AN: Hallo :) Ja, es geht weiter! Edward versucht sein Problem immer noch vor der Familie geheim zu halten, doch dann leicht ein kleiner Funke, um ihn wieder zur Explosion zu bringen. Dad ist noch relativ gefasst ... Viel Spass beim Lesen und liebe Grüße eure Vanessa

Disclaimer: Die tolle Twilight Saga gehört Stephenie Meyer und nicht mir!


Edwards PoV

Zeitsprung: Der nächste Morgen ...

Ich schlug die Augen auf und rückte das Kopfkissen wieder zu recht. Dann steckte ich meinen rechten Arm wieder unter das Kissen und überlegte, ob ich weiter schlafen sollte oder nicht. Es war bereits hell in meinem Zimmer. Was hieß, dass ich die Nacht durchgeschlafen hatte.

Mir war heiß und ich fühlte mich nicht sonderlich gesund. Könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass ich gestern im strömenden Regen spazieren gegangen war und zwar ohne Jacke, und ich pitschnass bis auf die Haut von Dad ins Haus gezogen worden war.

Ich drehte meinen Kopf in Richtung Wecker und spähte auf die roten Digitalzahlen: 08:57 Uhr. Da heute Samstag war, musste ich nicht in die Schule, Gott sei Dank! Im Moment hasste ich jede Minute, nein, jede Sekunde dort und ich hasste die Lehrer!

Ich ließ meinen Kopf wieder auf das graue Kissen fallen und dachte über gestern Abend nach. Den Schmerz in meinem Hinterteil konnte ich immer noch fühlen und das würde sicher erst mal bis heute Mittag so bleiben, auch wenn bei uns Vampiren alles schneller verheilte, als bei Menschen. Carlisle war extrem wütend gewesen und nicht nur darüber, dass ich mit Jasper das Wohnzimmer auseinander genommen hatte. Nein, ich glaube am meisten hat es ihn geärgert, dass ich mich ihm nicht anvertraut und über mein Problem geredet hatte. Oh ja! Ich hatte ein Problem und zwar ein Gewaltiges! Jasper wusste davon und er hatte gestern versucht, mich davon zu überzeugen, es Dad einfach zu beichten …

Mein Bruder kann ja manchmal so was von witzig sein! Ich versuchte ruhiger zu werden und mich nicht durch diesen Gedanken in Rage versetzen zu lassen, denn das würde meinem Zimmer nicht gut tun und Dad wäre in ein paar Augenblicken hier oben. Falls Dad hier war!

Ich atmete tief durch, was dazu führte, dass ich so stark husten musste und glaubte, auf mein Kopfkissen zu kotzen.

Nach ein paar Sekunden setzte ich mich langsam auf das Bett und zuckte dann, als ich den Schmerz spürte. Erst jetzt fiel mir der gelbe Post-It auf, der auf dem Nachttisch klebte. Ich erkannte Dads Handschrift natürlich sofort. Ich griff nach dem Zettel, riss ihn von dem Holz herunter und las.

Morgen! Ich hoffe, du hast gut geschlafen. Zieh dir bitte warme Sachen an und komm dann runter in die Küche. Ich hab Frühstück gemacht … Bis gleich Dad

Ich hatte nicht wirklich Lust dazu, muss ich gestehen. Er würde wieder reden wollen und ich nicht … Und ich hatte so eine leise Ahnung oder besser ein Gefühl, dass er heute auf jeden Fall härtere Maßnahmen ergreifen würde, um mich zum Reden zu bringen. Und dass ich krank wurde oder war, machte bei Dad auch keinen großen Unterschied mehr. Hatte es gestern auch nicht. Ja, über Gestern war ich wirklich etwas schockiert gewesen. Normalerweise bestrafte Carlisle uns nicht, wenn wir krank waren – eine seiner Regeln – aber die hatte er gestern gebrochen, was hieß, dass mit ihm jetzt nicht mehr zu spassen war.

Ich seufzte und stand vom Bett auf.

Ein paar Minuten später hatte ich mich angezogen: Trainingshose, dicke Socken, Turnschuhe. Mein schwarzes AIDEN See you in Hell - T-Shirt und der schwarze Kapuzenpullover von Nightmare Child! Ein bißchen Provokation muss ja doch sein … Außerdem war der Pullover schön warm, also konnte Dad eigentlich gar nicht viel sagen!

