie geschehen. Der erste Affe flog schon zwischen ihm und Ron geradewegs hinunter in den Tod. Doch als der Stamm gerade davor war, sie zu erfassen, verschwand er mitsamt den dazugehörigen Affen, bis auf den einen, der einen phantastischen Bauchklatscher vollführt hatte. Harry gab ihm 9 von 10 Punkten.
Währenddessen tauchte etwa 100 000 Meilen über ihnen ein Stamm auf, der mit sehr überraschten Affen beladen war. Die Affen schienen sehr schnell an Gewicht zuzulegen, denn ihre Bäuche wurden immer rundlicher und ihre Gesichter immer pausbäckiger. Sie versuchten zu schreien und zu kreischen, doch sie konnten nur noch fuchteln. Dann fingen auch die Augen an aufzuquellen und kurz darauf sah man einen Affen nach dem anderen kontinuierlich mit einem Ekel erregendem „Splash" platzen. Und so setzte der Baum seine Reise - einsam und allein gelassen von seinen Freunden - in die Unendlichkeit des Weltalls fort.
Zurück auf der Erde hatten unsere beiden Freunde arge Probleme. Sie standen Rücken an Rücken, die linken Arme hinter dem Rücken verschränkt, um sich gegenseitig Halt zu geben.
„Stupor"
„Reductio"
Die Luft war von roten Flüchen erfüllt. Aus Zeitmangel mussten Harry und Ron auf diese banalen, aber dennoch wirksamen Zauber zurückgreifen. Doch zahlenmäßig waren sie einfach zu unterlegen und es tauchten mehr Affen auf, als sie Flüche abfeuern konnten. „Verdammt" dachte Harry. „Locomotor Mortis" rief er. Harry ließ den Affen durch die Luft schleudern und knallte ihn gegen seine heran springenden Kameraden.
Als der Überraschungsmoment vorüber war und die Affen einen Moment vorsichtiger wurden, wurde Harry des Spieles überdrüssig.
„Repulsio" schrie Harry und donnerte den Affen mit voller Wucht gegen eine Gruppe auf einem Ast hockender Affen, die das Spektakel abwartend betrachteten. Als ihr Kumpane ihnen entgegen flog, machten sich die zwei mittleren Affen bereit, ihren Freund aufzufangen. Doch sie hatten die Wucht des Aufpralls unterschätzt und wurden ebenfalls mitgerissen. Sie versuchten noch verzweifelt, einen Halt an ihren Freunden zu finden, was diese wiederum mitriss und das wiederum dazuführte, dass diese versuchten, sich an deren Kumpanen festzuhalten. Die Konsequenz war eine Kette von insgesamt 9 Affen, die gen Wasser stürzte. Vorher jedoch prallte der mittlere Affe – Harrys Affe – auf einen Ast, mit dem Kopf nach vorne geneigt, was dazu führte, dass er in mehrere Stücke zerfetzt wurde während die anderen 8 Affen in zwei Viererketten durch diesen abrupten Halt gegeneinander geknallt wurden und durch den Schock die Hände losließen. So beendete ein jeder von ihnen seine letzte Reise alleine.
Ron klaute Harrys Idee, was ihnen eine verdiente Verschnaufpause verschaffte. Diese reichte aus, damit Harry Ron mitteilte: Wir brauchen unsere Waffen. Das ist die ideale Gelegenheit, um unsere Fähigkeiten im Nahkampf zu testen.
„Compareo ferrum"
In Harrys Hand materialisierte sich sein Schwert, während Ron in den Besitz einer seiner Äxte gelang. Jetzt fing die Sache an Spaß zu machen. Ron grinste:
„Mögen die Spiele beginnen!"
Harry ergänzte: „Auf dass die Besseren gewinnen!"
Just in dem Moment ließ der Schreckensmoment der Affen nach, doch der Unternehmungsgeist der beiden ungestümen Jugendlichen war neu entfacht. Als die ersten Affen in Harrys und Rons Reichweite waren, vollzogen sie eine elegante 360° Pirouette. Die Waffen in Schulterhöhe von sich gestreckt, schlitzte Harry Rons Gegner auf während Ron dessen Gegner köpfte.
Danach kümmerte sich jeder wieder um seine eigenen Feinde.
In der nächsten Viertelstunde war die Luft geschwängert von frischen Innereien. Unermüdlich sah man auf einem Ast zwei Kämpfer ihre Gegner nach allen Regeln der Kunst tranchieren. Armlose, beinlose, kopflose und anders verstümmelte Affen stürzten unaufhörlich in den Tod.
Tayara und Raskena wachten derweil über ihre beiden Schützlinge und schauten ihnen amüsiert beim Kampf zu. Allerdings bemerkten sie auch, dass die Affen nicht weniger zu werden schienen. Dieser Werwolf schien wohl absichtlich die Situation so geplant zu haben, damit die beiden nichts anderes konnten, als zu verlieren, um einen grausamen „Tod" zu sterben.
Außerdem schienen Harry und Ron so langsam in Bedrängnis zu geraten.
Harry und Ron genossen den Kampf. Das Blut spritzte nur so, die Affen schrieen und die beiden Schlächter hörten ihr gegenseitiges, freudiges Lachen.
Bis die beiden plötzlich aus dem Konzept gerissen wurden.
Einige Minuten vorher:
Etwas abseits vom Gemetzel schwangen zwei Affen von Baum zu Baum und gelangten unbemerkt auf den etwas erhöhten Stumpf des Baumes, das Überbleibsel von Harrys Werk. Das erste was ihnen auffiel, war die detaillierte Sicht auf den Kampf. In der Affensprache unterhielten sich die beiden miteinander und spotteten über ihre schwächlichen und unfähigen Handlanger, die sich freiwillig in den Tod stürzten. Sie rühmten sich damit, dass ohne sie, die anderen nichts auf die Reihe brächten. Für etwas Unterhaltung sorgte auch einer ihrer Kameraden, welcher sie bemerkte; freudig grinsend schaute der Affe zu ihnen hinüber und wartete darauf, dass sie in Aktion treten würden. Dies wurde ihm jedoch zum Verhängnis, da er ohne es zu merken in die Reichweite von Harrys Schwert gekommen war, das seinen Hals durchtrennte wie ein Messer heiße Butter. Für Harry war er nur ein weiterer, unbedeutender, in den Tod stürzender Statist. Nach einer gewissen Zeit beschlossen die beiden Affen jedoch wehmütig, einzugreifen und den anderen den „Kopf" zu retten.
