Breath brother, breath!"

Freunde

Autor: Yamica

P-12

Warnung:

[H/C][ooc]

Disclaimer:

Gehört alles nicht mir und ich verdiene keinen Cent damit!

Einige Behauptungen sind reine Fiction und beruhen nicht auf Tolkiens Werken.


Diesmal sollte es nicht ganz so einfach werden. Thranduil platzte kurz darauf in die Unterkunft und erinnerte einen Moment an einen tollwütigen Balrog. Legolas wurde seltsam blass und richtete sich auf. „Mein König…"

„Komm mir nicht mit der Nummer", fauchte Thranduil, ehe sein Blick auf Thorin fiel, der sich ebenfalls erhob, auch wenn er dadurch kaum grösser war. Seine eisblauen Augen konkurrierten mit Thranduils zornigem Blick und standen ihm in Nichts nach.

„Zwerge Legolas! Du hast Zwerge in den Palast gebracht!", kommentierte Thranduil das Offensichtliche, was den jüngeren Elben nur zum Schulterzucken brachte. Thorin sah das aus einem Augenwinkel und fürchtete dass der Jüngling heute Nacht im Kerker schmorren würde. Doch weit gefehlt.

Thranduil seufzte. „Zwerge… wieso Zwerge? Von mir aus schlepp einen Wargwelpen an wie vor zweihundert Jahren, aber keine Zwerge…"

„Tut mir leid Adar, ich konnte sie nicht im Wald lassen. Einer von ihnen ist im Kampf mit Spinnen verwundet worden."

Bilbo gab ein Japsen von sich, was die Zwerge verwirrt zu dem Hobbit blicken ließ. „Hast du dich verschluckt?", wollte Ori hilfsbereit wissen. Bilbo aber schüttelte nur den Kopf. „Versteht denn keiner von euch auch nur ein Wort Elbisch?" Ori schüttelte den Kopf. Balin räusperte sich. „Nur ‚Guten Tag' und ‚Auf Wiedersehen'…"

„Okay, das erklärt einiges…" Bilbo huschte davon, um neben Thorin wieder aufzutauchen und ihn kurz am Ärmel zu zupfen, während die beiden Elben sich weiter ein Blickduell lieferten.

„Nun ja, ehm Thorin? Ich glaub wir werden doch bleiben können…"

„Wie kommst du darauf?" Thorin neigte sich dem Hobbit etwas entgegen um ihm zu signalisieren, dass er ihm zuhörte, ließ die Elben aber nicht aus den Augen.

„Nun ja… ‚Adar' ist das elbische Wort für… Vater."

Nun flog Thorins Blick doch kurz zu Bilbo, ehe er sich wieder auf Legolas richtete. „Das… das ist Thranduils Sohn?!"

Bilbo nickte nur. „Scheint so…"

Just in diesem Moment drehte sich Thranduil um und rauschte mit wallendem Umhang von dannen, während Legolas sich lächelnd an die Zwerge wandte. „Ihr habt uneingeschränktes Gastrecht, so lange Fíli hier bleiben und sich erholen muss", verkündete er stolz.

„Und ihr werdet auch keinen Ärger deswegen bekommen?", wollte sich Bilbo noch einmal versichern, aber Legolas schüttelte nur den Kopf. „Er wird es mir einige Jahrhunderte vorwerfen, aber mehr auch nicht."

Damit verabschiedete sich der Elbenprinz von den Zwergen und versprach noch mal nach dem Patienten und dessen Bruder zu sehen.

Zu seiner Überraschung war er nicht der Einzige, der auf diese Idee gekommen war.

„Du hier?", meinte er schmunzelnd und stellte sich an die Seite seines Vaters, der im Türrahmen des Krankenzimmers stand und die Zwerge in ihren Betten betrachtete.

Thranduil räusperte sich leise. „Ich wollte nur sicher gehen, dass sie keinen Ärger machen."

„Ah ja…", meinte Legolas nur, was seinen Vater pikiert die Augenbrauen heben ließ. „Fíli wird kaum in der Lage sein das Bett die kommenden Tage zu verlassen und sein Bruder weicht gewiss nicht von seiner Seite."

„Gut zu wissen… was genau ist passiert?"

Legolas berichtete dem König soweit er selber Bescheid wusste und endete schliesslich mit dem Ausgang der Operation.

„Erstaunlich, ich dachte Zwerge seien robuster", meinte Thranduil überrascht, was Legolas ihn tadelnd anblicken ließ. „Mag sein, aber zum einen sind diese hier noch sehr jung und zum anderen sind auch Zwerge nicht aus Stein, sondern lebende, atmende Wesen."

