Meg saß mit Cindy beim Rumble hinter den Kulissen und sah sich das Geschehen in der Halle über den Monitor an. Es befanden sich schon sechs der Teilnehmer im Ring und weitere wärmten sich bereits neben ihnen auf. Das Signalhorn ertönte erneut und Miroslav klatschte mit den Händen laut gegen seine Oberschenkel, spannte seine Muskeln an und ging durch den Vorhang in die Arena. Meg verfolgte ihn über dem Bildschirm und schüttelte lachend den Kopf.
"Verdammt, ich könnte noch immer in den Fernseher hauen, wenn ich ihn dort so sehe. Schon klasse, wie er sich so verstellen kann."
"Ich habe dir doch gesagt, er ist nett", kam von Ryan, der vor ihr saß und sich dehnte.
"Jaja, ist ja schon gut." Meg stellte sich jetzt hinter ihn und massierte seinen muskulösen Nacken.
"Wann bist du dran?" "In genau zehn Minuten. Es sind noch vier Leute vor mir."
"Hey Schneiderlein. Das sieht gut aus. Kannst bei mir auch gerne mal Hand anlegen!" Jon, der auf die beiden zukam, schaute sie mit einem schelmischen Grinsen an und fasste sich mit der Hand an seinen Nacken.
"Wovon träumst du nachts?"
"Das willst du gar nicht wissen, glaub mir", antwortete er und leckte sich mit der Zunge über die Lippen. Meg schnaubte auf und fuhr sich mit der Hand durch ihre langen Haare.
"Lass dich doch nicht immer von ihm ärgern", meinte Ryan und stand nun auf. Er drehte sich zu Jon um und sah ihn scharf an.
"Ich bin schon weg." Jon zwinkerte ihr noch kurz zu, klatschte Joe ab und machte sie dann auf in die Arena.
"Völlig durchgeknallt, der Mann."
"Nimm seine Sprüche nicht allzu ernst. Das ist halt unser Mox", meinte Joe, der seine Wasserflasche nahm und sie sich über den Kopf schüttete.
"Mach ich nicht. Aber er kann echt nerven", antwortete sie und sah zu, wie er nun auf den Boden ging, um sich noch ein wenig aufzuwärmen. Sie ließ ihren Blick über seine Arme gleiten und wanderte weiter bis zu seinem Hintern. Ihre Zähne bissen leicht auf ihre Unterlippe und kurz schluckte sie. Cindy stupste sie leicht gegen die Rippen.
"Ja, mir gefällt auch, was ich sehe. Hier laufen schon ein paar leckere Teilchen durch die Gegend, was?", flüsterte sie. Meg's Teint wechselte von ihrem leicht gebräunten zu hummerrot. Sie grinste und sah zum Bod
en, wo sie mit ihren Füssen gegen den Teppich trat.
"Ich darf ja wohl hinsehen", flüsterte sie. "Er schaut dich an", trällerte Cindy leise.
"Wer?"
"Na Joe."
Meg hob den Kopf und traf auf die strahlend leuchtenden Augen des Samoaners, die sie fixierten. Er warf ihr ein Lächeln zu und nachdem sie es kurz erwiderte, richtete sich ihr Blick wieder auf den Fernseher. Sie verspürte einen kurzen Luftzug des Vorhangs und sah, wie er mit finsterer Miene die Arena betrat. Bryan gewann den Rumble wie vorgesehen und bekam so die Chance gegen Brock, der das Titelmatch gegen Colby und John gewann. Während Bryan sich draussen noch feiern liess, kamen die anderen wieder in den Backstagebereich und griffen sich zuerst einmal ihre Wasserflaschen.
"War echt spannend!", sagte sie zu Ryan, der sich neben sie auf einen Stuhl fallen ließ . Steph kam gefolgt von Joe auf sie zu.
"Meg, kannst du dir Joe's Weste einmal ansehen? Sie ist schon wieder im Rippenbereich aufgegangen." Meg stand auf und stellte sich vor ihn hin und gab ihm mit der Rechten Hand ein Zeichen, sodass er seinen Arm hob. "Ok, ich sehe schon. Die Rückseite der Schnalle hier reibt genau an der Naht vorbei. Deswegen reißt es andauernd auf."
