Beautiful Beast

Als Zuko wieder in seiner Kabine war, kleidete er sich ein und machte sich auf den Weg zu Yoko. Es gab da einige ungeklärte Dinge die er von ihr wissen wollte. Er klopfte an ihre Kajütentür und betrat ohne auf eine Antwort zu warten den Raum. Yoko stand in Unterwäsche vor ihrem Schrank und suchte nach etwas zum anziehend. Zuko versuchte nicht hinzusehen, konnte aber nicht widerstehen und sein Blick glitt über ihren durchtrainierten, aber denn weiblich geformten Körper. Sie zog schließlich einen schlichten Umhang an und drehte sich um. Er erhaschte einen Blick auf ihren Oberkörper und er sah, dass sich eine Narbe von ihrer rechten Hüfte quer zur ihrer linken Schulter zog. Sie schloss den mantelartigen Umhang und blickte Zuko arrogant an. „Ich hoffe Ihr habt den Augenblick genossen, das werdet Ihr so schnell nicht mehr zu Gesicht bekommen.", sagte sie und griff nach einem Band um ihrer langen schwarzen Haare schnell zusammenzubinden. Zuko blickte sie überrascht an. Sie kreischte nicht, sie warf keine Gegenstände nach ihm, sie wirkte nicht einmal peinlich berührt. Aber diese Narbe… Sie blickte ihn fragend an. Er suchte nach Worten, dieser Anblick hatte ihn vergessen lassen, was er sagen wollte. „Nun…", zerschnitt sie das Schweigen mit kalter Stimme. „Ihr habt meinen Vater besiegt.", sagte sie etwas weniger kalt. „Allerdings, eine Schande, dass du es nicht mit ansehen konntest.", erwiderte Zuko überlegen. „Ich habe es mit angesehen. Ihr wart gut, Prinz Zuko.", sagte sie und streichelte ihm zweimal, wie man es bei einem Hund machte, über den Kopf. Mit einem wütenden Schnauben schlug er ihre Hand weg. Sie lachte jedoch nur spöttisch. „Du hast weder erwähnt, dass du von Rebellen trainiert wurdest noch dass dein Vater Zhao ist! Was verheimlichst du eigentlich noch?", fauchte er sie an. Sie wollte sich umdrehen doch er packe grob ihr Handgelenk und zwang sie ihn anzusehen. „Vertraut Ihr mir etwa nicht, Prinz Zuko?", sagte sie und blickte ihn mit ihren stechenden hellgoldenen Augen an. Er verstärkte seinen Griff auf ihr Handgelenk, doch sie zuckte nicht mit der Wimper. „Prinz Zuko, ich denke es ist angebracht mir zu vertrauten. Bin ich es, denn nicht die gegen den Willen ihres Vaters Euch unterrichten. Und dies ist etwas, dass meinem Vater mehr als nur missfallen würde, würde er es wissen. Und nun verlasst diesen Raum. Der Tag war lang und anstrengend. Ihr solltet schlafen gehen, denn Euer morgiges Training wird um einiges anspruchsvoller als Euer Kampf mit meinem Vater.", sagte sie, dann drehte sie sich unter seinem Griff durch und drückte nun ihm den Arm auf den Rücken. „Versucht nicht noch einmal mir zu drohen.", zischte sie ihm ins Ohr und ließ ihn dann los. Zuko ballte wütend die Fäuste und ging zur Tür. „Gute Nacht, Prinz Zuko!", sagte sie mit zuckersüßer Stimme bevor er die Kajüte verließ. Sie war wirklich ein Biest, ein hübsches Biest, dachte er und schüttelte den Kopf um seinen Gedanken zu vertreiben.

Die nächsten zwei Tage trainierte er hart unter Yokos Anweisungen. Sie war um einiges strenger als sein Onkel und ließ sich weder durch Wutausbrüche, noch durch königliche Befehle einschüchtern. Wenn es nötig war, war sie diejenige die Zuko dazu brachte weiterzutrainieren und sie tat das keineswegs mit freundlichen Worten. Hinzu kam noch, dass der Avatar unauffindbar war, jedoch an verschiedenen Orten gesehen wurde, diese aber zusammenhanglos nebeneinander standen.

