Caught

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3. Kleine Nervensägen und listige Mädchen (Theworstchoice)

„Draco! … Draco!...Draco!"

Wenn diese kleine Pestbeule es noch einmal wagte, seinen Namen auszusprechen, würde er sie umbringen.

„Draco!", kicherte das kleine blondhaarige Mädchen und hopste vergnügt um ihn herum. Draco ballte seine Hände zu Fäusten, als er eine Hand auf seine Schulter spürte und Zabinis Stimme hörte, „Ah ah ah. Wir wollen doch nicht etwas einem kleinen, unschuldigen Mädchen antun, oder?"

„Verrecke Zabini.", zischte der Blonde und wandte seinen Blick auf das kleine Ungeheuer, das nun seine Hand ergriff und ihn mit sich auf den Spielplatz zog. Konnte die Kleine nicht Sankt Potter statt seiner angehen??

Dieser saß übrigens bei den anderen auf der Holzbank und grinste sich wie blöd weg. Was im Übrigen, bis auf Pansy, alle anderen auch taten. Draco legte beinahe eine Bauchlandung hin, während ihn die Kleine von Spielgerät zerrte und seine ungeteilte Aufmerksamkeit forderte. Nach guten 1 ½ Stunde der Hetzjagd verließen Draco seine Geister und er ließ sich geschafft in den Schnee zurückfallen, was das Mädchen gleich ausnutze, um sich an ihn zu kuscheln.

„Was bin ich? Dein persönliches Stofftier? Kleb nicht so an mir!", motze Draco sie unwillig an, doch die Kleine kicherte nur und wagte es sich auf seinen Unterleib zu setzen und sich mit den Händen an seiner Brust abzustützen. (Mund klappt auf Das ..das ..das ist Harry's Platz!!)

„Du bist lustig.", gluckste sie quietsch vergnügt.

„Und du lästig.", brummte der Blonde und keuchte gequält, als sie sich mit Schwung auf ihn legte und ankuschelte.

„Ich habe dich lieb.", seufzte die Kleine selig und Draco wusste nicht mehr, ob er lachen oder weinen sollte. Da lag er begraben, unter einem kleinen Mädchen, sein bester Freund schoss ein Foto von ihm,… HEY!

Soweit es ihm möglich war, setzte er sich auf und murrte, „Lass den Scheiß!"

Knips, knips.

„Warum? Ihr seid doch süß.", gluckste der Dunkelhaarige und schoss weitere Fotos. „Sie könnte glatt deine kleine Schwester sein."

Das ließ nicht nur Draco, sondern auch die Kleine empört aufschreien. Sie maulte, „ Wenn überhaupt, bin ich seine Verlobte!"

Nun war es an Draco zu lachen, ehe er klar stellte, „Vergiss es, Kleine. Ich lasse mich nicht an irgendwelche vorpupertären Mädchen binden." (Stimmt er steht mehr auf ..egal ..)

Britany verschränkte die Arme vor der Brust. „Du bist fies!" Dann begann sie zu weinen, sprang auf und lief zu Melanie. „Mel, Mel! Draco ist gemein! Buuuh! Er will mich nicht hei-raten. schluchtz schnief"

„Möge mich ein Blitz treffen.", murmelte der Blonde, als er sich erhob und in Richtung, schneebedeckte Wiese ging. Warum hatte er jetzt eigentlich Schuldgefühle? Die Kleine ging ihm doch permanent am Zeiger und wollte ihn gerade eben noch zu einer Verlobung zwingen. Warum konnte er nicht einfach nach Hogwarts zurück?? Er würde seine Mission erfüllen und seine Familie und er würden überleben. Falls sie noch lebte….

Erneut zog er den Zettel mit der List aus der Hosentasche und besah sie. Lupin? – der war ihm eh nur lästig. Tonks? Etwa seine Großcousine? – Na egal. Bellatrix Lestrange?! Seine Tante stirbt?! Aber! Warum?? Dracos Gesicht spiegelte das wieder, was er innerlich fühlte. Pure Verwirrung.

