Kapitel 4
Der Schmerz ist nur der Anfang
Der Schmerz den ihn durchzuckte lies ihn am nächsten Tag früh erwachen, er sah sich um und erkannte das er in seinem Bett lag. Ganz deutlich konnte er die Bettpfosten aus dunklen Mahagoni erkennen und die dunkel grünen Bettvorhänge welche nur auf seiner linken Seite zugezogen waren. Als er auf die rechte Seite sah erkannte er das Diana an seinem Bett saß und im Stuhl vor ihm eingeschlafen war. Sie musste ihn wohl irgendwie in sein Bett verholfen haben. Snape sah an sich herunter. Ein schwarzer Verband - Diana musste seinen Umhang zerreißen um ihn überhaupt verbinden zu können- lag stramm um seine nackte Brust. Schwer bekam er Luft, doch es lag nicht an dem Verband sondern an einem Gefühl das ihn schon lange nicht mehr durchflutete. Es war ein Mischung aus Scharm und Wut. Scharm deswegen weil er so "hilflos" ihr ausgeliefert war und dies noch halb nackt, und die Wut die sich bei ihm ausbreitet, folgerte sich daraus, weil sie sich in Dinge einmischte die sie als Muggel unmöglich verstehen konnte. Was verstand schon eine Muggel über die Zauberwelt?
Krampfhaft und mit Schmerz verzerrtem Gesicht richtete sich Snape im Bett auf, er wollte sich nicht länger diesem unangenehmen Gefühl aussetzen und die jenige die dieses verursachte wollte er hochkant hinaus werfen.
"Agrh...."
Diana öffnete die Augen und sah ihn verwundert an. "Bleiben sie liegen...", sagte sie ruhig und versuchte ihn sanft in die Kissen hinein zu drücken. Darauf hin verengten sich seine Augen zu schlitzen und er sah sie an, als wolle er ihr jeden Moment an die Kehle springen.
"Was hast du getan?", knurrte er sie an. Diana öffnete den Mund, schloss ihn wieder und konnte auf seine Frage gar nicht antworten. Sie hatte ihm geholfen, das war ihr einziges Vergehen und sie wünschte sich sie hätte es nicht getan.
"Hast du mich nicht verstanden? Was hast du getan???", zischte erneut und griff vergeblich nach seinem Zauberstab. Er sah auf seinen Nachtisch und danach zu ihr,
und auf seiner fahlen Stirn bildete sich eine Falte, die größer war als eine Schlucht.
"Wo ist mein Zauberstab? Und ich frage nur einmal..." wenn er gekonnte hätte wäre er aufrecht im Bett gestanden und hätte sie gewürgt.
Sie griff in ihre Hosentasche und zog seinen Zauberstab hervor.
"Sie meinen wohl den hier... Ist das wirklich ein Zauberstab?? Oder ist das ein Zahnstocher? Ich bin zu dumm um das zu erkennen...."
"Werd ja nicht frech!!"
"Wer wird hier frech hä?? Verdammt noch mal ich hab mir den Arsch aufgerissen um ihnen so gut es ging zu helfen. Aber der Herr muss mich ja gleich mit seinem Zahnstocher bedrohen, meinen sie der Fehler passiert mir zweimal?? Sie sind so überheblich, wissen sie das?? Was hätte den dagegen gesprochen wenn ich für sie Hilfe geholt hätte?"
Darauf gab er ihr keine Antwort. Snape sah auch nicht ein warum er das tun sollte, er war ihr keine Rechenschaft schuldig. Einer Muggel schon gar nicht.
" Ich hab dich keines Wegs um Hilfe gebeten! Warum bist du überhaupt noch hier?? Es ist Samstag!"
Ruckartig stand Diana auf und trat aus Zorn kräftig gegen die Bettposten.
"Weil ich nicht wusste das ich gehen kann!!!!! Woher auch, ich dachte ich brauche ihre Erlaubnis!!!!",
Snapes bleiches Gesicht spiegelte jedes Gramm von Ironie wieder die er in seinem geschundenen Köper besaß.
"Du hast doch die Arbeiten erledigt oder?? Nur weil auf dem Pergament stand, du sollst erst gehen bis ich wieder da bin, heißt nicht das du das auch tun sollst. Ich wollte nur sicher gehen das du deine Arbeit erledigst. Jeder normale Mensch wäre nach seiner Arbeit gegangen. Sogar Muggel sind in der Lage dazu logisch nach zu denken... aber ich bezweifele wirklich das du nur einen hauch von Verstand besitzt...", sagte Snape mit kühler Stimme. Diana schluckte hart, er hatte sie reingelegt. Die ganze Zeit hätte sie gehen können, aber nein sie war nach ihrer Arbeit geblieben. Aber wenn sie nicht geblieben wäre würde Snape sicherlich nicht wider versuchen sie fertig zu machen, sicherlich würde er immer noch blutverschmiert auf dem Boden liegen.