Gegenwart:
Harry wurde von den Beinen gerissen. Die gelbe Fratze eines grinsenden Affen tauchte über ihm auf. Harry sah noch Ron, der verzweifelt mit einem anderen Affen rang. Harry selbst versuchte jetzt, den Affen zu treten. Dieser jedoch hatte so etwas schon vorhergesehen und war weit genug vorgerückt, um für Harrys Tritte unerreichbar zu bleiben. Langsam beugte der Affe seinen Kopf näher zu Harrys Kehle. Harry würde sein unbezahlbares Leben jedoch noch so teuer verkaufen, wie nur möglich.
Kalt grinsend spuckte er dem Affen ins Gesicht.
Der Affe ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und setzte zum finalen Biss an. Dann erstarrte er plötzlich. Aus seinem Mund ragte das Ende eines Dornes eines ungarischen Hornschwanz's Schwanzes hervor. Der Affe wurde von Harry gerissen und durch die Luft geschleudert, wo er wieder ein paar Affen mitriss.
Ron wurde unsanft aus seinem Konzept gebracht, als er seitlich weggerissen wurde und ein Affe ihn mit schier unbändiger Kraft festnagelte. Ron glaubte schon sein Ende kommen zu sehen, als er das Heranbrausen eines anderen Affen bemerkte. Ron schöpfte Hoffnung, da dieser Affe seinen Angreifer möglicherweise von den Beinen reißen würde. Dieser Affe jedoch schien anders zu sein. Er erkannte die Gefahr und mit einem ungnädigen Seitentritt in den Brustkorb beförderte er den inkompetenten Affen ins Jenseits.
Trotzdem verschaffte der kleine Zwischenfall Ron einen Vorteil. Er hakte sein Bein in das erhobene Bein des Affen und ein kurzer, heftiger Ringkampf brach aus, wobei der Affe jedoch wieder schnell die Oberhand gewann. Der Killer beugte sich ebenfalls über Ron, doch als dieser sein Ende schon gekommen sah, musste er plötzlich grinsen. Der Affe schaute ihn fragend an. Ron nickte in Richtung des Affen Halses, um den sich Tayaras Schwanz schlang. Der Affe schaute an sich herab, erstarrte kurz. Dann panikierte er für ganze zwei Sekunden bevor sein Genick mit einem lauten Klack brach. Tayara schmetterte den wertlosen Kadaver tief in das Dunkel des Waldes hinein.
Erschöpft brachten die beiden nur ein „Danke" hervor. „Ruht ein bisschen und dann reitet uns", sagten die beiden Drachen. Ron zog belustigt eine Augenbraue hoch.
Nach etwa einer Minute waren sie schon wieder voll auf dem Damm. Der Trank bewirkte Wunder. Die Drachen schwebten unter dem Ast und die beiden brauchten sich nur hinab gleiten zu lassen.
Raskena brauste los und stieß eine erste Feuerwalze auf die erstarrten Affen los. Damit hatten sie nicht gerechnet. Die übrig gebliebenen 30 Stück waren Statisten, die Harry allesamt schell um einen Kopf kürzer gemacht hatte, während Raskena um die Bäume herum schwebte.
Nur ein ganz feiges Exemplar wollte nicht so recht und versuchte, sich aus dem Staub zu machen. Der Affe hatte seine Rechnung ohne Harry gemacht.
„Raskena, schau da. Der versucht zu fliehen."
„Keine Bange, Harry."
Sie stürzte etwas tiefer hinab und überholte den Affen von unten, flog eine Kurve und tauchte genau vor dem fliehenden Affen auf.
„Na na na,", mahnte Harry mit erhobenem Zeigefinger.
„Du willst doch nicht etwa schon gehen?"
Der Affe quiekte erbärmlich.
Daraufhin zückte Harry sein Langschwert und ließ es auf den Feigling niedersausen. Er spaltete den Affen in der Mitte. Einen Moment lang rutschte der Rumpf am Leib entlang, fiel jedoch dann den physikalischen Gesetzen folgend nach unten; allerdings fiel er nicht weit. Raskena fing ihn auf und spuckte ihn gleich wieder aus.
„Bäh! Widerliches Affenfleisch", nörgelte Raskena.
Der noch lebendige Teil des Affen fuchtelte wütend herum und schaute beleidigt, was Harrys Aufmerksamkeit wieder auf ihn zurücklenkte. Raskena flog noch etwas höher. Harry warf einen letzten mitleidigen Blick auf die sterbenden Überreste des Affen, schrie mit donnernder Stimme:
„FAHR ZUR HÖLLE!" und kickte die sterbenden Überreste mit seinem Stiefel hart in die Brust. Röchelnd fiel der Affe von oben herab ins Wasser.
Anschließend brachte Raskena Harry an das andere Ende des Waldes, wo schon Tayara und Ron auf die beiden warteten.
Tayara flog mit Ron in die entgegen gesetzte Richtung davon. Lachend und "Some heads are gonna roll" gröhlend schwang Ron seine Axt und ließ Köpfe rollen.
Bald waren die Bäume sauber. Den Letzten beschloss Ron genüsslich zu erledigen. Er benutzte die stumpfe Seite seiner Axt und verpasste dem Affen einen kräftigen Kinnhaken mit der Waffe. Als Folge drehte dieser sich um 180° und man hatte den Eindruck, dass alle Halsknochen regelrecht zermalmt worden waren. Der Hinterkopf des Affen erinnerte Ron an einen Klatscher. Kurzerhand erhob er seine Axt, holte weit aus, grinste und sagte:
„Rest in… Pieces… motherfucker..."
Damit schlug er zu und der Kopf des Affen flog mit rasender Geschwindigkeit davon. Doch Halt! Da hatte sich noch ein feiger Affe versteckt. Allerdings hatte ihn das Sirren des „Klatschers" neugierig gemacht. Ein fataler Fehler. Der heran fliegende Kopf traf den Affen in den Bauch und zerbarst. Vor Schreck verlor der feige Affe den Halt und stürzte hinunter.
„Tja, knapp zu früh gefreut", meinte Ron und Tayara lachte schallend.