Joe zuckte bei der Berührung ihrer Hand auf seiner Haut kurz auf. Als ihre schlanken Finger die Naht bis zu seinem Becken entlang glitten, hielt er die Luft an. Da sie einen halben Kopf kleiner war als er, sah er auf sie runter und spürte leicht einige ihrer Haare auf seiner Oberarm, während sie an seinem Outifit nestelte. "Gib mir die Weste gleich mit, dann hast du sie für die Nächste RAW Ausgabe fertig."
Er öffnete die Verschlüsse der Weste, zog sie aus und hielt sie Meg hin. "Danke. Du kannst sie dir dann wieder bei mir abholen, wenn wir zurück sind." Nachdem sie noch die Hose von Windham bekam, die einen großen Riss am Allerwertesten aufwies, stand sie nun mit Cindy in der provisorischen Schneiderei und packte einige Sachen zusammen. Colby kam mit Randy an der Türe vorbei und klopfte kurz. "Seid ihr auch gleich in der Hotelbar?" Cindy und Meg nickten gleichzeitig, worauf er den Daumen hoch hielt und weiterging.
"Sag mal. Kann es sein, dass du eben leicht konfus warst, als Joe vor dir stand?" Cindy lehnte an dem Schreibtisch, der im Raum stand, steckte sich einen Kaugummi in den Mund und sah sie neugierig an. Meg entging das leichte Schmunzeln auf ihren Lippen nicht.
"Wie kommst du denn da drauf?" "Ich habe genau gesehen, dass du die Luft angehalten hast. Und ich schätze nicht, dass es deswegen war, weil er gestunken hat."
"Nein, er hat sehr angenehm gerochen", antwortete Meg und schluckte dann, sodass Cindy laut auflachte.
"Grrrrr", kam von Cindy und Meg warf ihr die Rolle Garn an den Kopf, die vor ihr auf dem Tisch lag.
"Blöde Kuh" Sie wurde wieder rot und grinste sie verlegen an.
"Hey, du bist Single. Kannst schauen wie du willst. Also, wenn ich Randy, Colby oder Nick sehe, wird mir auch immer anders. Ich werde dann immer so..."
"Rattig, du wirst rattig. Los, lass uns gehen, damit du die Drei schnellstens zu Gesicht bekommst." Sie verstauten die Restlichen Sachen in die Koffer, stellten sie zum Abholen für das Team zurecht und stiegen in den Bus, der sie zum Hotel bringen sollte. Dort sprangen die beiden nacheinander unter die Dusche, zogen sich um und klopften an Ryan's Türe, die nebenan lag. Als er öffnete, drückte er Meg einen Kuss auf die Wange. "Ihr seht toll aus." Arm in Arm gingen sie die Treppe runter und liefen die Hotellobby entlang.
In der Bar angekommen, tummelten sich schon etliche Leute und die drei stellten sich zu Windham, Brock und Bryan an die Bar. Die Männer ließen das Hauptmatch noch einmal Revue passieren und Cindy war in einem heftigen Flirt mit dem Barkeeper vertieft, sodass Meg die Zeit nutzte, um sich im Raum umzusehen. Colby, der mit Randy, Jon und Joe in einer Ecke saß, erblickte sie und gab er ihr mit einem Nicken zu verstehen, dass sie rüberkommen sollte. Ihr war mulmig zumute und sie schüttelte leicht den Kopf. "Wem nickst du zu", wollte Jon wissen und sah in die Richtung, in die auch Colby sah. "Ach, Meg ist da. Ich finde sie noch immer komisch.
"Du findest sie nur komisch, weil sie nicht sofort Schnappatmung bekommt, wenn du den Raum betrittst", meinte Randy und legte einen Arm um seine Schulter.
"Liegt wohl daran, dass sie nicht eine von deinen billigen Ringrats ist." Joe hatte sich nach vorne gelehnt und sah ihn provokant an.
"Ich kann nichts dafür, wenn unserem Mr. Anoai die Ringrats nicht reichen. Hey, die Frauen sind willig, was willst du mehr. Außerdem fühle ich mich mittlerweile wie ein Priester. Ich hatte schon gute vier Wochen keinen Sex mehr."
"Wowwowwow, unser Mr. Loverboy hatte seit vier Wochen keinen Sex mehr." Dabei machte er eine theatralische Armbewegung, sodass Randy sich lachend in ein Kissen fallen ließ. "Bei mir sind es sechs Monate und ich lebe auch noch."