"Wegen mir können sie überhaupt wieder die Schnauze aufreißen!!"
In Snapes Augen war Diana nun endgültig über die unsichtbare Linie getreten, die er gezogen hatte. Es war ihm egal ob er verwundet war oder nicht, mühevoll erhob er sich aus dem Bett und richtete sich direkt vor ihr auf. Zwar mit wackeligen Beinen aber er tat es.
Vor schreck über sein vor Wut verzerrtes Gesicht stolperte sie zurück in Lehnstuhl und wurde mit jedem Schritt den er ihr näher kam, wurde sie immer kleiner.
Jetzt da sie ihm in die Falle gegangen war, lehnte er sich nach vorne und stützte sich an den Stuhllehnen ab. Er wollte ihr in die Augen sehen sie einschüchtern, sie entgültig zurechtweisen, ihr klar machen wo sie an der spitze der Evolution stand, nämlich ganz unten.
Wie ein Häuflein Elend saß sie in diesem Stuhle und erwartete das er sie entgültig fertig machen würde.
"Ich hab übertrieben.... es tut mir leid!", murmelte sie doch er schien mit dieser Entschuldigung nicht zufrieden zu sein. Zittrig und mit geschlossenen Augen, hielt sie ihm - mehr aus Reflex- den Zauberstab, den sie immer noch in ihrer Rechten hielt, an seinen bleichen nackten Bauch.
Auf seine kühle unberührte Art schien ihn dies sehr zu amüsieren und für einen kurzen Moment vergas er, dass er ihr eigentlich den Hals umdrehen wollte.
"Ich bin nicht kitzelig... Oder was soll diese Aktion? Das einzige was passieren kann ist das du dir selbst das Auge aussticht!" er hielt kurz inne und atmete tief aus, das half immer wenn er kurz davor war die Nerven zu verlieren. Diese Technik bewahrte sogar schon Potter mehrere Male vor seinen berühmt berüchtigten Attacken.
"Nun ja... Es gibt einige Flüche mit denen man einem so richtig das leben schwer machen kann, aber ich bezweifle, das du sie je erlernen wirst", während er diese Worte sprach wurden seine Gesichtszüge steifer und mit einem Zynischen Gedanken, den er in diesem Moment hegte schloss er die hitzige Diskussion.
"So, bevor du dich selbst verletzt, gibst du mir den Zauberstab zurück!"
Unsicher und wiederwillig drückte sie ihm den Zauberstab in die Hand. In Dianas Augen war dies absoluter Selbstmord, wie konnte sie ihm nur den Zauberstab zurück geben? War sie wahnsinnig geworden?
"Na also... nun geh, aber am Montag bist du wieder hier und ich erwarte das du pünktlich bist!" brummte er.
Er trat eine stück zurück und wies ihr den Weg zur Tür. Als sie aus dem Kerkerverschwunden war, nahm Snape in seinem Sessel platz und rieb sich die Stirn.
"Komische Person, eine Muggel bedroht mich tatsächlich mit meinem eigenen Zauberstab." murmelte er leise zu sich selbst. Nachdenklich huschten seine langgliedrigen Finger über den fest anliegenden Verband und für einen kurzen Moment dachte er daran, das sie ihm den Umhang ersetzen musste. Jedoch verwarf er den Gedanken so schnell wie er auch gekommen . Filch der alte Geizkragen würde sie zu tote prügeln wenn er erfahren würde was sie angestellt hatte. Aber er würde ihn auch nicht aufklären warum Diana seinen Umhang zerrissen hatte. Niemals würde er zugeben das er Hilfe von einer Muggel in Anspruch genommen hatte. Nun auch wenn dies unfreiwilliger Natur war. Je länger er über sie nachdachte desto mehr kam er zum Schluss, dass er sie wohl selbst erziehen musste. Und das hieß für Diana das noch eine Menge Arbeit auf sie zu kam...
Ja arbeit hatte sie zugenüge sie durfte nicht ruhen für sie gab es kein Wochenende, ihr war es nicht vergönnt gewesen zu schlafen bis in den späten Mittag hinein.
Nein als sie in ihr Zimmer gehen wollte um sich dort ein wenige ihn zulegen packte sie Filch am Kragen und gab ihr zu verstehen das sie sich erst gar nicht auf die Faule Haut zu legen brauchte.
"Wo warst du?? Hä ??ich hab dich überall gesucht... Du undankbare Rotzgöre!" blaffte er sie an. Eigentlich war es ihm egal wo sie gewesen war,- sie hätte sogar auf dem Himalaja sitzen können- Hauptsache sie ging ihrer Arbeit bei Snape nach.
