Anmerkung: Soo meine Lieben. Weiter gehts...war gaaanz fleißig gewesen und hier kommt nun mein resultat mit einem gaaanz langen Chapter!! Würde mich wie immer über Kommis freuen!!
Eure HON
Lange blieb das junge Mädchen noch wach trotz der noch nachhallenden Worte ihres Tränkemeisters.
Was erlaubte er sich eigentlich? DAS konnte doch nur eine Vermutung sein…Sie würde IHM niemals ihr Herz geben…warum? Warum ihm? Sie mochte ihn nicht mal. Snape war ihr allerdings auch nicht verhasst. Nur warum sollte sie solch einem unsympathischen Mann ihr Herz schenken wollen? Sie verstand ja selbst nichts aus ihrer Vision, wusste nicht warum sie sie bekommen hatte, und was die Aussage war…
Sie wusste nicht einmal, was Snape geschehen war, warum er sterben sollte…warum in ihren Armen?
Ihre Kopfschmerzen wurden schlimmer. Das Blut in ihren Händen wirkte wie Eis gefroren…als würde langsam die Wärme aus ihren Adern weichen…denn es gab keinen pulsierenden, kleinen Muskel mehr, der Wärme erschaffen konnte.
Ihr Blut zirkulierte durch Zauberhand, und doch war alles anders…sie spürte zu jeder Sekunde das Fehlen ihres Herzens. Und nun fühlte es auch ihr Körper, ihr Organismus, dass da irgendwas in ihr nicht stimmte…er sträubte sich dagegen. Sträubte sich akut mit Schmerzen…
Dank Snape, waren ihre Schmerzen nun nicht mehr fühlbar…
Sie war wieder fast gestorben…ein Schauder durchglitt ihren Rücken. Die Bettdecke konnte sie kaum noch wärmen. Ihre Zähne klapperten aufeinander. Sie fror plötzlich entsetzlich.
Hermine erschrak, als sie weißen Atemdunst aus ihrem Munde kommen sah. Sie schluckte den bitteren Speichel herab, zurück in ihre Kehle und zog die Decke enger um sich. War irgendwo ein Fenster geöffnet? War es schon immer so kalt hier?
Sie setzte sich auf, doch dadurch wurde es nur schlimmer. Die Kälte fröstelte sich bis hinab zu ihren Zehenspitzen…alles wirkte wie taub.
„Nein…nein…bitte…nicht…bitte…", flehte sie ihrem Körper an endlich damit aufzuhören…warum tat er ihr diesen Gefallen denn nicht? Gäbe es nur einen Moment…nur einen, wo alles wieder so wäre wie zuvor in ihrem Leben…sie wäre so glücklich…oh ja!!
Sie schloss die Augen, senkte das Kinn tief herab…und zitterte, immer schlimmer…ihre Hände wurden schon soo taub und starr, dass sie die Bettzipfel loslassen musste…der Atem wurde immer nebliger vor ihren Lippen…oh Gott…
„H…ilfeee…"; keuchte sie nur noch röchelnd und ihre Lippen bebten aufeinander…ihre Stimme klang wie ein Kristall…so hell und leise zugleich…Ihr Mund wurde trocken…wirkte wie taub…all die Flüssigkeit in ihr war auf einmal wie verschwunden….
Angst!!
Nein, sie…konnte nicht sterben, konnte nicht, weil es Snape nicht zulassen würde…er würde sie wieder zurück holen, das hatte er ihr beteuert…
Aber wieso verstand er nicht? Wieso WOLLTE dieser Mann es nicht einsehen? Sie würde bald sterben…ihr Körper wollte es…
Sie keuchte, ihre Brust zog sich zusammen. Eine innere Kälte lähmte sie vollkommen…Fester drückte sie ihre Lider zusammen…spürte nur Frostigkeit. Gefühlsleere in ihrem Kopf…ihre Hand presste sich willentlich an ihre Brust, wollte ihr Wärme geben, doch aus ihren Fingerspitzen, die sich in ihren weißen Nachthemd krallten, gab es keine mehr…
Und dann…
Hermines kalter Körper erzitterte noch einmal…dann spürte sie etwas, wovon sie geglaubt hatte, es nie wieder zu spüren…sie hatte gedacht nie wieder solch ein Gefühl zu fühlen…hatte schon vergessen – in den winzigen Minuten die verstrichen waren – wie es sich anfühlte.