„Ah, ich habe mich schon gefragt, wann du ihren Namen entdecken würdest. Sie ist die Vorletzte die im siebten Band stirbt.", ertönte Melanies Stimme hinter ihm.

Draco wandte sich um und wählte mit Bedacht seine Frage, „ Werde ich dabei sein, wenn es passiert?"

Auf Melanies Lippen breitete sich ein sanftes Lächeln aus und sie antwortete, als sie um ihn herum schritt, „Nein."

Ihm reichten diese Spielchen. Er wollte sofort aufklärende Antworten haben!

„Werde ich sterben?"

„Es stehen doch fast alle Namen auf der Liste."

„Drei fehlen!"

„Zu Recht. Du wirst alles noch lesen, wenn es an der Zeit ist. Und zu deiner Aufklärung… deine Tante, so auch Crabbe sind an ihrem eigenen Tod selbst schuld… Ich würde nicht sagen, dass sie es verdient hätten – Okay, deine Tante schon.", berichtigte die Braunhaarige.

Voller Empörung schnappte Draco, „Wie kannst du so etwas sagen?"

Melanie blieb stehen und wandte sich dem Slytherin zu, „Wie ich so etwas sagen kann?? Deine Tante hat Sirius Black ermordet! Sie hätte Ginny um ein Haar getötet. Und dann besaß sie noch die Dreistigkeit darüber zu spotten! Sie hatte weder Respekt vor den Lebenden, noch vor den Toten. Und so ganz nebenbei…. Sie wurde dadurch wenigstens von ihrem Wahnsinn befreit."

Draco stand der Mund offen. Er suchte nach Worten, die sich nicht finden lassen wollten, wollte seinem Unmut Ausdruck verleihen, doch war unfähig auch nur ein weiteres Wort der Empörung zu verlieren.

Statt seiner, sprach Melanie, „Du hast keine Ahnung, was noch so alles passiert. Wie du siehst, werden viele Menschen sterben. Auch du wirst von dem Krieg gezeichnet sein." Sie hob die Hand, legte sie an Dracos Wange und hauchte, „ Du hast wirklich keine Ahnung."

Draco schlug ihre Hand weg und zischte, „Fass mich nicht an, du-"

„Wertloser Muggel?", endete sie und fügte hinzu, „Sei dir immer gewiss, dass du nicht mehr als ich wert bist. Hier kannst du doch noch nicht einmal zaubern."

Mit diesen Worten wandte sie sich von ihm ab und ließ ihn mit seinem angeknacksten Stolz alleine zurück.

ooOoo

Gegen Abend kamen sie nach Hause und schauten sich, wie ausgemacht, den ersten „Harry Potter"-Film an, wobei es Harry gar nicht behangte, dass Filme, Bücher und andere Artikel nach ihm benannt waren. Bevor der Film allerdings begann, verteilte Melanie mit einem Lächeln an alle Tee und ließ sich dann zwischen Zabini und Malfoy nieder, die auf der anderen Seite der Couch saßen. Natürlich konnte es Parkinson sich nicht nehmen lassen, neben ihrem Schatz, der auch auf sie heute gar nicht gut zu sprechen war, Platz zu nehmen und da der Futon von Ginny und Hermione belagert wurde, setzten sich Ron und Harry auf die lange große Couch, die sich von der einen Wand zur anderen erstreckte und dabei noch breit und weich genug war, so dass man auf ihr schlafen konnte, wie in einem Bett. Was auch letzten Endes der Grund war, warum Malfoy am Morgen auf ihr geschlafen hatte.

Während der Film lief versicherte Mel, dass die Filmemacher gelegentlich einpaar Details verändert und Sache ausgelassen hatten, die allerdings im Buch enthalten waren, was wiederum Malfoy mit einem leisen Brummen bestätigte. Harry war von der heldenhaften Erscheinung des Harry-Potter-Darstellers überhaupt nicht begeistert und fragte sich, ob er genauso heldenmutig war.