Sie brachte Ron ans Ende des Waldes, wo Harry und Raskena auch kurz darauf eintrafen.
„Warum habt ihr uns eigentlich geholfen? Ich dachte, wir müssten alleine klar kommen!", fragten Ron und Harry ihre Drachen. Tayara und Raskena antworteten:
„Wir haben die Aufgabe euch zu beschützen und als wir merkten, dass der Werwolf euch absichtlich töten wollte, mussten wir eingreifen."
„Wie? Remus wollte uns „absichtlich" töten?", fragten die beiden. Raskena schaute ihn an und sagte:
„Der Werwolf hat von vornherein so viele Affen programmiert, dass ihr einfach früher oder später aufgrund euer Erschöpfung überrannt worden wärt. Das durften wir nicht zulassen. Nun denn, wir lassen euch jetzt alleine weitergehen. Wir brauchen jetzt unser wohlverdientes Frühstück. Dieses widerliche Affenfleisch war ja nichts."
Remus währenddessen saß gemütlich in seinem Liegestuhl, trank seine 3. Tasse Tee und wartete darauf, dass der Simulationszauber bald aufhören würde, da seine beiden Sprösslinge wohl jeden Augenblick von den Affen zerfetzt hier auftauchen würden. Eigentlich müssten sie schon hier sein, diese blöden Viecher würden doch wohl mit zwei pubertierenden Teenagern fertig werden. Anschließend würde es Ärger geben. Remus rieb sich in Vorfreude die Hände.
Harry und Ron machten sich weiter auf den Weg und stießen bald auf eine Betonmauer, in der eine stählerne Tür eingelassen war. „Reductio" riefen die beiden, doch die Flüche wurden einfach durch die Tür aufgesogen. Ein Schild erschien in der Nähe der beiden und eine Drückbank mit 50kg Gewicht, die sie schon aus dem Kraftraum kannten. Sie lasen das Schild.
„Hallo Harry und Ron! Wie es scheint, habt ihr die Affen tatsächlich überwunden. Doch wie es scheint hattet ihr mehr Glück als Verstand, da diese Aufgabe mit Verstand zu lösen ist… Die Tür WAR offen. Doch pro Fluch, den ihr darauf verschwendet, müsst ihr eine Aufgabe lösen, damit die Tür wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt wird.
200x
„Dumm gelaufen" meinte Ron achselzuckend.
„Okay" sagte Harry. „50 kg stellen ja kein Gewicht mehr für uns da. Ich mache die ersten 100 Einheiten und du die anderen 100." Ron nickte.
„Dann leg mal los."
Voll Übermut zog Harry sein T-shirt aus und betrachtete noch einmal selbst gefällig seinen schon recht durchtrainierten Körper. Er nickte zufrieden und legte los. In den ersten 20 Sekunden schaffte er noch 16 Einheiten, in der nächsten Minute hatte er 50 geschafft, doch danach fing es an zunehmend schwieriger zu werden. Nach 70 Einheiten drohten seine Arme wieder zu bersten. Sie fühlten sich ungefähr genauso an, wie in dem Moment als sie den Fluss fast überquert hatten. Als Harry bei 90 Einheiten angelangt war (es waren jetzt über 5 Minuten vergangen) empfand er das erste Mal in seinem leben wirkliche Schmerzen. Nicht einmal der Cruciatus Fluch von Voldemort hatte ihn solche Schmerzen erleben lassen. 97… … … 98 … … … … 99 … … … … … … … 100. Harry dachte, er hätte das Zeitliche gesegnet und dachte er wäre im Paradies gelandet. Glückshormone durchströmten seinen Körper und sorgten dafür, dass sich Harry einige Momente sehr benommen fühlte. Ron riss ihn zurück in die Gegenwart, als er ihm aufhalf und seinerseits seine 100 Einheiten ablegte.
Harry sah zu, wie Ron seine Sache erledigte. Erst jetzt bemerkte dieser, wie schlimm es bei ihm ausgesehen haben musste. Ron lief der Schweiß in Bächen seinen Körper hinunter. Sein Gesicht wechselte langsam von purpurrot zu dunkel violett. Glücklicherweise hatte er schon um die 80 Einheiten hinter sich, doch er wusste ganz genau, dass das Schlimmste ihm erst noch bevorstand. Hoffentlich erlitt er keinen Herzanfall. Sie durften diese Aufgabe nicht verpatzen. Harry betete zu Merlin, dass er Ron beistehen würde. Nach 95 Einheiten glaubte er, Rons Adern schon fast platzen zu sehen und Harry wusste ganz genau, wie diese Folter sich anfühlte. Rons Gesicht war so schlimm verzerrt, dass es schon fast so aussah, als würde sein Kopf durch den Schraubstock gedreht werden. Bei der 100. Einheit konnte Harry nicht mehr hinsehen und wandte den Kopf ab.
Als er hörte, dass Ron fertig war, reichte er ihm seinerseits die Hand und half ihm auf. „Puh…" Nachdem Ron einige Minuten geruht hatte, meinte er zu Harry:
„Hochmut kommt vor dem Fall. Nächstes Mal teilen wir die Aufgabe in 4x50 Einheiten…"
Beide blickten wieder auf das Schild, auf dem jetzt stand:
200x = erfüllt
besiegen
Harry und Ron starrten sich an. Ron sprach als erster aus, was beide dachten: „Äh, bitte nicht schon wieder Affen!"
„Nein. Diesmal müsst ihr nicht gegen Affen antreten. Ich werde euer Gegner sein." Eine für Harry nicht ganz unbekannte, selbstsichere und mächtig klingende Stimme ertönte hinter ihnen. Die beiden wandten sich überrascht um.
„Riddle", spie Harry. „Ihr kennt meinen Namen? Ich muss euch allerdings sagen, dass er seit geraumer Zeit nicht mehr existiert. Mein richtiger Name ist Lord Voldemort! Ich bin der Erbe des mächtigen Salazar Slytherin."
„Ach wirklich." grinste Harry „Dann kann Slytherin wohl froh sein, dass er nicht mehr unter uns weilt, denn er wäre vor Schande wohl gestorben, wenn er wüsste, dass sein Nachkomme ein Halbblut ist."