Doch da war es wieder…So ein Funken von Wärme…und dann strömte es über ihren Rücken. Warme Hände rieben über ihren so tauben Rücken…Sie wurde an einem warmen Körper gezogen, fest umschlungen…so fest umarmt, dass sie vor lauter Hoffnung aufseufzte.
Denn das Zittern in all ihren Muskeln ließ langsam nach, ebbte ab…
„Ich habe ihnen doch gesagt, dass ich sie nicht sterben lasse…"
Hermine schlug ihre Augen auf. Ihr Atem kristallisierte noch immer in der Luft, als sie mit schwerer Anstrengung ihr Kinn anhob. Schauderintervalle durchfuhren Hermine noch einmal, als sie in tiefe kaum merklich schwarze Augen hinein sank.
Verwirrt musterte er seine Schülerin und ließ sie schließlich abrupt los.
„Sie scheinen wieder in Ordnung", räusperte sich Snape erwartungsvoll, als sie langsam zu nicken begann.
„Danke…Professor…Ich weiß nicht, wie…"
„Danken sie mir bloß nicht, Granger…!", stoppte er sie hastig.
Sie betrachtete seine dichten kinnlangen Haare, die ihm schier ins Gesicht gefallen waren.
Er sah müde aus, als sie seine Mimik genauer betrachtete.
„Wieso sind sie zurück gekommen?"
„Sehen sie HIER sonst jemanden, der auf sie aufpassen könnte?", wies er sie scharf zurecht.
Aufpassen?
„Ich bin kein kleines Kind mehr, Snape", fauchte sie, „ich kann auch auf mich allei-"
„Ach so wie eben?", er schwank seine Augenbraue höhnisch nach oben.
„Vergessen Sie es…", erwiderte sie schnippisch und ihr Mut verließ sie kurzerhand, sich ihm entgegen zu stellen.
„Oh haben sie schon genug?", fragte Snape spöttisch.
„Sie verstehen es ja doch nicht", grummelte Hermine und blitzte ihn an.
„Glauben sie mir, ich kann mir auch besseres vorstellen, als bei ihnen meine kostbare Zeit abzusitzen…aber der Schulleiter hat mich dazu genötigt…mir bleibt keine andere Wahl…!"
„Genötigt?", presste Hermine mit verengten Lidern aus ihren Lippen.
„Glauben sie etwa, ich mache das hier freiwillig? Ich dachte sie seien so intelligent, kleine Gryffindor?"
Wieder zog sie ihre Bettdecke an sich und merkte einen kurzen –sorgenden?- Blick Snapes auf ihre Aktion.
„Ich komme gut alleine zurecht", wurmte es Hermine. Was erlaubte sich Dumbledore gerade Severus Snape bei ihr zu lassen? Poppy hätte genauso gut…sie hätte…sie ist….auf der Krankenstation in ihrem Element…
„Das glaube ich", erwiderte er zynisch und sein Unterton war so beißend, dass sie ihre Zähne wütend aufeinander knirschte.
Stille. Sie hatte keine Lust weiter mit ihm zu reden…
„Ist ihnen noch kalt?"
Seine persönliche Frage war ihr wieder so suspekt und kam wieder auf solch einer überraschenden Art und Weise, dass sie fassungslos zu ihm hoch schaute.
„Ähm...es…es geht schon!"
Sie betrachteten sich eine Weile, dann begann Snape langsam zu nicken.
„Gut…dann…schlage ich vor, sie schlafen nun endlich!"