Gerade saßen General Iroh, Prinz Zuko und Yoko zusammen an einem Tisch und warteten auf das Abendessen. Als sich die Tür öffnete kam sein Koch herein und der flüsterte Zuko etwas zu. „Was? Der Avatar ist auf Kyoshi-Island?", sagte Zuko und sprang auf. „Onkel, macht die Rhinos fertig, diesmal wird er nicht entkommen!" „Wollt Ihr das noch essen?", fragte Iroh und zeigte auf den gerade servierten Fisch. „Nein, ich hebe es für später auf!", sagte Zuko wütend und verließ zusammen mit dem Fisch den Raum. „Geduld ist nicht seine Stärke.", sagte Yoko finster und blickte auf den Platz wo der Fisch stand.

Zuko verließ mit seinen Rhinos, Yoko und einigen Männern das Schiff um nach dem Avatar zu suchen. „Ich will den Avatar lebendig.", sagte er befehlerisch. „Als ob wir ihn töten könnten.", erwiderte Yoko. „Du könntest, aber Mädchen können so etwas nicht.", erwiderte Zuko barsch. „Haltet den Mund.", erwiderte Yoko finster. „Ich habe mehr Männer getötet als Ihr Gegner besiegt habt.", fügte sie hinzu.

Sie ritten in das Dorf, das verlassen und unbevölkert schien. „Avatar! Komm heraus! Du kannst dich vor mir nicht verstecken.", rief er und gab dann den Soldaten den Befehl nach ihm zu suchen. Plötzlich tauchte mehrere in grün gekleidete Kriegerinnen auf, während eine genau auf Zuko zuhielt, doch er wendete sein Rhino und die Kriegerin wurde, vom Schwanz des Rhinos getroffen, zu Boden geschleudert. Zuko feuerte einen Feuerball auf die Kriegerin, dich plötzlich sprang eine weitere Kriegerin dazwischen. „Wie niedlich. Der Wasserstammjunge trägt ein Kleid.", sagte Yoko neben ihm und sprang von ihrem Rhino und ging sofort zum Angriff über. Er konzentrierte sich nicht weiter auf Yoko, denn der Avatar war aufgetaucht und er musste sich nun auf diesen Kampf konzentrieren. Er griff den Avatar an, feuerte drei Feuerbälle auf ihn ab, doch der Avatar blockte den Angriff ab und nutzte seinen Stab um zu entkommen, doch Zuko folgte ihm. Aber durch eine enorme Luftwelle wurde er durch eine Hauswand geschleudert. Als er sich aufrichtete, sah er wie Yoko im Kampf mit dem Wasserstammjungen und dessen Freundin von einem der messerscharfen Fächer an der Wange erwischt wurde und sich dort ein blutiger Schnitt bildete. Sofort ging die junge Frau zum Angriff über und schleuderte den Wasserstammjungen gegen eine Hauswand um dann seine Freundin anzugreifen. Auch sie beförderte sie ins Abseits. Zuko suchte das Chaos nach dem Avatar ab, entdeckte ihn jedoch erst, als dieser zusammen mit seinen Freunden auf dem Bison in die Lüfte abhob. „Zurück zum Schiff! Wir dürfen ihn nicht aus den Augen verlieren!", brüllte Zuko und sofort machten sie sich auf den Weg. Neben Zuko ritt Yoko, mit brennendem Zorn in den Augen, die blutige Wange ihm zugewandt. Nur kurz vor dem Schiff ergoss sich über die Reitergruppe eine Art feiner Regen. Zuko blickte äußerst wütend in den Himmel, verspürte aber dennoch Mitleid gegenüber Yoko, in deren Gesicht ein Schnitt prangte der zweifellos eine unschöne Narbe hinterlassen würde.