Tom ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
„Ihr scheint euch eure Abschlussprüfung absichtlich schwer machen zu wollen. Ich kann nicht zulassen, dass ihr der Nachwelt mein Geheimnis enthüllt. Dafür werdet ihr sterben."
„Das hast du in der Kammer des Schreckens auch gesagt. Jetzt ist das Tagebuch zerstört und der Basilisk tot", spottete Harry und grinste abfällig.
Toms Grinsen wich einer ernsten Miene.
„In diesem Fall wird es Zeit, die Rechnung zu begleichen."
Ehe sie auch nur ihre Zauberstäbe zücken konnten wurden Harry und Ron auch schon von den Füßen gerissen.
„Verdammt..."
Harry apparierte aus Instinkt 50 Meter nach rechts. Keine Sekunde zu spät da gerade in diesem Augenblick ein weiterer schwarzer Fluch die Stelle traf, wo er sich eben noch befunden hatte.
Harry hatte jedoch kaum seinen Zauberstab in der Hand, als Riddle auch schon wieder vor ihm stand. Er hatte sich lautlos vor ihn appariert. Ein weiteres Mal apparierte Harry, diesmal zu Ron.
„Hier brauchen wir eine Strategie, denn bloß mit Zauberei sind wir ihm hoffnungslos unterlegen."
Als Voldemort diesmal wieder vor ihnen auftauchte, war Harry vorbereitet. Ehe Voldemort sie wieder überraschen konnte, schwang er „blitzschnell" seinen Zauberstab und erfasste somit die Gewichte der Drückbank und ließ sie wie tödliche Diskusscheiben auf Voldemort zurasen. Zeitgleich deckte Ron ihn mit unzähligen Flüchen ein.
Riddle jedoch zerstörte gelassen die Diskusse, indem er einfach Rons Flüche abfing und sie auf die Diskusse umlenkte.
Was Riddle nicht wusste, war dass Harry die Stange an der die Gewichte befestigt waren, hinter Riddle transportiert hatte und wie einen tödlichen Speer auf seinen Hinterkopf zurasen ließ. Dann glaubte er zu erkennen, wie Riddle plötzlich eine Brücke machte. Die Stange flog über dessen Kopf hinweg, drehte sich anschließend um 90°, verdickte sich und flog mit tödlicher Geschwindigkeit auf Harry und Ron zu. Harry konnte nur noch apparieren. Er verschwendete keinen Gedanken mehr an irgendetwas.
„Unmöglich, wie kann das sein?" dachte er bloß.
„Nein, es ist nicht unmöglich. Es ist langweilig", sprach Riddle, der plötzlich wieder neben ihm stand.
Harry drehte sich um und wollte einen Fluch sprechen, als Tom plötzlich auf den waffenlosen Nahkampf zurückgriff und Harry mit einem Fußtritt ins Gesicht schlug, der diesen zu Boden fegte. Um Harry den Gnadenstoß zu versetzen, sprang Riddle in die Luft und schien Harrys Kopf mit seinem Knie zertrümmern zu wollen. Harry hielt die Augen offen und blickte dem Tod ins Auge. Doch in gerade dem Moment, indem Riddle sich in der Luft befand, sah er plötzlich seinen besten Freund, der sich mit seinem ganzen Körper gegen Tom schmiss. Harry sah nicht, was weiter geschah, doch als er sich aufgerappelt hatte, landete Ron mit blutiger Nase neben ihm.
Harrys Gesicht fühlte sich an, als wäre es von einem Zug getroffen worden. Er spuckte das Blut aus und sprach einen Heilzauber. Riddle ließ den beiden Zeit, sich wieder zu erholen und kommentierte anschließend: „Erbärmlich… Absolut erbärmlich."
„Wer hier erbärmlich ist, werden wir schon noch sehen… Serpensortia Basiliskus", rief Harry.
Ein großer Basilisk von um die 13 Meter erschien aus Harry Zauberstab.
„Töte ihn", verlangte Harry.
Die Schlange wollte Riddle schon angreifen, doch dieser stand nur da mit geschlossenen Augen und schnippte. Plötzlich krähte ein Hahn. Der Basilisk stieß einen röchelnden Schrei aus und fiel leblos zu Boden. Tom öffnete die Augen und warf dem Basilisken einen bedauernden Blick zu.
„Schade um das schöne Tier.
Interessant, ich glaube, ich werde euch nicht gleich umbringen; erst will ich wissen, mit wem ich es hier zu tun habe", meinte Tom. „Doch jetzt weiter im Text."
Dies sahen Harry und Ron genauso und stürmten auf Riddle ein. Sie hatten sich stumm geeignet, es mit waffenlosem Nahkampf zu probieren. Ein Hagel von Tritten und Schlägen prallte auf Riddle ein, doch dieser fing sie mit nahezu unheimlicher Gelassenheit ab oder er wich ganz einfach aus. Riddle fing jedoch an sich zu langweilen und während er mit der rechten Hand Harrys Schläge abfing, schlug er mit seinem linken Fuß Ron einmal in die Brust. Ron neigte sich keuchend nach vorne. Der zweite Tritt traf den Brustkorb und Ron wurde nach hinten gedrückt. Er stand etwas neben sich und bot eine große eine große Angriffsfläche, da er nach hinten gebeugt war. Der abschließende Tritt traf ihn ins Gesicht und er wurde zwei Meter weiter auf den Boden geschleudert. Das ganze dauerte drei Sekunden. Weitere drei Sekunden später leistete Harry ihm Gesellschaft.
Riddle stand über den beiden und richtete seinen Zauberstab auf sie. Harry und Ron seufzten resigniert. Sie hatten einfach keine Chance. Sie sahen ihr Ende gekommen. Doch plötzlich hielt Riddle inne und grinste sie bloß spöttisch an. Die beiden wurden von hinten gepackt. Raskena hatte Harrys Kleidung mit ihrer Dornenspitze durchbohrt und hievte Harry auf ihren Rücken. Tayara umschlang Rons Körper und ließ ihn ebenfalls auf ihren Rücken gleiten.
Als dies getan war, schossen sie zeitgleich davon und gewannen schnell an Höhe und setzten sich von Tom Riddle ab.
„Sammelt euch erst einmal kurz"
„Ugh", gab Ron von sich und erst jetzt spürten die beiden, was mit ihren Gesichtern passiert war. Sämtliche Gesichtsknochen waren gebrochen und fast sämtliche Zähne hatten sie verloren. Der Schmerz war unerträglich und kam dem Cruciatus gleich.