„Gute Idee…Professor…wirklich, hätte ich ihnen gar nicht zugetraut", die letzten Buchstaben verschluckte sie fast, als er sich zu ihr barsch nach vorne lehnte, dicht vor ihrem Gesicht hielt er inne: „Reizen sie mich nicht, Miss Granger. Sie können sich glücklich schätzen, dass ich bis jetzt noch nicht auf die Idee gekommen bin, ihnen Hauspunkte abzuziehen…!"
Hermine schluckte ergriffen und konnte ihn nur anstarren.
„Warum sollten sie auch?", fügte sie hinzu, „ich sterbe ja sowieso…das würde ihnen doch bei dieser Erwartung keinen Spaß machen!"
Er musterte sie kritisch und beschaute ihre riesengroßen Tellerpupillen.
„Glauben sie das? Oder wissen sie das etwa?"
„Da ich ja alles besser weiß, wie sie ja wissen….ja ich weiß es!", konterte sie und wunderte sich über sich selbst.
„Ich muss schon sagen, Granger. Im Angesicht des Todes trauen sie sich einiges zu…Soll ich ihnen dazu gratulieren?"
Seine so zynischen Worte schienen sie wieder zu verletzen, sie wusste nicht weshalb, sie hatte ihn schließlich erst soweit getrieben, sie wollte ja gar nicht streiten…aber diese auswegslose Situation brachte sie noch um ihren Verstand und ihr war alles Lieber, als diese Unwissenheit was mit ihr geschehen würde…
„Gratulieren sie mir lieber schnell, Sir. Wer weiß wie lange sie noch die Chance und die Zeit dazu haben!"
„Die werde ich mir irgendwann schon nehmen, Granger…Ich lasse sie nicht sterben…das habe ich ihnen doch gesagt."
„Sie sind stur, wissen sie das?", sagte Hermine plötzlich ohne es zu wollen.
Sie schloss sofort ihre Lippen und senkte schnell den Blick.
„Es stimmt…sie wissen ja wirklich alles, Miss Hermine Granger! Dafür haben sie ein Ohnegleichen verdient!"
Er lehnte sich zurück und drückte sie plötzlich ins Kissen zurück.
„Schlafen sie jetzt!"
Sie drehte noch etwas das Kinn um zu Snape hochzusehen, als er von ihrem Bett aufstand.
„Aber nur, wenn sie bleiben und auf mich aufpassen!"
Lange blieb er stumm, dann nickte er kaum merklich. Doch Hermine hatte es gesehen und schloss endlich nachsichtig ihre Augen.
„Miss Hermine Granger? Können sie mich hören?"
Zögerlich schlug sie ihre Augenlider nach oben und sah verwirrt in Poppys Gesicht.
„Sie haben ziemlich tief und fest geschlafen…Aber nun steht die Sonne schon im Zenit. Sind sie nun ausgeschlafen?"
Noch immer bestarrte Hermine die Medi-Hexe. Zu gern hätte sie all die Zeit Madam Pomfrey an ihrer Seite gehabt, doch nun…nun fragte sie sich allen Ernstes wo Professor Snape war. Denn aus den Augenwinkeln konnte sie ihn nirgendwo entdecken.
„Mädchen...ist alles in Ordnung?" Sorgsam beugte sich die Heilerin ein wenig zu ihr herunter und betrachtete sie mit einem sorgenvollen Blick.
„Wo…wo ist…" Sofort hielt sie still. War ihre erste Frage an Poppy wirklich, wo ihr Tränkemeister war? Scherz!! Hermine presste ungläubig den Mund aufeinander und konnte jedoch nicht Madam Pomfreys Lächeln übersehen.
„Wenn sie Professor Snape meinen…Gottchen, ich musste ihn regelrecht aus dem Krankenflügel zerren…Er war vollkommen übermüdet, aber er wollte nicht schlafen…Tja…er ist schon eigenartig unser Severus…" Poppy schien wie in einem Selbstgespräch gefangen zu sein, denn während sie all diese Worte sagte, machte sie sich bereits an die Arbeit und schüttelte das Kissen auf dem Nebenbett Hermines auf.