Ich warf mir dann auch noch einen schwarzen Schal um den Hals, wuschelte mir mit einer Hand in den Haaren herum, bis ich sicher war, dass die Frisur, auch ohne Gel ganz passabel aussah und verschwand dann nach unten.


Als ich nach unten in die Küche kam, roch es nach Blut und Kaffee. Ich mochte beides und leckte mir die Lippen. Weil ich es mir mit Dad gestern Abend so verscherzt hatte, war die Tasse, die er mitgebracht hatte, eiskalt geworden und ich hatte verzichten müssen.

Dad sass auf seinem Stuhl am Kopfende und las in der Morgen Zeitung. Er hatte einen Teller und eine Tasse Blut vor sich. An meinem Platz war ebenfalls gedeckt, auch wenn die Tasse noch leer neben der Mikrowelle stand. Schon von der Treppe aus hatte ich gerochen, dass Dad nicht alleine war. Jasper sass auf seinem Platz und trank. Seine Nase war immer noch getaped.

Ich kam näher und versuchte nicht zu Husten oder sonst irgend ein Erkältungsgeräusch von mir zu geben, damit Dad nichts sagen konnte.

„Morgen," sagte ich und ging zur Mikrowelle hinüber.

„Morgen. Wie hast du geschlafen," fragte Dad und ich konnte seinen Blick spüren, der auf mir ruhte.

Ich nahm einen geöffneten Blutbeutel aus dem Kühlschrank füllte ihn in meine Tasse und ließ den Abfall in einer anderen durchsichtigen Tüte verschwinden. Ich stellte meine schwarze Tasse in das Gerät und tippte die Startzeit ein. Als ich die Start-Taste drückte, sprangen der Motor und der Ventilator an und der Teller begann zu rotieren. Ich dehte mich zu Dad und Jasper um, als mir auffiel, dass ich noch nicht auf seine Frage geantwortet hatte.

„Hab durchgeschlafen .."

Carlisle trank einen Schluck und als die Mikrowelle piepte, drehte ich mich wieder um und öffnete die kleine Tür. Ich konnte hören wie Dad die Tasse absetzte. „Warum habt ihr euch gestern eigentlich gestritten? Ich dachte es wär alles klar zwischen euch. Edward hat sich entschuldigt und-"

Dad hörte mitten im Satz auf zu sprechen, als ich den ersten Schluck meines Blutes trank – mich aber immer noch nicht umdrehte.

„Jasper," fragte Dad etwas irritiert. „Er ... hat sich doch entschuldigt, oder?"

Ich schluckte und hörte zu, wie Jasper über eine Antwort nachdachte … Dann hatte er seine Entscheidung getroffen und ich rührte mich nicht.

Jasper seufzte. „Ähm, nein Dad. Er hat sich nicht entschuldigt. … Tut mir leid, Ed."

Doomed! …, dachte ich nur.

Den letzten Satz hatte er auf keinen Fall ernst gemeint, das wusste ich! Ich stellte die Tasse auf der Arbeitsplatte ab und drehte mich fauchend und knurrend zu Jasper um, der aufgestanden war. Eigentlich sollte ich in so einem Moment lieber ruhig bleiben und Dad um Verzeihung bitten, aber ich spürte, dass mich die Wut überkam und ich sie nicht mehr kontrollieren konnte.

Ich spang so schnell auf meinen Bruder zu, dass Carlisle zu spät reagierte und ich Jasper zu Boden riss. Wir landeten polternd zwischen Stuhl und Wand. Ich schlug mit dem Kopf gegen die Mauer. Ein Bild von Esme polterte zu Boden und ging neben uns zu Bruch. Als ich gerade zu schlagen wollte, packte mich eine Hand von hinten und riss mich von Jasper herunter. Dad zog mich unsanft zurück und ins Wohnzimmer.

Ehe ich noch wusste, was geschah, setzte er mich auf das Sofa und ich begann lauthals zu weinen und hielt mir den schmerzenden Kopf.