„Das sieht schlimm aus, doch über unser Seelenband stellt es glücklicherweise kein Problem für uns dar, euch zu heilen." Ein Schimmer umhüllte die beiden. Harry und Ron verspürten ein beruhigendes Gefühl im ganzen Körper.
„Ihr denkt doch nicht, ihr könntet fliehen. Ihr müsst sowieso an mir vorbei…"
Harry und Ron erstarrten. Riddle saß im Schneidersitz neben ihnen, doch das Problem lag darin, dass sie sich in 250 Metern Höhe befanden und er hatte keinen Besen. Grinsend sah er sie an.
„Ruht euch ruhig noch ein wenig aus und kommt mir dann nach..." Mit diesen Worten blickte er sie noch einmal spöttisch an und sprang dann einmal in die Höhe und ließ sich nach unten fallen, Füße gen Erde, Hände gen Himmel.
Als alle Anwesenden glaubten, verstanden zu haben, was gerade vor sich ging, stürzten sich Raskena und Tayara senkrecht in die Tiefe, um Riddle definitiv zur Strecke zu bringen. Wenige Sekunden vor Riddles „Aufprall" sahen sie ihn und schickten erste Flüche los, die jedoch wegen der zu großen Entfernung in der Luft verloren. Tom hatte jetzt den Boden erreicht. Seine Beine lösten sich in Rauch auf, was den Aufprall auffing. Danach materialisierten sich auch wieder seine Beine.
Tom sah die zwei mächtigen Drachen herannahen.
„O ja, das wird interessant werden", dachte er.
Doch zuerst einmal musste er die zwei nervenden Viecher loswerden. Er schoss zwei punktgenaue Bindehautflüche ab. Dann schoss er wieder schnurstracks in die Höhe, um einige Zeit später zwei tonnenschwere Drachen dumpf auf die Erde prallen zu sehen.
Harry und Ron rutschten seitlich von ihren Drachen ab, um nicht beim Aufschlag von ihnen zerschmettert zu werden. „Verdammte Scheiße" fluchte Harry. „Ist der denn unbesiegbar? Das ist doch nicht zu…" Synchron wurden Harry und Ron von den Füßen gerissen und wurden an eine Betonmauer genagelt, die Riddle aus dem Nichts beschworen hatte.
Riddle blickte Harry und Ron ernst an.
„Ich denke, wir haben uns einiges zu erzählen. Also, auch wenn ihr meinen Namen schon kennt, ich mache dann mal den Anfang. Mein Name ist Lord Voldemort. Wer seit ihr?"
Harry starrte ihn ungläubig an.
„Wie bitte?"
„Lord Voldemort, aber mach dich nicht nass Kleiner; ich will nur reden. Also, wer seit ihr?"
„Äh… okay. Mein Name ist Harry James Potter"
„Hmm, ein Potter. Das ist ein wahrhaft mächtiger Clan. Und wer bist du?", fragte er Ron. „Nein, warte… lass mich raten: Deinem Haar nach zu urteilen musst du ein Weasley sein."
„Ja, ich bin Ronald Billius Weasley."
„Zwei Reinblutfamilien und beide erbärmlich durchgefallen. Aber mal was anderes. Warum wurdet ihr eigentlich vor dem Ablauf eures Trainings in die Abschlussprüfung der Elite der Elite geschickt."
„Nun ja", argumentierte Harry „Du bist eigentlich als Strafe gedacht, weil wir dich besiegen müssen, um durch diese Tür zu kommen."
Damit zeigte Harry auf die schwere Stahltür, die in die Betonmauer eingelassen war. Riddle starrte sie an.
„Äh, bitte? Ich werde eingesetzt, weil Grünschnäbel zu dumm sind, um durch eine Tür zu gehen. Naja, egal. Ich wollte etwas anderes mit euch besprechen. Woher kennt ihr meinen Namen? Woher kennt ihr die Kammer des Schreckens? Wie alt wart ihr, als ihr den Basilisken getötet habt? Potter, warum beherrschst du Parsel? Alles Fragen auf die ich eine Antwort will. Ihr scheint mächtig zu sein, wie man an euren Drachen erkennt. Ihr habt Potenzial. Legillimens…"
Harry und Ron spürten, wie ihre Okklumentikschilde wie Papier zerrissen wurden. Sie konnten Tom nicht aus ihren Gedanken verbannen.
Doch anstatt dass die beiden sich nach dem Angriff geschwächt fühlten, durchströmte die sie ein Gefühl von neuer Machtzufuhr. Sie wussten nicht, was los war. Auf einmal fühlten sie sich so prächtig, als seien sie mit einem Mittel aufgeputscht worden. Plötzlich merkte Harry, wie ihn Riddle verließ. Ron dagegen spürte, wie sich plötzlich eine fremde Macht in ihm ausbreitete und als er in Riddles Gesicht sah, merkte er, dass dieser stark konzentriert war. Dies war wohl die Erklärung, die das mulmige Gefühl in seinem Körper hervorrief. Er spürte wie Riddle seinen Körper verließ, doch er spürte, dass Etwas von Riddle zurückgehalten wurde.
„Ich warne dich jetzt Ron. Du wirst jetzt einen kleinen Schock erleben, aber es ist nur zu deinem Besten. Erschrick nicht!", sagte Riddle und damit verließ er Rons Geist.
Ron spürte zum zweiten Mal binnen ein paar Minuten wie seine magische Energie hoch geschwemmt wurde. Harry glotzte Ron an, als dessen Körper sich kurz aber beträchtlich aufpumpte. Riddle verschwand kurz und tauchte neben Ron auf. Plötzlich bäumte Ron sich auf und eine gigantische Druckwelle entfuhr seinem Körper, die sich rasend schnell ausbreitete und die 80 Meter entfernte Betonmauer mit großer Wucht traf und einen Moment bröckeln ließ. Die Mauer versetzte sich jedoch gleich wieder in ihren Ursprungszustand.
„Was zum Teufel?" meinte Harry bewundernd. „Keine Sorge, dir widerfährt gleich genau das Gleiche, Harry."