Hermines Augen wurden zu Schlitzen. Meinte Poppy das ernst? Er wollte nicht schlafen?
„W-warum…warum nicht?", sprach die Braunhaarige zu Poppys Rücken und setzte sich wohl kräftend etwas auf.
„Anscheinend, wollte er sie nicht aus den Augen lassen…aber der Arme hatte mir wirklich nicht viel entgegen zu setzen. Ich hatte schon mit einer seiner berühmten Debatten gerechnet, aber er hat sich wirklich mal meiner Anweisung gefügt…"
Dabei faltete Poppy das Bettlaken und schaute ab und an über ihre Schulter zu der jungen Schülerin.
„Wann kommt…"
Wieder stoppte Hermine und schaute verwirrt zu ihrer Bettdecke herab. Warum wollte sie unbedingt, dass er herkam? Völlig unrealistisch, dass sie sich das wünschte, wie nichts anderes…Verdammt, was war denn mit ihr los?
„Oh keine Sorge, Miss Granger. Nach seinem Unterricht wird er bei ihnen vorbei schauen. Soviel ich erkennen kann, sind sie heute wieder ganz gut drauf, habe ich Recht? Wollen sie heute Besuch von ihren Freunden empfangen?"
Stille. Hermine zerknautschte die Decke. Ron und Harry…ja sie würde ihre Freunde so gerne sehen, aber sie wussten ja nicht mal, was wirklich mit ihr los war. Warum hat man es ihnen nur nicht gesagt? Sollte sie Dumbledore deswegen fragen?
„Könnte ich mit dem Direktor…?"
„Oh nein Miss Granger…er ist zurzeit nicht in Hogwarts!"
Nicht in Hogwarts?? Aber…
„Soll ich ihren Freunden Bescheid geben?", fragte Poppy wieder und drehte sich Hermine fragend zu.
„Ich...Nein…ich möchte lieber alleine sein!"
Was sagte sie denn da?
Doch Poppy nickte nur zögerlich und Hermine erkannte einen flüchtigen Blick des Mitleids.
Doch Madam Pomfrey machte sich dann wieder an ihre Arbeit und Hermine schnappte nach Atem.
Man brachte ihr schon Mitleid entgegen…soweit war es also schon gekommen? Sie musste hier raus…sie hielt es hier einfach nicht mehr aus. Irgendetwas musste man doch gegen ihren Zustand machen können…
Traurig und nachdenklich betrachtete sie ihre Handflächen und ließ ihre Tränenperlen drauf fallen…doch sie spürte die salzige Flüssigkeit in ihren Hautlinien nicht einmal, nicht mal das Auftropfen dessen…
Sie spürte nichts…
Am allerwenigsten ihren Herzschlag…er war verschwunden…etwa für ewig?
Die Zeit. Ja die bekannte Zeit. Warum verstrich diese nur so langsam? Merkwürdigerweise wünschte sich Hermine nun nichts dringlicher als einen verdammten Anfall – damit er endlich…endlich…
MOMENT! Sie wollte NICHT dass er kam…nach ihr sah. Sie wünschte sich auch keinen Anfall, nur damit er herkam…Schwachsinn, ihr Verstand war ja nicht mehr auf der Höhe… Nur weil er sich um sie kümmerte? Er wurde dazu genötigt, das hatte Snape ihr doch so gesagt. Er machte das alles sicherlich nicht freiwillig und an seiner dummen Vermutung war auch nichts Wahres.
Sie hatte ihr Leben nicht geopfert und ihm ihr Herz gegeben…und warum sollte sie auch nach dieser Vision keines mehr in ihrem Körper haben?? Es war doch nie passiert, nie wirklich gewesen.
Severus Snape lebte, war putzmunter. Nur sie…ja ihr Leben war etwas merkwürdig. Wie konnte ein Körper ohne ein pumpendes Herz überleben? Durch Zauberei?