„Ich bin gleich wieder da," sagte er Zähne knirschend, streichelte mir kurz den Rücken und ging dann wieder. Wahrscheinlich in die Küche um nach Jasper zu sehen.

Ich hörte wie er mit Jasper redete und dann seinen Koffer nahm und mit ihm nach oben ging. Mich beachtete er erst mal nicht! Ich würde es gleich so dermaßen kriegen, dass ich sicherlich für zwei Wochen ein Kissen brauchen würde! Dad war jetzt auf einer glatten 10 auf der Richterskala angelangt und kurz vorm Durchdrehen! Gestern und heute hatte ich eine seiner Top-3 Regeln gebrochen: Niemals ein Familienmitglied angreifen!

Ich musste es ihm jetzt einfach sagen, auch wenn das noch mehr Ärger bedeuten würde! Vielleicht würde ihn das etwas milder stimmen? Aber nur vielleicht ...

Stöhnend legte ich mich auf die Seite, zog die Knie an den Bauch und schloss die Augen. In der Hoffnung dass die Kopfschmerzen aufhören oder Dad gleich nicht rumbrüllen würde. Was er ja eigentlich nicht oft machte, nur in Außnahmefällen – wie vielleicht diesem hier! Ein paar Minuten vergingen, bis ich oben eine Tür und dann Schritte auf der Treppe hörte.

Eine Sekunde später kam er mit einem der Küchenstühle und seinem Koffer ins Wohnzimmer. Dann ging er wieder in die Küche und holte mir eine Tasse mit frischen Blut. Die andere war kalt geworden, wie gestern auch!

Er stellte die duftende Flüssigkeit hinter sich auf den kleinen Tisch und setzte sich mir dann gegenüber. Ich versuchte die letzten Tränen zu verdrängen und schluckte. Er beugte sich nach vorne, streichelte mir über den Kopf und suchte nach Verletzungen von meinem Aufprall an der Küchenwand. Ich blieb stumm und ließ ihn gewähren. Nach weiteren vier Sekunden, nahm er seine Hand wieder zurück und öffnete den Koffer. „Setz dich vorsichtig hin, okay," sagte er leise und ruhig.

Langsam ließ ich die Beine auf den Boden sinken und rückte mit dem Rücken gegen die Sofalehne, während ich ihm zu sah. Er nahm seine kleine Lampe heraus, hielt mich am Kinn fest und prüfte meine Pupillen und die Reflexe. Nachdem Carlisle sich sicher war, dass ich keine Gehirnerschütterung oder dergleichen hatte, gab er mir ein starkes Schmerzmittel in Form von Tabletten. Ich nahm eine und spülte sie mit einem Glas Wasser hinunter.

Er sah mich enttäuscht an und als ich dem Blick nicht mehr standhalten konnte, sah ich auf den Boden und trommelte leicht mit den Fingern auf dem Glas herum, was ich auf meinem Schoß fest umklammert hielt. Dann sah ich seine Hand und wie er mir das Glas abnahm.

Mist!

Ich spürte, dass er seine Gedanken kontrollierte und ich wollte auch nicht unbedingt wissen, was er von mir dachte. Er rückte mit dem Stuhl so nah an das Sofa heran, dass er mir eine kleben konnte, wenn er das für nötig hielt und streichelte mir den Kopf.

„Erzähl mir was los ist," sagte er bittend und sanft. „Ich will dir doch nur helfen, Edward. Und Jasper auch, wir alle wollen das."

Ich sah ihn an und öffnete den Mund. „Ich hab dich angelogen," sagte ich schluckend und musste wieder mit den Tränen kämpfen, die sich in meinen Augen sammelten.

„Ja, ich weiss, du hast dich noch nicht bei Jasper entschuldigt."

Ich schüttelte langsam den Kopf. „Ähm, nein deswegen nicht … Doch deswegen auch, aber da ist noch was anderes," sagte ich unschlüssig.

„Ja," fragte er und hob eine Augenbraue an, was er immer machte, wenn ihm was gegen den Strich ging und er unzufrieden war.

„Kannst du dich vielleicht umdrehen, während ich dir das erzähle," fragte ich ihn. „Ich glaube, ich kann dieses enttäuschte Gesicht nicht ertragen. Und so fällt mir das bestimmt leichter."