Damit konzentrierte sich Riddle wieder auf seine Aufgabe und drang in dessen Geist ein. Harry fühlte sich etwas beklommen, dass sich sein Todfeind anscheinend ganz ohne böse Absichten in seinem Körper befand und ihm anscheinend sogar half. Schlagartig änderte sich auch sein Magiefluss. Er spürte, wie eine mächtige Welle an Magie durch seine Adern schoss und beobachtete nun auch seinerseits wie sich sein ganzer Körper, seine ganzen Muskeln ausdehnten und wie der Druck sich immer weiter bündelte, anschließend auch seinen Körper verließ und mit vollem Karacho gegen die Wand donnerte. Harry fühlte sich zum zweiten Mal wie neu geboren.
Riddle entfernte schlussendlich auch die magischen Fesseln mit einem Schnippen und nun konnte sich die Magie vollends in ihren Körpern ausbreiten.
„So, jetzt habe ich einige Antworten erhalten, die mich dann doch sehr erstaunt haben. Die neue Magie, die sich jetzt in euch befindet, war schon immer da, wurde jedoch von einem trotz seines Alters - immer noch sehr mächtigem Zauberer blockiert bzw. angezapft, was den zweiten Energieschub ausmachte. Potter, Weasley, eure Magie scheint schon seit seinem Kindesalter unterdrückt zu werden. Bei dem Übeltäter dieses Verbrechens handelt es sich um niemand anderen als um den Schuldirektor der Hogwartsschule von Hexerei und Zauberei, Albus Dumbledore."
Harry und Ron schien es fast, als hätten sie es gewusst.
„Natürlich habe ich mir als Gegenleistung Kopien eurer Erinnerungen angefertigt und sie alle durchgesehen. Jetzt bin ich wieder auf dem Laufenden. Ich weiß beispielsweise jetzt, was für einen fatalen Fehler machen werde bzw. gemacht habe… Ich muss mich bei dir entschuldigen. Zur Prophezeiung: Solche Sachen sind eigentlich unwichtig. Jeder hat sein Schicksal selbst in der Hand!"
Harry antwortete verbittert:
„Du brauchst dich nicht dafür zu entschuldigen. Dieses Verbrechen hast du noch nicht begangen, jedenfalls noch nicht. Doch eines kann ich dir versichern: Dein anderes Ich wird bezahlen und zur Hölle fahren."
„Das mit dem Verbrechen sei mal dahingestellt. Kommen wir zu was Anderem. Durch den Kontakt deiner Fluchnarbe zu meinem jetzigen Ich bin ich in dessen Kopf eingedrungen und habe einiges festgestellt. Durch den missglückten Angriff auf dich ist er eigentlich nur noch ein Schatten „meiner" Selbst und ist erst wieder dabei, alles neu zu erlernen. Des Weiteren habe ich festgestellt, dass mein Ebenbild und der alte Marionettenspieler sich verbündet haben; wobei ich mich doch in meiner Jugend dazu entschlossen habe, mich nicht von ihm benutzen zu lassen. Mein altes Ich und Dumbledore haben sogar ihr eigenes Wissen ausgetauscht. Das macht die beiden zu sehr gefährlichen Gegnern. "
Harry und Ron schauten Riddle ungläubig an. Tom bemerkte ihren Blick.
„Ja, ihr habt richtig verstanden. Ihr seid nicht die Ersten. Der Alte setzt irgendwie immer auf das richtige Pferd."
Zwei fassungslose Blicke waren die Antwort.
„Damals hatte er auf mich gesetzt und heute auf dich bzw. später auch auf deinen Freund und dieses Schlammblut."
„Sag das nicht noch mal, oder…"
„Oder was…? Glaubt ihr, dieser kleine Magieschub reicht, um mir was anzuhaben?" Riddle lachte schallend und plötzlich ging von ihm eine sengende Hitze aus, wie bei Dumbledore, nur stärker.
„Und was ist mit dir, Halbblut?" spie Ron.
„Bist du sicher, dass du keine Vorurteile hast? Muggelgeborene sind keine Muggel! Und sogar einige Muggel haben es zu etwas gebracht. Auch wenn ich sie verabscheue, so liebe ich doch ihre Waffen. Und bezüglich deiner Ideologie: Falls du wirklich glaubst, Reinblüter seien etwas besseres, was sagst du denn von Neville Longbottom? Schau doch in unseren Erinnerungen nach und dann warten wir mal ab, was du dann zu sagen hast", sagte Harry.
2 Sekunden später
„Hmm, da scheint etwas dran zu sein. Ich muss mir diese Hermine mal genauer ansehen."
Dabei grinste er zusätzlich.
„Was ich damit sagen will: Ich will mich euch anschließen und wenn ihr einverstanden seid, dann werde ich euch nach eurem Training hier weiter ausbilden. Was haltet ihr davon?"
„Machst du Witze? Du bist doch nur eine Simulation – zwar sehr eine sehr reale Simulation – aber dennoch unreal", sagte Harry.
„Du irrst dich", antwortete Tom. „Ich bin zwar auch ein Abbild, so wie auch ihr später als Abbilder hier auf den magischen Festplatten gespeichert werdet. Doch mein Abbild ist anders… besser; es ist lebendig! Ich bin ein Horkrux. Ein Horkrux ist ein Seelensplitter. Ich selbst bin ein Teil meines realen Ichs."
Beim letzten Satz glotzen Harry und Ron Riddle dümmlich an. Hier musste ein Fehler in der Simulation unterlaufen sein.
„Nein, keineswegs. Das System habe ich längst umgangen. Ich kann mich überall frei herumbewegen, doch ich bin im System gefangen, solange ich keine fremde Seele habe, um aus diesem Gefängnis auszubrechen. Im Austausch für einen Körper, kann ich euch wie gesagt ein Training bieten, das so noch niemand durchlaufen hat und zudem würde ich euch helfen diese Aufgabe des Werwolfs zu umgehen. Ihr seid glaube ich schon etwas spät dran."
Harry und Ron warfen sich einen Blick zu. „Einverstanden", kam es gleichzeitig. Riddle nickte zufrieden, doch war es klar, dass er sich nicht durch leere Worte abspeisen lassen würde.
„Ihr schwört einen von mir eigens entwickelten Schwur, den beide Parteien einhalten müssen. Bei Nichteinhalten des Versprechens besitzt die jeweils andere Seite die Anspruchsrechte auf die Magie sowie auf die Seele des Veruntreuten. Lasst uns beginnen."