"Ich habe dir damals gesagt, nimm die Rothaarige. Wusste gleich, dass die Blonde nichts drauf hat."
"Verdammt Mox, ich kann mit diesen Rats nichts anfangen."
"Jaja, du wartest auf die Eine, die Richtige. Wenn du noch länger wartest, dann sitzt du mit Siebzig alleine vor der Glotze und holst dir einen runter. Und kommt Meg jetzt rüber?" Colbys Blick ging jetzt wieder zu ihr. Meg stand lässig an der Bar und war in einem Gespräch mit Brock vertieft. "Nein, ich schätze mal nicht", antwortete er und setzte sein Glas an den Mund.
"Nabend, schöne Frau", hörte Meg Wade's Stimme an ihrem Ohr und freudestrahlend drehte sie sich um. "Ich muss dir die Dame leider mal entführen Brock." Wade klatschte Brock kurz ab. Dann nahm er Meg's Hand und zog sie an einen freien Tisch.
"Und nun erzähl. Wie gefällt dir die Arbeit?"
"Soweit gut. Sorry, erstmal, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Aber ich musste mich nach all den Sachen erst einmal eingewöhnen."
Sie hatte ihre Hände vor sich auf dem Tisch liegen und spielte mit dem Ring an ihrem Finger. Als Wade seine Hände über ihre legte, holte sie tief Luft. "Kein Problem. Ich versteh dich ja. Ich muss auch oft daran denken."
"Es tut immer noch sehr weh und ich glaube, es war der Richtige Schritt nach Tampa zu ziehen." Sie sah ihn an und er bemerkte die Tränen in ihren Augen. Er legte seine rechte Hand an ihre Wange und Meg schmiegte sich daran.
"Ich bin trotzdem immer für dich da. Hörst du. Jetzt werden wir uns ja wieder öfter sehen." Sie nickte und lächelte ihn leicht an. Jon, der die beiden die ganze Zeit beobachtet hatte, wies jetzt mit einem leichten Nicken auf den Tisch, an dem die beiden saßen.
"Ich glaube, die beiden haben wirklich was miteinander. Schaut mal."
"Und wenn geht es dich nichts an, Good", zischte Joe und Jon grinste ihn an.
"Uiii, er nennt mich Good. So nennt er mich nur, wenn er angepisst ist. Was ist los Bruder?" #
"Was soll los sein? Aber kannst du sie nicht einfach mal in Ruhe lassen. Man könnte echt meinen..."
"Was?"
"Ach, schon gut. Mach dich mal auf und hol uns noch ein Bier. Bewegung tut deinem Hirn gut", grinste Joe ihn jetzt an.
Meg stand an der Theke, um für sich und Wade Getränke zu holen. Er hatte einen Anruf von seiner Mutter erhalten und war zum telefonieren raus ins Foyer gegangen. Als sie plötzlich zwei Hände spürte, die sich um ihre Hüfte legten, versteifte sich sofort und drehte ihren Kopf blitzschnell nach hinten. Jon sah sie mit hochgezogender Augenbraue und einem schelmischen Grinsen an. "Na Schneiderlein, hast du Lust zu tanzen?"
Mit Wucht drückte sie seine Hände von ihrem Becken und drehte ihre gesamten Körper jetzt um. Das schallende Geräusch einer Ohrfeige ging durch den Raum und viele Gesichter drehten sich sofort zu den beiden um. Jon starrte sie erschrocken an und legte seine Hand auf die getroffene Wange, während Meg ihn mit zu in Schlitzen gelegten Augen ansah. "Fass mich nie wieder an, du verdammtes Arschloch", brüllte sie ihn jetzt an. "Hey, war doch nur Spass. Kein Grund so auszuflippen", kam atemlos von ihm und noch immer rieb er sich über die Wange, die feuerrot leuchtete. Ryan, der mit Brock und John nicht weit von ihr stand, war sofort bei ihr.