Sie befeuchtete ihre Lippen und besah sich eine hellgrüne Weintraube zwischen ihren Fingern. Poppy hatte ihr etwas Obst gebracht. Als ob ihr das helfen würde…
Das einzige was sie aufmuntern würde, wäre…wenn er…
Moment. Sie musste nicht aufgemuntert werden. Es war doch ganz normal, dass es Menschen ohne Herzen gab… Sie verzog daraufhin die Mundwinkel…Natürlich war das Unsinn. Sie hatte noch nie von solch einem Fall gelesen oder gehört…Deswegen wusste hier auch niemand, wie man ihr helfen konnte.
Sie seufzte ergriffen und kaute auf der wässrigen Traube herum. Der Teller mit den restlichen Weintraubenreben lag auf ihrem Schoß auf der zerwühlten Bettdecke.
Sie spürte keinen Geschmack…Sie hielt beim kauen inne, versuchte erneut zu kauen, doch…
Nichts!!
Sie schluckte herunter, und atmete erschrocken ein. Sie schmeckte nun auch nichts mehr??
Das konnte doch nicht wahr sein…
Hermine wollte schreien, so laut sie konnte, doch sie konnte es nicht…sie blieb stumm.
Denn…
„Miss Granger!"
Sie musste nicht von den Weintrauben hochsehen, um zu wissen, wer nun endlich gekommen war.
Innerlich freute sie sich, obwohl sie das niemals zugegeben hätte und sie wollte auch nicht weiter diesem Gefühl nachgehen…
„Wie ich sehe geht es ihnen heute ganz gut…"
Hermine nickte knapp und hütete sich davor ihm mitzuteilen, dass sie nun auch nichts mehr schmeckte. Es würde nichts bringen, wenn sie es ihm auch noch sagte.
„Sie werden auch schon mit Vitaminen versorgt…", amüsierte er sich leicht in seiner Stimme, als auch Poppy auftauchte und dem Tränkemeister einen giftigen Blick schenkte.
„Ja Severus…was ist denn daran falsch? Wenn sie mit mir über die Behandlung mit kranken Menschen debattieren wollen, dann bitte…"
Krank?
„Nun…Ich würde Miss Granger nicht wirklich als krank bezeichnen, Poppy!"
Hermine hob langsam das Kinn an. Poppy stand zu ihrer rechten Seite und Snape zu ihrer Linken Seite des Bettes.
„Sie ist sehr blass, trotz allem, und wie ich von ihnen gehört habe, wäre unsere liebe Miss Granger fast gestorben…wie würden sie es dann bezeichnen, lieber Severus?"
„Sie ist nicht krank…Ihr fehlt nur etwas! Das ist etwas anderes", grummelte Snape und verschränkte die Arme vor der Brust. Hermine betrachtete die beiden Kontrahenten, die anscheinend ihre kleine Anwesenheit zu vergessen schienen.
„Ach hören sie doch auf…ICH leite die Krankenstation, dann werde ich ja wohl am besten wissen, wie ich meine Patienten bezeichne und was ich ihnen gebe. Und Obst ist gesund…gehen sie doch in ihren Keller und brauen sie ihre dämlichen Tränke!", erwidere sie schnippisch und fühlte sich anscheinend in ihre Ehre als Medi-Hexe verletzt.
„Meinetwegen können auch sie – werte Kollegin - gerne meine Arbeit übernehmen, aber ich glaube kaum, dass sie darin bei weitem so geschickt sind, wie sie anzunehmen glauben!", erwiderte er kühl und betrachtete sie mit anmaßendem Blick. Erbost öffnete sie nur sprachlos die Lippen
Bevor Severus Snape auf neuer Art und Weise diesem Streit Nahrung geben konnte, murmelte Hermine leise: „Entschuldigung…ich…"
Endlich schienen die beiden wieder Notiz von ihr zu nehmen.