Tom beschwörte ein Pergament und drei unauffällig wirkende Federn.
"Hier ist der Vertrag, ihr braucht ihn nur noch zu unterschreiben."
Der Norm halber überflogen die Jugendlichen noch einmal den Pakt, befanden ihn aber ihn Ordnung und setzten zum Unterschreiben an, als Tom sie noch einmal kurz unterbrach:
"Wichtig ist, dass ihr euch bewusst seid, dass ihr diesen Vertrag mit eurem Blut und aus freiem Willen unterschreiben müsst. Durch das Blut wird der Anspruch auf die Magie besiegelt und durch den freien Willen den auf die Seele."
Damit war die Sache erledigt. Auch Tom hatte unterschrieben, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die beiden auf den Kampf vorzubereiten und dem Niedergang Dumbledores beizuwohnen.
Riddle grinste zufrieden.
„Gut. Wir sehen uns eventuell ja noch öfters während der Sommerferien, aber jetzt bring ich euch erst einmal hier raus."
Mittlerweile regten sich auch wieder ihre Drachen, die den Schluss des Abkommens mitbekommen hatten. Erst jetzt erkannten Harry und Ron das Problem. Wie zur Hölle sollten Raskena und Tayara durch die winzige Tür passen, die sie zur nächsten Aufgabe führte? Sie hatten Tom Riddle jedoch mal wieder unterschätzt.
„Ich habe euch ja jetzt meine Hilfe zugesagt, also braucht ihr euch nicht den Kopf zu zerbrechen."
Nachdem er das gesagt hatte, konzentrierte er sich noch einmal kurz und ein Großteil der Mauer flog in die Luft.
„Weiter müsst ihr jetzt allerdings selbst gehen, es ist schließlich eure Aufgabe."
Somit machten sich die 4 auf, schritten durch die Lücke und verschwanden. Dann veränderte sich die Simulation und das Gelände verschwand mit Tom. Und Tom sah, dass es gut war.
Und Dumbledore sah, dass etwas gewaltig schief lief.
Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore saß hinter seinem Schreibtisch und strich sich nachdenklich über seinen Bart. Sein Plan war etwas aus den Fugen geraten. Er ließ die Ereignisse der letzten Wochen noch einmal Revue passieren. Alles lief so gut: Der perfekt eingefädelte Tod des alten Verräters hatte sich genauso abgespielt wie geplant. Was für ein genialer Schachzug es doch von ihm gewesen war, Tom nach dem trimagischen Turnier - ihren persönlichen Differenzen der Vergangenheit zum Trotz - auf seine Seite zu ziehen. Ein weiterer Arm der Marauder war abgetrennt. Wie vorzüglich, dass gerade Blacks Cousine Bellatrix Lestrange den entscheidenden Schlag geführt hatte und gleichzeitig Harry zum Cruciatus verleitete. Bis dahin ging sein ausgetüfteltes Teufelswerk voll auf. Bei dieser Erinnerung funkelten seine Augen mit der so vertrauten Art von Fröhlichleit.
Doch hatte sich ein kleiner und dennoch sehr fülliger Fehler in seinen Plan eingeschlichen. Sein Name war Dudley Dursley. Alles war bis ins kleinste Detail ausgeklügelt worden. Dumbledore hatte keineswegs vor, Harry ewig den Dursleys auszusetzten, genauso wenig wie er vorhatte, ihnen das Geld aus Harrys Verließ dauerhaft zu überlassen. Nach ihrem geplanten Tod würde es zurück transferiert werden. Er hatte schließlich Großes mit ihm vor... Die Dursleys dienten nur dazu, Harrys Rachegefühle und seine Wut ins Unerträgliche zu steigern. Irgendwann wäre Dumbledore dann als „Retter" aufgetaucht. Er hätte Harry persönlich die Nachricht überbracht, dass er das Ministerium davon überzeugen hätte können, den Beschluss der Zauberei Minderjähriger in Harrys Fall aufzuheben. Aufgrund der Bedrohung durch Voldemort hätte das Ministerium ihm sogar zugestanden, die Unverzeihlichen uneingeschränkt benutzen zu dürfen.
Dumbledore malte sich die Szene vor seinem geistigen Auge aus.
Er sah sich im Salon des Ligusterwegs 4: Er schaute in die bleichen Gesichter der erschreckten Dursleys, als diese die Nachricht erfuhren. „Ich habe gehört, sie haben ihren Neffen schlecht behandelt", sagte Dumbledore in einem tadelnden Ton, in dem ein Hauch von Kälte mitschwang. Dann wanderte sein Blick zu dem irren Glitzern in Harrys Blick. „Harry, ich bin nicht dein Vormund, dessen bist du dir bewusst. Sei dir auch bewusst, dass ich die Augen die nächsten 10 Minuten verschließen werde. Was auch immer jetzt hier passieren wird, wird diesen Raum nicht verlassen." Harry nickte ihm dankbar zu und wandte sich mit einem wahnsinnigen Grinsen und hasserfüllten Augen den Dursleys zu. Dumbledore derweil wandte sich dem Fernseher zu und versuchte leicht summend herauszufinden, wie die Fernbedienung funktionierte. „Finger weg", brüllte der wandelnde Schwabbelpudding und wollte auf Dumbledore zuwatscheln. Im Hintergrund hörte man ein Röcheln, als Dudley als Folge von Harrys Stoßfluch gegen die Wand geschleudert wurde. „Wackelpudding", dachte Dumbledore „Einen solchen Pudding hatten wir schon seit langem nicht mehr in Hogwarts..."
Während Dumbledore gerade die richtige Antwort auf eine Quizfrage im Fernsehen wusste, löste sich über ihm an der Decke ein Kronleuchter, segelte an Dumbledore vorbei und schmetterte Vernon mit einem lauten Krachen in die Glasvitrine. Dumbledore zappte weiter und blieb bei einer Kochsendung hängen, die sich mit der Zubereitung typisch britischer Speisen befasste. Irgendwoanders im Raum hörte er das dumpfe Geräusch von einer Gusspfanne auf einen knochigen Frauenschädel. Ein Junge quiekte erbärmlich „Mama, es tut mir so Leid" ohne seinen Rhythmus zu unterbrechen. Petunia schrie.