"Meg, alles gut. Jon hat es nicht so gemeint." Ryan hatte behutsam eine Hand auf ihre Schulter gelegt. Sofort beruhigte sich ihr Körper und ihre Muskeln entspannten sich wieder. Sie bemerkte die starrenden Blicke der Anwesenden, murmelte Ryan ein Sorry zu, drehte sie sich um und verließ den Raum in Richtung Terrasse. Dort angekommen legte sie beide Hände an das Geländer, senkte den Kopf und atmete tief ein und aus.
"Was war das denn?", wollte Jon wissen und sah Ryan fragend an.
"Mach das nie wieder Jon. Meg ist in solchen Sachen sehr empfindlich. Hast du mich verstanden?"
"Jaja, ist ja schon gut. Habs kapiert. Verdammt, das hat gescheppert und ein Zweites Mal kann ich darauf verzichten. Soll ich rausgehen und mich bei ihr entschuldigen?"
"Nein, lass sie einfach in Ruhe", antwortete Ryan.
Meg stand noch immer am Geländer und ihr Brustkorb senkte sich mittlerweile wieder im ruhigen Tempo auf und ab. Insgeheim wusste sie, dass Jon ihr nicht zu Nahe treten wollte, aber sie konnte dieses Gefühl von Abwehr einfach nicht abstellen. Sie war so oft in den letzten Jahren verletzt worden, dass sich diese Haltung von alleine entwickelt hatte.
"Ist alles Ok?", hörte sie Joe's Stimme hinter sich und langsam drehte sie sich um.
"Ja, alles Ok." Er hatte zwei Bier in der Hand und reichte ihr eines davon.
"Danke"
"Auf die schallende Ohrfeige. Mein Gott, die hat vielleicht gesessen. Ich glaube, er wird sich morgen noch dran erinnern." Meg huschte ein Lächeln über die Lippen.
"Er hat es nicht anders verdient. Mich so zu erschrecken."
"Wollen wir uns setzen?"
"Gerne, antwortete sie und nebeneinander gingen sie zu der Bank, die kaum zehn Meter von ihnen stand.
"Wie schon gesagt. Nimm unseren Jon nicht allzu ernst. Er meint es nicht so. Aber manchmal handelt er und denkt danach erst."
"Er denkt?"
Joe lachte laut auf und stieß mit seiner Flasche gegen ihre. "Der war gut."
"Der Kampf heute sah im übrigen echt gut aus. Ich habe echt mitgefiebert und dachte wirklich, du gewinnst vielleicht. War schon komisch. Ich wusste das Ergebnis schon habe trotzdem gehofft."
"Hey, wenn es echt gewesen wären, dann hättest du nicht zu Ryan gehalten? Das ehrt mich."
"Sag ihm aber bitte nichts davon. Männerego!"
Erneut lachte Joe auf und fuhr sich über seine Haare, die er zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte. "Ich kann Schweigen."
Wade kam nun auf sie zu und sah besorgt zu Meg. "Alles klar, Süsse?", wollte er wissen und hob sanft Meg's Kinn an.
"Mhhh", kam knapp von ihr.
"Ich lasse euch zwei dann mal alleine", sagte Joe und stand auf. Er warf ihr einen letzten Seitenblick zu und ging dann, sein Bier an den Lippen Richtung Türe.
Meg wollte eigentlich protestieren, doch sie bekam kein Wort über die Lippen. Sie sah ihm mit einem Seufzen hinterher, als er sich noch einmal zu ihr drehte.
"Vielleicht haben wir Glück und sitzen morgen wieder nebeneinander?"
"Ich drück die Daumen", kam leise aus ihrem Mund und sie lächelte ihn ein letztes Mal an, bevor er wieder in die Bar trat.
Wade setzte sich jetzt neben sie und sah sie an. "Jon leuchtet noch immer wie eine Ampel."
Meg reagierte nicht sofort, sondern sah noch immer auf die Türe, hinter der Joe verschwunden war.
"Erde an Meg." Er zog sie leicht an den Haaren. "Was hälst du von Extremshopping, wenn wir wieder in Tampa sind. So wie früher in Vegas."
"So richtig ausartend? Hey, ich glaube, es befinden sich immer noch Klamotten mit Etiketten in meinem Schrank", kam grinsend von ihr.
"Ok, dann Deal. Dienstag Mittag steh ich vor deiner Türe. Musst mir nur noch die neue Adresse geben." Er zog sie von der Bank hoch, legte seine Arme von hinten um sie und drückte sie wieder Richtung Bar.