Wenigstens entsandte sich Ron lachend, wie arrogant Hermione zu Beginn des ersten Schuljahres war und kassierte von ihr eine Kopfnuss. Malfoy meinte, dass der Darstelle, der ihn verkörperte nicht einmal annähernd so gut aussehend war, wie er selbst- dem Pansy Parkinson nur beipflichten konnte und Harry mit einem genervten Augenrollen kommentierte. Pansy hingegen empörte sich, dass sie nicht vorkam. (Was auch gut so ist ..)

Zabini war es schnurz egal, da er sich lieber mit Melanie unterhielt, somit den halben Film verquatschte und Malfoy damit so weit gehend nervte, dass dieser sich schon auf ihn stürzten wollte. Letzten Endes kehrte dann doch noch Frieden ein und der Film erreichte den Punkt, an dem sie die Strafarbeit im Verbotenen Wald erledigen mussten, wobei sich Harry noch sehr gut erinnern, dass statt Ron Neville bei ihnen war und er zuerst mit Malfoy in eine Gruppe gegeben wurde, ehe man ihn gegen Harry selbst austauschte.

Jedenfalls türmte der Film-Malfoy laut schreiend und Zabini stichelte bereits auf den Blonden hin, doch dieser reagierte nicht. Harry erhaschte noch einen Blick auf Melanies Grinsen, ehe Zabini ihm die Sicht versperrte und gespielt entrüstet schnaubte, „Da verarscht man ihn schon und dann schläft der einfach so ein."

„Tja…", war Mels Kommentar ehe sie am Tee nippte und einen misstrauischen Blick Seitens Zabini einheimste.

„Okay, was hast du ihm neben Alkohol in den Tee geschüttet?"

Harry konnte nicht dem Drang widerstehen sich leicht zu erheben, um Malfoy zu erblicken, der mit dem Kopf zur Seite geneigt an der Rückenlehne lehnte und langsam in Melanies Richtung rutschte. Als er dann bereits ihre Schulter berührte, ließ sie ihn mit einem breiten Grinsen an sich hinab auf ihren Schoß rutschen und begann ihm durch sein seidig glänzendes Haar zu streichen.

Pansys aufgeregtes Geschnatter ignorierend antwortete sie, „Ich habe ihm nur einen Baldriantee gegeben und habe 30 Nerventropfen, die man bei Schlafstörungen benutzt, hineingegeben. Warum? klinker"

Zabini grinste anerkennend, soviel bekam Harry noch aus dem Augenwinkel mit, da sein Blick eigentlich auf Malfoys Schopf gehaftet war, und meinte, „Nicht schlecht. Du könntest eine Slytherin sein."

„Ich weiß.", kam es etwas überheblich von der Braunhaarigen, die dem Blonden noch immer sanft durchs Haar strich und begann ihn im Nacken zu massieren. Harry konnte sich nicht erklären warum, aber irgendwie wurde er bei diesem Anblick eifersüchtig. Um sich selbst abzulenken versuchte er sich auf den Film zu konzentrieren, der ihn nicht einmal halb so sehr interessierte, wie Melanie und Malfoy.

Der Abspann lief und das Licht wurde wieder angedreht. Hermione und Ginny halfen noch beim Abräumen des Tisches, während Pansy sich vor Eifersucht und Wut schnaubend zu Bett begab. Ron lief Hermione hinterher, alleinig um ihre Gunst wieder zu erwerben und Harry wurde Zeuge, wie Zabini Melanie den Blonden abnahm und mit ihm die Treppe hinaufging.

„Und es geht wirklich? Du brauchst keine Hilfe?", fragte sie.

Zabini blieb auf der Treppe stehen und drehte sich halb zu ihr. Mit einem charmanten Lächeln versicherte er ihr, „Keine Sorge, Draco ist nicht so schwer und nackt gesehen habe ich ihn auch schon einmal, also… ich komme mit ihm klar."