So verging etwa eine halbe Minute und während Dumbledore sich gerade konzentrierte ein paar Notizen zur Zubereitung eines Gerichts auf einen beschworenen Block zu nehmen, bis er unterschwellig ein lang ersehntes Geräusch wahrnahm. Es war das Surren des Todes und die weiße Tapete erhellte sich in einem grünlichen Ton. „Pfeffer und Salz... mhm... erst nach dem Kochen!" Als die Köchin gerade den passenden Wein empfahl, ertönte hinter ihm ein „Crucio". Dumbledore drehte die Lautstärke des Fernsehers auf, da es gerade besonders spannend war.
Die Sendung war irgendwann danach zu Ende und es lief gerade eine Werbung über die neuartige Geschmacksrichtung der Zitronenbrausebonbons, als er plötzlich von Harry an die Schulter getippt wurde. „Äh... Professor. Ich wäre dann soweit." Dumbledore sah auf: „Ah, sehr gut, dann lass uns gehen!"
Doch dem war nicht so. Seine schöne Vision zerfiel in Scherben. Als er aufsah bemerkte er plötzlich einen Notizblock in seiner Hand. Auf ihm befand sich ein detailliertes, neues Kochrezept.
Doch seine Gedanken kehrten schnell zum Ernst der Lage zurück. Fakt war, dass der Fettsack zu viel geredet hatte. Nachdem Harry den Ligusterweg verlassen hatte, schlug einer seiner silbernen Instrumente an. Schnurstracks hatte er beschlossen, den Dursleys einen Besuch abzustatten. Mit Hilfe seiner bescheidenen Fähigkeiten in Leglimentik war es ihm gelungen, das Nötigste herauszufinden. Potter wusste Bescheid. Nebenbei wurde er Zeuge des Anschlags auf die Dursleys. Einer seiner speziellen Fähigkeiten erlaubte es ihm auch, Auren zu lesen. Er wusste also wo Harry sein Spielzeug her hatte. Er wusste zwar, dass die Loyalität der Weasley-Zwillinge nicht ihm galt, doch das hieß nicht, dass er sie nicht ausnutzen konnte. Er zahlte, sie lieferten.
Dann erinnerte er sich an das reichhaltige Frühstück im Grimmauldplatz, wo er die Gedanken des goldenen Trios gründlich durchwühlt hatte, während Harry versuchte, ihm eine halbwegs plausible Erklärung aufzutischen. Er grinste schief; der Junge hatte noch so viel zu lernen.
Die Explosion im Buckingham Palace kratzte ihn wenig und überraschte ihn positiv. Harry schien seine Skrupel doch schneller abgebaut zu haben, als er dachte. Auch dies hatte Dumbledore in seinen Gedanken gelesen. Zwar hatte Harry nun endlich daran gedacht, Okklumentik zu erlernen, doch für einen Meisterleglimens waren solche Schilde einfach erbärmlich. Während Harry mit dem Minister gesprochen hatte, hatte Dumbledore auf molekularer Ebene Millionen von Schlupflöchern in Harrys Okklumentikschild ausgemacht. Harrys Schild glich einem atomaren Sieb, das Eindringlinge fernhalten sollte. Normale Leglimentiker kannten bloß die Methode mit dem Hammer. Und selbst dann waren sie oft unfähig Schilde zu durchbrechen. Viele waren nichts weiteres als lästige Fliegen, die gegen Mauern klatschten. Dumbledore dagegen scannte zuerst den Schild seines Opfers nach Löchern; anschließend teilte er seinen Geist in Millionen kleiner Ströme, welche er durch eben jene Lücken durch fokussierte und im Geiste seines Gegenübers wieder zusammensetzte. Dann konnte er frei im Geist herumwandern während der ahnungslose Gegenüber sich auf das Aufrechterhalten seines Schildes konzentrierte.
Dumbledore musste dringend wieder die Kontrolle erlangen. Dies wäre jedoch kein Ding der Unmöglichkeit; er dürfte Harry von nun an bloß nicht mehr unterschätzen und er müsste ihm mit Respekt begegnen.
Und dann war da noch die Sache mit den Weasleys. Eines seiner weiteren Meisterwerke, das ihm nicht entgleiten durfte...
Plötzlich schrillte eines seiner Instrumente los und Dumbledore sah überrascht auf, besonders als er erkannte, welches Gerät Alarm geschlagen hatte. Das war schlecht... sehr schlecht. Möglicherweise war es aber auch nur kaputt, doch glaubte er nicht an solche Zufälle, besonders nicht in letzter Zeit. Und tatsächlich, der Energiefluss von Harry und Ron hatte aufgehört zu fließen. „Aber wie? Kein lebender Zauberer dürfte in der Lage sein dies zu bewirken? Welche neue, ungeahnte Macht kann dahinter stecken?" Des Weiteren bestand nun auch die Gefahr, dass dieser Jemand oder Etwas ungeahnte Kräfte viel zu früh freigesetzt hatte. Zudem drohte die Gefahr, dass ihnen ihre Macht zu Kopfe stieg und sich vollends von ihm abwendeten, so wie Riddle damals. Seine Schachfiguren drohten, sich selbstständig zu machen...
Er musste bald seinen nächsten Zug vollführen. Schachmatt hingegen war er noch lange nicht; ganz im Gegenteil... Eigentlich war Albus Dumbledore sogar ein wenig erfreut; er liebte Herausforderungen! „Wo bleibt denn sonst der Spaß?" dachte er.
Jetzt galt es jedoch noch zuerst Wichtigeres zu erledigen.
Zwei Minuten später
Ein verdutzter Professor Flitwick sah den Direktor geistesabwesend zur Küche eilen, etwas über Wackelpudding in seinen Bart murmelnd.
A/N: So, wir sind wieder da, sogar früher als auf unserem Profil angekündigt =) Wie ihr seht, kommt die Sache langsam ins Rollen. Man sollte Dumbledore nicht nach seinem Erscheinungsbild beurteilen; wundert euch nicht, wenn ihr dort so manches zwischen den Zeilen lest... ;)
Der zweite Teil von Kapitel 4 ist teilweise fertiggestellt, wir wissen jedoch noch nicht genau, wann es erscheinen wird.