„Lass dich dennoch nicht zu sehr auf sie ein, sonst brechen sie dir nur das Herz, wenn sie weiter ziehen", warnte ihn Thranduil und gab seinen Beobachtungsposten schliesslich auf. „Gute Nacht mein Sohn."

Legolas nickte nur, ob des Ratschlages. „Auch dir angenehme Nachtruhe."

Die Nacht war für Kíli schon in den frühen Morgenstunden vorbei, als ein leises Stöhnen von der Seite her ihn aus seinen Träumen riss. Einen Moment lang sass er im Bett und sah sich orientierungslos um. Dann erst fiel ihm nach und nach ein was passiert war und er sprang aus dem Bett, um zu seinem Bruder zu gelangen. Dabei vergass er, dass Elbenbetten höher waren als Zwergenbetten und kam ins Straucheln. Allerdings nur kurz ehe er sich wieder fing und bei Fíli aufs Bett kletterte.

„Hey grosser Bruder", versuchte er den Älteren zu beruhigen und griff nach seiner Hand, die sich sogleich haltsuchend an ihm festklammerte. „Hey, hey, keine Sorge. Wir sind in Sicherheit Fíli. Hier kann uns nichts passieren."

Fílis Augenlider flatterten und schliesslich konnte Kíli einen schmalen Streifen Blau erkennen, bis sein Bruder ihn schliesslich richtig ansehen konnte. Ein erleichtertes Lächeln huschte dem dunkelhaarigen Zwerg über die Lippen. „Mahal sei Dank, du bist endlich wieder wach…"

Unsicher sah sich Fíli um, ehe er wieder zu seinem Bruder sah. „Wo…" Er verzog sein Gesicht. Sein Hals brannte höllisch und er brachte kaum ein Wort raus. Kíli reagierte umsichtig und reichte ihm einen Becher mit kaltem Tee. Doch der Versuch das Gefäss selber zu halten scheiterte, denn als Fíli den Arm hob, um nach dem Becher zu greifen, zuckte er plötzlich zusammen und presste die Hand auf die Seite.

„Oh, warte… ich helf dir." Kíli drückte seinen Bruder sanft ins Bett und erst als Fíli wieder ruhig in den Kissen lag und keine Schmerzen mehr zu haben schien, beruhigte sich auch der Jüngere wieder. Dann half er ihm etwas zu trinken, während er mit der freien Hand Fílis hielt und sachte drückte. Er schien einfach spüren zu müssen, dass sein Bruder am Leben war und wieder gesund werden würde.

Schliesslich stellte Fíli die alles entscheidende Frage: „Was ist passiert?"

Kíli erzählte ihm von dem Spinnenangriff, an den sich Fíli nur noch vage erinnerte, doch alles was danach kam, war für den blonden Zwerg neu und unfassbar. Auch die Operation fand er unglaubwürdig, bis er einen Blick unter den Verband geworfen und die saubere, glatte Naht gesehen hatte. So konnte nur ein Elb nähen.

Auch Kíli inspizierte die Wunde nun neugierig, da er keine Angst mehr um den Älteren haben musste. „Da bleibt ja nicht mal mehr eine Narbe zurück, über die du Geschichten erzählen kannst", meinte er mit schiefem Grinsen.

Fíli grinste schief. „Was könnte ich denn schon erzählen? Ich weiss ja nur von dir was passiert ist. Wo sind eigentlich die Anderen? Können wir zu ihnen?"

„DU ganz bestimmt nicht", kam es sehr bestimmend von Kíli. „Du wirst vorerst das Bett hüten. Ich kann Thorin holen."

Fíli zog eine Schnute. „Also so schwach fühl ich mich gar nicht."

„Darum geht es ja auch gar nicht. Aber darum, dass du beinahe gestorben wärst und nur um Haaresbreite mit dem Leben davon gekommen bist." Kíli umfasste das Gesicht seines Bruders mit beiden Händen und lehnte seine Stirn schliesslich gegen die des Blonden. „Ich hab wirklich geglaubt, dass ich dich verliere", flüsterte Kíli seltsam heiser und erstickt.

Ganz allmählich verstand Fíli, wie ernst es wirklich um ihn gestanden haben musste, wenn sein kleiner Bruder dermassen durch den Wind war. Entschuldigend legte ihm Fíli eine Hand an die Seite. „Tut mir leid", meinte er nun ebenso leise und schloss die Augen, um sich gänzlich auf seinen jüngeren Bruder zu konzentrieren. Er hatte ihm doch nie Kummer bereiten wollen.

Kíli brauchte eine Weile, ehe er sich wieder gefasst hatte und sich zurück zog, jedoch nur um sich neben Fíli hin zu legen. „Ich kann Thorin auch später noch holen, ja?"