„Wir sind noch nicht fertig, Poppy. …Wenn ich sie nun bitten dürfte…wir beenden unser Gespräch sobald wie möglich", Snape wies Poppy doch nun wirklich zum gehen an.
Hermine schaute verstohlen zu der Angesprochenen, die nur murmelnd sich von dannen machte.
Dann drehte er sich abrupt wieder Hermine zu, die ihn nur mit großen Augen ansehen konnte.
„Was ist Granger? Noch nie einem Streitgespräch gelauscht?"
„S-Schon, nur nicht eines mit ihnen…", erlaubte sie sich zu flüstern.
„Und was sagt ihnen das?"
„Äh...ich weiß nicht was sie meinen…Sir!"
„Sie sollten nie vergessen, mit wem sie sich hier anlegen…haben sie mich da verstanden?", keifte Severus Snape.
„Warum sind sie denn nun so wütend? Madam Pomfrey wollte mir nur helfen!"
„Tatsächlich?", seine Mundwinkel zogen sich höhnisch nach oben.
„Ja warum denn nicht? Hier weiß ja ansonsten keine einzige Seele, wie man mir helfen könnte…oder?", schrie sie ihn plötzlich an und merkte wie er verwundert blinzelte.
„10 Punkte Abzug", sagte er gleichgültig und grinste noch immer gehässig.
„WAS? Warum?"
„Sie haben nicht zu schreien…!", erklärte er ihr.
„Oh entschuldigen sie, Professor", betonte sie sarkastisch, „mir ist ja glatt entfallen, mit WEM ich mich hier anlege!"
„Sie lernen wirklich schnell!", kam seine bissige Antwort und setzte sich trotz allem auf den Besucherstuhl.
„Wurden sie zu diesem Besuch wieder genötigt?" Hermine konnte es nicht lassen, obwohl sie sich freute, dass er hier war. Merkwürdig aber wahr!!
Snape strich seine Robe glatt und suchte ihren Blick, blickte tief in ihre Augen und sah ihr so respekteinflößend entgegen, dass Hermines Stimme versagte.
„Soll ich wieder gehen?"
Seine so direkte Frage machte es nicht gerade für die junge Schülerin leichter…eine Entscheidung, wenn nicht sogar ein paar Worte zu fällen.
Als sie nicht antwortete, erhob sich Snape wirklich von seinem Stuhl.
„Nein…warten sie"; brach es aus ihr hervor und ihr Tränkemeister blickte über seine Schulter zurück.
„Ich hab es nicht so gemeint…"
„Gut…denn ich habe es auch nicht so gemeint", erwiderte er ruhig und ließ sich zum Glück wieder auf den Stuhl fallen.
„Was genau meinen sie damit?" Neugierig musterte sie ihn, wie er langsam seine Haare aus dem Gesicht strich. Das hatte sie bei ihm noch nie so gesehen…diese Geste erschien ihr vollkommen neu.
„Sie sind doch so klug, Granger! Dann benutzen sie doch etwas von ihrem Verstand…"
Betrübt, dass er nicht wirklich auf ein Gespräch aus war beschaute sie sich wieder die leuchtenden Weintrauben.
„Wollen sie denn dieses gesunde, vitaminreiche Kost nicht essen?", amüsierte er sich wieder über die Medi-Hexe im triefenden Sarkasmus.
„Ich...", sprach sie ehrlich aus und schnappte nach Luft, als sie seinen Blick auf sich spürte, „ich schmecke nichts mehr!"
„Und das sagen sie mir so beiläufig?"
„Ich wusste ja nicht, dass sie nun mein behandelnder Arzt sind und ich ihnen über jeden Nonsens Bericht erstatten muss!", funkelte sie ihn patzig an und wollte dieses Blick Duell auf keinen Fall verlieren.
„Das ist kein Nonsens, Miss Granger und das wissen sie…es ist eine Notwendigkeit, dass sie mich über so was informieren!", kam er nun sachlich und beugte sich etwas vor.