Letzteres wollte Harry nicht wissen. Melanie wandte sich um und wünschte ihm mit einem sanften Lächeln eine gute Nacht, ehe sie in der Küche verschwand, um den Mädchen – denn Ron wurde rausgeschmissen – beim Aufräumen zu helfen.

Auf seinem Weg zu seinem und Rons Zimmer erwischte er sich selbst dabei, wie sein Blick die Treppe hinauf huschte. Irgendwie hatte er das Verlangen nach oben zu gehen, und siehe da, seine Beine berücksichtigten diesen Wunsch, ehe Harry sich selbst Einhalt gebieten konnte. Und sie trugen ihn noch weiter. Etwa so weit, wie es nötig war, um vor Zabinis und Malfoys Türe stehen zu bleiben. Was er dort machte, wusste er selbst nicht, dass er von dort umgehen zu verschwinden hatte wusste er selbst, dass er seinen eigenen Rat aber auch befolgte, misslang ihm.

„Harry?", rief ihn Ron von unten und Harry huschte schnell zur Treppe. Als er unten ankam, fragte der Rotschopf, „Was hast du oben gemacht?"

„War im Bad.", lautete Harrys knappe Antwort, ehe er in ihrem gemeinsamen Zimmer verschwand.

Ron folgte ihm und schloss die Türe hinter sich. „Oben? Es gibt doch auch unten ein Bad."

Harry zog sich rasch das Hemd über den Kopf, um seine plötzliche Röte zu kaschieren und behauptete, „Ich wollte jetzt nicht noch einmal in die Gegenrichtung laufen."

Ron musterte Harry für einen Moment, ehe er sich zu ihm in das große Doppelbett legte.

„Wenn du meinst.", lautete sein Kommentar, dann drehte er das Licht ab und wandte Harry den Rücken zu. Der Dunkelhaarige tat es ihm gleich und versuchte so schnell wie möglich einzuschlafen, was ihm jedoch nach einer unbestimmten Zeitspanne, die ihm wie eine Ewigkeit vorkam, schaffte.

ooOoo

Der nächste Tag brach an, verlief ziemlich ruhig und friedlich, als gegen frühen Nachmittag Harry die Neugierde packte und er sich wieder die Treppe hinauf schlich. Dieses Mal rief niemand seinen Namen, als er vor der Türe stand und niemand merkte etwas, als er sich in das Zimmer stahl.

Langsam näherte er sich dem großen Doppelbett hielt am Fußende, die Augen auf die schlafende Gestalt gerichtet. Er fragte sich selbst, was in da ritt, das zu tun und dennoch konnte er nicht den Blick abwenden oder gar das Zimmer verlassen.

Der Junge hatte sich auf die Seite gerollt, so dass ihm einpaar freche Haarsträhnen ins Gesicht fielen. Die Züge waren völlig entspannt, der Atem ging gleichmäßig, die eine Hand ruhte vor dem Gesicht auf dem Polster, die andere war unter der Decke versteckt.

Harry hätte es nie für möglich gehalten Draco – äh... Malfoy so friedlich zu erleben. So mal er irgendetwas an sich hatte, das es Harry schwer machte sich von dem Anblick den Slytherins loszureißen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund hatte er das Verlangen, sich zu dem Jungen ans Bett zu setzen und ihm durchs Haar zu streichen. Doch Harry war nicht so töricht diesem Bedürfnis nachzugeben. Da würde nur noch fehlen, dass Malfoy wach werden würde und da hätte er dann das Problem. Na, nein danke!

Lieber verließ er das Zimmer und starb einen fast sicheren Tod, als er sich umdrehte und Melanie direkt vor ihm stand. Atemlos meinte er, „Er schläft…. noch immer…"

Zuerst sah sie fragend an, dann schlich sich ein Lächeln auf ihren Lippen und als sie an ihm vorbeiging, um das Zimmer zu betreten, sagte sie, „Okay…"

Harry blinzelte verwirrt, dann begab er sich ins Wohnzimmer hinab und dachte weiterhin über die Bedeutung ihres plötzlichen Wandels nach.