„Natürlich", lächelte Fíli und begann den Braunhaarigen nebenbei beruhigend zu kraulen, bis sie beide schliesslich wieder schliefen.

Kurz danach öffnete sich lautlos die Tür zu ihrem Zimmer und besorgt blickten blaue Augen zu den Betten. Irritiert zogen sich die dichten, dunklen Augenbrauen zusammen, als Thorin eins der Betten verweist vorfand.

Erst nachdem er das Zimmer betreten und näher gekommen war, erkannte er, dass die Brüder zusammen in einem Bett schliefen.

Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen, vertrieb den besorgten, kummervollen Blick. Fíli sah bereits viel besser aus, nicht mehr so blass, sogar ziemlich rosig, was wohl auch von leichtem Fieber herrühren konnte, aber er atmete ruhig und schien angenehm zu träumen, denn seine Mundwinkel waren leicht nach oben gekräuselt. Wahrscheinlich träumten er und sein Bruder bereits von neuen Schlachten, die sie schlugen und natürlich gewannen.

Dennoch würde Thorin mit den beiden reden müssen, über Verantwortung und Leichtsinn. Und dass auch Zwerge nicht unverwundbar waren und vor allem, dass sie sterben konnten.

Vorerst ließ er die Zwei aber noch etwas schlafen und würde später wieder nach ihnen sehen, auch wenn dann bestimmt ein Pulk voller Zwerge hinter ihm her trampeln würde.

Keine vier Stunden später folgte, was Thorin prophezeit hatte und die Zwergenbrüder wachten allein schon durch den Lärm auf dem Flur auf und empfingen den Rest der Truppe inklusive Bilbo und Legolas bereits wach.

Während Kíli aus dem Bett geklettert war, konnte sich Fíli kaum rühren, ohne dass es schmerzte. Dennoch lächelte er die anderen tapfer an, um ihnen nicht noch mehr Kummer zu bereiten.

Wild plapperten alle durcheinander, so dass den blonden Zwerg bald schon der Kopf schwirrte, bis es so offensichtlich wurde, dass es Thorin war, der die Meute schliesslich aus dem Zimmer verbellte und nur meinte, dass sie am späten Nachmittag noch mal Trüppchen weise zu Besuch kommen konnten, aber nicht mehr im Rudel.

Nachdem die Zwerge alle bis auf Thorin und natürlich Kíli abgezogen waren, blieben nur noch Bilbo und Legolas, die ja nun keinerlei Aufregung für Fíli bedeuteten. Dennoch lehnte dieser sich erschöpft zurück in den Kissenberg, den sein Bruder hinter ihm aufgetürmt hatte.

„Sollen wir dich etwas schlafen lassen?", wollte Bilbo wissen und sah Fíli aus grossen Augen an. Der aber schüttelte nur schwach den Kopf. „Geht schon."

„Aber sonst sagst du es", verlangte sein kleiner Bruder, was die Anwesenden schmunzeln ließ. Nun wo es Fíli schlecht ging, schien der Jüngere zur Abwechslung mal die Fürsorge zu übernehmen.

Artig nickte Fíli und sah dann neugierig zu dem Elben, der noch immer schweigend im Raum stand und den Zwergen ihren Raum gab. „Ihr müsst Legolas sein. Ich verdanke euch mein Leben", wandte er sich an den Prinzen, der nun näher kam und die Hände auf dem Bettgestell abstützte. Ein warmes Lächeln legte sich auf des Elben Lippen. „Stets zu Euren Diensten", meinte er mit einem leichten Neigen seines Kopfes.

Fíli wirkte ganz erstaunt und bekam heisse Wangen. Verwirrt sah er zu seinem Onkel, der leicht mit den Schultern zuckte. „Ja, er ist anders als Elben im Allgemein… wir werden unsere Weltanschauung wohl überdenken müssen", meinte er schmunzelnd, was Kíli und Bilbo grinsen und den Elben schmunzeln ließ. „Das freut mich… und eines Tages, so die Valar wollen, werden wir uns wieder ‚Freunde' nennen können."

„Ich für meinen Teil würde mich freuen, dass jetzt schon tun zu können", meinte Kíli zwinkernd. „Und Fíli sicher auch." Der nickte nur und sah wie sein Bruder nun erwartungsvoll zu Thorin, der sich seltsam angesprochen räusperte.

„Was?", brummte er aber lediglich. „Ja, von mir aus… Freunde", seufzte Thorin schliesslich ergeben, weil jedermann im Zimmer ihn so erwartungsvoll ansah und er im Allgemeinen Erwartungen gerne erfüllte.