Diana war einfach zu müde um alles zu erklären was geschehen war. Wie in tiefster Trance packte sie Mr. Besen und Mrs. Eimer- ihre einzigen Freunde hier in Hogwarts, den sie sogar schon Titel gab- und schleppte sich in den verlassenen Ost Flügel des zweiten Stockes. Hier lagen die Verwandlungs- und die Räume für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Und dies hieß wiederum, das sich am Wochenende keine Schüler hier aufhalten würden.
"Ich wünschte... ach...", schluchzte sie leise und begann die Bilderrahmen vom hartnäckigen Staub zu befreien. Sie war es Leid wie der letzte Abfall behandelt zu werden. Und die gut gemeinten Ratschläge, die ihr die Bilder erteilte, wie sie sie am besten die aufwendig Verzierten Rahmen säubern konnte, schoss sie sowieso in den Wind.
Aber anstatt das man in ruhe das tun konnte zu dem man schon gezwungen wurde, kam nun das wo vor sie eigentlich, seit dem sie hier war recht großen Bammel hatte. Sie traf auf dem Gang ein kleine Gruppe der Schüler die in Hogwarts sicherlich keine Preise für zu vorkommendes Verhalten einheimsen würden.
"Na seht einer mal an, die Missgeburt ist mal wieder am schruppen... Das ist auch das einzige was sie kann", höhnte ein blonder Junge von ungefähr 17 Jahren. Seine eisgrauen Augen sahen verächtlich zu Diana hinüber und seine zwei bulligen Freunde stierten wie eh und je dümmlich durch die Weltgeschichte und kicherten über den vermeidlich Witz den er gerissen zu haben schien.
"Ah ist das der neue Putzlappen von Hogwarts?", erkundigte sich ein Mädchen dessen Gesicht beängstigen Ähnlichkeiten zu einem Mops aufwies.
Da Diana nicht antwortet stieß der Junge sie unsanft an die Wand. "Hast du nicht verstanden oder ist dein Hirn wirklich so klein wie ich es annehme? Sie hat dich gefragt ob du der neue Putzlappen von Hogwarts bist!" und damit Diana ihren Mund öffnete, griff er ihr in die langen Haare und zog ihren Kopf weit nach hinten. Er sah in ihren Mund und begann laut los zu lachen. " Ich hatte recht... es ist so winzig das man es nicht einmal sehen kann!" er hielt kurz inne sah zu seinen Freunden und fuhr fort. "Da braucht man tatsächlich schon eine Kristallkugel von Trealaney um deren Hirn zu finden..."
"Ahhh las mich los du elendiger Hurensohn!!", schrie sie laut vor Schmerz auf. Aber damit hatte sie sich selbst ins Aus geschossen. Wut entbrannt stieß Malfoy ihr den Zauberstab in den Magen und murmelte mehrer Flüche. Diese waren so heftig das sie sich vor Schmerzen krümmte und auf den Boden nieder sackte. So etwas hatte sie noch nie ihn ihrem ganzen Leben gespürt, dieser Schmerz war fürchterlich.
" Du dreckiges Miststück! Ich soll ein Hurensohn sein?", mit einem weiteren Fluch den er ihr auf den Hals jagte erreichte er, das sie sich qualvoll übergeben musste. Und alle anderen sahen zu und lachten nur niederträchtig darüber. " Ihhhh ist das eklig!". riefen sie und dann kam noch "Wähh habt ihr das gesehen? Das Muggelding kotzt auf Hogwarts Grund und Boden!"
Doch ganz allmählich verlor Diana die Besinnung, sie sah nun alles verschwommen, ja beinahe gar nichts mehr, sie konnte nur noch gedämpft hören, und alle ihre Bewegungen waren fürchterlich eingeschränkt. Doch es schien plötzlich aufgehört zu haben, keiner schien sie mehr anzugreifen, ihr schmerzen zu zufügen. Es war Ruhe eingekehrt, herrliche Ruhe, aber warum dies so war, wusste sie nicht. Das einzige was sie noch wahrnehmen konnte war, dass sie sich nicht mehr auf dem Boden befand sondern in der Luft zu schweben schien. Hier Kopf lehnte sich an etwas festes und sie konnte deutlich etwas pochen hören. Es war ein dumpfes rhythmische Geräusch. Ein Geräusch das kraftvoll und beruhigend zu gleich wirkte. Und auf einer unerklärlichen Art und Weise kam ihr das alles so seltsam vertraut vor. Zwar verband sie damit nicht so angenehme Erinnerungen wie sie es gerne gehabt hätte, aber dennoch fürchtete sie sich nicht im geringsten sie empfand es als sehr angenehm und wohltuend.
Fühlt es sich so an wenn man gestorben ist? Bin ich tot? Wenn dies der Tod ist dann ist das gar nicht so übel....
Fortsetzung folgt....