„Was bringt das denn? Helfen können sie mir ja doch nicht!"
Traurig wich sie nun doch seinem festen Blick aus, der ihr bis in die Seele schauen konnte.
„Ich würde es tun, wenn ich könnte…"
Hermine schielte verstohlen nun zu ihm, als sie diese Worte von ihm hörte.
„Wiederholen sie das!", bat sie und neigte ihr Gesicht zu ihm. Snape sah sie entgeistert an.
„Haben sie nun auch noch was mit ihren Ohren?", knurrte er und krauste die Stirn.
„Nein, nur…nur ich…"
„Nur was?", hakte er nach und beugte sich noch etwas weiter vor.
„Ich hätte nie gedacht, dass sie so etwas Mal zu mir sagen würden!"
„Es gibt immer ein erstes Mal!" Er hob dabei eine Augenbraue und lehnte sich wieder in seinen Stuhl zurück.
„Aber sie hassen mich doch…" Sofort schlug sie ihre Hand gegen die Lippen. DAS wollte sie ganz sicher nicht sagen…
Snape schien gefasst zu sein auf solche Worte, womöglich hörte er dies täglich.
„Richtig erkannt, Gryffindor. Ich hasse jeden Schüler, sie eingeschlossen!"
Der Tränkemeister erwiderte diesen Satz wie einstudiert, als wäre er sein Standardspruch.
„Warum glaube ich ihnen nicht?" Hermine suchte seinen Blick und dieses Mal schaffte sie es länger in seine Pupillen hinein zu spähen und obwohl er sich nun zurück gelehnt hatte, bekam sie das Gefühl als würde sie in eine tiefe Schlucht herabfallen.
„Nun das ist ihr Problem, nicht das meinige!"
„Warum können sie nicht mal antworten?"
„Das habe ich doch getan! Wollen sie nun auch noch eine Interpretation meines Hass Gefühls auf einen Schüler, der vor lauter Dummheit nicht einmal mehr seinen Namen aussprechen kann, wenn ich ihn danach frage?"
„Ich wollte nur wissen, wie…"
„Ich weiß schon was sie wissen wollten…das ist ja ihr größtes Problem nicht wahr? Ständig alles wissen wollen…aber soll ich ihnen mal etwas sagen? DAS hasse ich am Meisten!"
Hermine blinzelte verworren.
„Nein das stimmt nicht!"
Snape zuckte etwas.
„Oh doch Granger. Sie waren mir bereits seit dem ersten Schultag verhasst…! Und von ihrem tollen Freunden muss ich erst gar nicht anfangen…!"
„WARUM ZUR HÖLLE sind sie dann HIER?", keuchte sie wütend und erhob sich mit dem Oberkörper aus ihrem Bett, lehnte sich vor und Snape tat im selben Augenblick dasselbe.
Aus naher Distanz funkelten sie sich an.
Lange verharrten die beiden in dieser Position, musterten sich nur unergründlich und was sie in den Augen des anderen fanden behielten sie für sich, denn sie konnten nicht wirklich etwas damit anfangen.
Aufgewühlt schwirrten ihre Pupillen über die seinigen hin und her, es kam ihr vor als würde sie in einen dunklen Tunnel hineinsehen…
Er antwortete nicht.
Hermine holte tief Luft. „Warum sind die dann hier, Sir?", wiederholte sie sanfter als zuvor. Seine schwarzen Pupillen hielten die ihrigen fest als wäre zwischen ihnen eine durchsichtige Kette. Er schloss vielleicht nur für eine Minisekunde die Augen, aber als er sie öffnete weiteten sich die Pupillen des braunhaarigen Mädchens.
Severus Snape musste nicht antworten. Sein Blick sagte in diesem winzigen Augenblick alles. Doch bevor sie diese Emotion darin wirklich erfassen konnte, ergründen konnte…brach er den Blickkontakt schlagartig ab und räusperte sich verunsichert über seine verloren gegangene Selbstbeherrschung.