Er seufzte und stand auf. „Klar."

Carlisle drehte den Stuhl einmal herum und setzte sich wieder. Jetzt hatte er den Blick auf den Wald gerichtet. Ich sah, wie er die Arme vor der Brust verschränkte und die Beine übereinander schlug.

„Fang an, Edward," befahl er. Scheinbar nicht mehr gewillt, noch länger auf die Erklärung zu warten.

Ich überlegte kurz. „Ich habe dich und Mum angelogen. Gestern und Vorgestern," erklärte ich unsicher. „Ich bin vom Unterricht suspendiert worden ... seit zwei Tagen."

Er seufzte tief, aber drehte sich nicht um. „Seit zwei Tagen!"

„Ja, Sir."

„Weswegen?"

„Ich habe nicht aufgepasst, gequatscht, Blödsinn mit dem Neuen in der Klasse gemacht und …," ich räusperte mich. „Mr. Facinelli beschimpft."

„Was hast du zu ihm gesagt," fragte Dad weiter und ich spürte, dass er bald nicht mehr ruhig bleiben würde.

„Ich hab ihn ein … Arschloch genannt, Dad."

Er drehte sich im Stuhl um und knurrte. „Du hast was?"

Unfähig noch etwas zu sagen, nickte ich nur. Dad drehte sich wieder weg und überlegte. Ich versuchte seine Gedanken auszublenden und sang still für mich Gives you Hell von The All-American-Rejects vor mich hin.

„Edward," unterbrach er plötzlich die Stille und drehte sich zu mir. „Wenn du suspendiert wurdest, habe ich da noch zwei Fragen? Zum Einen, für wie lange wurdest du suspendiert? Und zum Zweiten: Kriegen die Eltern nicht eine Benachrichtigung, die unterschrieben, wieder in der Schule abgegeben werden muss?"

Ich stoppte mitten im Song und sah ihn an. Dann räusperte ich mich. „Für eine Woche, Sir."

Carlisle hob eine Augebraue. „Wo … ist … der … Zettel … Edward?"

Meine Hände zitterten und mein Kopf begann wieder weh zu tun, als ich nach den richtigen Worten suchte. „Schon in der Schule abgegeben," flüsterte ich kaum hörbar, aber er hatte es gehört.

„Heisst das, ich habe schon unterschrieben und weiss selber nichts davon?"

Ich biss mir auf der Lippe herum und versteckte dann mein Gesicht beschämt hinter meinen Händen, bis sie gepackt und herunter gezogen wurden. Dad war direkt vor mir und starrte mich wütend und enttäuscht an. Als er sprach, versuchte er ruhig zu bleiben, doch seine Augen hatten sich Golden verfärbt.

„Geh jetzt nach oben, Edward," befahl er. „Ich bin im Moment zu wütend, um das mit dir auszudiskutieren. Und es wäre ein großer Fehler, das jetzt zu tun. Geh nach oben und ins Bett. Ich will dich für ein paar Stunden nicht mehr sehen. Ist das klar?"

„Ja, Sir," flüsterte ich schluchzend und er ließ meine Hände los. Dann gab er mir die Tasse Blut in die Hand. Ich stand auf, ohne ihn noch mal an zu sehen und joggte schnell die Treppe hinauf und in mein Zimmer. Wenigstens hatte ich jetzt alles gebeichtet.

In meinem Zimmer trank ich gierig die Tasse Blut in einem Zug leer, legte mich auf das Bett und vergrub mich unter der Bettdecke. Ich hasste es, wenn Dad mich bestrafte, aber noch mehr wenn er so enttäuscht von mir war wie jetzt ...

Tbc ...


AN2: „Heisst das, ich habe schon unterschrieben und weiss selber nichts davon?" ... LOLOLOL, ja Carlisle so sieht es leider aus :D Was wird Carlisle jetzt wohl tun? Er will diese Schulangelegenheit natürlich aus der Welt schaffen! Mal sehen, wie er das hinbekommt und ob Jasper Edward verzeihen kann. ... Ich habe in den letzten Tagen einen neuen, englischen Twilight One-Shot geschrieben, den ich bald posten werde! Aber erstmal geht es mit dieser Story weiter! Eure Vanessa